Bild: Kilian Nauhaus (10/2009)

Yusuf Sinan (auch Sinanüddin) bin Abdullah

 

 

Osmanischer Architekt; Sohn christlicher Eltern; nahm im Dienste Süleimans an mehreren seiner Feldzüge teil, um den Aufbau und die korrekte Bedienung der militärischer Einrichtungen zu überwachen. 1538 wurde ihm die zentrale Bauleitung im gesamten Osmanischen Reich übertragen, und diente in dieser Eigenschaft unter drei Sultanen. Unter seiner Leitung wurden an die 300 sakrale, aber auch weltliche Bauten errichtet, darunter auch technische Anlagen wie Brücken oder Aquädukte. Zu den bedeutendsten Sakralbauten gehören die Prinzenmoschee (1544-48), die Sehzade-Moschee und die Süleiman-Moschee (1550-57) in Istanbul sowie die Moschee Selims II. in Edirne zählen. Mit ihnen setzte er Maßstäbe für die Errichtung späterer Moscheen.

 

Sinan (links) auf einer osmanischen Miniatur von 1579 bei der Beaufsichtigung der Arbeiten am Fundament des Grabmales von Sultan Süleyman I. 1566

 

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Istanbul, Friedhof neben der Süleiman Moschee

Bild: Nérostrateur (09/2008) wikipedia
Bilder: Chris van de Riet (10/2009)

Ossip Zadkine

 

Französischer Bildhauer und Grafiker russischer Herkunft; besuchte eine Kunstschule in Sunderland in Nordost England und das Regent Street Polytechnicum in London, bevor er 1910 in Paris übersiedelte und sich 1914 der neuen kubistischen Bewegung anschloß, deren künstlerisches Merkmal die Verwendung blockhafter Formen war. Ab 1925 entwickelte er einen eigenen Stil, der sich stark am Primitivismus orientierte. 1953 schuf er zur Erinnerung der Zerstörung Rotterdams durch die deutsche Luftwaffe im Jahre 1940 das Mahnmal De Verwoeste Stad (dt. Die zerstörte Stadt). Zadkine, der als Sanitäter im Ersten Weltkrieg verwundet worden war, hielt sich im Zweiten Weltkrieg ab 1941 in den Vereinigten Staaten auf und unterrichtete an der Art Students League of New York. 1945 kehrte er nach Europa zurück. In Paris unterrichtete er in seinem eigenen Atelier, das nach seinem Tode zu einem Museum, dem Musée Zadkine, umfunktioniert wurde.

De Verwoeste Stad (Rotterdam, Bild: K.Siereveld, 2007)

 

 

 

 

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Ignace Henri Jean Théodore Fantin-Latour

         

Französischer Maler und Lithograph; stand den Impressionisten nahe, blieb aber der tradierten Malkultur verpflichtet. Ab 1854 studierte er an der École nationale supérieure des beaux-arts de Paris. 1859 begegnet er Gustave Courbet, in dessen Atelier er zwei Jahre später arbeiten wird. 1863 zählte er zu den Malern, die gleichzeitig auf dem Salon des Refusés und dem Pariser Salon vertreten waren. Bekannt wurde Latin-Latour durch seine zahlreichen Blumenstilleben und die Charlotte Dubourg (1882)Bilder mit Darstellung berühmter Künstler und Schriftsteller aus seinem Umfeld in Paris. So schuf er Un atelier aux Batignolles (1870), ein Bild mit Édouard Manet im Kreise gemeinsamer Freunde. Außerdem ist er für seine Lithographien bekannt, in denen er sich mit zahlreichen bekannten klassischen Komponisten und ihrer Musik auseinandersetzte, z.B. schuf er Fantasieszenen zur Musik von Richard Wagner und Hector Berlioz. Nach der Hochzeit mit der Malerin Victoria Dubourg im Jahre 1876 pflegte er die Sommer gemeinsam mit ihr auf dem Landsitz ihrer Familie in Buré zu verbringen; dort endete auch sein Leben.

   

Un atelier aux Batignolles (1870)

Vor der Staffelei Édouard Manet, neben ihn sitzend der Dichter, Komponist, Maler und Bildhauer Zacharie Astruc, stehend (von links nach rechts) Otto Scholderer, Pierre-Auguste Renoir, Émile Zola, Edmond Maître, Frédéric Bazille und Claude Monet.

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Bilder: Chris van de Riet (11/2009)

Paris, Cimetière du Montparnasse

Bild: Claus Harmsen (stones & art, 2009)

Alfred Hrdlicka

 

Österreichischer Bildhauer, Graphiker und Maler; Sohn eines kommunistischen Gewerkschaftsfunktionär; kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges, in er eine paramilitärische Ausbildung bei der Waffen-SS absolvierte, machte er eine Lehre als Zahntechniker, bevor ab 1946 an der Wiener Akademie für Bildende Künste u.a. bei Albert Paris Gütersloh und Fritz Wotruba Malerei und Bildhauerei studierte; dabei konzentrierte er sich schon sehr früh auf die Bildhauerei. Zwischen 1973 und 1975 einen Lehrauftrag an der Hochschule für Bildenden Kunst in Hamburg einen Lehrauftrag, war aber zeitgleich Professor in Stuttgart, später in Berlin. Obwohl zeitweise Mitglied der KPÖ trat Hrdlickas nicht aus der Kirche aus.

Hrdlickas Werk umfaßt expressiv-realistische Steinskulpturen, Zyklen von Zeichnungen und Radierungen, Gemälde und Fresken, die Themen wie Bedrohung, Tod, Gewalt, Sexualität sowie psychische Grenzsituationen behandeln; außerdem schuf er bedeutende Plastiken.

Werke u.a.: Plötzenseer Totentanz (1970-72), Monument für Friedrich Engels in Wuppertal (1978-81), Gegendenkmal zu einem Kriegerdenkmal in Hamburg (Fragment; ursprünglich 4Teile geplant, 1983 ff.), Mahnmal gegen Krieg und Faschismus in Wien (1988-91 errichtet).

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Wien, Zentralfriedhof

César Manrique

 

Spanischer Künstler; besuchte die Schule in Lanzarote und belegte später einen Kurs zum Städtebaumeister an der Universität von La Laguna auf Teneriffa. Bereits im Alter von 23 Jahren hat er seine erste vom besonderen Reiz seiner Heimat geprägten Ausstellung in Arrecife, der Hauptstadt Lanzarotes. 1945 besucht er die Schule der Schönen Künste “San Fernando“ in Madrid. Nelson Rockefeller, Enkel John D. Rockefellers und Gouverneur von New York, lud ihn 1964 in die Vereinigten Staaten ein, wo er in Houston und New York Ausstellungen veranstaltete. Zurück auf Lanzarote, erwarb er in Yaiza ein altes Haus, welches er zunächst als Atelier verwendet, das 1970 zum Restaurant “La Era“ umgebaut wurde. 1988 zog er dann nach Haria, in ein wiederhergestelltes altes Bauernhaus. Manrique ist es zu verdanken, daß die Auswirkungen eines auf der Kanarischen Insel Lanzarote seit den 1970er-Jahre boomenden Tourismus’ im Zaum gehalten werden konnten - ganz im Gegenteil zu den Auswirkung t.B. in Torremolinos. So beeinflußte er die Regionalregierung dahingehend, daß keine Hochhäuser (außer dem am Rande von Arrecife am Meer gelegenen Gran-Hotel) errichtet werden dürfen und die Gebäude in einheitlicher Farbe zu sein hätten (die Farbe wurde kostenlos zur Verfügung gestellt). Insgesamt gestaltete er die mit ihren ausgedehnten Vulkangebieten besonders bizarre Insel zu einem Gesamtkunstwerk. So sind auf der Insel überall seine Skulpturen zu bewundern so z.B. in den Anlagen von Mirador del Rio oder Jameos del Agua. Er sorgte aber auch dafür, daß das Gebiet der Montañas del Fuego (Feuerberge) 1974 zum Nationalpark Parque Nacional de Timanfaya erklärt wurde oder der Strand von Playa Blanca nicht bebaut werden durfte.

César Manrique starb - nur wenige Meter von seiner 1982 gegründeten Fundación in Tahíche entfernt - an den Folgen eines Verkehrsunfalls.

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Bilder: Ulrich Bork (12/2009)

Haria (Lanzarote), Friedhof

Bilder: Stefan Semken

Johann Heinrich Vogeler

                            1897

Deutscher Maler, Graphiker, Innenarchitekt und Kunsthandwerker; Sohn eines Eisenwarengroßhändlers; studierte von 1890 bis 1893, sowie 1894/95 bei P. Janssen und A. Kampf an der Düsseldorfer Akademie. In dieser Zeit und nach Beendigung des Studiums unternahm er Reisen nach Holland, Belgien, Italien und nach Paris: Kurz nach 1894 siedelte er sich in Worpswede an und schloß sich den Malern Fritz Mackensen, Otto Modersohn sowie Fritz Overbeck in der dortigen Künstlerkolonie an. Dort erwarb er mit dem von seinem Vater ererbten Geld einen kleinen Bauernhof namens Barkenhoff, den er gemeinsam mit seiner ersten Frau Martha architektonisch zum Zentrum der Kolonie umgestaltete. In diesem Haus, das er zehn Jahre bewohnen sollte, wurde auch die drei Töchter geboren. Vogeler unternahm Bildungsreisen nach Italien und Ceylon; in England wirkte die Malerei der Präraffaeliten und das Arts and Crafts Movement William Morris’ u.a.m. auf ihn: Vogeler schuf Graphiken und Buchillustrationen im Jugendstil und führte 1905 die Innendekorationen im Bremer Güldenhaus aus. 1908 gründete er die Worpsweder Werkstätten für Einrichtungen und Möbel. Am Ersten Weltkrieg nahm er als Soldat und als Zeichner für Armeezeitschriften teil. Vogeler, für den der Krieg eine Barbarei war, richtete im Januar 1918 einen Friedensappell an Wilhelm II. und bat ihn zugleich um Entlassung aus der Armee. Die Folge war eine Einweisung zur Untersuchung seines Geisteszustandes. Die politischen und sozialen Umwälzungen in Europa nach dem Ende des Ersten Weltkrieges veränderten und politisierten ihn: 1918 wurde er Mitglied des Arbeiter- und Soldatenrates, sein Versuch Barkenhoff 1919 zu einem kommunistischen Arbeitskreis umzufunktionieren schlug allerdings fehl. Im Sommer 1920 verließ seine Frau mit den drei Töchtern die entfremdete Ehe und den Barkenhoff, der mittlerweile zu einer Zufluchtsstätte für Angehörige politisch Verfolgter und Kommune mit Werkstätte geworden war, und baute sich ein eigenes Haus. Im Juni 1923 reiste er gemeinsam mit seiner späteren zweiten Frau Sonja née Marchlewska, Tochter des polnischen Kommunisten Julian Marchlewski erstmals in die neugegründete Sowjetunion. Dort leitete er bis September 1924 die Kunstabteilung der Moskauer Kommunistischen Universität der Nationalen Minderheiten des Westens, eine Parteischule unter dem Rektorat Marchlewskis. Dort entstand das Bild Kreml (1923). Im Sommer besuchte er die Krim, bevor er mit Sonja nach Deutschland zurückkehrte und in die KPD eintrat. Nach dem bereits in Worpswede gescheiterten Versuch, mißlang auch der zweite Anlauf zur Gründung einer Kommune in Fontana Martina in der Nähe von Ascona in der Schweiz, geriet er in wirtschaftliche Schwierigkeiten, so daß ihm eine Einladung nach Moskau entgegenkam. 1931 verließ er Westeuropa und ließ sich dauerhaft in der Sowjetunion nieder, wo er an Architektur- und Propagandaprojekten mitwirkte, z.B. Bauten für die neugegründeten Kolchosen. In der Malerei nahm er sich sozialistischer Themen an, malte in der Art des sozialistischen Realismus. Im Jahr 1935 war er künstlerischer Leiter einer Ausstellung der Internationalen Roten Hilfe (MOPR). Nach dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion im Juni 1941 verfaßte er antifaschistische Pamphlete und machte Aufrufe im deutschsprachigen Dienst Radio Moskaus. Aufgrund seiner deutschen Herkunft wurde er trotz seiner Linientreue mit einem der ersten Transporte am 13.9.1941 - wie fast alle anderen Deutschen und Deutschstämmigen - von Moskau zwangsweise nach Kasachstan evakuiert, wo er auf einer Baustelle an einem Staudamm arbeiten mußte. Körperlich erschöpft und krank wurde er Ende Mai in das Krankenhaus des Kolchos Budjonny eingeliefert, starb aber wenig später in dem Krankenhaus von Choroschjowskoje. Später in der DDR wurden die Zwangsumsiedlungen verschwiegen. Lediglich en passant wurden sie angedeutet, als am 12.12.1952 das Parteiorgan der DDR, die Tageszeitung Neue Deutschland, euphemistisch berichtete: “Er (Vogeler) starb 1942 in Kasachstan, wohin er von Moskau aus fürsorglich evakuiert worden war.”

 
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v.l.n.r. stehend: Modersohn, Mackensen, Vogeler; sitzend: Overbeck, Allmers, Vinnen.

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Belagasch (Kasachstan)

Paris, Cimetière du Montparnasse

Sigmar Polke

 

Deutscher Maler; kam mit seinen Eltern 1953 aus Thüringen, wohin sie zuvor nach dem Zusammenbruch geflohen waren, über die Notaufnahmelager in West-Berlin nach Willich. In Düsseldorf absolvierte er zwischen 1959 und 1960 absolvierte eine Ausbildung zum Glasmaler und studierte anschließend bis 1967 an der Kunstakademie Düsseldorf. 1963 gründete er gemeinsam mit Gerhard Richter und Konrad Lueg den Kapitalistischen Realismus, einen Kunststil, der in der Konzeption und Realisation der Aktion Leben mit Pop – Eine Demonstration für den Kapitalistischen Realismus ihren Anfang nahm. Von 1970 bis 1971 war er Gastprofessor an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg und zwischen 1977 und 1991 Professor an derselben Hochschule. 1978 siedelte er nach Köln über. 1972 war er Teilnehmer der Documenta 5 in Kassel, war auch 1977 auf der Documenta 6 und 1982 der Documenta 7 vertreten. Von Polke stammt u.a. die Erneuerung der Glasfenster des Zürcher Grossmünsters, die 2009 fertiggestellt und der Öffentlichkeit übergeben.

Auszeichnungen u.a.: Große Preis für Malerei (Goldener Löwe) auf der XLII. Biennale di Venezia (1986), Lovis-Corinth-Preis (1993), COLOGNE FINE ART-Preis, Praemium Imperiale Award, Tokyo (beide 2002).

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Köln, Friedhof Melaten

Bilder: Wilfried Pawue (05/2015)

Emanuel Semper

 

 

Deutscher Bildhauer; sechstes Kind von Gottfried Semper;

leitete von 1871 bis 1878 gemeinsam mit seinem Bruder Manfred die Bauausführung des nach Plänen seines Vaters errichteten neuen Opernhauses in Dresden und war insbesondere für die Gestaltung der Baudekoration zuständig.

1881 wurde er zum Professor ernannt und an die preußische Baugewerk-, Zeichen- und Modellierschule nach Erfurt berufen. Die Schule wurde jedoch bereits nach drei Jahren wieder geschlossen. Danach arbeitete Semper als freier Bildhauer.

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Dessau-Roßlau (Sachsen-Anhalt), Friedhof III

Bild: M_H.DE (05/2015) Wikipedia.de
Bild: Klaus Behrmann (12/2017)

Gabriele Mucchi

 

 

Italienischer Maler, Graphiker und Architekt; Sohn des Malers Anton Maria Mucchi und der Gräfin Lucia Tracagni; studierte von 1916 bis 1923 - unterbrochen durch Kriegsdienst, zu dem er bei Erreichen des 18. Lebensjahrs herangezogen wurde - Ingenieurwissenschaften und Architektur an der Universität Bologna. Nach Beendigung des Studiums arbeitete er zunächst in einem Bauunternehmen in Rom, ab 1927 in einem Architekturbüro in Mailand. Danach lebte er bis 1930 in Berlin und war dort Mitarbeiter an den Zeitschriften Die neue Revue und Der Querschnitt; anschließend folgte ein längerer Aufenthalt in Paris, wo er die Bildhauerin Jenny “Genni” Wiegmann heiratete. 1934 kehrte er von dort nach Mailand zurück und wurde in den folgenden Jahren durch eindrucksvolle Wandmalereien über die Grenzen Italiens hinaus bekannt. Sein Atelier wurde im Faschismus unter Benito Mussolini zum Treffpunkt der antifaschistischen Gruppe Corrente. Während des Zweiten Weltkrieges wurde er 1942/43 erneut zum Kriegsdienst herangezogen, und war danach bis zum Kriegsende in Italien am antifaschistischen Widerstand beteiligt und Angehöriger der 186. Brigata Garibaldi. Nach dem Ende des Krieges nahm ei seine Tätigkeit als Architekt wieder auf und beteiligte sich 1947 am Projekt des von dem Architekten und Politiker Piero Bottoni initiierten Baus von Wohnungen im QT8 Bezirk in Mailand. 1956 folgte Mucchi, 1948 Mitbegründer der “Nuovo realismo” Bewegung und von 1952 bis 1954 Redaktionsmitglied der Zeitschrift Realismo., einem Ruf an die Akademie der Künste in Ost-Berlin, wo er in den folgenden Jahren lange lebte. Dort war er von 1956 bis 1961 als Professor an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee und von 1961 bis 1963 am Caspar-David-Friedrich-Institut der Universität Greifswald tätig. Danach lebte er als Freischaffender in Mailand und in Berlin und arbeitete u.a. als Illustrator; im Jahr 1967 krönte er diese Tätigkeit durch die Veröffentlichung von Voltaires Candide.

Als 1989 tausende DDR-Bürger in den Westen flüchteten, ließ er Kurt Hager, den Kulturgewaltigen im SED-Politbüro, aus Mailand wissen: ”Für den gegenwärtigen Exodus seid Ihrselbst in großem Maße verantwortlich”. (Quelle: https://www.mz-web.de/9918150)

Nach dem Tode seiner ersten Frau im Jahre 1969 heiratete Mucchi 1973 die der Graphikerin Susanne Arndt

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Bilder: Klaus Meinert (03/2018)

Berlin-Lichtenberg, Zentralfriedhof Friedrichsfelde

Jules-Joseph Lefebvre

 

Französischer Maler; Sohn eines Bäckers; ging 1852 nach Paris und nahm ein Jahr lang Unterricht in Malerei bei dem Historien- und Portraitmaler Léon Cogniet und studierte anschließend an der renommierten École nationale supérieure des beaux-arts de Paris. 1855 stellte er seine Werke erstmal auf dem Pariser Salon aus. Nach Abschluß der Ausbildung reiste er nach Italien, wo er nach mehreren erfolglosen Versuchen schließlich 1861 mit dem historischen Gemälde La Mort de Priam (Der Tod von Priam) den Prix de Rome gewann. Nach seiner Rückkehr nach Paris wandte er sich einer realistischen Darstellung der Wirklichkeit zu. 1870 stellte sich mit dem Bild La Vérité) (Die Wahrheit) sein erster große Erfolg ein, war u.a. zu seiner Auszeichnung als Offizier der Légion d’honneur führte. Im selben Jahr nahm er seine Anstellung als Lehrer an der Académie Julian auf. In der Folge konzentrierte er sich vollends auf Portraits und Akte. Zwischen 1855 und 1898 war er mit insgesamt 72 Werke auf dem Pariser Salon vertreten. Modell standen unter anderem seine Tochter Yvonne, Napoléon Eugène Louis Bonaparte, einziger Sohn Kaiser Napoleons III. und dessen Gemahlin Eugénie de Montijo sowie Alexandre Dumas, der 1892 das Gemälde Femme Nue für 25.000 Francs kaufte.

Der Tod des Priamus

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Bild: Maixentais (09/2013) Wikipedia.fr

Paris, Cimetière de Montmartre

Bildende Künste LXV

Omnibus salutem!