Bild: Alex Bakharev (06/2006)

Iwan Iwanowitsch Schischkin [russ. Иван Иванович Шишкин]

Russischer Maler; Sohn eines Kaufmanns hatte er es sehr schwer, seinen Berufswunsch, Maler zu werden, durchzusetzen. Seine Ausbildung absolvierte er an der Moskauer Hochschule für Malerei, Bildhauerei und Architektur. Danach nahm er ein Studium an der Petersburger Kunstakademie auf, das er 1860 erfolgreich und mit einer Auszeichnung versehen beendete. Im Jahr 1865 erhielt er einen Lehrauftrag an seiner ehemaligen Ausbildungsstätte und übernahm später eine Professur. Gleichzeitig lehrte er an einer Höheren Kunstschule Landschaftsmalerei. Schischkin lebte und arbeitete darüber hinaus einige Jahre in der Schweiz und in Deutschland (Dresden und Düsseldorf). Nach seiner Rückkehr nach Rußland wurde er Mitglied der Peredwischniki und der Gesellschaft der russischen Aquarellmaler. Weiterhin nahm er teil an Ausstellungen der Akademie der Künste, der Gesamtrussischen Ausstellung in Moskau im Jahr 1882 sowie den Weltausstellungen in Paris 1867, 1878 und Wien im Jahr 1873.

 

Morgen im Pinienwald

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Sankt Petersburg, Tichwiner Friedhof am Aleksander Newskij Kloster

Wiktor Michaijowitsch Wasnezow [russ. Виктор Михайлович Васнецов]

Russischer Maler; Bruder des Malers Apollinari Michailowitsch Wasnezow; der Sohn eines Landpfarrers und Enkel eines Ikonenmalers genoß eine gute Ausbildung. Frühzeitig interessierte er sich für Naturwissenschaften, Astronomie und Malerei. Schon in seiner Jugend arbeitete er für einen Ikonenhändler seines Heimatortes. Nebenher besuchte er einen Kurs für Malerei. Nach dessen Abschluß entschloß er sich, nach Sankt Petersburg zu gehen, um dort Kunst zu studieren. Seine Darstellung mythologischer und historischer Themen aus der Geschichte und dem Volksepos machten ihn vor allen Dingen bekannt. Außerdem entwarf er die Kirche in Abramzewo und die Fassade der Tretjakow-Galerie in Moskau und war als Bühnenbildner einflußreich.

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Сирин и Алконост. Птицы радости и печали. (Sirin und Alkonost- Vögel der Freude und Sorge, 1896)

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Bild: Alex Bakharev (06/2006)

Moskau, Wwedenskoje-Friedhof

Bild: Gunnar Bach Pedersen (05/2007)

Bertel Thorvaldsen

1810        1833

Dänischer Bildhauer; Sohn eines isländischen Holzschnitzers lebte seit 1797 (mit Unterbrechungen) in Rom. Dort fand Thorvaldsen die ihm eigene Form eines empfindsamen Klassizismus. Er schuf kleinere Bildtafeln, Bildnisbüsten, anmutige Gestalten von jugendlicher Schönheit sowie Grabmäler, u.a. zwischen 1824 und 1931 das Grabmal für Papst Pius VII., Stand- und Reiterbilder. 1838 kehrte er nach Kopenhagen zurück, wo für seine Werke ein eigenes Museum eingerichtet wurde. Zu seinen bekanntesten Arbeiten gehören die Rundreliefs Der Tag und Die Nacht, der Sterbende Löwe (1818; 1821 nach seinem Entwurf ausgeführt) und der Christus (1820/21) in der Kopenhagener Frauenkirche.

Werke u.a.: Jason (1802-03), Hebe (1806), Ganymed tränkt den Adler (1817), Kurfürst Maximilian I. auf dem Wittelsbacher Platz in München, 1830-36, 1839 aufgestellt).

Sterbender Löwe (am Gletschergarten in Luzern)

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Kopenhagen, Garten des Thorvaldsen-Museums

Bilder: © Pim de Bie-Holland

Bièvres, (Ile-de-France, Dép. Essonne)

Odilon Redon eigentl. Bertrand-Jean Redon,

 Selbstbildnisse       redon2_bd

Französischer Maler des Symbolismus; wuchs in Peyrelebade auf dem Weingut der begüterten Familie auf. Schon während der Schulzeit im Alter von zehn Jahren begann er zu malen und sich mit 15 auch ernsthaft mit der Malerei auseinanderzusetzen; sein Vater aber veranlaßte ihn, Architektur zu studieren. Allerdings bestand er die notwenige Aufnahmeprüfung für die École des Beaux-Arts in Paris nicht. Er kehrte daraufhin nach Bordeaux zurück und wandte sich unter der Obhut von Rodolphe Bresdin der Technik der Radierung zu, und bei Henri Fantin-Latour (*1836, †1904) erlernte er zudem die der Lithographie. Angeregt von dem Botaniker Armand Clavaud, mit dem er sich angefreundet hatte, beschäftigte er sich mit Wissenschaft und Literatur, begeisterte sich für die Erkenntnisse Charles Darwins und Jean-Baptiste de Lamarcks sowie die Forschungen Louis Pasteurs und las Edgar Allan Poe und Charles Baudelaires Fleurs du mal, und wieder in Paris begann er im Atelier des Malers Jean-Léon Gérôme (*1824, †1904) zu arbeiten, mit dem er sich allerdings nicht verstand. Am Deutsch-Französischen Krieg nahm er als einfacher Soldat teil; nach dem Krieg lebte er bis 1877 auf dem Montparnasse. Dort kam er mit der zeitgenössischen Literatur des Symbolismus in Berührung. 1878 reiste er erstmals nach Belgien und Holland, wo ihn die Werken Rembrandts großen Einfluß auf ihn ausübten, und im Folgejahr begann er mit der Arbeit an seinem Lithographiezyklus Dans le Rêve (dt. Im Traum), mit dem er auf die Auslotung des Imaginären zielte. In den 1890er Jahren begann er in intensiven Farben in Pastel und Öl zu malen, eine Malweise, die er bis zu seinem Lebensende beibehielt. Zuvor hatte Redon Kohlezeichnungen gefertigt, u.a. die Zeichnung eines schwarzen Raben als Symbol für einen Todesboten. 1903 wurde der sensible und abseits des mainstreams agierende Außenseiter Redon mit dem Orden der Ehrenlegion ausgezeichnet. Einem größerem Publikumskreis wurde er erst durch einen 1913 von André Mellerio publizierten Katalog mit seinen Radierungen und Lithographien bekannt; im gleichen Jahr fand eine Ausstellung von 40 seiner Werke in New York statt.

l’Araignée qui pleure, fusain (1881)

 

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Bild: Klaus Decker (06/2008)

Lyonel Charles Adrian Feininger

 

US-amerikanischer Maler deutscher Abstammung; Vater des Photographen Andreas Feininger (*1906, †1999); der Sohn eines in Deutschland geborenen Musikerehepaares studierte von 1887 bis 1893 an der Kunstgewerbeschule in Hamburg, an der Kunstakademie in Berlin und an der Académie Colarossi in Paris und arbeitete anschließend als Karikaturzeichner für diverse Berliner satirische Zeitschriften (u.a. Ulk, Lustige Blätter) und für die Chicago Sunday Tribune schuf er zwei Comic-Serien, The Kin-der-Kids und Wee Willie Winkie's World. Erst im Alter von 40 Jahren begann er sich unter dem Einfluß französischer Kubisten, insbesondere Robert Delaunays (*1885, †1941), vollständig der Malerei zu widmen und malte Straßen, Architekturen und Meeresbilder in zarten Farben, die wie bei Lichtbrechungen in Prismen überlagerten. Nachdem 1911 bereits sechs seiner Gemälde im Pariser Salon des Artistes Indépendants  ausgestellt worden waren, stellte er 1913 auf Einladung Franz Marcs gemeinsam mit ihm mit der expressionistischen Künstlervereinigung “Der Blaue Reiter” aus; seine erste Einzelausstellung fand am 2.9.1917 in der Galerie "Der Sturm" in Dresden statt. Von 1919 bis zu dessen zwangsweiser Schließung durch die Nationalsozialisten im Jahre 1933 lehrte Feininger am 1919 von Walter Gropius gegründeten Bauhaus. 1936 verließ er Deutschland und kehrte in die Vereinigten Staaten zurück, nachdem die Nationalsozialisten seine Bilder als “entartet” eingestuft hatten.

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Hasting-upon-Hudson, Mount Hope Cemetery

Bild: Klaus Decker (04/2008)

Hans Baluschek

1918

Deutscher Maler und Schriftsteller; Sohn eines Bahnbeamten; studierte an der Königlichen Akademie der Bildenden Künste und betrieb daneben volkswirtschaftliche und medizinische Studien. 1895 hatte Baluschek seine ersteStädtischer Arbeitsnachweis für Angestellte, 1931 Ausstellung als Maler in der “Galerie Gurlitt“. 1897 zeigte Baluschek, der später Mitglied der Berliner Secession wurde, erstmals zwei Arbeiten auf der Großen Berliner Kunstausstellung. 1920 trat er in die SPD ein und wurde Vorsitzender der Kunstdeputation in Berliner Stadtteil Schöneberg. Im gleichen Jahr veröffentlichte er seinen Novellenband Enthüllte Seelen. Er arbeitete für verschiedene Zeitschriften, u.a. für Der wahre Jakob, Frauenwelt, Der Bücherkreis und Illustrierte Reichsbannerzeitung. Viele seiner Werke stellen Szenen aus der Arbeitswelt der Berliner Arbeiter und der Kleinbürger und des technischen Fortschritts aus der Kaiserzeit und der Weimarer Republik dar. 1924 wurde Baluschek Vorsitzender der Großen Berliner Kunstausstellung. Nach der ”Machtergreifung” im Jahre 1933 enthoben die Nationalsozialisten ihn als “marxistischen Künstler“ aller seiner Ämtern und erteilten ihm Ausstellungs- und Arbeitsverbot; zugleich wurden seine Werke als “Entartete Kunst” aus Galerien und Museen entfernt. Einem breiten Publikum bis heute vertraut aber sind seine Illustrationen zu Peterchens Mondfahrt aus dem Jahr 1915, ein Märchen von Gerdt von Bassewitz, das 1912 urspr. als Theaterstück für Kinder entstand.

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Stahnsdorf, Wilmersdorfer Waldfriedhof

Jules Fernand Henri Léger

 van Vechten Collection

Französischer Maler und Graphiker; von Haus aus Architekt in Caen, begann er 1900 an zu malen und begann nach Ableistung des Militärdienstes 1903 an der École des Arts Décoratifs in Paris zu studieren. Er begann zunächst impressionistisch zu malen (Le jardin de ma mère - Der Garten meiner Mutter, 1905), wandte sich dann aber der Darstellung geometrischer Formen zu und kam - vor allem von Pablo Picasso und Georges Braque beeinflußt - zum Kubismus. Mit ihnen zusammen spielte er eine wichtige Rolle sowohl bei der Entwicklung und als auch der Verbreitung des Kubismus. Entdeckt wurde er von dem Kunsthändler Daniel-Henry Kahnweiler, in dessen Galerie er seine Werke ausstellte. 1908 eröffnete er in der Pariser Künstlerkolonie "Zone" gemeinsam mit u.a. Henri Laurens, Marc Chagall und Guillaume Apollinaire ein Atelier. 1920 arbeitete er kurzzeitig mit Le Corbusier zusammen. In den 1930er und 1940er Jahren verarbeitete er Anregungen des Surrealismus. Im Zentrum seiner späten Werke stehen große, schematisierte Figurengruppen. Léger entwarf Glasfenster, Keramiken, Tapeten, schuf Bühnenausstattungen, bemalte Skulpturen; bedeutend ist auch sein Experimentalfilm Le ballet mécanique (1924). 1948 konzipierte Léger gemeinsam mit Hans Richter, Alexander Calder, Man Ray, Max Ernst und Marcel Duchamp den Film Dreams That Money Can Buy.

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Bilder: (c) Pim de Bie - Holland (07/2008)

Gif-sur-Yvette, Cimetière de Rougemonts Sud

Fritz Leonhardt

 

Deutscher Bauingenieur; studierte von 1927 bis 1931 Bauingenieurwesen an der Technischen Hochschule Stuttgart sowie von 1932 bis 1933 an der Purdue Universität in West Lafayette in den Vereinigten Staaten; nach seiner Rückkunft aus Amerika war er bis 1939 als Brückenbauingenieur bei der Reichsautobahn-Gesellschaft tätig, bevor er in Stuttgart sein eigenes Ingenieurbüro gründete. Von 1957 bis 1974 war er Ordinarius des Lehrstuhls für Massivbau an der Stuttgarter Universität und von 1966 bis 1969 Direktor der Universität. Während des Dritten Reichs war er am Bau zahlreicher Brücken für die neuentstehende Reichsautobahnen beteiligt. Gemeinsam mit Paul Bonatz entstand in den Jahren 1938 bis 1941 die seinerzeit mit einer Länge von fast 600 Metern größte Autonahn-Hängebrücke Europas die Adolf-Hitler-Brücke (heute Rheinbrücke Köln-Rodenkirchen), die die links- und rechtsrheinischen Abschnitte des Kölner Autobahnrings verbindet. 1959 entstand als erster vollständiger Brückenneubau nach dem Zweiten Weltkrieg die Severinsbrücke, die als Schrägseilbrücke das Kölner Severinsviertel mit dem rechtsrheinischen Stadtteil Köln-Deutz verbindet. Leonhardts bekanntester Bau aber dürfte der Fernsehturm in Stuttgart sein, der 1954 als erster Fernsehturm in Deutschland errichtet wurde. Später war er maßgeblich an der Planung der für das Richtfunknetz erforderlichen Typentürme beteiligt. Anfang der 1990er Jahre schuf Leonhardt die Pläne für den Neubau der heutigen 42 Meter breiten, zweigeschossigen Konstruktion der Galatabrücke, die von einem Konsortium unter Beteiligung der Firma Thyssen auf 114 Pfeilern errichtet wurde und seit 1992 das Goldene Horn zwischen den İstanbuler Vierteln Eminönü im Stadtteil Fatih und dem Hafenviertel von Karaköy (Galata) im Stadtteil Beyoğlu überspannt.

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Bild: Thomas Haas (05/2012)

Stuttgart-Degerloch, Waldfriedhof

Bild: google earth (2015)

1797 wohnte Thorvaldsen zunächst in der via Babuino 119, in einem Atelier, das zuvor der englische Bildhauer John Flaxman nutzte, später ab 1804 in der via Sistina, 46, in der einst auch Piranesi gewohnt hatte. (Bilder: Dr. Herta Lepie, 2013) 

Bildende Künste LIII

Omnibus salutem!