Bild: Cassandra Stemme

Dresden, Neuer IÄußerer) Katholischer Friedhof

Adrian Ludwig Richter

1836     ca. 1860     

Deutscher Maler, Zeichner und Illustrator; war zunächst Schüler seines Vaters, des Kupferstechers Carl August Richter (*1770, †1848); seine Ausbildung zum Maler erfolgte jedoch von 1823 bis 1826 in Italien, wo er v.a. von Joseph Anton Koch beeinflußt wurde. Zurück in der Heimat, war er bis 1835 Zeichenlehrer an der Porzellanmanufaktur in Meißen und von 1836 bis 1871 Professor an der Dresdner Akademie. Richter schuf zahlreiche Lithographien und Holzschnitte für Buchillustrationen zur biedermeierlicher Welt in volkstümlichem Charakter, und er illustrierte Märchen, u.a. die berühmte Ausgabe der Volksmährchen der Deutschen aus dem Jahr 1842 von Johann Karl August Musäus. 1873 mußte Richter das Malen wegen eines Augenleidens aufgeben, 1876 schied er dann auch aus der Kunstakademie in Dresden aus und verließ zwei Jahre später auch den Akademischen Rat.

 

Überfahrt am Schreckenstein (1837)

Werke u.a.: Der Watzmann (1826, München, Neue Pinakothek), Genoveva (1841, Hamburg, Kunsthalle).

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Bild: Martina Schulz

Franz Heinrich Louis Lovis Corinth

 Selbstbildnis (Ausschnitt)

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Deutscher Maler und Grafiker; studierte ab 1880 an der Kunstakademie in München und unternahm nach Ableisten des Militärdienstes zusammen mit seinem Vater eine Reise durch Oberitalien. Anschließend nahm er das Studium wieder auf, hielt sich einige Zeit in Amsterdam und in Paris auf. Während eines Aufenthalts in Berlin im Winter 1887/88 lernte er u.a. Max Klinger und Walter Leistikow kennen. In München, wo er seit 1891 lebte, schloß er sich der 1892 gegründeten Münchner Sezession an, der u.a. Max Liebermann, Th.Th. Heine, Hans Olde, Hans Thoma, Franz von Stuck und Fritz von Uhde angehörten. Beim Versuch 1893 zusammen mit einigen anderen Mitgliedern eine Freie Vereinigung außerhalb der Sezession zu gründen, wurde er aus dieser ausgeschlossen. Im Herbst 1901 zog er schließlich nach Berlin und wurde Mitglied der dortigen Sezession, deren Präsident er nach dem Rücktritt Liebermanns im Jahre 1911 wurde. Im Dezember des gleichen Jahres erlitt er einen Schlaganfall, der zu einer halbseitigen Lähmung führte, von dem er sich allerdings soweit erholen konnte, daß er weiterhin malen konnte. Er starb an einer Lungenentzündung auf einer Reise nach Amsterdam. Corinth schuf anfangs dem Impressionismus nahestehende Werke religiöser, mythologischer und historischer Thematik und zählte neben Max Liebermann und Max Slevogt zu den wichtigsten und einflußreichsten Vertretern des deutschen Impressionismus; in seinem Spätwerk näherte sich jedoch dem Expressionismus an. Er schuf Akte, Stilleben und Landschaften (u.a. Bilder vom Walchensee, wo er 1919 ein Haus gekauft hatte), ab 1911 auch Radierungen, Lithographien und Buchillustrationen.

Ecce homo (1925)

 

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Waldemar Grzimek

Porträt aus Copyrightgründen leider nicht verfügbar

 

 

Deutscher Bildhauer; nach einer Steinmetzlehre in der Firma Philipp Holzmann studierte er an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin; 1941 wurde er zur Marine eingezogen. 1942 erhielt den Rompreis und einen Studienaufenthalt in der Villa Massimo, kehrte nach Kriegsende 1945 nach Berlin zurück, war von 1946 bis 1948 Lehrer einer Bildhauerklasse an der Kunstschule Giebichenstein, von 1948 bis 1951 Professor an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin-Charlottenburg, von 1952 bis 1957 freischaffender Künstler ebenfalls in Berlin, von 1957 bis 1961 Professor an der Hochschule für bildenden und angewandte Kunst in Berlin-Weißensee und folgte 1968 einem Ruf als Professor an die Technische Hochschule in Darmstadt.

Werke u.a.: Skulpturengruppe in der Gedenkstätte im KZ Sachsenhausen.

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Berlin, Städt. Friedhof Dahlem

Bilder: Helmut O. Fischer

Fritz Friedrich Hermann Carl von Uhde

      1907

Deutscher Maler; der Sohn eines Gerichtsdirektor trat 1867 Uhde - gleichzeitig mit seinem späteren Kamerad und Freund Felix Graf von Luckner - in das sächsische Gardereiterregiment 1. Ulanenregiment Nr. 17 als Offiziersanwärter ein, 1878 beendete er seine militärische Laufbahn als Rittmeisters der Reserve. Ab 1880 lebte er in München, wo er unter dem Einfluß von Max Liebermann zur Freilichtmalerei fand. In seinen religiösen Bildern übertrug Uhde das biblische Heilsgeschehen in das zeitgenössische Milieu der Bauern und Handwerker. Bedeutend sind seine Darstellungen aus dem Leben seiner Familie und seine Kinderbilder. Ihm wurde Titel “königlicher Professor” verliehen und er erhielt einen Lehrauftrag an der Kunstakademie.

 

Die große Schwester (um 1885)

 

 

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München, Waldfriedhof

Tintoretto eigentl. Jacopo Robusti

Italienischer Maler; sein Name (dt. kleiner Färber) rührt von der Tätigkeit seines Vaters, eines Färbers, her. Tintoretto zählt nach Tizian, dessen Schüler er anfangs war, und neben Veronese zu den wichtigsten Malern des Cinquecento (16. Jahrhundert) in Venedig. Bald schlug er eine andere Richtung ein, indem er Tizians Farbwahl mit Michelangelos manieristischem Disegno (schöpferischer Entwurf) zu verbinden trachtete. Nach seinem ersten großen Erfolg Befreiung des Sklaven durch den heiligen Markus begann er großformatige Gemälde religiösen Inhalts zu schaffen. Sein Hauptwerk sind die Gemäldezyklen aus dem Neuen Testament für die Scuola di San Rocco in Venedig, für die er von 1564 bis 1588 arbeitete; sie veranschaulichen eindringlich seinen sehr persönlichen Malstil.

Werke u.a.: Die Erschaffung der Tiere (um 1550, Venedig, Academia), Kain erschlägt Abel (1550-51, Venedig. Accademia), Vulkan überrascht Mars und Venus (1550-53, München, Alte Pinakothek), Susanna im Bad (um 1560, Wien, Kunsthistorisches Museum), Anbetung des Goldenen Kalbes und Jüngstes Gericht (um 1560; Venedig, Madonna dell'Orto), Rettung eines Sarazenen (1562-66; Venedig, Academia), Bergung des Leichnams des heiligen Markus (1562,66, Venedig, Academia), Auffindung des Leichnams des heiligen Markus (1562-66, Mailand, Brera), Abendmahl (um 1565-70, Venedig, San Paolo), Venedig als Beherrscherin der Meere (1581-84, Venedig, San Paolo, Deckenbild im Senatssaal), Das Paradies (1588-92, Venedig. San Paolo, Sala del Gran Consiglio), Mannalese (1592-94, Venedig, San Giorgio Maggiore), Abendmahl (1592-94, Venedig, San Giorgio Maggiore).

Inschrift: Lector tanto viro bene adprecare tum felix abito.

Christus und die Ehebrecherin (~1550)

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Venedig, Basilica Madonna dell‘ Orto

Stahnsdorf, Südwest-Friedhof

Bilder: Peter Malaschitz
Bilder: Josef Aschenbrenner (06/2005)
Bild: Steffi Eckold (09/2008)

Georges Prosper Remi gen. Hergé

 

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Belgischer Comic-Autor- und Zeichner; 1923 veröffentlichte Hergé seinen ersten, noch mit Untertiteln versehenen Comic unter dem Titel Die Abenteuer von Totor im Pfadfindermagazin Le Boy-Scout Belge; 1925 zeichnete er für die Tageszeitung Le Vingtième siècle . Dann wurde seine berufliche Laufbahn zunächst durch die Ableistung des einjährigen Militärdienstes unterbrochen. Die erste Folge seines in 23 Alben vorliegenden Hauptwerkes Tintin et Milou (dt. Tim und Struppi) erschien 1929; mit Tintin sowie weiteren Serien wie Jo, Zette et Jocko begründete Hergé die durch klare Kontur und flächige Kolorierung bestimmte belgische Comicschule.

Song Mei-ling, die Frau des nationalchinesischen Generals und Präsidenten Chiang Kai-sheks war von seiner in der Reihe Tintin erschienenen Geschichte Der blaue Lotus wegen der positiven Darstellung der chinesischen Soldaten so begeistert, daß sie ihn 1939 nach China einlud; allerdings mußte die Reise wegen des beginnenden Weltkrieges abgebrochen werden. Nach dem Krieg war man Hergé in Belgien Kollaboration mit den Deutschen vor, weil er während der Besatzungszeit das Tintin in der Tageszeitung Le Soir publiziert habe.

Einige seiner Tim- und Struppi-Abenteuer wurde filmisch umgesetzt: Tintin et le mystère de la toison d'or (1961. dt. Das Geheimnis der Goldenen Vlies) und Tintin et les oranges bleues (1964) - beide mit Jean-Pierre Talbot in der Hauptrolle. sowie Tintin et le lac aux requins (1972, Tim und der Haifischsee). oder als Zeichentrickfilm Tintin et le lac aux requins (1972, Tim und der Haifischsee).

Hergé beeinflußte viele Künstler, u.a. auch Andy Warhol, der 1979 vier Porträts des Künstlers fertigte und konstatierte: “Er beeinflußte mein Werk auf ähnliche Weise wie Walt Disney. Er war mehr als ein Comiczeichner",.

Das Pseudonym, unter dem er berühmt wurde, legte er sich 1924 zu; ergibt sich aus der Umkehrung der Initialen seines eigentlichen Namens. RG - französisch ausgespochen.

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Bilder: Peter Gassen (11/2011)

Brüssel OT Ukkel-Uccle, Friedhof am Dieweg

Bild: Martin Ottmann (09/2008) Wikipedia.de

Marie Bashkirtseff eigentl Maria Konstantinowna Baschkirzewa [russ. Мария Константиновна Башкирцева]

     1878    

Russische Malerin; entstammte einer wohlhabenden südrussischen Landadelsfamilie; wuchs bei ihrer Mutter auf dem Gut der Großeltern auf. Nach Aufenthalten in Wien, Baden-Baden, Genf und Paris während der Jahre 1870 bis 1872 ließen sich Mutter, Großeltern und Tante in Nizza nieder. Dort begann die13-Jährige Marie ein Tagebuch zu führen. Ihr Tagebuch, das sie bis wenige Tage vor ihrem frühen Tod geführt hatte, wurde in einer von der Mutter gekürzten und zensierten Fassung 1887 auf französisch publiziert und bald in viele Sprachen übersetzt, u.a. 1889 ins Englische, 1897 ins Deutsche.

Eigentlich wollte sie .Sängerin und Schauspielerin werden; dieser Plan wurde jedoch durch ein Kehlkopfleiden vereitelt. Schließlich überredete die junge Marie ihre Familie, nach Paris umzusiedeln, wo sie Malerei studieren wollte. Nach zwei Jahren Ausbildung im Atelier Julian bei Tony Robert-Fleury schloß sie sich dem Maler Jules Bastien-Lepage als Schülerin und Freundin an und pflegte ihn zusammen mit dessen Mutter kurz vor seinem Tod.

Baschkirtseffs Gemälde hingen zu dieser Zeit im Musée de Luxembourg in Paris, das Bild Zwei Pariser Gassenbuben, Jean und Jacques wurde 1891 auf der Internationalen Kunstausstellung in Berlin ausgestellt. Das Leben Marie Bashkirtseffs, die im Alter von nur 25 Jahren an Tuberkulose starb, wurde mehrmals verfilmt.

Im Atelier (1881)

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Paris, Cimetière de Passy

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Perugino eigentl. Pietro Vannucci

Italienischer Maler; aus seiner Jugend ist wenig bekann; er studierte wohl zunächst in Perugia, bevor er - vermutlich - 1472 nach Florenz kam und dort seine Studien bei Piero della Francesca und gleichzeitig mit Michelangelo als Lehrling im Atelier Andrea del Verrocchios fortsetzte. Abgesehen von einigen Reise nach Perugia und Venedig arbeitete er hauptsächlich in Florenz. Er eröffnete dort seine eigene Werkstätte und war bald ein gefragter und gefeierter Maler; einer seiner Schüler war Raffael, und er erhielt Aufträge vom Papst, von den Höfen aus ganz Italien, so Isabella d`Este, und von dem aufstrebenden und selbstbewußten Kaufleuten. Zunächst aber malte Perugino, der als Begründer der Umbrischen Schule gilt, religiöse Motive,aber er entdeckze die Individualität des Menschen und die Perspektive für seine Landschaftsbilder. Um 1481 erteilte Sixtus IV. ihm den Auftrag, eine Reihe von Fresken für die Sixtinische Kapelle im Vatikan anzufertigen, u.a. das Fresco Schlüsselübergabe an Petrus; für den Borgia-Papst Alexander VI. malte er dessen Inthronisierung. Neben seiner Werkstatt in Perugia gründete er für die Arbeiten in Rom dort eine weitere Werkstätte.

Von seinem Frühwerk ist kaum etwas erhalten. Seine Arbeiten aus seinen letzten 20 Jahren sind über ganz Umbrien verteilt; man findet sie u.a. in Siena. Seine letzte großedekorative Arbeit war 1508 die Ausmalung der Decke in der Camera dell' Incendio im Vatikan im Auftrag Julius’ II.. 1521 arbeitete er noch einmal mit seinem ehemaligen Schüler Raffael zusammen

Perugino starb an der Pest. Sein Werk beeinflußte die italienische Malerei nachhaltig. Aspekte seines Werkes wurden von den Nazarenern und Präraffaeliten im 19. Jahrhundert aufgegriffen.

Werke u.a.: Madonna mit Heiligen (1493), Vision des heiligen Bernhard (1489).

Schlüsselübergabe an Petrus

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Anna Mary Robertson Moses gen. Grandma Moses

Bild: NYWTS no_copyright

US-amerikanische Malerin und Illustratorin; wuchs mit ihren neun Geschwistern als Tochter eines Methodisten, der jedoch nie in die Kirche ging, es aber seinen Kindern überließ, was sie glauben wollten, auf einer Farm in Greenwich in Staate New York auf. Nach einer Zeit als Dienstmagd auf einer Farm, heiratete sie, recht spät, im Alter von 27 Jahren den Milchfarmer Thomas Salmon Moses und ließ sich mit ihm auf einer Farm in Virginia nieder. In den zwanzig Jahren, in denen sie mit ihm dort lebte, schenkte sie 10 Kindern das Leben, von denen fünf das Erwachsenenalter erreichten. 1905 kehrte das Paar nach New York zurück und ließ sich in Eagle Bridge, nicht weit entfernt von der Stelle, an der sie zur Welt gekommen war, nieder. Als ihr Mann 1927 starb, arbeitete sie mit Hilfe ihres jüngsten Sohnes und dessen Frau weiterhin auf der Farm, bis das Alter sie zwang, die schwere Arbeit aufzugeben. 1936 zog sie zu einer ihrer Töchter und suchte nach einer sinnvollen Beschäftigung; sie erinnerte sich ihrer alten Leidenschaft, der Malerei, die sie in der Jugend betrieben hatte, aber aus Zeitgründen hatte aufgeben müssen. Zunächst hatte sie allerdings Bilder aus Wolle gestickt, dann verwandte sie ganz ordinäre Anstreicherfarben für die Bilder, bis sie schließlich in Ölfarbe und auf Leinwand malte. Durch ihre naiven Landschaftsbilder mit Szenen aus dem ländlichen Leben, besonders mit Darstellung der festlichen Höhepunkte im Jahr, des Thankgivings, des Muttertags oder der Weihnachtsfestes etc., avancierte sie zur Vertreterin der Naiven Kunst. Sie stellte ihre Bilder im örtlichen Drugstore aus, wo sie 1938 per Zufall von dem Ingenieur und Kunstsammler Louis Caldo entdeckt wurden. Er nahm einige Bilder mit nach New York, die dort aber auf keinerlei Interesse stießen. Erst als er drei von ihnen für die vom Museum of Modern Art in New York veranstalteten Ausstellung “Unbekannte zeitgenössische amerikanische Maler" ausgewählt und ausgestellt wurden, entstand Interesse an den Bildern von “Grandma Moses”, wie sie die Zeitungen jetzt nannten. Reproduktionen aller Art, z.B. für Weihnachtskarten, machten ihre Bilder bald landesweit berühmt. 1949 war sie sogar bei Präsident Harry S. Truman eingeladen, wobei dieser für sie Klavier spielte.

Grandma Moses schuf an die 1.000 Bilder, die sie alle nach der Erinnerung an vergangene Zeiten malte. Während sie ihre ersten Bilder zwischen $3 und $5 verkaufte, erzielten diese bei ihrem Tod zwischen $8.000 und $10.000. Heute hängen ihre Bilder in großen Museen in den USA, aber auchin solchen in Europa.

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Bilder: UpstateNYer (04/2010)
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Hoosick Falls, Maple Grove Cemetery

Bilder: adri08 (04/2012( Wikipedia.org

Perugia OT Fontignano, Kirchenmuseum Santissima Annunziata

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Bildende Kunst XIV

Omnibus salutem!