Bild: Vasil Yaroshevich (07/2007)

Emil Grigorjewitsch Gilels

 

Russischer Pianist; begann bereits im Alter von sechs Jahren Klavier zu spielen. Ab 1930 studierte er am Konservatorium in Odessa Klavier und gewann 1933 den ersten Preis beim neu gegründeten sowjetischen Musikwettbewerb. Nach dem Studium in Moskau bei Heinrich Neuhaus gewann er den Ysaÿe-Musikwettbewerb, bei dem er sich u.a. gegen Arturo Benedetti Michelangeli durchsetzen konnte. Gilgels trat besonders als Interpret der Klavierwerke W.A. Mozarts und der Klaviermusik des 19. Jahrhunderts hervor.

Auszeichnungen u.a.: Stalinpreis (1946), Leninpreis (1962).

Zurück zur Personenliste           

Moskau, Friedhof am Neujungfrauenkloster

Vladimir Horowitz

 

US-amerikanischer Pianist ukrainischer Herkunft; seinen ersten Klavierunterricht erhielt er im Alter von sechs Jahren von seiner Mutter, einer Pianistin. Noch während seiner Schulzeit studierte er am Konservatorium Kiew Klavier und Komposition unter anderem bei Felix Blumenfeld. Nachdem er 1925 die Sowjetunion verlassen hatte, ließ er sich zunächst in Berlin nieder, wo er 1926 sein deutsche Debüt hatte; es folgten bald Konzerte in London und Paris, bevor er 1928 erstmals an der Carnegie Hall in New York spielte. 1932 spielte er zum ersten Mal in New York zusammen mit Arturo Toscanini, dessen Tochter Wanda er im folgenden Jahr heiratete. 1939 ließ er sich dauerhaft in den Vereinigten Staaten nieder, dessen Staatsbürgerschaft er 1940 erwarb. Horowitz wurde besonders als Interpret der Werke von Robert Schumann, Franz Liszt, Peter Tschaikowskij, Sergej Rachmaninow und Frédéric Chopin bekannt.

Zurück zur Personenliste

Mailand, Cimitero Monumentale

Hinweis: Horowitz ist in der Grabstätte seines Schwiegervaters beigesetzt.

Bild: Len Power (05/2007)

Claudio Zuan (Giovanni) Antonio Monteverdi

Italienischer Komponist; der älteste Sohn des Wundarztes war von 1582 bis 1590 in Cremona Schüler von M.A. Ingegneri. Anschließend war er Hof des Herzogs Vincenzo I. Gonzaga (*1562, †1612) in Mantua als Sänger und Violinist tätig. Monteverdi wurde dort 1594 “Cantore” und ab 1602 Hofkapellmeister. 1607 wurde hier seine Favola per musica Orfeo aufgeführt, die die stilistische Entwicklung seiner Madrigale bis zum 5. Buch (1605) aufgreift und den eigentlichen Beginn der Gattung Oper markiert. Für die 1608 vorgesehene Hochzeit von Francesco Gonzaga (*1586, †1612) mit Margareta von Savoyen (*1589, †1655) schrieb Monteverdi die Oper L'Arianna (aus dem nur das Lamento erhalten ist. 1608 ging er nach Cremona und reichte nach dem Tod Vincenzo Gonzagas seinen Rücktritt ein. 1613 ernannten ihn die Prokuratoren in Venedig zum “Maestro di cappella” an San Marco. Mit Mitteln des Adels wurden seit 1637 Opernhäuser erbaut, in denen nach einer Reihe nicht erhaltener dramatischer Werke 1640 Il ritorno d'Ulisse in patria und 1642 L'incoronazione di Poppea aufgeführt wurden. Nach dem Auftreten der Pest in Venedig wurde Monteverdi Priester. Er starb nach einer weiteren Reise nach Mantua und Cremona. Verheiratet war Monteverdi mit Claudia de Cattaneis, Tochter eines in Mantua ansässigen Musikers.

Zurück zur Personenliste

Venedig, Basilica de Santa Maria Gloriosa dei Frari

Bild: Wolfgang Prokosch (08/2007)

Fred Lincoln (Link) Wray

 

US-amerikanischer Jazzmusiker; gilt als prägend für den Heavy Metal und die Punkmusik. Berühmt wurde er mit seinem Instrumentalstück Rumble, einem Hit des Jahres 1958 in welchem er als Erster Gitarrenfeedbacks und Verzerrer benutzt. Seine Musik fand in vielen Filmen Verwendung, u.a. in Pink Flamingos (1972), Desperado (1995), 12 Monkeys (1995), Independence Day (1996), Blow (2001). Wray, der aufgrund einer als Soldat im Koreakrieg zugezogenen Lugentuberkulose einen Lungenflügel verlor, konnte eine Zeitlang zu seiner Musik nicht singen und hatte sich dauraufhin auf Instrumentalstücke spezialisiert. Verheiratet war er mit der Dänin Olive, mit der er bis zu seinem Tode in Kopenhagen lebte.

Zurück zur Personenliste

Kopenhagen, Christianskirche

Bild: Helmut Sommer (08/2007)

Bruno Maderna eigentl. Bruno Grossato

 

Italienischer Komponist, Dirigent und Musikpädagoge; studierte Komposition in Mailand und an der Accademia di Santa Cecilia in Rom, wo er das Studium 1940 mit einem Diplom abschloß. 1941 war er Schüler im Fach Dirigieren an der Accademia Musicale Chigiana in Siena, gefolgt 1942 und 1943 von weiterführenden Studien in Komposition an der Accademia Benedetto Marcello in Venedig. Unterbrochen von Kriegsdienst in der italienischen Armee. Teilnahme am Zweiten Weltkrieg und deutscher Gefangenschaft, kehrte er zur Musik zurück, war von 1948 bis 1952 Dozent an der Accademia Benedetto Marcello und nahm 1948 an einem Dirigierkurs bei Hermann Scherchen teil, der ihn anregte, erstmal 1949 die Darmstädter Ferienkursen für Neue Musik zu besuchen, an denen er ab 1956 regelmäßig als Dozent und Dirigent teilnahm. Von 1958 bis 1967 leitete er das Internationale Kammerensemble Darmstadt. Ab 1972 war er Chefdirigent von Radio Mailand. In den 1960er Jahren gab er zahlreiche Gastspiele in Europa und in Übersee (Tokio, 1961 und Buenos Aires, 1964). Mit Beginn der 1970er Jahre dirigierte er verstärkt auch in den USA. Er lehrte von 1960 bis 1962 an der Dartington Summer School in England, ab 1967 am Rotterdamer Konservatorium und hielt Dirigierkurse am Mozarteum Salzburg zwischen 1967 und 1969 und in Darmstadt im Jahr 1969 ab. 1971/72 war er Direktor des Berkshire Music Center in Tanglewood. Maderna schrieb Orchester- und Kammermusik in Zwölftontechnik und elektronische Musik (u.a. Syntaxis, 1957), Opern (Hyperion, 1964; Von A bis Z, 1970; Satyricon, 1973) und Vokalmusik.

Zurück zur Personenliste

Darmstadt, Alter Friedhof

Bild: Wolfgang Prokosch (08/2007)

Kopenhagen, Vestre Kirkegard (Westfriedhof)

Carl August Nielsen

1908                

 

 

Dänischer Komponist; der Sohn eines armen Malers und Anstreichers studierte bei dem dänischen Komponisten Niels Wilhelm Gade (*1817, †1890) in Kopenhagen am Königlichen Konservatorium, an dem er 1916 Professor werden sollte. Außerdem war er Violinist im Hoforchester und Dirigent der “Musikforeningen” in Kopenhagen. Aufgrund eines Stipendiums war es ihm möglich, 1890 seine Studien in Deutschland fortzusetzen. Nielsen, der neben Edvard Grieg als einer der bedeutendsten skandinavischen Komponisten gilt, komponierte zwischen 1892 und 1925 sein Hauptwerk, sechs Sinfonien. Eines seiner bekanntesten Werke war die Kantate Hymnus Amoris (1896), mit einem von ihm geschaffenen, ins Lateinische übersetzten Text. Zudem schuf er Kammermusik, Klaviermusik und Opern. Verheiratet war Nielsen mit der Bildhauerin Bildhauerin Anne Marie Brodersen (*1863, †1945), die er 1891 in Paris kennengelernt hatte.

Werke u.a.: Saul und David (1902), Maskarade (1906).

Zurück zur Personenliste                

Komitas Vartapet; auch Soghomon Gevorki Soghomonian [armenisch Սողոմոն Գևորքի Սողոմոնյան bzw. Կոմիտաս Վարդապետ]

no_copyright

 

Armenischer Komponist, Sänger, Musikpädagoge, Musikethnologe und Musikwissenschaftler; von Haus aus Priester; war bereits im Alter von elf Jahren Vollwaise; gilt heute allgemein als Begründer der modernen klassischen Musik Armeniens.

 

Zurück zur Personenliste                   

vardapet1_gb
Bilder: Jürgen Pferdekamp (11/2012)

Jerewan, Komitas Pantheon

Heinrich (Henrich) Schütz [latinisiert Henricus Sagittarius]

 

Deutscher Komponist; kam 1599 auf Vorschlag von Landgraf Moritz von Hessen-Kassel, dem Gelehrten, als Kapellknabe und Schüler an das Collegium Mauritianum in Kassel. Nach dem Stimmbruch begann er um 1608 in Marburg ein Studium der Rechtswissenschaften, welches er aber im selben Jahr beendete, als er ihm ein Stipendium des Landgrafen Moritz ein Kompositionsstudium bei Giovanni Gabrieli in Venedig ermöglichte. Nach seiner Rückkehr von dort im Jahre 1613 war er als Hoforganist in Kassel tätig, bis er 1617 auf Drängen des Kurfürsten Johann Georg I. von Sachsen nach Dresden ging und dort als Hofkapellmeister bestallt wurde. Von 1628 bis 1629 unternahm Schütz eine zweite Reise nach Venedig, um den neuen italienischen Musikstil v.a. denjenigen Claudio Monteverdis zu studieren. Während des Dreißigjährigen Krieges war die Arbeit der Hofkapelle stark beeinträchtigt, so daß Schütz sich beurlauben ließ und von 1633 bis 1635 als königlich-dänischer Hofkapellmeister in Kopenhagen tätig war. Aber auch in den Jahren nach seiner Rückkehr nach Dresden war er mehrmals für jeweils längere Zeit fern von Dresden, so hielt er sich 1638 in Wolfenbüttel, 1640 in Hannover und von 1642 bis 1644 erneut in Kopenhagen auf. Er bat immer wieder um Entlassung aus seinen Diensten; erst nach dem Tode Johann Georgs I. im Jahre 1656 und dem Regierungsantritt seines Sohnes Johann Georg II. konnte er den Hof verlassen(er blieb jedoch für die Hofmusik verantwortlich) und 1657 nach Weißenfels übersiedeln. Erst Ende der 1660er-Jahre kehrte er nach Dresden zurück.

Heinrich Schütz war der bedeutendste Komponist des 17. Jahrhunderts im protestantischen Deutschland. Er schuf die Grundlagen der deutschen Sakralmusik des Barock und war in seinen zahlreichen Kirchenwerken der bedeutendste Vorgänger Johann Sebastian Bachs. Außerdem komponierte er für die Hochzeit der Tochter des sächsischen Kurfürsten 1627 die erste deutsche Oper, Dafne, die in Torgau uraufgeführt wurde, deren Musik jedoch leider nicht überliefert ist.

Zurück zur Personenliste                   

grabstaette nicht mehr

Hinweis: Schütz wurde in der alten Dresdner Frauenkirche beigesetzt. Als die Kirche 1727 abgerissen wurde, ging seine Grabstätte verloren. Heute erinnert ein in den Fußboden der wieder aufgebauten Frauenkirche eingelassenes Gedankband an ihn.

“Wanda” Aleksandra Landowska

           

 

Polnische Cembalistin und Pianistin; Tochter eines Anwalts; erhielt ihren ersten Klavierunterricht im Alter von drei Jahren und schloß bereits im Alter von vierzehn ihre Ausbildung am Warschauer Konservatorium ab, wo sie auch ihr Konzertdebüt gab. Außerdem studierte sie Komposition bei Heinrich Urban am Stern’sches Konservatorium in Berlin. Seit 1900 lebte sie in Paris Dort gab sie 1903 ihr erstes öffentliches1907 Cembalokonzert, wobei sie auf einem eigens nach ihren Angaben gefertigten Instrument spielte. Nach einigen Jahren in Deutschland, wo sie von 1912 bis 1919 in Berlin an Hochschule für Musik unterrichtete, und der Schweiz, wo sie Unterricht erteilte, ließ sie sich 1925 in Saint-Leu-la-Forêt, einem Pariser Vorort, nieder, wo sie 1927 ein Zentrum für die Ausführung und das Studium alter Musik einrichtete. Nach Besetzung großer Teile Frankreichs durch die deutsche Wehrmacht im Jahre 1940 ging die jüdische Musikerin zunächst nach Südfrankreich, um schließlich 1941 von Lissabon aus in die Vereinigten Staaten von Amerika zu emigrieren. Dort entstanden Ab 1949 bis zu ihrem Tode lebte sie in Lakeville, wo RCA Victor in ihrem Hause ein Aufnahmestudio eingerichtet hatte, so daß jederzeit -je nach ihrer Stimmungslage - Aufnahmen erfolgen konnten. Dort entstanden viele wichtige Cembaloaufnahmen, so auch das gesamte Wohltemperierten Klavier von Johann Sebastian Bach, entstand. Sie unterrichtete in ihrem Haus, unternahm aber auch immer noch zahlreiche Konzertreisen durch vielen Bundesstaaten der USA.

Wanda Landowska erwarb sich große Verdienste um die Wiedererweckung alter Cembalomusik. So regte sie u.a. Francis Poulenc (Concert champêtre) und den spanischen Komponisten Manuel de Falla (El retablo de maese Pedro) an, Stücke für das Cembalo zu schreiben..

landowska_wanda_konzert_bild

Wanda Landowska 1907 bei einem Konzert in Moscow (pinxit Leonid Pasternak)

Zurück zur Personenliste                   btn_up

Bilder: Herbert Herterich (02/2013)

Taverny, cimetière communal

Musiker LXIX

Omnibus salutem!