Bilder: Hartmut Riehm (11/2006)

Carl Philipp Emanuel Bach

Deutscher Musiker; zweiter Sohn von Johann Sebastian Bach und dessen erster Frau Maria Barbara. Im sächsischen Köthen, wohin seine Eltern 1717 gezogen waren, besuchte er die Lateinschule und, als Johann Sebastian 1723 in Leipzig Thomaskantor wurde, die dortige Thomasschule. Ab 1731 studierte er Rechtswissenschaften an der Universität Leipzig, 1734 an der Viadrina Universität in Frankfurt an der Oder, wandte sich dann jedoch der Musik zu. 1741 wurde er in Berlin Kammercembalist Friedrichs II., des Großen, dann ab 1768 Nachfolger seines verstorbenen Paten Georg Philipp Telemann im Amt des städtischen Musikdirektors und Kantors am Johanneum in Hamburg. Seine Musik des musikalischen Sturm und Drangs beeinflußte Joseph Haydn sowie den jungen Ludwig van Beethoven. Er bildete die Sonatenform aus und schuf Klavierkonzerte, -sonaten, Sinfonien, Kammermusik, geistliche Vokalmusik und Oden. Zu dieser Zeit galt Bach als einer der berühmtesten Klavierspieler Europas und einer der bedeutendsten Komponisten in der Zeit zwischen Barock und Wiener Klassik. Sein umfangreicher Nachlaß sowie Dokumente seines Vater, seiner Brüder und eigene Kompositionen, die seit Ende des zweiten Weltkriegs als verschollen galten, wurden 1999 in einem Kiewer Archiv gefunden.

Werke u.a.: 1753 veröffentlichte er sein bedeutendes Lehrwerk "Versuch über die wahre Art das Clavier zu spielen" (1753, ein 2. Teil erschien 1762).

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Hamburg, St. Michaelis (Michel), Gruft

Simon Sechter

Österreichischer Komponist, Organist, Musikpädagoge und -theoretiker; kam 1804 nach Wien, um bei Antonio Salieri zu studieren. Ab 1810 unterrichtete er Klavier und Gesang an einer Blindenschule und übernahm im Jahre 1824 das Amt eines Hoforganisten. 1851 wurde er Professor für Komposition am Wiener Konservatorium. Zu seinen Schülern gehörte viele namhafte Komponisten u.a. Anton Bruckner, Franz Schubert und Sigismund Thalberg. Er starb in großer Armut.

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Bilder: Rudolf Stolz (2006)

Wien, Zentralfriedhof

Bilder: Hanns-Eckard Sternberg (11/2006)

Rudolf Kempe

 

Deutscher Dirigent; studierte an der Orchesterschule in Dresden, begann 1928 als Oboist in Dortmund und war anschließend bis 1936 Erster Oboist und Pianist am Leipziger Gewandhausorchester, wo dann im Alter von 27 Jahren auch seine Laufbahn als Dirigent begann. 1949 wurde er Dresdner Generalmusikdirektor und 1951 auch Leiter der dortigen Oper. 1952 ging er als Generalmusikdirektor an die Bayerische Staatsoper in München, leitete in den 1960er Jahren das London Philharmonia Orchestra sowie das Tonhalle-Orchester Zürich. In dieser Zeit galt er als einer der gefragtesten Dirigenten, dirigierte u.a. in New York, Buenos Aires, Mailand und Salzburg. 1967 wurde er Generalmusikdirektor bei den Münchner Philharmonikern. Nach seinem Tode wurde Sergiu Celibidache sein Nachfolger. Kempe galt als Spezialist insbesondere für die Musik der Komponisten Johannes Brahms, Anton Bruckner, Richard Strauss und Richard Wagner.

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München, Bogenhausener Friedhof

Bilder: Hanns-Eckard Sternberg (10/2006)

Josef Metternich

 

Deutscher Sänger (Bariton) und Musikpädagoge; begann seine musikalische Laufbahn 1935 mit ersten Solopartien als Chormitglied beim Bonner Stadttheater, 1939 folgte ein Engagement an der Deutschen Oper in Berlin; später sang er an allen großen Opernhäusern, u.a. vier Jahre lang an der New Yorker Metropolitan Oper: Nachdem er nach Deutschland zurückgekehrt war, holten ihn Ferenc Fricsay und Georg Solti an die Bayerische Staatsoper, deren Mitglied er bis 1971 blieb. Bis zu seiner Pensionierung leitete er die Meisterklasse für Gesang an der Hochschule für Musik Köln.

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Feldafing am Starnberger See

Bilder: Bernd Wolter (11/2006)

Neustadt a.d. Weinstraße, Hauptfriedhof

Franz SchnuckenackReinhardt

 Bild: Godwin T. Petermann (1972), GNU-LFD

 

Deutscher Musiker (Geiger) und Komponist; einer Sintofamilie entstammend, studierte er am Mainzer Peter-Cornelius-Konservatorium Musik. Während des Nationalsozialismus wurde er 1940 als "Zigeuner" nach Polen verschleppt, lebte nach seiner Flucht jahrelang im Untergrund - getarnt als fahrender, ungarndeutscher Musikant - und kehrte nach Kriegsende schließlich nach Deutschland zurück. In den 1960er Jahren wurde er bekannt, als er Swing-, Jazz-, Valse-, Musette- und klassische Zigeunerweisen miteinander verband und zur wegweisenden Schlüsselfigur für die Zigeunermusik wurde.

Den Rufnamen "Schnuckenack" verlieh ihm seine Mutter - er bedeutet "schöne Nase".

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Bilder: Matthias Bauer (08/2006)

Friedel Hensch

 

Deutsche Schlagersängerin; trat im Alter von nur 12 Jahren erstmals öffentlich auf. Sie war Mitglied der im Nachkriegsdeutschland sehr populären Gesangsgruppe Friedel Hensch & die Cyprys, das sie mit ihrem Ehemann Werner Cyprys, der mehr als 400 Schlager schrieb, gegründet hatte. Das Quartett wirkte in zahlreichen Filmen mit und trat später auch im Fernsehen auf. 1955 erhielt das Ensemble eine Goldene Schallplatte für den Gesamtverkauf von über drei Millionen Schallplatten.

Schlager u.a.: Die Fischerin vom Bodensee (1951), Egon (1952), Leopold, Tango Max (beide 1953), Heideröslein, Das alte Försterhaus (beide 1954), Aber der Novak läßt mich nicht verkommen (1957), Mein Ideal, Der Mond von Wanne-Eickel (beide 1962).

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Hamburg-Niendorf, Neuer Friedhof

Hinweis: Die Urne mit der Asche Rudolf Kempes wurde im März 2007 nach Stratford-upon-Avon zu seiner Witwe Cordula Kempe verbracht, die dort in der Rudolf Kempe-Society tätig ist. Der Grabstein wurde entfernt.

Roberto “Bobby“ Alfonso Farrell

 

Niederländischer Diskjockey (DJ) und Tänzer; verließ nach dem Schulabschluß im Alter von 15 Jahren seine Heimat, fuhr für zwei Jahre zur See und ließ sich anschließend in Norwegen nieder, bevor er in die Niederlande ging und dort als DJ arbeitete. Später zog er nach Deutschland. Bekannt wurde Farrell v.a. als Mitglied der besonders in den 1970er Jahren erfolgreichen Musikgruppe Boney M. wo er allerdings nicht sang, sondern nur die Lippen synchron zu Frank Farians Gesang aus dem “off” bewegte. Aber er file besonders durch seine virtuosen Tanzeinlagen während der performances auf. 1982 wurde Farrel allerdings nach wiederholten Spannungen mit Frank Farian - er zeiget ein zunehmend eigenwilliges Benehmen - sich immer eigenwilliger - durch Reggie Tsiboe ersetzt, kam aber 1984 zur Gruppe zurück. Ab 1992 trat Farrell – gegen den Willen von Farian – mit seiner eigenen Boney-M.-Formation auf. Farrell trat als Tänzer im Jahre 2005 in dem Videoclip Turn on the Music von Roger Sanchez auf. Von 1981 bis 1994 war er mit einem Fotomodell aus dem ehemaligen Jugoslawien verheiratet.

Farrell wurde während einer Konzerttournee tot in seinem Hotelzimmer in Sankt Petersburg aufgefunden.

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Bild: Matthias Bauer (06/2012)

Amsterdam, Zorgvlied-Friedhof

Dietrich Fischer-Dieskau

Bild: Peter Müller (07/1973)

Deutscher Sänger (Bariton); jüngster von fünf Söhnen eines Altphilologen und Oberstudienrates; gefördert von seiner Mutter, einer Lehrerin, machte er bereits als 16-Jähriger eine Gesangsausbildung bei Georg A. Walter, danach ab 1942 bei Hermann Weissenborn an der Berliner Musikakademie. Zur Wehrmacht eingezogen und in Italien in amerikanische Kriegsgefangenschaft geraten, bildete er sich während dieser Zeit autodidaktisch weiter und gab noch im Gefangenenlager seine ersten Konzerte. Nach seiner Entlassung debütierte er 1947 bei einer Aufführung in Badenweiler, nachdem er ohne Probe für einen erkrankten Solisten im Deutschen Requiem von Johannes Brahms eingesprungen war. Im Herbst des selben Jahres gab er seinen ersten Liederabend in Leipzig und trat wenig später erfolgreich in dem 1928 in Berlin-Steglitz eröffneten Titania-Palast auf. Ein Jahr später wurde er als erster lyrischer Bariton an die Städtische Oper Berlin verpflichtet, wo er als Marquis Posa in Giuseppe Verdis Don Carlos debütierte. 1948 erfolgte ein Verpflichtung als erster lyrischer Bariton an die Städtische Oper Berlin. Ab 1949 unternahm er Auslandsgastspiele in England, Holland, in der Schweiz, Frankreich und Italien, und 1952 sang er erstmals bei den Edinburgher Festspielen. Ab 1954 war Fischer-Dieskau ständiger Gast in Bayreuth und ab 1956 auch in Salzburg. Er gastierte an der Wiener Staatsoper, am Münchner Nationaltheater, an der Londoner Covent Garden Opera und der New Yorker Carnegie Hall, wo er 1964 seinen ersten Auftritt hatte. 1962 sang er bei der Uraufführung von Benjamin Brittens War Requiem bei der Einweihung der neuen Kathedrale im britischen Coventry, die bei schweren Angriffen der deutschen Luftwaffe im November 1940 zerstört worden war. Am 31. Dezember 1992 beendete Dietrich Fischer-Dieskau, der auch als Förderer der Musik des 20. Jahrhunderts gilt, so von Hans Werner Henze und Aribert Reimann, seine Bühnenkarriere mit einem Galaabend in der Bayerischen Staatsoper, betätigte sich danach aber als Lehrer und auch als Dirigent.

Fischer-Dieskau verfügte über ein Repertoire von über 6.000 Lieder und hatte mit mehr als 400 die meisten Plattenaufnahmen eines Sängers überhaupt. Nicht grundlos bezeichnete Leonard Bernstein Fischer-Dieskau als größten Sänger des  20. Jahrhunderts! Die Times bezeichnete ihn als "bester Liedersänger der Welt".

Fischer-Dieskau war viermal verheiratet, u.a. von 1965 bis 1967 mit Ruth Leuwerik.

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Berlin, Waldfriedhof Heerstraße

Bilder: Dr. Claus Spahn (11/2012)

Ida Presti eigentl. Yvette Ida Montagnon

 

 

Französische Gitarristin und Komponistin; lernte bereits im Alter von fünf Jahre unter Anleitung ihres Vater Klavier und Gitarre zu spielen. Ihre eigentliche Ausbildung zur Gitarristin erfolgte durch den Gitarristen und Geigenbauer Mario Maccaferri, der sie zugleich auch in Harmonie und Musiktheorie unterrichtete. Im Alter von acht Jahren trat sie 1932 erstmals öffentlich auf. Zwei Jahre später gab sie bereits Konzerte in Paris und wurde von der Presse als “weiblicher Mozart“ gefeiert. 1938, im Alter von 14 Jahren, trat sie in dem Film La Petite Chose, als Gitarrist in einer Nebenrolle auf, und als 16-Jährige trat sie mit der Gitarre Niccolò Paganinis während einer Gedenkfeier anläßlich seines einhundertsten Todestages im Jahr 1940 auf. Im September 1948 spielte sie in der französischen Premiere von Joaquín Rodrigos (*1901, †1999 ) Concierto de Aranjuez, die Radio Paris übertrug und die auch mehrere andere europäische Radiostationen ausstrahlten. Großen Beifall in der dortigen Presse fand ihr erste Konzert in London am 1.12.1951; so lobte dieTimes "her truly astonishing right hand dexterity and her lively temperament"1, und als sie im Folgejahr wieder in London spielte, kommentierte die selbe Zeitung: "When Miss Ida Presti, a young French guitarist, made her English début last autumn it was her prestidigitation that lingered in the memory. Her reappearance early in the week at Wigmore Hall confirmed this first impression of brilliance but also gave further evidence of sterling musicianship."2.

Verheiratet war Ida Presti, die als eine der besten klassischen Gitarristen des 20. Jahrhundert angesehen wird, in zweiter Ehe seit 1953 bis zu ihrem Tode mit dem im ägyptischen Alexandria geborenen Alexandre Lagoya, den sie im Jahr zuvor bei einem seiner ersten Konzerte in Paris kennengelernt hatte. Sie gab nach der Hochzeit ihre Karriere als Sologitarristin auf, bildete mit ihrem Ehemann das Duo Presti-Lagoya und konzentrierte sich auf Werke für zwei Gitarren.

Sie starb völlig überraschend während einer Konzerttour durch die Vereinigten Staaten.

Inschrift:

Je veux que ma vie soit simple
et droite, comme un réseau vide afin
que Dieu puisse l'emplir de musique

[dt. Ich möchte daß mein Leben einfach und rechtschaffen sei, ähnlich einem leeren Netz, damit Gott es mit Musik anfüllen kann]

________________________________________________________________________________

1 “ihre wirklich erstaunliche Fingerfertigkeit der linken Hand und ihr lebhaftes Temoerament”

2 Als Fräulein Ida Presti, eine junge französische Gitarristin, ihr Debüt in England im vergangenen Herbst gab, war es ihre Fingerfertigkeit, die in Erinnerung geblieben ist. Ihr Wiedererscheinen Anfang dieser Woche in der Wigmore Hall bestätigte diesen ersten Eindruck ihrer Brillanz, lieferte aber auch einen weiteren Beweis ihrer gediegenen Musikalität.

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Bilder: Herbert Herterich (02/2013)

Montmorency, cimetière comunal

Alexandre Lagoya

 

 

Ägyptischer Gitarrist; Sohn eines griechischen Vaters und einer italienischen Mutter; trat im Alter von dreizehn Jahren erstmals öffentlich auf und hatte bis zu seinem 18. Lebensjahr bereits über 500 Mal Auftritte in öffentlichen Konzerten absolviert. 1940 ging er nach Siena, um bei Andrés Segovia zu studieren und übersiedelte dann nach Paris. Bei einem seiner ersten Konzerte dort lernte er die Gitarristin Ida Presti kennen, die ebenfalls eine Schülerin Segovias war. Mit Ida, die er 1953 heiratete und mit der er bis zu ihrem Tode zusammenlebte, trat er als weltbekanntes Gitarrenduo auf. Sie spielten u.a. die Uraufführungen von Mario Castelnuovo-Tedescos Les guitares bien tempérées, Joaquín Rodrigos Tonadilla und André Jolivets Sérénade pour deux guitares. Er spielte zahlreiche Platten als Solist ein, spielte im Duo mit Ida Presti und mit Musikern wie den Flötisten Jean-Pierre Rampal und James Galway, dem Geiger Isaac Stern und dem Jazzpianisten Claude Bolling, der auch für Lagoya komponierte, Jazz-Piano und Percussion komponiert hat, und trat in Rundfunk- und Fernsehsendungen auf. Seine bevorzugten Gitarren waren Instrumente von Hopf.

Nach dem Tod seiner Frau im Jahre 1967 zog sich Lagoya fünf Jahre lang vom Konzertbetrieb zurück, bevor er seine Karriere als Gitarrensolist wieder aufnahm. Viele Komponisten schrieben jetzt Werke für ihn, so Henri Sauguet Trois Préludes, Jacques Charpentier das Concert no. 2, Jean-Michel Damase eine Ballade pour guitare et cordes und Claude Bolling sein Concerto pour guitare.

Daneben seinen öffentlichen Auftritten unterrichtete er Gitarre an der Schola Cantorum, gab im Sommer Meisterkurse an der Internationalen Musikakademie von Nizza und leitete ab 1969 die erste Klasse für Gitarre am Conservatoire de Paris, bevor er sich 1994 sich von seiner Lehrtätigkeit zurückzog.

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Montmorency, cimetière comunal

Bilder: Herbert Herterich (02/2013)
Musiker LI

Omnibus salutem!