Alexander III. Alexandrowitsch [russ. Александр III Александрович]

1867 1868   

Kaiser von Rußland; Sohn Alexander II. Nikolajewitschs; verheiratet war er seit dem 28.10.1866 mit Dagmar von Dänemark (Maria Fjodorowna) Eines ihrer Kinder, sein ältester Sohn Nikolaus II., wurde sein Nachfolger. Alexander bestieg nach der Ermordung seines Vaters den Thron und versuchte als Reaktion auf dessen Ermordung durch reaktionäre innenpolitische Maßnahmen, u.a. durch Verschärfung der Zensur, Beschränkung der lokalen Selbstverwaltung zugunsten des Adels und Restriktionen im Bildungswesen, der radikalen Bewegung im Reich Herr zu werden. So hob er u.a. fast alle von seinem Vater eingeführten Liberalisierungen wieder auf und stoppte bereits in Angriff genommenen Liberalisierungen. Von diesen Maßnahmen nicht betroffen war die erfolgte Aufhebung der Leibeigenschaft, die auch nur sehr schwer hätte rückgängig gemacht werden können. Er zentralisierte die Verwaltung und schränkte die Entscheidungsmöglichkeiten der Semstwo-Vertretungen, die ländlichen Selbstverwaltungsorgane, auf dem Lande ein. Die Folge war ein Verlust des Vertrauen aus allen Schichten der Gesellschaft Rußland und eine gegenteilige, als die beabsichtigete Wirkung: Überall regte sich Widerstand und der Pobedonoszjew Terror flackerte im gesamten Lande auf.

(pinxit Ilja Repin)  Rechts, von oben nach unten:u.: Nikolaus Maximilianowitsch von Leuchtenberg, Wladimir Alexandrowitsch, Sohn Aleanders II., Alexander Alexandrowitsch, der spätere Alexander III. , Albert von Sachsen-Altenburg (Sommer 1860)

Außerdem begünstigte er unter dem Einfluß seines ehemaligen Lehrers Konstantin Petrowitsch Pobedonoszjew (*1827, †1907), der zur Grauen Eminanz am Hofe aufgestiegen war, das Altrussentum und unterstützte die panslawistischen Bestrebungen. Außenpolitisch schloß er am 18.6.1887 im Bündnis mit dem Deutschen Reich einen geheimen, der gegenseitigen Neutralität im Kriegsfall dienenden Rückversicherungsvertrag auf drei Jahre, der allerdings vom Deutsche Reich nach der Entlassung Bismarcks als Reichskanzler im Jahre 1890 von dessen Nachfolger Leo von Caprivi nicht erneuert wurde. Alexander näherte sich daher Frankreich an und schloß mit diesem ein Bündnis gegen den Dreibund. Ab 1891 ließ Alexander die Transsibirische Eisenbahn bauen, um den Fernen Ostens des russischen Reiches zu erschließen.

       

Alexander III. im Kreise seiner Familie (ganz links der spätere Zar Nikolaus II. (1893)

         

Thronfolger Nikolaus II. in der Mitte oben neben seiner Mutter (Aufnahme von 1888)

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Sankt Petersburg, Peter- und Paul-Festung

Bild: Edie Wolf (09/2007)
Bilder: Alexander Krischnig (03/2008)

Wien, Gruft des Salesianerinnenklosters

Wilhelmina Amalia von Braunschweig-Lüneburg

1673 

Deutsche Kaiserin; Tochter von Johann Friedrich von Braunschweig-Lüneburg und Benedikte Henriette; Gemahlin Kaiser Josephs I.; von ihrer Mutter katholisch erzogen, wuchs sie bei ihrer Tante Louise Hollandine in Maubuisson auf und kam erst 1693 nach Hannover zurück. Zunächst gegen den Willen seiner Mutter Eleonore von Pfalz-Neuburg warb Josef bereits früh um die als ausgesprochene Schönheit geltende, aber auch sehr fromme Wilhelmina Amalia. Die Hochzeit fand in persona am 24.2.1699 in Wien stand, nachdem bereits im Januar die Hochzeit per procurationem in Triest geschlossen worden war. Als ihr Gatte im Alter von nur 33 Jahre 1711 ohne männliche Nachkommen starb, zog Wilhelmina Amalia mit ihrer Töchtern Maria Josepha, seir 1719 (*1699, †1757), verheiratet mit Friedrich August II. von Sachsen, dem Sohn Augusts des Starken, und der jüngeren Maria Amalia, die später Karl VII. heiratete, in den ihr von der Schwiegermutter zugewiesenen Witwensitze im Schloß Schönbrunn; im Winter hielt sie sich im sog. Amalienhof, einem Flügel der Hofburg, auf. Gegegenüber ihrem Schwager und dem Nachfolger ihres Gatten, Karl VI., setzte sie zwar die Anerkennung ihrer beiden Töchter in der Thronfolge durch; allerdings standen sie in der Reihenfolge hinter dessen Tochter. Am Tag, an dem Maria Theresia, die Tochter Karls, geboren wurde, dem 13.5.1717, legte sie den Grundstein zum Klostergebäude der Salesiannerinnen, dessen Bau 1719 vollendet wurde und in dem sie später ihre letzte Ruhestätten finden sollte.

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Hinweis: Wilhelmina Amalias Herz wurde zu Füßen ihres Gemahls beigesetzt.

Bild: Mariusz Pazdziora

Friedrich IV. [dän. Frederik]

                   

König von Dänemark und Norwegen; Herzog von Schleswig und Holstein (1699-1730); älteste Sohn von Christian V. von Dänemark von Dänemark und dessen Gemahlin Charlotte von Hessen-Kassel; Enkel Friedrichs III.; 1700 begann er mit Polen und Rußland den 2. Nordischen Krieg gegen Karl XII. von Schweden, mußte am 8.8.1700 den Frieden von Traventhal schließen. Nach der Niederlage Karls XII. bei Poltawa im Jahre 1709 eröffnete Friedrich den Kampf von neuem und erreichte, daß Schweden im Frieden von Frederiksborg 1720 den gottorpischen Teil Schleswigs an Dänemark abtrat. 1702 hob Friedrich die Leibeigenschaft in Dänemark auf. Er ließ die Schlösser Fredensborg und Frederiksberg erbauen und gründete 200 Schulen auf den Krongütern und ermöglichte damit einen Unterricht von Kindern aus dem Bauernstand. Verheiratet war Friedrich IV. erster Ehe seit 5.12.1695 mit der in Güstrow geborenen Louise, Prinzessin zu Mecklenburg (*1677, †1721); dieser Verbindung entstammten fünf Kinder, u.a. Christian VI., später König von Dänemark. Nur wenige Tage nach dem Tode Louises heiratete er Anna Sophie.

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Roskilde, Kathedrale

Cosimo de’ Medici gen. Il Vecchio

        (r.)Bode-Museum

Florentinischer Staatsmann und Bankier; Großvater von Lorenzo de' Medici; Sohn von Giovanni di Bicci de’ Medici; Vater von Piero de’ Medici; in der vom Vaters 1393 gegründeten Bank ausgebildet, übernahm er nach dessen Tod die Führung der Geschäfte der Familie und die Führung der Volkspartei in der Republik Florenz. 1433 wurde er von der herrschenden Adelspartei der Albizzi auf zehn Jahre nach Urbino verbannt, nachdem zuvor seine Ermordung gescheitert war. Von dort aus ging er nach Venedig und leitete von dort aus die Geschäfte der Bank. Allerdings kehrte er bereits im Oktober 1434 in seine Heimatstadt zurück und übernahm dort die tatsächliche Macht, obwohl er offiziell kein Amt bekleidete. Aus dieser starken Position heraus gelang es ihm, einige seiner Gegner zu verbannen, andere in den Ruin zu treiben. Auch änderte er die Verfassung der Republik - zu seinen Gunsten. Zugleich skrupellos und finanziell außerordentlich erfolgreich, förderte er die Künste, protegierte Künstler, Gelehrte und Architekten, u.a. Brunelleschi, Filippo Lippi und Donatello. So legte er u.a. den Grundstein für die Biblioteca Medicea Laurenziana und unterstützte die Platonische Akademie. So trug er wesentlich zum Glanz der Stadt bei. Aber auch wirtschaftlich setzte er Marksteine, indem er die Landwirtschaft förderte und die Seidenindustrie stärkte. Außenpolitisch ging er ein Bündnis mit Mailand ein, der Konkurrentin von Florenz. Überhaupt trachtete er den Frieden in Italien durch ein Kräftegleichgewicht zwischen den italienischen Staaten und deren Unabhängigkeit von ausländischen Mächten zu erhalten.

Aus seiner Ehe mit Contessina de` Bardi (*~1390, †1473) gingen zwei Söhne hervor: Piero, der sein Nachfolger wurde, und Giovanni (*1421, †1463).; außerdem hatte er einen unehelichen Sohn namens Carlo.

Inschrift (in der Krypta): Petrus Medices patri faciundum curavit.

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Florenz, S. Lorenzo

Bilder: Sailko (08/2006) Wikipedia.org
Bild: Adley (12/2007)

Muhammad Ali Pascha auch Mehmed Ali

Osmanischer Statthalter von Ägypten (seit 1805); der Sohn albanischer Eltern kämpfte 1799 als Leutnant gegen die Ägyptische Expedition Napoléons. 1807 besiegte er, im Bündnis mit den Mamluken, die britische Armee und zwang sie zum Abzug aus Ägypten; 1811 ließ er die Führer der Mamelucken ermorden. Er erobert den Sudan (1820 bis 1823) und bekämpft den Aufstand gegen die Osmanen in Griechenland (1824 bis 1827). 1831 überwarf sich Muhammad Ali mit der Hohen Pforte (Osmanische Regierung). Durch die Intervention der Großmächte wurde er 1841 gezwungen, sich mit der erblichen Statthalterschaft über Ägypten unter osmanischer Oberhoheit zu begnügen. Seine Nachkommen herrschten als Vizekönige (Khedive), 1922 bis 1953 als Könige in Ägypten. 

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Kairo, Mohammed-Ali-Moschee.

Bilder: Jonathan Ellgen (03/2008) flickr.com

Kamakura (Japan), Hokkedo

Minamoto no Yoritomo [jap. 源 頼朝]

Japanischer Samurai; der erste Shogun Japans und dritter Sohn Minamoto no Yoshitomos wurde nach der Seeschlacht von Dan-no-ura (Gempei-Krieg) und der erfolgten Vernichtung der Taira am 25.4.1185 zum mächtigsten Mann Japans, nachdem er den damaligen Kaiser entmachtete und den Samurai-Staat gründete, obwohl eigentlich sein Bruder Minamoto no Yoshitsune alle wichtigen Schlachten geschlagen hatte. Er wurde 1192 vom Tenno Go-Shirakawa zum Shogun ernannt und begründete das erstmals erbliche, nördlich von Tokio gelegene Shogunat von Kamakura. Aufgrund seiner militären Siege und den Aufbau einer sehr effizientere Verwaltung legte er den Grundstein für die Einigung Japans. Außerdem gilt der in Japan sehr populäre Yoritomo als Begründer des Yabusame, einer ritualisierten Form des Bogenschießens vom Rücken eines Pferdes.

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Waldemar IV. Atterdag

 Fresko, Sankt Peders Kirke, Næstved)

König von Dänemark ( 1340-75); jüngster Sohn des Königs Christoph II.; verheiratet seit 1340 mit Hedwig von Schleswig; Vater der Königin Margrete I. von Dänemark; 1346 verkaufte er Estland an den Deutschen Orden. 1360 anerkannte er die Ständerechte in der Handfeste von Kalundborg und vereinte im selben Jahr Schonen wieder mit Dänemark, das zu jener Zeit kein zentral geführter Staat war, und unterwarf 1361 Gotland, wodurch er wegen der blutigen Eroberung von Visby, einer bedeutenden Handelsstadt, in Konflikt mit der Hanse geriet, die ihn schließlich in einem langwierigen Krieg besiegte und durch den Frieden von Stralsund (1370) die Vormacht in der Ostsee errang.

Nach der Eroberung Visbyszoom

Während der letzten Jahre seiner Regierung war Waldemar bestrebt, die Herrschaft über Schleswig zu gewinnen, starb jedoch, bevor er seinen Plan realisieren konnte. Sein Nachfolger war sein Enkel Oluf III. von Dänemark, der Sohn seiner Tochter Margarete und Haakons IV. von Norwegen, des Sohnes von Magnus II. von Schweden.

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Sorø (Insel Seeland) Klosterkirche

Bilder: Finn Larsen (06/2011)
Bild: Peter Malaschitz (03/2012)

Wien, Kapuzinergruft, Karlsgruft

Bild: El Pantera (07/2009) Wikipedia.org

Maria Fjodorowna [russ. Мария Фёдоровна] née Marie Sophie Frederikke Dagmar Prinzessin von Dänemark

 pinxit Iwan Kramskoj

 

Kaiserin von Rußland (1881-94); zweitälteste Tochter des Prinzen Christian von Schleswig-HolsteinThronfolger Großfürst Alexander von Rußland und seine Gemahlin Maria Fjodorowna (1866) -Sonderburg-Glücksburg und dessen Gemahlin Louise von Hessen-Kassel; jüngere Schwester Alexandras, Gemahlin König Eduards VII. von Großbritannien und Irland, Gemahlin Zar Alexanders III.; Mutter des letzten russischen Zaren Nikolaus’ II.. Bevor sie Alexander heiratete, war sie mit Nikolaij Alexandrowitsch Romanow verlobt worden; der jedoch unvermittelt an den Folgen einer Meningitis. verstarb. Ihre Hochzeit mit Alexander fand am 9.11.1866 in Sankt Petersburg statt. Nach dem Tod ihres Schwiegervaters Alexanders II. durch einen Bombenanschlag am 13. 3.1881 wurde sie Zarin von Rußland, nachdem sie und ihr Gemahl am 27.5.1883 im Kreml in Moskau gekrönt worden waren. Nach der Oktobervolution im Jahre 1917 wurde Maria Fjodorowna 1919 von der Krim mit der HMS Marlborough in Sicherheit gebracht, kehrte über England nach Dänemark zurück und ließ sich in der Sommerresidenz in Hvidøre bei Kopenhagen nieder.Bis zu ihrem Ende glaubte sie nicht, daß ihr Sohn tot sein sollte; vielmehr beauftragte sie den Weißarmisten Nikolaij Alexejewitsch Sokolow mit Nachforschungen über den Verbleib der Zarenfamilie nach der Oktoberrevolution, obwohl der bereits 1924 zu dem Schluß gekommen war, daß Nikolaus II. nicht mehr lebe.

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Sankt Petersburg, Peter- und Paul-Festung

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Hinweis: Maria Fjodorowna wurde zunächst im Dom zu Roskilde beigesetzt. Erst am 28.9. 2006 wurden die Gebeine in die Peter-und-Paul-Kathedrale in Sankt Petersburg überführ: auf dem obigen Photo der rechte Sarkophag.

Krypta

Adel / Regenten LXVIII

Omnibus salutem!