Rembrandt eigentl. Rembrandt Harmensz van Rijn

                          

Niederländischer Maler; der Sohn eines gutsituierten Müllers aus Leiden besuchte die Lateinschule und seit 1620 die Universität seiner Geburtsstadt, war von 1621 bis 1623 Lehrling bei dem Historienmaler Jakob van Swanenburgh (*1571, †1638) in Leiden; sein eigentlicher Lehrer war jedoch ab 1624 Pieter Lastman (~1583, †1633) in Amsterdam, doch hat Rembrandt auch Anregungen von J. Pijnas und von den Utrechter Caravaggisten aufgenommen. 1634 heiratete er Saskia Uylenburgh, die Tochter eines wohlhabenden Rechtsgelehrten; er bezog 1639 ein eigenes Haus, das heute Museum ist, und wurde Amsterdamer Bürger und Mitglied der Lukasgilde. Von den Kindern, die aus dieser Ehe hervorgingen, blieb nur Titus (*1641, †1668) am Leben, der ebenfalls Maler wurde. Nach dem Tode Saskias (1642) lebte er ab Saskia als Flora (1635, London, National Gallery)1647 mit Hendrickje Stoffels zusammen (*1626?, †1663), die er als Magd aufgenommen hatte und die ihm eine Tochter (Cornelia, *1654) gebar. Schlechte Geschäftsführung und seine Sammelleidenschaft führten 1656 zum wirtschaftlichen Zusammenbruch, so daß 1657/58 sein Haus und seine Habe versteigert wurden. Die letzten Jahre verbrachte Rembrandt zurückgezogen, konnte aber seine künstlerischen Fähigkeiten trotz widriger Umstände noch weiter steigern.

 

 

Werke u.a.: Anatomie des Dr. Tulp (1632, Den Haag, Mauritshuis), Nachtwache (1642), Haman und Ashaver beim Gastmahl Esthers (1660, Moskau, Puschkin-Museum), Die Rückkehr des verlorenen Sohnes (um 1669, Sankt Petersburg, Eremitage), Staalmeesters (1662, Amsterdam, Rijksmuseum).

De anatomische les van Dr. Nicolaes Tulp (Die Anatomie des Dr. Tulp, 1632)

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Amsterdam, Westerkerk

Düsseldorf, Nordfriedhof

Bilder: Viborg (04/2006) Wikipedia.de

Arno Breker

 

Deutscher Bildhauer und Architekt; besuchte die Kunstgewerbeschule in seiner Heimatstadt und die Kunstakademie in Düsseldorf. 1927 ging er nach Paris, wo von Aristide Maillol und der späten Rodin-Schule beeinflußt wurde. 1934 holte ihn Max Liebermann nach Berlin. Dort ließ er sich rasch von den Nationalsozialisten vereinnahmen, wurde zum Lieblingsbildhauer Hitlers und entwickelte sich zu einem maßgebenden künstlerischen Propagandisten des Dritten Reiches. Von 1938 bis 1945 war er Professor an der Staatlichen Hochschule für bildende Künste in Berlin. Er entwarf für die Repräsentationsbauten des Nationalsozialismus heroisierende Monumentalskulpturen und zahlreiche Bronze-Porträtbüsten, u.a. die Bronzeplastiken Zehnkämpfer und Die Siegerin für die Olympischen Sommerspiele 1936 in Berlin, sowie Porträtbüsten von Adolf Hitler, Joseph Goebbels und Hermann Göring. Trotz seiner nationalsozialistischen Vergangenheit gelang es ihm auch nach dem Zweiten Weltkrieg, zahlreiche Aufträge zu erhalten, so schuf er u.a. Porträtbüsten von dem äthiopischen Kaiser Haile Selassie, Bundeskanzler Ludwig Erhard, Franz Liszt, Jean Cocteau, Ezra Pound sowie von dem Kölner Kunstsammler-Ehepaar Peter und Irene Ludwig.

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Bild: Vasil Yaroshevich (07/2007)

Sergej Timofejewitsch Konenkow [russ. Сергей Тимофеевич Конёнков]

 

Russischer Bildhauer; gen. der russische Rodin; der Sohn eines Kleinbauern studierte an der Moskauer Schule für Malerei, Skulptur und Architektur und an der Akademie der Künste in Sankt Petersburg. Während der Russischen Revolution von 1905 solidarisierte er sich mit den streikenden Arbeitern auf den Barrikaden und schuf anschließend Portraits der Helden der Rebellion. Auch die Oktober Revolution unterstützte er. Nach seiner Heirat mit Margarita Iwanowna Worontsowa (1922) reiste er 1923 gemeinsam mit ihr die Vereinigten Staaten, um dort an einer Ausstellung russischer Kunst teilzunehmen. In New York schuf er u.a. Werke, die die Bibel und die Apokalypse zum Inhalt hatten. Außerdem erhielt er 1935 den Auftrag, auch Albert Einstein in Princeton zu porträtieren. In diesem Zusammenhang gab es Gerüchte, seine Frau Margarita, die auch Robert Oppenheimer kennenlernte, habe für die Sowjetunion spioniert. Zahlreiche Reisen führten ihn nach Italien, Frankreich, Ägypten, Griechenland und Deutschland. In Italien traf er Maxim Gorki und fertigte ein Portrait von ihm. Obwohl Konenkow und seine Frau nur wenige Monate im Ausland bleiben wollten, kehrten sie erst nach 22 Jahren wieder zurück. 1945 wurde er auf direkter Anordnung Stalins in die UdSSR zurückgeholt und erhielt ein großes Atelier in der Gorkistraße im Herzen Moskaus. Konenkow schuf u.a. Skulpturen von Alexander Puschkin, Anton Tschechow, Leo Tolstoi, Fjodor Dostojewskij, Iwan Turgenjew, Wladimir Majakowskij.

Auszeichnungen u.a.: Leninorden, Goldener Stern des Helden der sozialistischen Arbeit. 

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Moskau, Friedhof am Neujungfrauenkloster

Andy Warhol eigentl. Andrew Warhola

1977

 

US-amerikanischer Grafiker, Künstler und Filmemacher slowakischer Abstammung (seine Eltern wanderten aus der Slowakei ein); studierte in seiner Heimatstadt von 1945 bis 1949 Bildgestaltung am Carnegie Institute of Technology sowie Kunstgeschichte, Psychologie und Soziologie. In New York, wo er ab 1949 lebte, war er als Werbegraphiker tätig. Warhol, der als einer der bedeutendsten Repräsentanten der Pop-Art (aus engl.: popular art = volkstümliche Kunst) gilt, schuf Bilder und Siebdrucke, zu denen ihm Bilder aus der Werbung oder Photographien aus Massenmedien als Vorlage dienten, die er vergrößerte und in immer neuen Variationen reproduzierte und nebeneinander reihte. Berühmt sind seine Drucke von Marilyn Monroe oder Mao Zedong. Seine Werke erzielten auf dem Kunstmarkt Höchstpreise. Ab 1963 produzierte er Filme in Kollektivarbeit und dokumentarartige Filme, u.a. den 8-stündigen Film Sleep, in dem er in sehr langen Einstellungen einen Schlafenden zeigte. 1968 wurde Andy Warhol in New York von der Frauenrechtlerin Valerie Solanas niedergeschossen und lebensgefährlich verletzt. Er erholte sich von den schweren Verletzungen erst nach einem längeren Krankenhausaufenthalt.

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Castle Shannon b. Pittsburgh, St. John the Babtist Cemetery

Aristide Maillol

 

Französischer Bildhauer, Maler und Graphiker; studierte von 1882 bis 1886 in Paris an der École des Beaux-Arts. Seine Bilder waren von der Malerei Paul Gauguins beeinflußt. 1893 trat er der Künstlergruppe Nabis bei und schuf bis 1900 Wandteppiche im Jugendstil. Nachdem sich ab 1898 eine Augenkrankheit bemerkbar machte, wandte er sich Kleinplastiken in Holz und Ton und ab 1902 der Bronze- und Steinplastik zu, wobei er sich autodidaktisch weiterbildete. Dabei beschränkte er sich fast ausschließlich auf Darstellungen des weiblichen Körpers, wobei er dabei auf alles Malerische und Dekorative verzichtete. Als Grafiker schuf er mit einfachen, sich meist auf die Umrißlinie beschränkenden Mitteln v.a. zahlreiche Holzschnittillustrationen, auch zu Werken antiker Autoren wie z.B. Vergil.

Werke u.a.: Flora (1910), Der Sommer (1910), Wiesennymphen (1937).

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Banyuls-sur-Mer

Bilder: Iachha (01/2007)

Franz Seraph von Lenbach (seit 1882)

 pinxit Hans Kugler

Deutscher Maler; lernte bei Karl von Piloty in München, 1853 wurde er an der Akademie der Bildenden Künste München aufgenommen. und lehrte von 1860 bis 1862 an der Weimarer Kunstschule und hielt sich von 1863 bis 1868 in Italien und Spanien auf, wo er Bilder alter Meister für den Grafen A.F. Schack kopierte. Etwa 1860 begann seine glanzvolle Karriere als Porträtmaler. In seinen realistischen Porträts von bedeutenden Persönlichkeiten seiner Zeit - alleine mehr als 80 Porträts von Otto von Bismarck -, für die er Photographien zur Vorlage nahm, wird das Gesicht in markanten und charakterisierenden Zügen aus dem “tonig braunen Hintergrund” durch Lichteffekt hervorgehoben. Der “Malerfürst” ließ sich von 1881 bis 1891 von dem Architekten Gabriel von Seidl eine prächtige Villa, das Lenbachhaus, erbauen, in dem sich heute die Städtische Galerie befindet.

 

 

 

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Bilder: Franz Josef Mörsch (07/2007)
Bild: B. Wolter (08/2007)
Bild: Udo Trimper (07/2007)
Bild: B. Wolter (08/2007)

München, Westfriedhof

Friedrich Wilhelm Christian Theodor Kaulbach

 

Deutscher Maler; Sohn des Möbelschreiners Christian Kaulbach (*1777, †1847); Cousin Wilhelm von Kaulbachs; einem Ruf als Professor an die Kunstakademie München folgte er nicht, dafür unternahm er 1850 eine Studienreise nach Paris, wo er einige Historienbilder schuf und Aufträge für Portraits annahm. Noch im selben Jahr erhielt er von König Maximilian II. von Bayern den Auftrag, das Bild Krönung Karls des Großen für das Maximilianeum zu malen. 1856 berief ihn König Georg V., der ihn bereits von einigen Portraitsitzungen her kannte, als Hofmaler nach Hannover; außerdem erhielt er eine Professur am Polytechnikum Hannover, wo er ein ihm vom König geschenktes Atelier- und Wohnhaus bewohnte. Kaulbach war Mitglied der Berliner Kunstakademie.

Krönung Karls des Großen (1861)

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Bild: AxelHH (11/2009) Wikipedia.de
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Hannover, Engesohder Friedhof

Karl Hagemeister

pinxit Carl Schuch (1876)

 

Deutscher Maler; Sohn eines Obstzüchers; war Schüler von Friedrich Preller d. Ä. in Weimar. Er war mit dem Maler Carl Schuch befreundet, der ihn stark beeinflußte; sie hatten sich 1873 in der Sommerfrische am Hintersee in der Ramsau bei Berchtesgaden kennengelernt.

Ein Parisaufenthalt (1884/85) vermittelte ihm nachhaltige Eindrücke des französischen Impressionismus. Hagemeister malte großformatige Landschaftsbilder, (v.a. Havelmotive und Seestücke), Stillleben und Figurenbilder.

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Werder (Havel), Inselfriedhof

Bild: SchiDD (06/2013). Wikipedia.de
Bild: SchiDD (06/2013). Wikipedia.de
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Carl (Charles) Eduard Schuch

pinxit Wilhelm Leibl (1876)          Selbstbildnis 1876

Österreichischer Maler; einem wohlhabenden Elternhaus entstammend; studierte ab 1865 an der Wiener Kunstakademie, brach das Studium aber bald ab.1873 lernte er die Maler Karl Hagemeister in der Sommerfrische am Hintersee in der Ramsau bei Berchtesgaden kennen. Die beiden befreundeten sich und unternahmen gemeinsame Reisen. Von 1882 bis 1894 hielt Schuch sich in Paris auf und beschäftigte sich u.a. intensiv mit der Gattung Stillleben, wobei ihn die Arbeiten Gustave Courbets prägten. Nach mehreren Kuraufenthalten, die seine fragile Gesundheit stabilisieren sollten, ließ sich Schuch, der ein ruheloses Leben geführt hatte, übersiedelte er im Frühjahr 1894 nach Wien. Alle Versuche den gesundheitlichen Zustand zu verbessern, schlugen trotz fortgesetztem Kuren fehl. Ende Februar 1897 ließ er sich vorübergehend in eine Privatklinik für “Gemüthskranke” einweisen; 1898 folgte seine endgültige Einweisung in die Klinik, die er bis zu seinem Tode nicht mehr verließ.

Schuch gehörte wie Wilhelm Trübner, Hans ThomaJohann Sperl und Thomas Alt dem Kreis um den Maler Wilhelm Leibl an; malte Stillleben, Interieurs, Landschaften und Bildnisse, entwickelte eine breitflächige, pastose Malweise mit meisterhaft abgestimmten Tonwerten; im Spätwerk rein malerischer, abstrahierender Stil. gilt als Maler am Übergang zur Wiener Moderne.

Stilleben mit Äpfeln (1889)

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(05/2006)

Wien, Zentralfriedhof

Bildende Künste XLIII

Omnibus salutem!