John Patrick Crichton-Stuart

Schottischer Landadliger (3rd Marquis of Bute), Industriemagnat, Altertumssammler und –forscher, Kulturförderer und Philanthrop; entstammte einem illegitimen Zweig des schottischen Königshauses der Stuarts, der im 17. Jahrhundert geadelt wurde; Urenkel des Premierminister des britischen Königs Georg III., Enkel des 1st Marquis of Bute; Sohn des 2nd Marquis of Bute, der als Begründer des modernen Cardiff und der südwalisischen Schwerindustrie gilt. John Patrick Crichton-Stuart besuchte die Public School von Harrow und das Christ Church College in Oxford. Als er 1868 im Alter von 21 Jahren zum Katholizismus übertrat und von Papst Pius IX. gefirmt wurde, verursachte dies in Großbritannien einen Skandal (das Ereignis inspirierte Benjamin Disraeli nach Ablauf seiner ersten Amtsperiode als Premierminister zu seinem Roman Lothair (1870). John Patrick Crichton-Stuart erlangte für die wissenschaftliche Welt in Großbritannien v.a. Bedeutung aufgrund seiner finanzielle Förderung von Universitäten und Projekten. Er war vielseitig interessiert, beschäftigte sich mit der Religion, dem Mittelalter, dem Okultismus und reiste viel. Gemeinsam mit William Burges, den er 1865 kennengelernt hatte und mit dem ihn eine Freundschaft bis zu dessen Tod im Jahre 1881 verband, läutete er ein Wiederaufleben der Gothik ein und errichteten sowohl Cardiff Castle als auch Castell Coch. Außerdem übernahm er die Schirmherrschaft über zahlreiche Kapellen, Schlösser, Abteien, Universitäten und Paläste.

Inschrift auf der Marmortafel an der Wand des Franziskanerklosters beim Sanctuarium Dominus Flevit auf dem Ölberg:

PAX ESTO AETERNA
ANIMAE PIENTISSIMAE
JOANNIS PATRICII CRICHTON STUART
MARCHIONIS III DE BUTE
IN SCOTIA
VII IDUS OCTOBRES
A D MDCCCC
MORTEM IN CHRISTO OBEUNTIS
CUIUS COR
IN TERRAM SANCTAM
SUPREMA TESTAMENTI CAUTIONE
DELATUM
GUENDOLINA CONJUX
IN HORTO
HUIC DOMINUS FLEVIT AEDICULAE
ANNEXO
QUATUOR ADSISTENTIBUS FILIIS
IDIBUS NOVEMBRIS EODEM ANNO
PROPRIIS RELIGIOSE MANIBUS
SEPELIVIT

[dt. Ewiger Frieden sei der gar gottesfürchtigen Seele des Johannes Patricius Crichton-Stuart, des dritten Markgrafen von Bute in Schottland, am 9. Oktober im Jahr des Herrn 1900 in Christo gestorben, dessen Herz, in heilige Erde unter größter Beachtung seines letzten Willens gebracht, seine Ehefrau Gwendolen im Garten, der diesem Gebäude Dominus Flevit angeschlossen ist, im Beisein der vier Kinder am 13. November in ebendiesem Jahr mit eigenen Händen gewissenhaft begraben hat]. Der lateinische Text wurde notiert und übersetzt von Siegfried Koss.

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Bilder: P. Robert Jauch OFM (12/2011)

Jerusalem, Ölberg, In der Nähe des Franziskanerklosters

Hinweis: Wie im Testament bestimmt, wurden die sterblichen Überreste in der Kapelle auf der Insel Bute beigesetzt, das Herz jedoch in Jerusalem auf dem Ölberg in der Basis des Kreuzes.

Ottokar I. Přemysl

 

König von Böhmen (1198-1230), Großvater von Ottokar II. Přemysl, Sohn Vladislav II., Vater Wenzels I., der seit 1228 Mitkönig war; erwirkte 1198 bei Philipp von Schwaben, 1203 beim Papst und 1212 schließlich auch bei Kaiser Friedrich II. die Bestätigung der erblichen Königswürde für Böhmen, das er kulturell und wirtschaftlich förderte. So wurde die deutsche Besiedlung des Ostens nicht nur gefördert, sondern noch intensiviert, indem u.a. 1170 ein Privileg für deutsche Kaufleute eingeführt wurde. Außerdem erfolgte eine Ausrichtung des Rechtswesens nach deutschem Vorbild, und durch Gründung von Klöstern wurde die Kultur gefördert.

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Bild Acoma (02/2009) Wikipedia.de

Prag, St. Veitsdom

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Wenzel II. [tschech. Václav; poln. Wacław]

 aus Manesse-Codex

König von Böhmen 1278-1305); als Wenzel I. König von Polen (1300-05); König von Ungarn (1302-05); aus der Dynastie der Přemysliden; Enkel von Wenzel I.; Sohn Ottokars II.; 1285 heiratete er in Eger Guta von Habsburg (*1271, †1297) und wurde damit Schwiegersohn des Römischen Königs Rudolf I. von Habsburg, der zehn Jahre zuvor über seinen Vater die Reichsacht verhängt hatte (Ottokar hatte 1273 die Wahl Rudolfs abgelehnt; der Konflikt zwischen den beiden endete erst, als Ottokar II. 1278 in der Schlacht auf dem Marchfeld bei Dürnkurt, die mit Gebietsverlusten von der Krain und dem Egerland endete - nur Böhmen und Mähren verblieben im Besitz der Přemysliden) fiel). 1290 erhielt Wenzel II. von seinem Schwiegervater die Kurwürde. 1291 eroberte er Oberschlesien. 1300 wurde er als Kandidat einer Adelsfraktion in Gnesen zum polnischen König gekrönt, und im Folgejahr ließ er seinen zwölfjährigen Sohn Wenzel III. (* 1289; † 1306 ) zum König von Ungarn erheben, allerdings scheiterte die ungarische Herrschaft bald am Veto des Papstes Bonifatius VIII. und an dem römisch-deutschen König Albrecht I. von Habsburg, einen seiner Lehnsherren und Bruder seiner Gemahlin, der im August 1304 in Mähren eingefallen war. Wenzel wollte dem Konflikt aus dem Wege gehen; der böhmische und mährische Adel allerdings rieb die Eindringlinge auf, und als Albrecht aufgrund des beginnenden Winters abziehen wollte, griffen die Böhmen die Abziehenden an. 1305 bereitete Wenzel Friedensverhandlungen vor, den Friedensschluß erlebte er allerdings nicht mehr; er starb, da seine Residenz auf dem Hradschin 1303 ausgebrannt war, im Haus des Goldschmieds Konrad in der Prager Altstadt.

Von Wenzel, der auch dichtete, sind drei deutsche Minnelieder in der Manessischen Liederhandschrift erhalten.

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Bilder: Acoma (2011) Wikipedia.de
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Prag-Zbraslav,.Kloster Zbraslav, Klosterkirche

Elisabeth Pauline Ottilie Luise [Pseudonym Carmen Sylva]

                           Gartenlaube 1887

Königin von Rumänien; Prinzessin zu Wied; heiratete 1869.Karl Eitel Friedrich von Hohenzollern-Sigmaringen, der ab 1866 als Carol I. Fürst und seit 1881 König von Rumänien war; 1881 folgte Elisabeth, die sich während des Russisch-Türkischen Krieges (1877–78) der Pflege der Verwundeten gewidme hatte, was ihrem Mann verannlaßte, zur Auszeichnung solcher karitativen Engagements das Elisabeth-Kreuz zu stiften, ihm nach Rumänien. Dort befreundete sie sich mit Mite Kremnitz, der.Tochter des bekannten Chirurgen Heinrich-Adolf von Bardeleben, die 1881 offiziell ihre Vorleserin und Hofdame wurde. Beide verfaßten gemeinsam u.a. Romane und Kinderbücher, wobei ihre Pelesch-Märchen am bekanntesten wurden. Elisabeth, die bereits als Kind Gedichte und schrieb aber unter dem Pseudonym Carmen Sylva auch eigene Gedichte, Erzählungen und Romane, fertigte auch Übersetzungen aus dem Französischen ins Deutsche. Als sie sich im Sommer 1891 im italienischen Pegli wegen eines Nervenleidens zur Kur aufhielt, lernte sie den dort lebenden Komponisten August Bungert kennen, dem sie zeitlebens verbunden blieb und der viele ihrer Gedichte vertonte. Sie komponierte aber auch selber: Im April 1910 wurde anläßlich eines Wohltätigkeitskonzerts in Wiesbaden fünf von ihr vertonten Lieder vorgetragen; darunter zwei eigene Gedichte und je ein solches nach einem Text von Goethe und von Eichendorff.

Elisabeth mit ihrem Gemahl Karl Eitel Friedrich nach der Hochzeit in Sigmaringen

Bild_ Dr. Herta Lepie (05/2019)

Carmen Sylvas Schloß Peleș in Prahova (Krs. Prahova, Rumänien)

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Curtea de Argeș, Kathedrale

Leopold Wilhelm von Habsburg

                                       

Erzherzog; jüngster Sohn von Kaiser Ferdinand II.; Bruder Ferdinands III.; war Hochmeister des Deutschen Ordens, Bischof von Halberstadt, Magdeburg, Olmütz, Passau, Breslau und Straßburg sowie Abt des Klosters Murbach. Zweimal übertrug ihm sein Bruder den Oberbefehl über das kaiserliche Heer im Dreißigjährigen Krieg (von September 1639 bis Februar 1643 sowie von Mai 1645 bis Dezember 1646). 1640 gelang es ihm, die Schweden aus Böhmen und 1645 aus Franken zu verdrängen, im selben Jahr schlug er eine Vorhut der Schweden in der Brigittenau. Als Statthalter der Spanischen Niederlanden (von Februar 1647 bis Mai 1656) kämpfte er für Spanien gegen die Franzosen.

Leopold Wilhelm war v.a. bedeutend als Kunstmäzen. Er trug mit Hilfe des flämischen Maler David Teniers des Jüngeren (*1610, † 1690 ) in den Spanischen Niederlanden eine bedeutende Sammlung von rund 1.400 Gemälde zusammen, wobei er hauptsächlich niederländische und italienische Meister sammelte. Der Großteil der Gemälde befindet sich heute im Kunsthistorisches Museum Wien.

Erzherzog Leopold Wilhelm in seiner Galerie in Brüssel (pinxit David Teniers, um 1650)

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Bild: Alexander Krischnig

Wien, Kaisergruft, Neue Gruft

Alfons X. der Weise (El Sabio)

 

König von Kastilien und León (1252-82); Gegenkönig des Heiligen Römischen Reiches (1257-73); erster Sohn Ferdinands III. des Heiligen und Elisabeths, gen. Beatrix von Spanien, einer Tochter des deutschen Königs Philipp von Schwaben; aus dieser Abstammung leitete er einen Anspruch auf die römisch-deutsche Königs- und Kaiserwürde ab. Während des auf den Tod Kaiser Friedrichs II. folgenden Interregnums im Heiligen Römischen Reich trat Richard von Cornwall, der Schwager Friedrichs, gegen ihn an, der von drei der Kurfürsten zum deutschen König gewählt, während sich die anderen für Alfons X. von Kastilien entschieden. Er kam aber nie nach Deutschland, übte im Reich auch nie die Herrschaft aus - wurde auch nie vom Papst anerkannt. Seinen Anspruch auf das Reich gab er allerdings niemals auf: So versuchte er in Italien das staufische Erbe in seinen Besitz zu bringen, was ihm jedoch nicht gelang. Schließlich führten seine politischen Mißerfolge zur seiner Absetzung durch seinen Sohn Sancho IV. im Jahre 1282. Die Regentschaft Alfons X. war geprägt von Kämpfen gegen die Mauren und von Auseinandersetzungen mit dem Adel. 1262 nahm er das maurische Cádiz ein.

Alfons X. galt als einer der gelehrtesten Regenten des Mittelalters, was ihm den Beinamen “der Weise” einbrachte. Er förderte die Geschichtsschreibung, indem er eine Geschichte Spaniens und eine Weltgeschichte verfassen ließ, und die Dichtung, war selbst Dichter, ließ 1272 die sog. Alfonsinischen Tafeln zur Berechnung der Planeten erstellen. Außerdem veranlßte er veranlaßte eine umfangreiche Gesetzessammlung, die auf dem römischen Recht basierte, die Siete Partidos.

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Hinweis: Das Grab in der Königlichen Kapelle wurde erst 1948 anläßlich des 700. Jahrestages der Eroberung der Stadt Sevilla durch Ferdinand III, die im Jahre 1248 kapitulierte.Es enthält die Eingeweide Alfons X..

Bild: lancastermerrin88 (10/2009) Wikipedia.de

Murcia, Kathedrale

Sevilla, Kathedrale

Anne-Françoise-Aimée de Franquetot de Coigny

Herzogin von Fleury; Gräfin von Montrond; sie verlor ihre Mutter im Alter von nur sechs Jahren und wurde von der Prinzessin von Guemenee, der Erzieherin auch der Kinder Ludwigs XVI.., die ihre Begabung für Sprachen förderte, sorgfältig erzogen. Sie entwickelte ein für die damalige Zeit für Frauen bemerkenswertes Interesse an Geschichte, Politik und Diplomatie. Im Alter von 16 Jahren heiratete sie am 6 Juni 1785 den späteren Herzog von Fleury und Kammerherrn Ludwigs XVI.. Am Hofe von Versailles, wo sie wegen ihrer Schönheit und ihres Esprits gern gesehen war und zahlreiche außereheliche Affairen hatte, kam sie sich allerdings deplaciert vor. Den Winter 1791/92 verbrachte sie in Neapel am Hofe von Königin Maria Karolina, der Schwester von Marie Antoinette, wo sie u.a. mit Élisabeth Vigee Lebrun bekannt wurde, die dort u.a.Lady Hamilton malte. Als sie nach Paris zurückgekehrt war, wurde sie zwangsweise von ihrem Mann geschieden, da er in Verschwörungen gegen die Revolutionäre verwickelt und emigriert war. Während der Zeit des “terreur” war Aimée de Coigny die Muse des französischen Lyrikers André Chenier, der sie unter dem Namen ”la Jeune Captive” unsterblich machte. Sie hatte ihn im Gefängnis La Saint-Lazare kennengelernt, in das sie nach ihrer Rückkehr aus England eingeliefert worden war. Dort war es ihr auch gelungen, ihren Namen von der Proskriptionsliste mit Hilfe des Bürgers Jobert zu entfernen. Während Chenier guillotiniert wurde, entging sie nur durch die wenige Tage später erfolgte Hinrichtung Robbespierres dem Tode, Sie nahm ihren Platz in der Gesellschaft wieder ein, besuchte das Direktorium und wurde vor allem mit dem neuen Außenminister Talleyrand bekannt. Aimée de Coigny war eine intelligente Frau der Aufklärung und der Kaiserzeit und Autorin einer bemerkenswerten Zeitschrift, stand der neuen Zeit vorurteilslos, aber kritisch gegenüber, mischte sich überall ein. Als Napoléon sie einmal in aller Öffentlichkeit fragte:”Madame de Coigny, aimez-vous toujours autant les hommes?” antwortete sie: “Oui, sire, surtout lorsqu’ils sont bien élevés”.1 Ebenso wie Madame de Stael stellte sie sich gegen Napoléon, gegen seine Selbstherrlichkeit. Als Talleyrand in Ungnade fiel und 1801 der Friede von Amiens geschlossen wurde, bedrohte man sie - wie andere Damen auch - mit der Verbannung aus Paris. Dennoch hielt sie stets Nähe zu royalistischen Kreisen, die die Rückkehr der Bourbonen herbeisehnten Nach der Restauration nahm sie einen Platz in der Gesellschaft von Politikern, Intellektuellen und Künstlern ein.

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1 “Madame de Coigny, lieben Sie die Männer noch immer?”:"Ja, Sire, vor allem wenn sie gut erzogen sind."

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Paris, Cimetière du Père Lachaise

Hinweis: Sie wurde in der Grabstätte ihres Onkels, dem Herzog von François-Henri de Coigny Franquetot (*1737, †1816) beigesetzt. Di.

Bild: P.Schmelzle (08/2007) Wikipedia.org

Ludwig der Fromme (der Heilige) [franz. Louis le Pieux]

pinxit Jean-Joseph Dassy (1796-1865)

Römischer Kaiser und König der Franken (814-40); dritter Sohn und Nachfolger Karls des Großen und dessen dritter Gattin Hildegard; Vater von Ludwig II.; König zunächst seit 781 in Aquitanien. 813 von Karl dem Großen zum Mitkaiser ernannt, führte er nach Karls Tod dessen Reformpolitik zunächst erfolgreich weiter. 817 regelte er zunächst die Nachfolge in der erstenOrdinatio Imperii unter seinen Söhnen im Sinne der Einheit des Reiches: Der älteste, Lothar, sollte die Kaiserwürde erben, dessen Brüder Ludwig II. und Pippin von Aquitanien wurden - Lothar untergeordnet - mit Teilkönigreichen ausgestattet. Als Ludwig jedoch die Ordinatio Imperii zugunsten seines Sohnes aus zweiter Ehe, Karl II. der Kahle, abänderte, erhoben sich 830 und 833 seine drei älteren Söhne gegen ihn und brachten ihn in Klosterhaft. Als seine älteren Söhne sich empörten, unterlag Ludwig infolge des Abfalls seines Heeres 833 auf dem “Lügenfeld” bei Colmar; er wurde nach Soissons ins Kloster gebracht, von seinen beiden jüngeren Söhnen, die sich nun gegen Lothar wandten, aber bald wieder in die Herrschaft eingesetzt. Es gelang ihm jedoch nicht, ein überlebensfähiges fränkisches Großreich zu etablieren. Als Ludwig von einer Strafexpedition gegen seinen Sohn Ludwig (der Deutsche), dem er in der Ordinatio imperiis nur Bayern als Herrschaftsgebiet zugestehen wollte und sich dieser daher empört hatte, zurückkehrte, starb Ludwig der Fromme auf einer Rheininsel bei Ingelheim. Die Auseinandersetzungen über die Teilung des Reichs dauerten über seinen Tod hinaus an - drei Jahre nach seinem Tod wurde das Frankenreich im Vertrag von Verdun (843) aufgeteilt.

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 Murrhardt (Rems-Murr-Kreis), Stadtkirche)

Metz, St. Arnulf

Hinweis: Ludwig hatte sich ursprünglich in dem von ihm gegründeten Kloster Inden, dem späteren Kornelimünster, bestatten lassen wollen, wo sich noch heute im Westbau der heutigen Propsteipfarrkirche Kornelimünster die vorbereitete Grabstelle Ludwigs des Frommen befindet. Jedoch veranlaßte Ludwigs Halbbruder Drogo als Bischof von Metz seine Beisetzung in der Abtei St. Arnulf in Metz, wo auch seine Mutter Hildegard und andere Karolinger bestattet waren. Der Sarkophag Ludwigs wurde in den Wirren der Französischen Revolution zerstört. Ein Teil des Grabmals Ludwigs des Frommen befindet sich heute im Musée de la ville. Bei dem Sarkophag auf dem unteren Bild handelt es sich um einen Kenotaph (Leergrab).

Katharina Pawlowna Bagration [russ. Екатерина Павловна Багратион] née Katharina Pawlowna Skawronska

         

Russische Fürstin; Nichte Grigorij Potjomkins; Urgroßnichte der Kaiserin Katharina I., der Gattin Peters des Großen; war im Alter von 18 Jahren mit dem wesentlich älteren General Fürst Pjotr Iwanowitsch Bagration gerade verheiratet worden, als sie 1802 in Dresden Klemens Metternich, der dort Gesandter Kaiser Franz’ I. war, kennenlernte, der ihrem Charme erlag. Noch zehn Jahre nach der Liebschaft zwischen diesen beschrieb sie Graf A. de la Garde Chambonas, der die russische Aristokratin 1815 auf dem Wiener Kongreß, auf dem sie unter den diplomatischen Damen eine herausragende Rolle spielte, sah: “Man stelle sich ein Jungmädchengesicht vor, blütenweiß und zartrot mit Grübchen, süße, herzige ausdrucksvolle züge, lustig und schwärmerisch zugleich. Gemmenaugen, denen eine leichte Kurzsichtigkeit etwas Sinnlich-Schweifendes verleiht, udn einen herrlichen Wuchs - das ganze Persönchen vereint in sich orientalische Weisheit mit spanischer Leidenschaft und Granzie...” Als Metternich an den Hof nach Wien zurückgerufen wurde, endete die Beziehung so abrupt, wie sie begonnen hatte. wieder sahen sie sich in Paris anläßlich der Krönung von Napoléon im Jahre 1804 und während des Wiener Kongresses, auf dem Fürstin Bagration, inzwischen Witwe - ihr Gatte war 1812 in der Schlacht bei Borodino gefallen - offiziell die gesellschaftlichen Verpflichtungen ihres Cousins Alexander I. unterstützte, tatsächlich aber als dessen Agentin fungierte. Während der zahlreichen Feste war sie der Mittelpunkt der Gesellschaft und von den Herren umschwärmt. Einer ihrer zahlreichen Bewunderer war Kronprinz Wilhelm von Württemberg. Nach dem Ende des Kongresses lebte die steinreiche Fürstin in Pari und führte in ihrem Haus in der Rue St. Honoré vielbesuchten Literarischen Salon. In zweiter Ehe heiratete Fürstin Bagration am 11.1.1830 den britischen General und Diplomaten Sir John Hobart Caradoc, 2. Baron Howden of Howden and Grimston – von dem sie sich jedoch bald wieder trennte. Sie starb auf einer Reise nach Italien in der Lagunenstadt Venedig.

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Bild: Andrej Romanenko (06/2011) Wikipedia.org
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Venedig, Friedhof auf der Insel San Michele

Bilder: Herbert Herterocj (04/2013)
Bild: Herbert Herterich (03/2014)

Bild unten: 2013, vor der Säuberung der Grabstätte

Bild: Dr. Herta Lepie (05/2019)
Adel / Regenten XCV

Omnibus salutem!