Lucius DuBignon Clay

US-amerikanischer General; der Sohn eines Senators des Bundesstaates Georgia besuchte die Militärakademie in West Point und trat 1918 ins das Ingenieurkorps der US-Army ein und bekleidete in den 1920er und 1930er Jahren verschiedene private und militärische Positionen als Ingenieur. Außerdem unterrichtete er in West Point. 1942 wurde er der jüngste Brigadegeneral der US-Army und war während des Krieges stellvertretender Leiter des Office of War Mobilization and Reconversion. 1945 war er Stellvertreter General Dwight D. Eisenhowers. Von 1947 bis 1949 war er als Militärgouverneur der amerikanischen Besatzungszone in Deutschland tätig und organisierte während der sowjetischen Blockade (1948/49) der Westsektoren Berlins die Luftbrücke. Clay war überzeugt, daß man trotz der zu erwartenden Probleme ins besondere in Bezug auf die Versorgung der Westberliner Bevölkerung, keinesfalls die US-amerikanischen Streitkräfte abziehen dürfe, weil dies ein schlechtes Signal an alle Völker Europas geben würde. 1946 beeinflußte er den US-amerikanischen Außenminister James F. Byrnes zu dessen Stuttgarter Rede im September "Restatement of Policy on Germany", die ein Umdenken und den Übergang von der bisherigen Besatzungspolitik weg von dem drohenden Morgenthauplan hin zu einer Politik ökonomischer Aufbaus und Demokratisierung einleitete. Nach seinem Abschied aus der Armee im Jahre 1949 hatte Clay führende Positionen in der amerikanischen Wirtschaft inne; 1961/62 ging er als Sonderbeauftragter Präsident John F. Kennedys im Rang eines Botschafters für Berlinfragen nach Berlin. Als Clay als einer der Begleiter John F. Kennedys am 26. Juni 1963 West-Berlin besuchte, wurde er von der Bevölkerung, die ihm sehr viel verdankt, bejubelt.

Werke u.a.: Germany and the Fight for Freedom; Decision in Germany (Entscheidung in Deutschland (beide 1950 erschienen).

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West Point (Orange County, New York), Cemetery

Georges Ernest Jean Marie Boulanger

 Bild: Felix Nadar

Französischer General und Politiker; wurde 1886 Kriegsminister, war Wortführer der Revanche gegen Deutschland; 1888 wurde er aus disziplinarischen Gründen aus der Armee entfernt. Er sammelte in der Kammer eine nationalistische Oppositionspartei, die Boulangisten, und arbeitete auf einen Staatsstreich hin. Vor der Anklage des Hochverrats floh er nach Brüssel, wo er sich das Leben nahm. 

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Ixelles b. Brüssel, Cimetière Ixelles

Bild: Ben2  (07/2006)

Hinweis: Auf die Nennung des Familiennamens auf der Grabplatte wurde verzichtet.

Bertrand Du Guesclin

 

Französischer Heerführer; aus alter bretonischer Adelsfamilie; seit 1370 Connétable de France; trat 1341 in die Dienste von Charles de Blois, dem Herzog der Bretagne, und kämpfte für ihn im Hundertjährigen Krieg als Söldnerführer gegen die Engländer. Zweimal mußte er unter Aufbietung großer Lösegeldsummen aus Gefangenschaft freigekauft werden, so nachdem er am 29.9.1364 in der Schlacht von Auray, in der Karl von Blois fiel, in die Gefangenschaft Johanns V. von Montfort fiel. Es gelang ihm, die Engländer aus fast allen im Frieden von Brétigny an England abgetretenen französischen Besitzungen zu vertreiben und verschaffte sich dabei ein immenses Vermögen. 1369 half er dem Grafen Heinrich von Trastámara, dem späteren König Heinrich II. von Kastilien, im Kampf gegen dessen Halbbruder Peter I. das Königreich Kastilien zu gewinnen. Du Guesclin ging als ein “Ritter ohne Fehl und Tadel“ in die Legende ein; sein Andenken wird bis ins heutige Frankreichen in Ehren gehalten.

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Saint-Denis, Basilika

Bilder: Sheena (08/2006)
Bild: A.I. (09/2007)

Alexander Wassiljewitsch Graf und Fürst Suworow

Russischer Feldherr; war sehr erfolgreich in den von der Zarin Katharina II. geführten Türkenkriegen; so zeichnete er sich im Russisch-Türkischen Krieg (1768-74) im Feldzug von 1773/74 aus; im Krieg gegen die Türken in den Jahren von 1787 bis 1792 kommandierte er die zu einer Allianz verbundenen russischen und österreichischen Armeen und errang am 22.9.1789 in der Wallachei am Rimnik (heute Rîmnicul, Rumänien) einen entscheidender Sieg über die Osmanen, was ihm den Beinamen Rimniskij und den Grafentitel einbrachte. 1799 kommandierte Suworow im Krieg der 2. Koalition gegen das revolutionäre Frankreich die alliierten Truppen in Norditalien und vertrieb die Franzosen nach drei Schlachten aus Oberitalien. Anschließend überquerte Suworow mit seinen Truppen waghalsig mitten im Winter die Alpen am Sankt Gotthard mit dem Ziel, sich den russischen, in der Schweiz gegen die Franzosen kämpfenden Verbänden anzuschließen. Die Franzosen zwangen ihn jedoch zum Rückzug, so daß Suworow geschlagen nach Rußland zurückkehrte und von Zar Paul I. entlassen wurde.

Inschrift: Hier liegt Suworow.

     

Suworows [links oben] Alpenüberquerung (pinxit Wassili Surikow)

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Sankt Petersburg, Alexander-Newski-Kloster

Hinweis: Horthys sterbliche Überreste wurde am 4.9.1993 von Portugal nach Kenderes überführt und dort erneut bestattet. Der Grabstein vor dem Mausoleum ist der Originalstein aus Portugal.

Kenderes (Ungarn)

Miklós (Nikolaus) Horthy von Nagybánya

Ungarischer Admiral und Politiker; Reichsverweser bzw. Regent von Ungarn (1920-44); studierte an der Marineakademie von Fiume (heute Rijeka, Kroatien), wurde Offizier in der österreichisch-ungarischen Marine und 1918 als Vizeadmiral letzter Oberbefehlshaber der österreichisch-ungarischen Flotte. Nach der Proklamation der Republik Ungarn im November 1918 wurde Horthy ungarischer Kriegsminister der gegenrevolutionären Regierung von Szeged und organisierte 1919 den Kampf gegen die ungarische Räterepublik unter Béla Kun (*1886, †1939). Am 1.3.1920 wurde er von der Nationalversammlung zum Reichsverweser gewählt und verhinderte in der Folgezeit mit Hilfe des Parlaments die Versuche König Karls IV., den ungarischen Thron wieder zu gewinnen. Horthy errichtete eine nationalistische Diktatur und suchte die umfangreichen ungarischen Gebietsabtretungen des Vertrages von Trianon (1920) zu revidieren. Nach einer Verfassungsänderung wurde Horthy Regent von Ungarn. In den 1930er Jahren schloß er Ungarn der Achse Berlin-Rom an, beteiligte sich nach dem Münchner Abkommen an der Aufteilung der Tschechoslowakei, erreichte 1938 und 1940 in den Wiener Schiedssprüchen Gebietserweiterungen seines Landes und trat am 28.6.1941 auf der Seite der Achsenmächte in den Krieg gegen die UdSSR ein. Als Horthy 1944 versuchte, einen Separatfrieden mit den Alliierten zu schließen, besetzten deutsche Truppen im März 1944 Ungarn, was am 15./16.10. desselben Jahres zu seinem Sturz führte. Seine Innenpolitik war von antisemitischen Vorstellungen bestimmt, die später auch zu umfangreichen Deportationen jüdischer Bürger führten. Auf Anweisung Hitlers wurde Horthy in Bayern interniert, kam nach Kriegsende 1945/46 in amerikanischer Gefangenschaft und ging 1948 über die Schweiz nach Portugal ins Exil.

 

Horthys Rückkehr nach Budapest. Die Aufnahme entstand 1919 vor dem berühmten Café Gellert.

Autobiographie: Ein Leben für Ungarn (1953).

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Bilder: Csanády (2007)
Bild: Kósa Károly
Bild: Kósa Károly

Walter Robert Dornberger

 

 

Deutscher Generalmajor; aus einer Gießener Apothekerdynastie stammend; meldete sich bei ausbruch des Ersten Weltkriegs freiwillig zum Kriegsdienst; kam kurz vor Ende des Krieges noch in französischer Gefangenschaft In der Weimarer republik wurde er in das Einhunderttausend-Mannheer der Reichswehr übernommen und studierte Endes der 1920er Jahre im Auftrag der Armee Maschinenbau an der Technischen Hochschule Charlottenburg (heute echnische Universität Berlin, TU). die er als Diplomingenieurs verließ. 1932 wurde er mit der Entwicklung von Feststoffraketen im Heereswaffenamt beauftragt, die nicht den Einschränkungen des Versailler Vertrages unterlagen. 1935 wurde Dornberger, jetzt im Range eines Majors, zum Abteilungschef im Heereswaffenamt der Deutschen Wehrmacht berufen, und bereits im Folgejahr wurde er für das gesamte deutsche Raketenwaffen-Programm zuständig. 1943 wurde er zum Generalmajor ernannt und zugleich Kommandeur der Heeresversuchsanstalt Peenemünde und bis zum Ende des Dritten Reichs auch zuständig für das Training und die Logistik der V2-Einheiten. Obwohl er es später unter Eid bestritt, war er als Beirat der Mittelwerk GmbH, darüber informiert, daß auch in Peenemünde KZ-Häftlinge zur Raketenproduktion eingesetzt wurden. 1944 wurde Dornberger nach dem Einsatz der V2 an der Westfront mit dem Ritterkreuz des Kriegsverdienstkreuzes mit Schwertern ausgezeichnet. Am 2. Mai 1945, nur wenige Tage vor der Kapitulation des Deutschen Reiches, wurden u.a. Dornberger und Wernher von Braun in Reutte (Tirol) von US-Truppen gefangengenommen. Er wurde den Briten übergeben und sollte vor ein Kriegsgericht gestellt werden, durfte aber 1947 auf Intervention der USA - wie viele anderen deutsche Raketenspezialisten auch - in die Vereinigten Staaten ausreisen, wo er zwei Jahre als Berater der US-Air Force auf dem Flugplatz Wright-Field in Ohio tätig war. Er erhielt die US-amerikanische Staatsbürgerschaft und war später bis zu seiner Pensionierung bei der privaten Bell Aircraft Corporation in Buffalo tätig. Dort hatte er maßgeblichen Anteil an der erfolgreichen Entwicklung des seinerzeit schnellsten bemannten Flugzeugs, der North American X-15 . Zudem war er Berater beim Projekt X20 Dyna-Soar, einem Vorläufer des Space Shuttle.

Dornberger (links) und Wernher von Braun bei der Festnahme durch US-Soldaten im Mai 1945 Bild: United States Government (Ausschnitt)  no_copyright

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Bilder: Matthias Bauer (03/2014)

Sasbach OT Obersasbach, Gemeindefriedhof

Inschrift: Dem Raumfahrtpionier General Dr. W. Dornberger in treuem Gedenken, seine Peenemünder.

Friedrich Rabod Freiherr von Schele

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Preußischer Offizier; Sohn des preußischen Hofjägermeisters und Präsident der Hofkammer Werner von Schele; trat nach seiner Ausbildung im preußischen Kadettenkorps am 18.4.1865 als Sekondeleutnant in das Magdeburgische Dragoner-Regiment Nr. 6 ein. 1866 nahm er am Deutschen Krieg als Ordonanzoffizier teil. Nach mehreren Stationen nahm er als persönlichen Ordonnanzoffizier des Prinzen Albrecht von Preußen vom 30..8.1870 bis 15.5.1871 als persönlichen Ordonnanzoffizier des Prinzen Albrecht von Preußen am Deutsch-Französischen Krieg teil. 1875 erfolgte seine Ernennung zum Rittmeister befördert, zwei Jahre später wurde er als Eskadronchef in das 2. Hannoversche Dragoner-Regiment Nr. 16 versetzt. 1887 inzwischen Major - wurde er in das Ulanen-Regiment Kaiser Alexander II. von Rußland (1. Brandenburgisches) Nr. 3 versetzt und ab 1891 als Chef der Kavallerie-Abteilung im Kriegsministerium verwendet. 1893 wurde er - inzwischen im Range eines Generalleutnants - Gouverneur der Kolonie und “Schutzgebiet” Deutsch-Ostafrika (heute Tansania, Burundi und Ruanda) und ließ nach Auseinandersetzungen mit den Massai 1894 eine Militärexpedition gegen die Hehe-Gesellschaft, eine Ethnie im heutigen Tansania, durchführen und die Festung Kuironga des Chiefs Mkwawa erobern; für seinen Sieg über die Hehe, wurde Schele am 20.11.1894 mit dem Orden Pour le mérite ausgezeichnet. Nach seiner Rückkehr ins Deutsche Reich wurde er im April 1895 Flügeladjutant Kaiser Wilhelms II. und kurz darauf im Mai desselben Jahres zum Brigadekommandeur befördert. Unter Beibehaltung seiner Stellung als Flügeladjutant erfolgte am 1.6.1896 die Ernennung zum Kommandeur der 2. Garde-Kavallerie-Brigade. Einen Monat später entband man Schele von seiner Stellung als Flügeladjutant und beförderte ihn am 22. März 1897 zum Generalmajor. Als solcher wurde er dann am 10. Juni 1899 mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Inspekteurs der 3. Kavallerie-Inspektion in Münster beauftragt. Mit gleichem Datum wurde Schele der Stern zum Kronenorden II. Klasse mit Schwertern verliehen. Unter gleichzeitiger Beförderung zum Generalleutnant am 22. Mai 1900 ernannte man ihn zum Inspekteur. Nach einem Jahr übernahm Schele dann die in Trier stationierte 16. Division. Von diesem Kommando wurde er am 16.2.1903 abberufen und zum Gouverneur von Mainz ernannt. Aus gesundheitlichen Gründen folgte am 1.5.1904 seine Stellung zur Disposition. Gleichzeitig verlieh Wilhelm II. ihm für seine Verdienste den Roten Adlerorden I. Klasse mit Eichenlaub, Schwertern und der königlichen Krone und ernannte ihn zum Gouverneur des Invalidenhauses Berlin.

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Bild: Beek100 (01/2008) Wikipedia.de

Berlin, Invalidenfriedhof

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Murat Reis der Ältere [Türk. Koca Murat Reis]

 

 

Albanischer Freibeuter; Admiral der osmanischen Flotte; begann seine Karriere, als er sich schon in sehr frühem Alter dem Korsar Turgut Reis (†1565) anschloß. Er kämpfte auch bei mehreren Expeditionen an der Seite des Admirals und Kartographen Piri Reis (†1554), 1534 begleitete er Barbarossa Hayreddin nach Istanbul, wo sie von Süleiman I. empfangen wurden und wo ihm das Kommando über die osmanische, in Suez stationierte Flotte, die auch noch über Stützpunkte in Aden und Basra im Persischen Golf verfügte, übertragen wurde. In dieser Zeit war er auch an der Konstruktion neuer Kriegsschiffe beteiligt, die auf dem Militärarsenal am Goldenen Horn auf Kiel gelegt wurden. Nachdem er die Erwartungen Süleimans nicht erfüllt hatte - es war ihm nicht gelungen, einen aus 25 Galeeren bestehenden portugiesischen Flottenverband nicht nur nicht aufzuhalten, sondern auch noch eine schwere Niederlage zu erleiden -, enthob Süleiman ihn seines Postens, woraufhin er wieder an der Seite von Turgut Reis operierte, der 1565 bei der Belagerung von Malta fiel. Im Jahre 1570 erhielt Murat Reis das Kommando über eine Flotte von 25 Galeeren, mit der Aufgabe, den Bereich zwischen Kreta, Rhodos und Zypern zu säubern, um eine Belagerung von Zypern vorzubereiten. 1585 führte er die erste Expedition der Korsaren im Atlantischen Ozean und besetzte mehrere der Kanarischen Inseln, wobei es ihm gelang, den Gouverneur von Lanzerote gefangen zu nehmen, der später freigekauft und freigelassen wurde. Später wurde Murat Reis mit der Aufgabe der Kontrolle der lukrativen Handelsrouten zwischen Ägypten und Anatolien betraut, die insbesondere die Handelsschiffe der Venezianer und Franzosen befuhren. 1609 bekam er Kenntnis von der Anwesenheit einer vereinten, aus zehn Galeeren bestehenden französisch-maltekischen Flotte, darunter die berühmte Galeona Rossa, eine große, mit 90 Kanonen ausgestattete, unter dem Befehl des Ritters Fresine stehende Galeone, die unter den Osmanen als ”Rotes Inferno” bekannt war. Er spürte den Konvoi vor der Insel Zypern auf, beschädigte die Galeona Rossa durch heftigen Beschuß und eroberte sechs der zehn französisch-maltekischen Galeeren, nahm 500 Soldaten gefangen und kam in den Besitz von insgesamt 160 Kanonen und 2.000 Musketen. Während der Schlacht wurde Murat Reis während der Seeschlacht schwer verwundet, erholte sich jedoch von seinen Verletzungen. 1638 starb er bei der Belagerung von Vlorë, einer Küstenstadt im südlichen Albanien.

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Bild: Detlev Buhre (05/2016)

Insel Rhodos, Rhodos Stadt, Alter Türkischer Friedhof

Carl August Graf von Alten (seit 1815)

        

Hannoversch-englischer General und Staatsmann; neuntes Kind des Hof- und Kanzleirat August-Eberhard von Alten, wurde im Beisein von Prinz Carl II. von Mecklenburg, Vater der späteren Königinnen Friederike von Hannover und Luise von Preußen, in der die Neustädter Hof- und Stadtkirche St, Johannis getauft; erhielt im Alter von zwölf Jahren eine Ausbildung zum Pagen in einem Erziehungsinstitut, dem späteren Georgianum in der Calenberger Neustadt, kam 1781 als Fähnrich in die Fußgarde der hannoverschen Armee und wurde 1785 Leutnant. Ab 1803 war er in England Angehöriger der King’s German Legion (Königlich Deutsche Legion), ein deutscher militärischer Großverband in britischen Diensten während der Napoleonischen Kriege. Im Range eines Oberstleutnants wurde er Kommandant des 1. leichten Bataillons im Hannoveraner Korps, welches gemeinsam mit dem 2. Korps die Schützen-Brigade bildete. 1805 kämpfte er bei Hannover, 1807 bei Kopenhagen sowie auf Rügen, in Schweden und auf der Pyrenäenhalbinsel. Im Oktober wurde von Alten Oberst und zum Kommandeur der Schützen-Brigade ernannt. Im Mai 1812 übertrug Wellington ihm das Kommando über die kurhannoverische leichte Division der King’s German Legion, mit der er an diversen Schlachten zwischen 1812 und 1814 beteiligt war. Am 18.6.1815 gelang es ihm als Kommandeur der 3. leichten Division der King’s German Legion, den unmittelbar vor der unter Wellington stehenden Hauptlinie der Engländer und der Hauptmacht der französischen Armee unter Napoléons Meierhof La Haye Sainte zu halten, wodurch es Wellington ermöglicht wurde, auf das Eintreffen der Preußen unter dem Befehl von Generalfeldmarschall Blücher zu warten (“Ich wünschte es wäre Nacht und die Preußen kämen.”) und war so entscheidend am Sieg der Koalitionstruppen gegen die napoleonischen Truppen beteiligt. Carl von Alten wurde in der Schlacht schwer verwundet, so daß von Alten, der für seine Verdienste zum General ernannt und durch königliche Order vom 21.7.1815 in den Grafenstand erhoben wurde, in Frankreich blieb und erst nach seiner Gesundung mit dem hannoverschen Corps im Jahre 1818 in die Heimat und in den hannoverschen Dienst zurückkehrte und zum Feldmarschall ernannt wurde. Seit 1832 Kriegsminister, übernahm er 1833 auch das Außenministerium, wurde Generalinspekteur der Armee und Präsident des Kriegsgerichts. Carl von Alten starb auf der Rückreise von einer Reise nach Rom in einem Gasthaus in Bozen an den Folgen eines Schlaganfalls.

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Ehemaliges Denkmal Carl von Altens in Hannover

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Hannover, Neustädter Hof- und Stadtkirche St. Johannis

Bilder: Detlev Buhre (09/2016)

Hinweis: Oberes bild: Wappen von Altens, darunter die Bodenplatte mit seinen Lebensdaten.

Die Sterblichen Überreste Carl von Altens wurden nach dessen Fertigstellung im Mausoleums in Wilkenburg beigesetzt, 1958 wurden sie, nachdem das Mausoleum dem Verfall und auch des Vandalismus ausgesetzt war, in die nach Hannover in die Neustädter Hof- und Stadtkirche St, Johannis verbracht.

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 Mausoleums in Hemmingen OT Wilkenburg (Niedersachsen.)

Meno Burg

 

Preußischer Offizier; besuchte zunächst jüdischen Schulen, bis er 1802 Schüler der Berliner Stadtschule wurde, die er aber bereits 1804 wieder verließ und bei seinem Vetter, dem königlichen Bauinspektor Salomo Sachs,eine Lehre absolvierte. Daran anschließend war er Schüler an der Berliner Bauakademie, wo er im Jahre 1807 das Examen als Kondukteur und Feldmesser ablegte und unter König Friedrich Wilhelm III. in den Staatsdienst übernommen wurde, obwohl gemäß des “Revidierten General-Privilegium und Reglement“ vom 17.4.1750 die Zulassung zu Staatsämtern nicht vorgesehen war. Kurz vor seinem Abschlußexamen an der Akademie der Künste in Berlin meldete er sich am 14.2 1813 während der Befreiungskriege freiwillig zum Militärdienst in Breslau beim Garde-Normal-Bataillon, einer Eliteeinheit der Infanterie, um für “Preußens Freiheit und Wiedergeburt“ zu kämpfen, wurde jedoch bereits nach wenigen Tagen mit der Begründung aus dieser Einheit wieder entlassen, als Jude dürfe er ”nach bestehenden Gesetzen und den obwaltenden Umständen“ im Gardekorps nicht dienen. Auch zwei an Staatskanzler Karl August von Hardenberg gerichtete Eingaben änderten an dieser Entscheidung nichts - von Hardenberg ließ das Gesuch auf Wiedereinstellung in der Garde unbeantwortet. Burg beschloß daraufhin, sich bei der Artillerie zu bewerben, einer Waffengattung, die seinerzeit  beim Adel weniger Ansehen genoß und als solche für die Bürgerlichen angesehen wurde, und wurde bei Prinz August von Preußen, den Generalinspekteur der Artillerie, vorstellig, der seine Einstellung unterstützte. Aufgrund seiner Leistungen anerkannt, wurde Burg zwar angenommen und nach neun Monaten Dienst von den Subalternoffizieren seiner Einheit zum Offizier vorgeschlagen; diese wurde aber mit einem Veto des Platzkommandanten Hauptmann Karl Moritz Ferdinand von Bardeleben mit der Begründung ablehnte, “solange (er) etwas zu sagen habe, soll(e) kein Jude Offizier in der Artillerie werden“1 Lediglich ein Fronteinsatz hätte einer Beförderung gedient; seine Einheit kam jedoch nicht an die Front. Erst am 18.8.1815 wurde er zum Seconde-Lieutenant der Artillerie befördert und kurz darauf als Kompanieoffizier zur Ersten Artilleriebrigade (Ostpreußen) nach Danzig versetzt. Nach dem Ende der Befreiungskriege kam Burg 1816 als Zeichenlehrer an die Vereinigten Artillerie- und Ingenieurschule zu Berlin. Am 4.7.1826 wurde er zum Premierleutnant und am 11.11.1832 zum Hauptmann. befördert; es war ihm jedoch nicht gestattet, die Uniform der Artillerie tragen, sondern lediglich die eines ”Zeugkapitäns“, einer Sonderlaufbahn, die in der preußischen Armee ganz unten rangierte; das änderte sich erst unter König Friedrich Wilhelm IV. mit einer Kabinettsorder vom 16.4.1844 als Burg die schwarzen Epauletten durch rote Schulterstücke ersetzen konnte. Am 27.3.1847 wurde Burg dann der “Charakter als Major der Artillerie“ erteilt, er erhielt jedoch nicht die Planstelle eines Majors. Trotz der antisemitischen Schikanen, die er zu erleiden hatte, erfreute sich der “Judenmajor”, wie er genannt wurde, großer Popularität bei seinen Kameraden, die ihn zum Präses ihrer Pensions-Zuschusskasse und zum Vorsitzenden des Ehrenrats für Subaltern-Offiziere der Schule ernannten.

Burg war zwar nicht der erste, aber für eine lange Zeit der einzige preußische Stabsoffizier jüdischen Glaubens.

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In einer Zeit, in der nach der Restauration (1815 bis 1830) die staatsbürgerlichen Rechte, die den Juden im Preußisches Emanzipationsedikt von 1812 gewährt worden waren, kassiert wurden, waren die Juden aus der Lehre an den Hochschulen, dem Beamtenapparat und dem Militär ausgeschlossen; dies änderte sich erst in den liberalen 1860er und 1870er Jahren.

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Bilder:  Hans-Peter Laqueur (10/2016)

Berlin, Jüdischer Friedhof, Schönhauser Allee

Militär XXII

Omnibus salutem!