Bilder: Udo Trimper (10/2005)

Paul Hindemith

 Bild:1928 (Paul-Hindemith-Institut, GNU-DLF)

Deutscher Komponist; der Sohn einer Arbeiterfamilie kam zusammen mit seinen Eltern mit 10 Jahre nach Frankfurt am Main, wo er ab 1908 am Dr. Hoch'schen Konservatorium Komposition und Violine studierte, anschließend von 1915 bis 1923 Konzertmeister des Frankfurter Opernhauses war und nebenher als Bratschist im Amar-Quartett spielte. Hindemith war Mitbegründer und Haupt der Donaueschinger Kammermusikfeste (1921-26), wo er seine ersten Werke aufführte. Während seiner Zeit in Frankfurt am Main bewohnte er im 4. stock des sog. Kuhhirtenturm im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen, einem ehemaligen Teil der Stadtbefestigung, eine kleine Wohnung (heute ein 30 Personen fassender “Konzertsaal” und Museum). 1927 erfolgte ein Ruf als Lehrer für Komposition an die Berliner Musikhochschule. Nachdem seine Arbeit zunehmend behindert und seine Werke boykottiert wurde, verließ Hindemith Deutschland ab 1935 jeweils für längere Lehraufträge in der Türkei, trat 1937 von seinem Berliner Amt zurück und emigrierte 1940, nach einem Aufenthalt in der Schweiz, in die Vereinigten Staaten, wo er 1946 die US-amerikanische Staatsbürgerschaft erlangte. Dort übernahm er zwischen 1940 und 1953 Lehraufträgen an der Yale-Universität. 1953 nahm er seinen Wohnsitz in in Blonay in der Schweiz, lehrte aber abwechselnd in Yale und an der Züricher Universität (bis 1957). Danach unternahm er weltweit Konzertreisen.

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La Chiésaz (Kt.Waadt)

Bild: Udo Trimper (10/2005)

Hans Guido von Bülow

Deutscher Pianist und Dirigent; heiratete 1857 Cosima Liszt, die Tochter Komponisten Franz Liszt und Gräfin Marie d’Agoult, die ihn 1870 wegen ihres Verhältnisses mit Richard Wagner verließ. 1867 wurde er Hofkapellmeister in München und leitete von 1880 bis 1885 die von Herzog Georg II., dem “Theaterherzog”, geförderte Meininger Hofkapelle, später die Philharmonischen Konzerte in Hamburg und Berlin; er setzte sich für Wagner und Johannes Brahms ein.

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Hamburg, Friedhof Ohlsdorf

Franz Xaver Wolfgang von Mozart

Österreichischer Komponist und Pianist; jüngster der beiden überlebenden Söhne von Wolfgang Amadeus Mozart, der von seiner Mutter Constanze (Stanzerl) musikalisch gefördert wurde; so erhielt er u.a. Unterricht bei Johann Nepomuk Hummel, Antonio Salieri und Johann Georg Albrechtsberger. Er unternahm ausgedehnte Konzertreisen durch Europa und lebte eine Zeitlang in Galizien, wo er in Lemberg.(heute Lwiw, Ukraine) als Pianist und Pädagoge wirkte, dort den Musikverein gründete und in der Folge zahlreiche Konzerte organisiert, u.a. auch eine Aufführung des Requiems seines Vaters aus Anlaß von dessen 35. Todestag am 5.12.1826 in der Lemberger St. Georgs-Kathedrale, die er selbst leitete. 1839 kehrte er nach Wien zurück. Im Schatten seines inzwischen als bedeutender Komponist erkannten Vaters stehend, gelang es ihm nicht eine feste Anstellung zu erhalten. Er starb hinterließ - unverheiratet wie sein Bruder Karl Thomas - keine Nachfahren. Er selber bezeichnete sich stets als “Wolfgang Amadeus’ Sohn”, so auch die Inschrift auf dem Grabstein.

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Karlovy Vary-Karlsbad (Tschechien), St.Andreasfriedhof

Paul Lincke

Deutscher Komponist; Sohn eines Magistratsdieners; wurde in der Wittenberger Stadtmusikkapelle von Rudolf Kleinow als Fagottist ausgebildet. Lincke schrieb Berliner Lieder, Schlager, Revuen und Operetten, u.a. Frau Luna (1899; darin Das ist die Berliner Luft), Lysistrata (1902; darin Glühwürmchen), Ein Liebestraum (1940, Filmoperette).

 

 

Büste Linckes in Goslar

 

 

 

 

 

 

Lieder u.a.: Schenk` mir doch ein kleines bißchen Liebe; Bis früh um fünfe, Kleine Maus; Schlösser, die im Monde liegen.

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Bilder: Wolfgang Prokosch (10/2005)

Hahnenklee, Waldfriedhof

Therese Malten

                          

Deutsche Sängerin (dramatischer Sopran); ausgebildet in Danzig und Berlin, gab sie ihr Debüt 1873 in Dresden als “Pamina”, kurz darauf als “Agathe”. 1880 wurde ihr der Titel einer Kammersängerin verliehen. 1881 erfolgte ein Gastspiel in London, in Rußland sang sie Wagnerpartien. 1903 nahm sie ihren Abschied von der Bühne. Malten, die sich auch sozial betätigte - sie unterstützte z.B. unterstützte Waisenkinder und Bedürftige - war langjährige Lebensgefährtin der österreichischen Philosophin, Literatur- und Musikkritikerin Helene von Druskowitz.

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Bild: Peter Sommeregger

Dresden,Trinitatis Friedhof

Josef Gabriel von Rheinberger

www.rheinberger.li

Liechtensteiner Komponist und Dirigent; kam mit 12 Jahren zur Ausbildung an das Münchner Konservatorium, wo er seine Kommilitonen bald überflügelte und bereits zahlreiche Werke schuf. Bereits im Alter von 19 Jahren bot ihm das Konservatorium eine Stelle als Dozent zunächst für Klavier, später auch für Orgel und Komposition an, die er bis kurz vor seinem Lebensende ausübte. Als Hofkapellmeister des bayerischen Königs Ludwigs II. nahm er seit 1877 eine zentrale Position innerhalb der katholischen Kirchenmusik in Deutschland ein. Zu seinen Schülern zählten bedeutende Musiker wie Engelbert Humperdinck, Ermanno Wolf-Ferrari, Wilhelm Furtwängler u.a. Er schrieb u.a. Orgel-, Orchesterwerke, Opern, Kammermusik, geistliche Vokalwerke.

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Bilder: Alexander Krischnig (10/2005)

Vaduz (Liechtenstein)

Bild: Hanns-Eckard Sternberg (10/2006)

Isang Yun

 

Deutscher Komponist koreanischer Herkunft; in den 1930er Jahren studierte er in Keijō sowie Ōsaka (Violoncello und Musiktheorie) und Tokio. Als er sich 1943 dem Widerstand gegen die japanische Besatzung anschloß, wurde er eingekerkert und gefoltert. 1955 erhielt er den Kulturpreis der südkoreanischen Stadt Seoul und konnte jetzt in Paris und Berlin bis 1959 studieren. In Berlin studierte er bei dem ehemaligen Schüler Arnold Schönbergs, Josef Rufer. Schon bald gehörte Yun zur internationalen Avantgarde der Musik. Große Resonanz erfuhr sein buddhistisches Oratorium Om mani padme hum met (1965), das bei den Donaueschinger Musiktagen uraufgeführt wurde und ihn den Durchbruch brachte.

1967 wurde Yun vom südkoreanischen Geheimdienst, nachdem er das kommunistische Norkorea besucht hatte, aus Deutschland nach Seoul entführt, dort gefoltert, des Landesverrats beschuldigt und in erster Instanz zu lebenslänglicher Haft verurteilt. Er kam jedoch Dank internationaler Proteste, u.a. seitens des persönlichen Engagements des Dirigenten Francis Travis 1969 frei. Von 1970 bis 1985 lehrte Yun, der 1971 die deutsche Staatsbürgerschaft erlangte, Komposition an der Universität der Künste Berlin, ab 1974 als ordentlicher Professor.

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Bild: Hans-Christian Seidel (09/2011)

Berlin-Spandau, Landschaftfriedhof Gatow

Ludwig Schnorr von Carolsfeld

1865 mit Malwine Schnorr von Carolsfeld

Deutscher Opensänger (Heldentenor); Sohn des Malers Julius Schnorr von Carolsfeld; besuchte zunächst die Kreuzschule in Dresden und nach dem Schulabschluß das Leipziger Konservatorium. 1858 debütierte er am Karlsruher Hoftheater, 1860 auch am Dresdner Hoftheater und am Nationaltheater München. Er machte sich v.a. einen Namen als Tenor, insbesondere in Verdi- und Wagner-Rollen. Als auf Veranlassung Ludwigs II. Richard Wagners Oper Tristan und Isolde 1865 in München aufgeführt werden sollte, entschied sich Wagner, der das Ehepaar Ludwig und die aus Dänemark stammende Malwine, née Malvina Garrigues, die er 1860 geheiratet hatte, 1862 in Biebrich (heute zu Wiesbaden) kennengelernt hatte, die beiden für die Uraufführung am 6.6.1865 in den Hauptrollen zu besetzen. Nach nur drei Aufführungen starb Ludwig unvermittelt, vermutlich an Typhus oder Meningitis.

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Bilder: Heiko Bockstiegel (08/2011)

Dresden, Alter Annenfriedhof

Johann Gottlieb Naumann

                                 

Deutscher Komponist und Hofkapellmeister; ältester Sohn eines Häuslers (Kleinstbauern); als er die Schule in Loschwitz besuchte, erhielt er von dem dortigen Lehrer und Organisten Unterricht in Klavier- und Orgelspiel. Im Alter von 13 Jahren begann er auf Wunsch der Eltern eine Schlosserlehre, die er jedoch bald abbrach und 1754 Schüler an der Kreuschule (?) in Dresden wurde, an der er u.a. seine Kenntnisse in der Musik erweitern konnte. Dort wirkte er auch schon an Aufführungen von Oratorien etc. mit. 1758 begleitete er den aus Schweden stammenden Geiger Anders Wesström (*~1720, †1781) - ein Mann von offenbar zweifelhaftem Charakter - auf dessen Anregung nach Italien (Wesström hatte bei Naumanns Mutter, die einen Kaffeeausschank betrieb, zufällig die Notenblätter des Jungen entdeckt). In Italien erlernte Naumann das Spielen von Bratsche und Cello und wurde in Padua Schüler des bekannten Violinisten und Komponisten Giuseppe Tartini (Wesström floh - völlig überschuldet - im September 1759 heimlich aus Padua). 1764 kehrte Naumann schließlich nach Dresden zurück, und zum 1.8.1764 erhielt er auf Empfehlung der Komponisten Johann Adolph Hasse und Giovanni Battista Ferrandini, bei denen er in Italien ebenfalls Unterricht genommen hatte, eine Anstellung als "Kirchencompositeur" am Dresdener Hof. Ende 1767 reiste er ein weiteres Mal nach Italien, und als er sich im Rahmen dieser Reise in Neapel aufhielt, erhielt er aus Palermo den Auftrag zur Komposition einer Oper; und so schrieb er sein erstes italienisches Karwochenoratorium La passione di Gesù Cristo. Zurück in Dresden komponierte er für die bevorstehende Hochzeit Friedrich Augusts I. die Oper La clemenza di Tito. Auf einer weiteren Italienreise von 1772 bis 1774 schrieb er fünf Opern im Auftrags Venedigs und Paduas. 1776 wurde er zum Dresdner Hofkapellmeister ernannt. 1777 folgte er einer Einladung an den schwedischen Hof König Gustavs III., wo er an dessen Plänen für die Königlich Schwedische Oper mitarbeitete und die dortige Kungliga Hovkapellet (Kgl. Hofkapelle) reformierte. Außerdem komponierte er 1786 die in Schweden sehr erfolgreiche Oper Gustav Wasa, die den Schweden sogar als Nationaloper galt. Nach seiner Rückkehr von dort erhielt Naumann in Dresden einen sehr Vertrag auf Lebenszeit. Als Gastdirigent und Opernkomponist war er auch in Kopenhagen (von 1785 bis 1786 war er in Kopenhagen, und von 1788 bis 1789 in Berlin als Gastdirigent tätig. In dem letzten Jahrzehnt seines Lebens war Naumann, der 1798 in das Hotel de Saxe gezogen war, als Lehrer tätig. Am 21.10.1801 erlitt Naumann im Großen Garten in Dresden einen Schlaganfall. Er wurde erst am nächsten Tag gefunden und starb, nachdem man ich nach Hause gebracht hatte.

Naumann komponierte zahlreiche Bühnenwerke, italienische Oratorien und später lateinische und deutsche Kirchenmusik.

Inschrift (von Christian Gottfried Körner, Vater des Schriftstellers und Freiheitskämpfers Theodor Körner):

Nur auf des Meisters Geboth entsteht im Reiche der Töne,
Was den Denker erfreut, wie es den Hörer entzückt;
Aber dieß genügte Dir nicht; an dessen Grabe wir trauern.
Hoch über irdischen Dienst hobst Du den Zauber der Kunst;
Seele sprach zur Seele, die Schranken der Endlichkeit schwanden,
Und in der Seligen Reih’n lohnt Dir die Palme dafür.

 

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Bilder: Thomas Haas (09/2011)

Dresden, Elias-Friedhof

Bild: Gamsbart (11/2008) Wikipedia.de

München, Alter Südfriedhof

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Hinweis: Rheinberger war zunächst auf dem Alten Münchner Südfriedhof beigesetzt worden. 1949 wurden seine sterblichen Überreste nach Vaduz überführt.

Ottorino Respighi

1934 

 

Italienischer Komponist; Sohn eines Klavierlehrers; studierte u. a. bei Nikolaj Rimskij-Korsakow in Sankt Petersburg und Max Bruch in Berlin. Ab 1913 war er Kompositionslehrer am Conservatorio di Santa Cecilia in Rom, und von 1923 bis 1925 dessen Direktor.

Respighi, dessen spätromantische Orchesterkunst Einflüsse von Richard Strauss aufweist, gilt als führender Vertreter der neueren italienischen Instrumentalmusik. Er komponierte sinfonische Dichtungen, u.a. Fontane di Roma (1916), Pini di Roma (1924), Feste romane (1928) sowie Opern und Lieder und bearbeitete Werke alter Meister, so solchen von Johann Sebastian Bach u.a.

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Bild: Roland Longbow (09/2014) Wikipedia.de
Bild: Roland Longbow (09/2014) Wikipedia.de

Bologna, Cimitero Monumentale La Certosa

Musiker XL

Omnibus salutem!