Tamara de Lempicka née Tamara Gorska

Polnische Malerin; Begründerin der Art Déco-Malerei und Personifizierung der Roaring Twenties in der Kunst. Einem Baron Tadeusz de Lempickagroßbürgerlichen Elternhaus entstammend, wuchs sie in Sankt Petersburg auf, heiratete im Alter von 16 Jahren den polnischen Anwalt Baron Tadeusz de Lempicka, den sie, als er von Revolutionstruppen verhaftet wurde, befreite. 1919 floh sie mit ihm und ihrem Töchterchen Kizette über Petrograd nach Paris, wo sie in den Salons und Nachtclubs, deren Besucher sie malte, als Künstlerin und Femme Fatale bekannt wurde. Dort setzte sie auch ihr in Sankt Petersburg begonnenes Kunststudium fort und wurde Schülerin von Maurice Denis und André Lhote. Bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges floh sie nach Hollywood und New York, wo sie wiederum Mittelpunkt der mondänen Gesellschaft wurde. Ihre letzten Jahre verbrachte sie in Cuernavaca in Mexiko.

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Asche verstreut am Kraterrand des Vulkans Popocatélpetl (Mexiko)

Johann Conrad Schlaun

Deutscher Baumeister; seit 1719 in Diensten des Kurfürsten Clemens August von Köln, arbeitete 1720 bei Johann Balthasar Neumann, war 1722/23 in Italien und Frankreich und 1724 und 1742 in Süddeutschland; Schlauns Wohnhaus in Münster (zerstört)seit 1729 war Schlaun in Münster tätig. In seinem Baustil verschmelzen bodenständige Elemente (Farbwechsel durch Kombination von rotem Ziegel- und gelbem Haustein) und der traditionelle Einfluß der niederländischen Architektur mit Elementen des französischen Klassizismus und des römischen Hochbarock.

Werke: u.a. Jesuitenkolleg Büren (1716-20); Neubau von Schloß Augustusburg in Brühl (1725-28, von F.de Cuvilliès d.Ä. 1770 verändert vollendet); Jagdschloß Clemenswerth (1736-46); in Münster: Rüschhaus (1745-48), Clemenskirche (1745-53), Erbdrostenhof (1753-57), Residenzschloß (1767-73).

Inschrift: In Gott liegt meine Hoffnung.

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Bild: Jochen Schultheis

Münster, Überwasserkirche

Edward Hopper

 

US-amerikanischer Maler, Graphiker und Illustrator; nach einer Ausbildung zum Illustrator von 1899 bis 1900 an der New Yorker Handelsschule, wechselte er um 1901 zur Malerei und studierte bis 1906 an der New York School of Art. Zwischen 1906 und 1910 besuchte er mehrmals Europa u.a. auch Paris. Hopper malte typisch amerikanische Landschaften (Cape Cod) und Stadtszenen (Hotelzimmer, Büros etc.) in einem realistischem Stil, der in den 1950er Jahren die Photorealisten beeinflußte. Sehr häufig ist die Vereinsamung und Beziehungslosigkeit der Menschen in der Großstadt sein Thema. Dies kommt z.B. zum Ausdruck in seinem, einem breiten Publikum wohl bekanntesten Bild: Nachteulen (Nighthawks, 1942).

Bilder u.a.: House by the Railroad (1925, dt. Haus am Bahndamm), Gas (1940, dt. Tankstelle), People in the Sun (1960).

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Nyack, Rockland County (NY), Oak Hill Cemetery

Johann Baptist Casanova eigentl. Giovanni Battista Casanova

Italienischer Maler; Sohn eines Schauspielerehepaars; älterer Bruder von Giacomo Casanova; 1752 reiste er mit Anton Raphael Mengs nach Rom, wo er Zeichenlehrer von Johann Joachim Winkelmann, Angelika Kauffmann und Johann Friedrich Reiffenstein (*1719, †1793) wurde. 1764 wurde er Direktor der Kunstakademie in Dresden. Von ihm stammen die Illustrationen zu Winkelmanns Monumenti antichi, die zunächst den Beifall Winckelmanns fanden; später kam es dann zu einem Bruch zwischen den beiden. 1770 erschien sein Werk Discorso sopra gli antichi e vari monumenti loro (Diskurs über die Alten und ihre verschiedenen Monumente). 1788 vollendete er einen Lehrgang der Malerei, der aber nicht mehr gedruckt wurde.

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Bilder: Günter Strack

Dresden, Alter (Innerer) katholischer Friedhof

Werner Tübke

 

Deutscher Maler, Graphiker und Zeichner; studierte von 1945 bis 1947 an der Meisterschule für deutsches Handwerk in Magdeburg, besuchte danach die Hochschule für Graphik und Buchkunst in Leipzig. Zwischen 1950 und 1953 studierte er Kunsterziehung und Psychologie an der Universität von Greifswald und war seit 1972 Professor in Leipzig. Als herausragender Vertreter des sozialistischen Realismus, brach er dessen in der Ideologie begründete Beengtheit formal auf. Er schuf Historienbilder, in denen das Individuum und seine Rolle in der Geschichte interpretiert werden. So schuf Tübke ein großes, Panoramabild in Bad Frankenhausen/Kyffhäuser in Thüringen zum Thema des deutschen Bauernkrieges, das am 14.9.1989 eingeweiht wurde.

Weitere Werke u.a.: Altar der Sankt-Salvatoris-Kirche in Clausthal-Zellerfeld (1997).

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Bild: Susann Geßner

Leipzig, Südfriedhof

Bild: Hans-Christian Seidel (11/2006)

Johann Friedrich Drake

 

Deutscher Bildhauer und Architekt; Schüler von Christian Daniel Rauch. Er fertigte einige Portraitbüsten und Standbilder, die bis heute öffentliche Plätze in Berlin zieren. Eines seiner bekanntesten Werke ist die Viktoria auf Siegessäule, für die seine Tochter Margarethe Modell stand. Für den südlichen Bereich des Berliner Großen Tiergartens schuf er 1849 ein 6,50 Meter hohes Standbild des Königs Friedrich Wilhelm III., das die Inschrift trägt: “Ihrem Könige Friedrich Wilhelm III.. Die dankbaren Einwohner Berlins 1849”. Es handelt sich allerdings um eine Kopie; das Original befindet sich heute im Kreuzberger Lapidarium. Einige seiner Werke befinden sich allerdings auch außerhalb seiner Wirkungsstätte: Ein Denkmal Philipp Melanchtons steht in Wittenberg auf dem dortigen Marktplatz; anläßlich des 300jährigen Gründungsjubiläums der Universität von Jena im Jahre 1858 schuf Drake ein Denkmal des Universitätsgründers Johann Friedrich I. von Sachsen.

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Berlin-Schöneberg, Alter St. Matthäus Kirchhof

Bild: Klaus Decker (06/2008)

Sep Ruf eigentl. Franz Joseph Ruf

 

 

Deutscher Architekt; Sohn eines Rechnungsinspektor bei der Bayerischen Versicherungsanstalt in München; studierte Architektur an der Technischen Hochschule und eröffnete gemeinsam mit seinem Bruder 1931 in München ein Architekturbüro. Von 1947 bis 1953 lehrte er als Professor an der Akademie in Nürnberg; bevor er eine Professur an der Münchner Akademie annahm und deren Präsident zwischen 1957 und 1960 war. Ruf prägte besonders mit eleganten und klar gegliederten funktionalistischen Bauten die deutsche Nachkriegsarchitektur.

Werke u.a.: Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg (1952-54), Max-Planck-Institut für Physik und Astrophysik in München (1953-57), Erweiterungsbau und Umbau des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg (1956-67), Amerikanische Botschaft in Bonn-Bad Godesberg (1959); Amtssitz des Bundeskanzlers in Bonn (Kanzlerbungalow, 1963-65).

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Bild: Rudolph Buch (07/2011) Wikipedia.org
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Gmund am Tegernsee, Bergfriedhof

Karl CharlesWilda

 

 

Österreichischer Maler; studierte an der Wiener Akademie der schönen Künste. bei dem Maler Leopold Carl Müller, gen. Ägypten-Müller bzw. Orient-Müller, Seit der 1880er Jahre beteiligte er sich mit seinen Bildern an der Wiener Jahresausstellung, der Berliner internationalen Kunstausstellung sowie der Münchener Jahresausstellung bzw. der Dresdner internationalen Kunstausstellung; auch auf der Weltausstellung in Paris im Jahre 1900 war er mit einigen seiner Bildern vertreten. 1892 hatte der seinerzeit viel gelobte Wilda, der zu den österreichischen sogenannten Orientmalern, zu denen u.a. auch Ludwig Deutsch und Hans Makart gezählt werden, gehörte, eine Reise nach Ägypten unternommen, aus der er viele Anregungen für seine Malerei zog; so malte er Szenen aus dem Alltag der Menschen in Kairo. Von ihm stammen aber auch Wiener Motive.

“Der Ball” mit Josef Lanner und Johann Strauß (1906)

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Bilder: Kurt Goller (09/2012)

Wien, Zentralfriedhof

Anna Justine Mahler

 pinxit Broncia Koller-Pinell (~1921)no_copyright

 

Österreichische Bildhauerin; zweite Tochter Alma Mahler-Werfels und des Komponisten und Dirigenten Gustav Mahler, der bereits starb, als sie sieben Jahre alt war; Halbschwester von Manon Gropius; wuchs in einer unruhigen häuslichen Atmosphäre auf; ihre Mutter, die zu jener Zeit bereits ein Verhältnis mit Walter Gropius unterhielt und wegen ihrer öffentlichen Präsenz wenig Zeit für ihre Tochter erübrigte, vernachlässigte deren Ausbildung. Aus dieser Atmosphäre brach die 16-jährige Anna aus, indem sie im November 1920 den Dirigenten Rupert Koller, Sohn der Malerin Broncia Koller-Pinell, heiratete; wenige Monate später war die Ehe bereits am Ende. Unmittelbar danach zog sie nach Berlin, wo sie den Komponisten Ernst Krenek kennenlernte und im April 1924 heiratete; auch diese Ehe scheiterte schon nach einem Jahr. Anna ging nach Rom und studierte bei Giorgio de Chirico zunächst Malerei, wandte sich dann aber 1925 der Bildhauerei zu. Ihre dritte Ehe mit Paul Zsolnay, die im Dezember 1929 geschlossen wurde und aus der 1930 Alma Zsolnay (2010) hervorging, endete 1934; das Kind blieb bei seinem Vater. 1939 floh sie, da sie als “Halbjüdin” mit Verfolgung durch die Nationalsozialisten rechnen mußte, nach London, wo sie sich in Hampstead niederließ. Dort heiratete sie 1943 erneut: Diesmal den aus der Ukraine stammenden Dirigenten Anatole Fistoulari; aus dieser Verbindung ging eine weitere Tochter hervor. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs lebte sie einige Jahre in Kalifornien, ganz in der Nähe ihrer Mutter und ihres Stiefvaters. Dort heiratete sie ein letztes Mal, den Filmcutter und Drehbuchautor Albrecht Joseph, der einst u.a. in Diensten ihres Vaters gestanden hatte. Nach dem Tode ihrer Mutter im Jahre 1964 kehrte sie - nunmehr finanziell unabhängig - nach London zurück, verließ es aber 1969 wieder, um sich in Spoleto anzusiedeln. Anna Mahler starb in London, als sie dort zu einem Besuch bei ihrer dritten Tochter Marina weilte.

Anna Mahler schuf überwiegend Portraitbüsten, u.a. von Alban Berg, Wilhelm FurtwänglerOtto Klemperer, Artur Schnabel, Arnold Schönberg und Bruno Walter. Fast ihr gesamtes Frühwerk wurde im Zweiten Weltkrieg bei Bombenangriffen auf Wien und Berlin zerstört, bis auf einen Bildniskopf des Kurt Schuschnigg, mit dem ihr eine Affaire nachgesagt wurde.

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Bild: Thomas Haas (03/2013)

London-Highgate, East Section

Bildende Künste XVII

Omnibus salutem!