Bild: Günter Strack

Hannover, Friedhof Ricklingen

Kurt Schumacher

Deutscher Politiker (SPD); studierte Volkswirtschaft, nahm als Freiwilliger am Ersten Weltkrieg teil, arbeitete anschließend von 1920 bis 1924 als Redakteur an der Schwäbischen Tagwacht. Von 1924 bis 1931 war er Mitglied des württembergischen Landtags und von 1930 bis 1933 MdR; von 1933 bis 1945 (mit Unterbrechung 1943) war er als erbitterter Gegner des Nationalsozialismus im KZ. 1945 war er von Hannover aus (Büro Schumacher) maßgeblich an der Wiederbegründung der SPD beteiligt, wandte sich in den westlichen Besatzungszonen und den Westsektoren Berlins erfolgreich gegen die Vereinigung von SPD und KPD; dort seit 1946 Vorsitzender der SPD; 1948/49 Mitglied des Parlamentarischen Rates; ab 1949 MdB und SPD-Fraktionsvorsitzender, übte als Oppositionsführer oft Kritik an der Politik Konrad Adenauers gegenüber den westlichen Alliierten.

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Che Guevara eigentl. Ernesto Guevara de la Serna

1951           Bild (l): A.Korda (en.wikipedia)

Argentinischer Arzt und Politiker; Sohn eines argentinischen Plantagenbesitzers; litt Zeit seines Lebens an Asthma; begann 1947 ein Medizinstudium, das er durch viele Auslandsreisen, auf denen er viel photographierte, immer wieder unterbrach; nach seiner Promotion im März 1953 zum Dr. med. begann er im Juli eine weitere Reise durch Bolivien, Peru, Ecuador, Costa Rica, Guatemala und Mexiko. In San José, Costa Rica, traf Che Guevara gegen Ende 1953 erstmals mit Revolutionären aus Kuba zusammen, versuchte im folgenden Jahr vergeblich, die Regierung von Guatemala zu stürzen, mußte daraufhin nach Mexiko flüchten, wo er im September 1954 als Tourist einreiste. In Mexiko erhielt er in Santa Rosa durch Alberto Bayo eine Ausbildung zum Guerillakämpfer, war zugleich als Arzt in einem Krankenhaus tätig. Im Sommer 1955 traf er die Brüder Raúl und Fidel Castro, denen er sich anschloß und sich an deren Aufstand gegen die Herrschaft von Fulgencio Batista y Zaldívar auf Kuba beteiligte. Jedoch erst aufgrund des Entscheidungskampfes vom 29. bis 31.12.1958 gelang es den von Che Guevara angeführten Revolutionstruppen am 4.1.1959 in Havanna siegreich einzuziehen. Che wurde zum kubanischen Staatsbürger und Ende des Jahres zum Präsidenten der Nationalbank (bis 1961) ernannt. In dieser Funktion schloß er mit China, der Tschechoslowakei, der Sowjetunion, Nordkorea, der DDR und Ungarn Handels- und Kreditvereinbarungen ab, nachdem Kuba sich aus der Verbindung zu den USA zu lösen begonnen hatte. Nach seiner Ernennung zum Industrieminister im Jahre 1961 (bis 1965) trieb er die Industrialisierung Kuba voran, um es aus der Zuckerrohrmonokultur herauszulösen und gewann so maßgeblichen Anteil an der Sozialisierung der kubanischen Wirtschaft und Gesellschaft. Zugleich verschärfte sich die Spannung zwischen dem revolutionären Kuba zu den USA, die in die sogenannte Kuba-Krise mündete. Als Che 1964 gezwungen wurde, seine gerade begonnene Industrialisierungspolitik zurückzuschrauben und Kuba wieder hin zur Zuckerrohrmonokultur zu führen, ging er zunächst von Dezember 1964 bis März 1965 auf eine ausgedehnte Afrika-Reise, auf der er sich vergeblich um eine gemeinsame Front gegen den Imperialismus bemühte. Zum endgültigen Bruch zwischen Che und Castro kam es nach seiner Rückkehr nach Kuba am 14.3.1965: Er trat von allen Ämtern zurück, legte die kubanische Staatsbürgerschaft ab und blieb eine längere Zeit unauffindbar. Jedenfalls hielt er sich im Frühjahr 1966 u.a. auch in Bolivien auf, wo er in Fehleinschätzung einer revolutionären Bereitschaft der armen Bauern einen Aufstand vorbereitete und erfolglos unterstützte. Nachdem ein Kopfgeld auf ihn ausgesetzt und er und seine kleine Truppe von 20.000 Regierungssoldaten gejagt worden war, wurde er im Oktober 1967 gefangengenommen und sofort erschossen und öffentlich zur Schau gestellt. Später wurde er heimlich begraben, nachdem ihm beide Hände abgetrennt worden waren, um einen Nachweis zur Identifizierung zu haben.

Sein Leichnam, der am 2.7.1997 exhumiert worden war, wurde im Oktober nach Kuba überführt und dort in einem Staatsbegräbnis beigesetzt. Che Guevara wurde eine Leitfigur der Befreiungsbewegungen in der Dritten Welt und der Studentenbewegung von 1968.

Che Guevara wurde begraben in einem sozialistischen Schrein in der Stadt, in der er die Schlacht von Santa Clara befehligte, die 1958 die Herrschaft Fulgencio Batistas beendete. Che Guevaras Grab entwickelte sich rasch zu einer Wallfahrtstätte, in der ebenfalls die Revolutionärin Tamara Bunke beigesetzt wurde, sowie weitere seiner compañeros.

Mit Fidel Castro im April 1961 in Havanna (Bild: Alberto Korda, en.wikipedia)

Che, der v.a. in Kuba bis heute als revolutionärem Vorbild verehrt wird, hat auch in kubanische Kunst Eingang gefunden; so wird er in dem Lied Hasta siempre, comandante (Für immer, Comandante) des kubanischen Sängers und Songschreibers Carlos Pueblas (*1917, †1989) zu einem revolutionär-religiösen Mythos erhoben (inetrpätiert auch von Nathalie Cardone. und auf Deutsch von von Wolf Biermann). Aber auch in anderen mittel- und südamerikanischen Staaten sowie in Europa wurder er zu einem Märtyrer linker Unabhängigkeits- und Befreiungsbewegungen.

  Aprendimos a quererte
  desde la histórica altura
  donde el Sol de tu bravura
  le puso cerco a la muerte.

    Chorus:
    Aquí se queda la clara,
    la entrañable transparencia,
    de tu querida presencia,
    Comandante Che Guevara.

  Tu mano gloriosa y fuerte
  sobre la Historia dispara
  cuando todo Santa Clara
  se despierta para verte.

    [Chorus]

  Vienes quemando la brisa
  con soles de primavera
  para plantar la bandera
  con la luz de tu sonrisa.

    [Chorus]

  Tu amor revolucionario
  te conduce a nueva empresa
  donde esperan la firmeza
  de tu brazo libertario.

    [Chorus]

  Seguiremos adelante,
  como junto a ti seguimos,
  y con Fidel te decimos :
  «¡Hasta siempre, Comandante!

Zitat: Seamos realistas, intentemos lo imposible (Seien wir realistisch, versuchen wir das Unmögliche!).

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Santa Clara, Kuba

Bild: TravelAdventures.org

Vallegrande (Dep. Santa Cruz, Bolivien)

Hinweis: Hier befanden sich 30 Jahre lang die sterblichen Überreste Che Guevaras, bevor sie im Oktober 1997 auf Veranlassung voFidel Casto n nach Santa Clara umgebettet wurden.

Bilder: Linda De Volder (10/2004)
Bild: Teppo Soininen (12/2005)

London, Westminster Abbey

William Ewart Gladstone

1861   

Britischer Staatsmann; wurde in Eton und Oxford erzogen, war seit 1832 konservatives Mitglied des Unterhauses unter seinem Förderer Robert Peel (*1788, +1850), von 1843 bis 1845 Handelsminister, von 1845 bis 1846 Kolonialminister und von 1852 bis 1855 Schatzkanzler. Als Anhänger des Freihandels wechselte Gladstone 1859 ins liberale Lager über und wurde unter Lord Palmerston erneut Schatzkanzler. Als solcher setzte er erfolgreich verschiedene Steuerreformen durch. 1865 wurde er Sprecher des Unterhauses. Als die von ihm vertretene Wahlrechtsreform scheiterte, trat er 1866 zurück, wurde aber nach dem Wahlsieg der Liberalen (1868) Premierminister. Er führte die Schulpflicht und die geheime Wahl ein. In der Außenpolitik als schwächlich und zu friedliebend beurteilt, verlor seine Regierung 1874 die Wahlen gegen Benjamin Disraeli, gegen dessen Politik er als Antimachiavellist heftig opponierte. Besonders leidenschaftlich griff er 1876/77 die politische Unterstützung des Osmanischen Reiches durch Disraeli an. 1880 wurde Gladstone zum zweiten Mal bis 1885 Premierminister. Während er erfolgreich strenge Maßnahmen gegen den Terrorismus der revolutionären Fenier mit einem neuen Landgesetz (Land Act, 1881) bekämpfte und eine weitere Wahlrechtsreform (1884/85) durchsetzte, mußte er in der Außenpolitik erneut schwere Mißerfolge (z.B. die Niederlage gegen die Buren 1881, das Scheitern der Sudanexpedition zum Entsatz Khartums (1884/85) hinnehmen. Seine dritte Regierung (1886) stürzte bei dem Versuch, Irland die Autonomie zu gewähren. Von 1892 bis 1894 stand Gladstone noch einmal an der Spitze der Regierung.

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Bilder: Martina Schulz

Rudolf Breitscheid

         

Deutscher Politiker und Volkswirtschaftler; Sohn eines Buchhandlungsgehilfen; studierte von 1894 bis 1898 Nationalökonomie an den Universitäten in München und Marburg. Er promovierte 1898 über Die Landpolitik in den australischen Kolonien. Nach dem Studium arbeitete er als Redakteur beim Hamburger Korrespondent und beim Hannoverschen Courier, bevor er 1905 Geschäftsführer des Handelsvertragsvereins in Berlin wurde. Schon 1903 war er in Verbindung mit Friedrich Naumann Mitglied in der liberalen Freisinnigen Vereinigung und 1904 in die Berliner Stadtverordnetenversammlung und sowie in den Brandenburgischen Provinziallandtag gewählt worden. 1908 verließ er mit anderen nach Querelen die freisinnigen Vereinigung und wurde Gründungsmitglieder der linksliberalen Demokratischen Vereinigung (DV). Nach dem Scheitern der DV bei dieser Wahl trat er 1912 der SPD bei und wechselte 1917 zu zur Unabhängigen Sozialdemokratie (USPD) über, der er bis zu ihrer Wiedervereinigung mit den Mehrheitssozialisten angehörte. Von November 1918 bis Januar 1919 war er preußischer Innenminister. Als MdR (1920-33) war Breitscheid einer der einflußreichsten Führer der SPD und deren außenpolitischer Sprecher. Er wurde als Verfechter der sog. Erfüllungspolitik von den Rechten bekämpft. Er emigrierte 1933 zunächst nach Paris. In Frankreich bemühte er sich erfolglos um den Aufbau einer kommunistische Volksfront gegen Nazi-Deutschland. 1940 wich er vor der auf Paris vorrückenden deutschen Wehrmacht nach Marseille aus. Im Herbst wiesen ihm die französischen Behörden einen Zwangswohnsitz in Arles-en-Provence zu. Dort wurde er verhaftet und schließlich der Gestapo übergeben. Im Konzentrationslager Buchenwald kam er bei einem Fliegerangriff ums Leben, während seine Frau, die verschüttet war überlebte.

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Bilder: Martina Schulz

Fürst Karl August Freiherr von Hardenberg

                        

Preußischer Staatsmann; bis 1782 im hannoverschen Staatsdienst, dann Präsident des Klosterrates beim Herzog von Braunschweig, wo er für die Reform des Schulwesens im Sinne Pestalozzis und die Trennung von Schule und Landeskirche eintrat; wurde 1790 Minister des Markgrafen von Ansbach-Bayreuth; 1791 zum preußischen Minister ernannt, leitete er die Eingliederung von Ansbach und Bayreuth in den preußischen Staat und verwaltete sie fortan als selbstständige Provinzen; 1798 wurde er nach Berlin berufen und erhielt einen Teil der Geschäfte des Ministeriums für auswärtige Angelegenheiten (1804-06 Außenminister; Oktober 1805 bis April 1806 mit C. Graf von Haugwitz). Er nutzte auch nach der Ernennung zum Leiter der magdeburgisch-halberstädtischen Provinz seinen steigenden außenpolitischen Einfluß, um als Preis für die preußische Neutralität bei der napoleonischen Expansionspolitik Gebietszuwachs in Westfalen und Mitteldeutschland zu erzielen. Noch vor der preußischen Niederlage von Jena und Auerstedt 1806 auf Wunsch Napoléons I. entlassen, wurde Hardenberg im April 1807 erneut zum Minister berufen, jedoch nach dem Tilsiter Frieden im Juli (wiederum auf Befehl Napoleons) abermals des Amtes enthoben. Im Auftrag König Friedrich Wilhelms III. verfaßte er eine Denkschrift zur Neuordnung des preußischen Staats mit Reformvorschlägen nach französischem Vorbild. Er trug entscheidend zur Berufung (10.7.1807) und Entlassung (24.11.1808) des Reichsfreiherr vom und zum Stein bei. Am 4.6.1810 zum preußischen Staatskanzler ernannt, übernahm er die Leitung der Finanzen, des Inneren und der Außenpolitik und setzte die preußischen Reformen Steins fort (Stein-Hardenbergsche Reformen). Seine Politik war von dem Bemühen gekennzeichnet, den preußischen Staat vom aufgeklärten Absolutismus zum Liberalismus zu führen. Diesem Ziel dienten die Aufhebung der ständischen Zunftverfassungen und die Hinwendung zur Gewerbefreiheit (1810) ebenso wie die Säkularisierung des Kirchenguts und die Judenemanzipation von 1812. In der Steuergesetzgebung mißlang der Plan völliger Gleichbesteuerung gegenüber dem widerstrebenden grundbesitzenden Adel. Diesem mußte Hardenberg auch im Regulierungsedikt zur Ablösung der Grundherrschaft (Bauernbefreiung) 1811 und in der Deklaration von 1816 entgegenkommen. Danach wurde die Ablösung für die Bauern begrenzt und mit Landabgaben erkauft. Außenpolitisch begründete Das Herz Hardenbergs (aufbewahrt hinter dem Altar) seine abwägend wartende, die Niederlage der napoleonischen Truppen einbeziehende Politik seinen Ruf als Staatsmann von europäischem Rang. Auf dem Wiener Kongreß sicherte er 1814/15 für Preußen erheblichen Gebietszuwachs. Im vergrößerten Preußen nach 1815 schuf er eine mustergültige Verwaltung. Sein Ziel, über die Provinzialstände zu einer Gesamtständevertretung im Königreich zu kommen (Verfassungsentwurf 1819), konnte er allerdings nicht durchsetzen. Mit der Teilnahme Preußens am metternichschen System der Restauration schwand Hardenbergs politischer Einfluß, besonders nach den Karlsbader Beschlüssen (1819).

Inschrift: Pio animo posuit filius (dt. In treuer Pflichterfüllung hat der Sohn [dies] gesetzt).

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Neuhardenberg

Erbaut von Karl Friedrich Schinkel

Bild: Helmut O. Fischer

Alfons Goppel

 

Deutscher Politiker (CSU); Jurist; viertes von neun Kindern einer Handwerkerfamilie; studierte von 1925 bis 1929 Rechtswissenschaften in München. Er trat 1930 der Bayerische Volkspartei bei. 1947 wurde er zwar zum Landrat des Landkreises Aschaffenburg gewählt, vom Innenministerium allerdings mit Hinweis auf seine Mitgliedschaft in der NSDAP als solcher nicht bestätigt. 1952 wurde er zweiter Bürgermeister der Stadt Aschaffenburg und 1954 Abgeordneter des Bayerischen Landtags, dem er bis 1978 angehörte. Von 1958 bis 1962 war er bayrischer Innenminister, von 1962 bis 1978 Ministerpräsident von Bayern und seit 1979 Mitglied des Europäischen Parlaments.

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München, Waldfriedhof, Alter Teil

Stahnsdorf, Südwest-Friedhof

Jürgen Wilhelm Möllemann

 Bild: Ingo Kramer (04/ 2002, GNU-FDL)

Deutscher Politiker (FDP); studierte Deutsch, Geschichte und Sport an der Pädagogischen Hochschule in Münster und beendete das Studium 1969 mit dem ersten und 1971 mit dem zweiten Staatsexamen für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen beendete. Im Jahre 1978 war er für den Flick-Konzern tätig. Möllemann war von 1962 bis 1969 zunächst Mitglied der CDU, wurde er 1970 Mitglied der FDP, von 1972 bis 2000 (ab 2002 fraktionsloses) Mitglied des Bundestags; von 1982 bis 1987 war er Staatsminister im Auswärtigen Amt, von 1987 bis 1991 Bundesminister für Bildung und Wissenschaft, von 1991 bis 1993 Vizekanzler in der Regierung von Helmut Kohl, ab 2000 Mitglied des Landtages in Nordrhein-Westfalen. Spektakulär war seine Aktion “Strategie 18” zur Bundestagswahl 2002, durch die der Stimmenanteil von 4 % auf 9,8 % mehr als verdoppelt werden konnte. Nach der sog. Flugblattaffäre wurde Möllermann am 11.2.2003 aus der Bundestagsfraktion seiner Partei ausgeschlossen. Er nahm sich, nachdem der Bundestag am 5.6.2003 seine parlamentarische Immunität wegen zweifelhafter Geldtransaktionen aufgehoben hatte, bei einem Absprung mit einem Fallschirm das Leben.

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Münster (Westfalen), Zentralfriedhof

Bild: Jochen Schultheis
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Berlin, Zentralfriedhof Friedrichsfelde

Kenonaph

Maria Corazon Cory” Sumulong Cojuangco Aquino

Bild: U.S. Air Force no_copyright

Philippinische Politikerin; Tochter einer der reichsten Familien des Landes, ging zunächst in Manila zur Schule, besuchte anschließend katholische Klosterschulen in den Vereinigten Staaten. Nach ihrer Rückkehr auf die Philippinen studierte sie an der Universität in Manila Jura. 1954 heiratete sie Benigno “Ninoy” Aquino jr. (*1932), den späteren Vize-Gouverneur und Gouverneur der Provinz Tarlac und Oppositionspolitiker. Als er trotz der Warnungen von Imelda Marcos (*1929) aus dem Exil in den USA auf die Philippinen zurückkehrte, wurde er am 21.8.1983 unmittelbar nach dem Verlassen des Flugzeugs auf dem Flughafen von Manila ermordet. Corazon Aquino unterstützte danach im Wahlkampf zu den Parlamentswahlen die Opposition, die 1984 ein Drittel der Sitze im von der Partei Ferdinand Marcos’ (*1917, †1989) dominierten Parlament gewann. Als nach der Wahl die Oppositionskräfte immer mehr an Gewicht erlangten, beraumte Marcos für den Februar 1986 vorgezogene Präsidentschaftswahlen an. Corazon Aquino, die für die Opposition antrat, reklamierte nach der Wahl den Sieg für sich, obwohl Marcos aufgrund manipulierter Wahlergebnisse, den Sieg für sich beanspruchte. Während Marcos am 25. Februar nach den gegen ihn gerichteten Massenprotesten vom 23./24. Februar, der sog. EDSA-Revolution, ins Exil in die Vereinigten Staaten ging, übernahm sie das Amt des Staatspräsidenten der Republik der Philippinen, das sie bis 1992 bekleidete. Ihre Regierungszeit war geprägt von Putschversuchen, Aktivitäten der maoistischen Guerilla im Süden des Inselstaates und schweren wirtschaftlichen Problemen. 1992 lehnte sie es ab, für eine zweite Amtsperiode zu kandidieren; ihr Nachfolger im Amt des Staatspräsident wurde Fidel Ramos (*1928).

Die Beisetzung der strenggläubigen Katholikin Aquino geriet zu einem Requiem der Massen: Hunderttausende Filipinos säumten die Straßen und stimmten die Hymne Bayan Ko aus der Zeit der EDSA-Revolution von 1986 an.

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Parañaque (Metro Manila), Manila Memorial Park

Bilder: Rbleano (06/2010)
Politiker X

Omnibus salutem!