Karl Amadeus Hartmann

 

Deutscher Komponist; Sohn eines Lehrers und Malers; begann 1919 zunächst eine Ausbildung zum Lehrer, brach diese jedoch nach drei Jahren ab und studierte ab 1924 an der Staatlichen Akademie der Tonkunst in München Posaune. Hartmann schrieb von der Schönberg-Schule angeregt, u.a. Sinfonien, die Kammeroper Des Simplicius Simplicissimus Jugend (1935, Neufassung 1955), Instrumentalkonzerte und Kammermusik.

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Bilder: Matthias Bauer (2002)

München, Waldfriedhof

Hugo Wiener

 

Österreichischer Komponist, Librettist, Chanson-, Kabarett-, Drehbuch- und Bühnen-Autor; als abzusehen war, daß er als Jude nach dem sogenannten Anschluß an das Deutsche Reich in Österreich keine berufliche Zunkunft haben würde, nahm er 1938 eine Tournee mit der Revuebühne Femina nach Kolumbien zum Anlaß, das Land zu verlassen und kam erst 1948 wieder nach Wien zurück, wo er ab 1950 für Karl Farkas und Ernst Waldbrunn, die im Simpl auftraten, Texte verfaßte, bis es 1965 zum Bruch mit Farkas kam. Insgesamt schrieb er 400 Chansons sowie zahlreiche Sketche.

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Bild: Heinz Blieberger (2004)

Hilde Konetzni

 

Österreichische Kammersängerin (Sopran); Schwester von Anni Konetzni. Sie war ab 1936 Mitglied der Wiener Staatsoper, wirkte auch an den Salzburger Festspielen mit und hatte vereinzelte Auftritte in Filmen.

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Bild: Heinz Blieberger (10/2004)

Anton Dermota

 

Österreichischer Sänger (Tenor); aufgewachsen in ärmlichen Verhältnissen, studierte er Komposition und Orgel am Konservatorium in Laibach (heute Ljubljana). Nach dem Abschluß im Jahre 1934 ging er nach Wien, wo er Stimmstudien betrieb. Sein Debüt als Sänger hatte 1934 er an der Oper von Klausenburg (heute Cluj). Bruno Walter verpflichtete ihn an die Wiener Staatsoper, an der er 1936 in Mozarts Zauberflöte debütierte und vierzig Jahre dem Ensemble der Oper angehörte. Seine erste tragende Rolle war die des Alfredo in Guiseppe Verdis La Traviata. Ferner war er über zwanzig Jahre hinweg Mitwirkender an den Salzburger Festspielen. Insgesamt umfaßte sein Repertoire 80 Rollen. 1966 wurde er Lehrer an der Wiener Musikhochschule.

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Bild: Heinz Blieberger (8/2004)

Wien, Hietzinger Friedhof

Wien, Zentralfriedhof

Bild: Holger Redieske

Hamburg, Friedhof Ohlsdorf

Lotar Olias

 

Deutscher Komponist; der Sohn des Architekten Hans Olias erhielt bereits früh ersten privaten Musikunterricht, wurde aber erst später am Sternschen und am Klindworth-Scharwenka-Konservatorium ausgebildet. In den 1950er Jahren wurde er rasch bekannt, nachdem er Freddy Quinn entdeckt und für ihn Lieder wie z.B. Junge komm bald wieder geschrieben hatte und das Musical Heimweh nach St. Pauli.

Lieder u.a.: So ein Tag, so wunderschön wie heute, Die Gitarre und das Meer.

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Bild: Holger Redieske

Michael Jary eigentl. Maximilian Michael Jarczyk

 

Deutscher Komponist; jüngerer Bruder des Komponisten Herbert Jarczyk; die erste musikalische Ausbildung erfolgte am Konservatorium in Beuthen, 1928/1929 war er Theaterkapellmeister in Neisse und studierte von 1930 bis 1933 Kompositionstechnik und Dirigieren an der Staatlichen Hochschule für Musik in Berlin, an der er als Mitglied der Meisterklasse u.a. den bekannten Komponisten Arnold Schönberg und Igor Strawinsky begegnete. Bei seinem Abschlußkonzert wurde er ausgebuht und seine Zwölf-Ton-Musik von dessen Direktor als "intellektuelles Musikgestammel eines polnischen Juden" bezeichnet. Da seine Musik zwar nicht verboten, jedoch nicht mehr aufgeführt wurde, schlug er sich mit der Komposition von Tanzmusik, die er unter einem Pseudonym schrieb, durch, bis er schließlich 1936 seinen Namen in den änderte, unter dem er fortan bekannt war. Ab 1937 schrieb er für die Terra Filmkunst GmbH Tanz- und Hintergrundmusik für den Film. Sein Durchbruch als Schlagerkomponist erfolgte 1938 mit seinem Lied Roter Mohn. Er komponierte jetzt für Interpreten wie Evelyn Künneke, Zarah Leander, Rosita Serrano und Gerhard Wendland. Noch während des Zweiten Weltkrieges gründete er 1945 in Berlin ein Tanzorchester, baute unter sowjetischer Besatzung das Radio-Tanzorchester Berlin auf, gab erste Konzerte und ging auf Tourneen u.a. mit Zarah Leander. 1949 siedelte er nach Hamburg über und gründete dort 1953 seinen eigenen Musik-Verlag, die Michael-Jary-Produktion. 1960 komponierte er für die deutsche Vorentscheidung zum Grand Prix d’ Eurovision 1960 das Lied Wir wollen niemals auseinandergehen, das zwar durchfiel, das Heidi Brühl dennoch zu einem der erfolgreichsten deutschen Schlager der Nachkriegszeit machen konnte.

Lieder u.a.: Roter Mohn (1938), Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern (1939), Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehn (1941), Winke-Winke (1950), Das machen nur die Beine von Dolores (1957).

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Bild: Michael Bauer (2004)

Hamburg, Friedhof Ohlsdorf

Wien, Zentralfriedhof

Günther Schwenn eigentl. Adolf Hermann Carl Günther Franzke

 

Deutscher Schlagertexter; begann seine künstlerische Karriere im Kabarett Kuka, ein Künstlercafé in der Budapester Straße in Berlin. Bekannt geworden war er jedoch später als Texter zahlreicher Schlager, die er für Künstler schrieb oder die direkt in Spielfilme einflossen, u.a. in Jede Frau hat ein Geheimnis (1934), Kora Terry (1940), Ohm Krüger (1941), Maske in Blau (1942); nach dem Zweiten Weltkrieg folgten u.a. Viktor und Viktoria (1957) und Witwer mit 5 Töchtern (1957). Er schrieb aber auch Drehbücher, wobei sein Erfolg mit seinem Drehbuch für den Film Die Sonne geht auf (1933) eintrat und führte in den 1930 Jahren auch Regie in einigen Filmen. Bis heute besonders bekannt ist der Karnevalschlager Schnaps, das war sein letztes Wort, dann trugen ihn die Englein fort (1960), zu dem er den Text und Heino Gaze die Melodie verfaßte und der ihm die Kritik v.a. der Kirche einbrachte. Verbreitet wurde das Lied von Willy Millowitsch.

Schwenn war aber neben seiner künstlerischen Tätigkeit auch ehrenamtlich tätig, so im Deutschen Textdichter-Verband, in der Dramatiker Union und der GEMA, zu deren Stiftungsmitgliedern er gehörte. In Anerkennung seiner Verdienste um die deutsche Unterhaltungsmusik wurde er 1979 als erstem Textdichter der Paul-Lincke-Ring verliehen.

Werke u.a.: Hochzeitsnacht im Paradies, Nächte in Shanghai, Das Wirtshaus im Spessart, Das Bad auf der Tenne, Fanny Hill, Jede Frau hat ein Geheimnis, Unter der roten Laterne von St. Pauli.

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Bilder: Hajo Rackel (08/2012)

Berlin, Städt. Friedhof Wilmersdorf

Richard Heuberger der Ältere

 

Österreichischer Komponist, Dirigent und Musikpädagoge; Sohn eines Bandagenfabrikanten; war zunächst als Ingenieur u.a. im Eisenbahnbau tätig, gab diese Beschäftigung jedoch 1876 auf, um sich der Musik zu widmen. Zuvor hatte er bereits mit Peter Rosegger eine Sammlung Volkslieder aus der Steiermark herausgegeben und im Jahre 1876 - es war nicht sein erstes Werk - eineKantate komponiert, die gut aufgenommen worden war. Er nahm ein Studium am Konservatorium in Graz auf und übersiedelte nach bestandenem Examen nach Wien, nachdem er im Februar 1875 bereits in Begleitung seines Freundes Wilhelm Kienzl die dortige Lage eruiert hatte. In Wien übernahm er die Leitung des Akademischen Gesangsvereins, später der Wiener Singakademie, die vor ihm bereits Johannes Brahms inne gehabt hatte, und des Wiener Männergesangsvereins . Ab 1902 war er außerdem als Dozent am Konservatorium der Stadt Wien. Im Jahre 1881 begann Heuberger Musikkritiken zu verfassen, zunächst für das Neue Wiener Tagblatt, danach ab 1899 für die in München erscheinenden Allgemeinen Zeitung. 1896 übernahm er dann Nachfolger von Eduard Hanslicks als Musikkritiker bei der Wiener Neuen Freien Presse. Außerdem war er als freier Journalist und Herausgeber, u.a. der Neuen Musikalischen Presse, tätig.

Richard Heubergers kompositorisches Schaffen umfaßt neben Operetten, die er erst in seinen 40er Jahren zu schreiben begann, u.a. Opern, Ballette, sowie Lieder, Als sein bekanntestes Werk gilt die Operette Der Opernball, für die Victor Léon das Libretto schrieb, und das eingängige und immer wieder aufs Neue von Sängern und Sängerinnen bis heute vorgetragen Lied Komm mit mir ins Chambre séparée enthält.

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Bilder: Heionz Knisch (08/2012)

Hinterbrühl (Niederösterreich), Gemeindefriedhof

Kurt Johann Hauenstein

 

Österreichischer Musiker; Sohn des Wienerliedertexters und Schriftstellers Hans Hauenstein; nach einer Ausbildung zum Juwelier gründete er 1971 gemeinsam mit Karl Ratzer, Peter Wolf (dem späteren Keyboarder von Frank Zappa), Jano Stojka und George Dogette die österreichische, sehr erfolgreiche Rockband Gipsy Love, die neun Monate lang sehr erfolgreich im später in Camera unbeannten San Remo in Wien spielte. 1972 verließ er die Gruppe, zog nach Frankfurt am Main und trat dort bei diversen Funksessions auf, machte sich aber zugleich auch einen Namen als Studiomusiker. Im Januar 1977 kam mit Unterstützung des Produzenten Peter Hauke, den er 1972 bei einem England-Aufenthalt kennengelernt hatte, das erste Supermax-Album Don’t Stop the Music bei Atlantic auf den Markt. Ende des selben Jahres erschien das zweite Album World Of Today, das in Deutschland 1978 mit über 500.000 verkauften Exemplaren Platz 2 der LP Charts und Platinstatus erreichte; der Song Love Machine entwickelte sich zum Discoklassiker und erreichte bereits 1977 Platz 4 in Deutschland und war ebenso in der Schweiz (Platz 6) und in Österreich Platz 9) erfolgreich. 1978 folgte eine erfolgreiche Clubtournee mit über 160 Konzerten, die Supermax durch Deutschland, die Niederlande, Italien, Spanien und Belgien führte. 1979 folgte das dritte Album Fly with Me, mit dem die Gruppe auch den internationaler Durchbruch erzielte. 1980 konnte Supermax als erste westliche Popgruppe u.a. in Jugoslawien, Ungarn, Rumänien und der Tschechoslowakei auftreten; 1981 trat die aus schwarzen und weißen Mitgliedern bestehende Band in Südafrika auf. 1983 folgte dann eine Tour durch die DDR, und im selben Jahr nahm sie am Jamaica Reggae Sunsplash Festival teil. Ab 1984 wurde es um die Band Supermaxdann stiller; Hauenstein nahm zwar 1989 sein inzwischen neuntes Album auf und 1990 das Album World of Tomorrow, konnte aber an die einstigen Erfolge zunächst nicht wieder anschließen, ging aber wieder auf Tour, u.a. durch Deutschland, Luxemburg, die Kanarischen Inseln und gab bei seinen treuen Fans in den Ländern des Ostblocks Konzerte. In der Sowjetunion mußte er allerdings die Tour abbrechen, als die Umbrüche in der Folge des Falls der Berliner Mauer eintraten. Nachdem weitere Comeback-Versuche fehlgeschlagen waren, verließ Hauenstein Frankfurt am Main und zog nach Gran Canaria, wo er in Puerto Rico die Diskothek Supermax - MusicWorld. Bereits 1996 stand er wieder auf der Bühne, u.a. beim größten Music World Festival in Las Palmas. Im Folgejahr 1997 stellte er eine neue Live-Band zusammen und begann zum 20-jährigen Jubiläum des Supermax-Projektes seine erfolgreiche 20th Anniversary Tour durch den gesamten Osten. Nachdem er sieben Jahre auf Gran Canaria gelebt hatte, übersiedelte er nach Excalibur City, eine kleine tschechische Einkaufsstadt im Grenzgebiet zu Österreich. Anfang der 2000er Jahre entwickelte er das Projekt Terminal 2002, und das neue Album erschien im Dezember 2001, wobei Hauenstein sich gleichzeitig um den Aufbau einer neuen Live-Band und die Vermarktung seiner bisherigen Produkte bemühte. 2003 spielte er wieder in Rußland, u.a. in Sankt Petersburg und Wladiwostok, zog dann nach Bulgarien und begann mit den Arbeiten zum Projekt YAKU II, in dessen Zusammenhang auch der Soundtrack zu The Land of Flies produziert wurde. 2004 kehrte er schließlich nach Wien zurück; dort erschien bei Universal Music Austria die DVD Rhythm Of Soul Vol. 1 – Anthology ´77-´93. Im Dezember 2006 spielte Hauenstein mit neuformierter Band wieder als Supermax vor 2,5 Millionen Fernsehzuschauern am ersten UNESCO-Friedenskonzert in Colombo, Sri Lanka, letzteres auf Einladung des UNESCO-Nationalkomitees Sri Lanka, des Sri Lanka Tourist Boards und Dji Dieng Managements, gefolgt im Mai von einem Open-Air-Konzert vor mehr als 60.000 Zuschauern in Bulgarien. Im Jahr 2008 nahm Supermax am Life Ball teil, eine der größten jährlichen Wohltätigkeitsveranstaltungen für an HIV bzw. AIDS erkrankte Menschen .Kurt Hauenstein, der im Laufe seiner Karriere 15 Alben herausgebracht hatte, starb in der Nacht vom 20. auf den 21 3 2011 an Herzversagen.

Inschrift:

“I am living in a world that you can’t see“
He was a musician,
poet and songwriter who made
a lifetime contribution to music.
He will be deepla missed
By his wife and his children

RIP

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Bilder: Jörg Lux (09/2012)

Wien, Zentralfriedhof

Alfred Érik Leslie Satie

pinxit Suzanne Valadon           

Französischer Komponist; Sohn eines französischen Schiffsagenten und einer britischen Mutter schottischer Herkunft; studierte am Pariser Konservatorium und komponierte in den 1880er und 1890er Jahren eine Reihe von Klavierstücken, einschließlich der berühmten Trois gymnopédies (1888) und der Gnossiennes (1890). Ab 1905 setzte Satie seine Studien bei Vincent d'Indy und Albert Roussel an der Schola Cantorum fort. Er entwickelte sich vom Cabaret-Pianisten zu einem von der Pariser Moderne angesehenen Komponisten neuer französischer Klaviermusik. Mit seinen kompositorischen Neuerungen einer spannungs- und emotionslose Musik hatte er großen Einfluss auf die jüngeren Komponistengenerationen, vor allem auf die 1918 gegründete Groupe de Six. Gemeinsam mit Jean Cocteau und Pablo Picasso, die ebenso wie Claude Debussy und Serge Diaghilew zu seinem Freundeskreis gehörten, schuf er 1916 als “kubistisches Manifest" das Ballett Parade., da zu einem großen Erfolg geriet, ebenso wie 1924 das Ballett Mercure. Zu seinen wichtigsten Werken gehören Vexations für Klavier (1892-1895; 840mal hintereinander zu spielen), die Messe des pauvres (1895), Trois morceaux en forme de poire (1890-1903) für Klavier, die Pantomime Jack-in-the-Box (1900) für Klavier, Sports et divertissements (1914), die Bureaucratic Sonatina (1917) für Klavier und das sinfonische Drama Socrate (1919) für vier Klaviere und Kammerorchester.

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Bilder: Thomas Haas (09/2012)

Arcueil (Dép. Val-de-Marne) Cimetière communal

Musiker XXXIX

Omnibus salutem!