Paul PaulchenKuhn

kuhn_paul_bdBild: Heiko Bockstiegel (2004)

 

Deutscher Pianist, Bandleader und Sänger; der Sohn eines Croupiers 1936 fuhr seine Mutter mit ihm und einem Akkordeon in die Reichshauptstadt Berlin, als dort anlässlich der Olympischen Sommerspiele der Reichsmusikwettbewerb stattfand; zwar wurde Paul Kuhn nur zweiter, aber er hatte seinen ersten Auftritt im Fernsehen. Kuhn begann bereits im Alter von sechs Jahren zu musizieren – damals erhielt er seinen Namen Paulchen; er begann mit dem Akkordeon, dann kam im Alter von 10 Jahren das Klavier hinzu. In Frankfurt am Main besuchte er das Musisches Gymnasium, bevor er seine Ausbildung am Konversatorium in Wiesbaden fortsetzte und in den bekanntesten Lokalitäten der hessischen Landeshauptstadt wie im “Eimer“ oder im an der Wilhelmstraße gelegenen “Parkcafé“ auftrat. Heimlich spielte er schon Jazz und Swing. Während des Zweiten Weltkrieges spielte Paul Kuhn in Frankreich vor deutschen Soldaten im Rahmen sogenannter Truppenbetreuungsprogramme. Nach dem Ende des Krieges trat er in den Soldatenklubs der Amerikaner auf und ergatterte schließlich eine Anstellung beim American Forces Network, dem seinerzeit beliebten AFN in Frankfurt am Main, wo er täglich mit einer Band live spielte. In den 1950er Jahren schrieb und arrangierte er dann Unterhaltungsmusik und begann, auch als Sänger mit Liedern wie 1954Der Mann am Klavier (“Geb'n se dem Mann am Klavier noch'n Bier und sagen Sie ihm es wär' von mir ...“) und Es gibt kein Bier auf Hawaii (1963), das zuerst auf seinem Album Die Farbe der Liebe erschien, in Erscheinung zu treten, mit denen er in Erinnerung bleiben wird. 1967 erhielt er aus Berlin das Angebot, die SFB-Bigband zu übernehmen. Als Bandleader und Arrangeur war er ab 1968 in den Fernsehsendungen Hallo Paulchen oder Paul‘s Party, in der Künstler wie Heidi Brühl, die unvergessene Alexandra, Peggy March, Bill Ramsey oder Hazy Osterwald mit seinem Sextett auftraten, zu sehen. Als ”Mann am Klavier” machte Kuhn von sich auch in der berühmten Berliner Femina-Bar reden. In den klassischen Unterhaltungssendungen an den Samstagabenden des deutschen Fernsehens sorgte er für die musikalische Untermalung der Auftritte von Publikumslieblingen wie Peter Alexander, Peter Frankenfeld und Harald Juhnke. 1978 präsentierte er eine Sendung unter dem Namen Patenkinder, in der (noch) unbekannte Künstler auftraten. 1980 eröffnete ihm der SFB, daß die Bigband aus Kostengründen aufgelöst werden müsse. Er gründete sein eigenes Orchester, eine 12-Mann Band, und ging mit Peter Alexander, den er bislang nur flüchtig kannte, auf Tour und gab insgesamt 116 Konzerte. Hier sang Alexander, begleitet von Paulchens Band, das Lied Die kleine Kneipe in unserer Straße, das sehr erfolgreich wurde. In den 1980er Jahren änderte sich der Musikstil; das Fernsehen hatte kein Interesse mehr an der leisen Musik, wie sie Paul Kuhn bot. Er war gezwungen, auf Betriebsfeiern, in Festzelten und Mehrzweckhallen aufzutreten, während er im Fernsehen nur noch selten zu sehen war. Schließlich kehrte er Mitte der 1990er Jahre zum Jazz zurück. Paul Kuhn, der 2005 und noch 2009 mit Max Greger (*1926) und Hugo Strasser (*1922) unter dem Motto “Swing-Legenden” mit der SWR-Bigband mit A Tribute to Glenn Miller auf Tourneen ging, antwortete, einmal befragt, was ihm wichtig sei im Leben: “Leben ohne Musik ist ein Irrtum!” Er wirkte auch in einigen Fernsehfilmen mit, darunter mit Willy Maertens, Walter Richter und Hanns Lothar in Biedermann und die Brandstifter (1958), in der Verwechslungskomödie Drillinge an Bord (1959) und der Tragikomödie Schenk mir dein Herz (2010), in dem er einen alten Jazz-Pianisten darstellte.

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Georges Moustaki eigentl. Giuseppe Mustacchi

 

 

Französischer Sänger und Komponist; Sohn eines Sephardim, eines jüdisch-griechischen Buchhändlers; besuchte in Alexandria eine französische Schule und erlernte Italienisch, Arabisch und Französisch. Obwohl er bereits zu jener Zeit mit Chansons in Kontakt kam, gab Moustaki, der im Alter von 17 Jahren nach Paris ging und dort Georges Brassens kennenlernte, der sein Vorbild wurde, dessen Vorname er als Zeichen der Anerkennung als Pseudonym wählte und der ihn in die Musikszene einführte, sein erstes Solokonzert erst mit 34 Jahren, als die Sängerin Barbara, mit der er auf Tour war, wegen einer Erkrankung ausfiel. 1958 machte er die Bekanntschaft der 18 Jahre älteren Édith Piaf, mit dere er eine kurze Affäre hatte. Für sie, die er sehr bewunderte, textete Moustaki das erfolgreiche Chanson Milord zur Musik von Marguerite Monnot. Im Laufe seiner Karriere schrieb er mehr als 300 Chansons, darunter für Dalida, Françoise Hardy, Yves Montand, Brigitte Fontaine, France Gall, Juliette Greco. Mit dem Chanson Le métèque, das er 1969 geschrieben hatte, kam sein künstlerischer Durchbruch.

Chansons u.a.: Ma Liberté, Ma Solitude, Déclaration.

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Bilder: Herbert Herterich (09/2013)

Paris, Cimetière du Père-Lachaise

Herbert Brust

 

 

Deutscher Komponist; studierte von 1919 bis 1922 an der Berliner Hochschule für Musik bei Fischer und Friedrich Ernst Koch. Nach Abschluß der Meisterklasse für Komposition und bestandenem Examen kehrte er in seine Geburtsstadt zurück und ließ sich dort als freischaffender Künstler nieder, wobei er auch Mitarbeiter des Ostmarken-Rundfunks war. Er schrieb u.a. Bläser- und Kammermusiken, die Funkhaus-Weihe-Kantate und nach einem Text von Ernst Wiechert das Oratorium Das große Totenspiel. Bekannt aber wurde Brust durch den aus dem Oratorium Ostpreußenland stammenden Schlußchor Land der dunklen Wälder. Außerdem vertonte er Texte u.a. von Agnes Miegel. Im Frühjahr 1941 wurde der inzwischen 40-Jährige zur Wehrmacht eingezogen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges ließ er sich in Schiffdorf bei Bremerhaven nieder und arbeitet dort als Organist und Musiklehrer.

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Bilder: Matthias Bauer (05/2012)

Schiffdorf (Ldkrs. Cuxhaven), Gemeindefriedhof

Whitney Elizabeth Houston

 by U.S. military or Department of Defense employee

US-amerikanische Popsängerin und Filmschauspielerin; zweites von insgesamt vier Kindern eines Soldaten der US-Armee und einer Gospelsängerin; Cousine von Dionne Warwick; Aretha Franklin war ihre “honorary aunt” (“Ehren-” Tante); war seit 1974 als Chor- und Backgroundsängerin tätig, verfolgte parallel dazu aber auch eine Karriere als Model; so war sie u.a. in Zeitschriften wie Vogue zu sehen und als eines der ersten schwarzen Models auf der Titelseite der Teenagerzeitschrift Seventeen. Seit 1984 veröffentlichte sie international erfolgreiche Soloalben. Insgesamt verkaufte sie weltweit über 200 Millionen Tonträger. Seit Anfang der 1990er Jahre war sie auch in Spielfilmen zu sehen: u.a. in The Bodyguard (1992)1 an der Seite von Kevin Costner (*1955) und The Preacher’s Wife (1996, dt. Rendezvous mit einem Engel), mit Denzel Washington (*1954). 1992 heiratete sie den R&B-Sänger Bobby Brown, von dem sie 2007 wieder geschieden wurde.

Seit Ende der 1990er Jahre litt Houston unter den Folgen des Drogenmißbrauchs und durchlief in den 2000er Jahren mehrere Entziehungskuren. Am 11.2.2012 wurde sie leblos in der Badewanne ihres Badezimmers im Beverly Hilton Hotel, in dem sie zwei Tage zuvor eingecheckt hatte, aufgefunden; der Tod war vermutlich ursächlich aufgrund der vorherigen Einnahme von Kokain und einer Herzschwäche eingetreten: Whitney Houston war in der Badewanne ertrunken.

Songs u.a.: Saving All My Love for You, How Will I Know (beide 1985), I Wanna Dance with Somebody (1987), One Moment in Time (1988), I Will Always Love You (1992).

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1 Für den Soundtrack des Film wurde sie 1994 mit dem Grammy Award für das Album of the Year ausgezeichnet.

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Westfield (New Jersey), Fairview Cemetery

Bilder: Susan Kane (10/2013)

Ibo eigentl. Ibrahim Bekirović

 

 

Deutscher Schlagersänger jugoslawischer Herkunft; nahm 1983 seine erste Schallplatte unter dem Titel Verlang ich zuviel auf, die allerdings noch nicht so erfolgreich war; dann aber fanden seine stark kommerziell ausgerichteten Schlager eine große Anzahl von Fans. 1985 hatte Ibo - er verwendete stets seinen abgekürzten Vornamen Ibo als Künstlernamen - mit Ibiza dann seinen ersten Hit. Auch mit Ich hab 'nen Bungalow in St. Nirgendwo begeisterte er seine Anhänger live und in Musiksendungen im Fernsehen, dabei trat er auch immer wieder in der ZDF-Hitparade auf. 1996 nahm er an der deutschen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest teil, konnte mit seinem Lied Der liebe Gott ist ganz begeistert jedoch nur Platz 5 erringen.

Ibo starb an den Folgen eines schweren Autounfalls. Sein Fahrzeug wurde, als er sich auf der Rückreise von einem Auftritt in Österreich befand, von einem ins Schleudern geratenen LKW seitlich gerammt. Ibo wurde so schwer verletzt, daß er noch am Unfallort verstarb, während sein Beifahrer mit schweren Verletzungen mit dem Leben davon kam und der LKW-Fahrer unverletzt blieb.

Schlager u.a.: Du oder keine (1986), Spieglein, Spieglein an der Wand (1992), Kopf oder Zahl (1993), Rauch in deinen Augen (1996), Hello (2000), Ratzfatz nach Mallorca (2000).

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Gladbeck, Friedhof Rentfort

Bilder: Werner Farwick (10/2013)

Vasilis Tsitsanis  [griech. Βασίλης Τσιτσάνης]

 

 

Griechischer Komponist und Sänger; begann bereits in jungen Jahren sich für Musik zu interessieren und erlernte das Spielen auf der Bouzouki, der Violine und der Mandoline. 1936 ging er nach Athen und studierte an der dortigen Universität Rechtswissenschaften, wechselte jedoch 1937, dem Jahr, in dem er seine erste Schallplattenaufnahme machte, nach Thessaloniki. Während der deutschen Besetzung im Zweiten Weltkrieg blieb er in Thessaloniki, wo er sein eigenes Geschäft, das 'Ουζερί ο Τσιτσάνης (Ouzo Tsitsanis) betrieb, bis er 1946 wieder nach Athen zurückkehren konnte. Dort schrieb er zwischen 1946 und 1955 nicht nur für sich, sondern auch für andere Interpreten Lieder. Einer der populärsten Versionen des Liedes wurde von Stelios Kazantzidis gesungen.

Nicht nur für seinen engen Freund Andreas Papandreou, Präsident der PASOK und Ministerpräsident Griechenlands, war er der Lieblingsmusiker; Tsitsanis war in Griechenland sehr beliebt; viele seiner Lieder sind auch heute noch sehr populär, wie z. B. Συννεφιασμένη Κυριακή (Synefiasmeni Kyriaki, dt. Trüber Sonntag),

Tsitsanis starb im Royal Brompton Hospital in London, als er sich dort einer Lungenoperation unterzog.

Inschrift:

Συννεφιασμένη Κυριακή,
μοιάζεις με την καρδιά μου
που έχει πάντα συννεφιά,
Χριστέ και Παναγιά μου.

Trüber Sonntag,
du ähnelst meinem Herzen,
welches immer betrübt ist,
Christus und Jungfrau Maria

 

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Athen, Erster Friedhof

Bilder: Bianca Gawlik-Weigang (03/2013)

Hermann August Kestner

 

Deutscher Komponist; Enkel von Johann Georg Christian Kestner und Charlotte Buff, die als Goethes Lotte in Die Leiden des jungen Werther berühmt wurde; sudierte ab 1829 Rechtswissenschaften zunächst an der Georg-August-Universität Göttingen und setzte sein Studium ab 1831 an der Universität Heidelberg fort. Nach dem Todes seines Onkels August Kestner, der während seiner Zeit als hannoverscher Gesandter in Rom Objekte ägyptischer und griechisch-römischer Kleinkunst sowie andere Kunstgegenstände gesammelt hatte, erhielt Hermann Kestner als Nachlaßverwalter die Sammlung mit der Auflage, diese der Stadt Hannover zu übergeben. Sie bildete gemeinsam mit der Sammlung des hannoverschen Senators und Druckereibesitzers Friedrich Culemann den Grundstock des 1889 eröffneten Kestner-Museums in Hannover. Hermann Kestner wurde zum Ehrenbürger seiner Geburtsstadt ernannt.

Als Komponist schuf Kestner unter anderem Lieder der Goethezeit.

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Bilder: Heiko Bockstiegel (03/2008)

Hannover, Engesohder Friedhof

Georg Philipp Telemann

          

Deutscher Komponist; Sohn eines Pastors; zwar erhielt er erhielt eine musikalische Ausbildung bei dem Magdeburger Kantor Benedictus Christiani, bildete sich aber weitgehend was die Musik angeht, musikalisch autodidaktisch. Er besuchte Schulen in und Hildesheim, bis er nach Halle, wo er Georg Friedrich Händel kennenlernte, und schließlich 1701 nach Leipzig kam, wo er an der dortigen Universität ein Jurastudium begann. 1704 wurde Telemann Organist und Musikdirektor an der Leipziger Neuen Kirche (heute Mattheikirche, ging jedoch im selben Jahr als Kapellmeister an den Hof des Grafen Promintz in Sorau (heute Żary, Polen) und wurde 1706 zunächst Konzertmeister, 1708 Hofkapellmeister in Eisenach, bevor er 1712 Kapellmeister an der Barfüßer- und dann auch an der an der Hauptwache in Frankfurt am Main gelegenen Katharinenkirche und bald darauf städtischer Musikdirektor wurde. In dieser Zeit begann er, zahlreiche Werke im Druck herauszugeben. 1721 übersiedelte er schließlich nach Hamburg, wo er sich dauerhaft niederließ. Dort übernahm er nach einer feierlicher Einführung am 16. Oktober das Amt des Cantor Johannei und Director Musices der Stadt Hamburg und ab 1722 auch die Leitung der Hamburger Oper, für die erfolgreiche Bühnenwerke schrieb. 1728 gründete er zusammen mit Johann Valentin Görner die erste deutsche Musikzeitschrift Der getreue Musicmeister, in der er zeitgenössische, aber auch eigene Kompositionen veröffentlichte. Gemeinsam mit Georg Friedrich Händel und Johann Adolph Hasse (*1699, †1783), dessen damalige enorme Popularität sich auf den von ihm geschaffenen Opern im italienischen Stil begründete, gehörte Telemann zu den bekanntesten Musikern seiner Zeit und genoß spätestens seit seinem 8-monatigem Aufenthalt in Paris im Jahre 1737 in ganz Europa große Anerkennung. Er prägte durch neue Impuls maßgeblich die Musikwelt der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Sein umfangreiches Werk verbindet französische, italienische und auch einige polnische folkloristische Stiltendenzen mit der deutschen Tradition zu einer einfallsreichen Musiksprache. Telemann schuf u.a. zahlreiche Opern, Oratorien, Passionen und Messen, etwa 1.400 Kirchenkantaten und 70 weltliche Kantaten, etwa 1.000 Orchestersuiten (von denen die Mehrzahl nicht mehr erhalten ist), sowie 100 Solokonzerte.

Verheiratet war Telemann in zweiter Ehe seit 1714 mit der 16-jährige Maria Catharina Textor (*1697, †1775), Tochter eines Frankfurter Ratskornschreibers. Zehn Jahre nach der Geburt des letzten Kindes - sie schenkte ihm neun Kinder, von denen zwei starben - trennte sich das Ehepaar, nachdem Telemann entdeckt hatte, daß seine Frau im Glücksspiel 5.000 Reichstaler verloren hatte; Grund für die Scheidung des Paares dürfte jedoch eher ein Ehebruch seiner Frau gewesen sein, die nach der Scheidung nach Frankfurt am Main zurückkehrte.

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Bild: Klaus Friese / HamburgerJung (03/2006) Wikipedia.de
Bild: Klaus Friese / HamburgerJung (03/2006) Wikipedia.de

Hamburg, Rathausplatz, vor dem Rathaus

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Hinweis: Telemann wurde auf dem Friedhof des Klosters St. Johannis beigesetzt, das zu jener Zeit bereits in die Gelehrtenschule des Johanneums umgewandelt worden war. 1841 wurde der Komplex abgerissen; dabei ging das Grab verloren. Heute befinden sich an der Stelle der ehemaligen Gebäude das Rathaus und der Rathausplatz, auf dem die obige Gedenktafel an Telemann und sein das Grab erinnert..<

Peter Arnold Heise

 

Dänischer Komponist; begann zunächst dem Wunsch seiner Eltern entsprechend ein Studium der Rechtswissenschaft, wandte sich aber bald der Musik zu und studierte Musikwissenschaften. Im Alter von 19 Jahren begann er Lieder zu komponieren und bald schon, Volkslieder zu sammeln, die er unmittelbar vom einfachen Volk übernahm, mit der Idee, mittels der dänischen Volkslieder eine Grundlage für eine nationale Gesinnung zu schaffen. 1852/53 studierte er in Leipzig bei dem deutscher Komponist, Geiger und Musiktheoretiker.Moritz Hauptmann (*1792, †1868) und machte dort Bekanntschaft mit der deutsche Nationalromantik. In Leipzig schrieb er nach Texten des dänischen Nationaldichters Adam Oehlenschläger und Christian Winther vier Lieder für Klavier. Nach seiner Rückkehr aus Deutschland intensivierte er das Sammeln von Liedern. In den Jahren von 1854 bis 1857 war er Hilfsdirigent der Studentersangforeningen, einer studentischen Gesangsvereinigung, und anschließend bis 1865 als Lehrer und Organist an der Sorø Akademi tätig. 1860 schuf er die Melodie zu Hans Christian Andersens Gedicht Jylland mellem tvende Have .

Heise gilt neben Johann Abraham Peter Schulz, Friedrich Ludwig Æmilius Kunzen und Christoph Ernst Friedrich Weyse als einer der wichtigsten Vertreter der Komponisten der Romantik in Dänemark. und leitete über zu Komponisten wie Niels W. Gade, Johan Peter Emilius Hartmann und Peter Erasmus Lange-Müller. Heise, bekannt für viele in Dänemark beliebte Lieder und Romanzen, war ein eifriger Liederkomponist - er schrieb über 300 Lieder und Liedsätze - und war auch berühmt für seine reiche lyrische Interpretation und kompositorische Virtualität bei der Interpretation literarischer Texte. Als eines seiner schönsten, für Männerchöre nach einem Text von Christian Richardt geschriebenen Lieder gilt Der wilde Rosenstrauch (ein Andantino espressivo in G-Dur), und Heises tragische Oper Drot og Marsk (1878, dt. König und Marschall) mit einem Libretto von Richardt, ist in Dänemarks Kulturkanon eingegangen.

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Bild: Finn Larsen (09/2014)

Kopenhagen, Holmens Kirkegård

Grabstätte unbekannt

Girolamo Alessandro Frescobaldi

fecit Claude Mellan (1619)

 

Italienischer Komponist und Organist; wuchs in seiner Geburtsstadt in der gebildeten und musikalischen Atmosphäre von Ferrara und des dort ansässigen Hofes der Este auf, wo er auch seine Bildung erhielt. Unterrichtet wurde er von dem Komponisten und Organisten Luzzasco Luzzaschi (*1545, †1607).

Bereits im Alter von 17 Jahren setzte er seine Mitbürger aufgrund seines hervorragenden Orgelspiels in Erstaunen. 1597 wurde er Nachfolger von Ercole Pasquini (*wahrscheinlich zwischen 1550 und 1560, †zwischen 1608 und 1619) an der Accademia della morte in Ferrara. Von 1608 bis zu seinem Tode war er - mit Ausnahme von sechs Jahren, die er als Hoforganist in Florenz verbrachte - Organist an Sankt Peter in Rom.

Frescobaldi war einer der bedeutendsten Tastenmusiker Italiens und komponierte auch Werke für Instrumentalensembles sowie weltliche und geistliche Vokalmusik des Frühbarocks - zahlreiche Orgelwerke, Arien, Messen, Madrigale. Seine musikalische Bedeutung zeigt sich vor allem in den Werken für Cembalo und Orgel, in der kühnen Chromatik und den subtilen Dissonanzen seiner Toccaten, Fantasien, Canzonen und Ricercare. Seine Sammlung geistlicher Musik mit dem Namen Fiori musicali (1635, Musikalische Blumen) hatte besonderen Einfluß auf das Schaffen von Johann Sebastian Bach.

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Bilder: Günter Bihn (03/2024)

Rom, Basilika dei Santi XII Apostoli

Musiker XCI

Omnibus salutem!