Bild: Anneliese Nerger (1989)

Elisabeth I.

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Königin von England (1558-1603); Tochter Heinrichs VIII. aus dessen zweiter Ehe mit Anna Boleyn; wurde nach deren Hinrichtung 1536 zunächst für illegitim erklärt, jedoch vom Parlament 1544 wieder in die Thronfolge eingesetzt Anna Boleynund nach dem Tod ihrer Halbschwester Maria als Herrscherin anerkannt. Sie stellte eine bis an ihr Lebensende starke Krongewalt her, so daß ihr Zeitalter als eine Epoche großer Stabilität gilt. Sie führte die Anfänge einer sozialpolitischen Gesetzgebung und Armenfürsorge (1601) ein und ließ die Löhne überwachen. Zum Beginn ihrer Regentschaft (1559) wurde durch die Supremats- und Uniformitätsakte die anglikanische Kirche wieder zur Staatskirche restituiert; Elisabeth wurde dadurch Oberhaupt der von Rom unabhängigen Kirche, war aber gegenüber den Katholiken um Ausgleich bemüht, um die innenpolitische Integration zu fördern. Eine Verschärfung ergab sich erst wieder, als die katholische Maria Stuart 1568 von Schottland nach England flüchtete und Papst Pius V. Elisabeth 1570 exkommunizierte. Der Versuch, Elisabeth zu stürzen, endete erst mit der Ermordung Maria Stuarts 1587, die ohne Wissen Elisabeths erfolgte. Die elisabethanische Außenpolitik war geprägt von der Auseinandersetzung mit Spanien, dessen König Philipp II. zu Beginn der Herrschaft Elisabeths vergeblich versucht hatte, mit ihr die Ehe einzugehen. Sie unterstützte den niederländischen Unabhängigkeitskampf und förderte heimlich Übergriffe englischer Freibeuter (Sir Francis Drake u.a.) auf spanische Schiffe. Als Beginn der Großmachtstellung Englands gilt der Sieg über die spanische Armada im Jahre 1588. In der Folge stieg England zur DevereuxHandels- und Schiffahrtsmacht auf, und die Anfänge des englischen Kolonialreichs wurden gelegt. Das Elisabethanische Zeitalter war gleichzeitig gekennzeichnet durch eine Blüte des geistigen Lebens (v.a. William Shakespeare). Elisabeth blieb unvermählt (“Virgin Queen”)1, versammelte jedoch zahlreiche Günstlinge um sich u.a. Robert Dudley, 1. Earl of Leicester, und Robert Devereux (*1566, †1601), 2. Earl of Essex. Als ihren Nachfolger bestimmte sie kurz vor ihrem Tod den von ihr wenig geschätzten schottischen König Jakob VI., den Sohn Maria Stuarts, als König Jakob I, von England, verheiratet mit Anna von Dänemark, Tochter Friedrichs II. von Dänemark.

elisabeth1_heinrich4_frankr_brief_kl Brief Elisabeths an Heinrich IV. von Frankreich zoom

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1 Es ist viel gerätselt worden, warum Elisabeth nie geheiratet hat. Einige Historiker und Wissenschaftler gehen davon aus, daß sie eine sog. Komplette Androgenresidenz, eine Form der Intersexualität, hatte.

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London, Westminster Abbey

David

König von Juda und Israel (1000-970 v.Chr.); Gründer der Judäischen Dynastie, jüngste Sohn von Isai, einem Schafhirten aus Bethlehem, verbrachte seine Jugend als Hüter der Herden seines Vaters. Bekannt wurde er für seine musikalischen Fähigkeiten und seinen Mut, den er mit dem riesenhaften Goliath bewies. Aufgrund seines zunehmenden Ruhms wurde er an den Königshof gerufen, wo er zum Waffenträger von Saul, dem ersten König Israels, ernannt wurde, heiratete Michal, die Tochter Sauls, und gewann die Freundschaft von Sauls Sohn Jonathan. Er zog sich jedoch den wachsenden Unmut und Neid des Königs zu, der ihn mehrmals umzubringen versuchte, worauf er vom Königshof floh und viele Jahre seines Lebens in der Verbannung als Anführer einer Schar von Kriegern verbrachte. Nachdem David in der Stadt Adullam und in den Wüsten von Judäa gelebt hatte, trat er in den Dienst von Achis ein, des Königs der Philisterstadt Gath. Als Belohnung für seine Hilfe machte ihn Achis zum Herrscher der Stadt Ziklag. Nachdem Saul, Jonathan und seine Söhne in einer Schlacht mit den Philistern ums Leben gekommen waren, kehrte David in sein Heimatland zurück, war in Hebron zBild: Dr. Herta Lepie (04/2012)unächst sieben Jahre König von Juda, bevor er etwa 993 v.Chr. zum König von Israel gesalbt und somit Juda in Personalunion mit Israel verbunden wurde.

Denkmal Davids in der Nähe des Grabes

In kürzester Zeit besiegte David die Völker der Ammoniter, Aramäer, Edomiter, Moabiter und Philister und brachte damit Israel seine Unabhängigkeit als Nationalstaat. Eine seiner wichtigsten Eroberungen war die Festung von Zion, die er zum Herzstück seiner Hauptstadt Jerusalem, die “Stadt Davids”, machte. Nach Jerusalem, das damals nicht mehr als 1.500 Einwohner gehabt haben dürfte, brachte er die Bundeslade, die bislang in Silo aufbewahrt wurde. Während der Belagerung von Rabbath, dem heutigen Amman in Jordanien, beging er Ehebruch mit Bathseba, der Frau des Hethiters Uriah, der David als Offizier diente. Er heiratete Bathseba, die von ihm schwanger war, nach dem Tod Uriahs. Das Kind starb. Davids letzte Regentschaftsjahre waren von einem Streit mit seinem ältesten Sohn Adonijah gekennzeichnet, da David ihr zweites gemeinsames Kind, Salomon, anstatt seiner zum Thronfolger auserwählt hatte.

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Jerusalem

Hatschepsut

 als Sphinx (Kairo, Museum)

Ägyptische Königin (~1490 bis 1468 v. Chr.); Tochter des dritten Pharaos der 18. Dynastie,Thutmosis’ I., und Gemalin ihres Stiefbruders Thutmosis II. Da der Thronfolger Thutmosis III. noch minderjährig war, übernahm sie als seine Stiefmutter die Regentschaft zunächst als Vormund und nach zwei Jahren (Staatsstreich von 1488) bereits die Alleinherrschaft und regierte nominell als Königin. Sie setzte die imperiale Politik ihres Vaters, der den Machtbereich bis zum 4. Nilkatarakt ausgedehnt hatte, nicht fort. Sie führte lediglich einen Feldzug zur Sicherung der Südgrenze nach Nubien. Dafür ließ sie große handelspolitische Expeditionen durchführen, die sie zum Sinai, nach Assuan uns ins sagenumwobene Weihrauchland Punt führten. Innenpolitisch führte eine Säuberung und Reorganisation des Staatswesens durch. Ihr Totentempel gilt als eines der größten Werke der ägyptischen Monumentalkunst. Ließ sich als Mann darstellen. Ihr Stiefsohn Thutmosis III. ließ nach ihrem Tod ihren Namen aus der Königsliste und allen sonstigen öffentlichen Darstellungen z.B. den Kartuschen und Tempelinschriften, entfernen. Dennoch blieben zahlreiche Statuen und Inschriften sowie der in ihrem Auftrag erbaute Terrassentempel von Dair el-Bahari in West-Theben und Bauten in Karnak erhalten.

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Ägypten, Deir al-Bahari/Theben)

Bild: Shawn Watters (02/2005)
Bild: Chris Yunker (11/2007)
Bild: Lenka Peacock (02/2007)
Bild: Lenka Peacock (02/2007)

Kyros II., der Große der Ältere

 

König von Persien (559-530 v.Chr.); der Sohn Kambyses’ I. stürzte 550 v.Chr. den medischen König Astyages, eroberte mehrere kleinasiatische Staaten (585 Lydien, 539 Babylon) und wurde dadurch der Gründer des altpersischen Großreiches. Kyros, der die Unterworfenen zwar tributpflichtig machte, gestattete ihnen jedoch wie alle persischen Könige ein hohes Maß an religiöser Toleranz, genährt aus der Lehre des Zarathustra; so erlaubte er 538 v. Chr., nach dem Sieg über Nabonid, dem Herrscher des Neubabylonischen Reiches, und seinem Einzug in dessen Residenzstadt Babylon, die Rückkehr der in Babylonischer Gefangenschaft (der Aufenthalt der Juden in Babylon nach der Zerstörung Jerusalems durch Nebukadnezar II.) lebenden Juden nach Jerusalem. Mit dieser Eroberung waren das “Land zwischen den Flüßen” (i.e. Mesopotamien) und das “Land jenseits des Flußes”, wie die Gegenden zwischen Euphrat und Mittelmeer bis an die ägyptische Grenze genannt wurden, Teil jenes Großreiches geworden, das Kyros II. binnen eines Jahrzehnts erobert hatte und das vom Mittelmeer bis zum Oxus (heute Amudarja) und vom Bosporus bis zum Persischen Golf reichte. Bereits vorher hatte er im Herbst und Winter 547/546, den Westen Kleinasiens jenseits des Halys (heute Kzirmak) erobert, als er den sagenhaft reichen König des Lyderreiches, Kroisos (Krösus), bei Sardes unterworfen hatte, sowie die Gebiete der Karer und Lykier. Herodot berichtet in seinen Historien vom Untergang des Lyderreiches: Kroisos befragte das Orakel von Delphi über seine Chancen im Kampf gegen die Perser. Als die delphische Pythia ihm antwortete: “Wenn du den Halys überschreitest, wirst du ein großes Reich zerstören”, glaubte er an seinen Sieg: gemeint war jedoch sein eigenes Reich. Kyros fiel vermutlich auf seinem Feldzug gegen die Saken in Mittelasien irgendwo zwischen Oxus und Iaxartes (heute Syrdarja). Im Zuge seiner Eroberungen waren so auch die Ostgriechen an der Küste Kleinasiens unter persische Herrschaft gekommen, was zum der Ausgangspunkt der späteren persisch-griechischen kriegerischen Auseinandersetzungen wurde.

Alexander der Große besuchte fast genau 200 Jahre später auf seinen Kriegszügen gegen die Perser das Grab des Kyros, ließ es wiederherstellen und fügte der in Keilschrift gehaltenen Inschrift eine griechische Übersetzung hinzu. Als er nach seiner Rückkehr von seinem Eroberungszug aus Indien nach Pasargadai zurückkam, fand er das Grab des Kyros vernachlässigt, den Sarg geöffnet, den Leichnam herausgerissen und aller Kostbarkeiten beraubt. Er ließ die Reste des Leichnams wieder in den Sarg zurücklegen und das Grabmal, mit einem Siegel versehen, wieder schließen.

Inschrift (heute nicht mehr vorhanden): Ich, Kyros, der Achaimenide, der Sohn des Kambyses, der das Persische Reich gründete und Herr über Aisne war, errichtete mir dieses Grabmal. Wenn Du, o Mensch, es hütest, wird der Segen Ahuramazdas auf Deinem Haus sein. Wenn Du es zerstörtst, wird der Fluch des Gottes dich treffen.

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Iran, Pasargadai b.d.pers.Stadt Murghab

Ansicht aus dem 19. Jahrhundert

Dareios I., der Große [lat.: Darius]

König von Persien (522-486 v.Chr.); der Sohn des Hystaspes erschlug am 29.9.522 v. Chr. im Bunde mit sechs Verschworenen den Magier Gaumata, der sich für den jüngeren Sohn Kyros des Großen ausgegeben hatte, und stellte in kurzer Zeit die Herrschaft der Achaimeniden wieder her. Dareios schuf u.a. die Grundlagen zu einer neuen Verfassung. Seine Frau Atossa war die Tochter Kyros des Großen, beider Sohn war Xerxes I., der den Aggressionskrieg gegen Griechenland wieder aufnahm und wie sein Vater scheiterte. Er erneuerte nach Niederwerfung zahlreicher Aufstände das Reich des Kyros, erweiterte es bis zum Indus und teilte es in 20 (zuletzt 28) Satrapien (Statthalterschaften) ein. Um den Westteil seines gewaltigen Reiches abzusichern, wandte er sich nach Europa, unterwarf in einem Feldzug an die Donau auch Thrakien. Die Griechen waren in dem gesamten Reich für die Perser eher eine Randerscheinung. Als allerdings im Ionischen Aufstand im Jahre 500 die Griechen sich aus der Unterdrückung durch die Perser zu befreien suchten, darin zunächst auch zu reüssieren schienen, dann jedoch von den Persern geschlagen wurden und Milet 494 zerstört wurde, führte er eine Strafexpedition gegen Athen wie auch Eretria, die sich auf die Seite der Ostgriechen geschlagen hatten. Und er faßte jetzt auch eine Unterwerfung ganz Griechenlands ins Auge, sandte in Vorbereitung der Durchdringung Griechenlands seinen Feldherren Mardonios 492 in die nördliche Ägäis, damit er Beziehungen zu einem Teil der perserfreundlichen griechischen Aristokratie anknüpfe, um die Durchdringung Griechenlands vozubereiten. Diesem gelang zunächst die Festigung der Satrapie Thrakien, und er konnte Makedonien zur Anerkennung der persischen Oberhoheit zwingen. Als die Flotte Mardonios’ am Vorgebirge Athos jedoch durch einen Sturm stark dezimiert wurde, und da das primäre Kriegsziel zunächst erreicht war, kehrte er nach Persien zurück. Dareios befahl jedoch einen zweiten Feldzug, da sich sowohl Athen als auch Sparta geweigert hatten, einer formellen Unterwerfung zuzustimmen. Unter den Befehlshabern Datis, einem medischen Offizier, und Artaphernes, Sohn des gleichnamigen sardischen Satrapen, erfolgte ein neuer Angriff auf Griechenland; sie segelten durch die ägäische Inselwelt, brachten in Delos Apollon ein Opfer dar und dann auf der insel Euböa die Statd Eritrea, die sie einäscherte und deren Einwohner sie in die Susiana verschleppte, wo sie übrigens Herodot (*490/480 v.Chr., †~424 v.Chr.) ein Menschenalter später besuchte. Die Athener warteten auf Anraten des Miltiades nicht auf einen Angriff auf ihre Polis, sondern zogen den Persern entgegen, die inzwischen auf den Rat des zu den Persern geflohenen Hippias, der mit ihrer Hilfe eine Wiedereinrichtung seiner Tyrannis in Athen erhoffte, in der Bucht bei dem kleinen Dorf Marathon gelandet waren. Die Schlacht von Marathon endete mit einem Rückzug der Perser auf ihre Schiffe. In Athen verkündete der “Marathonläufer” von den Ereignissen. Die griechischen Truppen eilten nunmehr in Eilmärschen nach Athen zurück, um ihre Stadt zu decken. Da ein Überraschungslandung nicht mehr denkbar war, segelte die persische Flotte nach Osten zurück. Der Versuch des Dareios, Griechenland zu unterwerfen war ein zweites Mal gescheitert.

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Iran, Naqsch-i-Rustam

Maria de’ Medici

   

      pinxit P.P.Rubens

Königin von Frankreich; aus dem Hause der Großherzöge von Toskana; seit 1600 Gemahlin Heinrichs IV., nachdem dieser sich von Margarete von Valois getrennt hatte; war nach dessen Ermordung (1610) bis 1617 Regentin für ihren unmündigen Sohn Ludwig XIII.. Sie war urteilsschwach und als Tochter einer Habsburgerin, der Erzherzogin Johanna von Österreich (*1547, †1578), erzkatholisch, den Einflüsterungen ihrer transmontanen Beratern ausgeliefert und steuerte daher gegen die Politik ihres verstorbenen Mannes. Im November 1615 arrangierte sie in einer Doppelhochzeit die Verbindung ihres Sohnes Ludwig mit der spanischen Infantin Anna von Österreich und ihrer Tochter Isabella mit dem spanischen Thronfolger. Nachdem das Land in einem Chaos versank, rief sie 1614 unter dem Druck der politischen Entwicklung die Generalstände Ludwig XIII.ein, auf dem Ludwig bei der Eröffnung im August, jetzt mündig, der Öffentlichkeit als König gegenübertrat und das der Erzbischof von Bordeaux über das Bibelwort Deum timete, regem honorificate [Gott fürchtet, den König ehret] eröffnete, sozusagen im Aufkommen von Bewegung auch in dem unteren Stand, das Motto für die nächsten 175 Jahre, als kurz vor dem Beginn der Französischen Revolution die Stände wieder einberufen wurden. Nach der Ermordung ihres GünstlingsConcini Concini, der unmittelbar nach dem Tode Heinrichs IV. Mitglied des Staatsrates und zum Marquis d'Ancre erhoben worden war, verbannte Ludwig sie nach Blois, wohin Richelieu sie zunächst begleitete, bis ihm befohlen wurde, in sein Heimatbistum zurückzukehren. Sie verschanzte sich im Dom, kehrte schließlich 1621 nach Paris zurück. 1625 verheiratete sie ihre jüngste Tochter Henrietta Maria mit dem englischen König Karl I.. 1630 wurde sie jedoch von Richelieu, den sie ursprünglich protegiert und der ihre Politik einst unterstützt hatte, verdrängt, nachdem sie versuchte, dessen Spanienpolitik zu revidieren und es daher zu einer Konfrontation kam und Ludwig sich für Richelieu entschied (Journée des Dupes / Tag der Geprellten - 10.11.1630). Sie wurde in Compiègne unter Hausarrest gestellt, konnte sich aber aus der Haft absetzen und überschritt die Grenze nach Belgien am 30.7.1631. Sie beschloß ihr Leben - weitgehend mittellos, da ihr Sohn ihre Besitztümer eingezogen und die Einkünfte gesperrt hatte - in Köln. Dort wurde ihr Herz im Dom beigesetzt, der Corpus in Paris.

Maria de’ Medici mit Heinrich IV. und dem künftigen König Ludwig XIII. (pinxit P.P. Rubens)

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Friedrich III. von Habsburg

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Römischer König (1440-1493), Kaiser des Heiligen Römischen Reiches (1452-1493); als Friedrich V. Herzog von Innerösterreich (Steiermark, Kärnten, Krain; seit 1424), Sohn Herzog Ernsts des Eisernen von (Inner-) Österreich; Vater von Maximilian (I.) und Kunigunde von Österreich; Vetter König Albrechts II.; Vormund für Ladislaus V. Postumus; wurde am 2.2.1440 in Frankfurt am Main von den Kurfürsten als Nachfolger Albrechts II. zum deutschen König gewählt und am 17.6.1442 in Aachen gekrönt. Am 16.3.1452 wurden er und die 21 Jahre jüngere Infantin Eleonore Helena von Portugal (*1436, †1467), die er im Beisein ihres Bruders Eleonoravon PortugalAlfons’ V. von Portugal am 1.8.1451 in Lissabon zunächst per procurationem geheiratet hatte, von Papst Nikolaus V. in Rom getraut. Wenige Tage darauf erfolgte die gemeinsame Kaiserkrönung (er war der letzte in Rom gekrönte Kaiser). Von 1440 bis 1484 residierte er in Graz. Friedrich, der der Mathematik, der Astrologie und Alchemie frönte, galt zwar als ausgezeichneter Finanzmann und Verwaltungspraktiker, jedoch als politisch entschlußlos; er zog sich weitgehend aus der Reichspolitik zurück (blieb seit 1445 allen Reichstagen fern) und wandte sich den Erblanden (u.a. Kämpfe mit seinem Bruder Herzog Albrecht VI. von Österreich, 1457-63) zu. Dennoch konnte er eine Schwächung des habsburgischen Hausmachtbesitzes nicht verhindern. Als die Türken nach ihrer Eroberung Konstantinopels am 29.5.1453 bis nach Ungarn und Böhmen vorgedrungen waren, beriefen Friedrich und Papst Kalixtus III. einen Reichstag nach Frankfurt am Main ein, um allen Menschen zum Widerstand gegen die Türken aufzurufen. Hier wurde erstmals nicht nur die Gutenberg-Bibeln verkauft, sondern auch ein sog. von Gutenberg gedruckter Türkenkalender für 1455 [links], eine nach Monaten geliederte Chronik in Reimen, die stets aufs Neue an die Einigkeit des Reiches mahnen sollten, eine “Mahnung der Christenheit wider die Türken”. Nur vier Jahre später (1458) verlor er Böhmen an Georg von Podiebrad und Kunstat, Ungarn und 1485-90 sogar Wien an Matthias I. Corvinus. Friedrich war ein Gegner der Reichsreform, behauptete sich jedoch gegen die Versuche, ihn abzusetzen oder einen Gegenkönig zu wählen. Mit der Verheiratung seines Sohnes Maximilian (I.) 1477 mit der Tochter Karls des Kühnen, Maria, gewann er Burgund für das Haus Habsburg (1482). Er glaubte fest an die habsburgische Mission zur Weltherrschaft, ließ folgerichtig an allen seinen Bauten seine Devise A.E.I.O.U. (Austria est imperare orbi universo, dt. Es ist Österreich bestimmt, die Welt zu beherrschen [seit 1437 belegt] anbringen. Mitte Juni1443 erkrankte der Kaiser schwer an einer Magen-Darm-Erkrankung, an deren Folge er starb. Zuvor war ihm das rechte Bein amputiert worden, das brandig geworden war.

Trauung mit Eleonore von Portugal durch Papst Nikolaus V. in Rom (Holzschnitt, ~1515)

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Wien, Stephansdom

Maria Stuart

   

Königin von Schottland (1542-68); als ihr Vater, Jakob V. im Dezember 1542 starb, wurde sie – gerade sechs Tage alt – Königin von Schottland. Um das katholische Schottland für das protestantische England zu gewinnen, warb Heinrich VIII. für seinen noch unmündigen Sohn und Erben Eduard (VI.) um sie. Mit Geldgeschenken bedacht, stimmten die schottischen Lords dem Ehevertrag zu, auch Maria Guiseder Forderung, das Kind an den englischen Hof zu geben. Marias Mutter Maria von Guise (*1515), die zweite Gattin Jakobs V., jedoch weigerte sich, diesem Ansinnen zu folgen, da sie es im “richtigen“, dem katholischen Glauben erzogen sehen wollte. Als Heinrich daraufhin Truppen nach Schottland entsandte, die auf seine Weisung hin das Land verwüsteten und plünderten und die Bevölkerung rücksichtslos töteten, wurden Mutter und Kind in das sichere Schloß von Sterling gebracht. Heinrich mußte sich schließlich vertraglich damit zufrieden geben, daß Maria erst bei Erreichen ihres 10. Lebensjahr nach England ausgeliefert würde. Nach dem Tode Heinrichs forderte der für den noch unmündige Eduard eingesetzte Regent Somerset die Auslieferung Marias. Da Schottland auch dieser Forderung Widerstand leistete, rückten erneut englische Truppen in Schottland ein und schlugen dessen Heer am 10.9.1547 vernichtend bei Pinkie Cleugh. Marie allerdings wurde erneut dem Zugriff entzogen, indem man sie im auf einer Insel im See von Menteith gelegene Kloster Inchmahome versteckte. Der französische König Heinrich II. entsandte eine Flotte und ließ durch deren Generalleutnant um die Hand Marias für seinen Sohn Franz anhalten. Die 5-Jährige wurde schließlich am 7.8.1548 gemeinsam mit ihren Gespielinnen, den vier Marys (Mary Flemming, Mary Beaton, Mary Livingstone und Mary Seton) nach Frankreich entführt, wo sie erzogen wurde.

Franz und Maria

10 Jahre später, am 24.4.1558, fand in der Kathedrale Notre Dame in Paris die Hochzeit zwischen der jungen Königin von Schottland und dem französischen Thronfolger, dem späteren Franz II. statt. Als im selben Jahr Maria I. Tudor, die Königin von England, starb und ihre Stiefschwester als Elisabeth I. den englischen Thron bestieg, erhob Maria Stuart als Urenkelin des englischen Königs Heinrichs VII. Anspruch auf den Thron, da man in Frankreich der Meinung war, Elisabeth sei als “Bastard“ – Heinrich VIII. hatte nachträglich seine Ehe mit Anna Boleyn, Elisabeths Mutter, durch Parlamentsbeschluß für ungültig erklären lassen – thronunwürdig, so daß nur Maria die legitime Nachfolgerin auf dem englischen Thron sein könne.

Wenige Tage, nachdem Heinrich II. bei einem Unfall bei einem Turnier gestorben war – die bereits gesplitterte Lanze des Kapitäns der schottischen Leibwache, Montgomery war in sein Auge gedrungen – wurde Marias Gatte als Franz II. 1559 in Reims durch den Erzbischof zum König von Frankreich gekrönt. Das Blatt für Maria Stuart wendete sich jedoch rasch, als der kränkliche Franz am 6.12.1560 starb. Maria, jetzt Königswitwe, mußte nun ihrer Schwiegermutter Katharina von Medici, von ihr verächtlich als “Krämerstochter aus Florenz“ bezeichnet, den Vortritt überlassen. Da sie hier ihre Stellung als Königin verloren hatte und diese Stellung nicht auch noch die Stellung als Königin von Schottland verlieren wollte, verließ sie nach 12-jährigem Aufenthalt Frankreich und betrat am 19.8. im Hafen von Leith wieder schottischen Boden. Das Land befand sich, nachdem Marias Mutter Maria von Guise im Juni 1560 gestorben war und englische Truppen in das Land eingedrungen waren, im Chaos. Durch den ständigen Einfluß der Engländer, insbesondere durch Geldgeschenke an die Lords, hatte die Hälfte des Volkes sich dem protestantischen Glauben zugewandt. Da Maria sich der französisch-schottischen Verbindung und dem Katholizismus verpflichtet fühlte, geriet sie in Gegensatz zu Elisabeth I. von England. Wegen ihres Anspruchs auf den englischen Thron war die katholische Maria für Elisabeth und ihren protestantischen Hof eine ständige Bedrohung. Der Konflikt verschärfte sich noch, nachdem Papst Pius V. Elisabeth I. 1570 exkommunizierte und die katholische Minderheit in England aufforderte, sich der "Ketzerin" auf dem Thron zu entledigen. Marias Bestrebungen, das Land zu katholisieren, traten die meisten der protestantischen Lords sowie der Reformator eifernde John Knox entgegen. Auch verschiedentliche Versuche, das gespannte Verhältnis zwischen Maria und Elisabeth zu entspannen, scheiterten.

Obwohl sich u.a. die Könige von Schweden, Dänemark und Frankreich, Erzherzog Karl von DarnleyÖsterreich sowie Don Carlos von Spanien um die Witwe bemühten, heiratete Maria überraschend 1565 ihren 19-jährigen Cousin 4. Grades Henry Stuart, Lord Darnley; aus dieser Ehe ging der spätere König Jakob I. (ab 1603) hervor. Diese Eheschließung führte dazu, daß sich Marias Halbbruder James Stewart, 1. Earl of Moray (*1531, †1570) mit anderen protestantischen Adligen zusammentat und eine offene Rebellion anzettelte. Maria begab sich am 26.8.1565 nach Stirling, um den Rebellen entgegenzutreten und kehrte im darauf folgenden Monat nach Edinburgh zurück, um weitere Truppen zu organisieren. Die Rebellion wurde rasch niedergeschlagen und Moray floh mit seinen Anhängern ins Exil nach England. Schon bald zeigten sich Spannungen in der Ehe; insbesondere rief die enge Vertrautheit zwischen Maria und ihrem Privatsekretär David Rizzio Darnleys Eifersucht hervor. Darnley drang mit anderen am 9.3.1566 in das Eßzimmer der Königin im Holyrood Palace ein und hielt die hochschwangere Königin fest, während die anderen Rizzio im VMaria Stuard und James Darmleyorzimmer niederstachen. Darnley hatte sich durch diese Tat nicht nur den Haß seiner Gattin zugezogen, sondern zog auch zunehmend den Unwillen und Haß der schottischen, protestantischen Lords auf sich, so daß er zu seinem Vater nach Glasgow floh. Auf Wunsch Marias kehrte er jedoch nach Edinburgh zurück. Gesundheitlich angegriffen, erholte er sich in dem abseits gelegenen Haus in Kirk o’ Field (heute zu Edinburgh), wo sie ihn häufig besuchte und ihn pflegte und ihm so den Eindruck vermittelte, sich mit ihm versöhnen zu wollen. Am 10.2.1567 ereignete sich im Haus eine gewaltige Explosion, und Darnley wurde unbekleidet und ohne jede Verletzung tot im Garten gefunden, so daß anzunehmen ist, daß er ermordet worden sei. Obwohl sie ihre Mitwisserschaft an der Ermordung ihres Gatten Robert Darnley durch James Hepburn Bothwell, bestritt, hat sie wohl von dem Vorhaben gewußt, war aber wohl auch schwankend, was die Ermordung des Vaters ihres gemeinsamen Sohns Jakob anbelangte. Über ihre Beziehung zu Bothwell geben die sog. Kassettenbriefe – sie wurden in einer silbernen Kassette gefunden, die ihr einst ihr erster Ehemann, Franz II., geschenkt hatte) Auskunft, die Maria an ihn geschrieben haben soll (die Authentizität der acht Briefe, die nicht mehr vorhanden sind, ist bis heute umstritten; die Originale gelten seit 1584 als verloren). Die schottischen Adligen versuchten in einer Untersuchung, die auf den Konferenzen von York und Westminster (1568-1569) Marias Absetzung zu rechtfertigen, da sie als Beweismittel galten, daß die Königin zumindest von der Ermordung ihres Gatten Henry Darnley gewußt hatte (das Gericht kam allerdings zu dem Schluß, daß der Mord an Lord Darnley mit ihnen nicht bewiesen worden konnte). Die protestantischen Lords erhoben sich und zwangen sie zur Abdankung zu Gunsten ihres Sohnes (Jakob IV., als Jakob I. Nachfolger Elisabeths auf dem englischen Thron) abzudanken. Bothwell wurde in einer gerichtlichen Untersuchung von “any art and part of the said slaughter of the king” (jeglicher Art und Teilnahme an der besagten Ermordung des Königs) einstimmig freigesprochen, da keine Anklage vorläge. Das Verhalten der Königin nach der Tat fand sowohl in ihrem eigenen Land als auch an den Höfen Europas absolutes Unverständnis, zumal sie - sozusagen im Eilverfahren - den von ihr zum Großadmiral ernannten Bothwell, den man allgemein für den Mörder hielt, 1567 heiratete. Selbst ihr Untertan der Priester John Craig, Nachfolger John Knox’, weigerte sich zunächst diese Ehe - “odious and slanderous before the world” (abscheulich und ehrenrührig vor der Welt) - zu schließen. Erst als sich die katholische Maria bereit erklärte, die Trauung auch im protestantischen, dem ketzerischen Ritus zu vollziehen, fand die Zeremonie statt.

Bei Carberry vor den Toren Edinburghs standen sich am 15.6.1567 die Anhänger der Lords und Maria Stuart, Bothwell an ihrer Seite, gegenüber. Verhandlungen, geführt vom französischen Gesandten Du Croc, wurden ergebnislos abgebrochen. Als Maria die Aussichtslosigkeit einer kriegerischen Auseinandersetzung zu ihren Gunsten erkannte, ergab sie sich unter der Bedingung, Bothwell abziehen zu lassen, ihn nicht zu verfolgen, und wurde unter den Schmährufen ihres Volkes zurück nach Edinburgh gebracht (der Ort, an dem sie ihr Pferd bestieg, ist durch ein Monument gekennzeichnet) und dort in das Haus des Provosten, wo man nicht einmal ihre Dienerinnen zu ihr ließ. Schließlich wurde sie im auf einer Insel im Loch Leven gelegenen Loch Leven Castle, wo sie eine Fehlgeburt von Zwillingen aus ihrer Verbindung mit Bothwell hatte, unter der Obhut von Margaret Erskine, bekannt als Lady Douglas, gefangengesetzt. Nachdem ihre Gegner die Kassettenbriefe unter den von Bothwell in Holyrood zurückgelassenen Unterlagen gefunden hatten, wurde Maria Stuart aufgefordert abzudanken, andernfalls man die kompromittierenden Dokumente, die u.a. ihr Wissen um die Ermordung Lord Darleys offenbaren, öffentlich machen. Aus Angst und Scham vor der Erniedrigung unterzeichnete Maria, und drei Tage später wurde ihr kleiner Sohn als Jakob IV. König von Schottland; Marias ungeliebter Stiefbruder Moray wurde Regent für den Minderjährigen (dennoch werden die Briefe bereits am 15.12. vor dem Parlament verlesen). Mit der Hilfe ihres Wärters, Lord George Douglas of Lochleven, der ihrem Charme erlegen war und sich angeblich in sie verliebt haben soll, gelang es ihr nach einem zuvor gescheiterten Fluchtversuch - der junge Lord Ruthven hatte bereits einen Versuch unternommen - schließlich am 2.5.1568, von der Insel zu entkommen. Sie versuchte sich mit Moray zu versöhnen, der aber wollte die erlangte Macht nicht wieder an seine Halbschwester abgeben. Nach einem Jahr Regentschaft von Moray war die Anhängerschaft Marias wieder gestiegen, und so gelang es ihr schon wenige Tage später, nochmals eine Armee von 6.000 Getreuen zu rekrutieren und am 13.5.1568 in die Schlacht bei Langside (Glasgow) zu führen. Als die Niederlage sichtbar wurde, verließ sie das Schlacht, die sie von einem Hügel aus beobachtet hatte, Hals über Kopf, ohne Begleitung, in Richtung der schottisch-englischen Grenze: “Ich mußte auf der Erde schlafen, saure Milchtrinken und Hafergrütze ohne Brot essen. Drei Nächte habe ich wie eine Eule, ohne eine Frau zu meiner Hilfe, in diesem Land gelebt.”  Nach drei Tagen erreichte sie die Abtei Dundrennan an der Grenze zu England. Dieser Gewaltritt ist bis heute im Gedächtnis des schottischen Volkes geblieben.

In einem Brief bat sie Elisabeth, sie bei sich aufzunehmen, Wlliam Cecilwas diese als “liebe Schwester” auch zunächst wollte; Elisabeths Berater, William Cecil, Lord Burghley (*1521, †1598), aber fürchtete politische Verwicklungen mit katholischen Staaten und eine ständige Bedrohung des protestantischen Englands durch Maria, und Elisabeth schloß sich schließlich seinen Bedenken an. So wurde Maria Stuart 18 Jahre bis zu ihrem Tode nicht wie eine Exilantin behandelt, sondern de facto wie eine Gefangene auf mehreren Schlössern festgehalten. Bis zu ihrem Ende gab sie die Hoffnung auf Befreiung nicht auf, wenn sie auch in verzweifelter, einsamer Stunde diese ergreifenden Zeilen verfaßte:

O Dominus Deus! speravi in Te
O care mi Jesu! nunc libera me.
In dura catena, in misera poena, desidero Te;
Languendo, gemendo et genu flectendo
Adoro, imploro, ut liberes me.

[O Gott Herr! Ich habe Vertrauen in Dich
O neige Dich mir zu, Jesus! Jetzt befreie mich.
In grausamer Kette, in elender Strafe, ersehne ich Dich;
müde, klagend und Knie gebeugt
bete ich, flehe ich, daß Du mich befreien mögest].

Verzweifelt suchten ihre Gegner nach einer Möglichkeit, sie vor ein Gericht zu zerren, um sich letztlich - ein Urteil würde von vornherein feststehen - ihrer endgültig zu entledigen. Schließlich wurde Maria in eine Falle gelockt: mit einem chiffrierten Schreiben mit Datum vom 17.7.1586 Wlsinghambekannte sie sich nicht nur zu ihrer von Anthony Babington (*1561, †1586), einem jungen katholischen Adliger, geplanten Befreiung mit Hilfe einer spanischen Invasion, sondern auch der Ermordung Elisabeths, die zunächst nicht zu seinem Vorhaben gehörte, die ihm vielmehr aufgrund einer von Francis Walsingham geschickt gelenkten Beeinflussung durch den angeworbenen Doppelagenten Gilbert Gifford (*1560, †1590) nahe gelegt wurde. Alle ihre Schreiben leitete dieser an Walsingham. Damit hatte dieser endlich den notwendigen Beweis ihrer Mitwisserschaft in den Händen.

Letzte Seite eines Briefes Maria Stuarts an Heinrich III. von Frankreich (geschrieben am 8. Februar 1587).

Wegen dieser Mitwisserschaft an dem Vorhaben wurde sie angeklagt und in einem unfairen Verfahren am 15.10. zum Tode verurteilt. Erst nach monatelangem Zögern - die Hinrichtung einer gesalbten Königin wollte sie nicht zum Paragigma für die Zukunft lassen werden und um jeden Gedanken in der Geschichtsschreibung an ungerechtes Handeln ihrerseits auszuschließen - unterzeichnete Elisabeth schließlich das Todesurteil und gab es zum Siegeln mit dem Staatssiegel an ihren Sekretär William Davison (*1541, †1608), der später als Sündenbock herhalten mußte. Aufgrund ihrer mutmaßlichen Zustimmung wurde Maria Stuart in der großen Halle auf Schloß Fotheringhay hingerichtet. Sie hatte zwar das Todesurteil unterzeichnet, habe aber nicht dessen Ausführung gewollt. An Marias Sohn schrieb Elisabeth: “She (nämlich Elisabeth in der 3. Pers. Sing.) never had thought to put the Queen, your mother, to death [sie habe nie den Gedanken gehabt, die Königin, Ihre Mutter, dem Tode zu überantworten], die Hinrichtung sei “without her knowledge and consent“ [ohne ihr Wissen und Zustimmung] erfolgt. Sein Interesse am Schicksal seiner Mutter war aber sowieso nicht sehr ausgeprägt, was nicht verwunderlich ist, wenn man bedenkt, daß er ihr bereits als Baby weggenommen worden war und er insofern keine Erinnerung an sie haben konnte. Sein Verhalten zu ihrem Tod war ambivalent. Und es wundert auch gar nicht, daß er Elisabeths Beteuerung glaubte, zumal sie ihm die Nachfolge auf ihrem Thron erneut versprach. In einem Brief vom März 1587 an Elisabeth:

Madame and dearest sister, Whereas by your letter...ye purge yourself of your unhappy fact, ...together with your many and solemn attestations of your innocency--I dare not wrong you so far as not to judge honorably of your unspotted part therein; so on the other side, I wish that your honorable behavior in all times hereafter may fully persuade the whole world of the same. And as for my part I look that ye will give me at this time such a full satisfaction in all respects as shall be a mean to strengthen and unite this isle, establish and maintain the true religion, and oblige me to be as of before I was, your most loving..." [Englisch modernisiert]

Befehl zu Hinsichtung von Maria Stuart vom 1. Februar 1587

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London, Westminster Abbey

Bild: Peter Malaschitz
Bild: Heather Kennedy (05/2005)
Bild: John Beton (08/2006)

Grabhügel der 490 v. Chr. bei Marathon gefallenen Griechen

Hinweis: Maria Stuart wurde zunächst in der Kathedrale von Peterborough beigesetzt. 1612 wurden die sterblichen Überreste auf Anweisung ihres Sohnes Jakob VI., König der Schotten und seit 1603 als Jakob I. König von England und Irland I., nach London überführt und in der Westminster Abbey beigesetzt.

Bild: Renée Wirick (09/2006)

Peterborough, Kathedrale

Saint-Denis, Basilika

Bild: Alexander Krischnig (01/2008)
Bilder: Jürgen Pferdkamp (07/2009)
Bild: Photostudio York & Son
Bild: Bernard Gagnon (08/2007) wikipedia.en
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Hinweis: Friedrichs III. Herz und Eingeweide sowie sein amputiertes rechtes Bein wurden in der Linzer Stadtpfarrkirche bestattet. Erst am 12. November 1513 wurde sein Leichnam im Stephansdom feierlich beigesetzt.

Hinweis: Die Original-Grabstätte ist nicht mehr vorhanden. Die Gräber in der Basilika von Saint-Denis wurden während der Französischen Revolution aufgrund eines Dekrets vom 1. August 1793 geöffnet, und zwar, um dringend benötigte Metalle, v.a. aus den überwiegend aus Blei bestehenden Sarkophage, zu gewinnen. Dabei wurden auch die sterblichen Überreste der Könige und Königinnen sowie anderer Personen entfernt und anschließend in zwei außerhalb der Kirche ausgehobene Gruben geworfen, mit Löschkalk überschüttet und dort belassen. Das Grab Maria de’ Medicis wurde als eines der ersten am 15. Oktober 1793 geöffnet. Während der bourbonischen Restauration nach 1815 wurden die in den beiden Gruben außerhalb der Kathedrale beerdigten Gebeine und sterblichen Überreste erneut geborgen und, da sie den einzelnen Personen meistens nicht mehr zuzuordnen waren, in einem gemeinsamen Ossarium in einer Krypta der Kathedrale beigesetzt.

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Thutmosis III.

 

Ägyptischer König (Pharao) der 18. Dynastie; Sohn von Thutmosis II. und einer seiner Nebenfrauen namens Isis; bestieg am 4. Schemu I 1479 v. Chr. den Thron und regierte bis zum 30. Peret III 1425 v. Chr., wobei seine Stiefmutter Hatschepsut, die zugleich seine Tante war, bis zu seinem 22. Lebensjahr als Vormund die Regierungsgeschäfte betrieb. Nachdem Thutmosis 1468 v. Chr. selbst die Regierung übernommen hatte, unternahm er eine Reihe von Eroberungszügen, die in der ägyptischen Geschichte einmalig waren. Im ersten Jahr seiner Alleinregierung besiegte er ein Bündnis syrischer Fürsten und nahm die Stadt Megiddo im Westen der Jesreel-Ebene ein. Insgesamt führte Thutmosis III. 17  erfolgreiche Feldzüge, stieß bis an den Euphrat im Reich der Mitanni vor, die zu jener Zeit den überwiegenden Teil Nordmesopotamiens kontrollierten und in mehreren, von den Ägyptern beherrschten syrischen und phönizischen Städten Aufruhr entfacht hatten, er eroberte mehrere Städte der Mitanni und weitete damit seinen Einflußbereich bis Nordpalästina und Phönizien aus. Im Süden dehnte er die ägyptische Herrschaft bis nach Nubien aus.

Die Beute aus diesen Kriegen bzw. die Tributzahlungen seitens der besiegten Länder verwendete er u.a. für den Bau von Tempeln; so ließ er am großen Tempel von Karnak bedeutende Erweiterungsbauten vornehmen und seine Annalen in Form von Inschriften an den Wänden anbringen.

Sein Nachfolger war Amenophis II..

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Wādī al-Mulūk (Ägypten), Tal der Könige, Grab KV 34

Thutmosis I.

 

Ägyptischer König (Pharao) der 18. Dynastie (~1504-~1402 v. Chr., Neues Reich); Sohn von Amenhotep I. (unsicher) und der Senisene; Schwiegersohn und Nachfolger Amenophis' I.. Da Nubien unmittelbar nach Thutmosis’ Krönung gegen die ägyptische Herrschaft rebellierte, waren die ersten Jahre seiner Regierung geprägt von kriegerischen Ausfällen bis in den Sudan und nach Vorderasien. Bereits im zweiten Jahr gelang es ihm, den Aufstand eines nubischen Fürsten niederzuringen. und somit das für den innerafrikanischen Handel, die Schifffahrt und den Zugang zu den Goldminen wichtige Gebiet unter ägyptische Kontrolle brachte; das nubische Gebiet wurde fortwährend durch fünf nubische Fürsten verwaltet.

Nach seinem nubischen Krieg drang Thutmosis in den Euphrat in der Nähe von Carchemish in Syrien ein, als er die Verfolgung der Hyksos fortsetzte, asiatischen Herrschern, die kürzlich Ägypten beherrscht hatten (einer der Texte aus Nubien besagt, daß Thutmosis bereits vor dem syrischen Vorstoß den Euphrat als seine Grenze beanspruchte).

Sein Feldzug nach Syrien – welcher zeitlich möglicherweise in das vierte oder fünfte Regierungsjahr eingeordnet werden kann – wurde nach einer Inschrift als Vergeltung für das Böse geführt.

Später widmete Thutmosis sich insbesonders seinen Bauprojekten; so ließ er bei Karnak am Ostufer des Nil zwei Pylonen (Eingangstore), ein Hypostylon (Säulenhalle) und zwei Obelisken errichten (einer von ihnen steht noch heute). Er war der erste König, der sein Grab im Tal der Könige errichtete.

Von den Kindern mit seiner Großen königlichen Gemahlin Ahmose überlebte nur Hatschepsut, die anderen starben früh. Mut-nofret, die Nebenfrau Thutmosis’ I., gebar einen Sohn, der als Thutmosis II. zu seinem Nachfolger wurde und seine Halbschwester Hatschepsut heiratete.

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Hinweis: Thutmosis sterbliche Überreste wurden, um sie vor antiken Plünderern zu sichern, im Schutzraum von Deir el-Bahari, Grab DB320 transferiert, wo sie aufgefunden werden werden. Zunächst waren sie im Grab KV38, im Tal der Könige, beigesetzt worden, bevor sein Leichnam von Hatschepsut im Grab KV20 in einen neuen Sarkophag überführt wurde, der später von Thutmose III im Originalgrab angezeigt werden sollte (Der Sarkophag befindet sich heute im Museum of Fine Arts in Boston).

Wādī al-Mulūk (Ägypten), Tal der Könige, Grab KV 38

Grab des Dareios (Lithographie aus den 1890er Jahren)

Adel / Regenten IX

Omnibus salutem!