Henri Salvador

 Bild: Tybaut (02/2006)

Französischer Chansonnier und Gitarrist; Sohn eines aus Spanien stammenden Vaters und einer in der Karibik gebürtigen Mutter, mit denen er 1924 nach Paris kam, wo eigentlich Anwalt werden sollte, aber, nachdem er auf die Platten von Duke Ellington und Louis Armstrong aufmerksam geworden war, beschloß sich der Musik zuzuwenden. Salvador, der Gitarrespielen durch Nachahmen der Musik Django Reinhardts (*1910, †1953) anhand dessen Tonaufnahmen erlernte, begann seine Karriere ein als andere Gruppen begleitender Gitarrist. In den 1940er Jahren spielte er dann mit seinem Vorbild zusammen und wurde bekannt. Mitte der 1950er Jahre brachte er den Rock'n'Roll nach Frankreich, und er gilt als “Erfinder” des Bossa Nova; er hatte einfach beim Samba das Tempo gedrosselt und die Melodie stärker betont. Mit seinem im Jahre 2000 veröffentlichten Album Chambre Avec Vue, mit dem ihm zugleich ein Comeback gelang, wurde er auch bei der jüngeren Generation Frankreichs bekannt.

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Bild: Kay (02/2010)

Paris, Cimetière du Père Lachaise

Franz Adolf Berwald

Schwedischer Komponist; entstammte einer aus Deutschland nach Schweden eingewandeten Musikerfamilie; war mit Unterbrechungen von 1812 bis 1828 Mitglied der Hofkapelle in Stockholm als Violinist und Bratschist und wurde nach Konzertreisen 1867 ebenda Professor für Komposition am Konservatorium. Berwalds Sinfonien stehen stilistisch Louis Spohr und Felix Mendelssohn Bartholdy nahe. Neben fünf Sinfonien (1820-45) schrieb er je ein Violinkonzert (1820), Doppelkonzert (1820, für zwei Violinen und Orchester) und Klavierkonzert (1855), Opern, u.a. Estrella de Soria (1862), Operetten, Kammer- (u.a. fünf Klaviertrios, drei Streichquartette, zwei Klavierquintette) und Klaviermusik sowie Vokalwerke. viele seine Werke sind verlorengegangen, teilweise hatte er sie selbst vernichtet. Wegen der Progressivität seiner Musik kamen viele nicht zur öffentlichen Aufführung bzw. fanden beim Publikum auf Ablehnung.

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Bild: Raphael Saulus (09/2009) wikipedia.se

Solna (Stockholms län), Norra begravningplatsen

Bilder: Mark  Yearian (03/2010)

Mahalia Halie Jackson

1962 Bild: Carl Van Vechten Photograph Collection

US-amerikanische Gospelsängerin; Tochter eines Baptistenpriesters; sang bereits als Kind in einer Baptistenkirche ihrer Geburtsstadt. 1927, im Alter von 16 Jahren, ging sie nach Chicago und trat dort bis zu deren Auflösung gemeinsam mit den Johnson Brothers, einer der ersten professionellen Gospelgruppen, auf. 1929 lernte sie den Komponisten Thomas A. Dorsey (*1899, †1993), den “Vater der Gospelmusik”, kennen, der sie unterrichtete und mit dem sie 14 Jahre lang durch die Kirchen des Landes zog und bei Konzerten auftrat und seine Songs sang, wobei Take My Hand, Precious Lord sozusagen ihr Erkennungslied wurde. Ab Mitte der 1930er Jahre kamen auch die ersten Schallplattenaufnahmen. 1937 brachte Decca Records God's Gonna Separate The Wheat From The Tares, My Lord, Keep Me Everyday und God Shall Wipe All Tears Away heraus. Nach längeren Zeit, in der sie keine Platten aufnahm, kam 1948 der Song Move On Up A Little Higher, auf den Markt, der sie populär machte und für den sie 1998 einen Grammy bekam. Sie trat jetzt auch in Europa und weltweit auf. Ende der 1950er Jahre machte sie Aufnahmen mit Duke Ellington (Black, Brown and Beige) sowie mit dem aus Kanada gebürtigen Percy Faith (*1908, †1976), trat 1957 und 1958 beim Newport Jazz Festival auf, das aufgezeichnet und von der Voice of America ausstrahlt wurde. Jackson sang ebenfalls 1960 bei der Inauguration John F. Kennedys zum Präsidenten der Vereinigten Staaten, bei Martin Luther Kings “March on Washington for Jobs and Freedom“ und später auch bei dessen Beisetzung mit dem Song Take My Hand, Precious Lord.

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Metairie (Louisiana), Providence Memorial Park

Bild: Carolyn Naumann (03/2010)

Berlin-Weißensee, Jüdischer Friedhof

Julius Stern eigentl. Jesaja Isaak Stern

Deutscher Musikpädagoge und Komponist; nachdem die Familie mit ihm 1832 nach Berlin gezogen war, mußte er zunächst als Lehrling in eine Seidenfabrik arbeiten, bevor er als Eleve an der Musiksektion der Berliner Akademie der Künste angenommen und zum Studium der Komposition zugelassen wurde. Ein Stipendium König Friedrich Wilhelms IV. ermöglichte ihm ein Gesangsstudium in Paris, wo er als Nachfolger von Konradin Kreutzer den deutschen Gesangverein leitete und wo er u.a. Giacomo Meyerbeer (der ihn auch protegierte) und Hector Berlioz kennenlernte. Nach seiner Rückkehr nach Berlin sang er 1834 bis 1843 in der Sing-Akademie zu Berlin und gründete 1847 einen eigenen Gesangsverein, der bald eine ernsthafte Konkurrenz für die Sing-Akademie darstellte. Mit diesem führte er zunächst Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy, später auch die Messe und die 9. Sinfonie von Ludwig van Beethoven auf. 1850 war er Gründungsmitglied der Musikschule für Gesang, Klavier und Komposition, die ab 1857, nach dem Ausscheiden der beiden Mitbegründer, als das Stern’sche Konservatorium firmierte. Das Institut entwickelte sich zu einer der bedeutendsten und angesehensten Ausbildungsstätten für den musikalischen Nachwuchs nicht nur Berlins. Neben der alleinigen Leitung des Konservatoriums übernahm Stern auch den Dirigentenposten des Chores der Synagoge. 1855 gründete er einen Orchesterverein, der allerdings aufgrund wirtschaftlicher Probleme keinen langen Bestand hatte. Später leitete er die Berliner Symphoniecapelle, bis er sich 1873 als Dirigent zurückzog. Im gleichen Jahr trat er der Gesellschaft der Freunde bei.

Verheiratet war Julius Stern seit dem 20.1.1852 mit Elisabeth Meyer, Tochter des Warenhändler Itzin Meyer.

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Rückseite der Grabstele vor der Restaurierung

Bildf: Dr. József Vargas (11/2008)

Leó Weiner

 

Ungarischer Komponist; studierte von 1901 bis 1906 bei Hans Koessler. Er war danach Korrepetitor an der Oper und ab 1908 Professor für Komposition und Kammermusik an der Franz-Liszt-Musikakademie in Budapest. Seine bedeutendsten Schüler waren Antal Doráti, Géza Anda, Andor Foldes und György Kurtág. Er komponierte die Orchesterwerke Fasching, Serenade und Soldatenspiel, Variationen über ein ungarisches Volkslied, eine Ungarische Volkstanzsuite, fünf Divertimenti, eine sinfonische Dichtung, eine Passacaglia, zwei Violinkonzerte, ein Concertino für Klavier und Orchester, drei Streichquartette und Klaviermusik. Daneben verfaßte er auch musikdidaktische Werke.

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Budapest, Kerepesi-Friedhof

Bilder: Steffi Eckold (04/2010)

Felix August Bernhard Draeseke

                      

Deutscher Komponist; entstammte einer protestantischen Theologenfamilie; erlernte bereits im Kindesalter das Klavierspiel und schrieb als 8Jähriger sein erstes Klavierstück. Ab 1852 studierte er am Leipziger Konservatorium. 1853, während eines Aufenthaltes in Berlin, lernte er 1853 Hans von Bülow kennen, den Schüler Franz Liszts und Anhänger Richard Wagners, und befreundete sich mit diesem. Nach einem großem Mißerfolg mit seinem Germania-Marsch zog er sich 1862 in die romanische Schweiz zurück, von wo er erst 1876 nach Deutschland zurückkehrte, sich in Dresden niederließ und mittels Musikunterrichts über Wasser hielt, bevor er im September 1884 eine feste Anstellung als Professor am Konservatorium der Stadt erhielt. In dieser Zeit entstanden die meisten seiner Werke. Gegen Ende seines Lebens erfuhr Draeseke zahlreiche Ehrungen: 1898 war ihm vom sächsische König der Titel des Hofrates verliehen, 1906 erfolgte die Ernennung zum Geheimen Hofrat, 1912 wurde er zum Ehrendoktor der Philosophischen Fakultät der Universität Berlin mit der Begründung ernannt, er habe sich um “Wiederherstellung des alten Glanzes der deutschen Musik“ verdient gemacht. Draeseke schuf Oper (u.a. Merlin, 1905) und Orchesterwerke sowie geistliche und weltliche Werke, darunter Christus. Ein Mysterium in einem Vorspiele und drei Oratorien (1899).

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Dresden-Tolkewitz, Urnenhain

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Wolfgang Wolle Kriwanek

 

Deutscher Sänger; studierte von 1969 bis 1972 an der Pädagogischen Hochschule in Englisch und Geographie in Ludwigsburg und nach einer Tätigkeit an einer Sonderschule von 1974 bis 1974 an der Fachhochschule in Reutlingen Lernbehinderten- und Verhaltensgestörtenpädagogik. Er schloß das Studium mit einem Staatsexamen ab. Nachdem er bereits 1971 einen ersten Erfolg als Musiker mit seinem Lied Sunny bei einem Schlagerwettbewerb auf dem Backnanger Straßenfest errungen hatte, entschloß er sich schließlich 1980, Profimusiker zu werden und wurde in der Folgezeit durch seine Blues und Rockmusik mit schwäbischen Texten bekannt. 1986 kehrte er in seinen ursprünglichen Beruf zurück, wurde Lehrer an der Bodenwaldschule in Winnenden. Das Singen und die Verbindung zur Musik gab er jedoch nicht auf, war häufig Gast beim Südwest 3, war u.a. über lange Zeit als Mitglied der Jury beim Nachwuchsfestival des Straßenfestes tätig und machte weiterhin Musik mit der Wolle Kriwanek Band. 1996 wurde er Vorsitzender der Rockstiftung.

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Backnang, Friedhof

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Richard Smith “Billy” Vaughn

 

 

US-amerikanischer Musiker und Orchesterleiter; Sohn eines Friseurs, der dem erst 3 Jahre alten Billy das Mandolinespielen beibrachte, als dieser - an Masern erkrankt - dans Bett gefesselt war. 1941 trat Vaugh in die United States National Guard als einjähriger “Zeitsoldat ein, blieb aber Soldat bis 1945, nachdem die Vereinigten Staaten nach dem Überfall der Japaner auf Pearl Harbour am 8. Dezember 1941 in den Krieg eingetreten waren. Nach dem Ende des Krieges und der Entlassung aus der Armee beschloß Vaughn Musiker zu werden und begann am Western Kentucky State College (heute Western Kentucky University) ein Studium mit Schwerpunkt Musikkomposition. Während dieser Zeit spielte er, um das Studium zu finanzieren, in Nachtklubs und Bars Klavier. 1952 schloß sich Vaughn als Pianist und später auch als Sänger dem Gesangstrio The Hilltoppers an, das gleich mit seiner ersten, selbstgeschriebenen Single,Trying, sofort einen Hit in den Charts plazierte, dem über die Jahre weitere Top-20-Hits folgten; ihr größter Erfolg war der Millionenseller P.S. I Love You, ein Remake eines erfolgreichen Schlagers aus den 1930er Jahren. 1954 wechselte Vaughn als Musikalischer Direktor zu Dot Records., dem Musikverlag, der die Gruppe betreute.. Mit einem eigenen Orchester begleitete er die Fontane Sisters, ein Trio bestehend aus Bea, Geri and Marge Rosse, bei ihrem Nummer-1-Hit, dem R&B-song Hearts of Stone. Im selben Jahr landete er mit seiner Orchesterversion der Melody of Love einen eigenen Millionenseller und erreichte Platz 2 in den USA. Sein Erfolg setzte sich auch als Begleiter anderer Stars in den folgenden Jahren fort; so erreichte er mit Pat Boone (*1934) alleine im Jahre 1957 vier Millionenhits. In Deutschland war Billy Vaughn von Ende der 1950er bis zum Beginn der 1960er Jahre sehr populär, wo er 19 Singles in den Top-40 hatte, die mit Sail Along Sil'vry Moon begannen. Wheels war über 14 Wochen hinweg ein Nummer-1-Hit. Aber auch in Asien und Südamerika war er mit seiner Musik sehr erfolgreich. Anfang der 1960er Jahre wurde seine Musik allmählich durch die aufkommende Beat-Musik verdrängt, so daß Billy Vaughn sich nach und nach aus dem Musikgeschäft zurückzog.

Schlager u.a.: La Paloma (1952), Raunchy (1957), Blue Hawaii (1959).

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Escondido (San Diego County, Kalifornien), Oak Hill Memorial Park

Erwin Wohlfahrt

 

 

Deutscher Opernsänger (Tenorbuffo / Charaktertenor);

Er war zuletzt an der Hamburgischen Staatsoper fest engagiert. 1967 wurde er vom Senat der Freien und Hansestadt Hamburg zum Kammersänger ernannt.

 

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Bild: Heiko Bockstiegel (2016)

Hamburg, Friedhof Ohlsdorf

Franz Paul Lachner

Deutscher Komponist und Dirigent; Sohn eines Uhrmachers und Organisten; der ihn und drei weitere Söhne selber unterrichtete: nach dem Beendigung des Gymnasiums Schule in Neuburg an der Donau ging er nach München, wo er seine musikalische Ausbildung bei fortsetzte und sich mit Musikunterricht und Aushilfsarbeiten Organist und  als  Orchestermusiker  im  Isartortheater durchschlug. Da sich dort aber kein Fortkommen zeigte, ging er 1823 nach Wien, wurde dort noch im selben Jahr Organist an der Lutherischen Stadtkirche und studierte bei Simon Sechter und Maximilian Stadler. In dieser Zeit befreundete sich Lachner u.a. mit Franz Schubert und mit Moritz von Schwind. Nach einem Vorspielen .u.a. bei Antonio Salieri und Joseph Weigl gelang es ihm 1826, die Stelle eines  Zweiter Kapellmeisters am Kärtnertortheater zu eringen, und 1828 wurde er dort zum Erster Kapellmeister bestellt..

Mit Franz Schubert (M) und Eduard von Bauernfeld (rechts) beim Heurigen (pinxit Moritz von Schwind, 1862)

1834 ging er als Hofkapellmeister nach Mannheim, kehrte aber bereits 1836 wieder nach München zurück, wo er Dirigent der Hofoper, der Konzerte der Musikalischen Akademie und der Königlichen Vokalkapelle war. Seine Berufung zum Hofkapellmeister erfolgte aus Anlaß seiner Sinfonia passionata, die in Wien 1835 den großen Preis gewann. 1852 wurde er Generalmusikdirektor. Als König Ludwig II. Richard Wagner nach München rief, zog Franz Lachner 1868 in den Ruhestand zurück.

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Bilder: Herbert Fröschl (12/2016)

München, Alter Südlicher Friedhof

Musiker LXXXIII

Omnibus salutem!