Pius X. Giuseppe Melchiore Sarto

             

Papst (4.8.1903-1914); studierte am Kollegium von Castelfranco und am Seminar in Padua, wurde 1858 zum Priester geweiht und war Kardinal und Patriarch von Venedig bevor er als Nachfolger Leos XIII. zum Papst gewählt wurde. Der als konservativ geltende Papst gründete 1909 das Päpstliche Bibelinstitut, um das Bibelstudium zu fördern, reformierte jedoch die Kirchenmusik, die Liturgie, die Priesterausbildung und initiierte eine Überarbeitung des Codex Iuris Canonici. 1907 verurteilte er den Modernismus in der Kirche und führte den sogenannten Antimodernisteneid ein. Sein Nachfolger auf dem Stuhle Petri wurde Benedikt XV. Sein Feiertag: 21.8.

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(C) P. Robert Jauch OFM (2005)

Honorius IV. Giacomo Savelli

 

Papst (1285-87); der einer römischen Patrizierfamilie entstammende Nachfolger Martins V. auf dem Stuhle Petri studierte in Paris, wurde 1261 unter Papst Urban IV. zum Kardinaldiakon von S. Maria in Cosmedin erhoben und bekleidete dort schließlich das Amt des Kardinalpriesters; zugleich war er römischer Senator auf Lebenszeit. Trotz eines schweren Gichtleidens wählten ihn die Kardinale in einem Konklave in Perugia in das Amt des Papstes, das er jedoch nur zwei Jahre lang ausfüllen konnte.

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Rom, S. Maria in Aracoeli

(C) P. Robert Jauch OFM (2005)

Johannes

 mit Petrus (pinxit A.Dürer)

Apostel; von der kirchlichen Tradition mit dem Evangelisten Johannes gleichgesetzt. Der Sohn des Zebedäus und Bruder von Jakobus d.Ä. gilt als “Lieblingsjünger” Jesu (Ioh. 12,23). Nach dessen Tod war er zusammen mit Petrus und Jakobus einer der führenden Persönlichkeiten in der christlichen Urgemeinde in Jerusalem (Gal. 2,9). Gemäß der altchristlichen Tradition soll Johannes während der Christenverfolgung unter dem römischen Kaiser Domitian (*51, †96) auf die nahe der kleinasiatischen Küste liegende Insel Patmos verbannt und dort die Apokalypse (letztes Buch im Kanon des Neuen Testaments) verfaßt haben. Nach dem Todes des Kaiser Domitian kehrte er nach Kleinasien zurück und schrieb in Ephesos sein Evangelium. Johannes ist vermutlich hingerichtet worden. Sein Festtag ist der 27.  Dezember.

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Pius V. Michele Ghislieri

 pinxit El Greco (Ausschnitt)

Papst (1566-72); wurde im Alter von 14 Jahren Dominikanermönch, und wurde 1528 zum Priester geweiht; seit 1557 war er Kardinal und seit 1558 Großinquisitor. Nach seiner Wahl zum Papst wurde er Wegbereiter der katholischen Reformen, war selber ein Vorbild für Bescheidenheit und einfachem Leben, ging jedoch gegen Verfehlungen wie z.B. Gotteslästerung oder Ehebuch mit drakonischen Mitten vor. Kirchenpolitisch setzte er die Beschlüsse des Konzils von Triest um, führte 1566 den Catechismus Romanus, 1568 das Breviarium Romanum und 1570 das Missale Romanum ein. 1570 verband er sich mit Spanien und der Republik Venedig gegen die Türken zu einer Allianz, die 1571 diese in der Schlacht von Lepanto besiegte. Außerdem unterstützte er die französischen Katholiken bei der Verfolgung der Hugenotten, was u.a. am 24.8.1572 zur Bartholomäusnacht und deren Folgen führte, mit der Bulle Hebraeorum Gens initiierte er die Vertreibung aus dem Vatikanstaat, exkommunizierte die englische Königin Elisabeth I. und verfolgte die italienischen Protestanten mittels der Inquisition. Seine Heiligsprechung erfolgte 1712. Tag: 30.4.

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Rom, Santa Maria Maggiore

Hinweis: es handelt sich nicht um das Grab, sondern um einen Kenotaph.

Bild: KN (ca. 1978)

München, Bogenhausener Friedhof

Alfred Delp

Deutscher Theologe (kath.); in Lampertheim aufgewachsen, trat er bereits als 15-Jähriger von der evangelischen Kirche zum Katholizismus über und im Alter von 19 Jahren dem Jesuitenorden bei; er studierte zunächst Philosophie, dann ab 1934 Theologie, ab 1936 an der Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt am Main. 1937 empfing er die Priesterweihe in München. In der schon sehr frühen Erkenntnis, daß der Nationalsozialismus zutiefst menschenverachtend und böse sei, kam Delp 1942 schließlich in Kontakt mit dem Kreisauer Kreis, deren Mitglieder nach dem Attentat auf Hitler am 20. April 1944 alle verhaftet und wegen Hochverrats angeklagt wurden. Er wurde von dem Präsidenten des ”Volksgerichtshofs“ Roland Freisler 1944 zum Tode verurteilt und hingerichtet.

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Bild: Peter Malaschitz

Franz Kardinal König

 

Österreichischer Erzbischof (1956-1985) [kath.]; einer Bauernfamilie entstammend, studierte er in Wien und Rom Theologie und wurde dort 1933 zum Priester geweiht. Anschließend war er Kaplan in Sankt Pölten und während des Dritten Reichs dortiger Domkurator. Nach dem Krieg las er in Krems,bevor er 1948 einen Ruf an die Universität Salzburg als Professor für Moraltheologie erhielt. Ab 1952 war er in Wien Adjutor des Kardinal Innitzer, und ab 1956 übernahm er die Diözese Wien. König gilt in der Kirche als Wegbereiter der Ökumene und Initiator einer Verständigung mit der orthodoxen Kirche.

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Wien, Stephansdom

Bilder: Alexander Krischnig (04/2006)

San Marino, Basilika

Marinus von Rimini

 

Heiliger; von Haus aus ein von der kroatischen Insel Rag stammender Steinhauer, der nach Rimini gekommen war, um dort beim Wiederaufbau der Stadtmauer zu helfen, die im Rahmen der Christenverfolgung unter Kaiser Diokletian zerstört worden war. Von dieser Verfolgung selber bedroht, rettete sich der Christ auf den Monte Titano, der ihm später von einer reichen zum Christentum konvertierten Dame aus Rimini zum Geschenk gemacht worden war, und gründete dort zusammen mit anderen Marinus erbaut eine KircheSchutz suchenden Christen nach der Überlieferung eine christliche Gemeinschaft (heute gilt der 3.9.301 als das offizielle Gründungsdatum der Gemeinde). Als die Verfolgungen aufgrund des Toleranzedikts von Nikomedia beendet worden waren, erhob ihn der Bischof von Rimini zu Diakon der Gemeinschaft. Nach dem Tod ihres Namenspatrons im Herbst 366 begründete sich San Marino als Republik auf dessen letzte Worte: “Relinquo vos liberos ab utroque homine”1. Heute prangt seine Statue auf der 2-Cent-Münze San Marinos.

 

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1 Ich lasse Euch zurück als Freie von welchen Menschen auch immer.

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Bild: Julian Fong (05/2006)
Bild: Jason Meyer (01/2006)

Ephesus (heute Selcuk, Türkei)

Hinweis: Kaiser Justinian ließ die einst prächtige Johannesbasilika in Ephesus errichten, angeblich über dem Grab des Apostels; die Identität der Grabstätte in der ehemaligen Johanneskirche ist allerdings nicht gesichert.

Bild: Matthias Bauer (05/2007)

Rom, Basilica S. Pietro (Peterskirche)

Rom, Basilica S. Pietro (Peterskirche)

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Innozenz II.  Gregorio Papareschi di Guidoni

 

 

Papst (1130-43); wurde durch eine Minderheit der Kardinäle - formal unrechtmäßig1 - mit Unterstützung des deutschen Kardinals Haimerich, einem Freund Bernhard von Clairevaux’, zum Papst gewählt und unmittelbar darauf inthronisiert. Noch am gleichen Tag wählte eine Mehrheit von Kardinälen Petrus Pierleoni (*~1090, †1138) als Anaklet II. zum Papst, wodurch das acht Jahre lang andauernde Schisma seinen Anfang nahm. Während Anaklet II. Rom besetzt hielt,setzten sich Bernhard von Clairvaux sowie nach einigem Zögern Kaiser Lothar III. und auch die Kirche in Frankreich und in England für Innozenz ein, so daß dieser sich bald in der gesamten Kirche durchsetzen konnte. Anaklet konnte jedoch die sizilianischen Normannen für sich gewinnen, so daß seine Stellung in Italien an Macht gewann. Nachdem der Kaiser nach Deutschland zurückgekehrt war, gelang es den Truppen Anaklets Innozenz aus Rom nach Pisa zu vertreiben, wo er sich bis zum Tod Anaklets am 25.1.1138 aufhalten mußte. Anaklets Nachfolger Viktor IV. unterwarf sich wenig später Innozenz. Im Rahmen des Zweiten Laterankonzils im Jahre 1139 wurden Anaklet und seine Anhänger, zu denen auch Roger II. zählte, verurteilt, und Innozenz zog an der Spitze eines Heeres gegen Roger zu Felde, wurde jedoch gefangengenommen und mußte Rogers Forderungen anerkennen.

Innozenz II.bestätigte am 29.3.1139 in der Bulle Omne datum optimum die Gründung des Templerordens bestätigt.

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1 Haimerich hatte eiligst fünf befreundete Kardinäle zusammengerufen und den verstorbenen Papst Honorius II. in aller Hast vorläufig bestatten lassen (ein neuer Papst durch erst dann gewählt werden, wenn der alte zur letzten Ruhe bebettet worden war.

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Rom, S. Maria in Trastevere

Hinweis: Innozenz II. wurde zunächst in der Lateranbasilika beigesetzt, dann aber mehrfach umgebettet. Heute ruht er in der Kirche Santa Maria in Trastevere, die er zu Lebzeiten hatte umgestalten lassen.

Thomas Cajetan eigentl. Jacobus de Vio

 

 

Römischer Kardinal; trat 1484 im Alter von 15 Jahren dem Dominikanerorden bei. Nach Studien an den Universitäten von Neapel und Bologna lehrte er seit 1494 als Professor für Metaphysik Theologie an der Universität von Padua. Im selben Jahr begründete eine öffentliche, in Ferrara geführte Disputation mit dem Philosophen Pico della Mirandola seine Stellung als bedeutender Theologe. Für seinen Eifer bei der Verteidigung der Rechte des Papstes auf dem Konzil von Pisa im Jahre 1511 und aufgrund andere Verdienste erhielt er das Bistum Gaeta, und 1517 erhob ihn Papst Leo X. zum Kardinal der Titelkirche Santa Prassede und Erzbischof von Palermo. Von 1508 bis 1518 war Cajetan Ordensgeneral der Dominikaner. 1522 nahm Cajetan maßgeblichen Einfluß auf die Wahl des Reformpapstes Hadrian VI.. Er war ein bedeutender Vertreter der Theologie. Thomas von Aquins, den er während seiner Ausbildung studiert hatte. Cajetan, der sich um eine Reform der Kirche sehr bemühte, hat über den von ihm verfaßten ersten Gesamtkommentar der Summa theologica des Thomas von Aquin den Thomismus maßgeblich beeinflußt und war somit Begründer des Neuthomismus in der Renaissance.

Nördlich der Alpen aber wurde er v.a. als Legat des Papstes berühmt, der das Mönchlein (so Georg von Frundsberg, *1473, †1528)  Martin Luther zur Vernunft bringen sollte. Zuvor hatte der Papst Luther vergeblich aufgefordert, nach Rom zu kommen, um sich zu rechtfertigen. Luthers Landesherr, der mächtige Kurfürst Friedrich der Weise weigerte sich, ihn auszuliefern. So kam Cajetan als Legat des Papstes nach Ausburg, wo der 18. Reichstag stattfand und führte vom 12. bis 14. Oktober 1518 zwei Tage lang eine Unterredung, bei der er Luther u.a. aufforderte, seine 95 Thesen über den Ablaß zu widerrufen, da er diese mit Bezug auf die am 27. Januar 1343 von Papst Klemens VI. erlassene Bulle Unigenitus Dei filius, für ketzerisch hielt und er selbst als Theologe das Papsttum für unfehlbar erklärte. Das Gespräch endete ohne ein Ergebnis im Sinne des Papstes; Luther lehnte den geforderten Widerruf ab. 1520 war Cajetan Mitarbeiter an der päpstlichen Bulle Exsurge Domine, in der der Bann über Martin Luther ausgesprochen wurde.

Einvernahme Luthers durch Cajetan während des 18. Reichstag zu Augsburg im Jahre 1518.

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Bilder: Roland Schreyvogel (03/2013)

Rom, S. Maria sopra Minerva

Bild: Dr. Herta Lepie (05/2015)
Bild: Rof Pickmann (04/2016)
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Karl Heussi

 

 

Deutscher Kirchenhistoriker (ev.); studierte in Leipzig, Berlin und Marburg die Fächer Theologie, Geschichte und Philosophie. 1901 erfolgte das erste, 1903 das zweite theologische Examen. 1903 promovierte er in Leipzig bei Karl Lamprecht mit einer Arbeit über Die Kirchengeschichtsschreibung Johann Lorenz von Mosheims. 1911 erwarb er die Würde eines Lizentiaten der Theologie bei Hans von Schubert in Heidelberg.

Von 1904 bis 1924 war er Oberlehrer, später Professor am König-Albert-Gymnasium in Leipzig. Die Universität Gießen verlieh ihm 1919 die Ehrendoktorwürde. Von 1924 bis zu seiner Emeritierung 1953 lehrte er als ordentlicher Professor für Kirchengeschichte an der Universität Jena. 1930/31 war er Rektor an der Universität Jena.

Seine Forschungsschwerpunkte waren in der Kirchengeschichte das Zeitalter der alten Kirche, besonders ihre Anfänge und ihre frühe Entwicklung, und das 18. Jahrhundert. Sein Lehrbuch Kompendium der Kirchengeschichte entwickelte sich zu einer der führenden kirchengeschichtlichen Darstellungen. Seine Forschungen über den Ursprung des Mönchtums, bei der das Mönchtum zwar von außen beeinflußt, aber im Kern eine innerchristliche Erscheinung sei, sind weitgehend akzeptiert.

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Bilder: Peter R. Seeber (03/2019)

Jena, Nordfriedhof

Religion / Kirche XIV

Omnibus salutem!