Morcote (Kt. Tessin)

Georges Baklanoff eigentl. Georgij Andrejewitsch Baklanow

                      

Russischer Sänger (Bariton); hatte sein Debüt 1903 am Opernhaus in Kiew in Anton Rubinsteins Demon (dt. Der Dämon). Bald schon wechselte er an das kaiserliche Opernhaus in Moskau. 1910 trat er erstmals am Covent Garden in London auf und sang im selben Jahr an der Metropolitan Opera in New York Rigoletto. Der seinerzeit sehr populäre Bariton sang danach an fast allen bedeutenden Opernhäusern der Welt u.a. in Boston, Chicago, Hamburg, Dresden und Berlin. Baklanoff starb auf der Höhe seiner Schaffenskraft und Popularität an einer Lebensmittelvergiftung.

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Maria Cebotari

 

Österreichische Sängerin (Sopran) rumänischer Herkunft; die Tochter eines Lehrers besuchte zunächst das Konservatorium ihrer Heimatstadt, begann 1929 ein Gesangsstudium in Berlin und debütierte 1931 in Dresden als Mimi in Giacomo Puccinis La Bohéme. In gleichen Jahr verpflichtete sie Bruno Walter für die Salzburger Festspiele. 1934 wurde ihr der Titel Kammersängerin verliehen. Sie sang von 1935 bis 1943 auch an der Berliner Staatsoper. 1938, nach der Scheidung von dem russischen Schauspieler Graf Alexander Wyrubow, der sie als junge Frau an das Moskauer Künstlertheater engagiert hatte, heiratete sie den Schauspieler Gustav Diessl. Ab 1947 bis zu ihrem Tode gehörte sie dem Ensemble der Wiener Staatsoper an. Cebotari konnte glänzende Erfolge auf den führenden Opernbühnen Europas besonders als Mozart-, Puccini- und Richard Strauss-Interpretin feiern.

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Bilder: Ulrich Bork (06/2005)

Wien, Döblinger Friedhof

Bild: anonym

Store Tuna b. Borlänge, Schweden

Hermann Abendroth

 

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Deutscher Dirigent; studierte von 1900 bis 1903 in München, war Dirigent verschiedener Orchester in Deutschland, u.a. als Musikdirektor in Lübeck und ab 1911 in Essen sowie von 1915 bis 1934 als Chefdirigent des Gürzenich-Orchesters und Direktor des Kölner Konservatoriums. Anschließend war er bis 1945 Kapellmeister des Leipziger Gewandhausorchesters;  ab 1945 war er in Weimar und Berlin (Ost), ab 1949 als Chefdirigent der Rundfunksinfonieorchester in Leipzig und Berlin tätig.

Auszeichnungen u.a.: Nationalpreis der DDR (1949).

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Bild: Wolfgang Prokosch (2005)

Weimar, Alter Friedhof

Bild: Anneliese Nerger

Peter Igelhoff eigentl. Rudolf August Ordnung

 

Österreichischer Komponist, Sänger und Pianist; Sohn eines Ministerial-Oberrechnungsrats; von Haus aus Beamter, war in Wien als Ministerialratssekretär Leiter der dortigen Arbeitslosenversicherung, gab diese Position jedoch auf und studierte ab 1934 an der Musikakademie in Wien und anschließend in London an der dortigen Akademie Musik. Ab 1936 war er in Berlin als der “Unterhalter am Klavier” bekannt, trat mit seinen flotten Melodien u.a. in der Uhu-Bar, der Scala und dem Kabarett der Komiker auf. Er schrieb über 1.000 Lieder, darunter sog. Gassenauer, zu denen er sich am Klavier auch selber begleitete. Ferner verfaßte er zahlreiche Musikstücke für Film und Fernsehen. Eines der bekannesten Lieder ist Wir machen Musik aus dem gleichnamigen Ufa-Film (1942) mit Ilse Werner, die auf ihre typische Art dazu pfiff.

Lieder u.a.: Mein Herz hat heut Premiere (1942), Ich pfeif heut Nacht vor deinem Fenster (1937), Wenn ich vergnügt bin, muß ich singen (1936), Das Nachtgespenst (1938), Sing ein Lied, wenn Du mal traurig bist (1941).

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Bilder: Matthias Bauer (2005)

München, Nordfriedhof

Martha Mödl

 

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Deutsche Sängerin (dramatischer Sopran); begann erst im Alter von 28 Jahre ein Gesangsstudium und sang ab 1943 in Remscheid, bevor sie 1945 an die Rheinoper nach Düsseldorf wechselte und als Carmen debütierte. 1953 wurde sie Mitglied der Württembergischen Staatsoper in Stuttgart. Martha Mödl war Gast an den bedeutenden Opernhäusern der Welt sowie bei den Festspielen in Salzburg). Gefragt war sie v.a. als Wagner-Interpretin. In den Nachkriegsjahren war sie nach ihrem Wechsel ins hochdramatische Sopranfach Isolde, Brünnhilde und Kundry im Parsifal; teilweise im Wechsel mit ihren berühmten Kolleginnen Astrid Varnay und Birgit Nilsson.

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Bilder: Matthias Bauer (2005)

München, Ostfriedhof

Jussi Björling eigentl. Johan Jonatan Björling

 

Schwedischer Sänger (Tenor); wurde von seinem Vater, der ihn zusammen mit seinen Brüdern auftreten ließ, musikalisch ausgebildet. Er war mit einer hervorragenden Stimme ausgestattet.

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Donna Summer eigentl. LaDonna Adrian Gaines

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US-amerikanische Sängerin und Songschreiberin; eines von sieben Kindern eines Handwerkers und einer Fabrikarbeiterin; wie ihre Mutter berichtete, sang Donna bereits als Kind ausgesprochen gerne. Im Alter von acht Jahren sang sie erstmals in einer Kirche öffentlich und war von Kindesbeinen auf von einer Musikkarriere überzeugt. Wenige Wochen vor ihrem College-Abschluß ging sie nach New York City, wo sie Mitglied einer blues rock-Band namens Crow wurde, die sich jedoch bald auflöste. Sie blieb in New York und bewarb sich für die deutsche Erstaufführung des Hippie-Musicals Hair, kam, nachdem sie angenommen worden war, im August 1968 - sehr zur Sorge ihrer Eltern - nach Deutschland und stand bereits im folgenden Monat als gerade 19-Jährige bei der Erstaufführung des Musikcal auf der Bühne des Münchner Theaters an der Brienner Straße. wo sie u.a. den Song Wassermann (Aquarius) auf Deutsch sang. Die Auskoppelung des Wassermann-Song war 1968 dann zugleich ihre erste Single, die bei Polydor - noch unter Verwendung ihres eigentlichen Namen unter Donna Gaines und Ensemble - veröffentlicht wurde. Zugleich erreichte das AlbumHaare (Hair) den Platz 4 in der deutschen Hitparade. An ihm wirkten neben Donna Summer (Donna) die Teilnehmer der Erstaufführung mit: Reiner Schöne (Berger), Ron Williams (Hud), Gudrun Su Kramer (Sheila) und Elke Koska (Jeannie). Donna, die sehr rasch die deutsche Sprache erlernte, sang dann in den Musicals Ich bin ich (die deutsche Version von The Me Nobody Knows), in Godspell und Show Boat. 1968 wirkte sie in dem von Charles Wilp für das Softdrink-Getränk Afri-Cola produzierten Werbespot mit und trat vereinzelt in Fernsehfilmen auf, so sang sie z.B. im vom ZDF 1970 ausgestrahlten TV-Krimi-Dreiteiler 11 Uhr 20 den Song Black Power. Nach drei Jahren zog sie nach Wien, wo sie Mitglied der Wiener Volksoper wurde. 1971 kam eine zweite Single, ein Coverversion von Jaynetts Sally Go' Round the Roses auf den Markt, und im Jahre 1972 veröffentlichte sie die Single If You Walkin 'Alone bei Philipps. 1973 heiratete sie österreichischen Schauspieler Helmuth Sommer; noch im selben Jahr kam die gemeinsame Tochter Natalia Pia Melanie Sommergen. Mimi, zur Welt. Auch nach ihrer Scheidung behielt sie ihren deutschen Namen Sommer, der allerdings später angliziert wurde. 1976 ging sie mit ihrem neuen Lebensgefährten, dem Münchner Maler Peter Mühldorfer, wieder zurück in die USA und ließ sich in Los Angeles nieder, und 1977 erschien das Album I Remember Yesterday mit dem großen Hit I Feel Love, den sie gemeinsam mit dem österreichischen Sänger und Komponisten Giorgio Moroder, den sie in München kennengelernt hatte, und Pete Bellotte geschrieben hatte und der zu einem Welterfolg wurde. Im Herbst desselben Jahres folgte das Doppelalbum Once Upon a Time. Mit dem von Paul Jabara geschriebenen und von Moroder im Las-Vegas-Popstil produzierten Song Last Dance als Titelsong zu dem Musikfilm Thank God It’s Friday (dt. Gottseidank es ist Freitag) landete Donna Summers 1978 auf Platz 3 der Billboard Hot 100, wurde mit ihrem ersten Grammy in der Kategorie ”Best R’n’B Vocal Performance, Female“.und in der Kategorie “Bester Song” bei der Verleihung 1979 mit dem Filmpreis Oscar ausgezeichnet, obwohl der Film selber kein kommerzieller Erfolg war. Danach kamen drei Nummer-1-Doppelalben in Folge auf den Markt. 1979 wurde sie dann für Hot Stuff mit einem weiteren Grammy in der Kategorie ”Best Rock Vocal Performance, Female“ ausgezeichnet. Ihr letztes Album, Crayons, veröffentlichte sie 2008. Donna Summer, die in den 1970er Jahren alsdie “Disco-Queen” galt, verkaufte über 130 Millionen Platten und war damit und mit fünf Grammys eine der bislang erfolgreichsten Künstler(-innen) weltweit. Und ihre Musik beeinflußte u.a. Michael Jackson, Madonna und Beyonce.

Auf dem Höhepunkt ihres Erfolgs Ende der 1970er Jahre lief ihr Leben aus dem Ruder; ihre Ehe zerbrach, sie fiel in eine tiefe Depression und versuchte mehrmals, sich das Leben zu nehmen; u.a. wollte sie sich aus dem Fenster eines Hotels am Central Park in New York City stürzen, verfing sie sich jedoch in dem Vorgang und wurde von einem herbeieilenden Zimmermädchen im letzten Moment gerettet. 1994 äußerte sie im Deutschen Fernsehen in einer Talk-Show der ARD, daß es eine glückliche Fügung für sie gewesen sei, in den 1980er Jahren etwas zur Ruhe gekommen zu sein; sie habe dadurch gegen ihre Tablettenabhängigkeit und die Depressionen erfolgreich ankämpfen können und sich auch mehr der Familie widmen können.

Seit 1980 war sie mit ihrem zweiten Ehemann, dem US-Amerikaner Bruce Sudano, einem Musiker, verheiratet. Donna Summer starb im Alter von nur 63 Jahren.

Songs u.a.: Lady of the Night (1975), Love To Love You Baby (1975), Could It Be Magic (1976), Try Me, I Know We Can Make It (1976), Bad Girls (1979), She Works Hard for the Money (1983), Another Place and Time (1989), This Time I Know It’s for Real (1989).

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Bilder: Roddy Bird (06/2013)

Nashville (Tennessee), Harpeth Hills Memory Gardens, Garden of Faith section

Konrad Max Kunz

           

Deutscher Chordirektor, Dirigent und Komponist; Sohn des Schwandorfer Stadttürmers Franz Michael Kunz; erhielt seine erste Unterrichtung in Musik durch seinen Vater und spielte mit diesem bereits als Kind in Wirtshäusern und bei anderen Gelegenheiten auf. Er besuchte zunächst die Latein- und Vorbereitungsschule in Schwandorf, kam dann aber, als seine besondere Begabung deutlich wurde, und als Stipendiat in das Seminar beim Gymnasium in Amberg und begann dort ein Theologiestudium. In dieser Zeit wirkte er auch als Organist in der Studienkirche bei den Maltesern, bevor er 1833 nach München an die dortige Universität ging und dort das Theologiestudium fortsetzte, sich nach vier Semestern jedoch im Fach Rechtswissenschaften immatrikulierte. Aber bereits 1837 brach er das Studium ab, wandte sich ganz der Musik zu und verdiente sich seinen Lebensunterhalt, indem er Musikstunden erteilte. 1940 gründete er die Münchner Liedertafel, der er bis 1852 angehörte. 1845 wurde ihm das Amt des Chordirektors und Leiters der Bühnenmusik am königlichen Hof- und Nationaltheater in München übertragen.

Kunz gilt als einer der "Väter des deutschen Männergesangs" und hat zahlreiche Kompositionen für Männerchöre geschaffen, die nahezu in ganz Europa, in Amerika und Australien gesungen wurden. 1860 komponierte Kunz auf den Text von Michael Öchsner die Melodie der späteren Bayernhymne.

Gott mit dir, du Land der Bayern
Deutsche Erde, Vaterland!
Über deinen weiten Gauen
Ruhe Seine Segenshand!
Er behüte deine Fluren,
Schirme deiner Städte Bau
Und erhalte dir die Farben
Seines Himmels weiß und blau!

 

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Bilder: Hajo Rackel (06/2014)

München, Alter Südlicher Friedhof

Hinweis: 1979 wurden die sterblichen Überreste von Konrad Max Kunz nach Schwandorf überführt und auf dem dortigen Stadtfriedhof beigesetzt. Zum Gedenken an ihn spielt das Glockenspiel in Schwandorf auf dem Unteren Marktplatzdie Bayernhymne täglich zweimal - jeweils um 11 Uhr und um 17 Uhr.

Lewis Brian Hopkin Jones

Bild: Steven Deneberg (05/1965), Wikipedia.org cc_somerightsreserved

 

Englischer Musiker; einer Familie der Mittelklasse entstammend; Sohn eines Flugzeugingenieurs und einer Klavierlehrerin, die ihm schon früh Klavierunterricht erteilte und sein Interesse für die Musik weckte Als er anläßlich seines siebzehnten Geburtstags eine Gitarre geschenkt bekam, fand das Instrument sein alleiniges Interesse. Als seine Freundin, eine erst 14-jährige Schülerin, im Spätsommer 1959 schwanger wurde, mußte er die Schule verlassen, reiste durch Nordeuropa und Skandinavien, schlug sich als Straßenmusikant durch und lebte von der Mildtätigkeit anderer. Schließlich kehrte er nach England zurück. Nach mehreren Liebesaffairen, .die teilweise nicht ohne Folgen blieben, ging er schließlich Anfang der 1960er Jahre nach London, wo er mehrere Musikerkollegen kennenlernte, darunter Alexis Korner (*1928), †1984), einen englischer Blues-Musiker. der in den 1960er Jahren als Schlüsselfigur der britischen Bluesrockszene galt, und trat mit dessen Band Blues Incorporated im Ealing Club in London auf. Dort machte Korner ihn am 7.. April 1962 mit Mick Jagger (*1943) und Keith Richards (*1943) bekannt. Wenig später gründeten die drei die Band Rolling Stones (Richards erzählte später einmal, daß Jones den Namen für die Band erfunden habe: Rollin’ Stones - später um ein “g” erweitert). Ihren ersten Auftritt hatte die Band am 12. Juli 1962 im Londoner Marquee Club mit Jagger, Richards, Jones, Stewart, Bassist Dick Taylor und Schlagzeuger Tony Chapman. Anschließend bezogen sie gemeinsam mit dem späteren Photographen James Phelge ein “flat” (Etagenwohnung) in 102 Edith Grove im damal bei jungen Leuten angesagten Londoner Stadtteil, Chelsea. Brian Jones war in der ersten Zeit der Leader der Gruppe und trug einiges zu deren Erfolg als Leadgitarrist bei. Es entstanden Stücke wie I Wanna Be Your Man (1963), I'm a King Bee (1964), Little Red Rooster (1964), I Can't Be Satisfied (1965), I'm Movin' On (1965), Doncha Bother Me (1966) und No Expectations (1968). oder an der Orgel Let's Spend the Night Together (1967). Das gute und enge Verhältnis änderte sich jedoch, als Jagger und Richards gemeinsam sehr erfolgreiche Songs schrieben. Schwerwiegend hinzu kam, daß Jones durch seine zahllosen Affairen, u.a. mit dem Model Anita Pallenberg, seinen Alkohol- und Drogenkonsum immer unzuverlässiger wurde; so beschlossen die Stones, sich von ihrem früheren Leader zu trennen, und am 9.6.1969 wurde die Presse über die Trennung in Kenntnis gesetzt. Rund einen Monat später fand man Brian Jones tot auf dem Grund seines Schwimmbad liegend, nachdem er am Abend zuvor noch mit Freunden gefeiert hatte. Offiziell wurde als Grund für den Tod ein Unfallgeschehen infolge von Drogen- und Alkoholgenuß angegeben, aber es gab immer wieder Gerüchte, Jones sei von dem Bauunternehmer Frank Thorogoo, einem der Gäste an jenem Abend, ermordet worden. 2008 nahm daher die Polizei aufgrund neuer Hinweisen die Ermittlungen zum Ableben des damals 27-Jährigen wieder auf: In dem Dokumentarfilm Stoned (2005) hieß es, Thorogood das Verbrechen auf seinem Sterbebett 1993 gestanden haben.

Durch seinen frühen Tod gehört Brian Jones zum ”Club 27, dem bereits. Jimi Hendrix, Janis Joplin sowie Jim Morrison, Kurt Cobain, Michael Jackson und Amy Winehouse angehörten.

Bild: Kevin Delaney, Wikipedia.org

Performance in der Georgia Southern University, 4.5.1965.Von links nach rechts: Bill Wyman, Brian Jones, Mick Jagger (Bild: Kevin Delaney, Wikipedia.org.) cc_somerightsreserved

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Bilder: Andy Dolman (01/2008), Wikipedia.org
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Cheltenham OT Prestbury, Cheltenham Cemetery

Musiker XXXII

Omnibus salutem!