Rudolf II. von Habsburg

                                           

Kaiser des Heiligen Römischen Reiches (1576-1612); Sohn und Nachfolger Maximilians II.; seine ersten Jahre verbrachte er am Hof Kaiser Ferdinands I. und Maximilians II., später kam er an den Hof seines Onkels Philipp II. von Spanien, wo er streng katholisch erzogen wurde. 1771 kehrte er nach Österreich zurück, 1572 wurde er König von Ungarn, 1575 von Böhmen und römischer König, am 12.10. 1576 Kaiser. Er begünstigte die Gegenreformation, sicherte jedoch den böhmischen Ständen im “Majestätsbrief” von 11.7.1609 Religionsfreiheit zu, ließ den Jesuiten freien Spielraum. Mit zunehmendem Alter zog er sich mehr und mehr von seinen politischen Aufgaben zurück und wandte sich seinen Vorliebe für die Alchemie und Astronomie zu. So zog er u.a. die Astronomen Tycho Brahe und Johannes Kepler an seinem Prager Hof. Kepler, zunächsr Assistent Brahes, wurde sein Hofmathematiker und Leiter der kaiserlichen Sternwarte und diente dem Kaiser als Astrologe. Allerdings hatte seine politische Inaktivität erhebliche Auswirkungen auf die Situation im Reich; schließlich befand sich das Land noch im im seit 1593 andauernden Krieg mit den Türken und ungarische Aufstand von 1606 harrte einer Lösung. Schließlich mußte der geistig nicht gesunde Rudolf seinem Bruder Matthias am 29.6.1608 Österreich, Ungarn und Mähren, am 11.4.1611 auch Böhmen, Schlesien und die Lausitz abtreten. Rudolf blieb nominell zwar weiterhin Kaiser, war aber faktisch entmachtet. (Franz Grillparzer hat sich diesem Thema in seinem Trauerspiel Ein Bruderzwist im Hause Habsburg angenommen).

 

Rudolf erhält zu Basel die Mitteilung seiner Wahl zum deutschen Könige (pinxit Julius Schnorr von Carolsfeld)

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Prag, St.Veitsdom, Krypta

Hinweis: Der Sarkophag Rudolfs II. befindet sich unmittelbar hinter demjenigen Kaiser Karls IV..

Bild: Anneliese Nerger (1989)

Anna Boleyn

         

Königin von England (Queen consort); zweite Gattin Heinrichs VIII. und Mutter der späteren Königin Elisabeth I. von England. Als Heinrich sich von Katharina von Aragonien gegen ihren Willen und den des Papstes trennte, da der Verbindung kein männlicher Nachkomme beschieden war, und er seine Geliebte Anna heiratete, kam es zum Bruch mit der römisch-katholischen Kirche und der Bildung der anglikanischen Kirche in England. Als auch der neuerlichen Ehe, trotz aller Wünsche und Hoffnungen1, kein Thronfolger beschert war, fiel Anna in Ungnade. 1536 wurde ein Prozeß wegen Hochverrats gegen sie lanciert, in dem sie zum Todes verurteilt wurde. Obwohl die Ehe noch kurz vor Beginn des Prozesses für ungültig erklärt wurde, wurde das Urteil im Londoner Tower durch Tod durch den Henker vollstreckt. Heinrich heiratete bereits 11 Tage nach der Vollstreckung des Urteils seine dritte Frau, Jane Seymour.

1 Schon vor der Niederkunft Anna Boleyns war eine Mitteilung vorbereitet worden, in der die Geburt eines prince vermeldet wurde. Als sich herausstellte, daß eine Mädchen zur Welt gekommen war, wurde das Wort prince durch Hinzufügen eines “s” zu princes[s] entsprechend korrigiert.. Der Vorgang zeigt, wie sehr Heinrich und Anna sich den ersehnten Sohn als Thronfolger herbeiwünschten.

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London, Chapel Royal of St Peter ad Vincula

Bild: Alexander Krischnig

Wenzel I., der Heilige

 

Herzog von Böhmen; Sproß der Premysliden-Dynastie, Enkel der bereits zum Christentum übergetretenen, heiligen Ludmilla, die ihn auch erzog. Nach dem frühen Todes seines Vaters Vratislav I. (*828, †921) führte seine heidnische Mutter Drahomira für ihn zunächst die Geschäfte im Fürstentum. Als Ludmilla im September 921 ermordet worden war, vertrieb ihre Tochter die bayerischen Missionare aus dem Herrschaftsgebiet Mittelböhmen. Wenzel förderte jedoch nach Übernahme der Regentschaft die Christianisierung, während gleichzeitig die Auseinandersetzungen mit seinen heidnischen Verwandtschaft anhielten. 822 ließ Wenzel die Gebeine der Großmutter 822 nach Prag umbetten. 929 unterwarf er sich König Heinrich I., womit der Beginn des Anschlusses an das Heilige Römische Reich begann, der endgültig nach 1004 erfolgte. Im Rahmen der Auseinandersetzung wurde er auf Veranlassung seines jüngeren Bruders Boleslaw I. ermordet. Am 4.3.838 wurden seine Gebeine in den St. Veitsdom überführt, den er auf der Prager Burg gegründet hatte. Seine Verehrung als ein Heiliger setzte vermutlich erst nach dem Tod seines Bruder ein; als Schutzpatron und Symbol für die staatliche Einheit Böhmens gilt Wenzel seit dem 11. Jahrhundert. Die anläßlich der Krönung Karls IV. gefertigte Krone wird als Wenzelskrone bezeichnet. Heiliger Tag: 28.9.

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Bild: Jochen Schultheis (02/2006)

Ernst August III. von Hannover

Herzog von Braunschweig und Prinz von Hannover (1913-18); Enkel König Georgs V. von Hannover, heiratete am 24.5.1913 Viktoria Luise, die einzige Tochter Wilhelms II. Nach dem Verzicht des 3. Herzog von Cumberland am 27. Oktober 1913 übernahm sein Sohn, nachdem zuvor ein förmlicher Beschluß des Bundesrats ergangen war, am 1.11.1913 die Geschäfte des Herzog von Braunschweig-Lüneburg. Der Herzog, der im Ersten Weltkrieg im Range eines Generalmajors stand, mußte, wie alle anderen deutschen Fürsten auch, nach der Ablösung des deutschen Kaiserreichs durch die Weimarer Republik auf sein Herzogtum Braunschweig verzichten.

Viktoria Luise

Prinzessin von Preußen, Herzogin von Braunschweig; einzige Tochter des deutschen Kaisers, Wilhelms II. und Ehefrau Ernst Augusts III.. Durch diese Verbindung wurde ein seit 1866 schwelender Konflikt zwischen dem Hause Hohenzollern und den hannoverschen Welfen, die an der Seite Österreichs im Krieg gegen Preußen zu einer dessen Provinzen geworden war, beigelegt.

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Georg I.

       um 1716  

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König von Großbritannien und Irland (1714-27), als Georg Ludwig Kurfürst von Hannover (1698-1727); Vater von Georg II.; gewann das Fürstentum Lüneburg (1705) sowie die Herzogtümer Bremen (1720) und Verden (1712/19) für Hannover. Auf den britischen Thron gelangte er 1714 durch seine Mutter, Sophie von der Pfalz, die die Enkelin Jakobs I. von England war; er hielt sich ungern in England auf, war oft monatelang in seinem Kurfürstentum Hannover, dem sein Hauptinteresse galt Sein geringe Interesse an England bekundete er auch durch seine nur rudimentären Kenntnisse der englischen Sprache, wohingegen er Latein, Französisch und Italienisch sprach. Er war daher in England wenig beliebt. Die Regierungsgeschäfte überließ er weitgehend dem Leiter seines Kabinetts, ab 1721 war das Sir Richard Walpole (*1676, †1745), der allerdings das Kabinett nicht mehr ausschließlich vom Monarchen abhängig machte, sondern in erster Linie vom Parlament. Im Jahr 1715 versuchten die Jakobiten Georg unter Beteiligung führender Torries zu stürzen, um den “Old Pretender” (Alten Prätendenten) James Edward Stuart, den Sohn Jakobs II. Sophia Dorotheaauf den Thron zu bringen; das Vorhaben mißlang jedoch. 1717 brachte Georg zur Wahrung des Kräftegleichgewichts in Europa die Tripelallianz zwischen England, Frankreich und den Melusine von SchulenburgNiederlanden gegen Spanien zusammen.

Verheiratet war Georg seit 1682 mit seiner Cousine Sophia Dorothea von Celle, Die Ehe wurde am 2812.1694 aufgelöst und Sophia Dorothea auf das Schloß Ahlden abgeschoben, während Georg nicht wieder heiratete, sondern sich u.a. mit seiner Mätresse Melusine von der Schulenburg (*1667, †1743) vergnügte, die er 1716 zur irischen Herzogin von Munster und 1719 zur Herzogin von Kendal machte.

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Sophie von der Pfalz

               

Herzogin von Braunschweig-Lüneburg, Kurfürstin von Hannover; Tochter des Kurfürsten Friedrichs V., des böhmischen Winterkönigs, und der Elisabeth Stuart, Tochter König Jakobs I. (VI.) von England und Schottland. Seit 30.8.1658 verheiratet mit Ernst August. Aus dieser Ehe ging u.a. Georg Ludwig hervor, der spätere König Georg I. von Großbritannien und Irland. Sophie wurde dadurch zur Stammutter der hannoverschen Linie des englischen Königshauses: die folgende Personalunion zwischen England und Hannover währte 123 Jahre – bis zur Thronbesteigung Königin Victorias im Jahre 1837.

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Ernst August

Kurfürst von Hannover (1692-98); wurde 1679 Herzog von Braunschweig-Calenberg-Göttingen, setzte 1682 die Primogenitur (Nachfolgeordnung nach dem Erstgeburtsrecht) im Welfenhaus durch und erwarb 1692 die neunte Kurwürde für Hannover. Heiratete am 30.8.1658 in Heidelberg Sophie von der Pfalz, die Enkelin König Jakobs I. von England, die seinem Haus die Anwartschaft auf den englischen Thron (1701) einbrachte.

Ernst August I.

König von Hannover (1837-51), Herzog von Cumberland (1799-1851); Sohn König Georgs III. von Großbritannien und Hannover; als 1837 die Personalunion zwischen Hannover und Großbritannien endete, trat er die Regierung in Hannover an; hob gegen den Protest der Göttinger Sieben das Staatsgrundgesetz von 1833 auf, mußte aber 1848 eine liberale Regierung berufen.

Friederike von Mecklenburg-Strelitz

fec. Johann Gottfried Schadow (GNUL-FDL) ,                        pinxit Johann Tischbein

Königin von Hannover; jüngste Tochter Karls II. von Mecklenburg-Strelitz und Schwester von Luise, der späteren Königin von Preußen. Sie heiratete nach dem Tod ihres ersten und dem ihres zweiten Mannes im Jahre 1815 Ernst August, den Herzog von Cumberland und künftigen König von Hannover.

Friederike und ihre Schwester Luise 1787 od. 1791 beim Spielen auf dem Gelände des Schlosses Broich (Mülheim an der Ruhr). Aus: “Die Königin Luise in 50 Bildern für Jung und Alt” [Berlin, 1896]

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Bild: Jochen Schultheis (02/2006)

Hannover-Herrenhausen, Berggarten

Hinweis: die linke Grabplatte ist die Ernst Augusts, die rechte die von Viktoria

Auflistung der im Mausoleum beigesetzten Personen

Bild: Jochen Schultheis (02/2006)

Prag, St.Veitsdom

Hannover-Herrenhausen, Berggarten, Welfenmausoleum

Isabella Romola de’ Medici

           

 

Italienische Adelige; drittes von elf Kindern und zweitälteste Tochter des Großherzogs der Toskana, Cosimo I. de' Medici, und dessen erster Gemahlin Eleonora Álvarez de Toledo y Osorio; lebte mit ihren Geschwistern zunächst im unmittelbar an der Piazza della Signoria gelegenen Palazzo Vecchio, .wohin ihr Vater 1540 seinen Amtssitz vom Palazzo Medici verlegt hatte, um seine Macht zu demonstrieren, später dann im Palazzo Pitti. Sie verbracht als Kind viel Zeit m angestammten Landhaus der Familie, der Villa di Castello in der Nähe von Florenz. Isabella, deren Intelligenz und Lebendigkeit gerühmt wurde, erfuhr eine umfassende Bildung; sie sprach fünf Sprachen, darunter Griechisch und Latein, war eine gute Reiterin, kannte sich in der Musik - sie beherrschte mehrere Musikinstrumente und schrieb Madrigale - und der Dichtkunst aus Im Alter von 11 Jahren wurde sie mit dem 12-jährigen Paolo Giordano Orsini verlobt, mit 13 verheiratet und wurde damit zur Herzogin von Bracciano. Allerdings bestimmte eine Schutzklausel, die ihr Vater veranlaßt hatte, daß die Ehe erst nach ihrem 16. Geburtstag vollzogen werden dürfe. Aber auch dann noch wünschte Cosimo sie in seiner Nähe, so daß sie nicht wie ursprünglich vorgesehen und wie damals üblich zu ihrem Mann auf dessen gerade neugestaltetes Anwesen in der Nähe von Bracciano, einer Stadt in der Provinz Roma, zog; vielmehr mußte ihr Gemahl, pinxit Giuseppe Arcimboldiwollte er sie sehen, zu ihr nach Florenz kommen. Als sie 20 Jahre alt war, starb ihre Mutter Eleonora di Toledo an Malaria. Da ihre Schwestern Maria und Lukretia bereits gestorben waren, war sie die einzige Frau in der Familie und trat somit als die “Erste Dame” im Großherzogtum Toskana auf. Das änderte sich auch nicht, als ihr älterer Bruder im Jahre 1565 die neue Gattin ihres Bruders Francesco, der nach dem Tode seines Vater Florenz regieren wird, Johanna von Österreich (*1547, †1578), Tochter Kaiser Ferdinands I., heiratete. Vielmehr pflegten die beiden Frauen einen vertraulichen Umgang miteinander, wenngleich Isabella ihre Schwägerin bei weitem mit ihrer Schönheit und Gewandtheit überstrahlte. Und als ihr Vater. im. Februar 1570 in Rom durch Papst Pius V. zum Großherzog gekrönt wurde, begleitete ihn Isabella. Nach mehreren Fehlgeburten kam im März 1571 ihre Tochter Francesca Eleonora, gen. Nora, zur Welt, im September 1572 ihr einziger Sohn Virginio. Die Umstände ihres Todes sind bis heute ungeklärt: Bereits kurz nach ihrem Ableben entstand das Gerücht, ihr Mann habe sie erdrosseln lassen. Nach offizieller Darstellung sei sie eines natürlichen Todes gestorben. Tatsächlich soll sie - gesundheitlich bereits angeschlagen - an Wassersucht gelitten haben.

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Florenz, Basilica San Lorenzo, Sagrestia Vecchia

Ernst I. der Bekenner

pinxit Lucas Cranach d.Ä.

 

Herzog zu Braunschweig-Lüneburg; Fürst von Lüneburg; zweitgeborener Sohn Herzog Heinrichs des Mittleren; als Heinrich, der sich 1519 bei der Kaiserwahl gegen Karl V. auf die Seite des französischen Königs Franz’ I. gestellt hatte und ihm Reichsacht auferlegt wurde, ging er außer Landes, so daß Ernst gemeinsam mit seinem älteren Bruder Otto 1520 die Regierung im Fürstentum Lüneburg übernahm (endgültig auf seine Thron verzichten mußte Heinrich 1527). Nachdem er ab 1539 alleine regierte, bemühte er sich vordringlich um die Sanierung des überschuldeten Fürstentums, wobei es wegen der von ihm erlassenen Steuererhöhung zu Auseinandersetzungen mit den Ständen kam, die Ernst allerdings beherrschen konnte. 1525 bekannte er sich zur Lehre Martin Luthers, und zwei Jahre später trat er dem Torgauer Bund bei, dem zum Schutze gegen die katholischen Fürsten des Reiches. gegründeten Bündnis, und führte die Reformation .in seinem Land ein. 1529 gehörte Ernst auf dem Reichstag zu Speyer zu den sechs Fürsten und vierzehn Vertretern Freier Reichsstädte, die die Protestation zu Speyer gegen die Aufhebung des Reichstagsbeschlusses von 1526, der den Reichsständen in der Lutherfrage die Freiheit der Entscheidung zugestanden hatte, unterzeichneten. Den Beinamen “der Bekenner”.erhielt Ernst I. aufgrund seiner konsequent reformatorischen Haltung und der Mitunterzeichnung des Augsburger Bekenntnisses erst im 18.. Jahrhundert.

Ernst I. war seit 1528 mit Sophie von Mecklenburg - Schwerin (*1508, †1541) verheiratet und hinterließ vier minderjährige, erbberechtigte Söhne

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Bild: Detlev Buhre (03/2015)

Celle, Stadtkirche St. Marien

Jekaterina Michailowna Dolgorukowa [russ. Екатерина Михайловна Долгорукова] [franz. Catherine Dolgorouky ]

         

 

Russische Fürstin; Tochter des Fürsten Michail Dolgoruki und der Vera Wisnewskaja; ihren späteren Geliebten traf sie im Alter von 12 Jahren, als der 29 Jahre jüngere, spätere Zar Alexander Nikolajewitsch das Anwesen ihres Vaters besuchte. Als ihr Vater starb und ein nur geringes Erbe hinterließ, nahm Alexander sich ihrer und ihrer Geschwister an. Sie und ihre Schwester ließ er im Smolny-Institut in Sankt Petersburg, einer höheren Bildungsanstalt für adelige Mädchen, erziehen. Später holte er sie als Kammerfrau für seine Frau, die an Tuberkulose erkrankt war, an den Hof in Sankt Petersburg. Erst im Juli 1866 wurde sie seine Geliebte. Nach dem gescheiterten Attentat im Jahre 1867 in Paris, wo sich Alexander, wo er sich anläßlich der Weltausstellung aufhielt, ließ er seine Geliebte dorthin kommen, und nach seiner Rückkehr nach Sankt Petersburg lebte sie in seiner Nähe. Obwohl die Beziehung der beiden am Hof bereits bekannt war, war ein offizielles Zusammenleben unmöglich; um ihr dennoch einen Zugang zum Hofe zu ermöglichen, ernannte er sie zur Ehrendame der Zarin, die das Liebesverhältnis ihres Gemahls nicht als Bedrohung, sondern als eine seiner Amouren ansah.

Mit ihren gemeinsamen Kinder Georg (*1872) und Olga (*1873)

Das Paar hatte bereits zwei Kinder, als Alexander II. in morganatischer Ehe am 18.7.1880, wenige Monate nach dem Tode der Zarin Maria Alexandrowna, in einer einfachen Zeromonie seine Geliebte heiratete. Aus der ehe gingen zwei weitere Kinder hervor: 1876 Boris und 1878 ihre Tochter Jekaterina.

Nachdem Alexander am 13.3.1881 einem Bombenanschlag zum Opfer gefallen war, verließ Jekaterina unmittelbar nach der Beisetzung Rußland und ging nach Frankreich. 1888 ließ sie sich schließlich in Nizza nieder; dort hatte sich ihr Mann mit ihr nach seiner Abdankung niederlassen wollen.

 

 

 

 

1872/73 mit ihrem Hund

 

 

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Bilder: Bernd Wolters (05/2015)

Nizza-Caucade, Cimetière russe

Karl II. Franz

 

Erzherzog von Österreich; Landesfürst in Innerösterreich; jüngster von drei überlebenden Söhnen Kaiser Ferdinands I.; Bruder von Maximilian II.; Vater von Ferdinand II.; ließ sich im Alter von 24 Jahren, kurz vor dem Tode seines Vaters in den ihm zugefallenen Ländern, die Herzogtümer Steiermark, Kärnten, Krain und das an der Adria gelegenen Küstenland, huldigen, trat die Regentschaft an und erhob Graz zu seiner Residenz. In der besonderen geographischen Lage seines als an von den Türken dominierten Gebieten angrenzenden Herrschaftsbereichs, übertrug ihm sein Bruder Maximilian die Organisation und Leitung zur Türkenabwehr. Zur Abwehr gründete er Befestigungen u.a. in Kroatien 1579 die Festung Karlstadt (Karlovac). Außerdem kämpfte er mit den Auswirkungen der Reformation, da sich der Protestantismus auch nach Österreich hinein auszubreiten begann und die innerösterreichischen Stände bereits mehrheitlich protestantisch dominiert waren. 1572 mußte er allerdings in den Grazer Religionspazifikationen und 1578 im Brucker Libell weitgehende Zugeständnisse machen, die in der Praxis auf eine Duldung des Protestantismus hinausliefen. Aber bereits 1579 versuchte er die Beschlüsse rückgängig zu machen und das Primat der katholischen Kirche aufrecht zu erhalten, indem er als gläubiger Katholik die Rekatholisierung vorantrieb und u.a. die Jesuiten ins Land holte. 1585 gründete er in Graz eine Hochschule (heute Karl-Franzens-Universität Graz), die er an die Jesuiten übergab.

Karl heiratete in einer prunkvollen Zeremonie am 26.8.1571 seine Nichte, die Wittelsbacherin Prinzessin Maria Anna, Tochter von Albrecht V., Herzog von Bayern; aus der Ehe gingen 15 Kinder hervor: Seine älteste Tochter Anna (*1573, †1598) wurde mit Sigismund III. Wasa verheiratet. Nach ihrem frühen Tod heiratete sich Sigismund Annas jüngerer Schwester Konstanze (*1588, †1631), der älteste Sohn Ferdinand II. trat die die Nachfolge als Landesfürst Innerösterreichs an.

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Bild: Dnalor 01 (08/2014), wikipedia.de
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Seckau (Steiermark), Basilika

Bild: Dnalor 01 (08/2014), wikipedia.de

Karl II. [engl. Charles II.]

                            pinxit John Riley

König von England, Schottland und Irland, gen. The Merry Monarch; ältester Sohn Karls I. und Bruder Jakobs II.; zu Beginn des Jahres 1646 verließ er auf der Flucht vor dem Bürgerkrieg England, und ging zunächst nach Den Haag, dann nach Frankreich ins Exil. Nach der Hinrichtung seines Vaters im Jahr 1649 nahm er als dessen Erbe den Königstitel an und wurde von den schottischen Royalisten und von Teilen Irlands und Englands auch als König anerkannt. 1650 landete er in Schottland, ließ sich dort am 1.1 1651 zum schottischen König krönen und fiel im August in England ein; bei Worcester wurde er von Oliver Cromwell geschlagen. Karl floh erneut nach Frankreich. Nach dem Tod Cromwells 1658 wurden unter dessen Sohn und Nachfolger Richard Cromwell die Forderungen nach einer Wiedereinführung der Monarchie immer lauter. Im April 1660 kündigte Karl in der Deklaration von Breda, seinem holländischen Exilort, eine Amnestie für seine antiroyalistischen Gegner, religiöse Toleranz sowie seine Zustimmung zu einer konstitutionellen Monarchie an. Am 8.5.1660 proklamierte das neue Parlament - das Lange Parlament hatte sich im März selbst aufgelöst - Karl zum König und forderte ihn zur Rückkehr auf; am 26.5.1660 landete Karl in Dover, und am 23.4.1661 des Folgejahres wurde er offiziell gekrönt. Das neue Parlament Karls, der zum Katholizismus neigte, war von Royalisten dominiert und ließ dem König weitgehend freie Hand. Sein Berater aus den Zeiten des Exils Edward Hyde, den er nach seiner Krönung zum Earl of Clarendon gemacht hatte, stellte den Supremat der anglikanischen Kirche wieder her und ließ, im Widerspruch zur Deklaration von Breda, die schottischen Nonkonformisten und die Presbyterianer verfolgen. Der unpopuläre, am 31.7.1667 zwischen dem Königreich England und der Republik der Sieben Vereinigten Niederlande geschlossene, für England wenig zufriedenstellende Friede von Breda, der den seit 1664 geführten Zweiten Englisch-Niederländischen Seekrieg beendete, führte 1667 zum Sturz Clarendons. 1672 schloß Karl, bedingt durch seine Finanznot, mit Frankreich, seinem Gegner aus dem 2.  Seekrieg einen geheimen Subsidienvertrag; in der Folge wurde England in Katharina von BraganzaBarbara Villiers, Lady Castlemaineden Dritten Englisch-Niederländischen Seekrieg (1672-74) gezwungen, an dessen Ende England lediglich die Bestätigung des Friedens von Breda erhielt. Mit der Test Act (Testakte) wurde durch das Parlament 1673 per Gesetz Karls II. Rekatholisierungsbetrebungen verhindert; in ihm wurde verfügt, daß alle öffentlichen Ämter nur mit Angehörigen der anglikanischen Kirche besetzt werden durften (Karl selbst trat kurz vor seinem Tode zum katholischen Glauben über). Mit der Genehmigung der verschärften Vorschriften derHabeas-Corpus-Akte im Jahre 1679 durch Karl II. erhält die Bevölkerung weitgehende Grundrecht zugebilligte, z.B. die Verhinderung willkürlicher Verhaftungen.

Karl II. war seit 1662 mit der portugiesischen Prinzessin Katharina von Braganza (*1638, †1705) Nell Gwynverheiratet, die  Bombay und Tanger für England mit in die Ehe brachte. Da sie katholischen Glaubens war, wurde sie nicht zur Königin gekrönt. Die Ehe blieb kinderlos, ganz im Gegensatz zu seiner Beziehung zu seiner Geliebten und offiziellen Mätresse Barbara Villiers, Lady Castlemaine (*1640, †1709), die später Lady of the Bedchamber (Kammerfrau) der Königin wurde. Aber es gab weitere Mätressen, darunter die beim englischen Volk beliebteste seiner Mätressen, die Schauspielerin Nell Gwyn (*1650 od. 1651, †1687).

 

 

Karl II. wird die erste in England herangewachsene Ananas gereicht

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Hinweis: Die Grabstätte ist durch kein Denkmal besonders gekennzeichnet; es stand allerdings 100 Jahre lang eine fast 1,90 Meter hohe Wachsfigur seiner Person an der Stelle, an der sich sein Sarg befindet, die sich jetzt allerdings im Museum der Westminster Abbey befindet.

London, Westminster Abbey, Henry VII. Kapelle

Hannover-Herrenhausen, Berggarten, Welfenmausoleum

Adel / Regenten XXX

Omnibus salutem!