Tübingen, Bergfriedhof

Frankfurt am Main, Hauptfriedhof

Darmstadt, Alter Friedhof

Göttingen, Albani-Friedhof

Bild: KN (ca.1969)

 Friedrich Karl Christian Ludwig Büchner

                                 

Deutscher Philosoph und Arzt; Sohn eines Amtschirurgen; jüngerer Bruder Luise Büchners und des Dichters Georg Büchner, dessen früher Tod ihn sehr bekümmerte. Er gab sein Ansinnen, Dichter wie sein Bruder zu werden auf und begann ein Medizinstudium in Gießen. Noch während seiner Zeit als Student nahm er an der Revolution von 1848 teil, und er gründete dort einen Studentenbund mit dem Ziel, sich für Freiheit und Demokratie einzusetzen. Als sich die Gießener Bevölkerung bewaffnete, um ihre Vorstellungen von einer neue politische Ordnung durchzusetzen, ließ er sich zum Hauptmann wählen: Nach dem Abschluß seines Studiums wirkte Büchner einige Jahre als Gerichtsmediziner, bevor er einen Lehrauftrag an der Tübinger Universität erhielt. 1855 wurde ihm nach der Publikation seiner SchriftKraft und Stoff die Lehrbefugnis entzogen, da er in ihr einen populären, uneingeschränkten Materialismus vertritt und die Ansicht, die Seele sei nichts anderes als die physiologisch beschreibbaren Gehirnfunktionen; somit könne alles, was nicht greifbare Materie sei, auch nicht existieren (später setzte er sich für die Verbreitung des Darwinismus.ein). Nach dem Verlust der Lehrtätigkeit kehrte er nach Darmstadt zurück, um dort als praktischer Arzt seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Zugleich engagierte er sich in zahlreichen Vereinen und war Abgeordneter des Hessischen Landtages. Außerdem verfaßte er zahlreiche naturwissenschaftlich-philosophische Werke. 1881 gründete er den Deutsche Freidenkerbund.

Werke u.a.: Die Darwinsche Theorie von der Verwandlung der Arten (1868), Darwinismus und Sozialismus. Der Kampf um das Dasein und die moderne Gesellschaft (1894), Am Sterbelager des Jahrhunderts (1898), Im Dienst der Wahrheit (1900 posthum).

Inschrift: Das “Warum” wird offenbar, Wenn die Toten auferstehen; Doch das “Wie” ist sonnenklar, Wenn die Welt wir recht verstehn..

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Johann Friedrich Herbart

Deutscher Philosoph, Psychologe und Pädagoge; Sohn eines Justizrates; studierte nach Beendigung der Lateinschule Rechtswissenschaften an der Universität Jena, arbeitete von 1797 bis 1800 als Hauslehrer in Interlaken bei Bern, wo er Pestalozzi und dessen Werke kennenlernte. Ab 1805 war er Professor der Philosophie an der Universität in Göttingen und ab 1809 Nachfolger von Immanuel Kant in Königsberg. Nachdem der dort Wilhelm von Humboldt, der gerade zum Geheimen Staatsrat und Direktor der Sektion für Kultus und Unterricht im Ministerium des Inneren ernannt worden war und von ihm beeindruckTitelblatt der Erstausgabet schien, machte er sich Hoffnungen auf eine Nachfolge auf dem Stuhl Hegels in Berlin. Als sich diese Hoffnung nicht erfüllte, kehrte er 1833 nach Göttingen zurück, wo er bis zu seinem Tod lebte. Als Dekan der Philosophischen Fakultät distanzierte er sich 1837 von den Protestaktionen der “Göttinger Sieben”. Den Verfassungskonflikt und die Folgen mit Entlassung und Landesverweis für seine Kollegen bezeichnete er ein Jahr später als “Göttingische Katastrophe“.

Herbarts Werke sind von Kant und Leibniz beeinflußt; für die Schulpädagogik in Deutschland und Österrreich gewann Herbart seit Ende des 19. Jahrhunderts großen Einfluß.

Werke u.a.: Lehrbuchs zur Einleitung in die Philosophie (1813), Lehrbuch zur Psychologie (1816), Psychologie als Wissenschaft, neu gegründet auf Erfahrung, Metaphysik und Mathematik in zwei Teilen (1824/25), Allgemeine Metaphysik, nebst den Anfängen der philosophischen Naturlehre (1828/29, 2 Tle.)

Inschrift (auf der Rückseite des Kreuzes):

        Der Wahrheit heilige Tiefen zu durchdringen
        Für Menschenwohl mit Freudigkeit zu ringen
        War seines Strebens Ziel; nun ruht hier seine Hülle
        Nun schaut sein freier Geist bei Gott des Lichtes Fülle.

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Karl Heinrich Marx

  1875  1882

Deutscher Philosoph und Nationalökonom; Begründer des Marxismus; drittes Kind des aus einer Familie von Rabinern stammenden Heschel “Heinrich” Mordechai, der sich später in Marx umbenannte und unter Napoléon Avoué (=Anwalt) im Staatsdienst gewesen war. Er war aus dieser Position entfernt worden, als Trier durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses preußisch wurde; zwar konnte er sich als Anwalt qualifizieren, als aber Preußen die Regelungen über die Gleichberechtigung der Juden nicht auch für die Übernahme in den Staatsdienst gelten ließ (Anwälte gehörten zum Staatsdienst), ließ er sich taufen und nahm die protestantische Konfession an – mit der Folge, sich zukünftig keinen weiteren Problemen gegenüber zu sehen. Durch harte Arbeit gelang es ihm, aus schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen zu Wohlstand zu kommen, so daß Karl und dessen Geschwister sorgenfrei in großbürgerlichem Umfeld aufwachsen konnten - zumal die Mutter, die ”Engelsmutter”, die aus Holland stammende Henriette, née Presborck, ebenfalls einer Rabbinerfamilie entstammend, eine beachtliche Mitgift in die Ehe einbrachte.. Später gestaltete sich das Verhältnis zu seiner Mutter, die Marx nach dem Todes des Vaters immer wieder um Geld anging - sie hatte lt. Testament die alleinige Verfügung über den Nachlaß -, angespannt, ja unterkühlt. In einem Brief an seinen getreuen und zuverlässigen Freund Friedrich Engels schrieb er von “der Alten”, die ihm statt Geld zu senden, nur “schrieb, was ich längst schon wußte, daß sie 75 Jahre alt ist und manche Gebrechen des Alters fühlt.” Zu den Geschwistern hielt er auch keinen Kontakt, nur mit seiner älteren Schwester Sophie hatte er gelegentlich Kontakt. Als Marx nach dem Besuch des humanistischen Gymnasiums in seiner Heimatstadt – Karl Marx las noch im Alter den Aischylos im Originaltext – wie mit dem Vater vereinbart zunächst zum Studium der Jurisprudenz Trier in Richtung Bonn verlasen hatte und sich eine Zeitlang nicht meldete, warf ihm der Vater vor, “daß der Eigennutz in Deinem Herzen vorherrschend ist.” Während der zwei Bonner Semester belegte er auch Vorlesungen über Homer bei August Wilhelm von Schlegel; später studierte er auch Philosophie und Geschichte in Berlin und promovierte 1841 mit einer Arbeit über Die Differenz der demokritischen und epikureischen Naturphilosophie, die er per Post bei der Universität von Jena eingereicht hatte. Im Oktober 1842 wurde er Chefredakteur der liberalen Rheinischen Zeitung in Köln, die bald zum führenden Blatt der Opposition wurde. Aufgrund der Karlsbader Beschlüsse, die die Presse sehr gängelte, wurde die Rheinische Zeitung besonders überwacht und unter Druck gesetzt. Obwohl Marx immer wieder die Zensur unterlief, wurde das Erscheinen der Zeitung zum 1.4.1843 untersagt. Nachdem diese Anordnung bekannt wurde, trat Marx am 17.3. als Mitarbeiter und Redakteur zurück; die Eigentümer hofften, mit diesem Schritt und einer damit verbundenen Änderung der Linie des Blattes eine Aufhebung des Verbotes zu erreichen. Aufgrund des zunehmenden Drucks seitens der preußischen Regierung und nach seiner Heirat siedelten Marx und Jenny von Westphalen (*1814, †1881), die er 1843 geheiratet hatte, nach Paris über. Dort vertrat er als Mitherausgeber der Zeitschrift Deutsch-Französische Jahrbücher in seinen eigenen Beiträgen zunehmend ein revolutionäres Programm. Während sein Denken während des Studiums noch stark von der Philosophie Hegels beeinflußt war, wandte sich Marx unter dem Einfluß des Materialismus Ludwig Feuerbachs zunehmend von der Hegel’schen Philosophie ab und veröffentlichte 1844 seine Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie. Mit Friedrich Engels gemeinsam untersuchte Marx die möglichen Auswirkungen der industriellen Revolution, die sich auch in Deutschland abzuzeichnen begann (Schlesischer Weberaufstand), auf die gesellschaftliche Entwicklung. Rasch war erkennbar geworden, daß die Industrialisierung nur wenigen Profit brachte, die meisten aber ausbeutete. Sie kamen jedoch zu dem falschen Schluß, daß das sich rasch entwickelnde Massenproletariat in den Städten die Strukturen hinwegfegen würde. 1848 erschien das Manifest der Kommunistische Partei (vulgo Kommunistisches Manifest), eine Auftragsarbeit des in London ansässigen Bundes der Kommunisten, dem sich auch Friedrich Engels angeschlossen hatte. Das Manifest ist eine radikale Kritik der bürgerlichen Ökonomie und Gesellschaft und wendet sich mit dem Aufruf zum Klassenkampf an das internationale Proletariat. Als Vorbild für die Verfassung einer zukünftigen “Diktatur des Proletariats” stellte Marx später in seiner Schrift Der Bürgerkrieg in Frankreich (1871) die Pariser Kommune dar. Nachdem er aus Belgien ausgewiesen worden war, ging Marx 1848 zurück nach Köln, wo er die linksdemokratische Neue Rheinische Zeitung herausgab. Nach dem Scheitern der Revolution von 1848 wurde sie verboten und Marx auch aus Preußen ausgewiesen. Seine nächste und letzte Station war London, wo er unter drückender finanzieller Not, aus der ihm sein Freund Engels immer wieder heraushalf, seine wichtigsten Schriften und zahlreiche Zeitungsartikel u.a. für die New York Daily Tribune verfaßte. Als sich in den Vereinigten Staaten 1857 die erste Weltwirtschaftskrise entwickelte, sah er - fälschlicherweise - das Ende des Kapitalismus nahen.

Marx, der im persönlichen Umgang als sehr ruppig galt, litt an Hidradenitis suppurativa, einer Hautkrankheit, die sich - wie unlängst vermutet wurde - sehr auf sein seelisches Wohlbefinden negativ auswirkte; schon als Kind war er immer wieder krank. Carl Schurz, der Marx kannte, schrieb: “Niemals habe ich einen Menschen gesehen von so verletzender und unerträglicher Arroganz des Auftretens...” Seinerseits berichtete Marx an seinen Freund Engels, sein einziger Trost wäre, daß Furunkel “eine wahrhaft proletarische Krankheit” seien. Gegenüber den Familienmitgliedern, besonders seinen Töchtern und Enkeln, war Marx jedoch ausgesprochen liebevoll. Anders wiederum gegenüber seiner Haushaltshilfe Helene ”Lenchen” Demuth, mit der er eine Affäre mit Jenny von Westphalenhatte; aus dieser Liebesbeziehung ging der gemeinsame Sohn Friedrich (Frederick) hervor, der in eine Londoner Pflegefamilie abgegeben wurde. Dies wurde aber erst nach Marx’ Tode durch seinen Freund Friedrich Engels publik gemacht. Seine jüngere Tochter Laura heiratete 1868 den Sozialisten Paul Lafargue.

Mit seiner Tochter Jenny Caroline

 

 

Werke u.a.: Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie (1844), Zur Kritik der politischen Ökonomie (1859), Das Kapital (1867), Der Bürgerkrieg in Frankreich (1871).

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Arthur Schopenhauer

               

Deutscher Philosoph; als er Jahre alt war, zog seine Familie nach Hamburg. Im Alter von 15 Jahren begann für ihn eine Odysee durch verschiedene Schulen und Internate. Sein Vater, ein angesehener Kaufmann, schickte ihn nach Holland, Frankreich, in die Schweiz nach Österreich, Schlesien und Preußen sowie nach England. Die ständigen Wechsel machten Schopenhauer zu einem eigenbrötlerischen Außenseiter. Schließlich begann er auf Wunsch des Vaters eine Lehre als Kaufmann. Der plötzliche Tod des Vaters - man sprach von einem Selbstmord - traf ihn sehr. Die dominante Mutter Johanna zog mit Arthur und seiner Schwester Adele, zu der er Zeit seines Lebens ein gespanntes Verhältnis hatte, nach Weimar, wo sie einen literarischen Salon eröffnete. Als er 21 wurde, setzte ihn seine Mutter vor die Tür und zahlte ihm sein Erbe aus. Überhaupt war sein Verhältnis zu Frauen vielfach herablassend; so schrieb er u.a.: ”Mit mehr Fug, als das schöne, könnte man das weibliche Geschlecht das unästhetische nennen. Weder für Musik, noch Poesie, noch bildende Künste haben sie wirklich und wahrhaftig Sinn und Empfänglichkeit; sondern bloße Aefferei, zum Behuf ihrer Gefallsucht, ist es, wenn sie solche affektiren und vorgeben.“ Schopenhauer zog jetzt nach Göttingen und studierte dort zunächst Medizin, wandte sich dann aber der Philosophie zu. In Berlin, wo Schopenhauer seit 1811 studierte, war er Schüler von Johann Gottlieb Fichte und Friedrich Schleiermacher. 1813 schrieb er seine Doktorarbeit, und nach seinen Arbeiten an seinem Hauptwerk folgte eine ausgedehnte Italienreise. Anschließend war er bis 1832 in Berlin als Dozent tätig, wo er - wenig erfolgreich - mit Hegel konkurrierte: während dessen Vorlesungen gut besucht waren, frequentierte nur wenige Studenten Schopenhauers Vorlesungen. Nach Ausbruch der Cholera, an der Hegel starb, verließ er Berlin und lebte bis zu seinem Tode als Privatgelehrter in Frankfurt am Main; die Fachphilosophie verachtete er fortan als “Kathederphilosophie”. Hegels Philosophie z.B. bezeichnete er als eine “absoluten Unsinns”, als “Sophismus” und “Hokuspokus”. In Frankfurt, wo der geduldete “Permissionist” wegen seines Musizierens mit Nachbarn, nicht zuletzt auch wegen seiner Pudel, immer wieder in Streit geriet, mehrmals umziehen mußte - erst im Alter von 55 Jahren bezog er in der Schöne Aussicht Nr. 17 eine eigene Wohnung - und als kauziger Alter belächelt wurde, widmete er sich der Abfassung seiner Schriften und u.a. dem Studium der buddhistischen und hinduistischen Philosophie und der Mystik, wobei er besonders durch die Mystiker Meister Eckhart (*~1260, †1328) und Jakob Böhme beeinflußt wurde. Schopenhauer, der sich als radikaler Verfechter von Immanuel Kants Kritizismus verstand und in seiner Erkenntnistheorie die Position des Idealismus vertrat, die Geschichtsphilosophie Hegels jedoch ablehnte, handelte in seinem Hauptwerk Die Welt als Wille und Vorstellung (1819), an dem er bis 1818 gearbeitet hatte, einen einzigen Gedanken ab: “Die Welt ist meine Vorstellung.” Und Schopenhauer traf eine Annahme, die noch keiner zuvor getroffen hatte: Nicht unser Verstand bestimmt unsere Handlungen, sondern unser Wille. Damit stieß er auf heftigen Widerstand, denn der Gedanke, daß es keinen freien, vom Verstand gesteuerte Willen gäbe, war eine Provokation. Schopenhauer stellte fest: ”Frei bin ich, wenn ich  t h u n kann, was ich w i l l“, stellte aber die Frage: ”Kannst du auch wollen, was du willst“ und hinterfragte dann: ”Kannst du auch wollen, wenn du wollen willst?“ (Dr. Arthur Schopenhauer: Die beiden Grundprobleme der Ethik, behandelt in zwei akademischen Preisschriften, S. 6, F.A, Brockhaus, Leipzig, 1860); wurde von A. Einstein aphoristisch verkürzt zitiert: Der Mensch kann zwar tun, was er will, aber er kann nicht wollen, was er will”

Schopenhauer, selbst Besitzer eines Pudels, regte die Gründung von Tierschutzvereinen an.

 

Mit seinem Pudel Atman (Wilhelm Busch)

 

 

Werke u.a.: Über das Sehen und die Farben (1816), Über den Willen in der Natur (1836), Die beiden Grundprobleme der Ethik (1841), Parerga und Paralipomena (1851).

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Søren Aabye Kierkegaard

Dänischer Philosoph und Theologe; der Sohn eines Kaufmanns studierte Theologie und Philosophie, hielt sich während der Studienzeit in Cafés und Theatern der Stadt auf und führte jenes ausschweifende Leben eines Genußmenschen, das er in seinen späteren Schriften beschrieb. Erst am Totenbett seines Vaters versprach er, sein Studium zu Ende zu führen und machte 1840 seinen Abschluß als Magister. Unter der Schwermut seines Vaters leidend und weil er sich zum Philosophen berufen fühlte, löste er seine Verlobung mit Regine Olsen auf und beendete seine bereits begonnene Karriere als Prediger. Er reiste 1841 nach Berlin, um dort Vorlesungen von Friedrich Wilhelm Schelling gegen Hegel zu hören, von denen er jedoch enttäuscht war, so daß er bereits im Jahr darauf wieder nach Kopenhagen zurückkehrte und beschloß, seinen Lebensunterhalt als Schriftsteller zu verdienen.

Werke u.a.: Entweder-Oder, Furcht und Zittern, Der Begriff der Angst.

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Ernst Bloch

Porträt aus Copyrightgründen leider nicht verfügbar

 

 

Deutscher Philosoph; der Sohn eines Bahnbeamten studierte neben Philosophie im Hauptfach auch Physik, Germanistik und Musik in München und Würzburg im Nebenfach. Nach dem Studium war er zunächst als freier Schriftsteller tätig. Als Marxist - er im Marxismus die Möglichkeit einer besseren Welt - und Jude von den Nazi bedroht und ausgebürgert, emigrierte er 1933 mit seiner Lebensgefährtin Karola Piotrowska zunächst in die Schweiz, Italien und Wien, wo er seine Lebensgefährtin 1934 heiratete, und lebte ab 1938 schließlich in den Vereinigten Staaten, wo er begann, sein Hauptwerk Das Prinzip Hoffnung, das er ürsprünglich Träume eines besseren Lebens betiteln wollte, zu verfassen, das aber erst 1953 bis 1957 veröffentlicht wurde. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges folgte der überzeugte Marxist einem Ruf als Professor für Philosophie nach Leipzig, wo er dann jedoch zunehmend in die Kritik der SED geriet, 1957 zwangsemeritiert wurde und 1961 in die Bundesrepublik übersiedelte. Hier war er dann Gastprofessor in Tübingen. Bloch, der in Kontakt u.a. mit Georg Simmel (*1858, †1918), Georg Lukács, Max Weber, Walter Benjamin, Theodor W. Adorno und Bert Brecht war, knüpfte an Aristoteles, Hegel und die jüdisch-christliche Eschatologie an.

Die Studentenbewegung in den späten 1960er Jahren begleitete Ernst Bloch mit kritischem Wohlwollen und war wegen seiner Ideen bei den sog. 68ern beliebt; zwischen dem “Studentenführer” Rudi Dutschke bestand ein väterliches Verhältnis.

Werke u.a.: Geist der Utopie (1918), Thomas Müntzer als Theologe der Revolution (1921), Spuren (1930). Differenzierungen im Begriff Fortschritt (1956), Naturrecht und menschliche Würde (1961), Verfremdungen I und II (1963/64).

Auszeichnungen u.a.: Nationalpreis der DDR (1955), Friedenspreis des Deutschen Buchandels (1967).

Inschrift: Denken heisst überschreiten. Das Prinzip Hoffnung.

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Kopenhagen, Assistens-Friedhof

Grabstätte Mitte der 1970er Jahre

Titelblatt der Erstausgabe von 1867

Brief an Friedrich Engels

Bild: Claus Harmsen (1997, stones & art)
ca. 1979
Bild: KN (07/2006)
Bild: KN (2002)
Bilder: Alexander Krischnig (09/2006)
Sonja Weidemann. (04/2005)
Bild: David Christiansen (8/2006) flickr.com/photos/david-christiansen
Bilder: Klaus Hübner (05/2007)
Bild: KN (Mitte der 1970er Jahre)

Hinweis: Das Grab, wie es sich heute präsentiert, wurde erst 1956 - gestiftet von der kommunistischen Partei Großbritanniens - errichtet. Das ursprüngliche Grab (s.u.) befindet sich wenige Meter von der bekannten Grabstätte entfernt.

Bilder: Jan O'Leary (05/2008)

London, Highgate North Land Cemetery

London, Highgate North Land Cemetery

marx_manifest

Erschienen im Februar 1848 in London

Philosophen

Omnibus salutem!