Friedrich I.

König von Dänemark (1423-33) König von Norwegen (1524-33); Herzog von Schleswig und Holstein (1490-1533); vierter Sohn König Christians I. und dessen Gemahlin Dorothea von Brandenburg, jüngste Tochter des Markgrafen Johann von Brandenburg. Bereits wurde er nach Köln geschickt und wurde dort Mitglied des dortigen Domkapitel. Erst nach dem Tode seines Vazer kehrte er in die Heimat zurück, trat dessen Erbe an und verwalteter unter der Vormundschaft seines 16 Jahre älteren Bruders König Johann I. die Herzogtümer Schleswig und Holstein. Als 1490 die Herzogtümer Schleswig und Holstein unter den Brüdern aufgeteil wurden, erhielt Friedrich den nördlichen Teil mit Schleswig und dem dort gelegenen Schloß Gottorf als Residenz. Als sein Neffe Christian II. 1523 abgesetzt und ins Exil gegangen war, wurde er zum König gewählt. im selben Jahr trat Friedrich, der in Dänemark die lutherische Reformation einführte, indem er 1527 er den Anhängern der Reformation auf dem Reichstag zu Odense deren Duldung zusicherte, dem Schmalkaldischen Bund bei.

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Bild: Elendur (2000), Wikipedia.de

Schleswig, St. Petri-Dom

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Hinweis: Friedrich I. ist der einzige dänische König, der außerhalb der heutigen Grenzen Dänemarks beigesetzt wurde.

Bei dem Sarkophag handelte es sich um einen sog. Kenotaph. Das Wissen um die tatsächliche Lage seiner Gebeine ist verlorengegangen.

Rollo

 

 

Graf von Rouen; Normannenführer; Anführer der Normannen im Gebiet der unteren Seine, einer Region, die einst unter der Herrschaft der Römer ein Teil der Gallia Lugdunensis war. Um das Jahr 911, als sie Karl III., König von Frankreich, nach dem zwischen beiden geschlossenen Vertrag von Saint-Clair-sur-Epte an den normannischen Führer Rollo übergab, erhielt diese Region den Namen Normandie. Rollo wurde dann unter seinem christlichen Namen Robert der erste Herzog der Normandie. Er nahm das Christentum an und begründete die Dynastie der Herzöge der Normandie.

Hochzeit Rollos mit Gisela; links König Karl der Einfältige (Bild aus dem XIV. Jhdt.)

Verheiratet war Rollo In erster Ehe mit Poppa von Bayeux; mit ihr hatte er eine Tochter, Adele, Herzogin von Poitou, und einen Sohn, Wilhelm I. (Normandie) (*900, †942). Seine zweite Gemahlin soll gemäß der Überlieferung Gisela, eine Tochter Karls des Einfältigen, gewesen sein.

Inschrift: IN . SINU . TEMPLI . ROLLO . QUIESCIT . A . SE . VASTATAE . CONDITAE . NORMANNIAE . PATER . AC . PRIMUS . DUX . LABORE . QUI . FRACTUS . OCCUBUIT . OCTOGENARIO . MAIOR . AN . CM . XX

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Rouen, Kathedrale Notre Dame

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Heinrich V. [engl. Henry V.]

 

König von England (1413-22); aus dem Hause Lancaster; Sohn von Heinrich IV.; Vater von Heinrich VI.; nachdem sein Vater seinen Vetter Richard II. gestürzt und 1399 den Thron bestiegen hatte, wurde der 12-jährige Heinrich zum Anwärter auf den englischen Thron. 1403 zog er als Anführer eines Teils der englischen Armee bei Shrewsbury gegen den aufständischen Lord Henry Percy ins Feld. In der Schlacht wurde er schwer verletzt, überlebte seine Verwunden aber dank der hervorragenden Hilfe eines Arztes. Die kriegerischen Auseinandersetzungen mit den aufständischen Waliser unter Owain Glyndŵr nahmen die Jahre bis 1410 in Anspruch. Als sein Vater 1410/11 erkrankte und Heinrich mehr Macht übernahm, indem er dem königlichen Rat vorstand, und Heinrich seine Machtübernahme vorbereitete, kam es zu einer Auseinandersetzung mit dem Vater, der ihn aus dem Rat entfernte. Nachdem sein Vater gestorben war, wurde er am 9.4.1413 in der Westminster Abbey als Heinrich V. zum König von England gekrönt und führte als solcher die Politik seines Vaters fort; so verfolgte er weiterhin die Lollarden und ließ deren Anführer Sir John Oldcastle 1417 hinrichten. Außerdem nahm er 1415 den Hundertjährigen Krieg gegen Frankreich wieder auf und besiegte mit Hilfe einer Übermacht an Langbogenschützen die Franzosen am 25. Oktober in derSchlacht von Azincourt, einer der größten militärischen Siege der Engländer über die Franzosen während des Hundertjährigen Krieges. Die Schlacht hatte aufgrund von mehr als 1.000 gefallener Adligen auf Seiten der Franzosen nachhaltige Auswirkungen auf das Land, die sich fast 100 Jahre auswirkten. Im Folgejahr verbündete sich Heinrich mit Kaiser Sigismund, und 1417 begann er mit der Eroberung der Normandie; er eroberte im September 1417 Caen, das bis 1450 in englischem Besitz verblieb, und schloß seinen Feldzug eineinhalb Jahre später, im Januar 1419, mit der Einnahme von Rouen ab. 1420 wurde mit dem französischen König Karl VI. der Friedensvertrag von Troyes geschlossen. In der Folge heiratete Heinrich Karls Tochter Katharina von Valois (*1401, †1437) und erhielt zusätzlich die Zusage, daß er, Heinrich, nach seinem, Karls Tod, den französischen Thron erben würde. Vor seiner Rückkehr nach England im Jahre 1421 bestimmte Heinrich seinen Bruder Thomas zum Statthalter in der Normandie. Der französische Thronverfolger, Karl VII., der mit den Bedingungen des Vertrages nicht einverstanden war, erhob sich gegen die englische Herrschaft und besiegte Thomas. Heinrich eilte im Sommer 1422 erneut nach Frankreich, um die Franzosen zu schlagen, starb aber wenig später an der Ruhr im Wald von Vincennes. Heinrichs Nachfolger auf dem englischen Thron wurde sein Sohn Heinrich VI..

William Shakespeare hat sich in seinem Drama King Henry V. (1599, dt. König Heinrich V.) seinem Leben von seinem Krieg gegen Frankreich bis zu seiner Heirat mit Katharina angenommen.

Schlacht von Azincourt am 25. Oktober 1415 (zeitgenössische Darstellung)

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London, Westminster Abbey, Sanctuary

Ali Pascha von Janina, gen. Löwe von Janina

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Osmanischer Pascha albanischer Abstammung; als er nach dem Tode des Vaters (1754) in Not und Bedrängnis geraten war, gewann er in abenteuerlichen und wechselvollen Kämpfen die diesem entrissenen Besitzungen wieder und zog, nachdem er mehrmals gefangen und bestraft worden, schließlich an der Spitze einer geworbenen Klephthenschar in Tepeleni ein. Er ermordete seinen leiblichen Bruder, beschuldigte jedoch seine Mutter, ihn mit Gift getötet zu haben und ließ sie einsperren. Seit 1767 stand er zunächst in Diensten des Paschas von Delvino, wurde 1787 als Nelohnung für im Krieg gegen Rußland und Österreich geleistete Dienste vom Sultan zum Pascha von Trikkala in Thessalien ernannt. Aber schon ein Jahr später setzte er sich durch einen kühnen Gewaltstreich in Besitz der Stadt Janina, gewann das Paschalik daselbst und 1789 auch das von Arta. Die Hohe Pforte ließ ihn gewähren, da sie durch auswärtige Kriege und innere Schwierigkeiten in Anspruch genommen war. Ali Pascha. erweiterte nun seine Herrschaft mehr und mehr, herrschte grausam, aber kräftig, unterdrückte die blutigen Fehden unter den Albanesen und behandelte, selbst religiös freisinnig und tolerant, die Christen mild. Mit unerhörten Greueln erzwang er 1803 die Unterwerfung der Sulioten und ließ sich von der Pforte zum Oberstatthalter von Romanien erheben. Er regierte von 1790 bis 1822 das Herzogtum Janina, das Gebiet von Vlorë und Berat bis Çamëria und Thessaly, d.h. große Teile des damals osmanischen Albaniens und Griechenlands. Seit 1807 war Ali Pascha faktisch unabhängig von der Pforte, obwohl er jährlich einen bestimmten Tribut nach Konstantinopel schickte. Der Diwan stand in seinem Sold, und in Albanien war die Laune des Tyrannen alleiniges Gesetz. England, Frankreich und Rußland hatten ihre Generalkonsuln an seinem Hof. Sein Heer schätzte man in der Blüte seiner Macht auf 100.000 Mann, welche in zahlreichen Kastellen verteilt lagen. Seine Residenz war ein befestigter Palast bei Janina, dessen äußere Höfe immer mit Soldaten angefüllt waren. Nun erst suchte sich die Pforte des gefährlichen Emporkömmlings zu entledigen. Sultan Mahmud II. ächtete ihn im Juli 1820 als Rebellen und schickte Ismail Pacho Bei mit 5.000 Mann auserlesener türkischer Truppen gegen ihn. Ali Pascha wurde, nachdem die albanesischen Führer zum großen Teil von ihm abgefallen waren, in Janina eingeschlossen, verteidigte sich aber auf der Burg wie ein Löwe. Der Aufstand der Griechen, durch Alis Gold unterstützt, kam ihm zu gute. Indes Churschid Pascha, Ismails Nachfolger, hielt Janina hartnäckig eingeschlossen, und Mangel an Lebensmitteln nötigte Ali Paascha endlich, am 10.1.1822 zu kapitulieren. Churschid verlockte ihn durch das Versprechen, für ihn Gnade zu erwirken, sich auf ein Landhaus im See von Janina zu begeben, wo er ihn 5.2. ermorden ließ.

Das Haupt Ali Paschas wird Mahmud II. übergeben (fecit Johann Nepomuk Geiger, 1860)

Ein Tatar brachte seinen Kopf nach Konstantinopel, wo derselbe lange auf der Zinne des Serails ausgestellt war. Seine drei Söhne wurden hingerichtet, seine griechische Frau Vassiliki wurde inhaftiert. In Ali Paschas Palast fand man etwa 10 Millionen Fl. in bar, eine Summe, groß genug, um damit seine Feinde zu erkaufen, hätte das Gold nicht über ihn so große Herrschaft geübt.

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Bilder: Bianca Gawlik-Weigang (03/2013)

Ioannina (Griechenland), Nähe Katsantoni Platz

Hinweis: Das das Grab umgebende Metallgitter wurde im Zweiten Weltkrieg nach der Besetzung des Landes durch die deutsche Wehrmacht gestohlen. Die lokale Regierung hat das Gitter später nach Originalunterlagen wiederherstellen lassen.

Boris III.

 

 

Zar von Bulgarien; aus dem Haus Sachsen-Coburg und Gotha(-Koháry; Sächsische Herzogtümer), Vater von Simeon II.; bestieg nach der Abdankung seines Vaters Ferdinand I. den Thron. Seit 1934 regierte er autoritär. 1941 führte er Bulgarien in den Dreimächtepakt, vermied aber den Eintritt seines Landes in den Krieg gegen die UdSSR. 

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Bild: Relativefrequency (06/2009) Wikipedia.pt
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Rila Gebirge (Bulgarien) Kloster des Heiligen Iwan Rilski (Kloster Rila)

Hinweis: Der Leichnam Boris‘ III. wurde im Kloster Rila bestattet, nach Machtergreifung der Kommunisten im Jahre 1944 jedoch exhumiert und im Hof des Vrana-Palastes beigesetzt. Als seine sterblichen Überreste nach dem Fall des kommunistischen Regimes erneut in das Kloster umgebettet werden sollten, wurden nur sein Herz gefunden, das wieder im Rila-Kloster beigesetzt wurde.

Peter II. [port. Dom Pedro e Alcântara João Carlos Leopoldo Salvador Bibiano Francisco Xavier de Paula Leocádio Miguel Gabriel Rafael Gonzaga de Bragança]

im Alter von 12 Jahren                 1876

 

Kaiser von Brasilien (1831-89); Sohn und Nachfolger Peters I.; nachdem sein Vater auf Druck des Parlaments am 7.4.1831 abdanken und nach Portugal zurückkehren mußte, wurde Peter II. im Alter von fünf Jahren zum Nachfolger ausgerufen; 1840 übernahm er die Amtsgeschäfte, nachdem bis zum Erreichen seiner Volljährigkeit unter Vormundschaft eines Regenten stand, der den Staat führte. Außenpolitisch führte Brasilien unter seiner Regierung 1851/52 Krieg gegen Argentinien und von 1865 bis 1870 einen kostspieligen aber erfolgreichen Krieg gegen Paraguay. Innenpolitisch waren seine ersten Regierungsjahre von Revolten in verschiedenen Teilen des sehr ausgedehnten Landes gekennzeichnet. Peter II., der sich für einen wirtschaftlichen Fortschritt seines Landes, aber auch für die Naturwissenschaften und Künste einsetzte und unter dessen Regierung Bevölkerung und Wirtschaft durch verbesserte Infrastruktur rasant wuchsen, schuf stufenweise die Sklaverei ab: 1850 stellte er den Handel mit Sklaven unter Strafe, und 1888 verbot er die Sklaverei vollständig.

Anläßlich der Assembléia Geral (1872)

Diese Maßnahmen machten nicht nur die Kaffeepflanzer, die zahllose Sklaven auf ihren Ländereien beschäftigte, zu Gegnern, auch die Offiziere, denen Peter keinerlei Sonderrechte einräumen wollte, brachte er so sehr gegen sich auf, daß sie seine Absetzung betrieben. Letztlich führten seine Maßnahmen im November 1889 zum Sturz des Kaisertums. Peter II. dankte ab und ging ins Exil nach Europa, während wenig später - am 25.2.1981 - in Brasilien der Militär und Politiker Deodoro da Fonseca (*1827, †1892) zum ersten Präsidenten Brasiliens gewählt wurde.

Verheiratet war Peter II. seit 1843 mit Teresa Maria Cristina von Neapel-Sizilien (*1822, †1889 ), Tochter Franz'  I., König beider Sizilien.

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Bilder: Stella Dauer (12/2012) Wikipedia.pt
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Petrópolis, Kathedrale

Lazar Hrebeljanović  [serb. Лазар Хребељановић]

 

Serbischer Fürst; Zar (1373–89), Märtyrer der serbisch-orthodoxen Kirche; schuf auf dem Gebiet des zerfallenden serbischen Reiches einen großen und mächtigen Staat Моравска Србија (Moravska Srbija) mit dem Ziel der Wiedervereinigung des Reiches unter ihm als direktem Nachfahren der Nemanjić-Dynastie, die im Jahr 1371 nach zwei Jahrhunderten der Herrschaft über Serbien zerfallen war. Zwar hatte er die Anerkennung und Unterstützung der serbischen Kirche, nicht aber diejenige des serbischen Adels, die ihn nicht akzeptierten. Lazar führte in der Schlacht auf dem Amselfeld gegen die Invasionarmee des Osmanischen Reiches unter Sultan Murad I. eine Streitmacht, der neben Serben auch Bulgaren, Bosnier, Albaner, Polen, Ungarn und Mongolen angehörten. Beide Seiten erlitten schwere Verlust, aber die Schlacht verlief zunächst zugunsten der Serben. Als aber Lazar sein Pferd in einer Senke wechselte und so aus den Augen seiner Soldaten verschwand, glaubten diese, er sei gefallen; es entstand eine Panik, die Lazar auch nicht mehr stoppen konnte. Die Koalitionsarmee geriet immer mehr in Schwierigkeiten, so daß Lazar sich schließlich auch gezwungen sah, zu fliehen und sich zu verbergen, und als sein Pferd in eine Grube stürzte, fanden ihn die Osmanen ihn dort später und nahmen ihn gefangen. Wenig später wurde er dann im Lager der Osmanen getötet, indem man ihm den Kopf abschlug. Lazar wurde zunächst in der Nähe des Schlachtfeldes, in Priština, begraben.

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Bild: Petar Miloševic (07/2010), Wikipedia.org
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Senje b. Ćuprija (Zentralserbien), Kloster Ravanica

Karl VIII. der Freundliche od. der Höfische [franz. Charles VIII l'Affable od. le Courtois]

 

König von Frankreich (1483-98); dritter und einzig überlebender Sohnanna_bretagne_bourdichon__bd_ von Ludwig XI. von Frankreich und dessen Gemahlin Charlotte von Savoyen; führte seine Schwester Anna von Beaujeu die Regentschaft, bis Karl 1491 die Herrschaft selbst übernahm. Durch seine Vermählung mit Anna von der Bretagne 1491 erwarb er das Herzogtum Bretagne für die französische Krone. 1494 unternahm er einen Zug nach Italien und besetzte zeitweilig Neapel (1495), mußte sich aber bald wieder zurückziehen. Sein Nachfolger wurde Ludwig XII.. Mit dem Tode Karls VIII. endete die Valois-Hauptlinie.

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Saint-Denis, Basilika

Hinweis: Die Grabstätte ist nicht mehr vorhanden. Die Gräber in der Basilika von Saint-Denis wurden während der Französischen Revolution aufgrund eines Dekrets vom 1. August 1793 geöffnet, und zwar, um dringend benötigte Metalle, v.a. aus den überwiegend aus Blei bestehenden Sarkophage, zu gewinnen. Dabei wurden auch die sterblichen Überreste der Könige und Königinnen sowie anderer Personen entfernt und anschließend in zwei außerhalb der Kirche ausgehobene Gruben geworfen, mit Löschkalk überschüttet und dort belassen.

Das Herz wurde in der Basilika Notre Dame in Cléry-Saint-André beigesetzt.

Ludwig IX. der Heilige [franz. Saint Louis]

 

 

König von Frankreich (1226-70); aus der Dynastie der Kapetinger; Sohn Königs Ludwigs VIII. des Löwen († 1226) und dessen Gemahlin Blanka von Kastilien († 1252), eine Tochter von König Alfons VIII. von Kastilien; wurde im Alter von zwölf Jahren in Reims zum König gesalbt. Wegen seiner Jugend übernahm seine Mutter für ihn die Regentschaft. Die führte nochmals von und noch einmal von 1248 bis zu ihrem Tod 1252, als Ludwig am 6. Kreuzzug teilnahm, den er finanzierte und auch organisierte, nachdem die Muslime 1244 Jerusalem erobert hatte. Zwar gelang es ihm 1249 Damiette in Ägypten zu erobern, aber er scheiterte ein Jahr später vor Kairo, geriet mit seinem gesamten Heer in Gefangenschaft und kam erst nach Zahlung eines hohen Lösegelds und die Herausgabe Damiettes wieder frei; die folgenden vier Jahre verbrachte er in Palästina, bevor er nach Frankreich zurückkehrte. 1258 trat Ludwig im Vertrag von Corbeil alle französischen Ansprüche auf Barcelona und das Roussillon an das Königreich Aragonien ab, das dafür Teile der Provence und des Languedoc herausgab. Im Frieden von Paris im Jahre 1259 garantierte er Heinrich III. von England als seinem Vasallen dessen Besitzungen in Südwestfrankreich, Heinrich seinerseits verzichtete auf die Normandie, Anjou, Poitou, Maine und die Touraine.

Ludwig förderte das Rechtswesen u.a. durch Verbot von Gottesurteil und Fehde sowie durch Einsetzung des Parlaments von Paris als oberstes Gericht und schuf eine Zentralverwaltung; damit trug er zur Wahrung des inneren Friedens bei. Außerdem schuf er die Grundlagen für eine starke Königsmacht in Frankreich, indem er z. B. nicht mehr belegte Lehen nicht wieder vergab, sondern dem Krongut zuschlug. 1270 brach er zum 7.  Kreuzzug auf; er starb vor Tunis in der Nähe des antiken Karthagos an einer Seuche. Sein Nachfolger wurde sein Sohn Philipp III..

Ludwig, den arabisch-muslimische Chronisten Raydāfrans nannten, wurde 1297 heilig gesprochen.

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Bild: Myrabella (03/2012) Wikipedia.org
Bild: Myrabella (03/2012) Wikipedia.org
Bild: Myrabella (03/2012) Wikipedia.org

Saint-Denis, Basilika, chapelle de la Vierge

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Hinweis: Die Grabstätte ist nicht mehr vorhanden. Die Gräber in der Basilika von Saint-Denis wurden während der Französischen Revolution aufgrund eines Dekrets vom 1. August 1793 geöffnet, und zwar, um dringend benötigte Metalle, v.a. aus den überwiegend aus Blei bestehenden Sarkophage, zu gewinnen. Dabei wurden auch die sterblichen Überreste der Könige und Königinnen sowie anderer Personen entfernt und anschließend in zwei außerhalb der Kirche ausgehobene Gruben geworfen, mit Löschkalk überschüttet und dort belassen.

Das Herz wurde in der Kapelle der Basilika in Monreale in Sizilien beigesetzt. In Saint Denis wird lediglich ein Teil der Hand aufbewahrt.

Adel / Regenten XCIX

Omnibus salutem!