Bilder: Martina Schulz (08/2008)

Carl Adolf Senff

Deutscher Maler; jüngstes von 13. Kinder des Konsistorialrat Carl Friedrich Senff; besuchte die Franckeschen Stiftungen zu Halle und studierte zunächst Theologie, wandte sich nach Abschluß des Studiums jedoch 1809 der Malerei zu und wirkte anschließend als Lehrer an der Bürgerschule zu Leipzig. 1809 holte ihn Gerhard von Kügelgen zu sich nach Dresden, unterrichtete ihn in der Malerei und beschäftigte ihn gleichzeitig als Hauslehrer für die Söhne Wilhelm und Gerhard jun.. Als Napoléon aus seiner Verbannung in Elba auf den Kontinent zurückkehrte, meldete sich Senf, der sich mittlerweile in Leipzig als selbstständiger Maler niedergelassen hatte, als Freiwilliger zu den Makraner Jägern, die nach Frankreich zogen, aber nicht mehr an Kämpfen teilnahmen. Anschließend hielt er sich von 1816 bis 1848 in Italien, überwiegend in Rom auf, wo er in der “Casa Buti“ Unterkunft fand, in der zuvor bereits Wilhelm von Humboldt mit seiner Ehefrau Caroline und ihren beiden Kindern Wilhelm und Friedrich Gustav und Bertel Thorvaldsen gewohnt hatten. 1821 wurde Senff in die Künstlerakademie von Perugia aufgenommen. Im Jahre 1848 kehrte er schließlich nach Deutschland zurück und ließ sich nach einem kurzen Aufenthalt in Berlin dauerhaft in Ostrau am Petersberg bei Halle nieder. Als Maler der Biedermeierzeit schuf Senff zahlreiche Blumenbilder und Stilleben.

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Ostrau (Saalekreis) Kirchfriedhof

Bilder: Per Ola Wiberg

Falun OT Sundborn, Sundborn kyrkogård

Carl Larsson

     

 

Schwedischer Maler; obwohl aus ärmlichen Verhältnissen stammend, gelang es ihm an der Principskolan der Kungliga Akademien för de fria konsterna (Königliche Kunstakademie) zu studieren, mußte jedoch nebenher für seinen Lebensunterhalt als Gehilfe eines Fotografen arbeiten. 1869, im Alter von 16 Jahren, konnte er in die “normale” Klassen der Akademie wechseln. Nach Abschluß der Akademie arbeitete er jahrelang als Buchillustrator und für Zeitschriften. Während seiner Zeit in Frankreich, wo er in einer Kolonie Schwedischer Künstler in Grez-sur-Loing bei Paris lebte, lernte er seine spätere Frau Karin Bergöö (*1859, †1928) kennen. Hier begann er auch mit Wasserfarben zu malen. Nach seiner Rückkehr nach   Schweden wurde er 1886 Vorsteher einer Kunstschule in Göteborg. Nachdem er von den Eltern seiner Frau 1888 ein kleines Haus in der Nähe von Sundborn geschenkt bekam, begann er in seinen Bildern vorzugsweise sein und das Leben einfacher schwedischer Menschen auf dem Lande im Laufe der Jahreszeiten und ihrer Feste festzuhalten. Zuvor hatte er hauptsächlich Ansichten von Stockholm gemalt. Mit der Verbesserung der Reproduktionstechnik, die es ermöglichte, Bilder massenweise zu vervielfältigen und günstig zu Julaftonen (1904)verkaufen, wuchs auch Larssons Popularität. Alleine in Deutschland wurde sein Bild Das Haus in der Sonne innerhalb eines Quartals 40.000 Mal verkauft.

Julaftonen (1904)

 

 

 

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Sulpiz Melchior Dominikus Boisserée

Deutscher Kunstgelehrter und Kunstsammler; von Haus aus Architekt, setzte sich der Sohn des Kaufmanns Nicolas Boisserées gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Melchior (*23.4.1786, †14.5.1851) für die Vollendung des Kölner Doms ein. Ihre bedeutende Sammlung deutscher und niederländischer Malerei des Mittelalters, mit der er nach seiner Rückkehr von einer Italienreise 1804 begann, wurde 1827 von König Ludwig I. von Bayern für die Alte Pinakothek in München erworben. Er pflegte einen regelmäßigen Umgang mit Ferdinand Franz Wallraf, Johann Baptist Bertram, Friedrich Schlegel und dessen Frau Dorothea. Boisserée war ein enger Freund Johann Wolfgang von Goethes, mit dem er mehrfach in Frankfurt zusammentraf und der ihn in Heidelberg aufsuchte, um dessen umfangreiche Gemäldesammlung zu sehen. Mit ihm, dem Frankfurter Bankier Willemer und dessen Ziehtochter Marianne Jung weilte er 1815 in der bei Frankfurt am Ufer des Mains gelegenen Gerbermühle. Die von Boisserée hinterlassenen Tagebücher sind aufschlußreich für die Geschichte der deutschen Romantik und die Goetheforschung.

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Bilder: Hartmut Riehm (8/2005)

Bonn, Alter Friedhof

Bilder: Barbara Burg + Oliver Schuh

www.palladium.de

Roquebrune-Cap-Martin

Conrad Felixmüller eigentl. Conrad Felix Müller

 

Deutscher Maler und Grafiker; Sohn eines Schmiedes; begann ein Studium der Musik, wandte sich im Herbst 1912 jedoch einem Studium an der Dresdner Kunstakademie zu. 1914 wurde er Meisterschüler von Carl Bantzer, eignete sich seine graphischen Techniken Holzschnitt, Kupfer- und Stahlstich sowie Radierung autodidaktisch an. 1915 machte er sich als freischaffender Künstler selbständig und stellte 1916 in der Galerie Sturm (Berlin) und 1917 in der Galerie Hans Goltz (München) aus. Als er im Ersten Weltkrieg 1917 eingezogen werden sollte, verweigerte er den Militärdienst und wurde als Krankenwärter zwangsverpflichtet. Ab 1918 wurde er zwei Jahre durch den Wiesbadener Kunstsammler Heinrich Kirchhoff finanziell gefördert. In dieser Zeit hielt er engen Kontakt nach Wiesbaden, wo er sich wiederholt aufhielt und sein Werk Familienbildnis Kirchhoff (1920; heute im Museum Wiesbaden) entstand. 1919 wurde er Gründungsmitglied und Präsident der Dresdner Sezession Gruppe 1919 mit Lasar Segall, Otto Dix und Otto Griebel und Mitglied der Novembergruppe. Von 1919 bis 1924 war er Mitglied in der KPD.

Dem sozialkritisch engagierten Expressionismus der Frühzeit folgte ein expressiver Realismus. Neben Ölbildern und Aquarellen schuf er ein bedeutendes graphisches Werk (besonders Holzschnitte); von den Nationalsozialisten als entartet verfemt. 1936 wurden ca. 40 seiner Werke Teil der nationalsozialistischen Ausstellung “Entartete Kunst”, und er wurde aus dem Berliner Künstlerbund ausgeschlossen und seine Bilder aus allen öffentlichen Sammlungen entfernt. Außerdem wurde sein Berliner Domizil 1944 bei einem Bombenangriff zerstört, und er zog 1944 nach Tautenhain bei Leipzig. Nach kurzem Kriegsdienst (1944/45) kam er 1945 in Sowjetische Kriegsgefangenschaft. Im Jahr 1949 wurde Felixmüller zum Professor an der Pädagogischen Fakultät der Universität Halle berufen, wo er bis 1961 lehrte. Nach seiner Emeritierung kehrte er wieder nach Berlin-Köpenick, siedelt jedoch im Jahr 1967 aus der DDR nach Berlin-Zehlendorf (West-Berlin) über.

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Bilder: Dieter Müller (8/2005)

Berlin-Zehlendorf, Städtischer Friedhof, Onkel-Tom-Str.

Johann Christian Reinhart

1812                    

Deutscher Maler, Radierer und Zeichner; studierte in Leipzig Theologie, nahm aber parallel dazu bereits Zeichenunterricht, bevor er sich ab 1783 in Dresden ganz der Kunst widmete. Er lebte und arbeitete, bevor er 1789 nach Rom zog, in Meinigen. Er schuf - von dem ebenfalls in Rom lebenden österreichischen Maler Joseph Anton Koch beeinflußt - klassische Landschaften. Obwohl dauerhaft in Rom lebend, wurde er 1810 zum Mitglied der Akademie der Künste in Berlin ernannt. 1830 erfolgte die Ernennung zum Mitglied der Königlichen Akademie der Künste in München.

Die Erfindung des korinthischen Kapitells durch Kallimachos (1846)

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Bild: Peter Malaschitz (1999)

Rom, Cimitero Acattolico per gli Stranieri - Friedhof an der Cestiuspyramide (Testaccio)

Le Corbusier, eigentl. Charles Édouard Jeanneret-Gris

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Französisch-schweizerischer Architekt, Städteplaner, Maler und Bildhauer; nach einer Ausbildung bei Josef Hoffmann in Wien, wo er auch die Theorien von Adolf Loos kennenlernte, bei Auguste Perret (*1874, †1954) in Paris und schließlich bei Peter Behrens (*1868, †1940) in Berlin wurde er als Lehrer für Architektur an die Kunsthochschule in seiner Heimatstadt berufen. Neue Wege in der Konstruktion von Gebäuden schlug er ein, als er 1914 ein Eisenbeton-Skelett-System, dem er den Namen “Domino” gab, für Wohnhäuser entwickelte. 1917 ließ er sich in Paris nieder, wo er anfangs als Maler (Mitbegründer des Purismus), Bildhauer und Publizist (Zeitschrift L'esprit nouveau, 1920-28) arbeitete. Hier entwickelte er aber auch einen Entwurf für eine montröse städtebauliche Veränderung von Paris nördlich der Seine, wo große Wohnblöcke auf alter Substanz errichtet werden sollten. 1922 gründete er mit seinem Vetter Pierre Jeanneret (*1896, †1967) ein Architekturbüro. Er verwendete die Festigkeit des Stahlbetons, um tragende Wände einzusparen. 1928 gehörte er zu den Gründern der CIAM (Congrès Internationaux d'Architecture Moderne, internationale Vereinigung von Architekten). Ab 1929 war er als Städteplaner in der ganzen Welt tätig, u.a. in Paris, Madrid, Berlin, Moskau, und errichtete Großbauten (z.B. Nachtasyl der Heilsarmee in Paris, 1929-33; Schweizer Haus der Cité Universitaire in Paris, 1930-32). Le Corbusier gilt als einer der einflußreichsten Ideengeber und Erneuerer in der Architektur.

Werke u.a.: Unité d'Habitation in Marseille (1947-52), Wallfahrtskirche Notre-Dame-du-Haut in Ronchamp (1950-54), Nationalmuseum für Westliche Kunst in Tokio (1959), Dominikanerkloster Sainte-Marie de la Tourette in Éveux bei Lyon (1957-60), Carpenter Center for the Visual Arts der Harvard University (1963).

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Carl Christian Constantin Hansen

1837 (Ausschnitt)

 

Dänischer Maler; Sohn des Malers Hans Hansen: studierte ab 1817 an der Kunstakademie von Kopenhagen Architektur. Ein Stipendium, das ihm aufgrund seiner Leistungen zugesprochen wurde, ermögliches es ihm, eine zweijährige Studienreise nach Italien anzutreten, die ihn über Berlin, Dresden, Prag, Nürnberg, München, Salzburg und Florenz nach Rom führte. Dort lernte er den Bildhauer Bertel Thorvaldsen kennen und schloß sich dessen Freundeskreis an. 1838 unternahm er von Rom aus mit Freunden eine mehrwöchige Studienreise, die ihn nach Neapel und bis in das 79 n.Chr. durch einen Ausbruch des Vesuvs zerstörte Pompeji führte. Diese Reise widerholte er ein Jahr später noch einmal, besuchte dann aber auf dieser Reise auch noch die etwa 50 km südlich von Salerno leigende antike, von Griechen gegründete, aber zerstörte Stadt Paestum. mit ihren drei großen, gut erhaltenen dorischen Tempeln.Als er nach acht Jahren und einem längeren Aufenthalt in München in die Heimat zurückgekehrt war, wurde er 1861 mit der Ausschmückung des Hoftheaters in Kopenhagen betraut; außerdem war er an der Ausschmückung des Doms von Roskilde beteiligt.

Mit dänische Künstlerkollegen in Rom (Hansen ganz links im Bild).

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Bilder: finn Larsen (09/2014)

Frederiksberg Kommune, Ældre Kirkegård

Fernand-Edmond-Jean-Marie Khnopff

Belischer Maler, Graphiker und Bildhauer; entstammte einer sehr wohlhabenden, der Bourgeoisie angehörenden Familie; seine Jugend verbrachte er in Brügge, wo sein Vater als Ujntersuchungsrichter tätig war; begann auf ausdrücklichen Wunsch seines Vaters zunächst ein Studium der Rechtswissenschaften an der Universität von Brüssel, wechselte jedoch 1876 an die Brüsseler Kunstakademie sowie ab 1879 nach Paris. Während einer Reise nach Paris im Jahre 1877 lernte er Eugène Delacroix kennen und wurde von diesem beeinflußt, und in England machte er Bekanntschaft mit der Bruderschaft der Präraffaeliten kennen. Im März 1898 präsentierte er eine Auswahl von 21 Werken auf der ersten Ausstellung der Wiener Secession und erntete große Anerkennung; diese Werke übten einen großen Einfluß auf das Werk von Gustav Klimt aus, der dort zwei Jahre später erstmals ausstellte. Neben James Ensor war er ein Hauptvertreter des belgischen Symbolismus.1883 gründete er gemeinsam mit diesem sowie mit Théo van Rysselberghe, Félicien Rops, Henry van de Velde u.a. die Künstlergruppe Les XX (Les Vingts, Die Zwanzig), die v.a. den englischen Symbolismus und das Arts and Crafts Movement aufnahm und sich vom Naturalismus abwandte. Manches in ihren Werken wies bereits auf die Neue Kunst (Art Nouveau) hin. Seine Schwester Marguerite, zu der er eine sehr innige Beziehung hatte, war sein Lieblingsmodell, und als sie 1890 heiratete, war er sehr betroffen.

Ich schliesse mich in mich selbst ein (1891, Neue Pinakothek München)

De kunst / De liefkozingen - Die Kunst oder Die Liebkosungen (1896, Musées Royaux des Beaux-Arts, Brüssel)

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Bilder: Thomas Haas (11/2014)

Brüssel-Laken (Laeken), Kirchhof der Église de Notre-Dame

James Sidney Baron Ensor (seit 1929)

pinxit Henry De Groux

 

Belgischer Maler; verließ die Schule bereits im Alter von 15 Jahre, richtete seine Interessen auf die Kunst und nahm zunächst bei zei ortsansäßigen Maler Unterricht, bevor er ab 1877 die Académie Royale des Beaux-Arts in Brüssel besuchte. Dort lernte er Fernand Khnopff kennen. Nachdem er 1880 richtete er sich ihm Haus seiner eltern ein Atelier ein; ein Jahr später stellte er seine Werke erstmals aus. Obwohl seine Werke Ende des 19. Jahrhunderts immer wieder Stein des Anstoßes waren wie z.B. sein Bild Christ's Entry Into Brussels in 1889, nahm er immer wieder an Ausstellungen teil und erfuhr so nach und nach Anerkennung. 1929 wurde ihm von König Albert I. der Titel eines Barons verliehen.

Ensor schuf neben Gemälden eine Vielzahl von Radierungen und Kaltnadelarbeiten. Ensor ist dem Symbolismus zuzuordnen und wird auch als Vorläufer des Expressionismus angesehen. Bekannt wurde er aber als der “Maler der Masken“. Er übte einen starken Einfluß auf den deutschen Expressionismus aus und gilt als Vorläufer der Surrealisten. 

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Ostende OT Mariakerke (Belgien), Duinenkerkje Onze-Lieve-Vrouw-ter-Duinen

Bild: JoJan (07/2005) Wikipedia.org
Bild: JoJan (07/2005) Wikipedia.org
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Hinweis: Obwohl hier begesetzt, ist Fernand Khnopffs Name und Daten auf dem Grabstein nicht genannt, sondern nur diejenigen von Leopod Khnopff.

Dietz Dietrich Hermann Edzard

 

 

Deutscher Maler; Sohn eines Rechtsanwalts; Bruder des Bildhauers Kurt (Conrad Karl) Edzard sowie des Weltrekordfliegers Cornelius (Henri) Edzard; studierte ab 1911 bei Max Beckmann in Berlin. Später arbeitete er in den Niederlanden. 1927 ging er nach Frankreich in die Provence.

 

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Bilder: Herbert Herterich (10/2014)

Paris, Cimetière du Père Lachaise

Bildende Künste XXVIII

Omnibus salutem!