Bilder: © Pim de Bie-Holland

Victor Vasarely eigentl. Gyözö Vásárhelyi

 

Französischer Maler und Graphiker ungarischer Abstammung; studierte zunächst in Budapest Medizin, wandte sich dann jedoch der Kunst zu. Als Mitglied des Budapester Bauhauses arbeitete er u.a. bei László Moholy-Nagy und beschäftigte sich hauptsächlich mit graphischen Techniken. Nach seiner ersten Ausstellung in Budapest emigrierte er 1930 nach Paris, wo er von 1930 bis Mitte der 1940er Jahre als Werbegraphiker hauptsächlich Plakate entwarf. Seine Zeichnungen waren von Harlekine, Zebras oder Tiger dominiert; er schuf aber auch rein geometrische Bilder mit starken schwarzweißen Kontrasten, oft auch mit sog. trompe-l’oeil Effekten, bei denen das Auge getäuscht wird. Ab 1943 entstanden unter dem Einfluß des Kubismus, Futurismus, Expressionismus und Symbolismus zahlreiche Ölbilder, die Vasarely später als “Fausses Routes” (“Irrwege”) bezeichnete. Ab 1947 konzentrierte er sich wieder auf konstruktiv geometrische, abstrakte Motive und trug ab der späten 1950er Jahren entscheidend zur Entwicklung der Op-Art bei. Sein Werk Zebra gilt heute als das erste Werk der Op Art.

Inschrift: Es ist nicht der Name des Künstlers, der glänzen muß, sondern sein Werk.

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Annet-sur-Marne (Dép. Seine-et-Marne)

Jean-François Millet

       Bild: Félix Nadar 

Französischer Maler; der Sohn eines wohlhabenden Bauern studierte mit Billigung und Unterstützung seiner Eltern zunächst in Cherbourg Kunst und setzte 1837 seine Studien bei dem französischen Historienmaler Paul Delaroche an der École des Beaux-Arts in Paris fort. Er schuf zunächst Bilder mit biblischen und mythologischen Szenen im Rokokostil; ab Ende der 1840er Jahre malte er unter dem Einfluß von Honoré Daumier Motive aus dem bäuerlichen Leben. 1849 stieß er zu der Künstlerkommune in Barbizon, wo er einige seiner bekanntesten Bilder schuf, darunter Die Ährenleserinnen (1857) und Beim Angelusläuten (1857-59). Der Sämann (1850) und Kartoffelpflanzer (1862), und er malte Landschaften in düsterer, brauner und graublauer Stimmung und schuf zahlreiche Tuschzeichnungen und Radierungen.

The Gleaners (Ährenleserinnen, 1857)

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Bild: © Pim de Bie-Holland
Bilder: © Pim de Bie-Holland

Étienne Pierre Théodore Rousseau

 

Französischer Maler; als er 15 Jahre alt geworden war, war er zwei Jahre lang Schüler des Landschaftsmalers Jean Charles Rémond (*(1795, †1895). 1828 wechselte er in das Atelier des Historienmalers Guillaume Guillon-Lethière (*1760, †1832), bei dem er bis Ende des Jahres 1829 blieb. Nach mehreren ausgedehnten Reisen, auf denen er meist unberührte Landschaften malte, ließ er sich 1847 in Barbizon nieder und wurde dort Vertreter der Schule von Barbizon, die mit der akademischen Tradition der Ateliermalerei gebrochen hatte und in der freien Natur malte. Anfangs stießen Werke dieser Art in den Kunstsalons auf heftige Ablehnung. Seine späteren Werke fanden dann aber die Anerkennung in der Kunstwelt. Heute hängen die Bilder Rousseaus, der als Vorläufer der Impressionisten gilt,  in Museen in aller Welt.

   

Die Eichen von Apremont (1852)

Werke u.a.: Die Kastanienallee (1837), Une avenue, forêt de l'Isle-Adam (1849, dt. Eine Avenue, Wald von Isle-Adam), Waldweg bei Fontainebleau: Gewitterstimmung (1860-65).

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Chailly-en-Bière (Dép. Seine-et-Marne)

Alfred Arthur Sisley

 pinxit Pierre Auguste Renoir (Ausschnitt)

Französischer Maler englischer Herkunft; der Sohn vermögender englischer Kaufleute erfuhr eine Ausbildung an der École des Beaux-Arts, an der er u.a. mit Claude Monet und Pierre Auguste Renoir Bekanntschaft schloß und sich den Impressionisten anschloß. Mit ihnen malte Sisley, ein reiner Landschaftsmaler, später in Fontainebleau und an der Seine. Landschaften gab er eine besondere Atmosphäre, indem er die Formen auflöste, ohne sie jedoch ganz unkonturiert werden zu lassen. Sisleys Werke fanden zu seinem Lebzeiten wenig Beachtung; so hatte er sich 1874 mit fünf Landschaftsbildern erfolglos an der Ersten Impressionisten-Ausstellung beteiligt. 1879 gar wurde sein eingereichtes Bild nicht einmal für die Ausstellung zugelassen, und 1882 hatte er mit seinen 27 Gemälden, die er in einer Gruppenausstellung der Impressionisten zeigte, kein Glück; erst nach seinem Tode entdeckte man seine Meisterschaft.

   

Herbst: die Ufer der Seine nahe Bougival (1873)

Werke u.a.: Überschwemmung von Port-Marly (1876), Straße in Moret (1888).

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Moret-sur-Loing (Dép. Seine-et-Marne)

Bilder: © Pim de Bie-Holland

Johann Dominicus Quaglio gen. Domenico Quaglio

 

Deutscher Maler, Kupferstecher und Lithograph italienischer Abstammung; eines von elf Kindern des Malers und Architekten Giuseppe Quaglio; bedeutender Architekturmaler der Romantik; malte insbesondere insbesondere Bauwerken der Gotik, war aber auch Pionier der Münchner Landschaftsmalerei; seine Münchner Veduten geben Aufschluß über das Stadtbild Münchens um 1820. Ab 1833 leitete er den Wiederaufbau des Schlosses Hohenschwangau. Wegen seines Todes konnte er die Arbeit nicht beenden; sie wurde von Daniel Ohlmüller übernommen und zum Ende geführt.

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Bilder: Monika Spatz (05/2008)

Füssen, Alter Friedhof

Ernst Friedrich August Rietschel

                               

Deutscher Bildhauer; studierte ab 1820 an der Königlichen Sächsischen Kunstakademie zu Dresden. Nach seiner Übersiedlung nach Berlin im Jahre 1826 wurde er Gehilfe von Christian Daniel Rauch. Er arbeitete mit bedeutenden Architekten seiner Zeit zusammen, so mit Gottfried Semper, dem Schöpfer des Dresdner Opernhauses. Seit 1832 war er Professor an der Dresdner Akademie und begründete dort zusammen mit Ernst Hähnel (*1811, †1891) die Dresdner Bildhauerschule. Er schuf zahlreiche Porträts und Bauplastiken und aus seiner Hand stammen zahlreiche Denkmäler; zu seinen Arbeiten zählen u.a. das Lessing-Denkmal in Braunschweig, das Georg Ferdinand Howaldt ausführte. Aber das bekannteste dürfte das Goethe-undMarie Rietschel (Mai 1847)-Schiller-Denkmal in Weimar (1852-57) sein [links].

Rietschel war viermal verheiratet, u.a. in zweiter Ehe mit Charlotte, née Carus, und in dritter Ehe mit Marie Hand; dieser Verbindung entstammte der lutherische Theologe Georg Rietschel.

Marie Rietschel am Tage der Hochzeit (Mai 1847)

 

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Bilder: Wolfgang Prokosch (05/2008)

Dresden,Trinitatis Friedhof

Chailly-en-Bière (Dép. Seine-et-Marne)

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Ida Kerkovius

 

Deutsche Malerin lettischer Herkunft; viertes von zwölf Kindern einer deutschstämmige Gutsbesitzerfamilie; sie wuchs auf dem Gut auf, bevor sie mit 18 Jahren eine Ausbildung an einer privaten Mal- und Zeichenschule in Riga begann. Nach der Rückkunft von einer 1903 unternommenen Bildungsreise nach Italien, wo sie Venedig, Florenz und Rom besuchte, studierte sie bei Adolf Hölzel an der Stuttgarter Akademie, von 1920 bis 1923 am Bauhaus bei Wassily Kandinsky, Paul Klee und Johannes Itten. 1930 hatte sie ihre erste große Einzelausstellung beim Württembergischen Kunstverein. In der Zeit des Nationalsozialismus’ galten ihre Werke als entartet, sie konnte nicht mehr ausstellen. In den 1930er Jahren unternahm sie daher längere Auslandsreisen, nutzte die Zeit, um Norwegen und Bulgarien zu erkunden und fuhr in ihre Heimat, wo ihre Geschwister noch lebten. Die Eindrücke schlugen sich in ihren Landschaftsmalereien nieder. Als 1939 neben Estland auch Lettland im Deutsch-Sowjetischen Nichtangriffspakt zur sowjetischen Interessensphäre wurde, mußte ihre deutschstämmige Familie die Heimat verlassen. Nachdem hierbei bereits viele ihrer Werke verloren gegangen waren, wurde bei einem Bombenangriff im März 1944 auch noch ihr Stuttgarter Atelier vernichtet; während wiederum viele ihrer Werke zerstört wurden, fand sie selber Unterschlupf bei Freunden. Kerkovius setzte ihr Wirken jedoch unbeirrt als Malerin und als Lehrerin für Bildteppichweberei fort. Ida Kerkovius schuf Landschaften, Figurenbilder und Blumenstilleben von expressiver Farbkraft und Dynamik. 

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Stuttgart-Degerloch, Waldfriedhof

Bilder: Bernd Wolter (05/2012)

vor der Renovierung

Leopold Kupelwieser

 

Österreichischer Maler; Sohn des Miteigentümers einer Blechgeschirrfabrik[; bekam bereits ab 12 Jahren Unterricht an der Wiener Akademie, nachdem sein ungewöhnliches Talent von dem Bildhauer Franz Anton von Zauner erkannt worden war. Er maschte so rasche Fortschritte in der Kunst, daß er schon im Jahre 1815 in der Lage war, seinen Lebensunterhalt aufgrund den ihm erteilten Aufträgen zu bestreiten. In den Jahren 1816 bis 1818 hielt er sich in Dresden auf, wo er in der Gemäldegalerie mehrere Werke kopierte. Ein lebensgroßes Bildnis des Kaisers Franz I. für den Sitzungssaal des Appellationsgerichtes in Prag, das seinen Ruf begründete und ihn in den Stand versetzt , eine Studienreise nach Italien zu finanzieren. Italien bereisen zu können. In Rom wurde Kuupelwieser, zunächst Anhänger des Wiener Klassizismus, von den Nazarenern um Friedrich Overbeck beeinflußt. Zurück in Wien, etablierte er sich vorwiegend als Portrait- und Historienmaler. 1831 wurde er Korrektor und ab 1836 Professor für Historienmalerei an der Wiener Akademie und beschäftigte sich zunehmend mit religiösen Motiven und Freskenmalerei. 1850 bis 1852 war er Professor der Vorbereitungsschule und 1852 bis 1862 Leiter einer Meisterschule für Malerei.

Inschrift: Wie du vom Tod erstanden bist, laß uns erstehen Herr Jesu Christ. Hallelujah!

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Bilder: Ewald Krismer (06/2009)

Wien, Grinzinger Friedhof

Alexandre-Théodore Brongniart

 

Französischer Architekt; Sohn eines Apothekers: Vater des Mineralogen Alexandre Brongniart; studierte zunächst Medizin, wandte sich dann aber der Architektur zu und schrieb sich an der Académie royale d'architecture, wo er Schüler von Hubert Pluyette wurde. Im Jahre 1763 gewann er die Ausschreibung für die Fassade eines Theaters und 1764 für den Haupteingang eines Arsenals, scheitert jedoch dreimal an der Erlangung des Grand Prix von Rom. In den 1780er Jahren führte er Arbeiten im sog. Theaterviertel an der Chaussée-d'Antin aus; es folgten Entwürfe zur Gestaltung der Avenuen im Umfeld der École Militaire und des Invalidenheimes. Er schuf zwischen 1780 und 1782 das Kapuzinerkloster St. Louis d'Antin (heute Lycée Condorcet) in Paris und entwarf die Pläne für das Gebäude der Pariser Börse (1808), das später nach ihm benannt wurde. Alexandre-Théodore Brongniart führte ferner zahlreiche Bauten für Pariser Residenzen prominenter Persönlichkeiten aus. Außerdem .führte er den Bau der Pariser École Militaire fort., den sein Vörgänger, der Hofarchitekt Ludwigs XV., Ange-Jacques Gabriel, entworfen hatte. Während der Französischen Revolution, die er enthusiastisch begrüßte, arbeitete er weiterhin als Architekt, errichtete u.a. Theaterbauten, war verantwortlich auch für die Planung der nationalen Feste des Jahre IV und V. und schuf die Dioramen für das Théâtre du Champ-de-Mars und verwandelte die Kathedrale von Bordeaux und die Kirche von La Réole in “temples de la Raison” (Tempel der Vernunft). Nachdem der Präfekt des Dép. Seine am 12.3.1801 untersagt hatte, weiterhin Beerdigungen innerhalb der Pariser Stadtmauern vorzunehmen und 1804 das Verbot von Bestattungen in Kirchen wiederholt worden war, erwarb die Stadt das ehemalige Landhaus eines Jesuiten, bekannt unter dem Namen Père de la Chaise. Brogniart, in seiner Eigenschaft als Generalinspektor der Zweiten Sektion der öffentlichen Arbeiten des Département Seine und der Stadt, erhielt den Auftrag, das Projekt zu realisieren, hat es jedoch nur teilweise verwirklicht.

Entwurf zum cimitière du Père Lachaise (1803)

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Bilder: Annie Grillet (09/2017)

Paris, Cimetière du Père Lachaise

Hinweis: Die rot-braune Stele auf der linken Seite der Grabanlage markiert die Grabstätte Alexandres, der Grabstein ganz rechts außen die Grabstätte Alexandre-Théodore Brongniarts.

Alfred Stevens

 

Belgischer Maler; jüngerer Bruder des Tiermalers Joseph Stevens (*1819, †1892), älterer Bruder des Kunsthändlers Arthur Stevens (*1825, †1890); Vater des Malers und Illustratoren Léopold Stevens; verließ nach dem Tode seines Vaters, eines Malers und Sammlers, vor allem von Werken Theodore Géricaults und Eugène Delacroix’, 1837 die Schule und begann ein Studium der Kunst an der Académie Royale des Beaux-Arts in Brüssel, 1843 ging er nach Paris, wo sein Bruder Arthur bereits lebte. Dort wurde er in die École des Beaux-Arts, aufgenommen, die bedeutendste Kunstschule der Seine-Metropole. Stevens bewegte sich in Paris, wo er den Großteil seines Lebens verbringen wird, in den künstlerischen und gesellschaftlichen Kreise der Hauptstadt, und er war mit Berthe Morison, der Freundin Édouard Manets, befreundet. Mit letzterem teilte er sich das weibliche Modell Victorine Meuran, das durch Manets Bild Olympia (1863), Weltrum erlang hat.

Stevens’ Frühwerk stand noch unter dem Einfluß Gustave Courbets; später trat er dann mit elegant-dekorativen Frauenporträts - häufig mit japanischen Stilllebenmotiven - hervor. Er war so ein exzellenter Schilderer des gesellschaftlichen Lebens im Zweiten Kaiserreich. Mit seinen Werken erzielte er hohe Preise. Mit dem Aufkommen des Impressionismus Anfang der 1880er Jahre, begann auch er impressionistische Landschaften zu malen.

Für die Weltausstellung in Paris im Jahre 1889 - 100 Jahre nach Beginn der Französischen Revolution - erhält er den Auftrag, ein Fresco zu schaffen, das den Titel Le Panorama du siècle. (Das Panorama des Jahrhundert). trug (das Werk ist verloren gegangen).

La Fillette aux canards (Das kleine Mädchen mit den Enten, 1881)

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Bilder: Parsifal von Pallandt (08/2017)

Paris, Cimetière du Père Lachaise

Bildende Künste LI

Omnibus salutem!