Ferdinand

                              

Herzog von Braunschweig und Lüneburg; Prinz von Braunschweig-Wolfenbüttel-Bevern; Prinz von Braunschweig-Wolfenbüttel (ab 1735); vierter Sohn des Fürsten Ferdinand Albrecht II. von Braunschweig-Wolfenbüttel-Bevern; nahm als Freiwilliger im Ersten Schlesischen Krieg am Feldzug von 1741 in Schlesien teil und focht als Oberst am 10. April in den für Preußen siegreichen Schlachten bei Mollwitz und am 17. Mai 1742 bei Chotusitz, in der 28.000 Österreicher unter dem Prinzen Karl von Lothringen geschlagen wurden, an der Seite seines Schwagers Friedrich II., König in Preußen, dessen Gesellschafter und Begleiter er nach dem Friedensschluß blieb. Im Zweiten Schlesischen Krieg - inzwischen Generalmajor der Infanterie - kämpfte er mit seinem Regiment unter Fürst Leopold I. von Anhalt-Dessau, dem “alten Dessauer”, in Böhmen. Nach seiner Rückkehr erfolgte seine Beförderung zum Kommandeur des Ersten Bataillons des Königs Regiments Garde (No.15). In der zugunsten der Preußen erfolgten Schlacht bei Hohenfriedeberg am 4.6.1745 nahm er mit seiner Brigade das Dorf Thomaswalde und erstürmte, bei Soor am 30.9. eine besetzte Anhöhe. 1750 wurde er zum Generalleutnant, 1752 zum Gouverneur der Festung Peitz in der Lausitz und 1755 zu einem solchen für Magdeburg ernannt. Außerdem erfolgte seine Ernennung zum Chef des Regiments zu Fuß (No.5). Zunehmende Spannungen zu König Friedrich II. veranlaßten ihn 1766 schließlich, seine Demission einzureichen und sich auf sein Lustschloß Vechelde zurückzuziehen.

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Caroline Amalie Elisabeth

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Herzogin von Braunschweig-Wolfenbüttel; zweite Tochter Herzog Karl Wilhelm Ferdinands von Braunschweig (*1735, †1806) und der Prinzessin Augusta von Hannover (*1737, †1813); Königin von Großbritannien, Irland und Hannover; am 7.4.1795 heiratete sie ihren Cousin, den Prinzen von Wales und nachmaligen König Georg IV. von England. Die Ehepartner gingen nach der Geburt des einzigen Kindes, Charlotte (*1796), der späteren ersten Gattin von Leopold I. von Belgien, aber schon bald ihre eigenen Wege; Caroline verließ den Hof und lebte zehn Jahre lang auf einem südöstlich der Hauptstadt gelegenen Landhaus. Um eine Scheidung zu erreichen, ließ Georg seine Frau überwachen und, obwohl des unerlaubten Umgangs mit Männern beschuldigt, wurde sie vom Kronrat vollständig entlastet und rehabilitiert. Sie konnte daraufhin ab 1808 ihre Rechte als Princess of Wales wieder wahrnehmen und übersiedelte in den Kensington Palace. Im August 1814 verließ Caroline, mit Bewilligung ihres Gemahls, England, bereiste Deutschland, Italien und Griechenland und besuchte Kairo und Jerusalem, bevor sie wieder nach Italien zurückkehrte und sich am Comer See niederließ. Als Georg 1820 den Thron Englands bestieg, forderte er Caroline auf, sich künftig des Namens und der Rechte einer Königin von England zu enthalten und nicht nach England zurückzukehren, Forderungen, die sie jedoch zurückwies. Erneute, jetzt vor das Parlament gebrachte Vorwürfe des Ehebruchs wurden abgewiesen; allerdings durfte Caroline nicht an der 1821 stattfindenden Krönungszeremonie ihres Mannes teilnehmen. Sie starb in dem Glauben vergiftet worden zu sein, nachdem sie ein Glas Limonade getrunken hatte; die Ärzte gingen allerdings von einer zum Tode führenden Unterleibserkrankung aus. Wunschgemäß wurde Caroline nach Braunschweig überführt, um dort im Dom neben ihrem Vater beigesetzt zu werden.

Inschrift: Depositum serenissimae principessae Carolinae Amaliae Elisabethae Dei gratia reginae consortis augustissimi et potentissimi monarchae Georgei Quarti Dei gratia Britanniarum regis fidei defensoris regis Hanoverae ac Brunsvici et Luneburgi ducis mensis obiit VII die mensis augusti anno domini MDCCCXXV etatis suae LIV [dt. Überreste der durchlauchtigen Prinzessin Carolina Amalia Elisabeth Dank Gott Königingemahlin des sehr erhabenen und sehr mächtigen Monarchen Georgs IV. Dank Gott König der Engländer, Verteidiger des Glaubens, sowohl König von Hannover als auch Fürst von Braunschweig und Lüneburg, sie starb am 7. Tag des August im Jahre des Herrn 1825 im Alter von 54 Sommern].

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Bild: Bernd Schwibbe (10/2009)

Ludwig Rudolf

Fürst von Braunschweig-Wolfenbüttel; wurde bereits mit 19 Jahren als Generalmajor in die militärischen Dienste von Kaiser Leopold I. gerufen. 1690 geriet er in Schlacht bei Fleurus (Fleury)in Belgien in französische Gefangenschaft, nachdem er im Kampf mit den Truppen von König Ludwig XIV. geschlagen wurde. Nach seiner baldigen Freilassung und Rückkehr übertrug ihm sein Vazer die Grafschaft Blankenburg am Harz, die nach dem Prinzip der Primogenitur eigentlich seinem Bruder August Wilhelm den zugestanden hätte. Und nachdem im Jahre 1707 die Grafschaft Blankenburg zu einem Fürstentum erhoben worden war, verfügte der jüngste Sohn des Regierenden bereits über ein selbständiges Fürstentum. Ludwig Rudolf errichtete sich nach seiner Militärkarriere und führte einen kostspieligen Hof. Nach dem Tode seines Bruders August Wilhelm, dessen Ehe kinderlos geblieben war, übernahm Ludwig Rudolf das finanziell zerrüttete Fürstentums Braunschweig-Wolfenbüttel. Aus seiner Ehe mit Christine Luise von Oettingen-Oettingen gingen vier Töchter hervor; drei der Töchter wurden vom ihrem Großvater, dem Herzog von Braunschweig-Wolfenbüttel Anton Ulrich (*1633, †1714) erfolgreich verheiratet: Die erstgeborene Tochter Ludwig Rudolfs, Elisabeth Christine heiratete Kaiser Karl VI.; eines ihrer Kinder aus dieser Verbindung war die Erzherzogin Maria Theresias. Charlotte Christine (*1694, †1715) heiratete den Zarewitsch Alexej von Rußland, Sohn Zar Peters des Großen, der bereits 1718 starb. Die jüngste Tochter, Antoinette Amalie (*1696, †1762) heiratete Herzog Ferdinand Albrecht II., deren Tochter Elisabeth Christine einst die Frau Friedrichs II. werden sollte. Nach dem Tode Ludwig Rudolfs, der keinen männlichen Erben hatte, fiel das Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel an Antoinette Amalies Gatten Ferdinand Albrecht II.

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Bilder: Bernd Schwibbe (10/2009)
Bilder: Bernd Schwibbe (10/2009)

Stanislaus II. August Poniatowski

                      

König von Polen (1764-95); Großfürst von Litauen; gewähltes Staatsoberhaupt von Polen-Litauen; aus dem Adelsgeschlecht der Poniatowskis stammend; Sohn des polnischen Adeligen Stanislaus Poniatowski, eines langjährigen Vertrauten des schwedischen Königs Karl XII.. Nach dem Tode Augusts III. wurde Stanislaus August, der sich mehrere Jahre am Hofe in Sankt Petersburg aufgehalten hatte und Liebhaber der spätere Zarin Katharinas II. war - von russischer Seite unterstützt – am 7.9.1764 zum König von Polen gewählt und am 25.11. in Warschau gekrönt. Er versuchte den in verschiedene Hochadelsfraktionen zerrissenen Staat zu reformieren. Seine Situation wurde durch konkurrierende Adelsparteien und die russische Einflußnahme erschwert. Allerdings stieß er auch auf den Widerstand des Adels, der 1767/68 seine weitgehenden Freiheiten und Privilegien gegen außenpolitische Einflußnahme zu sichern suchte. Es bildete sich 1768 mit der Konföderation von Bar ein Bund oppositioneller Adliger, der sich einerseits gegen den König, andererseits gegen die Einmischung Rußlands in die inneren Angelegenheiten Polens formierte. Diese Aktivitäten schwächten jedoch das Land und führten in eine Anarchie, verstärkt noch durch den Hajdamakenaufstand. In den Folgejahren wurden die Bestrebungen seitens Rußlands militärisch niedergeschlagen. Schließlich führten die politischen Interessen der Polen benachbarten Großmächte am 17.2. und am 5.8.1772 zur Unterzeichnung von Verträgen zwischen Preußen, Österreich und Rußland, die zur Ersten Teilung Polens führten. Geschwächt, mußten Polens Parlament, der Sejm, und der König diese Entwicklung hinnehmen. Dennoch wurde am 3.5.1791 die erste Verfassung Europas verabschiedet, in der eine Trennung zwischen Legislative und Exekutive erfolgte. Zugleich wurden Bürgertum, die Bauern und die Juden mit neuen Rechten ausgestattet; damit wurde Polen zu einer konstitutionellen Monarchie. Aber schon 1792, während des Russisch-Polnischen Krieges, schloß sich Stanislaus Poniatowski der Konföderation von Targowica an, in der die Reformen abgelehnt wurden, was zu erneuten Einmischung Rußlands führte. Im Januar 1793 kam es auf dem Sejm von Grodno zur Zweiten Teilung Polens, und Stanislaus Poniatowski wurde 1794 von der Kosciuszko-Regierung abgelöst und 1795 nach Grodno gebracht, wo er nach dem gescheiterten Kosciuszko-Aufstand die Dritte Teilung Polens unterzeichnen und am 25.11. abdanken mußte. Zar Paul I. berief ihn nach dem Tod Katharinas nach Sankt Petersburg, wo er starb und zunächst beigesetzt wurde.

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Bild: Wolfgang Prokosch (04/2009)

Warschau, Johanneskathedrale, Krypta

Hinweis: 1838 aus Sankt Petersburg zunächst nach Wolczyn, dann 1995 hierher überführt),

Süleiman I., der Prächtige (auch Süleyman)

10. Sultan der Osmanen (1520-66); entsprechnd der Tradition des Hauses Osman, der zufolge jeder Herrscher ein Handwerk erlernen müßte, erlernte er das Handwerk eines Goldschmieds. 1509 wurde er zum Statthalter von Kaffa ernannt, 1513 zu dem von Magnesia. Nach dem Tode seines Vaters Selims I. (*1470, †1520) am 21.9.1520 erbte er dessen Sultanswürde. Seine Hauptleistung liegt in der Erweiterung des Osmanischen Reiches; eroberte u.a. 1521 Belgrad, 1522 Rhodos, 1526 nach der Schlacht bei Mohács, in der Ludwig II., König von Böhmen und Ungarn getötet wurde, Ungarn, 1534 Bagdad. 1529 ließ er vergeblich Wien belagern, beherrschte durch seine Flotte das Mittelmeer und das Rote Meer. 1533 hatte Süleimans Flotte unter Admiral Khair ad-Din Barbarossa (*1466, †1546) das unter der Herrschaft Spaniens stehende Koroni erobert und 1534 Tunis unterworfen. Die Eroberungen gingen allerdings 1535 durch die von Barcelona ausgehende Expedition der Flotte Kaiser Karls V. wieder verloren. 1541 unterwarf Süleiman große Teile Ungarns. 1547 wurde ein fünfjähriger Waffenstillstand mit dem Habsburger Reich geschlossen, der ihn allerdings einen jährlicher Tribut von 50.000 Dukaten kostete. Anschließend führte er einen zweijährigen Krieg gegen Persien und erneuerte 1551 den Krieg in Ungarn, der erst 1562 durch ein Friedensabkommen beendet wurde. 1566 brach Süleiman zu einem erneuten Heereszug gegen Ungarn auf, starb aber während der Belagerung von Szigetvár. Sein Nachfolger auf dem Thron war sein Sohn Selim II.. Süleiman förderte Architektur (Sinan) und Literatur, so verfaßte er unter dem Namen Muhibbi etwa 3.000 lyrische Gedichte.

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Bild: Kilian Nauhaus (10/2009)

Mehmed II., der Eroberer

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Sultan des Osmanischen Reiches (1444 und 1451-81); vierter Sohn Sultan Murads II.; bereits in früher Jugend wurde er Statthalter von Anatolien und war ab 1444 Mitregent seines Vaters, dessen Nachfolger er nach seinem Tode im Jahre 1451 als alleiniger Sultan wurde. Mehmeds Hauptziel war die Eroberung des byzantinischen Reiches und die Eroberung Konstantinopels am 29. Mai 1453, nachdem er zuvor das Osmanische Reich nach einer Krisenphase konsolidiert hatte. Konstantinopel wurde zur Hauptstadt des Osmanischen Reiches. Er selbst ließ sich ab diesem Zeitpunkt mit dem Beinamen “Fatih” (arabisch: Eroberer) apostrophieren. Er erweiterte das osmanische Territorium aber auch in das Gebiet des Balkans hinein; so eroberte er Teile Griechenlands und Serbiens. Als seine Truppen 1462 in die Wallachei eindrangen, erlebte selbst diese kampferprobten, an Unglück und Leid gewöhnten Soldaten ein grausames Schauspiel: Vlad Ţepeş III. (Dracula) hatte unzähligen türkische und zum Islam konvertierte walachische Männer, Frauen und sogar Kinder (es sollen 20.000 Personen gewesen sein) gepfählt und außerhalb der walachischen Hauptstadt Targoviste zur Schau gestellt. Der Schock beim Anblick gepfählter und verwesender Leichname soll so groß gesesen sein, daß die ottomanische Armee vor Schreck zurückwich. Um sich zu legitimieren stellte Mehmed sich bewußt in die Kontinuität des (Ost-) Römischen Reiches, indem er sich selbst als “Kaiser von Rom” (osmanisch: Kayser-i Rum) bezeichnete. Er baute die osmanische Flotte aus, um der Vorherschaft Venedigs im Mittelmeer zu brechen. Unter seiner Herrschaft erlebte die osmanische Kultur einen grandiosen Aufschwung. So wurde unter seiner Ägide ab 1453 der Topkapi-Palast in Istanbul errichtet. Mehmed gilt aufgrund seiner zahlreichen weiteren Eroberungen neben Osman I. als zweiter Gründer des osmanischen Reiches. Er starb auf der sog. “Sultanswiese”, bei dem auf der asiatischen Seite von Istanbul gelegenen Üsküdar, als er vermutlich mit seinem Heer nach Syrien, das damals Teil des mit den Osmanen verfeindeten Reiches der Mamluken war, oder nach Rhodos zu ziehen beabsichtigte.

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Bild: Kilian Nauhaus (10/2009)

Istanbul, Türbe bei der Fatih-Moschee

Istanbul, Türbe auf dem Gelände der Süleiman Moschee

Braunschweig, Dom (Welfengruft)

Braunschweig, Dom (Welfengruft)

Braunschweig, Dom (Welfengruft)

Leonora Christina Ulfeldt

              

 

Prinzessin von Dänemark; Schriftstellerin; drittes überlebendes von zwölf Kindern König Christians IV. von Dänemark und Norwegen und dessen Gemahlin Kirsten Munk, die 1627 zur Gräfin von Schleswig-Holstein erhoben wurde; 1630 wurde sie im Alter von neun Jahren auf Wunsch ihres Vaters mit dem 15 Jahre älteren Adligen Corfitz Ulfeldt verlobt und 1636 verheiratet wurde. Im selben Jahr wurde Ulfeldt als Günstling des Königs Kanzler, ein Jahr später Statthalter von Kopenhagen und 1643 schließlich Reichshofmeister. Nach dem Tode christians IV. im Jahre 1648 wurde er in seiner Eigenschaft als Reichshofmeister zunächst Regent, wurde jedoch von dem neuen König Friedrich III. ebenso wie sein mächtiger Gegner Hannibal Sehested aus dem Rigsråd (Regierung), gedrängt. Besonders die neue Königin, Sophia Amalia von Braunschweig-Lüneburg, entwickelte gegen Leonora Christina einen unbarmherzigen Haß. Als ihrem Gemahl Veruntreuungen vorgeworfen wurden und ihr selber der Titel einer Gräfin aberkannt wurde, verließen die Beiden das Land. Nachdem zwei Versöhnungsversuche, die Leonora Christina im Auftrag ihres Manne durch eine Reise nach Dänemark und Gesprächen mit dem König zu erreichen suchte, gescheitert waren, wechselte Corfitz die Seiten und unterstützte König Karl X. Gustav von Schweden in dessen Krieg gegen Dänemark, und nach dessen Sieg verhandelte er den für Dänemark äußerst ungünstigen Frieden von Roskilde (1658). Als sie nach Dänemark zurückkehrte, wurde sie wegen angeblichen Beteiligung an Intrigen ihres Mannes 22 Jahre als politische Gefangene inhaftiert. Während dieser Zeit begann sie mit dem Abfassen ihrer Autobiographie Jammers Minde, die ihre entbehrungsreiche Gefangenschaft darstellt. Jammers Minde gilt als das bedeutendste Prosawerk der dänischen Literatur des 17. Jahrhunderts. Außerdem schrieb Leonora Christina eine zweite Autobiographie, die wegen der verwendeten französischen Sprache als Den franske selvbiografi (dt. Französischen Autobiografie) bezeichnet wird und die ihr Leben von der Kindheit bis zur Haftzeit beschreibt. Erst nachdem ihre Feindin Sophie Amalie im Jahr 1685 gestorben war, kam die inzwischen 63-Jährige wieder in Freiheit. Christian V., als Nachfolger Friedrichs III. König von Dänemark und Norwegen, wies ihr eine Wohnung im auf der Insel Lolland gelegenen Kloster Maribo an und gestattete ihr eine jährliche Rente von 1.500 Reichstalern, so daß sie standesgemäß leben konnte.

Inschrift: herre havde dit ord ikke været min troest da hafte ieg for gaaet i min elendighed [Herr, dein Wort war nicht mein Trost, als ich weg in mein Elend geführt wurde] - Diese Grabstätte gehört der hochgeborenen Gräfin Leonora Christine von welcher auch drei ihrer Söhne hier beigesetzt sind, und sie ruht hier seit dem seit 6. April 1698 nachdem sie 76 Jahre, 8 Monate und 8 Tage gelebt hatte.

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Maribo (Insel Lolland), Domkirke

Bilder: Finn Larsen (09/2013)

Blick durch eine Öffnung im Boden in die Gruft auf den Sarkophag.

Elisa Friederike Luise Martha Radziwill

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Polnisch-preußische Prinzessin; fünftes von acht Kindern des Fürsten Anton Radziwiłł und dessen Gemahlin Luise Friederike von Preußen; das musikalisch und zeichnerisch begabte Mädchen lernte bereits in der Kindheit zahlreiche Künstler und Gelehrte kennen, die im Haus ihrer Eltern im in der Wilhelmstraße in Berlin gelegenen Radzwill-Palais verkehrten. Kaum dem Alter der Kindheit entwachsen, verliebte sie sich in den fünf Jahre älteren Prinz Wilhelm, den späteren deutschen Kaiser Wilhelm I., den sie bereits seit der Kindheit kannte. Da der zweitgeborene Wilhelm nach seinem Bruder Friedrich Wilhelm (IV.), im Falle des Todes König in Preußen werden könnte, ließen die Eltern der Prinzen für den Fall einer Hochzeit Wilhelms, der sie nicht abgeneigt waren, die Ebenbürtigkeit als Voraussetzung einer standesgemäßen Ehe mit einem Mitglied des Hauses Radzilwill u.a. durch den Rechtswissenschaftler Friedrich Carl von Savigny prüfen. Als sich nach entsprechenden Untersuchungen herausstellte, daß die Radziwills nicht zum hohen Adel zu zählen seien, sondern als einfache landsässige Fürsten gelten, wandte sich der Vater Wilhelms, Friedrich Wilhelm III., mit der Bitte 1824 zunächst an den kinderlosen Alexander I., Elisa zu adoptieren, was der Zar jedoch aus innenpolitischen Gründen ablehnte. Auch ein weiterer Versuch, Elisa zu adoptieren, um sie “standesgemäß” zu machen, scheiterte (ihr Onkel, Prinz August von Preußen lehnte das Ansinnen nach Befragen einer Kommission, die - wohl eher aus politischen Gründen - befand, daß Adoption “das Blut nicht verändere“, ab). In der Folge diese vergeblichen Versuche sah sich Friedrich Wilhelm III. schließlich gezwungen, seinen Sohn zum Verzicht einer Ehe mit Elisa aufzufordern, dem dieser nachkam. Die Beiden sahen sich ein letztes Mal im Jahre 1831, drei Jahre vor dem Tode Elisas, dem Jahr auch, in dem sie an Tuberkulose erkrankte. Sie verlobte sich später mit dem Fürsten Friedrich von Schwarzenberg, die Verlobung wurde jedoch wieder gelöst. Elisa starb während einer Kur im Schloß Freienwalde im Alter von noch nicht einmal 31 Jahren. Wilhelm hat seine erste Liebe nie vergessen; ihr Bild stand bis zu seinem Ende immer auf seinem Schreibtisch in Berlin.

Die Liebesgeschichte zwischen den Beiden wurde 1938 mit Lída Baarová in der Rolle der Elisa Radziwill unter dem Titel Preußische Liebesgeschichte verfilmt, kam aber nicht zu Aufführung; erst nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde er unter dem Titel Liebeslegende in der Bundesrepublik in den Kinos gezeigt.

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Chopin am Klavier im Salon des Fürsten Radziwill. Elisa neben ihrem Vater stehend (pinxit Henryk Siemiradzki, 1887)

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Antonin (Ldkrs. Ostrowski, Polen), Mausoleum

Hinweis: Ihre sterblichen Überreste wurden 1838 von Posen nach Antonin überführt und dort im neuerbauten Radziwill-Mausoleum beigesetzt.

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Friedrich Wilhelm Moritz Alexander Graf von der Mark

 

 

Illegitimer Sohn aus der langjährigen Liason König Friedrich Wilhelms II. von Preußen mit seiner Geliebten Wilhelmine Enke, der späteren Gräfin Wilhelmine von Lichtenau; Alexander, der ebenso wie seine Schwester in den Grafenstand erhoben wurde, wurde noch nicht einmal acht Jahre alt; es wird vermutet, daß der Lieblingssohn Friedrich Wilhelms vergiftet wurde.

Inschrift: Die Inschrift ebenso wie der Aufbau des Grabmals (“die Figuren der Parzen, das Relief mit Schlaf und Tod, sowie der Knabe zwischen geflügeltem Tod und der Lehrmeisterin Pallas Athene“) stammen von Professor Karl Wilhelm Ramler, dem Dichter und Philosophen der Aufklärung, auch genannt “der deutsche Horaz”.

Frid Guiliel Maurit Alexander
March Comes
Nat d IV. Ian MDCCLXXVIIII
Denat d I. Aug. MDCCLXXXVII
Paternis prosecutus lacrimis
Egregiis virtutibus ornatus
Artibus ingeniis mature instuctus
Ad altiora se contulit studia
Coelitum choris immixtus.

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Bilder: Andreas Praefcke (02/2006) Wikipedia.de
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Hinweis: Das 1788/89 von Johann Gottfried Schadow geschaffene Grabmal befand sich ursprünglich in der Dorotheenstädtischen Kirche in Berlin, befindet heute in der Berliner Alten Nationalgalerie als Dauerleihgabe der Dorotheenstädtischen Kirchengemeinde.

Berlin, Alte Nationalgalerie

Osman I. Gazi [osman. عثمان غازى]

 

Sultan; Begründer der osmanischen Dynastie und des Osmanischen Reiches. Sohn des Hordenfürsten Ertuğrul und der Halime Hatun;

 

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Bild: Darwinek (08/2009) Wikipedia.org
Bild: Darwinek (08/2009) Wikipedia.org

Bursa (Türkei), Osman-Gazi-Mausoleum

Adel / Regenten LXXXI

Omnibus salutem!