Otto I.

König von Bayern; zweiter Sohn König Maximilians II., schlug als als 15-Jähriger eine Militärlaufbahn ein; folgte am 13. Juni 1886 seinem Bruder Ludwig II., der entmündigt worden und im Starnberger See ertrunken war, auf den Thron, und zwar unter der Regentschaft seines Oheims, des Prinzen Luitpold, da er selbst seit 1872 geisteskrank war; . Seine Erlebnisse während des Deutschen Krieges und im Deutsch-Französischen Krieges gelten als verantwortlich für seinen seelischen Zustand. Behandelt wurde Otto von dem Psychiater Bernhard von Gudden, der auch seinen Bruder behandelte.

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Bilder: Alexander Krischnig (2005)

München, St. Michael Kirche

Bilder: Alexander Krischnig (2005)

Ludwig IV., der Bayer

 

Deutscher König und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation; Herzog von Bayern; der Sohn des Herzogs Ludwig II., des Strengen von Bayern, und der Margarete von Habsburg trat nach dem Tode seines Vaters im Jahre 1301 zusammen mit seinem Bruder Rudolf die Herrschaft über das Erbe der Wittelsbacher und das dazugehörende in der Rheinpfalz und in Oberbayern an. Dank des Sieges bei Gammelsdorf des Wittelsbachers Ludwig über den Habsburger Friedrich den Schönen, dem Herzog von Österreich, im Jahre 1313 wurde der Streit um die Vormundschaft erreicht. Als Kaiser Heinrich VII. plötzlich starb, wählte die Mehrheit der Kurfürsten Ludwig 1314 als ersten Wittelsbacher zum deutschen König. Endgültig gefestigt wurde seine Macht, als er am 28.9.1322 bei Mühldorf am Inn endgültig den als Gegenkönig auftretenden Friedrich den Schönen besiegte. In Konflikt mit dem in Avignon residierenden Papst Johannes XXII., der sich bisher im deutschen Thronstreit abwartend verhalten, d.h. keine der beiden Kandidaten die päpstliche Approbation erteilt hatte, sondern für sich für sich selber die Rechte eines Reichsvikars in Anspruch nahm, geriet er, als er einen Reichsvikar (Stellvertreter für den künftigen König), nach Italien entsandte. Schließlich verhängte Johannes XXII. 1324 den - nie revozierten - Kirchenbann über Ludwig. Ludwig reagierte, indem er sich in Rom 1328 von dem Laien Sciarra Colonna in Vertretung des “römischen Volkes” zum Kaiser krönen ließ und Johannes' XXII. kurzer Hand absetzte. Dieses Verfahren begründete er mit der Vorgehensweise Ottos I., des Großen. Ludwig ließ sich von dem vom römischen Volk gewählte Gegenpapst Nikolaus V. zum Kaiser krönen, wobei dieser sich schon bald nach Abzug Ludwigs aus Rom Johannes XXII. unterwerfen mußte. 1342 hatte er Niederbayern geerbt und seinen Sohn Ludwig in der Mark Brandenburg eingesetzt. 1345 kamen durch das Erbe seiner Frau Margarete von Holland außerdem Holland, Friesland, Seeland und der Hennegau hinzu. Um Tirol zu erwerben, hatte er 1342 die Ehe zwischen der Erbin Tirols, Margarete Maultasch, und dem Sohn König Johanns von Böhmen, dem Luxemburger Johann Heinrich, kurzer Hand annullieren lassen und die Prinzessin mit seinem eigenen Sohn verheiratet. Die Folge war ein Konflikt mit seinen bisherigen Parteigängern, die jetzt die Wahl eines Gegenkönigs, die 1346 vollzogen wurde, unterstützen. Der erneute Waffengang wurde nur dadurch verhindert, daß Ludwig im Folgejahr auf der Jagd einem Herzschlag erlag.

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München, Frauendom

Ludwig III.

König von Bayern (1913-18); der ältester Sohn des Prinzregenten Luitpold und der Prinzessin Auguste Ferdinande von Habsburg-Toskana folgte seinem Vater 1912 als Regent des Königreiches Bayern für dessen regierungsunfähigen König Otto I. (Bruder Ludwigs II.) auf den Thron und nahm 1913 den Königstitel an. Während Prinzregent Luitpold nie einen Anspruch auf die bayerische Krone gestellt hatte, setzte der spätere Ludwig III. den rechtmäßigen König 1913 ab und erklärte sich zum bayerischen König. Für viele seiner Landsleute bedeutete dies einen unrechtmäßigen Anspruch auf den Thron, so daß Ludwig III. vom Volk wenig Unterstützung erfuhr. Als es im Zuge der Novemberrevolution auch in München zu einem Aufstand kam, erklärte Kurt Eisler den letzten bayerischen König im November 1918 für abgesetzt. Ludwig, der selbst niemals formal abgedankt hatte, ging ins Exil.

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Bilder: Alexander Krischnig (2005)

München, Frauendom, Krypta

Ludwig Viktor

 

Österreichischer Erzherzog; jüngster Bruder von Kaiser Franz Joseph, Kaiser Maximilian von Mexiko und Erzherzog Karl Ludwig. Der kinderlose Maximilian plante, Ludwig Viktor als seinen Erben in Mexiko einzusetzen und ihn mit der Erbin des Kaiserreiches Brasilien zu verheiraten. Ludwig Viktor widersetzte sich diesem Plan erfolgreich und fiel bei Hof nur noch durch zahlreiche Skandale und Tratschereien auf. Kaiserin Elisabeth beschuldigte ihren Schwager, bewußt Zwietracht in der Familie zu säen. Seine Skandale hingen vor allem mit seiner homosexuellen Neigung zusammen.

Franz Joseph und seine Brüder (von links nach rechts): Ludwig Viktor, Franz Joseph, Karl Ludwig, Ferdinand Maximilian (1859)

Ein homophiler Annäherungsversuch Ludwig Viktors in einer Badeanstalt artete in ein Handgemenge aus. Da dieser Vorfall nicht zu vertuschen war, wurde Ludwig Viktor fortan aus Wien nach Schloß Klesheim bei Salzburg verbannt, wo er kurz nach dem Zusammenbruch der Monarchie verstarb und auf dem dortigen Ortsfriedhof bestattet wurde.

Der Grabstein trägt keine Namen, lediglich folgende Inschrift:

 Meinem Kaiser (Franz Josef) Dank!
 Die Seele Gott - in Buß’ und Reue,
 Der starren Erde meine Hülle. -
 Dafür, was sie mir einst im Leben,
 Den Dankesgruß an meine Freunde,
 Und all den Blinden mein Vergeben,
 Die, - unverdient, mir etwa Feinde.

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Bild: Alexander Krischnig

Siezenheim ( Salzburg)

Maria Karoline Gräfin Fuchs-Mollard gen. Charlotte

Österreichische Gräfin; Erzieherin und erste Hofdame der Erzherzogin Maria Theresia, von ihr oft als “meine Füchsin” betitelt. Sie war auch Erzieherin fast aller 16 Kinder Maria Theresias und ist die einzige Nicht-Habsburgerin, die in der Kapuzinergruft bestattet wurde; die Kaiserin hatte darauf bestanden, daß sie an ihrer Seite beigesetzt würde. Ihr Schloß in Rodaun (heute zu Wien, 23. Bz.), das später Hugo von Hofmannsthal bewohnte, ist heute Museum.

Inschrift: Zum unsterblichen Angedenken eines wohlwollenden dankbaren Herzens für die edle Erziehung zur Tugend. Ich, Maria Theresia.

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Franz Carl

                 

Sophie Friederike

         pinxit Stieler 1832

Erzherzog und Erzherzogin; Eltern Kaiser Franz Josephs I.; der minder begabte Erzherzog stand zeitlebens im Schatten seines Vaters Kaiser Franz II./I., seines Bruders Ferdinand I., vor allem aber seiner hochintelligenten und politisch aktiven Gemahlin, der bayrischen Königstochter Sophie. Sie war es auch, die Franz Carl trotz seines Widerstrebens dazu brachte, nach Abdankung Kaiser Ferdinands I. im Jahre 1848 auf die Thronfolge zu verzichten und ihren Sohn Franz Joseph zum Kaiser zu machen.

Mit ihrem Sohn Franz Joseph

Franz Carl lebte sehr bescheiden, trat in der Öffentlichkeit kaum auf und spielte im Familienkreis den Schwerhörigen. Sophie pflegte ihren Mann wie ein Kind und durchlitt in ihrer Jugendzeit eine Romanze mit Napoléons Sohn, dem Herzog von Reichstadt. Die gnadenlose Blutgerichte für die Revolutionäre von 1848, die widerrechtliche Aufhebung der versprochenen Verfassung, die enge Bindung Österreichs an die Kirche, das Konkordat von 1855 - das alles wurde in der Öffentlichkeit nicht als Werk des unsicheren Franz Joseph gesehen, sondern als das der unbeliebten Erzherzogin Sophie, die im Volksmund als der "einzige Mann in der Hofburg" bezeichnet wurde. Sophie wollte ihren Sohn ursprünglich mit der ältesten Tochter ihrer Schwester Ludovika in Bayern verheiraten.

Die vier Söhne des Paares (von links nach rechts): Ludwig Viktor, Franz Joseph, Karl Ludwig, Ferdinand Maximilian (1859)

Daß sich Franz Joseph für die jüngere Cousine Elisabeth entschied, lag durchaus in den Intentionen Sophies. Allerdings versuchte Sophie mit aller Macht, ihre eigenwillige Nichte und Schwiegertochter zu einer Kaiserin nach ihren Vorstellungen zu machen und säte damit viel Unfrieden im Kaiserhaus. Nachdem ihr Lieblingssohn Maximilian in Mexiko hingerichtet worden war, resignierte Sophie, betätigte sich kaum mehr politisch und überließ Elisabeth allein das Feld. Der Ausgleich 1867 mit den ihr verhaßten Ungarn verstärkte ihre Resignation.

Erzherzogin Sophie Friederike im Kreise ihrer Familie

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Bild: Alexander Krischnig (11/2005)

Wien, Kaisergruft, Neue Gruft

Bild: Alexander Krischnig (11/2005)

Wien, Kaisergruft, Maria-Theresia-Gruft

Bild: it.wikipedia, GNU-FDL

Grabplatte

Bild: Franz Josef Mörsch jr. (07/2006)

Anne Dorte Gräfin von Rosenborg née Anne Dorte Maltoft-Nielsen

 

 

Dänische Adelige; bürgerlicher Herkunft; Tochter eines Angestellten einer danischen Warenhauskette; war bis zu ihrer Hochzeit mit Christian Graf von Rosenborg als Parfümerieverkäuferin bei Fonnesbech tätig und arbeitete nebenbei als Mannequin und als Photomodell, unter anderem für Helena Rubinstein.

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Christian Frederik Franz Knud Harald Carl Oluf Gustav Georg Erik Graf von Rosenborg

 

 

Dänischer Adeliger; jüngster Sohn von Erbprinz Knud und der Erbprinzessin Caroline Mathilde und der Cousin der dänischen Königin Margrethe. stand nach seinem Vater Knud und seinem älteren Bruder, an dritter Stelle der Thronfolge, als die weibliche Nachkommen noch nicht einbezogen waren. Er heiratete am 27.2.1971 in Lyngby die Bürgerliche Anne Dorte Maltoft-Nielsen.

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Magnus Ladulås eigentl. Magnus Birgersson

 

 

König von Schweden (zw. 1275 und 1290); Sohn von Birger Jarl und Ingeborg Eriksdotter; übernahm nach dem Todes seines Vaters im Jahre 1266 dessen Amt als Jar. Da er dem Amt dieselbe Machtfülle wie sein Vater zu geben trachtete, geriet er mit seinem Bruder König Waldemar in Konflikt, was 1275 in einen offenen Kampf führte. Es gelang ihm jedoch gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Erik und der Unterstützung des dänischen Königs Erik Klipping die Anhänger Waldemars bei Hova zu besiegen. Als daraufhin sein Bruder Waldemar abdankte, wurde Magnus im selben Jahr zu König gewählt und im Mai in Uppsala zum König gekrönt. Meinungsverschiedenheiten mit dem dänischen König sowie ein Aufstand der Adeligen im Jahre 1278 bedrohten seine Herrschaft weiterhin, und erst als Waldemar seinen Anspruch 1280 aufgab, die Adeligen sich mit Magnus versöhnt hatten und die Kirche und die Kirche aufgrund eines Versprechen über weitreichende Privilegien, u.a. Befreiung von Steuerabgaben, auf die Seite des neuen Königs übergewechselt war, konnte dieser seine Macht endgültig festigen. Magnus ging jetzt daran, umfassende Reformen durchzuführen. In den Satzungen von Alsnö (1280) und Skänninge (1284) wurde die Beziehung zwischen Königtum und Adel geregelt. Es entstand der Stand der Ritter, die von steuerlichen Abgaben befreit waren. Ein Königsfrieden wurde kundgetan und die Blutrache wurde endgültig verboten. Eeste Burgen mit dazugehörigen – nicht erblichen – Lehen wurden errichtet und ein neues Steuersystem eingeführt. 1285 und 1288 schloß der König Verträge mit Gotland, die die Insel schließlich unter königliche Oberhoheit brachten.

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Karl VIII. eigentl. Karl Knutsson Bonde

 

 

König von Schweden; als Karl I. König von Norwegen (1449-50); stieg nach seinem Eintritt in den schwedischen Reichsrat, 1434, schnell zu führenden Positionen auf. So war er 1434 Reichsmarschall und 1436 Leiter der schwedischen Armee (Reichshofsmann). Von 1438 bis 1440 hatte er das Amt des Reichsvorstehers inne. 1441 wurde er zum Ritter geschlagen und kurz darauf wieder zum Reichsmarschall degradiert. Nach dem Tod König Christophs III. von Schweden, Dänemark und Norwegen wurde Karl am 20. Juni 1448 vom schwedischen Adel zum König gewählt, während die Dänen ihrerseits Christian I. wählten. Ein Jahr später krönte man ihn in Trondheim auch zum König von Norwegen, er musste das Land aber bereits 1450 an Christian abtreten. In Schweden erfolgte 1457 ein Aufstand unter der Führung von Jöns Bengtsson Oxenstierna und Erik Axelsson Tott. Karl wurde abgesetzt und ging ins Exil nach Danzig. Sein Nachfolger in Schweden, Christian I., wurde 1464 bei einem erneuten Aufstand gestürzt und Karl zum zweiten Mal zum König gekrönt, aber schon nach einem halben Jahr 1465 nach Finnland verbannt. 1467 konnte er erneut nach Schweden zurückkehren und regierte nun bis zu seinem Tod 1470 als König von Schweden. Sein Tod führte zu einem erneuten Dänisch-Schwedischen Krieg.

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Bilder: Finn Haaling Larsen  (10/2014)

Lyngby, Ældre Kirkegård

Bild: Alexandru Babos Albabos (05/2009) Wikipedia.org
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Stockholm, Riddarholmskirche (Riddarholmskyrkan)

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Stockholm, Riddarholmskirche (Riddarholmskyrkan)

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Ludwig der Fromme

 

Herzog von Württemberg (1568-93); Sohn Herzog Christophs, nach dessen Tode im Jahre 1568 er zunächst unter die Vormundschaft seiner Mutter Anna Maria von Brandenburg-Ansbach, dann des Herzogs Wolfgang von Zweibrücken und der Markgrafen Georg Friedrich von Brandenburg-Ansbach und Karl von Baden kam. 1678 übernahm dann offiziell die Regierung, nahm aber bereits vorher Einfluß auf die Regierungsführung. Dem Versuch sein Land in das Schutzbündnis der protestantischen Fürsten zu bringen, widerestand er, allerdings unterzeichnete er die Konkordienformel, eine Bekenntnisschrift der lutherischen Kirche, die 1577 auf Veranlassung des Kurfürsten August von Sachsen entstanden war, und das Konkordienbuch von 1580, das sich ebenfalls zur Lehre des Martin Luthers bekannte. Ludwig war ein Mann von großer Religiosität, der sein lutherische Bekenntnis sein Leben lang gegen den Calvinismus und den Katholizismus vertrat.

Ludwig, der zweimal verheiratet war, starb kinderlos.

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Tübingen, Stiftskirche

Hinweis: Sein Herz wurde in der Gnadenkapelle in Altötting beigesetzt.

Adel / Regenten XXII

Omnibus salutem!