Was verbirgt sich eigentlich hinter dem Begriff:

 

Anschluß Österreichs an das Deutsche Reich

Nach der Niederlage Österreichs im Ersten Weltkrieg rief die provisorische österreichische Nationalversammlung am 12 . November 1918 die Republik Deutschösterreich aus und erklärte den Anschluß der Republik an das Deutsche Reich. Dagegen erhoben die Siegermächte, vor allem Frankreich, jedoch vehement Einspruch und untersagten im Frieden von Saint-Germain vom 10.  September 1919 ausdrücklich eine Vereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich. Nach der “Machtergreifung” der Nationalsozialisten im Deutschen Reich im Jahre 1933 geriet die Anschlußbewegung in Österreich immer mehr unter nationalsozialistischen Einfluß, so daß sicstimmzettel_anschluss_oesterreichh in Öesterreich die Stimmen mehrten, die sich gegen den Anschluß aussprachen. Nachdem der nationalsozialistische Putsch, bei dem 1934 der österreichische Bundeskanzler Engelbert Dollfuß ermordet wurde, scheiterte, erhielt die Anschlußbewegung in Österreich einen weiteren Rückschlag. Daraufhin stellte Hitler den Anschluß Österreichs an das Deutsche Reich zunächst zurück, und die deutsche Reichsregierung schloß im Juli 1936 mit der österreichischen Regierung unter Bundeskanzler Kurt von Schuschnigg einen Vertrag ab, der die gegenseitige Nichteinmischung garantierte. Zwei Jahre später, am 12. Februar 1938, traf Hitler sich mit Kurt von Schuschnigg und diktierte ihm eine Vereinbarung, die das Verbot der österreichischen Nationalsozialisten aufhob, sie an der Regierung beteiligte, ihnen mit dem Innenministerium die Polizeigewalt übergab und somit die Voraussetzungen für eine nationalsozialistische Machtübernahme in Österreich schuf. Um diese zu verhindern, beraumte Schuschnigg am 9. März 1938 eine für den 13.3. 1938 geplante Volksabstimmung "Für ein freies und deutsches, unabhängiges und soziales, für ein christliches und einiges Österreich! "an und trat am 11. März zurück. Am Folgetag überschritten Truppenkontingente der deutsche Wehrmacht unter dem Jubel großer Teile der Bevölkerung und im Einvernehmen mit dem neuen österreichischen Bundeskanzler Arthur Seyß-Inquart die österreichische Grenze, und am 13.  März wurde das ”Gesetz über die Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich" verkündet, durch das Österreich ein Land des Deutschen Reiches wurde. Hitler ließ die Vereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich durch eine Volksabstimmung am 10. April 1938 nachträglich billigen und verband die Entscheidung über den “Anschluß“ auch mit einem Zustimmungsvotum zu sich selbst und damit seiner Politik.

Sozialistengesetz

Aufgrund der Wirtschaftskrise des Jahres 1873 verzeichneten der Allgemeiner Deutscher Arbeiterverein und die Sozialdemokratische Arbeiterpartei (die spätere Sozialdemokratische Partei) einen bedeutenden Anstieg ihrer Mitgliederzahl. und damit deutlich steigende Wahlerfolge bei den Reichstagswahlen 1874. und 1877, die die Reichsregierung und die bürgerlichen Parteigruppierungen im Reichstag beunruhigten. Reichskanzler Otto von Bismarck suchte daher, um dieser neuen Gefahr einer herannahenden sozialistischen Revolution zu begegnen, einen Vorwand, der ihm zwei Attentate auf Kaiser Wilhelm I. 1878 boten. Obwohl die Anschläge fehlschlugen und außerdem auch keinen Zusammenhang mit den angeblichen sozialdemokratischen Umsturzplänen. hatten, wurde am 21.10.1878 das Reichsgesetz ”wider die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie” erlassen. Die sozialdemokratischen und sozialistischen Vereine wurden verboten, ebenso Veranstaltungen, Umzüge, Feste und Versammlungen, zudem mußten die Parteizeitungen ihr Erscheinen einstellen. Personen, die die Ordnung gefährdeten, konnten ausgewiesen oder ins Gefängnis geworfen werden. Mit dem Sozialistengesetz sollten sowohl die Parteiorganisation als auch die Gewerkschaften zerschlagen werden. Das Gesetz wurde im Reichstag mit den Stimmen der Konservativen und Nationalliberalen angenommen, während das Zentrum, die Fortschrittspartei und die Fraktion der Sozialdemokraten gegen die Annahme stimmten. Es wurde gegen den Wunsch der Regierung auf zweieinhalb Jahre befristet, aber regelmäßig bis 1890 verlängert, ab 1880 auch mit den Stimmen von Teilen des Zentrums. Die angedrohten ernsten Konsequenzen konnten dank der Solidarität der Arbeiter die Organisationen der Partei und der Gewerkschaften nicht mehr beschädigt werden; ganz im Gegenteil wuchs die Anzahl der Wähler der Partei von 1878 bis 1890 von 41.5000 auf 1.427.000 an. 1912 wurde die SPD mit 110 Abgeordnetenschließlich zur stärksten Fraktion im Reichstag.

Rosenkriege (Wars of the Roses)

Bezeichnung für die kriegerische Rivalität zwischen den Häusern Lancaster (rote Rose) und York (weiße Rose) um die Königswürde in England, die 1455 begannen, als dem König Heinrich VI. aus dem Hause Lancaster der Thron von Richard von York streitig gemacht wurde, und 1485 endete.

Aufgrund der Kriege wurde die Macht des englischen Adels schwer beschädigt, während das Königtum sich konsolidieren und an Macht zurückgewinnen konnte, da sich einerseits die beiden rivalisierenden Häuser York und Lancaster vereinten und andererseits das Königtum fortan von den Städten und dem Landadel gestützt wurde.

Doppler-Effekt

Nach dem österreichischen Physiker Christian Doppler bezeichnete Effekt der sich ändernden Frequenz bei der Ausbreitung von Wellen (Schall-, Lichtwellen u.a.), wenn sich Quelle und Beobachter relativ zueinander bewegen.

Hexenverfolgung

Die Verfolgung von Hexen, die für Dienerinnen des Teufels angesehen wurden, die sich nachts an schaurigen Orten mit Dämonen zum sogenannten Hexensabbat träfen, steigerte sich im 16. und 17 .Jahrhundert in vielen Ländern Europas zu einem regelrechten Massenwahn. Die Hexenverfolgungen hatten ihre Ursache häufig in persönlichen Racheakten, in der Suche nach Sündenböcken für Mißernten, Viehsterben und sonstigem existenzbedrohendem Unheil. Bestraft wurde vor allem der Schadenzauber, das heißt die durch magische Mittel (z.B. Verwünschung, Zaubertrank). Der Bund mit dem Teufel stellte die Hexen den Ketzern gleich, so daß die Hexenprozesse in die Zuständigkeit der Inquisition fielen. Die Dominikaner Heinrich Institoris und Jakob Sprenger faßten 1487 die Hexenlehre im Hexenhammer zusammen, einem Handbuch, das die Hexerei überdies als typisch weibliches Verbrechen darstellte. De päpstliche Bulle gegen Hexerei war die Summis desiderantibus affectibus, verkündet 1484 von Papst Innozenz VIII. der regionale Inquisitoren ernannte; sie feuerte die Verfolgung sogenannter Hexen an. Eine entscheidende Voraussetzung für die sprunghafte Verbreitung der Hexenverfolgungen allerdings mit großen regionalen und zeitlichen Schwankungen war die Folter, durch die Geständnisse und die Nennung von Komplizen erzwungen wurden. Dadurch zog ein Hexenprozeß meist weitere nach sich.

fecit Albrecht Dürer (1497)

Ihren Höhepunkt erreichten die Hexenprozesse zwischen 1590 und 1630. Bekannteste Opfer sind Jeanne d'Arc und Agnes Bernauer. Anna Göldi, die so genannte “letzte Hexe Europas" wurde 1782 im schweizerischen Glarus hingerichtet. Schätzungsweisewurden in Europa im Zuge der Hexenverfolgung drei Millionen Menschen der Prozeß gemacht, wobei 40.000 bis 60.000 Betroffene hingerichtet wurden

Bedeutenden Anteil an der Überwindung des Hexenwahns hatte die 1631 anonym erschienene Schrift Cautio criminalis oder Rechtliches Bedenken wegen der Hexenprozesse des Jesuiten Friedrich von Spee, der als Seelsorger von zum Tode verurteilten Hexen zu der Erkenntnis kam, allein die Folter mache Hexen. Auch das Eintreten des Juristen Christian Thomasius, für die Humanisierung der Strafprozessordnung zu Anfang des 18. Jahrhunderts trug wesentlich zur Beseitigung der Hexenprozesse und der Folter bei.

Falange

[von altgriechisch φάλαγξ (phalanx / Schlachtreihe)] Kurzbezeichnung der spanischen Staatspartei unter General Francisco Franco Bahamonde, 1934 entstanden aus der FalangeEspañola, die 1933 von José Antonio Primo de Rivera gegründet wurde, und den nationalen Syndikalisten (Juntas de Ofensiva Nacional-Sindicalista, Abkürzung J.O.N.S.). Im Spanischen Bürgerkrieg kämpften die Falangisten auf der Seite der Aufständischen unter Franco gegen die spanische Republik. 1937 fusionierte Franco die Falange mit den prokatholischen und monarchistischen Karlisten und anderen Rechtsparteien zur Falange Española Tradicionalista y de las J.O.N.S, die - in ihrem Parteiprogramm vom Faschismus und Nationalsozialismus beeinflußt - einen totalitären Führerstaat und ein Korporativsystem anstrebte und machte die Falange nach seinem Sieg im Jahr 1939 zur allein zugelassene Staatspartei und Basis eines diktatorischen Regierungssystems. 1958 wurde das Programm der Falange zur Staatsdoktrin erklärt, die Falange selbst zum Movimiento Nacional erhoben. Nach Francos Tod verlor die Falange an Einfluß. Im Zuge der Demokratisierung Spaniens löste sie der spanische Ministerrat 1977 auf.

Erstellt unter teilweiser Verwendung von Texten aus der PC-Bibliothek 3.0. sowie wikipedia.org.

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