Bild: Kitty Elovsson (07/2008)

Richard Evelyn Byrd

 

US-amerikanischer Admiral und Polarforscher; studierte an der US-Marineakademie mit Abschluß im Jahre 1912. 1918 wurde er Pilot der US-Air Force, 1925 begleitete er eine Marinefliegereinheit auf einer Expedition nach Grönland. Nach seinen eigenen Angaben will er am 9.5.1926 mit einer dreimotorigen Fokker F-VII erstmals den Nordpol von Kings Bai auf Spitzbergen aus überflogen haben - begleitet von seinem Kopiloten Floyd Bennett. Der Flug erlangte großen öffentliche Aufmerksamkeit; Byrd wurde mit der Medal of Honor (Ehrenmedaille des US-Kongresses) ausgezeichnet. Heute wird seine Angabe allerdings allgemein angezweifelt, da die angegebene Zeitspanne für den Flug nicht ausreichend gewesen kann. 1927 unternahm er mit drei Begleitern den ersten transatlantischen Postflug von New York City nach Frankreich in 48 Stunden. 1928 brach er zur ersten von insgesamt fünf Antarktisexpeditionen auf. Dabei gelang ihm 1929 der erste Flug zum Südpol und die Entdeckung des Marie Byrd-Landes. Nach seinem Abschied vom Militär unternahm er von 1933 bis 1935 eine zweite Antarktisexpedition und führte - monatelang allein in einer ca. 200 Kilometer südlich von Little America gelegenen Hütte - Forschungsarbeiten durch. Dabei erkundete er fast die gesamte Küste und große Inlandsterritorien des Südpolargebietes, besonders zwischen Rossmeer und Wedellsee. Im Rahmen seiner dritten Expedition (1939-41) wurden vier Forschungsflüge durchgeführt. Auf der vierten von 1946 bis 1947 andauernden Antarktisexpedition wurden ca. 850.000 Quadratkilometer vermessen, und im Rahmen seiner Rückkehr führte er einen zweiten Südpolarflug durch, den er 1956 noch einmal wiederholte. 1955 wurde Byrd zum Leiter einer Antarktisexpedition der US-Regierung ernannt, die im Rahmen des Internationalen Geophysikalischen Jahres (1957-1958) durchgeführt wurde. 1956 verließ er die Expedition.

Werke u.a.: Skyward (1928), Little America (1930, dt. Flieger über dem 6. Erdteil), Discovery (1935, dt. Mit Flugzeug, Schlitten und Schlepper), Exploring with Byrd (1938), Alone (1938, dt. Allein).

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Arlington, National Cemetery

Robert Edwin Peary

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US-amerikanischer Ingenieur und Nordpolarforscher; trat nach dem Studium 1881 in die US Navy als Ingenieur ein und diente mehrere Jahre in Nicaragua. Peary, der schon früh großes Interesse an der Polarforschung entwickelte, führte in den Jahren zwischen 1891 und 1909 mehrere Expeditionen nach Grönland und auf das arktische Eis durch. 1901 stellte er durch eine nördliche Umfahrung Grönlands fest, daß es sich um eine Insel handelt; 1905 erforschte er das Grinnell- und Grant Land und erreichte 1905/06 bei 87°6' Nord und einer Entfernung von nur 280 Kilometern fast den geographischen Nordpol. 1908 brach er zu einer weiteren Polarexpedition auf, im Verlaufe deren er am 6.4.1909 dem Nordpol - begleitet von vier Inuit und seinem Assistenent Matthew Henson1 - erreicht haben will; bis heute halten sich an seinen Angaben allerdings Zweifel. In negative Schlagzeilen geriet er, als er sechs Inuits, die er von einer Expedition mit in die Heimat gebracht hatte, in einem Museum “wie Tiere” halten ließ; nur einer von ihnen konnte zurückkehren, sich aber nach 12-jähriger Abwesenheit in seiner alte Umgebung nicht mehr zurechtfinden.

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1 Matthew Henson, von der Öffentlichkeit lange ignoriert - wurde erst aufgrund einer Petition an den US-Präsidenten Ronald Reagan vom Woodlawn Cemetery in New York City auf den Friedhof in Arlington überführt und dort in der Nähe von Peary beigesetzt.

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Ehrenfried Günther Freiherr von Hünefeld

                            

Deutscher Flugpionier; zunächst von einem Hauslehrer erzogen, besuchte er später ein Gymnasium in Steglitz (heute zu Berlin). Bereits als Jugendlicher von der Fliegerei begeistert, meldete er sich zu Beginn des Ersten Weltkrieges als Freiwilliger bei den Jagdfliegern, wurde aber wegen seiner schlechten körperlichen Verfassung abgewiesen, wurde dafür an der Westfront eingesetzt, wo er durch ein Schrapnell an beiden Beinen schwer verletzt wurde. Nach seiner Genesung wurde er Ende 1916 in den diplomatischen Dienst übernommen und arbeitete im konsularischen Dienst in den Niederlanden. Nach dem Ende des Krieges war er u.a. beim Norddeutschen Lloyd tätig, ohne seine Leidenschaft allerdings aus den Augen zu verlieren. Aufgrund des ersten Alleinflugs von Charles Lindbergh über den Atlantik von Westen nach Osten, und er war überzeugt, daß dementsprechend auch eine Überquerung in der Gegenrichtung trotz der vorherrschenden Westwinde möglich sei. Nach längerer Vorbereitung startete er zusammen mit Hermann Köhl und dem Iren James C. Fitzmaurice (*1898, †1965) mit einer Junkers W 33 Bremen in Baldonnel, einem Flughafen in der Nähe Dublins. Nach über 36 stündiger Flugzeit erreichten sie am 13.4.1928 Greenly Island, eine Insel an der Südküste Labradors. Für die Rückreise nach Europa wählten sie den Dampfer Columbus an, wo sie in Deutschland triumphal empfangen wurden. Zu einem Ostasienflug, der ihn, K. G. Lindner als Piloten - von Hünefeld hatte keine Pilotenlizenz - und den Monteur Lengerich nach Sofia und weiter über Angora, Bagdad, Buschir und Karatschi nach Kalkutta führte, brach von Hünefeld am 19.9.1928 von Berlin aus auf. Wegen eines Berechnungsfehler mußte der Flug in Mandalay (Birma) unterbrochen werden, bis er ihn 12 Tage später über Hanoi, Kanton und Shanghai nach Tokio fortsetzen konnte. Der ursprünglich über den Pazifik geplante Rückflug mußte allerdings aufgegeben werden, so daß er mit der Transsibirischen Eisenbahn die Rückreise nach Deutschland antreten mußte. Durch vielfache Krankheiten und einige Operationen geschwächt, starb von Hünefeld an den Folgen einer weiteren Operation.

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John Augustus Sutter eigentl. Johann August Sutter

                                            

US-amerikanischer Kolonisator schweizerischer Herkunft; auch General Sutter oder Der Kaiser von Kalifornien genannt; machte eine kaufmännische Lehre in der Thurneysen'schen Druckerei und Verlagsbuchhandlung in Basel und kam um 1824 nach Burgdorf im Kanton Bern, wo er als Handelscommis bei Salzfaktor Aeschlimann tätig war und später ein eigenes Tuchwarengeschäft an der Schmiedengasse betrieb. Sutter floh 1834 wegen eines Konkurses aus der Schweiz über Frankreich und Hawaii nach Kalifornien. Als aufgrund des Vertrages von Guadalupe Hidalgo vom 2.2.1848, der den Mexikanisch-Amerikanischen Krieg beendete, Kalifornien und das Gebiet zwischen Texas und Kalifornien den Vereinigten Staaten zugeschlagen wurden, erwarb er von den Mexikanern große Ländereien an der Stelle der heutigen Stadt Sacramento, die Kolonie “Neu-Helvetia”. Als 1848 auf seinem Gebiet Gold entdeckt wurde, eigneten sich Goldsucher den Besitz an. Er starb finanziell ruiniert. Sein Schicksal wurde u.a. von Blaise Cendrars (1925, L'Or - La merveilleuse histoire du général Johann August Suter) und Stefan Zweig (1927, Die Entdeckung Eldorados. J. A. Sutter, Kalifornien. Januar 1848) literarisch behandelt.

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Jean Bart

Freibeuter; Sohn eines flandrischen Fischers; in Diensten des französischen Königs Ludwigs XIV.; heuerte 1662 im Alter von 12 Jahren als Schiffsjunge auf einem Schmuggler an, war mit 16 Jahren Führungsoffizier und nahm in der holländischen Marine unter Admiral Michiel de Ruyter (*1607, †1676) an einer Kaperfahrt gegen Großbritannien teil. Er kämpfte unter dessen Befehl in der Viertageschlacht, die im Juni 1666 nahe der Küste Flanderns zwischen den Niederländern und Engländern stattfand. Als Ludwig XIV. Holland 1672 den Krieg, der in die Geschichte als der Holländische Krieg einging und der bis 16768 andauerte, erklärte, kehrte Bart nach Frankreich zurück und erhielt königliche Kaperbriefe. 1681 gelang es ihm in der Schlacht bei Texel, 81 holländische Handelsschiffe kapern und wurde dadurch von der Krone finanziell unabhängig. Es folgte eine Karriere als patentierter Freibeuter innerhalb der französischen Flotte. 1689 wurde er von den Engländern während eines Geleitzuggefechts gefangengenommen, konnte jedoch wenig später aus dem Hafen von Plymouth mit einem entwendeten Boot fliehen und innerhalb von drei Tagen St. Malo erreichen. Er durchbrach 1694 die englische Blockade und brachte mit einem Konvoi aus 150 Schiffen Lebensmittel in das hungernde Frankreich. Für diese Tat wurde Bart zum “Chevalier de St. Louis“ geschlagen und in den Adelsstand erhoben. Nach seinen Erfolgen wurde er 1696 Befehlshaber der französischen Flotte. 1697 befehligte er erfolglos die Expedition nach Danzig, deren Ziel es war, Louis-François de Bourbon, prince de Conti zum Nachfolger Johann III. Sobieskis als König von Polen zum Thron zu verhelfen.

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Bild: Susan Kane (08/2009)
Bild: Bohemianroots (06/2006)

Lititz, Moravian Cemetery

Bilder: Hajo Rackel (04/2009)

Berlin-Steglitz, Städtischer Friedhof

Bild: Frédéric Lemaréchal (Wikipedia)

Dünkirchen, Église Saint Eloi

Arlington, National Cemetery

Bad König (Odenwald), Stadtfriedhof

Bilder: Thomas Lust (06/2009)

Carl Weyprecht

Österreichisch-ungarischer Nordpolarforscher; trat 1856 in die österreichisch-ungarische Kriegsmarine ein und zeichnete sich in den Kriegen von 1859 und 1866 (Seeschlacht von Lissa) aus wurde 1861 zum Marineoffizier ernannt. 1871 unternahm er eine Vorexpedition nach Spitzbergen und Nowaja Semlja mit Julius von Payer; leitete mit diesem von 1872 bis 1874 die österreichisch-ungarische Nordpolexpedition, bei der die beiden auf der eigens für die Expedition gebauten Tegetthoff, am 14.7.1872 vom norwegischen Hafen Tromsö aus der Nordpol erreicht werden sollte. Das Schiff wurde am 21.8. von Packeis eingeschlossen und in Richtung Franz-Josef-Land getrieben, das damals noch unbekannt war und von Weyprecht und Payer erforscht wurde. Die Tegetthoff mußte schließlich aufgegeben werden, und die Expeditionsmitglieder erreichen auf Schlitten Nowaja Semlja, wo sie am 24.8.1874 von einem russischen Schiff aufgenommen wurden. Auf die Initiative von Weyprecht geht das Erste Internationale Polarjahr (1882/83) zurück, im Rahmen dessen elf teilnehmende Nationen zwei Stationen in der Antarktis und zwölf in der Arktis errichteten.

 

Carl Weyprecht (r.) mit Julius Payer auf der Titelseite des "Illustrierten Wiener Extrablattes" vom 25.9.1874.

Werke u.a.: Astronomische und geodätische Bestimmungen der österreichisch-ungarischen arctischen Expedition 1872-1874 (1877), Die Metamorphosen des Polareises, 10 Tle. (1878-79), Praktische Anleitung zur Beobachtung der Polarlichter und der magnetischen Erscheinungen in hohen Breiten (1881).

Inschrift: Beharrlich im Vorsatz! - Der lebte, der im Tode viel nasse Augen sah (Lützow).

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François Coli

1925

 

Französischer Flugpionier: einer Familie korsischer Seefahrer entstammend; schrieb sich an der École nationale de la Marine marchande ein. Im Alter von 24 Jahren erhielt er seinen Führerschein als Fernfahrer und wurde später Kapitän der Handelsmarine. Im Ersten Weltkrieg wollte er eigentlich zur Marine, wurde jedoch abgewiesen und trat im Oktober 1914 als einfacher Infanterist beim 278. Infanterieregiment ein., stieg aber innerhalb von sechs Monaten in den Rang eines Hauptmanns auf. Zweimal schwer verwundet, - er verlor sein rechtes Auge - als kampfunfähig eingestuft. Vier Monate später, am 16.5.1916, machte er seinen Pilotenschein und kam am 13. November zur Squadron Nr. 62, die er im Februar 1917 übernahm. Bei einem Absturz seiner Maschine bei der Landung aufgrund eines Motorschadens am 21.6.1918 wurde er erneut verletzt. Am 14. Juli erfolgte seiner Ernennung zum Ritter der Ehrenlegion. 10. März, nach der Rückkehr von einem Kampfeinsatz, stürzte sein Flugzeug auf einen Schuppen, und Coli verlor sein rechtes Aug, was ihn nicht davon abhielt, weiterhin zu fliegen. Bei Kriegsende war er Geschwaderkapitän und mit dem Croix de Guerre dekoriert. 1919 schaffte er mit seinem Flugzeug die zweifache Überquerung des Mittelmeers und stellte einen neuen Entfernungsrekord auf. Im Mai 1927 startete er gemeinsam mit dem Franzosen Charles Nungesser, der während des Ersten Weltkriegs Jagdflieger war, zu einem Versuch, den Atlantischen Ozean mit einem aus französischer Produktion stammenden und mit einem 450 PS ausgestatteten Motor Doppeldecker zu überqueren, dem er den Namen L’Oiseau Blanc gegeben hatte. Nachdem das Flugzeug in der Normandie bei Étretat ein letztes Mal gesichtet worden war, blieb es verschollen. Bis heute ist ungeklärt, unter welchen Umständen und wo die Maschine mit ihren beidem Piloten abgestürzt ist.

Charles Nungesser (links) und François Coli mit der Oiseau Blanc

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Bild: Kay Harpa ((01/2018)

Paris, Cimetière du Montparnasse

Hinweis: Es handelt sich um einen Erinnerungsstein; sein Leichnam wurde nie gefunden.

Entdecker / Abenteurer VI

Omnibus salutem!