Bilder: P. Robert Jauch (OFM) 06/2006

Francesco Hayez

Italienischer Maler, Lithograph und Kupferstecher; Sohn eines französischen Vaters und einer italienischen, aus Murano stammenden Mutter. Als Student an der Akademie seiner Vaterstadt gewann er 1809 einen von der Accademia di Venezia ausgeschriebenen Wettbewerb, der ihm die Möglichkeit bot, an die Accademia di San Luca nach Rom zu wechseln. Während seines dortigen Aufenthalts nahm Antonio Canova ihn unter seine Fittiche. 1814 verließ er Rom und ging nach Neapel, wo er von Joachim Murat, der damals noch König von Neapel war, den Auftrag für das Bild Odysseus am Hofe des Alkinoon erhielt. Neben anderen portaitierte er Alessandro Manzoni, und sein Kuß ist berühmt, gilt als so etwas wie das Hauptwerk der italienischen Romantik. Bekannt und beliebt waren besonders seine romantisch-verklärten Historienmalerei. Ab 1850 war er Direktor der Pinacoteca di Brera in Mailand.

Der Kuß (1859, Pinacoteca di Breda, Mailand)

 

 

Werke u.a.: Maria Stuart, das Schafott besteigend, Die letzten Augenblicke des Marino Faliero, Vittorio Pisani, aus dem Kerker zum Oberbefehl berufen.

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Mailand, Cimitero Monumentale

Bild: Wolfgang Prokosch (09/2006)

Otto Nagel

Deutscher Maler; der Sohn eines Tischlers und Sozialdemokraten machte nach dem Besuch der Volksschule eine Lehre zum Glasmaler und arbeitete zunächst als Transportarbeiter. Nach dem Ersten Weltkrieg, nach anfänglichem Kriegsdienst wegen Kriegsdienstverweigerung in einem Straflager, schuf er 1919, beeinflußt von der Malerei August Mackes, seine ersten Bilder in Öl und Pastell. 1920 trat er der kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) bei. Im Jahr 1922 initiierte er zusammen mit Erwin Piscator die "Künstlerhilfe" in der Internationale Arbeiterhilfe (IAH), einer der KPD nahestehenden Organisation. Bereits einen Tag nach seiner Wahl zum Vorsitzenden des Reichsverbandes der Bildenden Künstler Deutschlands im Jahre 1933, wurde die Wahl jedoch von den Nazis für nichtig erklärt. Während des Dritten Reichs wurde er schikaniert, mit Arbeitsverbot belegt und mehrmals inhaftiert; viele seiner Bilder wurden als “entartet” erklärt und z.T. vernichtet. Nach dem Ende des Krieges gehörte Otto Nagel zu den Mitbegründern des Kulturbundes und arbeitete zunächst in Bergholz-Rehbrücke bei Potsdam, ab 1952 in Berlin (Ost). Von 1956 bis 1962 war er Präsident der Akademie der Künste der DDR. Mit Käthe Kollwitz verband ihn eine freundschaftliche Beziehung.

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Berlin, Zentralfriedhof Friedrichsfelde

Andreas Achenbach

Deutscher Maler; der älterer Bruder von Oswald Achenbach begann seine Kunstausbildung 1827 an der Kunstakademie Düsseldorf bei Friedrich Wilhelm von Schadow, dem Sohn von Johann Gottfried Schadow. Auf einer Ausstellung des "Kunstvereins für die Rheinlande und Westfalen", den Schadow 1829 mitbegründet hatte, erzielte der damals erst Vierzehnjährige seinen ersten größeren Erfolg. Während der Jahre 1832 und 1833 unternahm er mit seinem Vater ausgedehnte Reise, die die Beiden u.a. nach Rotterdam, Scheveningen, Amsterdam und Riga führten. Diese, wie seine späteren Reisen nach Dänemark, Norwegen und Schweden (1835), in die Bayerischen Alpen und nach Tirol (1836) sowie von 1843 bis 1845 in die Campagna und nach Capri auch, nutze er zu genauen Landschafts- und Naturstudien. Diese Beoachtungen schlugen sich bei ihm, der der Düsseldorfer Malerschule zugerechnet wird, in seinen Landschaftsmalereien und Seestücke nieder, wobei insbesondere letztere sich durch genaue Beobachtungen und gezielte Lichtführung auszeichnen. Da auch sein Bruder Oswald Landschaften malte, aber überwiegend solche Italien, wurden die beiden Brüder auch scherzhaft als "A und O der Landschaftsmalerei" bezeichnet.

Ufer des zugefrorenen Meeres (Öl, 1839)

 

 

Werke u.a.: Die alte Akademie in Düsseldorf (1831, Kunstmuseum Düsseldorf), Seesturm (1836, München, Neue Pinakothek), Norwegische Landschaft (1838, Kunsthalle Karlsruhe), Karlsruhe, Im Hafen von Ostende (1866, Berlin, Nationalgalerie, Landschaft mit Fluß (1966, Eremitage, St. Petersburg).

Auszeichnungen u.a.: Ehrenbürgerschaft Düsseldorfs (1885).

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Bilder: Hartmut Riehm (09/2006)

Düsseldorf, Nordfriedhof

Diego Rodríges de Silva y Velázquez

Spanischer Maler; einer der wichtigsten Porträtmaler seiner Zeit. Bereits in Sevilla hatte der Schüler von Francisco Pacheco (*1564, †1654), dessen Tochter Juana er 1618 heiratete, religiöse Bilder und Bodegones (Bilder aus dem Alltag, sog. Küchenstücke) gemalt, als er 1623 vom Grafen von Olivares nach Madrid gerufen, Hofmaler König Philipps IV., wobei er zahlreiche Mitglieder der königlichen Familie und andere Angehörige des Hofes porträtierte, und später Kammerherr wurde. 1628 malte er sein erstes allegorisch-mythologisches Hauptwerk Das Fest des Bacchus. Während eines Aufenthaltes in Italien von 1629 bis 1631, zu dem ihm Peter Paul Rubens verholfen hatte, empfing er starke Eindrücke von den Werken insbesondere der Venezianer Tizian und Tintoretto. In der sog. 2. Madrider Periode 1631-38) schuf er nach der Rückkehr aus Italien Porträts der königlichen Familie in kräftigen, leuchtenden Farben und das monumentale Historienbild Übergabe von Breda (1634-35). Seine 3. Madrider Periode (1639-49) ist geprägt von der Reduzierung der venezianischen Farbenpracht hin zu kühlen, gedeckteren Farben. Von 1649 bis 1651 hielt er sich im Auftrag des Hofes erneut in Italien auf, um Kunstwerke zu erwerben; dort schuf er ein Bildnis Papst Innozenz’ X. (1650). Die Hauptwerke seiner Madrider Spätzeit (1651-60), in denen er in impressionistischer Weise mit Licht und Schatten spielte, sind Las Meninas (Die Infantin Margarita mit ihrem Gefolge, 1656) und Die Spinnerinnen (1658). In der heutigen Beurteilung gilt Velázquez auch als Humanist, der dem Dichter Miguel de Cervantes vergleichbar, entschieden für die Würde des Menschen eintrat.

Werke u.a.:

Las Meninas (Die Hoffräulein, 1656)

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Madrid, Iglesia San Juan Bautista

Hinweis: Die Kirche wurde im Unabhängikeitskrieg (1807-14) zerstört, die Grabstätte ist verlorengegangen

By courtesy Elizabeth (05/2006) www.flickr.com/photos/ebie

Jean Auguste Dominique Ingres

Französischer Maler; Unterricht im Malen erhielt er von seinem Vater, der ihn 1791 an die Akademie nach Toulouse schickte. Von dort ging er 1796 nach Paris, wo er ab 1797 zunächst im Atelier von Jacques-Louis David arbeitete, dann (1799) in die École des Beaux-Arts aufgenommen wurde. Als er 1801 den Prix de Rome gewann, wurde es ihm möglich, vier Jahre an der Französischen Akademie in der Villa Medici in Rom zu wohnen und zu arbeiten; 1834 wurde er deren Direktor. Hier entwickelte er seine genaue Naturbeobachtung, malte in klaren Formen seine weiblichen Akte und schuf mythologische Bilder und Bildnisse, v.a. auch Portraits von Personen der Zeitgeschichte.  Seine Bilder vollenden die französische Klassik, in der er im Gegensatz zu der romatischen Malweise von Eugène Delacroix malte. 1841 kehrte er nach Paris zurück und wurde - mit Ehrungen überhäuft - fast 80jährig schließlich Rektor der École des Beaux-Arts.

Die Badende von Valpinçon (1808)

 

        

Baronne de Rothschild

          

Werke u.a.: Die große Odaliske, 1814), Die Apotheose Homers (1827), Das türkische Bad (1859), Die Quelle (1856).

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Paris, Cimetière du Père Lachaise

Bild: Stephanie & Sean (09/2006)

Ludwig Mies van der Rohe

US-amerikanischer Architekt deutscher Herkunft; besuchte von 1897 bis 1900 die Domschule in Aachen, durchlief bis 1902 eine praktische Ausbildung an der dortigen Gewerbeschule, arbeitete dann im Steinmetzbetrieb seines Vaters und war als Praktikant auf dem Bau tätig. Von 1903 bis 1904 war er Zeichner für Stuckelemente und dann bis 1907 im Atelier von Bruno Paul und von 1908 bis 1911 Mitarbeiter von Peter Behrens in Berlin tätig. Von 1912 bis 1937 arbeitete er als selbstständiger Architekt in Berlin und war von 1926 bis 1932 Vizepräsident des Deutschen Werkbundes und von 1930 bis 1933 Leiter der Kunstschule Bauhaus in Dessau und Berlin als Nachfolger von Hannes Meyer. 1938 übersiedelte er aufgrund der Entwicklung der politischen und gesellschaftlichen Atmosphäre in Deutschland in die Vereinigten Staaten, wo er von 1938 bis 1958 Leiter der Architektur-Abteilung The New Bauhaus am Illinois Institute of Technology in Chicago war.

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Chicago, Graceland Cemetery

Bild: Dayna Bateman (10/2005) flickr.com/photos/suttonhoo22/58372741/

John Flaxman

Selbstbildnis (Ausschnitt)

 

Englischer Bildhauer und Illustrator; Sohn eines Gipsgießers; erhielt in der Werkstatt des Vaters eine erste künstlerische Anleitung. Gefördert u.a. von dem Maler George Romney, konnte er bereits im Alter von 12 Jahren einige seiner Figurinen auf einer Ausstellung der Free Society of Arts der Öffentlichkeit präsentieren, drei Jahre später wurde sein Wachsmodell eines Neptuns auf einer Ausstellung der Academy of Arts mit einer Silbermedaille prämiert und im selben Jahr Mitglied der Akademie. Dort lernte er u.a. den zwei Jahre jüngeren William Blake kennen, mit dem er sich anfreundete. Ab 1775 arbeitete er für die Porzellanfabrik Wedgewood und schuf dort Dekorationen für das hochwertige Wedgewood-Porzelan. Zu jener Zeit begann er bereits, auch repräsentative Grabmonumente bzw. Gedenktafeln zu schaffen, so z.B. in der Kirche St Mary Redcliffe in Bristol für den Poeten Thomas Chatterton (*1752), dessen pseudo-mittelalterliche Dichtungen und Freitod im Alter von knapp 18 Jahren posthum einen starken Einfluß auf die Romantik in England ausübte. 1787 unternahm Flaxman - ausgestattet mit einem großzügigen Stipendium der F. Wedgewood - eine Studienreise nach Rom, auf der ihn seine Frau Anne, née Denmann, die er 1782 geheiratete hatte, begleiten konnte. in dieser Zeit wohnte und arbeitete er in der via Sistina und schuf u.a. - angeregt von griechischen Vasenbildern - als Auftragsarbeit 1793 in schlichter klassischer Darstellung Zeichnungen zu Homers Dichtung Ilias an, später solche zur Illustration der Odyssee, beide wurden in Kupfer gestochen, letztere von William Blake, sowie zu Dantes Werken.

Zur Odyssee: Odysseus und Circe

Im Sommer 1794 verließ er Italien und ließ sich in London als freischaffender Künstler nieder. 1797 berief ihn die Akademie zu ihrem Beisitzer und drei Jahre später wurde er als ordentliches Mitglied. Besorgt über die überall in Europa während der napoleonischen Kriege durch die Franzosen erfolgten Kunstdiebstähle protestierte er gegen ein bereits ins Auge gefaßtes Museum, das in Paris entstehen sollte, um dort die geraubten Kunstgegenstände zusammenzutragen; dessen ungeachtet reiste er nach dem im März 1802 geschlossenen Frieden von Amiens dann selber nach Paris, um die geraubten Schätze in Augenschein zu nehmen. 1810 erhielt er als erster Professor an der Royal Academy eine Lehrstul für Bildhauerei. Dort besuchte u.a. der Schweizer Maler Johann Heinrich Füssli Vorlesungen und Seminare Flaxmans, der zu den führenden Vertretern des Klassizismus in England zählt. Obwohl er sich hauptsächlich als Bildhauer betätigte, versuchte er sich gegen Ende des Jahrhundert auch als Lyriker; so verfaßte er u.a. für seine Ehefrau Gedichte, die er auch selbst illustrierte.

Die fünf Musen (Brooklyn Museum - Brooklyn, New York) Bild: Daderot no_copyright

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Bild; Stephencdickson (09/2014). Wikipedia.org

London, St Pancras Old Church, St Pancras Gardens

Hinweis: Das Grab existiert nicht mehr. Sein Name wurde - wie der vieler anderer - auf auf dem sog. Burdett Coutts Memorial of Lost Graves festgehalten (um Platz für eine Eisenbahntrasse zu schaffen, waren zahlreiche Gräber aufgelöst worden).

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Bild; Stephencdickson (09/2014). Wikipedia.org

Johann Georg Grimm

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Deutscher Landschaftsmaler; Sohn eines Tischlers; verlor bereits im Alter von fünf Jahren seine Mutter. besuchte zwischen 1852 und 1859 die Werktagsschule in See und erhielt in der Zeichnungsschule in Immenstadt Unterricht in Architekturzeichnen, Kalligraphie und Ornamentzeichnen. Er erlernte das Schreinerhandwerk und lebte zunächst bei seinem Vater in Bühl am Alpsee. 1867 begann Grimm an der Akademie der Bildenden Künste München ein Studium, 1872 wechselte er an die Akademie in Berlin, die er bereits im Oktober wieder verließ und verbrachte die Jahre bis 1875 fast ausschließlich im Mittelmeerraum, bereiste Italien, wo er sich in Rom, Neapel und Capri aufhielt. 1874 kehrte er nach Berlin zurück, um wenig später nach Italien zurückzukehren und von Trapani aus nach Tunesien und Algerien zu reisen und von dort nach Spanien überzusetzen, wo er in Granada und Toledo Station machte. Außerdem bereiste er Frankreich, England und Portugal. In Lissabon entschloß er sich 1877 überraschend, nach Brasilien zu gehen. Dort ließ er sich in Rio de Janeiro nieder und arbeitete zunächst bei einem deutschstämmigen Dekorateur, der Schiffs- und Hausmalerei betrieb und Inschriften, Firmen-und Namensschilder herstellte. In dieser Zeit unternahm Grimm häufig Reisen ins Hinterland, nach Petrópolis, Valença und Minas Gerais und malte Faciendas und Kaffeefarmen, wofür er von den Farmern gut bezahlt wurde.

Anfang 1880 reiste Grimm erneut nach Europa und besuchte anläßlich des Todes seines Vater om Jahre 1881 seine Heimat im Allgäu, wo er neun Monate verbrachte, bevor er anschließend Länder rund um das östliche Mittelmeer bereiste, darunter auch Syrien, Libanon, Palästina und Ägypten. Nach einem längeren Aufenthalt auf Korsika kehrte Grimm über die französisch-italienische Riviera, Paris und Bordeaux nach Brasilien zurück.

Dort lehrte an der Academia Imperial de Belas Artes (AIBA) in Rio de Janeiro und führte die Freiluftmalerei in Brasilien ein; die Berufung auf eine Gastprofessur erfolgte aufgrund einer persönlichen Intervention des Kaisers von Brasilien, Peter II.. Da Grimms Unterrichts- und Malweise “en Plein Air“ im Gegensatz zur traditionellen Ateliermalerei der AIBA zu ständige Auseinandersetzungen mit der Akademieleitung und seinen konservativ orientierten Kollegen führte, scheiterte der Versuch einer Festanstellung als Professor so daß er schließlich Mitte 1884 kündigte und die ALBA verließ, wobei ihm seine treuesten Schüler folgten und am Strand von ”Boa Viagem“ - daher auch Escola da Boa Viagem genannt - in Niterói ihre Studien der Freilichtmalerei unter seiner Leitung als “Grupo Grimm” fortsetzten. Im August 1884, kurz nach dem Auszug aus der AIBA, hatten Grimm und seine Jünger mit ihren Werken auf der wichtigsten Kunstausstellung in der Zeit der Monarchie, dergrimm_grupo_angelo_agostini1888_bild Exposição Geral de Belas Artes, einen überwältigenden Erfolg. Neben Grimm, der eine erste Goldmedaille erhielt, wurden fast alle Mitglieder der ”Grupo Grimm“ mit Goldmedaillen und ehrenvollen Erwähnungen bedacht.

Grupo Grimm (Lithografie von Angelo Agostini, ca. 1888)

Mitte 1887 besuchte Georg Grimm, bereits von seiner Krankheit schwer gezeichnet - er hatte sich mit dem Tuberkelbakterium infiziert - Antônio Parreiras, einen seiner bekanntesten Schüler, und nahm Abschied auch von seinen anderen Schülern und Freunden, bevor er zurück nach Deutschland fuhr, wo er sich in Wengen einige Wochen bei seinem jüngeren Bruder Johann Franz aufhielt, bevor er sich auf Anraten eines Arztes nach Meran begab und dann in das wärmere Palermo weiterreiste, wo er im Alter von nur 41 Jahren starb.

Inschrift: Pittore tedesco del realismo, di grande importanza e fama in Brasilie. [Deutscher Maler des Realismus, von großer Bedeutung und Ruhm in Brasilien].

Vista do cavalão (1884)

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Bilder: Parsifal von Pallandt (09/2019)

Palermo (Sizilien), Cimitero Acattolico

Georg Ludwig Friedrich Laves

 

 

Deutscher Architekt, Stadtplaner und Bauingenieur;

 

führender Architekt des Königreichs Hannover beeinflusste er maßgeblich die Stadtentwicklung Hannovers.

 

 

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Bilder: Detlef Buhre (09/2019)

Hannover, Engesohder Friedhof

Lutz LuigiColani

 

 

Deutscher Designer; Sohn eines Schweizer Filmarchitekten kurdischer Herkunft; studierte in Berlin zunächst Bildhauerei und Malere, brach das Studium jedoch ab und studierte dann von 1949 bis 1952 Aerodynamik und Ultraleichtbau an der École polytechnique in Paris und danach Analytische Philosophie an Sorbonne. Anschließend arbeitete er ein Jahr lang bei dem kalifornischen Flugzeughersteller Douglas Aircraft Company als Leiter der Materialforschung im Bereich New Materials, bevor er ab 1954 in Frankreich Kunststoffkarosserien für den Autohersteller Simca entwickelte, Anschließend arbeitete er in Berlin In dem Karosseriebauunternehmen Erdmann & Rossi, wo er Handwerk des Automobilbauens von Grund auf erlernte. Danach war Colani für die italienischen Automobilhersteller Alfa Romeo und Lancia tätig. In dieser Zeit änderte er seinen deutschen Vornamen in Luige um.

Als einer der prominentesten Designer der sechziger und siebziger Jahre bekannt wurde Luigi Colani durch die futuristisch anmutenden Entwürfen für Gebrauchsgegenstände in ergonomischer und ”organischer Formgebung" und seine Vorliebe für Kunststoffmaterialien. Er gestaltete u.a. Möbel, Haushaltsgeräte (Waschbecken) und Geschirr, aber auch Verkehrssysteme, aerodynamische Rennboote, und Rennwagen sowie Damenmode.

Der Kinderstuhl mini 01 mit dem Tisch mini 05 aus vakuum-verchromtem Spezialkunststoff von 1967, das Teeservice drop von 1970, das er für die Rosenthal GmbH entwarf und das 1972 mit dem Bundespreis ”Die gute Industrieform" ausgezeichnet wurde, stellen einige Beispiele seiner Tätigkeit als Designer dar, ebenso wie die Schreibgeräte No 1 von 1981 und 441/432 von 1986 für die Firma Pelikan sowie die Kundenterminals der Noris-Bank von 1988.

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Bilder: Klaus Paap (11/2019)

Karlsruhe, Hauptfriedhof

Bildende Künste XXXV

Omnibus salutem!