Alfons VIII., der Edle [span. Alfonso el Noble]

 

König von Kastilien (1158-1214); Sohn König Sancho III. von Kastilien und Blanca Garces von Pamplona; übernahm im Alter von nur drei Jahren die Nachfolge seines 1158 gestorbenen Vaters, zwar war Alfons damit nominell König, aber tatsächlich aber beanspruchten die Adelshäuser von Lara und Castro beide die Regentschaft, ebenso wie Alfons Onkel Ferdinand II von León. 1159 wurde der junge Alfons kurz in der Obhut von García Garcés de Aza gegeben, die jedoch nicht über die notwendigen Mittel verfügte, um ihn zu unterstützen. Im März 1160 kam es bei Lobregal zu einer Schlacht zwischen der Partei der Laras und derjenigen der Castros, wobei letztere zwar den Sieg davontruge, aber letztlich ihr Ziel nicht errichten, da die Vormundschaft und damit die Regentschaft über Alfons Manrique Pérez de Lara übertragen wurde, während Alfons in die Obhut der loyalen Stadt Ávila kam. Im Alter von 15 Jahren übernahm er schließlich die Regentschaft selbst und befreite Todedo aus den Händen der Laras. Er schloß ein Bündnis zwischen Kastilien und Aragonien, das letztlich die Grundlage für die spätere Einigung Einigung Spaniens bildet Alfons stellte ferner die Oberherrschaft Kastiliens über León her. Am meisten aber blieb er in Europa für seine Rolle in der Reconquista und dem Untergang der Almohaden. in Erinnerung. Ab 1170 setzte er den Übergriffen der Almohaden, maurischen Eindringlingen aus dem Norden Afrikas, heftigen Widerstand entgegen. Nach der Niederlage gegen den Kalifen Yakub al-Mansur bei Alarcos im Jahr 1195 errangen Alfons und eine Koalition, bestehend aus christlichen Fürsten und ausländischen Kreuzfahrern 1212 über die Mauren unter al-Nasir bei Navas de Tolosa einen entscheidenden Sieg, der die Macht der Mauren in Spanien schließlich brach und die Vorherrschaft der Christen auf der iberischen Halbinsel markiert.

Verheiratet war Alfons, nachdem die Heirat bereits 1170 beschlossen worden war, seit 1176 mit Eleonore Plantagenet, der Tochter Heinrichs II. von England.

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Burgos, Monasterio_de_las_Huelgas

Claire Élisabeth Jeanne Gravier de Vergennes, comtesse de Rémusat

 

Französische Hofdame und femme de lettres française; ältere von zwei Töchtern Jean-Charles Graviers, marquis de Vergennes, eines Maître de requêtes (Vortragender Rat); väterlicherseits war Charles Gravier, comte de Vergennes, unter Ludwig XVI. Außenminister, ein - wenn auch entfernter - Verwandter. Nachdem ihr Vater im Zuge der Französischen Revolution am 24.7.1797 - noch kurz vor dem Ende des terreur - auf der Guillotine sein Leben verloren hatte, verließ ihre Mutter mit ihr und ihrer Schwester Paris und ließ sich auf dem Land in dem in der Nähe von Montmorency. gelegenen Ort Saint-Gatien-des-Bois nieder. Im Alter von 16 Jahren heiratete sie dort am 9. Februar 1796 den 18 Jahre älteren Grafen Auguste-Laurent de Rémusat, später der Präfekt der Départements Haute-Garonne und Nord. Aus dieser Ehe ging u.a. ihr ersten Sohn, Charles hervor, der später französischer Innenminister, französischer Außenminister und Mitglied der Académie française werden sollte. Die Familie lebte, da sie der führenden Kaste des Ancien Régime angehört hatte, sehr bescheiden, wurde aber durch eine ehemalige Mitgefangenen Joséphine de Beauharnais, zu Claires Mutter  einen guten Kontakt hatte, unterstützt. Aufgrund dieser Beziehung wurde Claire nach der Hochzeit Joséphines mit Napoléon im Jahr 1802 eine ihrer Hofdamen, ihr Mann bald darauf erster Kammerdiener Napoléons. Sie lebte mit Napoléon und Josephine unter einem Dach, war eine enge Vertraute der Kaiserin, und sie unterhielt einen stark frequentierten Salon. Als sich Josephine sich 1809 von ihrem Mann trennte und sich nach Schloß Malmaison, das sie 1799 gekauft hatte, zurückzog, folgte Claire ihr dorthin. Seit der Restauration lebte sie gemeinsam mit ihrem Mann, der seiner Ämter verlustig gegangen war, in verschiedenen Präfekturen, mit deren Verwaltung er beauftragt wurde.

1818 begann Claire damit, anhand von Erinnerungen und Kurznotizen ihre Memoiren zu verfassen. Die Aufzeichnungen umfassen nur die Jahre 1802 bis 1808. Sie zeigen jedoch gemeinsam mit erhaltenen Briefen ein lebendiges Bild des napoleonischen Hofs. Außerdem hinterließ sie ein Essay über die Erziehung junger Mädchen.

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Bilder: Herbert Herterich (01/2016)

Paris, Cimetière du Père Lachaise

Heinrich (VII.)

 

Römisch-deutscher König (1220-42); König von Sizilien (1212-17); Herzog von Schwaben (1220-35) aus der Dynastie der Staufer; Sohn Kaiser Friedrichs II., der ihn noch vor seinem Aufbruch nach Deutschland zum König von Sizilien krönen ließ. 1220 wurde Heinrich gegen erhebliche Zugeständnisse an die Reichsfürsten in der Confoederatio cum principibus ecclesiasticis zum römisch-deutschen König und somit zu seinem Stellvertreter in Deutschland gewählt; zwei Jahre später wurde er gekrönt; allerdings stand Heinrich zunächst bis 1225 der Vormundschaft des Kölner Erzbischofs Engelbert I. von Berg, dann bis 1228 derjenigen des Herzog Ludwigs I. von Bayern. Aufgrund seine städtefreundliche Politik geriet er in Konflikt mit den Fürsten, die ihm 1231 als Reichsgrundgesetz das Statutum in favorem principum (Statut zugunsten der Fürsten) abnötigten, das 1232 von Friedrich II. bestätigt wurde. 1234 empörte er sich im Bund mit den oberitalienischen Städten .gegen seinen Vater, mußte sich aber 1235 unterwerfen und wurde seitdem gefangen gehalten; Heinrich starb nach siebenjähriger Haft an den Folgen eines Selbstmordversuchs.

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Bild: Alfredo Ledonne (12/2012) Wikipedia.it

Cosenza (Kalabrien), Dom

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Bernhard III. Friedrich Wilhelm Albrecht Georg

 

Herzog von Sachsen-Meiningen (1914-18); Philologe; Generalfeldmarschall; ältestes Kind des späteren Herzogs Georg II. von Sachsen-Meiningen und dessen erster Ehefrau Prinzessin Charlotte von Preußen (*1831, †1855); studierte ab 1869 klassische Philologie zunächst an der Universität Heidelberg und setzte es nach dem Ende des Deutsch-Französischen Krieges, an dem er ebenso teilnahm wie an der anschließend der Proklamation Wilhelms I. zu Kaiser von Deutschland in Versailles, in Leipzig fort. Nach Beendigung des Studiums trat er 1873 zur militärischen Ausbildung in das Gardefüsilierregiment der preußischen Armee in Berlin ein. Zwischen 1873 und 1894 unternahm er zahlreiche Studienreisen nach Griechenland und Kleinasien; sein Interesse an Griechenland und dessen Kultur würdigte die Universität von Athen 1889 mit der Verleihung des Titels “Philhelene“ Von 1896 bis 1903 Kommandierender General VI. Armee-Korps in Breslau. Am 15.9.1903 wurde er zum Generaloberst befördert und zum Generalinspekteur der II. Armee-Inspektion mit dem Standort in Meiningen berufen. 1909 erhielt Bernhard den Rang eines Generalfeldmarschalls, 1912 beendete er seine militärische Laufbahn und zog sich nach Meiningen zurück.

Verheiratet war Bernhard seit 18.2.1878 mit der preußischen Prinzessin Charlotte, jüngere Schwester des späteren Deutschen Kaisers Wilhelm II.. Im Folgejahr kam ihr einziges Kind, ihre Tochter: Feodora (*1879, †1945) zur Welt.

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Bad Liebenstein OT Altenstein (Thüringen), Schloßpark

Victoria Elisabeth Augusta Charlotte

        

Prinzessin von Preußen; Herzogin von Sachsen-Meiningen; zweites Kind und älteste Tochter des späteren deutschen Kaisers Friedrich (III.) von Preußen und dessen Ehefrau, der britischen Prinzessin (Princess Royal) Viktoria von Großbritannien und Irland; jüngere Schwester des späteren Kaisers Wilhelm II.: wuchs in einem schwierigen Verhältnis mit ihrer stets fordernden Mutter auf. 1877 lernte sie den Studienfreund ihres Bruders Wilhelm, Prinz Bernhard von Sachsen-Meiningen, kennen, den sie 18. Februar des Folgejahrs heiratete. 1879 wurdeihr einziges Kind, ihre Tochter Feodora ( †1945) geboren.

Charlotte, die während ihres gesamten Lebens immer wieder mit verschiedenen Krankheiten zu kämpfen hatte und sich häufig zu Kuraufenthalten zurückziehen mußte, starb im Alter von nur 59 Jahren.

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Bad Liebenstein OT Altenstein (Thüringen), Schloßpark

Bild Ralf Dreßler (03/2016)

Abdülhamid II.  [türk. عبد الحميد ثانی]

             

Sultan des Osmanischen Reiches (1876-1909); zweiter Sohn des Sultans Abdülmecid I.; folgte seinem Bruder Murad V. der nach nur dreimonatiger Herrschaft wegen Regierungsunfähigkeit abgesetzt worden war, nach. Abdülhamid unterstützte die 1839 nach westlichem Vorbild eingeführten Reformen. Im Dezember 1876 erließ er die erste schriftliche osmanische Verfassung. Nach der Niederlage im Krieg gegen Rußland (1877/78), bei der er im Vertrag von San Stefano 1878 den größten Teil des europäischen Gebiets des Osmanischen Reiches verloren hatte, hob Abdülhamid die Verfassung wieder auf und herrschte - gestützt auf seine Geheimpolizei - autokratisch, und unterdrückte sämtliche Liberalisierungstendenzen. Er förderte den Panislamismus, sowohl um eine Intervention europäischer Mächte im Osmanischen Reich zu verhindern, als auch um einem Auseinanderbrechen des Reiches entgegenzuwirken. Die Massaker an den Armeniern 1895/96 ließ Abdülhamid trotz heftiger internationaler Proteste geschehen ohne einzugreifen. Zu Beginn des 20.  Jahrhunderts formierten sich gegen seine despotische Herrschaft die Jungtürken, eine Organisation, die aus der Illegalität heraus liberale Reformen und eine konstitutionelle Staatsform anstrebte und ihn 1908 zwang, die Verfassung wieder in Kraft zu setzen. Ein Jahr später brachte eine Revolte der Armee die Reformkräfte an die Macht; Abülhamid II. wurde abgesetzt und nach Saloniki verbannt. Nachfolger wurde sein Bruder Mehmed V., unter seiner Herrschaft das Reich in den Ersten Weltkrieg verstrickt wurde.

1899 genehmigte Abdülhamid II. dem Deutschen Reich den Bau der strategisch wichtigen Bagdadbahn, mit deren Bau am 27.6.1903 begonnen wurde.

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Istanbul OT Eminönü, Divan Yolu Prospekt

Bild: Vmenkov (09/2010) Wikipedia.org

Peter II. Karađorđević  [serb.-kroat. Petar II.)

 

 

König von Jugoslawien (1934-45); ältester Sohn König Alexanders I. von Jugoslawien und dessen Gemahlin Prinzessin Maria von Rumänien, Tochter König Ferdinands I. von Rumänien aus dem Hause Hohenzollern-Sigmaringen;

Nach der Ermordung seines Vaters in Marseille im Jahre 1934 folgte er diesem rechtmäßig auf dem Thron nach, wurde aber, da er noch minderjährig war, in den Amtsgeschäften durch seinen Onkel Prinz Paul vertreten. Nach dem einmarsch der deutschen Wehrmacht 1941 in Serbien, floh die Familie ins Ausland. Die Zeit während des Zweiten Weltkrieges verbrachte Peter II. in Großbritannien. Nach dem Ende des Krieges war eine Rückkehr in die Heimat nicht möglich, da die Kommunisten unter Josip Broz Tito dieses aus ideologischen Gründen verhinderten, so daß Peter in die Vereinigten Staaten ging, wo er im Alter von 47 Jahren verstarb.

Am 25.5.2013 wurden Peter II., seine Frau Alexandra und seine Mutter Maria nach Serbien umgebettet und dort in der Familiengruft im Mausoleum der St. Georgs-Kirche auf dem Berg Oplenac bei Topola beigesetzt.

 

Beisetzungsfeierlichkeit am 25. Mai 2013 (Bilder: Parsifal von Pallandt)

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Bild: Gmihail (01/2012) Wikipedia.sr

Libertyville (Illinois), Saint Sava Church

Hinweis: Die sterblichen Reste Peters II. wurden 2013 von Libertyville nach Topola (Serbien) umgebettet.

Bilder: Bernd Wolter (05/2016)

Darmstadt, Park Rosenhöhe, Fürstengräber im Park

Bild: Hanns-Eckard Sternberg

Berlin, Alter Domfriedhof St. Hedwig

Hinweis: Das Grab der Gräfin von Lichtenau auf dem Friedhof der Hedwigskirche wurde 1961 im Zuge des Anlegens eines Todestreifen an der Berliner Mauer durch die DDR-Behörden zerstört.

Wilhelmine Gräfin von Lichtenau (seit 1796) eigentl. Wilhelmine Enke

                 fec. J.G. Schadow (1794)                  pinxit Anton Graff

 

Geliebte Friedrich Wilhelms II. von Preußen; Tochter des Dessauer Hornisten Johann Elias Enke, der 1763 nach Berlin kam, Mitglied der Hofkapelle war und eine Kneipe in Berlin betrieb. in Berlin wuchs sie im Haushalt ihrer älteren Schwester auf, die als Figurantin ( i.e. Statistin) im Theater auftrat und der Kronprinz einer ihrer Gönner war. 1764 lernte sie den späteren König kennen, der sie im Hause der Eltern ihres späteren Ehemanns Johann Friedrich Ritz, einem seiner Kammerdiener, unterbrachte. Er ließ ihr eine gute Ausbildung angedeihen, indem er Lehrer für sie engagierte, kümmerte sich aber auch um sie ganz persönlich, indem er sie immer wieder besuchte. 1766 schickte er sie für ein Jahr nach Paris, um ihr eine solide höfische Erziehung angedeihen zu lassen. Als sie nach Berlin zurückkehrte, wurde sie seine Maitresse. 1770 bekam Wilhelmine ihr erstes Kind; insgesamt gebahr sie ihm fünf Kinder, von denen nur zwei das erste Lebensjahr überstanden: Marianne Diderica Gräfin von der Mark (*1780, †1814) und Alexander Graf von der Mark, Lieblingssohn Friedrich Wilhelms, der allerdings bereits im Kindesalter starb. Um den Schein zu wahren, wurde sie mit dem Kammerdiener Johann Friedrich Rietz verheiratet. Friedrich Wilhelm stattete sie großzügig aus: Sie erhielt eine jährliche Zuwendung von 30.000 Talern und ein Haus in Charlottenburg. Auf Druck des Rosenkranzordens, dem der Kronprinz angehörte, beendete er die intime Beziehung 1781, blieb ihr aber weiterhin sehr eng verbunden. Im Mai 1795 brach siezu einer Reise nach Italien auf, einer sog. Grand Tour, besuchte die Kunststätten in Pisa, Florenz, Venedig, Rom, wo sie Adlige, Diplomaten und zahlreiche Künstler kennenlernte und sich von Angelika Kauffmann portraitieren ließ, und Neapel. In Caserta traf sie Lady Hamilton, über die sie sich begeistert äußerte; nach Berlin schrieb sie: „... Sie ist ein Engel, nicht allein ihr Äußeres, welches schön ist, sondern ihre Seele, welche ganz dem Körper ähnlich ist…“ Dort wurde sie auch Zeugin der „lebenden Bilder“, mit denen Emma Hamilton Gestalten aus der antiken Mythik (u.a. Medea, Niobe) lebend nachstellte. Von ihrer Reise brachte sie den Archäologen Aloys Ludwig Hirt (*1959, †1837), der in Rom als Cicerone tätig war und ihr die Altertümer gezeigt hatte, mit nach Berlin. Mit ihrer Förderung wurde er dort u.a. Mitglied der Akademien der Wissenschaften und der Künste. Seine Pläne für eine Neuorganisation des königlichen Kunstbesitzes in einem Museum, wurden nicht realisiert, aber letztlich waren die Überlegungen der Anfang für die Gründung des Alten Museums. Am 28.4.1796 erhob er sie als Gräfin Lichtenau in den Adelsstand. Als sie dann offiziell am Hofe eingeführt wurde und der Kronprinz, der künftige König Friedrich Wilhelm III., gegen seinen Willen die Hand der Mätresse seines Vaters küssen mußte, begann sich allmählich die allgemeine Stimmung gegen sie zu wenden. Aber sie blieb bei ihm und hat ihn bis zu seinem Tode aufopferungsvoll gepflegt. Als er in der Nacht des 16.11.1797 starb, war sie nicht bei ihm; sie war selbst erschöpft und lag erkrankt danieder. Nach dem Tode ihres Gönners wurde sie auf Veranlassung dessen Sohns und Nachfolgers Friedrich Wilhelm III. wegen Hochverrats - sie soll ihren Geliebten politisch beeinflußt und in seiner Haltung gegen das revolutionäre Frankreich gemäßigt haben - und unrechtmäßiger Bereicherung inhaftiert und angeklagt. Obwohl ihr keine Schuld nachgewiesen werden konnte und die Untersuchungskommission sie in allen Anklagepunkten freisprach, wurde sie auf der Festung Glogau weiter in Haft gehalten, und ihr Besitz willkürlich konfizier; lediglich eine Jahesrente. wurde ihr gewährt. Erst mit Unterstützung Napoléons, an den sie sich gewandt hatte, erhielt sie 1809 von der Regierung eine Entschädigung für ihr enteignetes Vermögen. 1802 heiratete sie in zweiter Ehe Baron Franz Ignaz von Holbein.

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Nikolaj Abramowitsch Fürst Putjatin [russ. Николай Абрамович Путятин]

 

Russischer AdligerPhilantrop und Philosoph; der alten Dynastie der Rurikiden entstammend; trat früh in die Armee ein, doch widerte den jungen, feinorganisierten Mann bald das in der Armee gängige barbarische Prügelsystem dermaßen an, daß er aus der Armee ausschied. Danach fand er in Sankt Petersburg eine Anstellung als kaiserlicher Ober-Bauintendanten und wurde später zum Kammerherr und Geheimrat am kaiserlichen Hof. ernannt. Am Hof in Sankt Petersburg lernte Putiatin, inzwischen ein Teil der dortigen Gesellschaft, der Karl Graf von Sievers als Oberhofmarschall vorstand, dessen Tochter Elisabeth Gräfin von Sievers (*1747) kennen, die 1767 mit ihrem Vetter Jacob Johann Graf von Sievers, einem wichtigen Berater Katharina II. der Großen, verheiratet worden war, und verliebte sich in diese. als die Beziehung der beiden ruchbar wurde, kam es am Hofe zu einem Skandal, der “Affaire Poutiatine” Die Ehe wurde schließlich - auch mit Zustimmung der Zarin - geschieden, allerdings konnte Elisabeth von ihren drei aus ihrer ehe stammenden Töchtern nur ihre Tochter Elisabeth Benedicta mit in die neue Beziehung nehmen (außerdem mußten Putjatin und Elisabeth versprechen, keine Kinder mehr in die Welt zu setzen). 1789 heiratete Putjatin die inzwischen geschiedene Gräfin Sievers und verbrachte mehrere Jahre mit ihr und ihrer Tochter auf Reisen in Deutschland, Frankreich, England sowie Italien, bevor sie 1793 zu einem längeren Aufenthalt in Dresden eintrafen. Im Dezember 1797 erwarb Putjatin in Kleinzschachwitz (heute zu Dresden) das ehemalige Petzold’sche Bauergut nebst einigen angrenzenden Felden und errichtete darauf nach eigenen Plänen sein ”Storchennest“, ein Landhaus im extravaganten Stil mit 16 Balkonen und minarettartigem Turm.

Putjatins Sommerhaus, gen. Storchennest, in Kleinzschachwitz (1811)

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Dessau, Neuer Begräbnisplatz

Hinweis: Das Mausoleum ließ Putjatin erbauen, nachdem er mit seiner Frau und deren Tochter Benedicta in Dessau den von Herzog Franz im Jahre 1787 angelegten Begräbnisplatz besichtigt und Benedicta den Wusch geäußert hatte, dort einmal ihre letzte Ruhestätte zu finden. Das Mausoleum trägt auf dem “Architrav“ die Inschrift “Dem Theuern Kinde“ Nebe ihr wurden auch Putjatin und seine Frau dort beigesetzt.

Bilder: Frank Spyrka (05/23016)

Oben:Bildausschnitt von der rechten Grabplatte mit den Lebensdaten Putjatins

Unten: Bildausschnitt von der linken Grabplatte mit den Lebensdaten seiner Stieftochter Benedicte

Bild: Gunnar1m (04/2009) Wikipedia.de
Bild: Gunnar1m (04/2009) Wikipedia.de
Bild: Ralf Dreßler (03/2016)
Bild: Ralf Dreßler (03/2016)
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Anna Constantia Reichsgräfin von Cosel  née von Brockdorff

 

Deutsche Reichsgräfin; Tochter des Ritters Joachim von Brockdorff; war ab 1694 zunächst Hoffräulein auf Schloß Gottdorf bei Schleswig und später in Wolfenbüttel, verließ allerdings den Hof, als sie schwanger wurde (der Vater ihres Kindes blieb unbekannt). Nach ihrer Heirat mit dem sächsischen Geheimrat Adolf Magnus von Hoym kam sie nach Dresden. 1705 wurde die Ehe geschieden. Anläßlich eines Brandes im Hause Hoym lernteAugust II. den Starken sie kennen. Nachdem er ihr ewige Treue geschworen hatte, gab seinem Werben nach und bezog im Sommer 1705 ein in unmittelbarer Nachbarschaft zum Schloß gelegenes Haus auf dem Taschenberg und erhielt noch im selben Jahr einen geheimen Vertrag, der sie als Gemahlin zur Linken des Königs erklärte. August schwor ihr ewige Treue. Sie wurde jedoch mehr und mehr zu einem Problem, da er ihr auch die Ehe versprochen hatte. 1713 verbannte er sie nach Schloß Pillnitz, von wo sie 1715 nach Berlin entfloh, was ihr in Sachsen als Landesverrat ausgelegt wurde. Im November 1716 wurde sie im damals preußischen Halle an der Saale verhaftet, im Tausch gegen Deserteure nach Sachsen ausgeliefert und vom König unter Arrest gestellt. Schließlich war sie von 1716 bis zu ihrem Tode in der Burganlage, insbesondere in dem nach ihr benannten Coselturm, gefangen gehalten.

Constantia von Cosel war neben Aurora von Königsmarck die bekannteste Mätresse Augusts II..

Gemälde aus dem Jahre 1705.

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Bilder: Frank Spyrka (08/2016)

Stolpen (Ldkrs. Sächsische Schweiz-Osterzgebirge), Kapelle auf der Veste Stolpen)

Hinweis: Die Angabe des Todestages auf dem obersten bzw, mittleren Bild ist nicht korrekt.

Umittelbar unter einem Zwickel am Eingang zur Kapelle befindet sich ein Kellergewölbe, in der der Sarg der Reichsgräfin aufbewahrt wird. Bei der Inspektion des Sarges wurde eine Platte mit den Inschrift: Hier ruht in Gott und erwartet die fröhliche Auferstehung Die Hochgeborene Frau , die Frau Anna Constantia Reichsgräfin von Cosel geb. von Bruchsdorf“ entdeckt.

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Topola-Oplenac, St. Georgs-Kirche, Mausoleum

Cecilia

        

 

Prinzessin von Griechenland und Dänemark; Mitglied des Hauses Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg; dritte Tochter des Prinzen Andreas von Griechenland und Dänemark und dessen Gemahlin Alice von Battenberg; Enkelin König Georgs I. von Griechenland; Schwester von Prinz Philipp von Edinburgh, Gemahl von Elisabeth II.;

Cecilia wurde, ebenso wie ihr Gatte Donatus von Hessen-Darmstadt und die übrigen 9 Insassen eines Linienfluges einer Junkers Ju 52/3m der Fluggesellschaft Sabena von München nach London getötet, als die Maschine, nachdem die geplante Zwischenlandung in Brüssel wegen schlechten Wetters verworfen worden war, beim Anflug auf den Flughafen von Ostende einen 50 Meter hohen Fabrikschornstein einer Ziegelei streifte und in die Stationsstraat stürzte

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peter2serbien_krypta
Bild: Etmisovski (02/2016) Wikipedia.org
Bild: Etmisovski (02/2016) Wikipedia.org
Adel / Regenten CI

Omnibus salutem!