Kurt Harald Isenstein

 

 

Deutscher Bildhauer, Maler, Graphiker und Kunstpädagoge; besuchte bereits als Kind die innovativen Kinder-Modellierkurse der von dem Bildhauer und Kunsterzieher  Albert Reimann (*1874, †1976) gegründeten privaten jüdischen Kunst- und Kunstgewerbeschule Reimann in Berlin-Schöneberg Von 1917 bis 1920 studierte er an der Kunstakademie in Berlin als Schüler von Hugo Lederer. Anschließend war er von 1921 bis 1925 als freischaffender Bildhauer und Kunstpädagoge sowie als Lehrer an der Reimann-Kunstschule in Berlin tätig. 1925 war er Mitbegründer der Volks-Kunstschule Berlin. Erste Ausstellungen fanden 1917 in Berlin statt. 

Skulptur Gib mir meinen Ball in Wolfsburg OT Vorsfelde Bild: Axel Hindemith no_copyright

Bekannt wurde er vor allem durch eine Büste Albert Einsteins, die er 1924 schuf (die Büste, die seit 1928 vor dem Einsteinturm in Potsdam aufgestellt war, wurde während der Zeit des Nationalsozialismus entfernt). Während seiner Zeit in Deutschland schuf er zahlreiche Plastiken der Größen aus Politik, Wissenschaft und Kunst der Weimarer Republik, darunter solche von Friedrich Ebert, Paul von Hindenburg, Alfred Döblin, Ernst Cassirer, Emil Ludwig, Magnus Hirschfeld oder Käthe Kollwitz.

Nach der “Machtergreifung” der Nationalsozialisten im Jahre 1933 wurde er verhaftet und verließ nach seiner Freilassung gemeinsam mit seiner Frau Olga Marie, née Bonnevier, Deutschland, zog nach Dänemark und lebte nach der Besatzung Dänemarks durch die deutsche Wehrmacht im April 1940 Dänemark besetzt hatte, u.a. im neutralen Schweden, wo er als freischaffender Künstler und Musikpädagoge arbeitete. In dieser Zeit entstanden auch hier Büsten berühmter Persönlichkeiten wie Niels Bohr, Martin Andersen Nexø, Asta Nielsen und Karen Blixen.

1946 kehrte Harald Isenstein, dessen künstlerisches Schaffen  zahllose Skulpturen, Büsten, Reliefs, und Zeichnungen - u.a. illustrierte er Werke von Arno Holz - umfaßt, nach Dänemark zurück und ließ sich in Kopenhagen nieder, wo er bis zu seinem Tode lebte. Dort schuf er nach dem Vorbild der Berliner Reimann-Schule eine Kunst- und Kunstgewerbeschule.

Harald Isensteins künstlerischer Nachlaß befindet sich im Museum Kongegaarden im dänischen Korsør.

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Kopenhagen, Mosaisk Vestre Begravelsesplads

Bilder: Finn Halling Larsen (2014)

Walter Womacka

 

 

Deutscher Maler und Graphiker; war unmittelbar nach einer Ausbildung zum Dekorationsmaler zwischen 1940 und 1943 an der Staatsschule für Keramik in Teplitz-Schönau während des Zweiten Weltkrieges, in dem er verwundet wurde, bis zum Ende des Krieges Soldat und arbeitete anschließend zunächst als Landarbeiter, bevor er ab 1946 die Meisterschule für gestaltendes Handwerk in Braunschweig bei Bruno Müller-Linow besuchte. 1949 wechselte er an die Hochschule für Baukunst und Bildende Künste in Weimar und studierte dort bei Hans Hofmann-Lederer, Hermann Kirchberger und Otto Herbig. Nach der Neuausrichtung der Hochschule hin zur Architektur setzte er sein Studium von 1951 bis 1952 an der Hochschule für Bildende Künste Dresden unter anderem bei Fritz Dähn, den er 1968 als Rektor der Hochschule ablösen wird, und Rudolf Bergander fort. Ab 1953 war er an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee zunächst als Assistent und ab 1963 als Leiter der Abteilung Malerei tätig. 1968 löste er Fritz Dähn als Rektor der Hochschule ab und bekleidete diese Position bis 1988. Von 1959 bis 1988 war er der Vizepräsident des Verbandes Bildender Künstler der DDR.

Womacka war Mitglied der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) und wurde von Staats- und Parteichef Walter Ulbricht maßgeblich gefördert. Wegen seiner systemkonformen Arbeiten und als Vertreter des sozialistischen Realismus in der DDR galt er als Staatskünstler. 

Bereits ab 1968 war Womacka Ordentliches Mitglied der Akademie der Künste der DDR. Aufgrund seiner zahlreichen architekturgebundenen Arbeiten im öffentlichen Raum, der Präsenz seiner Arbeiten in Schulbüchern und in Form von Reproduktionen zählt Walter Womacka, auch heute noch zu den bekannten Malern der DDR.

Walter Womacka schuf neben Tafelbildern, Graphiken und Aquarellen in den 1950er-Jahren auch Glasfenster, so zum Beispiel im ehemaligen Staatsratsgebäude in Berlin und in der Humboldt-Universität zu Berlin. 1968 leitete er die künstlerische Gestaltung der Neubauten am Alexanderplatz. Für das Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten der DDR schuf er 1967 drei großformatige Wandbilder, die beim Abriß des Gebäudes 1995/96 vernichtet wurden. Nach der “Wende” beschäftigte er sich neben Stillleben- und Landschaftsmalerei u.a. mit Themen der heutigen (Wegwerf-)Gesellschaft und der angeblich freiheitsbringenden Rolle der USA. Für die 1991 gegründete und zeitweise vom Verfassungsschutz beobachtete Gesellschaft zum Schutz von Bürgerrecht und Menschenwürde entwarf er das Logo. 2007 wurde der Freundeskreis Walter Womacka gegründet, der von einem ehemals leitenden Mitarbeiter der Abteilung Kultur des ZK der SED geleitet wird.[

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Bilder: Klaus Meinert (04/2018)

Berlin-Lichtenberg, Zentralfriedhof Friedrichsfelde

Ferry Ahrlé

 

 

Deutscher Maler, Autor und Entertainer; Sohn des Graphikers, Malers und Photographen René Ahrlé; wuchs in Berlin, wohin seine eltern gezogen waren,hing dort zur Schule auf und studierte anschließend an der Akademie der bildenden Künste unter anderem bei Max Kaus. Parallel dazu nahm er Schauspielunterricht bei dem späteren Burgschauspieler Albin Skoda. In dieser Zeit zeichnete er während zwei Spielzeiten die Programmtitel der Berliner Philharmoniker, darunter Portraits von Sergiu Celibidache, Wilhelm Furtwängler, Yehudi Menuhin und Otto Klemperer. Er entwarf Dekorationen für den Film Berliner Ballade (1948), einem satirischen Film von Robert A. Stemmle über einen Kriegsheimkehrer mit Gert Fröbe: als Otto Normalverbraucher1 und Tatjana Sais: in der Rolle der Ida Holle, und auch für das literarische Kabarett Die Stachelschweine. Mitte der 1950er-Jahre verließ Ahrlé dann Berlin und zog nach Frankfurt am Main. Dort entstanden seine Filmplakate u. a. zu Filmen von Federico Fellini, Ingmar Bergman, Luis Buñuel, François Truffaut und Roman Polański (anläßlich des 100-jährigen Jubiläums des Films wurden diese gemeinsam mit Schauspielerportraits im Deutschen Filmmuseum gezeigt).Nachdem er aus Paris, wo er in den 1960er Jahren arbeitete, nach Deutschland zurückgekehrt war, zeigte er in den 1970er Jahren seine Bilderzyklen Signal und Schiene, Von Ikarus bis Überschall, Das Geld in Oper und Schauspiel, Mozartissimo, Alles Theater und Gemalte Musik. Zwischen 1979 und 1990 war er im Fernsehen häufig im Fernsehen zu sehen, und er schrieb für verschiedenen TV-Serien auch Drehbücher. In seiner Serie von Zeichnungen Die Kleinen der Großen erfand er dienstbare Geister historischer Persönlichkeiten. In der Galerie der Straße trat er in den Rollen großer Plakatkünstler auf. In der Serie Sehr ähnlich, wer soll’s denn sein? unterhielt er sich mit seinen Gesprächspartnern und portraitierte die Prominenten aus dem Stehgreif, und viele saßen ihm Modell. Für diese besondere und unterhaltende Art des Portraitierens im doppelten Sinn erhielt er 1980 in New York den Golden Award auf dem Internationalen Film- und Fernsehfestival.

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1 Der Name wurde zum Synonym für den Typus eines “Durchschnittsbürgers”

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Bild: Dieter Georg (05/2018)

Frankfurt am Main, Hauptfriedhof

Vanessa Bell  née Vanessa Stephen

1902

 

Englische Malerin; Tochter des Schriftstellers und Gelehrten Leslie Stephen (†1904); ältere Schwester von Virginia Woolf; lebte nach dem Tod der Eltern mit ihren Schwestern nach Bloomsbury, einen Stadtteil im Londoner Stadtbezirk Camden, in dem sich viele Abteilungen der Universität von London und das Britische Museum befinden.

Beim Cricketspiel mit ihrer jüngeren Schwester Virginia (links); Aufnahme aus dem Jahre 1910.

In dieser Zeit lernte sie viele von denjenigen kennen, die später zu ihrem berühmten Freundeskreis, der Bloomsbury Group, einer Diskussionsrunde befreundeter englischer Intellektueller, gehörten u.a. ihre Schwester Virginia mit ihrem Mann, dem Verleger Leonard Sidney. der Wirtschaftswissenschaftler John Maynard Keynes, der Biograph Lytton Strachey und der Maler Duncan Grant .Sie absolvierte ein Studium an der Kunstschule des Porträtmalers Arthur Stockdale Cope und an der Kunsthochschule der Royal Academy.

1907 heiratete sie Clive Bell, mit dem sie zwei Söhne hatt; doch noch vor dem Ersten Weltkrieg hatten sie sich auseinandergelebt und Vanessa Bell zog mit dem homosexuellen Maler Duncan Grant und seinem damaligen Freund David Garnett zusammen, blieb ihrem Ehemann dennoch stets freundschaftlich verbunden. Mit Grant hatte Bell 1918 eine Tochter, Angelica Bell, die später David Garnett heiratete.

Von links: Lady Ottoline Morrell, Maria Nys (spätere Huxley), Lytton Strachey, Duncan Grant, Vanessa Bell (Aufnahme von 1915)

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Bild: Elisa Rolle (04/2017) Wikipedia.en
Bild: Elisa Rolle (04/2017) Wikipedia.en

Firle (Lewes District, East Sussex)

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Philip Alexius de László eigentl. Fülöp Elek Laub

          

 

Britischer Portraitmaler ungarischer Herkunft; ältester Sohn von neun Kindern des jüdischen Schneiders Adolf Laub und dessen Frau Johanna Goldreich; Im Jahr 1891 änderte seine Familie ihren Nachnamen in László Als junger Mann begann er einekünstlerische Karriere mit einer Lehre bei dem Portraitphotographen Sándor Strelisky und studierte in Abendkursen Kunstgeschichte an der Akademie der bildenden Künste in Wien unter Bertalan Székely und Károly Lotz.

Prinzessin Elisabeth von York, die spätere Königin Elisabeth II.  (1933) 

Anschließend hielt er sich für einige Jahre in München, wo er an der Akademie der Bildenden Künste studierte und Paris auf, um dort an der Académie Julian seine Studien fortzusetzten. Auf der Weltausstellung 1900 in Paris gewann László mit dem Portrait von Papst Leo XIII. die Goldmedaille. Über Budapest und Wien reiste László 1907 nach England und lebte bis zu seinem Tode in London, zuletzt in seinem Haus im Stadtteil Hampstead

Leo XIII (Ausschnitt)

Das Werk Philip de Lászlós, der als einer der führenden britischen Portraitmaler des frühen 20. Jahrhunderts gilt, umfaßt mehr als 2.700 Portraitbilder, darunter aus dem Jahr 1908 stammende Bilder von Kaisers Wilhelm II., dessen Frau Auguste Viktoria sowie deren jüngstes Kind Viktoria Luise.

Obwohl er seit Juni 1900 mit Lucy Madeleine Guinness, einem Mitglied der Guinness-Familie, die er bereits 1892 in München kennengelernt hatte; verheiratet war und die britische Staatsbürgerschaft erworben hatte, wurde er 1917 und 1918 während des Ersten Weltkriegs über zwölf Monate interniert.

 

 

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Tilbury (Borough of Thurrock, Essex), Cemetery

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Bilder: Parsifal von Pallandt (05/2018)

Arnold von Zenetti   (seit 1890)

 

Deutscher Architekt; Sohn des Regierungsbeamten und späteren Ministerialrats und Regierungspräsidenten der Pfalz, Johann Baptist von Zenetti; kam nach München, als sein Vater berufsbedingt dorthin übersiedelte; studierte ab 1843 Architektur sowie Ingenieurwissenschaften an der Akademie der Bildenden Künste München. Am 1.5.1850 trat er in den Dienst der Stadtverwaltung und wurde 1867 zum Münchner Stadtbaurat berufen. In dieser Position beeinflußte er die städtebauliche Entwicklung der Haupt- und Residenzstadt maßgeblich; so initiierte er den Bau mehrerer Krankenhäuser unter Berücksichtigung damaliger aktueller Standards der Wasser- und Energieversorgung sowie der Hygiene, u.a. das Garnisonslazarett in Neuhausen (heute Deutsches Herzzentrum München oder die Dr. Haunersche Kinderklinik in der Lindwurmstraße. Außerdem führten er flächendeckend die Kanalisation in München ein, beginnend mit dem Bau von Sielkanälen in der Maxvorstadt und Ludwigsvorstadt. Mitte des 19. Jahrhunderts plante und errichtete er zahlreiche Villenbauten in den neuen Villenkolonien im Bereich des Starnberger Sees. Ab 1866 wurde nach seinen Entwürfen in der Maxvorstadt der Alte Nördlichen Friedhof errichtet. Zwischen 1876 und 1878 entstand der Münchner Schlacht- und Viehhof, zu dessen Bau er sich vorbereitend mit einer Fachkommission in zahlreichen europäischen Großstädten kundig gemacht hatte.

von Zenetti war aber auch in Wien tätig, wo er zwischen 1863 und 1865 das Palais Württemberg (heute Hotel Imperial) gemeinsam mit Heinrich Adam als repräsentatives Domizil für Herzog Philipp von Württemberg errichtete.

Hotel Imperial am Kärntner Ring in Wien (Aufnahme aus dem Jahre 1880)

Arnold von Zenetti war auch Mitbegründer der Freiwilligen Feuerwehr München, fungierte von 1879 bis 1891 als deren Chef und organisierte das gesamte städtische Löschwesen.

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Bilder: Pasifal von Pallandt (05/2018)

München, Alter Südlicher Friedhof

Matthias Faller

 

 

Deutscher Klosterbildhauer und Holzschnitzer; drittes von neun Kindern des Landwirts Georg Falle und dessen zweiter Ehefrau Barbara, née Furtwängerlin. Nach der Lehre bei Adam Winterhalder in Vöhrenbach zwischen 1721 und 1725 führten ihn seine Wanderjahre zusammen mit Winterhalders Sohn Johann Michael nach Colmar, Augsburg, München, Regensburg, Wien, Prag, Znaim und Olmütz. 1732 von seiner Bildungsreise, schuf er in der Zeit bis 1735 als erste bekannte Arbeiten die Altäre in der neu erbauten St.-Andreas-Kirche in seinem Heimatort Neukirch, darunter den Antonius-Altar, den sein Vater im Gedenken an die kurz zuvor verstorbene Mutter gestiftet hatte. Danach war er hauptsächlich für die Klöster St. Märgen und St. Peter tätig und trat 1735 als Bruder ”Floridus“ in das Augustiner-Chorherrenkloster St. Märgen ein, um dort die neu erbaute Kirche auszustatten. Nachdem der nachfolgende Abt ihn aus finanziellen Gründen nicht mehr als Bildhauer beschäftigen konnte, verließ er zwei Jahre später das Kloster und richtete sich auf dem väterlichen Anwesen eine Werkstatt ein, kehrte jedoch 1741 für zwei Jahre als Kammerdiener des Abtes in das Kloster zurück. 1744/45 arbeitete er am Hochaltar von St. Märgen. Insgesamt schuf er das Schnitzwerk aller sechs St. Märgener Altäre, sowie die Kanzel, und 1776/77 den Orgelprospekt für die Silbermann-Orgel und 1779, bereits 72-jährig, einen Schrein für die Gebeine des Katakombenheiligen Constantius. Das Ensemble in St. Märgen ist eines seiner Hauptwerke; weitere seiner Werke fanden sich in der Ohmenkapelle bei St. Märgen, bis diese wegen Diebstahlgefahr entfernt werden mussten. In seinen letzten Lebensjahren schnitzte Faller, dessen Werk sonst fast ausschließlich religiösen Themen gewidmet ist, Uhrenschilder (die Vorderseiten von Schwarzwalduhren) für aufwändige Flöten- und Hackbrettuhren, die in dieser Gegend des Schwarzwalds hergestellt wurden.

Matthias Faller, der als “Der Herrgottschnitzer des Schwarzwalds“ bezeichnet. wird, gilt als einer der bedeutendsten Vertreter seines Kunsthandwerkes in Süddeutschland am Übergang zwischen Barock und Rokoko.

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Bilder: Klaus Paap (06/2018)

St. Märgen (Ldkrs. Breisgau-Hochschwarzwald), An der Kirche

Erich Bödeker

 

 

Deutscher Bildhauer; arbeitete 41 Jahre lang Bergmann, davon 35 Jahre unter Tage und betrieb nebenbei einen kleinen Bauernhof und eine Hausschlachterei. Nachdem er 1949 aufgrund seiner im Bergwerk erworbenen Staublunge die Tätigkeit unter Tage hat aufgeben müssen, wandte er sich der Kunst zu und schuf in Holz und Beton Skulpturen u.a. von Menschen und Tieren, aber auch von bekannten Persönlichkeiten wie z.B. Willy Brandt, Brigitte Bardot und Mitglieder der englischen Königsfamilie in naiver Darstellung, die er mit kräftigen Farben bemalte. Auf diese aufmerksam geworden, ermöglichte Thomas Grochowiak, damaliger Direktor der Museen Recklinghausen und Oberhausen, ihm eine erste öffentliche Ausstellung in seiner Heimatstadt, der Wanderausstellungen in Deutschland und ganz Europa folgten. .In der Folge fanden seine Arbeiten Eingang auch in viele internationale Museen, aber auch bei Sammlern Interesse und erzielen auf Auktionen beachtliche Preise.

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Bilder: Peter R. Seeber (06/2018)

Recklinghausen, Nordfriedhof

Johann Peter Krafft

fecit Josef Danhauser         Selbstbildnis, 1820

 

Deutscher Genre-, Historien- und Portraitmaler: Sohn eines aus dem Elsaß stammenden Emailmalers; Enkel eines Weinhändlers und Gastwirts in Straßburg; wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf. In seiner Geburtsstadt besuchte er die von Graf Philipp Ludwig II. von Hanau-Münzenberg 1607 gestiftete Hohe Landesschule und zusätzlich 1790 - bereits im Alter von 10 Jahren - die dortige Zeichenakademie. 1799 kam er mit seiner Schwester nach Wien zu ihrer Tante und studierte dort an der Wiener Akademie(heute Akademie der bildenden Künste) Historienmalerei bei Heinrich Friedrich Füger. 1802 reiste er mit Veit Hans Schnorr von Carolsfeld nach Paris, um hier weiterzustudieren. Hier kam er in Kontakt u.a. mit den Historienmalern Jacques-Louis David und François Gérard, deren Arbeiten ihn sehr beeinflußten. Nach seiner Rückkehr nach Wien im Jahre 1805 wandte sich nunmehr auch der Portaitmalerei zu. In den Jahren 1808 und 1809 unternahm Krafft Studienreisen nach Italien, insbesondere nach Rom. Er wurde 1813 Mitglied der Akademie in Wien und zwei Jahre später auch der Hanauer Zeichenakademie und im selben Jahr zum Korrektor und außerordentlichen Professor für Historienmalerei an der Wiener Akademie ernannt. Als solcher setzte er sich bereits für die Naturbeobachtung anstatt akademischer Vorlagen im Unterricht ein. 1828 erfolgte seine Ernennung zum Direktor der kaiserlichen Gemäldegalerie und zum Schloßhauptmann des Schlosses Belvedere in Wien.

Verheiratet war Peter Krafft seit 1815 mit Juliana Preisinger (*1790) bis zu deren Tode im Jahre 1847. Aus der Ehe gingen die Malerin Marie Krafft (*1812, †1885), der Orientalist Albrecht Krafft (*1816, †1847) und die Portraitmalerin Julie Krafft (*1821, †1903) hervor.

Werke u.a.: Abschied des österreichischen Landmehrmannes von seiner Familie (1813), Erzherzog Karl in der Schlacht bei Aspern (1815); Der Sieg bei Leipzig (1815), Die Türkin (1825)

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Der Abschied des Landwehrmannes (1813)

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Bild: KN 04/2006)

Wien, Zentralfriedhof

Ignác Alpár  ne Ignatz Schöckl (bis 1880)

1905

 

Ungarischer Architekt; Sohn des aus Graz stammenden Tischlermeisters und -fabrikanten Matthias Schöckl und dessen aus einer württembergischen Industriellenfamilie stammenden Eiselle Maria; studierte nach seinem 1873 erlangten Gesellenbrief als Maurer sechs Jahre an der Berliner Bauakademie. Anschließend unternahm er eine Studienreise nach Italien und Tunesien. Nach seiner Rückkehr nach Budapest arbeitete er zwischen 1882 und 1885 als wissenschaftlicher Assistent an der Technischen Universität Budapest, bevor er 1884 sein eigenes Büro in Budapest eröffnete und dann ab 1890 nur noch selbständig arbeitete. In seiner Arbeit sehr erfolgreich, entwickelte sich sein Architekturbüro zu einem der größten Planungsunternehmen Ungarns. Zunächst errichtete er zahlreiche Mietshäuser, großbürgerliche Einfamilienhäuser in Budapest und verschiedene öffentliche Gebäude in kleineren Städten, überwiegend in Siebenbürgen (heute zu Rumänien) aber auch in Sopron (Ödenburg), Pécs (Fünfkirchen) und Bratislava (Preßburg, heute Slowakei). Ab der Jahrhundertwende war er hauptsächlich in Budapest tätig. 1906 unternahm Alpár eine Reise nach Konstantinopel, Syrien und Palästina. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges beendete Alpár seine berufliche Tätigkeit.

Werke u.a.: Burg Vajdahunyad (heute Ungarisches Landwirtschaftsmuseum (1896), k.u. Kadettenschule, Großwardein (1898), k.u. Kadettenschule, Ödenburg (1898), Ungarische Nationalbank (1905), Ungarische Allgemeine Creditbank, Budapest (heute Finanzministeriums (1913), Postpalais, Timișoara (1913)

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Bilder: Parsifal von Pallandt (07/2018)

Budapest, Kerepesi Temetö

Bildende Künste LXXXVIII

Omnibus salutem!