Bild: Mike (11/2006)

Raymond William Stacey Burr

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Kanadischer Schauspieler; Sohn eines Handelsagenten; wurde bekannt v.a. durch seine Darstellung des alle Fälle aufklärenden Rechtsanwalts Perry Mason (1957 ff.) in der gleichnamigen US-amerikanischen Fernsehserie und des an den Rollstuhl gefesselten Chief Ironside (1967-75, dt. Der Chef). In einem ersten Film hatte er 1946 mitgespielt (San Quentin), nachdem er aus dem Zweiten Weltkrieg in das Zivilleben zurückgekehrt war.

Filme u.a.: Adventures of Don Juan (1948, dt. Die Liebesabenteuer des Don Juan), Love Happy (1950, dt. Die Marx-Brothers im Theater), The Blue Gardenia (1953, dt. Gardenia - Eine Frau will vergessen), Tarzan and the She-Devil (1953, dt. Tarzan bricht die Ketten), The Return (1980, dt. Die Rückkehr der Außerirdischen).

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New Westminster (Kanada), Fraser Cemetery

Bilder: Ingrid Illigens

Karl Theodor von Küstner (seit 1837)

 

Deutscher Theaterintendant; studierte Rechtswissenschaften an den Universitäten Leipzig und Göttingen. An den Napoleonischen Kriegen nahm er als Husarenoffizier der sächsischen Freiwilligen 1814 teil. Anschließend wandte er sich dem Theater zu und leitete das Leipziger Stadttheaters, das unter seiner Ägide zu einem der bedeutendsten Theater in Deutschland wurde. Nach einer kurzen Tätigkeit als Direktor des Darmstädter Hoftheaters wurde er 1833 Leiter des Hoftheaters in München. König Ludwig I. ernannte ihn zum Geheimen Hofrat und erhob ihn 1837 in den Adelstand. 1842 als Generalintendant der königlichen Theater nach Berlin berufen, führte Küstner bis zu seiner Verabschiedung im Jahre 1851 erfolgreiche Reformen durch. Anschließend lebte er abwechselnd in Berlin und Leipzig.

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Leipzig, Alter Johannisfriedhof

Bild: Peter Malaschitz

Walter Taub eigentl. Valtr Taub

 

Tschechischer Schauspieler; debütierte in den 1920er Jahren in Ostrau, spielte an diversen Theatern in der Tschechoslowakei (u.a. in Teplitz-Schönau, Karlsbad und Prag) und in Deutschland in zahlreichen Spielfilmen mit. 1939 emigrierte er nach Schweden und arbeitete nach seiner Rückkehr in die Tschechoslowakei wieder an Prager Bühnen, aber auch in der DDR und der Bundesrepublik Deutschland und wurde Mitglied des Wiener Burgtheaters. Zum Skandal kam es, als Pawel Kohout entdeckte, daß der ehemaliger Antifaschist und väterliche Freund ihn jahrelang im Auftrag des Stasi bespitzelt hatte und ihn zur Ausreise aus der Tschechoslowakei überreden sollte.

Filme u.a.: Wenn du zu mir hältst (1961), Der Andere neben Dir (1963), Das Haus in der Karpfengasse (1965), Die Gartenlaube (1969), Der Mädchenkrieg (1977), Theodor Chindler (1978/79), Mosch (1980), Meschkas Enkel (1981).

Auszeichnungen u.a.: Filmband in Gold (1979) für darstellerische Leistung in David.

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Prag, Vysehrad Friedhof

Claude Sautet

 

Französischer Drehbuchautor und Filmregisseur; studierte, bevor er sich dem Film zuwandte und als Filmassistent, später als Fernsehproduzent und Drehbuchautor arbeitete, Bildhauerei und Malerei. Er drehte “schwarze Filme”, Gesellschaftsmelodramen und Familiendramen mit großen Stars des französischen Films u.a. Michel Piccoli, Romy Schneider, Jean-Paul Belmondo und Lino Ventura. Seinen ersten Film drehte Sautet, der sich zu einem Chronisten der französischen Gesellschaft der Nachkriegszeit entwickelte, 1955 (Bonjour sourire, dt. Tolle Residenz), dem 1960 sein zweiter Film Classe tous risques (Der Panther wird gehetzt), folgte.

Neben seiner Regiearbeit verfaßte er nicht nur als Co-Autor die Drehbücher zu seinen Filmen, sondern schrieb auch für andere Regisseure, so zu Le Voleur, 1967), dt. Der Dieb von Paris) von Louis Malle oder zu Borsalino (1970) von Jacques Deray.

Filme u.a.: Les choses de la vie (1969, dt. Die Dinge des Lebens), Max et les ferrailleurs (1970, dt. Das Mädchen und der Kommissar), Une histoire simple (1977, dt. Eine einfache Geschichte), Quelques jours avec moi (1988, dt. Einige Tage mit mir), Un cœur en hiver (1993, dt. Ein Herz im Winter), Nelly & Monsieur Arnaud (1995).

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05/2005

Paris, Cimetière du Montparnasse

Jean Dorothy Seberg

 

 

US-amerikanische Schauspielerin; Tochter eines Apothekers; studierte an der University of Iowa; entdeckt wurde sie von Otto Preminger anläßlich eines Castings für den Film Saint Joan (1957, dt. Die heilige Johanna). Schlagartig bekannt wurde sie in dem nach dem Roman von Françoise Sagan entstandenen Leinwandstreifen Bonjour Tristesse (1958); sie stieg zur bedeutende Darstellerin der “Nouvelle Vague” auf. Ab Ende der 1950er Jahre spielte sie in Frankreich für Jean-Luc Godard (Außer Atem, 1960) und Claude Chabrol. Ihre letzte Rolle spielte sie 1976 an der Seite von Bruno Ganz und Anne Bennent in Hans W. Geissendörfers Verfilmung des Schauspiels Die Wildente von Henrik Ibsen. In den 1970er Jahren engagierte sie sich für die Black-Panther-Bewegung, was zu einer Überwachung durch das Federal Bureau of Investigation (FBI) führte und zu einer Schmutzkampagne u.a. durch Drohanrufe. Insbesondere die Investigation des FBI schadete ihrer Karriere. Als sie zum zweiten Mal schwanger war, wurde das Gerücht verbreitet, das Kind sei von einem Angehörigen Black-Panther-Organisation1. Sebergs Ex-Mann, der Schriftsteller Romain Gary, berichtete später, daß die Verfolgung durch das FBI sie krank gemacht habe; sie litt an Depressionen und an Verfolgungswahn, auch dann noch, als das FBI seine Beobachtung längst eingestellt hatte. Ihre letzten Lebensjahren waren gekennzeichnet von Drogen- und Alkoholexzessen, von denen sie sich immer wieder durch Krankenhausaufenthalte erholen mußte. Physisch und psychisch stark angeschlagen, wurde Seberg, die dreimal verheiratet war, ab Ende August 1979 vermißt. Nach 11-tägiger Suche wurde sie unbekleidet tot auf dem Rücksitz ihres Autos, das im 16. Arrondissement geparkt war, aufgefunden, wo sie sich offenbar das Leben mittels Schlaftabletten in Verbindung mit großen Mengen Alkohols - es wurden 7,8 Promille Alkohol im Blut ermittelt - genommen hatte. Laut Polizeibericht hielt sie in der Hand einen Zettel, auf den sie geschrieben hatte: “Forgive me. I can no longer live with my nerves."

Filme u.a.: The Mouse That Roared (1959, dt. Die Maus, die brüllte), L’amant de cinq jours (1961, dt. Liebhaber für fünf Tage), Lilith, Backfire (beide 1964), Paint Your Wagon 1968, dt. Westwärts zieht der Wind), Airport (1970).

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1 Bei der Beisetzung ihrer Tochter, die zwei Tage nach der Geburt starb, wurde der Leichnam demonstrativ in einem offenen Sarg aufgebahrt, um der Öffentlichkeit zu zeigen, daß das Kind weiß sei.

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05/2005)
Bilder: Matthias Bauer (08/2006)

Berlin-Dahlem, Städtischer Waldfriedhof

Bild: Megan & Eric Konarske (08/2004)

John Belushi

 

 

US-amerikanischer Schauspieler und Sänger; älterer Bruder des Schauspielers James Belushi (*1954); der Sohn eines aus Albanien in die USA eingewanderten Restaurantbesitzers spielte bereits während seiner Collegezeit in Theaterstücken mit; 1971 schloß er sich der The Second City Comedy Troupe in Chicago an. Später trat er in Radiosendungen als Komiker in Erscheinung, bis er schließlich in den Vereinigten Staaten durch seine Auftritte in der Fernsehshow Saturday Night Live ab 1975 bekannt wurde. Seinen ersten Filmauftritt hatte er dann 1978 in der Komödie Animal House (dt. Ich glaub mich tritt ein Pferd). Ab Ende der 1970er Jahre spielte er außerdem mit Dan Aykroyd in der Band The Blues Brothers. Belushi starb an einer Überdosis Rauschgifts während eines Aufenthalts im Prominentenhotel Marmont in Hollywood.

Filme und TV-Produktionen u.a.: Things We Did Last Summer (1977), 1941 (1978, dt. Wo bitte geht’s nach Hollywood?), The Rutles - All You Need Is Cash (1978), Old Boyfriends (1979), Neighbors (1981. dt. Die verrückten Nachbarn).

Inschrift: I may be gone, but Rock and Roll lives on (Mag ich auch vergangen sein, Rock n’ Roll lebt weiter)

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Chilmark, (Martha’s Wineyard), Abel's Hill Cemetery

Paris, Cimetière du Montparnasse

Alfred Vohrer

 

 

Deutscher Filmregisseur; nach einer Gesags- und Schauspielausbildung wurde er in dem 1930er Jahren Mitglied des Württembergischen Staatstheaters in Stuttgart. Zur Wehrmacht eingezogen, 1941 verwundet (er verlor den rechten Arm) und aus dem Dienst entlassen, arbeitete er noch während der letzten Kriegsjahre als Volontär bei der UFA und lernte dort u.a. die Regisseure Harald Braun und Alfred Braun kennen. In der jungen Bundesrepublik arbeitete er zunächst beim Rundfunk, bis er 1949 am Rande des Filmgeschäfts wieder Fuß fassen konnte: er sychronisierte die aus den Vereinigten Staaten in großer Anzahl auf den deutschen Markt kommenden Filmstreifen. Ab dem Film Schmutziger Engel (1958) arbeitete er als Vertreter des kommerziellen Films, drehte zahlreiche Edgar-Wallace-, Karl-May-, Simmel- u.a. Filme; war aber auch Regisseur von Fernsehfilmen und -serien.

Filme u.a.: Unter Geiern (1964), Und Jimmy ging zum Regenbogen (1971), Das Schweigen im Walde (1976), Die Schwarzwaldklinik (1985, Fernsehreihe, 1.Staffel).

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Bild: Kay (01/2018)

Friedrich “Fritz Benscher

 

 

Deutscher Schauspieler, Quizmaster, Conférencier, Hörspielsprecher und -regisseur; einer wohlhabenden bürgerlichen jüdischen Familie entstammend; dritter und jüngster Sohn eines Lederhändlers, in dessen Fußstapfen er treten sollte. Er wählte jedoch den Beruf eines Schauspielers und war ab 1921 am Oldenburgischen Landestheater tätig, ab 1924 in Hamburg, zunächst als Statist an der Hamburger Volksoper. Danach erhielt er Engagements an der Schilleroper in Altona und am Metropol-Theater in Berlin. Zu seinen Bühnenrollen zählten u.a. der Moritz Spiegelberg in SchillersDie Räuber und Armand Brissard in Die keusche Susanne, einer Operette in drei Akten von Jean Gilbert. 1926 arbeitete er als Sprecher bei der 1924 in Hamburg gegründeten NORAG; beim Zwischensender Bremen, aus dem später der Sender Radio Bremen hervorging, war er als Ansager tätig. Neben seiner schauspielerischen Tätigkeit trat Benscher als Kabarettist und erfolgreicher Conférencier auf. Nachdem die Nationalsozialisten Anfang 1933 die Macht ergriffen hatten, wurde Benscher mit Auftrittsverbot belegt .er versuchte daraufhin, in die vereingten Staaten auszuwandern, was allerdings mißlang. Um 1935 schloß er sich dem im Juli 1933 in Berlin gegründeten Kulturbund Deutscher Juden in Hamburg an, einer Selbsthilfeorganisation für vom Berufsverbot betroffene jüdische Künstler. Auch die Fima seines Vaters trafen die antijüdischen Maßnahmen der Nazi: Sein Betrieb wurde arisiert. Fritz Benscher arbeitete als Sargtischler für die jüdische Gemeinde auf dem Friedhof Stellingen, bis er im Juni 1943 verhaftet und zunächst in das KZ Theresienstadt und dann im September 1944 in das KZ Auschwitz deportiert wurde. Am 1. Mai 1945 wurde er aus dem Außenlager Kaufering des KZ Dachau von Soldaten der 7. US-Armee befreit. 

 

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Bild: Matthias Bauer (10/1994)

München, Nordfriedhof (Urnenhalle-Süd)

Hans-Michael Rehberg

 

 

Deutscher Schauspieler und Regisseur; eines von sechs Kindern des Schriftstellers Hans Rehberg und dessen Ehefrau Maria, née Ohly; wuchs in der Pieskower Künstlerkolonie “Meckerndorf“ in Brandenburg, wo sein Vater ab 1935 lebte, auf, dann in Schlesien, nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in Bayern und schließlich in Duisburg. Nachdem er die Schule abgebrochen hatte, begann er seine Schauspielausbildung an der Folkwangschule in Essen, bevor seine Karriere an den Vereinigten Städtischen Bühnen Krefeld-Mönchengladbach seinen Anfang nahm. Seine lange Karriere führte ihn an viele der großen deutschsprachige Bühnen, so das Burgtheater Wien, Thalia Theater Hamburg, Deutsches Schauspielhaus Hamburg, die Freie Volksbühne Berlin, Kammerspiele München sowie die, Salzburger Festspiele

Rehberg wirkte ab den 1960er Jahren auch in zahlreichen Fernsehfilmen mit. Einem breiteren Publikum wurde er als Bischof Hemmelrath in der Fernsehreihe Pater Brown der ARD bekannt.

Aus seiner Ehe mit der Schauspielerin Barbara Sukowa ging ein Sohn hervor.

Film- und Fernsehproduktionen u.a.: Berlin Alexanderplatz (1980), Georg Elser – Einer aus Deutschland (1989), Schindlers Liste (1993), Der Schandfleck (1999), Apollonia (2005)

Auszeichnungen u.a.: Josef-Kainz-Medaille (1994).,

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Berlin, Waldfriedhof Heerstraße

Bild: Mutter Erdeder (05/2018), Wikipedia.de
Bild: Mutter Erdeder (05/2018), Wikipedia.de
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Ilse Pagé  eigentl. Ilse Hinniger

2004)Bild: Rengha Rodewill (2004)

 

Deutsche Schauspielerin; nahm nach ihrem Mittelschulabschluß privaten Schauspielunterricht und war Absolventin Max-Reinhardt-Schule in Ostberlin. Von 1959 bis 1966 war sie am Berliner Schillertheater unter Intendant Boleslaw Barlog engagiert. Für die Hauptrolle des in der DDR von der DEFA in einem Halbstarkenmilieu angesiedelten Film mit dem Titel Berlin - Ecke Schönhausern (1957) wurde Ilse, die in Westberlin wohnte, quasi auf der Straße für den Film entdeckt und konnte sich gegen 1.000 Konkurrentinnen und ihren Vater durchsetzen. Anfang der 1960er Jahre drehte Helmut Käutner mit ihr die Filme Schwarzer Kies (1961), Der Traum von Lieschen Müller (1961), Das Haus in Montevideo (1963) und Lausbubengeschichten (1964). In Ganovenehre (1966) von Wolfgang Staudte spielte sie an der Seite von Gert Fröbe und Mario Adorf (*1930). Ab Mitte der 1960er Jahre folgte eine Reihe von Kinoerfolgen nach Kriminalromanen von Edgar Wallace, u.a. Der Mönch mit der Peitsche (1967), Im Banne des Unheimlichen (1968) oder Mann mit dem Glasauge (1969) von Alfred Vohrer In dem von Volker Schlöndorfs inszenierten Film Die Blechtrommel von Günter Grass. die mit einem Oscar ausgezeichnet wurde, spielte sie das Gretchen Scheffler. Neben ihrer Arbeit für den Film stand sie auch immer wieder auf der Bühne des Schillertheaters. Aber sie war auch in erfolgreichen Fernsehserien der 1960er und 1970er Jahre in Gastrollen zu sehen, u.a. in .Percy Stuart und Derrick. Nach einigen Kleinstrollen in Hotel Paradies oder Unser Lehrer Dr. Specht Anfang der 1990er Jahre zog sie sich immer mehr zurück.

Film- und Fernsehproduktionen u.a.: Arzt aus Leidenschaft (1959), Biographie und Liebe (1961), Liebe will gelernt sein (1963), 48 Stunden bis Acapulco (1967),, Engelchen macht weiter – hoppe, hoppe Reiter (1969), Asternplatz 10 Uhr 6 (1969), Hurra, wir sind mal wieder Junggesellen! (1970), Der Heiligenschein (1977), Engel aus Eisen (1981), Mauerbande (1981), Die Beine des Elefanten (1983),

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Bild: Klaus Meinert (11/2018)

Berlin, Städt. Waldfriedhof Zehlendorf

Theater / TV / Film / Show CVIII

Omnibus salutem!