Bilder: Alexander Krischnig (02/2008)

Paul von Jugoslawien

 

Prinzregent; nachdem König Alexander I. 1934 in Marseille einem Attentat zum Opfer fiel und dessen Sohn Peter II. noch minderjährig war, trat Alexanders Cousin Paul als Regent ein und regierte Jugoslawien von 1934 bis zur Unterzeichnung des Dreimächtepakts mit den Achsenmächten des Zweiten Weltkrieges am 25.3.1941 in Wien. Ab 1941 bis zum Ende des Krieges standen Paul und seine Familie in Südafrika unter britischem Hausarrest. Paul durfte nach seinem Exil Jugoslawien nie wieder betreten; er lebte ab 1948 in Genf, später in Paris.

Eine Enkeltochter von Prinz Paul ist die US-amerikanische Schauspielerin Catherine Oxenberg (bekannt aus der US-amerikanischen Fernsehserie Dynasty (dt. Der Denver-Clan), in der sie zwischen 1984 bis 1986 die Rolle der Amanda Carrington verkörperte.

Paul war seit 1923 mit Olga von Griechenland verheiratet, einer Enkeltochter des griechischen Königs Georg I. und Schwester der Herzogin Marina von Kent.

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Lausanne, Cimetière Bois-de-Vaux

Bild: Alexander Krischnig (02/2008)

Margarete von Österreich

      

Erzherzogin von Österreich; Statthalterin der Niederlande; einzige Tochter Kaiser Maximilians I. und der Maria von Burgund; als sie drei Jahre alt war, wurde sie aus dem ihr vertrauten Umfeld inMechelen, wo sie sich in der Obhut ihrer Großmutter, Margarete von York, der Witwe Karls des Kühnen, befunden hatte, herausgerissen und auf das Schloß Amboise gebracht, wo sie auf die Heirat mit dem späteren französischen König Karl VIII. und auf ihre Rolle als Königin von Frankreich vorbereitet wurde. Allerdings wurde die Ehe aus politischen Gründen wieder aufgelöst, nachdem sie zuvor von Papst Innozenz VIII. annulliert worden war, da sie nicht vollzogen war; statt dessen heiratete Karl Anne de Bretagne, die ihrerseits per procurationem seit 19.12.1490 mit Margaretes Vater Maximilian verheiratet war (auch diese Ehe war annulliert worden). Öffentlich reagierte Margarete auf die Situation, die Karl ihr persönlich mitteilte, gelassen, aber sie war tief verletzt, was sie ihrem Tagebuch anvertraute1. Nach der Einigung darüber, was mit der Mitgift geschehen sollte, konnte sie 1493 nach Mechelen zurückkehren. Ihr Bruder Philipp I. teilte ihr die Entscheidung des Vaters mit: Sie würde nun nach Spanien verheiratet, mit dem Thronfolger Juan; nach der üblichen Stellvertreter-Heirat fand die Trauung am 3.4.1497 in der Kathedrale von Burgos statt. Bereits ein halbes Jahr später wurde sie zur Witwe: Am 20. September stürzte Juan während des festlichen Einzugs in Salamanca unvermittelt vom Pferd und starb zwei Wochen später. Die Zeit, in der sie auf die übliche Arrangement hinsichtlich der Mitgift warten mußte, bevor sie das Land wieder verlassen konnte, nutzte sie, indem sie eine gelehrige Schülerin ihrer Schwiegermutter war, die in Spanien ein effizient arbeitendes Verwaltungssystem mit Gelehrten und Juristen installiert hatte. Im März 1500 traf sie schließlich in Gent ein (wo gerade der spätere Kaiser Karl V. quasi in die Welt gefallen war - Juana war während eines Tanzfestes von den Wehen überrascht worden und konnte gerade noch in eine nahe Raum gebracht werden), das Licht der Welt erblickt.

Margarete-Denkmal vor der Romboutskathedrale in Mecheln (Bild: Paul Hermans, 02/2004, Wikipedia.nl) cc_somerightsreserved

Während er seinen Vergnügungen nachging, kümmerte sich Margarete - ganz so, wie sie es in Spanien gelernt hatte - um die wichtigen Dinge; aber er starb drei Jahre nach der in Romainmotier geschlossenen Hochzeit, wohl an Überhitzung nach einer Jagd. Abgesehen von einer Unterbrechung zwischen 1515 und 1518 war die Witwe ab 1507 bis zu ihrem Tode Statthalterin der Niederlande. Sie kümmerte sich neben ihren Pflichten um die Erziehung ihrer Nichten Eleonore, Isabella und Maria und besonders ihres Neffen Karl. Auch später, als er Kaiser war und ein Weltreich regierte, blieb sie seine treueste Verbündete. Sie war es auch, die mit erheblichem Bestechungsaufwand dazu beitrug, daß er gegen den Konkurrenten Franz I. zum deutschen Kaiser gewählt wurde. Außerdem war sie die treibenden Kraft für den 1529 abgeschlossenen Friedensvertrag zwischen Deutschland und Frankreich, der als Damenfrieden von Cambrai in die Geschichte einging. Margarete starb im Alter von 50 Jahren an einem Beinleiden, das die Ärzte nicht in den Griff bekamen.

Der spätere Kaiser Karl V. neben seiner Tante Margarete sitzend am Hof in Mecheln bei Brüssel mit Erasmus von Rotterdam

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1 Laßt blitzen die glänzenden Schwerter, steh auf du herrliches Volk. Hört ihr, Flamen, liegt ihr im Schlaf? Schuld tragt ihr an meiner Not - wie könnt ihr Frankreichs Freunde sein? Die Zeit wird kommen, und ich werde Rache üben, an dir, König Karl.

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Bourg-en-Bresse (Dép. Ain), Monastère Royal de Brou

Bild: Alexander Krischnig (02/2008)

Karl Felix Josef Maria

König von Piemont-Sardinien (1821-31); Herzog von Savoyen (1824-31); der blind geborene Karl Felix, fünfter Sohn König Viktor Amadeus’ II. von Piemont-Sardinien und dessen Gemahlin Maria Antonia von Spanien. war von 1799 bis 1806 und erneut von 1817 bis 1821 Statthalter von Sardinien. Als solcher ging er mit Erfolg gegen Räuberbanden vor, wurde aber auch mit einer Hungernot konfrontiert. Als sein älterer Bruder Viktor Emanuel I. 21.3.1821 infolge einer Erhebung der Carbonari als König von Piemont-Sardinien abdankte, ernannte jener seinen Neffen Karl Albert zum Regenten, da sich Karl Felix sich zum Zeitpunkt der Abdankung in Modena aufhielt. Nach seiner Heimkehr setzte Karl Felix die inzwischen durch Karl Albert eingeführte liberale Verfassung, die eine Konzession gegenüber den Aufständigen war, wieder außer Kraft. Eine Gruppe von Unterstützern der neuen Verfassung wurde am 8.4.1821 in Novara von einem mit Karl Felix kooperierenden österreichischen Heer geschlagen, vor Gericht gestellt und verurteilt.Er war ein konservativer Herrscher. 1825 erließ der konservative Herrscher ein Edikt, demzufolge nur diejenigen lesen und schreiben lernen durften, die 1.500 Lire zahlten. Verheiratet war er seit 1807 mit der Prinzessin Maria Christina von Neapel-Sizilien, einer Tochter von Maria Karolina von Österreich und König Ferdinand I. von Neapel-Sizilien; die Ehe blieb kinderlos.

Karl Felix ließ die Abtei, die Familiengrablege der Herzöge von Savoyen, die durch die Revolution stark beschädigt wurde, wiedererrichten.

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Saint-Pierre-de-Curtille, Kloster Hautecombe

Hinweis: Margarete wurde zunächst in Brügge beigesetzt, aber nach der Fertigstellung der Klosterkirche von Brou 1532 dorthin überführt und neben ihrem dritten Ehemann, Philibert II. bestattet.

Bilder: Alexander Krischnig (02/2008)

Maria Elisabeth

             

Österreichische Erzherzogin; Tochter Maria Theresias; sie galt ursprünglich als eine besondere Schönheit, erkrankte jedoch 1767 an den Blattern, was ihrer Schönheit ein Ende bereitete und die Hoffnung auf eine bedeutende politische Heirat scheitern ließ; die Ehe mit dem verwitweten französischen König Ludwig XV., die die Beziehungen zu Frankreich verbessern sollte, kam nicht zustande. Nach dem Tod ihrer Mutter mußte sie - wie ihre Schwester Maria Anna - Wien verlassen, da ihr Bruder Josef II. die "Weiberwirtschaft" am Hof beenden wollte, und sie wurde Äbtissin in Innsbruck. Im Alter kam neben den Blatternnarben im Gesicht noch eine starke Korpulenz und ein Kropf hinzu, was der häßlichen Erzherzogin den Namen "kropferte Liesl" einbrachte.

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Linz, Jesuitenkirche (Alter Dom)

Karlmann der Bayer

 

Ostfränkischer König (876-80); König von Italien (877-79); aus der Familie der Karolinger; ältester Sohn Ludwigs des Deutschen, erhielt 876 Bayern, Kärnten, Pannonien, Böhmen und Mähren und wurde 877 in Pavia als Nachfolger seines Onkels, des westfränkischen Königs Karl II. des Kahlen, zum König von Italien erhoben. 879, bereits aus gesundheitlichen Gründen regierungsunfähig, gab er Italien an seinen Bruder Karl III.,dem Dicken, der im alemannischen Teilreich herrschte. Nach Karlmanns Tod erhielt sein Bruder Ludwig III. der Jüngere, der in Franken, Sachsen, Thüringen und der Hälfte Lothringens herrschte, Bayern, Karlmanns Sohn Arnulf von Kärnten die Markgrafschaft Kärnten.

Inschrift:

A(NNO) P(OST) C(HRISTVM) N(ATVM) MDCXIX
HVC E MEDIO TEMPLI
MIGRAVERE CINERES ET
PAVCORVM RELIQVIAE
OSSIUM
CAROLOMANNI
ITALIAE ET BOIARIAE
REGIS HVIVSQ(VE) AEDIS
SACRAE CONDITORIS HIC
DEFVNCTI A(NNO) DCCCXXC.
HVN(N)VS IMPIVS TEMPLV(M)
FLAMMA PRAEDAQVE
EXHAVSIT ET NIL NISI
PVLVEREM RELIQVIT ET,
QVOD MINVS EST, NIHIL.

[dt.: Im Jahre 1619 nach Christi Geburt wanderten hierher aus der Mitte der Kirche die Asche und die Überreste weniger Gebeine Karlmanns, des Königs von Italien und Bayern und des Stifters dieses heiligen Hauses, der hier im Jahre 880 gestorben ist. Der gottlose Hunne hat die Kirche durch Brand und Raub geleert und nur Staub übriggelassen und, was weniger ist, gar nichts]

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Altötting, Stiftskirche

Elisabeth Michailowna Romanowa

1826      1840

Russische Großfürstin; Herzogin von Hessen-Nassau; die Tochter des Großfürsten Michael Pawlowitsch (*1798, †1849) und der Großfürstin Elena Pawlowna und Enkeltochter von Zar Paul I. sowie Nichte von den Zaren Alexander I. und Nikolaus I. wuchs in Sankt Peterburg auf. 1843 lernte Adolf von Nassau, der spätere erste Großherzog von Luxemburg, die für ihre Schönheit berühmte Elisabeth anläßlich seines Besuches in Rußland kennen. Die beiden heirateten am 31.1.1844 in Sankt Petersburg. Nach einer dreiwöchigen Reise traf das Paar am 26.3.1844 in Wiesbaden ein, wo es vom Volk jubelnd empfangen wurde, und ließ sich in Adolfs Residenz, dem Biebricher Schloß in Biebrich (heute z. Wiesbaden), nieder. Elisabeth, bei der sich bald Anzeichen einer Lungentuberkulose zeigten, starb bei der Geburt einer Tochter, die die Geburt ebenfalls nicht überlebte. Ihr Mann ließ auf dem Neroberg eine orthodoxen Kirche, die St. Elisabeth-Kirche, errichten, in der sie und ihre Tochter am 26.5.1855 unter großer Anteilnahme der Bevölkerung beigesetzt wurden.

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Bilder: KN (08.03.2008)

Wiesbaden, Neroberg, Russisch-orthodoxe.Kirche

Franz Otto Josef (von) Habsburg-Lothringen

 Bild: nvpswitzerland (Wikipedia)cc_somerightsreserved

Politiker und Publizist; Kronprinz Ungarns (1916-21); erstgeborener Sohn Karls I., des letzten Kaisers von Österreich und Königs von Ungarn, und dessen Ehefrau Zita; nach dem Zusammenbruch der österreichisch-ungarischen Donaumonarchie lebte er ab 1919 im Exil, da er in Österreich nicht leben und einreisen durfte, solange er nicht auf Erbansprüche verzichtete. Otto Habsburg, ein entschiedener Gegner Hitlers und des nationalsozialistischen Unrechtsstaates und auch des Kommunismus, lebte daher mit seiner Familie bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges im Ausland. Ab 1929 mit seinem Urgroßonkel Franz-Joseph I.studierte er Staats- und Sozialwissenschaften an der Katholischen Universität Löwen . Seit 1954 lebte er in der Bundesrepublik Deutschland in Pöcking am Starnberger See und nahm die deutsche wie die österreichische Staatsbürgerschaft an. Am 31.5.1961 verzichtete er offiziell auf seine Thronansprüche als Kronprinz von Österreich und Ungarn. In Zusammenarbeite mit Richard Nikolaus Graf von Coudenhove-Kalergi, der im Jahr 1922 die Paneuropa-Union gegründet hatte, vertrat er den Gedanken eines vereinigten Europas auf christlicher Grundlage. 1973 wurde Otto Habsburg zum Präsidenten der Paneuropa-Union gewählt. Seit 1982 war er Mitglied der Christlich Sozialen Union (CSU), bis 1999 Mitglied des Europäischen Parlaments.

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Wien, Kaisergruft, Gruftkapelle

Bild: Karl Schröding (02/2012)
pinxit Bisi Luigi (1842)
Bild: Dr. Herta Lepie (04/2017)
Bild:er Alexander Krischnig (02/2008)
Bilder: Parsifal von PPallandt (12/2018)

Pannonhalma, Erza-Benediktinerabtei , Krypta

Hinweis: Die Urne mit dem Herz Ottov von Habsburg wurde in der Krypta des Klosters in Pannonhalma beigesetzt.

Hinweis: Die sterblichen Überreste Pauls wurden 2012 nach Topola-Oplenac (Serbien) umgebeittet.

Adel / Regenten LXIV

Omnibus salutem!