Auguste Marie Louis Nicolas Lumière

 Auguste (l.) und Louis Lumière

 

Louis Jean Lumière

Französische Chemiker und Fototechniker; Söhne eines Schriftenmalers; 1870 zog der Vater mit der Familie nach Lyon um und war dort als Porträtphotograph erfolgreich. Bei Versuchen mit einer aus Gelantine bestehenden Trockenplatte gelang seinem Sohn Louis die Entwicklung einer empfindlicheren als die bislang verwendeten Platte. 1882 begannen die Brüder mit der industriellen Herstellung fotografischen Platten und gründeten in Lyon eine Fabrik für fotografische Platten, Papiere und Chemikalien. Bereits zehn Jahre später wurden über 10 Millionen solcher Platten produziert, und sie beschäftigten 300 Mitarbeiter. 1894 kamen die Brüder mit erstmals in Kontakt mit dem amerikanischen Kinetoskop. Noch im gleichen Jahr entwickelten sie den ersten brauchbaren Kinematographen, und am 28.12.1895 fand in Frankreich im Grand Café am Boulevard des Capucines in Paris die erste öffentliche Filmvorführung von 15 selbstgedrehten Kurzfilmen vor zahlendem Publikum mit dem Cinématographe statt. Weiter wichtige Entwicklungen im Bereich der Photographie wie z.B. 1907 die Autochromplatte folgten.

Louis Lumière beim Mikroskopieren

 

 

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Friedrich August Haselwander

Deutscher Ingenieur; Sohn des Ingenieurs; nach dem Abitur an einem humanistischen Gymnasium studierte er am Polytechnikum Karlsruhe, sowie an den Universitäten von München und Straßburg, sowie in Straßburg bei August Kundt. Mit 27 Jahren kehrte er in seine Geburtsstadt zurück und ließ sich dort als selbständiger Elektrotechniker nieder. Nach einigen anderen Erfindungen, entwickelte er einen Drehstromgenerator, der durch Erzeugung höherer Spannung eine verlustfreiere Übertragung von Elektrizität über größere Strecken gestattet, und ließ diese Erfindung im Juli 1887 patentieren. Eine von ihm gebaute Musteranlage befindet sich heute im Deutschen Museum in München. Außerdem führte Haselwander bereits 1898 Untersuchungen zur Direkteinspritzung von Kraftstoff in Verbrennungsmotoren durch.

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Bilder: Stephane (08/2007)

Lyon, Cimetière Nouveau de la Guillotière

Ernst August Friedrich Ruska

 

Deutscher Ingenieur; studierte ab 1925 Elektrotechnik zunächst an der Technischen Universität München, wechselte 1927 an der Technischen Hochschule Berlin. Anschließend war er in der Entwicklungsabteilung der Berliner Fernseh AG tätig. Ab Anfang 1937 leitete Ruska, der als der Erfinder des Elektronenmikroskops und einer der Wegbereiter der Elektronenmikroskopie gilt und bereits 1933 mit der Schrift Über ein magnetisches Objektiv für das Elektronenmikroskop promoviert hatte, zusammen mit Bodo von Borries die industrielle Entwicklung der Elektronenmikroskopie bei der Siemens & Halske AG in Berlin. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und dem Wiederaufbau des Labors für Elektronenoptik bei Siemens übernahm er 1949 die Abteilung für Elektronenmikroskopie beim Fritz-Haber-lnstitut der Max-Planck-Gesellschaft in Berlin-Dahlem, die 1955 zum Institut für Elektronenmikroskopie am Fritz-Haber-Institut ausgebaut wurde. 1949 erhielt er einen Ruf zum Professor an die Freie Universität Berlin und lehrte ab 1959 auch an der Technischen Universität Berlin.

Auszeichnungen u.a.: Paul-Ehrlich-und-Ludwig-Darmstaedter-Preis (1970), Nobelpreis für Physik (1986) gemeinsam mit Gerd Binnig und Heinrich Rohrer (Erfinder des Rastertunnelmikroskops).

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Gerhard Fieseler

 

Deutscher Flugzeugkonstrukteur und Industrieller; Sohn eines Schriftsetzers; war im Ersten Weltkrieg Jagdflieger, u.a. bei der Fliegerabteilung 243 und später der Fliegerabteilung 43; 1917 wurde er zur Jasta (Jagdstaffel) 25 nach Mazedonien verlegt, wo er seinen ersten Luftsieg errang, denen 18 weitere bis zum Kriegsende folgten. Nachdem aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrages in der Weimarer Republik zunächst nicht geflogen werden durfte - das Verbot wurde erst 1922 aufgehoben - gründete Fieseler zunächst eine Druckerei in Eschweiler, um ab 1927 an Kunstflugwettbewerben teilzunehmen. Im Juni 1934 errang er die Weltmeisterschaft im Kunstflug. Zuvor hatte Fieseler die Segelflugzeugbau Kassel Fabrik gekauft, die er am 1.4.1930 in Fieseler Flugzeugbau umbenannte (später Gerhard-Fieseler-Werke GmbH) und bei der er u.a. 1937 den Fieseler-Storch (Fi 156), das erste Kurzstartflugzeug, herausbrachte, nachdem sein Unternehmen durch seine Mitgliedschaft in der NSDAP und seine Ernennung zum Wehrwirtschaftsführer im Jahr 1937 gefördert worden war. Auch die als V1 (Vergeltungswaffe) bekanntgewordene Rakete wurde bei Fieseler entwickelt, wenngleich sie bei anderen Unternehmen produziert wurde. Als die von Reichminister Göring geforderten Produktionszahlen nicht erreicht wurden, wurde Fieseler Ende März 1944 als Betriebsführer der Fieseler-Werke abgesetzt. Wie andere bei Rüstungsbetrieben wurde auch bei Fieseler “Fremdarbeiter” als Zwangarbeiter in den drei Kasseler Werken eingesetzt. Trotz seiner Nähe zum Nationalsozialismus wurde er nach dem Ende des Dritten Reiches bei der Entnazifizierung vollkommen entlastet.

Biographie: Meine Bahn am Himmel (1979).

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Konrad Ernst Otto Zuse

1992 Bild:Wolfgang Hunscher (wikipedia)

Deutscher Ingenieur, Computerpionier und Unternehmer; absolvierte in Berlin ein Studium als Bauingenieur, welches er im Alter von 25 Jahren an der Polytechnischen Hochschule, Vorgängerin der heutigen Technischen Universität (TU), abschloß. Anschließend arbeitete Zuse kurzzeitig als Statiker bei den Henschel-Flugzeugwerken in Berlin-Schönefeld. Da er sich über die für bautechnische Berechnungen umfangreichen und langwierigen Rechenvorgänge ärgerte, ersann er im privaten Umfeld, d.h. in seiner Wohnung eine mit einem binären Zahlensystem rechnende aber noch auf mechanischer Basis arbeitende programmgesteuerte Rechenanlage, die diese Arbeiten übernehmen sollte. 1936 stellte er die Z1 genannte Rechenmaschine der Öffentlickeit vor. Da die mechanisch arbeitende Maschine aber noch ungenaue Ergebnisse lieferte, experimentierte er daraufhin mit einem elektromechanischen Rechenwerk; aus diesen Versuchen ging 1940 die Z2 hervor. Mit der Z3 stellte er 1941 den ersten betriebsfähigen programmgesteuerte und mit 2.600 Relais ausgestatteten Rechenautomat mit logischen Schaltungen fertig. Die Programme wurden jeweils mittels eines Lochstreifens eingelesen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges stellte Zuse die Z4 als verbessertes Modell vor. Diese Modell gilt als der erste europäische Computer. Zur Steuerung des Z4 entwickelte Zusa eine entspr. Programmiersprache, die unter dem Namen Plankalkül bekannt wurde. 1947 gründete er ein Ingenieurbüro in Hopferau im Allgäu, aus dem 1949 die Zuse KG im hessischen Neukirchen (Krs. Hersfeld-Rotenburg) hervorging, die 1957 nach Bad Hersfeld übersiedelte; in ihr wurden zunächst noch Relais- und Elektronenrechner hergestellt, später jedoch, da Zuse hier weiter an der Entwicklung programmierbarer Rechenanlagen arbeitete, Transistor-basierte Computer. 1966 erhielt Zuse, der 1964 aus der Firma ausgeschieden war, aufgrund seiner Verdienste eine Honorar-Professur für Computertechnologie an der Universität Göttingen erhalten, an der er u.a. an der Weiterentwicklung von Programmiersprachen arbeitete. Die Firma wurde 1966 zunächst teilweise von der Firma Siemens übernommen und war seit 1969 deren vollständige Tochter. Allerdings wurde der Bau von Zuse-Computer wegen der starken Konkurrenz aus den Vereinigten Staaten Ende der 1960er Jahre eingestellt. Jahrelang wurde Zuse als Erfinder des Computers von der Öffentlichkeit ignoriert und mußte Prozesse wegen Erfindungsrechten führen.

Auszeichnungen u.a.: Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (1972).

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Pierre-Paul Riquet Baron von Bonrepos

Französischer Ingenieur; beschäftigte sich schon sehr früh mit der Idee, einen Kanal zu bauen, der den Atlantik mit dem Mittelmeer verbinden sollte. Bereits 1618 war von der Parlament des Languedocs ein entsprechender Plan für einen “Canal des Deux Mers” vorgelegt worden, der allerdings abgelehnt worden war, weil man seinerzeit keine Möglichkeit sah, dem Kanal an seiner höchsten Stelle Wasser zuzuführen. Nachdem Riquet jedoch durch eigene Untersuchungen festgestellt hatte, daß es möglich sei, Wasser aus den ca. 30 km entfernten Montagnes Noires über ein Kanalsystem zuzuleiten, stellte er 1662 seinen Plan zum Bau des Canal du Midi fertig, den er dem Finanzminister Ludwigs XIV., Jean-Baptiste Colbert, vorlegte.

Colbert stellt Ludwig XVI. seinen Plan vor

Da die positiven wirtschaftlichen Auswirkungen eines solchen Projekt auf die tangierten Regionen erkannt wurden, erging 1666 die königliche Genehmigung zum Beginn des Baus, der ein Jahr später in Angriff genommen wurde. Nach einer Bauzeit von 14 Jahren wurde der mit zahlreichen Schleusen und Unter- und Überführungen versehene Kanal am 24.5.1681 eröffnet. Riquet erlebte die Eröffnung allerdings nicht mehr; er starb erschöpft sieben Monate zuvor. Heute wird der 241 km langen Canal du Midi vorwiegend von Freizeitkapitänen verwendet, die mit ihren Booten insbesondere den südlichen Teil des Kanals zwischen dem Mittelmeer und Carcassonne befahren.

 

Canal du Midi - Schleusen bei Bezièrs

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Plan von der Schleusenanlage bei Bezièrs

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Bild: Klaus Paap (04/2009)

Offenburg, Alter Friedhof

Bilder: Bernd Schwibbe (05/2009)

Berlin, Waldfriedhof, Potsdamer Chaussee

Kassel, Hauptfriedhof

Hünfeld, Neuer Friedhof

Toulouse, Cathédrale St. Etienne

Hinweis: Die helle Platte auf dem Boden der Kirche markiert Riquets Grabstätte und ist der Zugang zu seiner Gruft.

Friedrich Gottlob Keller

 

Deutscher Erfinder; Sohn eines Webermeisters; absolvierte eine Ausbildung zum Weber und Blattbinder und ließ sich nach der “Walz” durch Preußen, Sachsen und Österreich 1839 als Webermeister in Hainichen nieder. Seine Tätigkeit als Blattbinder befriedigte ihn wenig, so daß er allerlei technische Erfindungen erdachte, die er auch sorgfälltig in einem Notizbuch festhielt. 1843 begann er mittels eines Scheifsteins Holz zu zerkleinern, so daß sogenannter Holzschlitt entstand. Nachdem er das Verfahren verbessert hatte, war er in der Lage, Holzschlitt in größeren Mengen herzustellen, die er in einer Altchemnitzer Papiermühle zu Papier verarbeiten ließ und 1845 auf diesem Papier eine Teilauflage des Intelligenz- und Wochenblatts für Frankenberg und Umgebung drucken konnte - der weltweit erste Druck auf Holzschliffpapier. Als er seine Erfindung durch Patentierung schützen wollte, wurde dieses Ansinnen durch das Sächsische Ministerium des Innern mehrmals abgelehnt, weil man dort die Bedeutung der Erfindung nicht erkannte. Von seiner Idee überzeugt, pachtete er die Papiermühle in Kühnhaid, die jedoch technisch nachgerüstet werden mußte, so daß sein zu geringes Startkapital einerseits und seine geringe Erfahrung in geschäftlichen Dingen andererseits zu einem Fehlschlag führte; auch ein weiterer Versuch mit einem Partner scheiterte, so daß Keller schließlich - da er sich finanziell gar nicht oder kaum hatte engagieren können - keinen Anteil an dem Nutzen aus der später dann doch noch erfolgten Patentierung des Verfahren durch seinen Partner hatte. Nachdem er schließlich die Papiermühle, die er inzwischen erworben hatte, unter Verlusten hatte aufgeben müssen, zog er nach Krippen, wo er in einer kleinen eigenen Werkstatt allerlei Kleinmaschinen herstellte, sich aber schließlich wieder – auch wegen eines Hausbaus - finanziell übernahm. Zwar hochgeehrt und mehrfach ausgezeichnet, lebte Friedrich Gottlob Keller, der mit seiner Erfindung, die noch heute das übliche Verfahren zur Papierherstellung mittels Holzschliff darstellt, die Grundlage zur industriellen Großherstellung billigen Papiers. schuf, dennoch immer am Rande des Ruins, der letztlich nur verhindert werden könnte, weil 1892 eine Spendenaktion ihmfinanziell unter die Arme griff.

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Bad Schandau OT Krippen, Gemeindefriedhof

Erfinder / Konstrukteure XIII

Omnibus salutem!