Bild: Alexander Krischnig (08/2007)

Ljubika “Zorka” von Montenegro

Königin von Serbien; war die älteste Tochter von Fürst Nikola I., der sich ab 1910 König von Montenegro nannte und darauf bedacht war, seine Töchter dynastisch zu verheiraten, um das montenegrinische Fürstenhaus aufzuwerten: Zorka war seit August 1883 mit König Peter I. verheiratet, ihre jüngere Schwester Elena (*1873, †1952) war als Frau Viktor Emmanuels III. (*1869, †1947) Königin von Italien. Zusammen mit ihren Geschwistern wuchs sie in ihrer Geburtsstadt auf; erzogen wurde sie im russischen Internat Smolny-Kloster. Zorka starb im Alter von erst 25 Jahren im Kindbett während der Geburt ihres fünften Kindes.

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Bild: Alexander Krischnig (08/2007)

Milan I. Obrenovic

König von Serbien (1882-89); als Milan IV. serbischer Fürst (1868/1872-1882); der Sohn des rumänischer Söldner Miloš Obrenovic, der 1861 in Bukarest bei einer Schlacht gegen die Türken fiel, besuchte das Pariser Lycée Louis-le-Grand. Nachdem sein Onkel Mihailo 1868 einem Mordanschlag zum Opfer gefallen war, wurde der noch minderjährige Milan zum Nachfolger auf den serbischen Fürstenthron bestimmt. In seiner Ära entstanden die ersten politischen Parteien in Serbien. Er stärkte das Militärwesen in Serbien und forcierte den Umbau des Heeres von einer Miliz in ein stehendes Heer. Obwohl er sich außenpolitisch zunächst an Rußland anlehnte, schloß er 1881 ohne das Wissen seiner Regierung ein geheimes Abkommen mit Österreich-Ungarn, in dem sich Serbien unter anderem verpflichtete, keine außenpolitischen Schritte ohne die Zustimmung Österreich-Ungarns zu unternehmen. Kritiker in der serbischen Regierung empfanden dies als eine ungebührliche Einschränkung der Souveränität, durch die sich Serbien zu einem Vasallenstaat Österreich-Ungarns gemacht habe. Serbien geriet in heftige Rivalität mit Bulgarien, dessen deutscher Fürst Alexander von Battenberg mit der Unterstützung Rußlands Serbien den Rang streitig machte. Milan erklärte Bulgarien 1885 den Krieg, verlor jedoch am 7.11.1885 beim Fluß Slivnica eine entscheidende Schlacht und entging nur knapp einem militärischen Desaster, das nur mit der Hilfe Österreichs abgewendet wurde. Während Milans Herrschaft wurde das serbische Fürstentum nach der erfolgreichen Teilnahme am Russisch-Türkischen Krieg 1878 endgültig unabhängig vom Osmanischen Reich. Infolge der rumänischen Königsproklamation im Jahr davor wurde am 6.3.1882 das Königreich Serbien proklamiert, zu der Kaiser Franz Joseph I. persönlich gratulierte. Im Jahr 1887 versuchten Anhänger der Radikalen Partei ein Attentat auf Milan. Beim Volk eher unpopulär, fiel er der europäischen Öffentlichkeit auf, indem er seine Ehe mit der russischen Adeligen Natalija Keško mit einigen Affären kompromittierte. Schließlich ließ er sich 1888 scheiden. 1889 dankte er zu Gunsten seines Sohnes Alexander ab und verließ Serbien. Nach Alexanders Volljährigkeit 1893 gewann der aus dem Ausland zurückgekehrte Milan durch seinen Rückhalt im Offizierskorps und den wachsenden Einfluß auf seinen Sohn erneut an Macht. Am 7.7.1899 unternahm ein Mitglied der Radikalen Partei erneut ein Attentat auf ihn. Die Hochphase Milans war jedoch nur von kurzer Dauer, denn als er sich gegen die Ehe seines Sohnes mit der übel beleumundeten Draga Mašin wandte, verlor er 1900 jeglichen Einfluß auf ihn und mußte Serbien erneut verlassen. Milan zog nach Wien, wo er kurz darauf an einer schweren Lungenentzündung erkrankte. Kaiser Franz Joseph I. überließ ihm ein Haus in Wien, in dem er auch starb.

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Alexander I. Obrenovic

 

König von Serbien (1889-1903); der Sohn des Königs Milan I. von Serbien und der Königin Natalija wurde nach der Abdankung seines Vaters 1889 König von Serbien, stand jedoch bis 1893 unter Vormundschaft eines Regentschaftsrates, den er schließlich durch einen Putsch absetzte. Wegen seiner österreichfreundlichen Haltung, erst recht aber wegen seiner Ehe mit der verwitweten und skandalumwitterten Draga Mašin (deren Kinderlosigkeit schließlich dazu führte, Dragas im Offizierkorps sehr unbeliebten Bruder Lunjevic zum Thronfolger zu ernennen) wurde Alexander in den politischen und militärischen Eliten zunehmend unbeliebt. Schließlich fielen Alexander und Draga Obrenovic einer Offiziersverschwörung um Dragutin Dimitrijevic, gen. Apis, im Juni 1903 zum Opfer. Der grausame Mord am Königspaar führte zeitweilig zum Abbruch der diplomatischen Beziehungen einiger Großmächte mit Serbien. Mit dem erbenlosen Alexander endete die Dynastie der Obrenovic.

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Belgrad, Markuskirche

Irig, Kloster Krusedol

Bilder: Alexander Krischnig (08/2007)

Graz, Kaisermausoleum

Maria Theresia von Sardinien

 

Gräfin von Artois; Tochter König Viktor Amadeus’ II. von Sardinien aus dem Hause Savoyen und dessen Gemahlin Maria Antonia von Spanien; seit 16.11.1773 war sie mit Charles-Philippe, Graf von Artois, dem späteren französischen Königs Karl X., dem Enkel des französischen Königs Ludwig XV. und Bruder von Ludwig XVI. verheiratet. Zuvor hatte ihre Schwester Maria Josepha Charles-Philipps älteren Bruder Louis von der Provence, den späteren König Ludwig XVIII., geheiratet. Die Vermählung stieß bei beiden, Karl und Maria Theresia, auf kein großes Interesse: Charles wollte eigentlich die Prinzessin von Condé und hatte auch eine innige Beziehung zu seiner Schwägerin Marie Antoinette von Österreich. Maria Theresia war eine der unbeliebtesten Personen am französischen Königshof. In den Wirren der Französischen Revolution mußte sie 1789 mit ihrem Gemahl aus Frankreich fliehen und lebte bis zu ihrem Tod 16 Jahre im Exil in Graz. Da sie verstarb, bevor ihr Ehemann König wurde. Das Paar hatte vier Kinder, die letzten direkten Nachkommen der französischen Bourbonen: Louis-Antoine de Bourbon, Duc d'Angoulême (*1775, †1844) - verheiratet mit Marie-Therese-Charlotte von Frankreich, Tochter von Ludwig XVI.; Sophie (*1776, †1783); Charles-Ferdinand, duc de Berry (*1778, †1820) - verheiratet mit Maria-Carolina von Bourbon-Sizilien; Marie-Thérèse (*1783, †1783).

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Hinweis: Maria Theresia wurde unter dem Titel “Gräfin von Artois” beigesetzt.

Diana gen. Lady Di

Bild: Nick Parfjonov (1995) Wikipedia.org 

 

Prinzessin von Wales; wurde als Diana Frances Spencer, als dritte Tochter von Edward John Spencer, Viscount Althorp (*1924, †1992), und dessen Frau Frances Ruth Burke-Roche (*1936, †2004) geboren. Sie arbeitete bis zu ihrer Heirat im Jahre 1981 mit Charles, Prinz von Wales und Thronfolger, den sie 1977 bei einer Jagdgesellschaft auf dem Familiensitz der Spencers kennengelernt hatte, als Kindergärtnerin. Bereits kurz nach der Hochzeit entspann sich ein beispielloser öffentlicher Medienzirkus, im dem schließlich gegenseitige Vorwürfen ausgetragen wurden. Insbesondere Diana wurde auf Schritt und Tritt von Paparazzi verfolgt; die Prinzessin, die als geltungssüchtige galt und durchaus die Medien für ihre Zwecke zu instrumentalisieren wußte, litt unter Eßstörungen, krankhafter Eifersucht und schweren Neurosen. Es kam schließlich 1992 zur Trennung und 1996 zur Scheidung. Diana durfte zwar weiterhin den Titel Princess of Wales führen, die Verwendung des Titels Königliche Hoheit war ihr künftig jedoch verwehrt. Nach mehreren Affären, die alle durch die Medien gingen, war sie mit Dodi Fayed, dem Sohn des aus Ägypten stammenden Geschäftsmannes Mohamed Al-Fayed, u.a. Inhaber des renommierte Londoner Kauhauses Harrods, liiert. Am 31.8.1997 verunglückte Diana kurz nach Mitternacht bei einem Autounfall in der Unterführung der Pont de l'Alma in Paris, bei dem auch ihr Partner Dodi Fayed und der Chauffeur des Mercedes S 280, der Sicherheitschef des Hotels Ritz, Henri Paul, starben. Der Wagen prallte auf der Flucht vor Paparazzi mit hoher Geschwindigkeit gegen einen der Tunnelpfeiler der Unterführung. Diana überlebte zunächst schwer verletzt, starb dann aber an den Folgen ihrer schweren inneren Verletzungen im Krankenhaus Pitié-Salpêtrière. Schon bald nach ihrem Tode tauchten Gerüchte auf, sie sei aufgrund eines Anschlags ums Leben gekommen. Offizielle Untersuchungen sowohl durch die französische Polizei als auch seites Scotland Yards haben hierfür allerdings keinerlei Erkenntnisse zutage gefördert. Diana, die sich bereits während ihrer Ehe für die Ächtung von Landminen eingesetzt hatte setzte diese Tätigkeit auch nach der Scheidung fort. Ebenso unterstützte sie zahlreiche Wohltätigkeitsprojekte, wie beispielsweise die britische AIDS-Hilfe. Der Ehe mit Prinz Charles entstammen die Söhne William (*1982) und Harry (*1984).

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Althorp b. Northampton

Bilder: Kevin (09/2005)

Hinweis: Ein Zugang zum Grab selber ist nicht möglich.

Bild: Viviana Gabrini (05/2007)

Gian Galeazzo Visconti

Herzog von Mailand (1395-1402); aus dem Hause Visconti stammend; Sohn Galeazzos II. Visconti, Signore von Mailand, und Blanca von Savoyens. Zunächst mit Isabella von Valois (†1372), der Tochter des französischen Königs Johann II. (*1319, †1364), verlobt und ab 1365 mit ihr verheiratet, ehelichtete er nach dem Tode seines Vaters 1380 Caterina (*1360, †1404), die Tochter seines Onkels Bernabò, mit dem er sich jedoch bald überwarf. 1385 ließ ihn zusammen mit dessen Söhnen verhaften, bemächtigte sich anschließend der Stadt und ließ sich vom Mailänder Rat der 900 zum Stadtherren erheben. Nachdem er seine Herrschaft gesichert hatte, eroberte er mit der Unterstützung der Republik Venedig 1387 Verona und 1388 Padua. 1395 erhob ihn der römisch-deutsche König Wenzel (*1361, †1419) zum Grafen von Pavia, sprach ihm und seinen legitimen männlichen Nachkommen auf Dauer das eigens geschaffene Herzogtum Mailand und 1397 das Herzogtum der Lombardei zu. Seine Eroberungspläne in Bezug auf Florenz wurden nur durch seinen unerwarteten Tod gestoppt. Visconti, einer der reichsten Menschen seiner Zeit, ließ u.a. den Grundstein zur Kathedrale von Mailand legen, baute die Certosa und die Brücke über den Ticino in Pavia, förderte die Universität Pavia, ließ dort eine Bibliothek einrichten und die Universität von Piacenza wiederherstellen.

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Pavia, Certosa (Kirche der Karthäuser)

Topola-Oplenac, St. Georgs-Kirche

George Edward Stanhope Molyneux Herbert  5th Earl of Carnarvon (seit 1890)

 

 

Englischer Aristokrat; Sohn des Staatsmanns und Kolonialministers Henry Herbert, 4th. Earl of Carnarvon; erzogen wurde er am Eton College und Trinity College, Cambridge; 1901 wurde Carnarvon, Freund und Eigentümer rassiger Pferde und Liebhaber schneller (!) Autos bei einem Autounfall in der Nähe von Bad Schwalbach auf der sog. Bäderstraße schwer verletzt, so daß er in der Folge immer wieder operiert werden mußte, andererseits auch nicht während des Ersten Weltkrieges zum Militärdienst herangezogen wurde. Aufgrund seines schlechten Gesundheitszustands verbrachte er die Wintermonate gerne in Ägypten, wo sein Interesse für die Archäologie geweckt wurde. Bereits im Jahre 1907 begann die Zusammenarbeit Lord Carnarvons mit Howard Carter, den ihm der Direktor der ägyptischen Altertümerverwaltung in Kairo, Gaston Maspero, als Experten empfohlen hatte und der in den kommenden Jahren für ihn als Finanzier Ausgrabungen in Theben und einigen Stätten im Nildelta durchführte. Bei Dra Abu el-Naga entdeckten sie Grabanlagen aus der Zeit des Mittleren Reiches bis in die Ptolemäische Zeit, die sie auch publizierten. In Theben leiteten sie weitere Ausgrabungen am Totentempel der Königin Hatschepsut in Deir el-Bahari und an einem Tempel von Ramses IV. Im Nildelta folgten Arbeiten bei Sakha und Tell el-Balamun. Carter entdeckte in dieser Zeit die Gräber von Amenophis I., ein unbenutztes Grab von Königin Hatschepsut und führte 1915 Arbeiten am Grab von Amenophis III. durch. Nachdem Lord Carnarvon 1915 eine entsprechende Grabungslizenz erworben hatte, begann Carter im Tal der Könige weiter zu graben, wo er das Grab des ägyptischen Pharaos Tutanchamun schließlich entdeckte, aber bis zur Ankunft Lord Carnarvons am 23.11.1922 mit der Öffnung wartete (der bereits freigelegte Zugang wurde wieder zugeschüttet). Einen Tag später trafen Lord Carnarvon und dessen Tochter Lady Evelyn an dem entdeckten Grab ein. Am 26. November wurde mit einer Eisenstange die Tür zur Grabkammmer durchstoßen, so daß ein erster blick in das Innere möglich war; die offizielle Öffnung der Grabkammer fand in Anwesenheit von ca. 20 geladenen Personen am 29. November statt. Aufgrund eines beim Rasieren infizierten Moskitostichs, den er sich am 19.3.1923 zugezogen hatte, bekam er eine Lungenentzündung und hohes Fieber. Obwohl ihn sein Arzt davon abriet, reiste er nach Kairo, wo er am 5. April im Continental-Savoy Hotel in Kairo starb. Es dauerte nicht lange bis die Presse seinen Tod zum anlaß nahm, diesen auf einen Fluch des toten, in seiner Totenruhe gestörten Pharaos zurückzuführen.

Nach Lord Carnarvons Tod ging die Grabungslizenz an dessen Frau, Lady Almina Carnarvon, über.

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Burghclere (Hampshire), Beacon Hill, Auf dem Familienbesitz

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Bild: PicturePrince (07/2014), Wikipedia.org
Adel / Regenten LIII

Omnibus salutem!