Heinrich der Löwe

 

Herzog von Sachsen (1142-80) und Herzog von Bayern (1156-80); der aus dem Welfenhaus stammende Sohn Heinrichs X., des Stolzen, und Vater von Ottos (IV.) von Braunschweig, wurde 1142 als Herzog von Sachsen in das seinem Vater aberkannte Stammesherzogtum eingesetzt. Zunächst festigte Heinrich seine Stellung in Sachsen, verharrte jedoch in Opposition zum Königtum, besonders da seine Forderungen der Belehnung auch mit Bayern zurückgewiesen wurden. Der Regierungsantritt seines Vetters Friedrich I. Barbarossa (1152) bereitete schließlich die Voraussetzungen für einen staufisch-welfischen Ausgleich. Heinrich erhielt 1154 auf dem Fürstentag in Goslar zwar endlich Bayern zugesprochen und wurde 1156 mit diesem belehnt, sein eigentliches Bestreben aber war die Stärkung der Herzogsgewalt und die Mehrung des welfischen Besitzes in Sachsen, wo er Braunschweig zur Residenz ausbaute (u.a. Burg Dankwarderode). Bedeutsam wurden seine Stadtgründungen z.B. München oder Lübeck, insbesondere die Förderung der deutschen Ostbesiedlung, seiner Herrschaft über die Elbslawen. Dank der Privilegierung durch Kaiser Friedrich I. Barbarossa stand ihm das Investiturrecht über die von ihm neu gegründeten Bistümer Oldenburg, Ratzeburg und Mecklenburg zu. Durch die Neugründung Lübecks (1158) brach er dem deutschen Ostseehandel Bahn, den er durch Verträge mit Gotland, Schweden und Nowgorod förderte und nutzte. Auch seine zweite am 1.2.1168 mit der 12-jährigen Mathilde geschlossene Ehe, der Tochter König Heinrichs II. von England und Schwester von Richard Löwenherz, wies in die Richtung des beginnenden Nord- und Ostseehandels der Hanse. Zugleich begründete er mit dieser Verbindung die engen Beziehungen zwischen dem Haus der Welfen und England. Allerdings verfeindete sich Heinrich mit vielen Reichsfürsten, vor allen Dingen auch mit den Kölner Erzbischöfen wegen seiner ganz Norddeutschland tangierenden Territorialpolitik und überwarf auch mit Friedrich I. Barbarossa. Im nördlich vom Comesee gelegenen Chiavenna hatte Friedrich 1176 seinen Vasallen Heinrich gebeten, ihm auf dem 5. Italienzug im Kampf gegen die norditalienischen Städte des Lombardenbundes beizustehen. Heinrich wußte, daß für eine solche Unterstützung keine rechtliche Verpflichtung bestand -höchstens hätte er eine moralische Pflicht gehabt, dem Kaiser beizustehen. Heinrich bot einen Handel an: Helfen würde er, wenn ihm Goslar samt seinen reichen Silbergrube überlassen werden würde, was Friedrich rundweg ablehnte. Von jetzt an entzog Friedrich dem selbst bei seinesgleichen nicht gerade beliebte Heinrich seine schützende Hand. Nach seiner Rückkehr aus Italien griff Friedrich in die Kämpfe Heinrichs mit einer Koalition von Gegnern seiner slawischen Expansionspolitik ein und lud die Parteien nach Landrecht vor Gericht. Da Heinrich mehreren Vorladungen, Januar 1179 nach Worms und im April 1180 zum Reichstag von Gelnhausen, nicht nachkam, wurde 1179 über ihn die Acht verhängt, 1180 schließlich die Aberacht, nachdem ihm in einem weiteren lehnsrechtlichen Verfahren in Abwesenheit die Reichslehen aberkannt worden waren. Noch 1180 wurden Sachsen und Bayern neu vergeben, Sachsen wurde zwischen dem Erzbischof von Köln, einem erbitterten Gegner Heinrichs, und dem Grafen von Anhalt aufgeteilt, Bayern ging an Friedrichs getreuen Gefolgsmann Otto von Wittelsbach. Und es wurde der allgemeine Reichskrieg gegen Heinrich eröffnet; 1181 mußte Heinrich kapitulieren und auf seine Herzogtümer verzichten und zudem in die Verbannung zu seinem Schwiegervater König Heinrich II. von England gehen. Erst 1194 kehrte er endgültig aus der Verbannung zurück, als Kaiser Heinrich VI. mit ihm Frieden schloß.

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Mathilde von England eigentl. Matilda Plantagenet

Herzogin von Sachsen und Bayern; älteste Tochter von König Heinrich II. von England und Eleonore von Aquitanien; Schwester von Richard Löwenherz und Johann Ohneland; zweite Gattin des 30 Jahre älteren Heinrich des Löwen; die Hochzeit, die Rainald von Dassel vermittelt hatte, fand am 1. Februar 1168 im Dom zu Minden statt, die anschließenden Feierlichkeiten am sächsischen Hof zu Braunschweig. Durch die reiche Mitgift Mathildes stieg der welfische Herzog zu einem der reichsten deutschen Fürsten auf. Eines ihrer gemeinsamen Kinder war der spätere Kaiser Otto IV.. Als über Heinrich 1179 die Acht, 1180 schließlich die Aberacht verhängt wurde, begleitete sie ihn in das Exil und lebte bis 1184 in der Normandie, anschließend ein Jahr in England und kehrte mit ihm im Oktober 1185 nach Sachsen zurück. Als Heinrich der Löwe Friedrich I. Barbarossa für drei Jahre auf dem 3. Kreuzzug (1189-92) in das Heilige Land begleitete, ließ er Mathilde in Deutschland zurück, damit sie seine Interessen dort vertrete. Sie sah ihn nicht mehr wieder.

  

Hochzeit Heinrichs des Löwen mit Mathilde von England.

Von einer aus dem Himmel kommenden Hand wird ihnen jeweils die Krone aufgesetzt.

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Bild: Claus Harmsen (08/2005, stones & art)

Otto IV., von Braunschweig

 

Römischer König (seit 1198), Kaiser (seit 1209); der aus dem Welfenhaus stammende Sohn Heinrichs des Löwen und Onkel Ottos I., des Kindes, und seit dem 22.7.1212 mit Beatrix, der Tochter Philipps von Schwaben verheiratet, wuchs in England am Hof seines Onkels Richard I. Löwenherz auf. Zwar wählte ihn 1198 die welfische Partei zum Gegenkönig Philipps von Schwaben, aber erst nach dessen Tod konnte er sich durchsetzen und wurde zum Kaiser gekrönt. Als er versuchte, die unter päpstlicher Lehnshoheit stehenden Länder und Sizilien einzugliedern, veranlaßte Papst Innozenz III. 1211 die Wahl des Staufers Friedrich II. zum Gegenkönig. Nach der Niederlage gegen den mit Friedrich verbündeten französischen König Philipp II. August bei Bouvines im Jahre 1214 blieb Otto, da er seinen Anhang in Deutschland verloren hatte, auf sein Stammgebiet Braunschweig beschränkt. Nach dem Tode Beatrix’ nach nur zwei Jahren Ehe heiratete er Maria von Brabant.

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Braunschweig, Dom

Bild: Brunswyk (07/2005) GNU-Lizenz für freie Dokumentation

Hinweis: Die obere Abbildung zeigt die sog. tumba (Hochgrab) Heinrich des Löwen und seiner Gattin Mathilde

Bild: Claus Harmsen (08/2005, stones & art)
Bilder: Bernd Schwibbe (10/2009)
Bild: Claus Harmsen (08/2005, stones & art)

Braunschweig, Dom (Gruft Heinrich des Löwen)

Bilder: Bernd Schwibbe (10/2009)

Rechts die neue Markierung, die jetzt Kaiserin Beatrix mitbenennt, oben die alte Platte.

Hinweis: In der tumba im Vordergrund des Bildes befinden sich neben den sterblichen Überresten von Kaiser Otto IV. und seiner Gattin weitere Personen, darunter Otto das Kind (†1252), Enkel Heinrichs des Löwen, ab 1235 erster Herzog von Braunschweig-Lüneburg, Stammvater aller späteren Welfenlinien.

Bild: Bernd Schwibbe (10/2009)

Heinrich VI.

Römischer König (1190-97), Kaiser (seit 1191), König von Sizilien (seit 1194); der Sohn Kaiser Friedrichs I. Barbarossa und Vater Friedrichs II. wurde 1169 zum König gewählt und gekrönt. Als sein Vater zum 3. Kreuzzug, auf dem er im Juni 1190 beim Baden im Fluß Saleph ertrank, aufbrach, übertrug er Heinrich die Regierung des Reiches. Am 27.1.1186 heiratete er in Mailand Konstanze, die Tochter Rogers II. von Sizilien. Als ihr Onkel Wilhelm II., König von Sizilien, im November 1189 kinderlos starb, erhob Heinrich als Ehemann Konstanzes Ansprüche auf den sizilianischen Königsthron, konnte aber sein Vorhaben, die Erbansprüche seiner Frau durchzusetzen, wegen der Opposition der Fürsten in Deutschland zunächst nicht realisieren. Als ihm jedoch die Gefangennahme des englischen Königs Richard I. Löwenherz gelang und seine Opponenten ihres wichtigsten Verbündeten beraubt waren, brach die Opposition gegen Heinrich zusammen. Bis 1194 unterwarf er nun Neapel und Sizilien und wurde im gleichen Jahr in Palermo zum König von Sizilien gekrönt. 1194 schließlich söhnte er sich mit Heinrich dem Löwen, der aus der Verbannung zurückgekehrt war, aus. Bereits 1190 war er erstmals nach Italien gezogen, wo er Ostermontag 1191 von Papst Coelestin III. nach anfänglicher Weigerung zum Kaiser gekrönt wurde. Unter Heinrich erreichte die Staufermacht ihren Höhepunkt, sein Versuch allerdings, das deutsche Königtum für das Haus der Hohenstaufer erblich zu machen, scheiterte jedoch 1196. Er konnte lediglich die Wahl seines Sohnes Friedrich zum König durchsetzen. Heinrich starb im Alter von nur 32 Jahren vermutlich an der Malaria.

 

Hochzeit Heinrichs VI. mit Konstanze

 

 

 

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Bild: Hartmut Riehm (8/2005)

Palermo, Dom

Konstanze von Sizilien

 mit Heinrich VI.

Römisch-deutsche Kaiserin; Tochter König Rogers II. und Schwester König Wilhelms I., "des Bösen"; erbte das normannische Königreich Siziliens. Sie brachte 1189 dieses Erbe ihrem Gatten Heinrich VI. mit, mit dem sie am 27.1.1186 in Mailand verheiratet wurde. Ihren 1194 geborenen Sohn Friedrich II. übergab sie auf Anweisung ihres Gatten der Herzogin von Spoleto, an deren Hof in Foligno er die ersten Jahre seines Lebens verbrachte. Als Heinrich 1197 plötzlich starb, ließ sie den erst 3-Jährigen aus dem Herzogtum Spoleto nach Sizilien bringen, setzte ihn zunächst als Mitregenten ein, ließ ihn unter Verzicht auf die römisch-deutsche Königskrone am 17. Mai 1198 in Palermo zum König von Sizilien krönen und bestimmte Papst Innozenz III. zum Vormund, der auch nach ihrem Tod die Regentschaft für den noch unmündigen Friedrich übernahm.

Konstanze gibt ihren Sohn Friedrich in die Obhut der Herzogin von Spoleto

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Bilder: Alexander Krischnig (10/2005)

Franz Josef II.

 

Fürst von und zu Liechtenstein; der in seinem Land sehr populäre Monarch folgte seinem Cousin Franz I. in der Regentschaft, nachdem sein Vater zu seinen Gunsten 1921 auf den Thron verzichtet hatte. Erst unter seiner Regentschaft erhielten die Frauen Liechtensteins das Wahlrecht – nach einer 1984 nur unter Männern durchgeführten Volksabstimmung. Am 7.3.1943 heiratete er in Vaduz die österreichische Gräfin Georgina "Gina" von Wilczek.

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Georgina (Gina) née Gräfin von Wilczek

 

Fürstin von und zu Liechtenstein; heiratete am 7.3.1943 in Liechtensteins Hauptstadt Vaduz den Fürsten Franz Josef II.

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Vaduz (Liechtenstein), Fürstengruft

Maria Anna

Österreichische Erzherzogin; wurde als zweites Kind der Maria Theresia geboren; schon in der Kindheit kränklich, war sie von verwachsener Gestalt; gleich ihrem Vater Franz Stephan war sie an Kunst und Wissenschaft, insbesondere an Gesteinen und Münzen interessiert. Das im Jahre 1782 in Wien erschienene Werk über die “Schau- und Denkmünzen” aus der Epoche Maria Theresias wird der Feder Maria Annas zugeschrieben. 1766 wurde sie von ihrer Mutter zur Äbtissin des neu im böhmischen Prag geschaffenen Damenstifts bestimmt; nach dem Tode ihrer Mutter übersiedelte im April 1781 nach Klagenfurt in ein für sie erbautes Palais (heute Sitz des Bischofs). Sie förderte die Freimaurerei: die erste Loge in Klagenfurt, die 1783 gegründet wurde, erhielt ihren Namen "Zur wohltätigen Marianna.”

Inschrift: Gott, dem Besten und Größten. Maria Anna, Sünderin, geboren am Tage 9 des Oktober 1738, gestorben am Tage 19 des November 1789. Möge sie in Frieden ruhen.

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Bilder: Alexander Krischnig (2005)

Klagenfurt, Privatgruft unter der Kirche des Elisabethinenkonvents

Bild: Alexander Krischnig (2005)

Maximilian II. Joseph

                     

König von Bayern (1848-64); der Enkel Maximilians IV. Joseph und Vater Ludwigs II. folgte seinem Vaters Ludwig I., der wegen seiner Affäre mit Lola Montez und den damit verbundenen Uruhen am Vorabend der Märzrevolution am 20.3.1848 auf den Thron verzichtet hatte, in der Regentschaft. Seine Regierungszeit war besonders geprägt von der deutschen Frage, verfolgte den Plan, in Deutschland einen Bund der Mittel- und Kleinstaaten unter Bayerns Führung zu errichten (Triaspolitik durch L. Freiherr von der Pfordten); in besonderem Maße förderte das wissenschaftliche und künstlerische Leben in München un stiftete hierzu 1853 den Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst.

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Marie Friederike von Preußen

                         

Königin von Bayern; Tochter des Prinzen Wilhelm von Preußen; Mutter Ludwigs II.. Am 12.10.1842 heiratete sie den Kronprinzen, den späteren König von Bayern Maximilian II.. Die protestantisch erzogene Marie Friederike trat 10 Jahre nach dem Todes ihres Gatten zum Katholizismus über. Das Alter verbrachte sie in ihrem Landhaus in Elbigenalp im Lechtal und auf Schloß Hohenschwangau bei Füssen.

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München, Theatinerkirche

Bild: Alexander Krischnig (07/2007)

Braunschweig, Dom (Gruft Heinrich des Löwen)

Braunschweig, Dom

Palermo, Dom

München, Theatinerkirche

Bild: Brunswyk (06/2005) Wikipedia.de

Hochgrab Mathildes von England (Detail)

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Bilder: Giovanni Dall'Orto (09/2006) Wikipedia.org

Beatrix von Schwaben

 

Römisch-deutsche Kaiserin: älteste Tochter Philipps von Schwaben, des jüngsten Sohnes des Staufer-Kaisers Friedrich I., Barbarossa und dessen zweiter Gemahlin Irene von Byzanz .Am 22.7.1212 heiratete die 14-Jährige in Norhausen Kaiser Otto IV. , nachdem zuvor .wegen der nahe Verwandtschaft der Beiden die päpstliche Genehmigung für eine Heirat erteilt worden war. Sie starb unerwartet bereits drei Wochen nach der Heirat.

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Adel / Regenten XXI

Omnibus salutem!