Was verbirgt sich eigentlich hinter dem Begriff:

 

Anschluß Österreichs an das Deutsche Reich

Nach der Niederlage Österreichs im Ersten Weltkrieg rief die provisorische österreichische Nationalversammlung am 12 . November 1918 die Republik Deutschösterreich aus und erklärte den Anschluß der Republik an das Deutsche Reich. Dagegen erhoben die Siegermächte, vor allem Frankreich, jedoch vehement Einspruch und untersagten im Frieden von Saint-Germain vom 10.  September 1919 ausdrücklich eine Vereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich. Nach der “Machtergreifung” der Nationalsozialisten im Deutschen Reich im Jahre 1933 geriet die Anschlußbewegung in Österreich immer mehr unter nationalsozialistischen Einfluß, so daß sich in Österreich die Stimmen mehrten, die sich gegenstimmzettel_anschluss_oesterreich den Anschluß aussprachen. Nachdem der nationalsozialistische Putsch, bei dem 1934 der österreichische Bundeskanzler Engelbert Dollfuß ermordet wurde, scheiterte, erhielt die Anschlußbewegung in Österreich einen weiteren Rückschlag. Daraufhin stellte Hitler den Anschluß Österreichs an das Deutsche Reich zunächst zurück, und die deutsche Reichsregierung schloß im Juli 1936 mit der österreichischen Regierung unter Bundeskanzler Kurt von Schuschnigg einen Vertrag ab, der die gegenseitige Nichteinmischung garantierte. Zwei Jahre später, am 12. Februar 1938, traf Hitler sich mit Kurt von Schuschnigg und diktierte ihm eine Vereinbarung, die das Verbot der österreichischen Nationalsozialisten aufhob, sie an der Regierung beteiligte, ihnen mit dem Innenministerium die Polizeigewalt übergab und somit die Voraussetzungen für eine nationalsozialistische Machtübernahme in Österreich schuf. Um diese zu verhindern, beraumte Schuschnigg am 9. März 1938 eine für den 13.3. 1938 geplante Volksabstimmung "Für ein freies und deutsches, unabhängiges und soziales, für ein christliches und einiges Österreich! "an und trat am 11. März zurück. Am Folgetag überschritten Truppenkontingente der deutsche Wehrmacht unter dem Jubel großer Teile der Bevölkerung und im Einvernehmen mit dem neuen österreichischen Bundeskanzler Arthur Seyß-Inquart die österreichische Grenze, und am 13. März wurde das ”Gesetz über die Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich" verkündet, durch das Österreich ein Land des Deutschen Reiches wurde. Hitler ließ die Vereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich durch eine Volksabstimmung am 10. April 1938 nachträglich billigen und verband die Entscheidung über den “Anschluß“ auch mit einem Zustimmungsvotum zu sich selbst und damit seiner Politik.

Sozialistengesetz

Aufgrund der Wirtschaftskrise des Jahres 1873 verzeichneten der Allgemeiner Deutscher Arbeiterverein und die Sozialdemokratische Arbeiterpartei (die spätere Sozialdemokratische Partei) einen bedeutenden Anstieg ihrer Mitgliederzahl. und damit deutlich steigende Wahlerfolge bei den Reichstagswahlen 1874. und 1877, die die Reichsregierung und die bürgerlichen Parteigruppierungen im Reichstag beunruhigten. Reichskanzler Otto von Bismarck suchte daher, um dieser neuen Gefahr einer herannahenden sozialistischen Revolution zu begegnen, einen Vorwand, der ihm zwei Attentate auf Kaiser Wilhelm I. 1878 boten. Obwohl die Anschläge fehlschlugen und außerdem auch keinen Zusammenhang mit den angeblichen sozialdemokratischen Umsturzplänen. hatten, wurde am 21.10.1878 das Reichsgesetz ”wider die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie” erlassen. Die sozialdemokratischen und sozialistischen Vereine wurden verboten, ebenso Veranstaltungen, Umzüge, Feste und Versammlungen, zudem mußten die Parteizeitungen ihr Erscheinen einstellen. Personen, die die Ordnung gefährdeten, konnten ausgewiesen oder ins Gefängnis geworfen werden. Mit dem Sozialistengesetz sollten sowohl die Parteiorganisation als auch die Gewerkschaften zerschlagen werden. Das Gesetz wurde im Reichstag mit den Stimmen der Konservativen und Nationalliberalen angenommen, während das Zentrum, die Fortschrittspartei und die Fraktion der Sozialdemokraten gegen die Annahme stimmten. Es wurde gegen den Wunsch der Regierung auf zweieinhalb Jahre befristet, aber regelmäßig bis 1890 verlängert, ab 1880 auch mit den Stimmen von Teilen des Zentrums. Die angedrohten ernsten Konsequenzen konnten dank der Solidarität der Arbeiter die Organisationen der Partei und der Gewerkschaften nicht mehr beschädigt werden; ganz im Gegenteil wuchs die Anzahl der Wähler der Partei von 1878 bis 1890 von 41.5000 auf 1.427.000 an. 1912 wurde die SPD mit 110 Abgeordneten schließlich zur stärksten Fraktion im Reichstag.

Rosenkriege (Wars of the Roses)

Bezeichnung für die kriegerische Rivalität zwischen den Häusern Lancaster (rote Rose) und York (weiße Rose) um die Königswürde in England, die 1455 begannen, als dem König Heinrich VI. aus dem Hause Lancaster der Thron von Richard von York streitig gemacht wurde, und 1485 endete.

Aufgrund der Kriege wurde die Macht des englischen Adels schwer beschädigt, während das Königtum sich konsolidieren und an Macht zurückgewinnen konnte, da sich einerseits die beiden rivalisierenden Häuser York und Lancaster vereinten und andererseits das Königtum fortan von den Städten und dem Landadel gestützt wurde.

Doppler-Effekt

Nach dem österreichischen Physiker Christian Doppler bezeichnete Effekt der sich ändernden Frequenz bei der Ausbreitung von Wellen (Schall-, Lichtwellen u.a.), wenn sich Quelle und Beobachter relativ zueinander bewegen.

Hexenverfolgung

Die Verfolgung von Hexen, die für Dienerinnen des Teufels angesehen wurden, die sich nachts an schaurigen Orten mit Dämonen zum sogenannten Hexensabbat träfen, steigerte sich im 16. und 17 .Jahrhundert in vielen Ländern Europas zu einem regelrechten Massenwahn. Die Hexenverfolgungen hatten ihre Ursache häufig in persönlichen Racheakten, in der Suche nach Sündenböcken für Mißernten, Viehsterben und sonstigem existenzbedrohendem Unheil. Bestraft wurde vor allem der Schadenzauber, das heißt die durch magische Mittel (z.B. Verwünschung, Zaubertrank). Der Bund mit dem Teufel stellte die Hexen den Ketzern gleich, so daß die Hexenprozesse in die Zuständigkeit der Inquisition fielen. Die Dominikaner Heinrich Institoris und Jakob Sprenger faßten 1487 die Hexenlehre im Hexenhammer zusammen, einem Handbuch, das die Hexerei überdies als typisch weibliches Verbrechen darstellte. De päpstliche Bulle gegen Hexerei war die Summis desiderantibus affectibus, verkündet 1484 von Papst Innozenz VIII. der regionale Inquisitoren ernannte; sie feuerte die Verfolgung sogenannter Hexen an. Eine entscheidende Voraussetzung für die sprunghafte Verbreitung der Hexenverfolgungen allerdings mit großen regionalen und zeitlichen Schwankungen war die Folter, durch die Geständnisse und die Nennung von Komplizen erzwungen wurden. Dadurch zog ein Hexenprozeß meist weitere nach sich.

fecit Albrecht Dürer (1497)

Ihren Höhepunkt erreichten die Hexenprozesse zwischen 1590 und 1630. Bekannteste Opfer sind Jeanne d'Arc und Agnes Bernauer. Anna Göldi, die so genannte “letzte Hexe Europas" wurde 1782 im schweizerischen Glarus hingerichtet. Schätzungsweise wurden in Europa im Zuge der Hexenverfolgung drei Millionen Menschen der Prozeß gemacht, wobei 40.000 bis 60.000 Betroffene hingerichtet wurden

Bedeutenden Anteil an der Überwindung des Hexenwahns hatte die 1631 anonym erschienene Schrift Cautio criminalis oder Rechtliches Bedenken wegen der Hexenprozesse des Jesuiten Friedrich von Spee, der als Seelsorger von zum Tode verurteilten Hexen zu der Erkenntnis kam, allein die Folter mache Hexen. Auch das Eintreten des Juristen Christian Thomasius, für die Humanisierung der Strafprozessordnung zu Anfang des 18. Jahrhunderts trug wesentlich zur Beseitigung der Hexenprozesse und der Folter bei.

Falange

[von altgriechisch φάλαγξ (phalanx / Schlachtreihe)] Kurzbezeichnung der spanischen Staatspartei unter General Francisco Franco Bahamonde, 1934 entstanden aus der FalangeEspañola, die 1933 von José Antonio Primo de Rivera gegründet wurde, und den nationalen Syndikalisten (Juntas de Ofensiva Nacional-Sindicalista, Abkürzung J.O.N.S.). Im Spanischen Bürgerkrieg kämpften die Falangisten auf der Seite der Aufständischen unter Franco gegen die spanische Republik. 1937 fusionierte Franco die Falange mit den prokatholischen und monarchistischen Karlisten und anderen Rechtsparteien zur Falange Española Tradicionalista y de las J.O.N.S, die - in ihrem Parteiprogramm vom Faschismus und Nationalsozialismus beeinflußt - einen totalitären Führerstaat und ein Korporativsystem anstrebte und machte die Falange nach seinem Sieg im Jahr 1939 zur allein zugelassene Staatspartei und Basis eines diktatorischen Regierungssystems. 1958 wurde das Programm der Falange zur Staatsdoktrin erklärt, die Falange selbst zum Movimiento Nacional erhoben. Nach Francos Tod verlor die Falange an Einfluß. Im Zuge der Demokratisierung Spaniens löste sie der spanische Ministerrat 1977 auf.

Kieler Matrosenaufstand

Als die Seekriegsleitung (SKL) selbständig den militärisch sinnlosen Befehl zum Einsatz der Hochseeflotte gegen England ausgab, obwohl die Oberste Heeresleitung (OHL) bereits ultimativ eine sofortige Beendigung des Ersten Weltkrieges verlangt hatte, begannen die Matrose der auf Reede vor Wilhelmshaven liegenden Schiffe der kaiserlichen Hochseeflotte am 29.  Oktober 1918 zu meutern. indem sie sich weigerten, die Schiffe zum Auslaufen klarzumachen. Es folgten in Kiel Demonstrationen und offener Aufruhr der Matrosen und sowie der Werftarbeiter. Am 4. November wurden hier die ersten Arbeiter- und Soldatenräte gewählt, die die öffentliche Gewalt in der Stadt übernahmen .Der Aufstand löste die Novemberrevolution aus, die zum Sturz der Monarchie und zur Ausrufung der Republik in Deutschland führte.

 

Die 14 Kieler Punkte: Beschlüsse und Forderungen des Soldatenrates

 

 

 

 

 

Truman-Doktrin

Am 12.3.1947 von Harry S. Truman im Kongreß als Leitlinie vorgestelltes außenpolitisches Programm, wonach die USA bereit waren, anderen ”freien” Völkern auf deren Ersuchen hin militärische und wirtschaftliche Hilfe gegen eine Gefährdung ihrer Freiheit von innen oder außen zu leisten. Die Rede hielt er im Rahmen der Bitte um die Zustimmung des Kongresses zu einer Militär- und Wirtschaftshilfe für die Türkei und für die antikommunistischen Kräfte im griechischen Bürgerkrieg

Sezessionskrieg (auch Amerikanischer Bürgerkrieg)

Krieg zwischen den Nordstaaten der USA und elf aus der Union ausgetretenen Südstaaten. Die Ursachen lagen in den unterschiedlichen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verhältnissen zwischen dem Norden und dem Süden der USA: Im Norden dominierte eine auf der Industrialisierung basierende Gesellschaft, während im Süden eine Plantagenwirtschaft auf der Basis der Haltung von Sklaven vorherrschte. Die Wahl Abraham Lincoln, der für für die Sklavenbefreiung eintrat, 6.11.1860 zum Präsidenten der USA löste den Austritt (Sezession) der Südstaaten aus der Union aus, die sich 1861 unter Präsident Jefferson Davis zu den Konföderierten Staaten von Amerika zusammenschlossen, während die Nordstaaten auf der Unauflösbarkeit der Union beharrten.

Der Krieg begann mit dem Angriff der Konföderierten auf das Unionsfort Sumter bei Charleston (Südkarolina) am 12.4.1861. Nach anfänglichen Erfolgen der Südstaatenarmee (u.a. Schlachten am Bull Run, 21.7.1861 und 29./30.8.1862) führten Versuche von General Robert E. Lee, den Krieg in die Unionsstaaten zu verlagern, zur Niederlage bei Gettysburg (1. bis 3.7.1863). Mit dem Fall von Vicksburg (4.7.1863) kam das ganze Mississippital in die Gewalt der Unionstruppen. In der Schlacht von Chattanooga (23. bis 25.11.1863) gelang es General Ulysses S. Grant, den wichtigsten Eisenbahnknotenpunkt des Südens und damit dessen Nachschublinien zu zerstören. General Lee kapitulierte am 9.4.1865 in Appomattox Court House. Der Krieg, der rund 620.000 Tote forderte, endete, als sich die letzten konföderierten Truppen im Mai 1865 ergaben.

Die siegreichen Nordstaaten schafften mit der Ratifizierung des 13. Verfassungszusatzes durch eine Mehrheit der Bundesstaaten am 18.12.1865 in den USA die Sklaverei ab.

Oberhausener Manifest

Überdrüssig der Heimat- und Musikfilme der Nachkriegszeit verfaßte eine Gruppe von jungen Filmemacher -darunter Wim Wenders, Rainer Werner Fassbinder, Edgar Reitz, Werner Herzog, Volker Schlöndorff, Alexander Kluge, Peter und Ulrich Schamoni sowie Hans Werner Geissendörfer - anläßlich der 8. Westdeutschen Kurzfilmtage am 28.2.1962 eine Erklärung, in der eine Ablösung des Kommerzfilms durch den Autorenfilm gefordert wurde (“Papas Film ist tot”), d.h. ein Bruch mit den bestehenden Produktionsverhältnissen

1. Jüdischer Krieg (auch 1. Römischer Krieg oder Jüdischer Aufstand)

wurde 66 n. Chr. ausgelöst durch lang angestaute antirömische Gefühle aufgrund von staatlicher und religiöser Unterdrückung, die sich - beginnend mit Unruhen on Caesarea - in einer allgemeinen Rebellion entluden und zur Einnahme Palastinas durch die Juden führte. 67 n. Chr. eroberten die Römer unter Kaiser Vespasian Galiläa und Transjordanien zurück, 70 n.  Chr. zerstörten sie unter dem Oberbefehl von Titus, dem Sohn Vespasians, Jerusalem und den Tempel völlig. Endgültig konnte der Krieg erst im Jahr 74 mit dem Fall der Festung Masada, die auf einem unzugänglichen Felsplateau über dem Toten Meer lieg, beendet werden. Anschließend wurden die jüdischen Gefangenen nach Rom und in entlegene römische Provinzen deportiert sowie die selbständige römische Provinz Judäa geschaffen.

Guomindang (Kuomintag)

[chin.: 中國國民黨, Nationale Volkspartei, GDM]

Chinesische Partei, die 1912 aus der 1905 von Sun Yat-sen gegründeten Geheimgesellschaft Tongmenghui (“Schwurbrüderschaft”) hervorgegangen ist, und maßgeblich an der Revolution von 1911 beteiligt war. Die GMD wandte sich gegen den restaurativen Kurs von Yuan Shikai , Präsident der Republik China, der die Partei im November 1913 auflöste. 1923 vereinbarte Sun Yat-sen mit derKomintern sowjetische Hilfe beim Wiederaufbau der GMD (Berater M. Borodin). Sie ging mit der KPCh eine enge Bindung ein und bildete mit ihr ein “nationale Einheitsfront” (1923-27). Sie gab sich 1924 ein neues Grundsatzprogramm, das auf den “drei Volksprinzipien” nationale Unabhängigkeit, Volksregierung und soziale Neugestaltung (besonders eine Bodenreform) beruhte. Nach Sun Yat-sens Tod setzte sich Chiang Kai-shek als Führer der GMD durch, stellte mit den unter sowjetischer Militärberatung u.a. durch General Wassili Konstantinowitsch Blücher) aufgestellten GMD-Truppen auf dem “Nordfeldzug” (1926-28) die Einheit Chinas wieder her und brach mit dem kommunistischen Bündnispartner (Bürgerkrieg 1927-37). Im chinesisch-japanischen Krieg (1937-45) wurde auf BetreibenMao Zedongs eine neue Einheitsfront zwischen der GMD und der KPCh gegen Japan gebildet. Nach der japanischen Niederlage wurde die GMD in einem weiteren Bürgerkrieg (1945-49) vom chinesischen Festland vertrieben; sie zog sich nach Taiwan zurück, wo sie seit 1949 die führende Regierungspartei ist.

Tag von Potsdam

Bezeichnung für die Feierlichkeiten zur Eröffnung des Reichstages am 21. März 1933, deren Höhepunkt ein Staatsakt in der Potsdamer Garnisonkirche war, wo sich Hitler und Hindenburg über dem Grab Friedrichs des Großen die Hände reichten, womit Übereinstimmung zwischen dem neuen nationalsozialistischen Deutschland und der alten preußisch-deutschen Tradition vor aller Welt signalisiert werden sollte.

Proskriptionslisten

[lat.: prosciptio, öffentlicher Anschlag]

Im antiken Rom die Bekanntgabe von Ächtungen politischer Gegner durch ausgehängte Tafeln, unter Sulla (82/81 v.Chr.) und während des 2. Triumvirats (43 v.Chr.).

Aufstand der Vendée (guerre de Vendée)

Bewaffneter Kampf der royalistisch-katholisch geprägten Landbevölkerung des Départements Vendée, einer historischen Landschaft in Westfrankreich, südlich der Loire, in der Folge der Französischen Revolution gegen die Repräsentanten und Truppen der Ersten Französischen Republik von 1793 bis 1796. Die Niederwerfung des Aufstands erfolgte 1795 durch General Lazare Hoche als der “Pacificateur de la Vendée“. Über 300.000 Tote und die gezielte Vernichtung von Siedlungen, Vieh und landwirtschaftlichen Flächen waren die Folge.

Van-Allen-Gürtel

eine Zone energetisch geladener Teilchen um die Erde, von denen die meisten vom Sonnenwind stammen und durch das Erdmagnetfeld eingefangen werden. Der Gürtel besteht im Wesentlichen aus zwei Strahlungszonen, wobei die innere sich in niedrigen geografischen Breiten, d. h. in der Nähe des Äquators, in einem Bereich von etwa 700 bis 6.000 Kilometer über der Erdoberfläche erstreckt und hauptsächlich aus hochenergetischen Protonen besteht, während die äußere sich in etwa 15.000 bis 25.000 Kilometer Höhe befindet und vorwiegend Elektronen enthält. Durch das Einfangen des Sonnenwinds lenkt das Magnetfeld diese energetischen Partikel ab und schützt die Atmosphäre somit vor Zerstörung. Wenn viele Elektronen die Erdatmosphäre erreichen, entsteht durch die Wechselwirkung mit Materie eine Leuchterscheinung, das Polarlicht.

Gravitationswellen

mit Lichtgeschwindigkeit fortpflanzende wellenförmige Störungen im Gravitationsfeld, die nach der allgemeinen Relativitätstheorie Albert Einsteins entstehen, wenn große Massen beschleunigt werden – wie dies zum Beispiel bei der Explosion von Sternen am Ende ihrer Lebenszeit oder wenn Neutronensterne. verschmelzen, geschieht. Durch sie werden Objekte im Raum für kurze Zeit gestreckt bzw. gestaucht. Je größer die Masse und deren Beschleunigung ist, umso größer ist auch die durch Gravitationswellen transportierte Energie.

Heilige Liga (1684)

[aus lat. ligare, verbinden] Bündnis gegen des Heiligen Römischen Reiches mit anderen europäischen Mächten gegen das Osmanische Reich. die Liga wurde am 5. März 1684 durch die Vermittlung von Papst Innozenz XI. auf Initiative von Kaiser Leopold I. gegründet. Mitglieder waren neben Reich und Papst zunächst Polen-Litauen sowie die Seerepublik Venedig. Nach Unterzeichnung des ”Ewigen Friedens“ mit Polen am 6. Mai 1686 trat auch das Moskauer Reich der Heiligen Liga bei.

Schlacht am Weißen Berg (tschech. Bílá hora)

war die erste große militärische Auseinandersetzung im Dreißigjährigen Krieg. Auf der am westlichen Stadtrand von Prag liegenden Hochebene besiegten Ferdinand II. und die 1609 in München als ein Bündnis katholischer Reichsstände einige Jahre vor Beginn des Dreißigjährigen Krieges pinxit Pieter Snayersgegründete Katholische Liga das Heer des böhmischen Königs Friedrich I. (Friedrich V. von der Pfalz) und dessen Heerführer Christian I. von Anhalt und beendete damit den durch den Prager Fenstersturz (23.5.1618) ausgelösten Böhmischen Aufstand.

Die Schlacht am Weißen Berg war die erste große Auseinandersetzung im Dreißigjährigen Krieg. Zu den großen Verlierern gehörten Böhmen und die Oberpfalz. Da Ferdinand am 22.1.1621 über Friedrich I. die Acht und Aberacht aussprach, wurde dessen pfälzische Kurwürde 1623 auf Herzog Maximilian I. von Bayern übertragen, weitere Teile des kurpfälzischen Gebietes wurden an Herzog Wolfgang Wilhelm von der Pfalz-Neuburg abgetreten. Damit waren die Weichen für die spätere Machtkonstellation in Europa gestellt.

 

 

Jahr ohne Sommer

Folge des Ausbruchs des Vulkans Tambora auf der Insel Sumbawa im heutigen Indonesien am 15.4.1815 mit einer Stärke von 7 auf dem Vulkanexplosivitätsindex, aufgrund dessen ungefähr 150 km³ Staub und Asche auch Schwefelverbindungen, die auf ein Schwefeldioxidäquivalent von 130 Megatonnen geschätzt werden, hoch in die Atmosphäre geschleudert werden, und sich wie ein Schleier um den gesamten Erdball verteilen. Vor Ort starben etwa 70.000 Menschen.

Die Abkühlung des Weltklimas durch den Ausbruch hält noch bis 1819 an. 1816 ist ein verheerendes Jahr für die Landwirtschaft mit gravierenden Ernteausfällen mit der Folge von Preissteigerungen, Hungersnot und Seuchen: In verschiedenen Regionen Europas und des östlichen Mittelmeerraumes brechen Typhus und die Pest aus. Außerdem kommt es zu politischen Unruhen.

Ein besonderes Phänomen ist noch Jahrzehnte später eine merkliche Veränderung im Tageslicht, insbesondere in den Abend- und Morgenstunden, da die Sonnenstrahlen auf ihrem dann längeren Weg durch die Atmosphäre auf eine Vielzahl von Aerosolpartikeln stießen, von diesen gestreut werden und dadurch vornehmlich die langwelligen Anteile des Lichtspektrums (Rot) beim Betrachter ankommen. So sind in Europa die Sonnenuntergänge von Schattierungen von rotem, orrangenem und violettem Licht geprägt - gelegentlich auch von Blau- und Grüntönen.

Vichy-Regierung

[offiziell État Francais], das von 1940 bis 1944 durch den französischen Marschall Philippe Pétain im unbesetzten Teil Frankreichs autoritär geleitete Regime mit Sitz in Vichy, das nach der Niederlage Frankreichs im Anschluß an den deutschen Westfeldzug und nach dem deutsch-französischen Waffenstillstand vom 22.6.1940 errichtetet wurde. Diese Regierung kollaborierte mit dem nationalsozialistischen Deutschland Mit der Befreiung Frankreichs durch die Alliierten nach der Landung in der Normandie Mitte 1944 brach die Vichy-Regierung zusammen und wurde am 25. 8.1944 von der Provisorischen Regierung unter Charles de Gaulle abgelöst.

Augustputsch in Moskau (Августовский путч)

Versuch einer Gruppe von Funktionären der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU), die sich selbst als Staatskomitee für den Ausnahmezustand (GKTschP) nannte, den Präsidenten der Sowjetunion Michail Gorbatschow abzusetzen und das Land unter ihre Kontrolle zu bringen. Als Gegner der Reformen durch Gorbatschow (Perestroika und Glasnost) fürchteten sie den Kontrollverlust über die osteuropäischen Satellitenstaaten der UdSSR und den kurz vor der Ratifizierung stehenden Vertrag, der einen Großteil der Macht der Zentralregierung auf die 15 Republiken verlagern sollte. Der Putsch brach in nur zwei Tagen zusammen und Gorbatschow kehrte ins Amt zurück, während alle Verschwörer ihre Ämter verloren. Boris Jelzin wurde zum dominierenden Führer, während Gorbatschow viel von seinem Einflu verlor. Der gescheiterte Putsch führte sowohl zum sofortigen Zusammenbruch der Kommunistischen Partei der Sowjetunion als auch zur Auflösung der UdSSR vier Monate später.

Heilige Allianz

ein von Zar Alexander I. europäischen Herrschern mit der Verpflichtung vorgeschlagenes lockeres Bündnis, ihre Politik an den christlichen Geboten des Friedens, der Gerechtigkeit und der Liebe auszurichten und sich gegenseitig Beistand zu leisten, das am 26. September 1815 von Kaiser Franz I. von Österreich, König Friedrich Wilhelm III. von Preußen und Alexander unterzeichnet und auf dem Wiener Kongreß verkündet. Nach und nach wurde der Vertrag von allen europäischen Staaten, mit Ausnahme Großbritanniens, des Heiligen Stuhls und des Osmanischen Reiches, unterzeichnet (wobei Letzterem wegen der christlichen Ausrichtung der Allianz der Beitritt verwehrt wurde). Die ursprüngliche Idee der Heilige Allianz war es, die Beziehungen zwischen den europäischen Staaten nach den Befreiungskriegen auf der Grundlage der christlichen Prinzipien neu zu ordnen. Tatsächlich aber schrieb die Allianz in der Innen- und Außenpolitik ihrer Mitgliedsstaaten lediglich den Status quo fest, wurde gegen liberale und demokratische Bewegungen eingesetzt und wurde so zum Symbol für Reaktion und Restauration. Die Heilige Allianz zerbrach an Differenzen zwischen den europäischen Mächten über den griechischen Unabhängigkeitskrieg und der Unabgängigkeitskriege in Lateinamerika. bereits während des griechischen Freiheitskampfes und der Unabhängigkeitskriege in Lateinamerika. Lediglich zwischen den drei Ostmächten Österreich, Preußen und Rußland blieb sie Teil einer gemeinsamen Ordnungspolitik und hatte bis zum Krimkrieg Bestand.

Marburger Religionsgespräch

von Landgraf Philipp I. von Hessen veranlaßte Zusammenkunft reformatorischer Theologen, an der u.a. Martin Bucer, Martin Luther, Philipp .Melanchthon, Ulrich Zwingli und Johannes Oekolampad vom 1. bis 4.10.1529 in Marburg teilnahmen. Im Mittelpunkt des Gesprächs stand die Abendmahlslehre, bei der eine Einigung der Protestanten sowohl in politischen, wie auch in theologischen Fragen herbeigeführt werden sollte. .Eine vollständige Einigung konnte nicht erzielt werden: Zwingli und Oekolampad hatten eine antisakramentale, symbolische Auffassung des Abendmahls, während Luther und Melanchthon auf der leiblichen Gegenwart Christi beim Abendmahl beharrten. Das Ergebnis des Gesprächs wurde in den sog. 15  Marburger Artikeln niedergelegt, wobei der Dissens im 15. Artikel zum Ausdruck kam.

Catilinarische Verschwörung

Bezeichnung für den mißlungenen Staatsstreich des Senators Lucius Sergius Catilina im Jahr 63 v. Chr,. mit dem dieser die Ermordung des Konsuls Marcus Tullius Ciceros plante und die Macht in der römischen Republik an sich reißen wollte. Cicero deckte die Verschwörung nach und nach auf und konnte sowohl einen für den 27./28. Oktober 63 v. Chr. geplanten bewaffneten Aufstand als auch ein Attentat auf seine Person vereiteln. In der Senatssitzung am 7. November, an der auch Catilina noch teilnahm, hielt Cicero die erste seiner insgesamt vier Catilinarischen Reden, die mit den berühmten Worten beginnt: Quousque tandem abutere, Catilina, patientia nostra? (In Catilinam I,1,1, Wie lange noch, Catilina, willst du unsere Geduld missbrauchen?) und forderte Catilina zum Verlassen des Senats und der Stadt Rom auf, worauf dieser noch am Abend desselben Tages die Stad verließ, und nach Etrurien floh, wo sich unterdessen ein Teil seiner Truppen versammelt hatte. Am 15. November wurden Catilina und seine Mitverschwörer zu Staatsfeinden erklärt. Am 3. Dezember konnten die führenden Mitverschwörer in Rom identifiziert und verhaftet werden, was Cicero sogleich in seiner dritten Catilinarischen Rede als Rettung des Vaterlandes feierte. Am 5. Dezember wurden die Verschwörer hingerichtet. Catilina selbst suchte mit seinen Truppen von Etrurien aus nach Norden zu entkommen, wurde jedoch im Januar 62 v. Chr. gestellt und fiel bei Pistoria (heute Pistoia) im Norden der Toskana im Kampf.

Bekannt ist die Verschwörung besonders durch Ciceros Orationes in Catilinam (Reden gegen Catilina) sowie historische Monographie De coniuratione Catilinae des römischen Geschichtsschreibers Sallust.

Ermächtigungsgesetz (von 1933)

gegen die Stimmen der SPD und bei Abwesenheit zahlreicher zuvor verhafteter Mitglieder des Reichstages verabschiedetes “Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich” vom 24.3.1933, mit dessen Hilfe die gesamte Staatsgewalt der nationalsozialistischen Regierung überantwortet und ihr die Möglichkeit gegeben wurde, ein totalitäres Regime zu errichten. So konnten Gesetze ohne Beteiligung von Reichsrat, Reichstag und Reichspräsident Gesetze erlassen und internationale Verträge abgeschlossen werden. Aufgrund der negativen Erfahrungen in der Weimarer Republik sind in der Bundesrepublik Deutschland Ermächtigungsgesetze gem. Artikel 80 GG ausgeschlossen.

Zabern-Affäre

durch einen Konflikt zwischen den deutschen Militärbehörden und der Zivilbevölkerung im elsässischen Zabern 1913 ausgelöste Verfassungskrise1913 in Zabern patroulierende Garnisonssoldaten im Deutschen Reich, nachdem ein Offizier der deutschen Garnison die elsässische Ortsbevölkerung als “Wackes“, eine deutlich pejorative, d.h. abwertende Charakterbezeichnung, beschimpft hatte und es in der Folge zu Demonstrationen und Unruhen gekommen war, die von deutschen Soldaten schließlich gewaltsam beendet wurden; dabei wurden mehrere Elsässer ohne Rechtsgrundlage verhaftet. Als der in dieser Situation übergangene Reichskanzler Theobald von Bethmann Hollweg nach anfänglichem Widerstand schließlich machtlos auf die Linie des preußischen Kriegsministers Erich von Falkenhayn einschwenkte und das eigenmächtige Vorgehen des Militärs auf Geheiß von Kaiser Wilhelm II. öffentlich deckte, sprach die Mehrheit der aufgebrachten Reichstagsabgeordneten am 4.12.1913 der Regierung das Mißtrauen aus; einige Parteien, allen voran die SPD, forderten den Rücktritt Bethmann Hollwegs.

 

Seegefecht bei den Falklandinseln

zwischen britischen und deutschen Kriegsschiffen während des Ersten Weltkrieges geführte Schlacht, in dem ein britischer Flottenverband bei den Falklandinseln am 8.12.1914 das von Vizeadmiral Maximilian Graf Spee geführte Ostasiatische Kreuzergeschwader der deutschen Kaiserlichen Marine - bestehend aus dem Panzerkreuzer Scharnhorst als Flaggschiff, dem Panzerkreuzer Gneisenau sowie den Kleinen Kreuzern Nürnberg, Leipzig und Dresden - besiegte (SMS Dresden entging als einzige der Versenkung).

 

 

Panzerkreuzer SMS Scharnhorst

 

 

 

Bulle (päpstliche)

lat. bulla (Kapsel); Bezeichnung für einen päpstlichen Erlaß über wichtige kirchliche Angelegenheiten. Die Bulle - in lateinischer Sprache verfaßt und auf Pergament geschrieben - wird mit den Anfangsworten seines Textes bezeichnet, wie z.B. die BulleUnam Sanctam von Bonifatius VIII. aus dem Jahre 1302 über die Vormachtstellung des Papsttums gegenüber weltlichen Herrschern. Benannt ist die Bulle nach dem bleiernen Siegel (Bulla), das traditionell am Ende angebracht wurde, um es zu authentifizieren.

 

Breschnew-Doktrin

von Leonid Breschnew aufgestellte “Doktrin einer beschränkten Souveränität der Staaten des sozialistischen Lagers“; sie diente der (nachträglichen) Rechtfertigung der militärischen Intervention von Staaten des Warschauer Pakts in der Tschechoslowakei 1968 zur Unterdrückung des reformsozialistischen Kurses; stellte eine erneuerte ideologische Umschreibung des sowjetischen Anspruchs auf Vorherrschaft im kommunistischen Staatensystem dar. Erst nach dem Machtantritt Michail Sergejewitsch Gorbatschows im Jahre 1985 rückte die UdSSR durch die Betonung der Eigenverantwortlichkeit der sozialistischen Länder endgültig von der Breschnew-Doktrin ab; 1988 hob er die Breschnew-Doktrin 1988 formell auf.

Konstanzer Konzil

auf Initiative des Königs Sigismund in der Kaiserstadt Konstanz vom 5. November n 1414 bis 22. April 1418 tagende Konzil der katholischen Kirche, das von dem Gegenpapst Johannes XXII. einberufen wurde, dessen Zweck es war, die Frage des Papstnachfolgers zwischen Johannes, Papst Gregor XII. und dem Gegenpapst Benedikt XIII. zu klären. Außerdem sollte das Konzil das Abendländische Schisma beilegen, Kirchenreformen bewirken und Häresien bekämpfen. Als die wichtigsten Ziele des Konzil, an dem 600 bis 700 Theologen und ebenso viele weltliche Magnaten und Gesandte aus ganz Europa teilnahmen, gelten der Beschluß der Superiorität des Konzils über den Papst, Wiederherstellung der Kircheneinheit (causa unionis), die erhoffte innere Reform der Kirche (causa reformationis) sowie die Auseinandersetzung mit den Lehren des Johannes Hus, des John Wyclif sowie des Hieronymus von Prag.

Die Wahl des Kardinals Ottone Colonna zum Papst Martin V. beendete das Schisma zwischen dem römischen Papst und dem Papst in Avignon. Das Konzil verurteilte die Lehren John Wyclifs, Jan Hus' sowie Hieronymus' von Prag als Häresie. Alle drei wurden als Ketzer verurteilt und verbrannt.

Längenproblem

bezeichnet das lange ungelöste Problem, die geographische Länge beispielsweise eines Schiffes auf dem offenen Meer bestimmen zu können. Zur Bestimmung der Länge eines beliebigen Orts wird als Referenz die genaue Sonnenzeit an einem Ort mit bekannter Länge benötigt, was nur mittels genauer Zeitmessung möglich ist. .Das Problem wurde erst nach 1750 mit den präzise gehenden Chronometern des Uhrmachers John Harrison zufriedenstellend gelöst.

Zur Bestimmung der Länge eines beliebigen Orts wird als Referenz die genaue Sonnenzeit an einem Ort mit bekannter Länge benötigt.

Erstellt unter teilweiser Verwendung von Texten aus der PC-Bibliothek 3.0. sowie wikipedia.org.

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Stichworte IV

Omnibus salutem!