Prag, Urnenhain Strašice

Bild: Klaus Ernst

Ursula Herwig

 

Deutsche Schauspielerin; trat erstmals 1957 in der Filmkomödie Der kühne Schwimmer in Erscheinung. Im Fernsehen wirkte sie in der im Vorabendprogramm der ARD Ende der 1960/Anfang der 1970er Jahre ausgestrahlten Serie Graf Yoster gibt sich die Ehre mit, sowie in Raumpatrouille (Raumschiff Orion). Bekannt wurde sie durch ihre Mitwirkung im Berliner Kabarett Die Stachelschweine. Viel beschäftigt war sie auch als Synchronsprecherin; so lieh sie u.a. Jane Fonda in Barbarella oder Joyce Jameson in Ruhe Sanft GmbH ihre Stimme. Die Umstände ihres Todes sind ungeklärt geblieben: Spaziergänger fanden Ursula Herwig ertrunken nahe der Tiergartenschleuse im Landwehrkanal.

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Berlin, Städtischer Waldfriedhof Dahlem

Bild: Klaus Ernst

Paul Martin

 

Deutscher Schauspieler und Regisseur; der Sohn eines Notars nahm nach dem Abitur von 1916 bis 1918 als k. u. k. Offizier am Ersten Weltkrieg teil. Anschließend studierte er Medizin und wurde Provisor in einer Apotheke. Seine ersten beruflichen Erfahrungen mit dem Filmgeschäft machte er als Darsteller in Stummfilmen. Anfang der 1930er Jahre arbeitete er in Berlin als Regieassistent bei Filmen wie Das brennende Herz (1929), Der Kongreß tanzt (1931) und Bomben auf Monte Carlo (1931). 1931 führte er zusammen mit Hans Hinrich erstmals selbst Regie in dem Film Der Sieger mit Hans Albers. Alleinige Regie führte er bereits bei seinem nächsten Musikfilm, Ein blonder Traum (1932), mit Lilian Harvey und Willy Fritsch in den Hauptrollen. Der große Erfolg der Komödie empfahl ihn nach Hollywood, wo er den Film Orient Express (1934) für 20th Century Fox drehte, der jedoch zu einem Mißerfolg geriet, so daß er nach seiner Rückkehr nach Deutschland wieder bei der Ufa drehte, wo der Film Glückskinder (1936), wie die meisten seiner Produktionen ein Film aus dem Revue- und Operettenmilieu, wieder zum Erfolg geriet. Nicht mehr zur Aufführung kam sein 1938 gedrehter Streifen Preußische Liebesgeschichte. Die Hauptdarstellerin, die tschechische Schauspielerin Lida Baarová, hatte eine Liebesaffäre mit Joseph Goebbels, die durch eine Machtwort Hitlers beendet wurde; Filme mit der Baarová waren daraufhin nicht mehr gewünscht. In den 1950er Jahren produzierte Martin vorwiegend Musikfilme mit Peter Alexander und Caterina Valente (*1931). Verheiratet war Martin von 1931 bis 1938 mit der Schauspielerin Frauke Lauterbach, lebte aber mit Lilian Harvey in Ungarn auf einem gemeinsames Landgut zusammen.

Filme u.a.: Sieben Ohrfeigen (1937), Frau am Steuer (1939), Jenny und der Herr im Frack (1941), Maske in Blau (1942).

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Hinweis: Die Grabstätte ist mittlerweilen aufgelassen worden.

Hinweis: Die Grabstätte ist mittlerweilen aufgelassen worden.

Bilder: Matthias Bauer (04/2007)

Fritz Rémond jun.

 

Deutscher Schauspieler und Theaterleiter; wirkte, bevor er als Leiter einer Wanderbühne nach Ende des Zweiten Weltkrieges nach Bad Tölz kam, zunächst bis 1936 als Schauspieler in Prag. Danach zog er nach Frankfurt am Main, wo er als freier Mitarbeiter an den Städtischen Bühnen spielte und Inszenierungen durchführte. 1947 gründete er auf Anregung des Direktors des Frankfurter Zoos, Bernhard Grzimek, das private “Kleine Theater im Zoo” (heute “Fritz-Rémond-Theater") im Frankfurter Zoogesellschaftshaus und dessen Impresario er bis zu seinem Tode blieb. Das erste Stück, das gespielt wurde war August Strindbergs Rausch. Aus idealistischen, aber einfachen Anfängen entwickelte sich das Haus im Laufe der Jahre zu einem angesehenen Theater. Dort spielten in den 1950er und 1960er Jahren erfolgreich u.a. Boy Gobert, Hans-Joachim Kulenkampff, Inge Meysel, Curd Jürgens und Karlheinz Böhm. Aber auch Heinz Rühmann, Hilde Krahl und Lil Dagover traten immer wieder auf.

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Köln, Friedhof Melaten

Bild: Wolfgang Prokosch (04/2007)

Peter Palitzsch

 

Deutscher Theaterregisseur; nach einer kaufmännischen Ausbildung zum Werbegraphiker an der Fachhochschule in Dresden und nach seiner Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft war er Gründungsmitglied des Roten Kreuzes der SBZ (Sowjetischen Besatzungszone) in Dresden und arbeitete als Dramaturg an der Dresdner Volksbühne, bevor ihn Bert Brecht 1948 als Mitarbeiter an das neugegründete Berliner Ensemble in den Osten der ehemaligen Hauptstadt holte. Dort inszenierte er 1949 John M. Synges (*1871, †1909) Playboy of the Western World und erntete damit große Aufmerksamkeit. Mit der Politik der DDR geriet er erstmals anläßlich des Arbeiteraufstand vom 17.6.1953 in Konflikte; nach dem Bau der Berliner Mauer unter Walter Ulbricht am 13.8.1961 siedelte er in den Westen über. An den Städtischen Bühnen in Frankfurt am Main sorgte in den 1968er Jahren sein Mitbestimmungsmodell, demzufolge er in einem Dreierdirektorium als primus inter pares fungierte und als bestimmendes Entscheidungsgremium die Vollversammlung des Ensembles einsetzte, für überregionale Aufmerksamkeit und Furore. Mit Palitzschs Namen sind großartige Inszenierungen an zahlreichen Bühnen verbunden, allen voran das Berliner Ensemble sowie Theater in Stuttgart und Frankfurt am Main, an dem er Brechts Tage der Commune (1977), Henrik Ibsens Baumeister Solness (1978) und Friedrich Schillers Don Carlos (1979) meisterhaft inszenierte.

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Berlin, Friedhof Dorotheenstädt.u. Friedrichswerdersche Gemeinde

Bild: Wolfgang Prokosch (04/2007)

Eberhard Esche

 

Deutscher Schauspieler; studierte Anfang der 1950er Jahre an der Theaterhochschule in Leipzig. Nach Engagements an Bühnen in Meiningen, Erfurt und Karl-Marx-Stadt (ab 1990 wieder Chemnitz) kam er 1961 an das Deutsche Theater, an dem er - mit einer Unterbrechung von 1969 bis 1971 - bis 1999 ein festes Engagement hatte. Neben seiner Theaterarbeit hielt er Vortragsabende ab und spielte in DEFA-Filmen mit. Esche war Träger des “Eduard von Winterstein Ringes" des Deutschen Theaters Berlin.

Filme u.a.: Der geteilte Himmel, Spur der Steine, Märkische Forschungen, Sachsens Glanz und Preußens Gloria.

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Berlin, Französischer Friedhof I (Chausseestr.)

Hinweis: Das Relief auf dem Grabstein zeigt ihn als Lancelot, die Rolle spielte er in der berühmten Benno-Besson-Inszenierung von Jewgeni Schwarz' Stück Der Drache.

Bild: Michael (04/2007)

Willy Schultes

 

Deutscher Volksschauspieler; sprach bereits im Alter von zehn Jahren im Hörfunk des Bayerischen Rundfunks. Seine erste Filmrolle erhielt er 1937 in dem Streifen Der Katzensteg, gefolgt von Heimatfilmen der 1950er Jahre, bis er schließlich zum Komödienstadel kam. Er wirkte in zahlreichen Filme in Nebenrollen (darunter Schulmädchenreport) mit, aber auch im Fernsehenserien wie u.a. Der Kommissar, Die seltsamen Methoden des Franz Josef Wanninger.

Filme u.a.: Wetterleuchten um Maria (1957), Der Arzt von Stalingrad (1958), Laß mich am Sonntag nicht allein (1959), Der Ruepp (1979).

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München, Waldfriedhof (Alter Teil)

Berlin, Städtischer Waldfriedhof Dahlem

Lida Baarová eigentl. Lidmilla Babková

im Film 'Patrioten', 1937no_copyright

Tschechische Schauspielerin; nach einer Ausbildung bei Rudolf Deyl (*1876, †1972) am Schauspielkonservatorium in Prag drehte sie im Alter von 17 Jahren ihren ersten Film, Die Karriere des Pavel Čamrda. Da es den Studenten des Konservatoriums untersagt war, während der Ausbildung Filmrollen anzunehmen, nahm sie den Namen an, den sie fortan führte, Lida Baarová. 1934 wurde sie von der Ufa engagiert und drehte 1935 Barcarole an der Seite von Gustav Fröhlich, mit dem sie in Berlin zusammenlebte. Es folgten in rascher Folge weitere Filme sowie Engagements am Deutschen Theater und an der Volksbühne. Nachdem sie Joseph Goebbels 1936 während der Olympischen Sommerspiele in Berlin begegnet war, entwickelte sich zwischen beiden eine Liebesaffäre, die auch öffentlich bekannt wurde. Als Goebbels gar bereit war, sich wegen ihr von seiner Frau Magda scheiden zu lassen, wandte sich diese an Hitler, der das Verhältnis durch ein Machtwort beendete, um einen öffentlichen Skandal zu vermeiden. Zugleich blieb ihr die Mitwirkung an weiteren Filme verwehrt; sie kehrte 1938 wieder in die Tschechoslowakei zurück. Der bereits fertiggestellte Film Preußische Liebesgeschichte mit Willy Fritsch erhielt Aufführungsverbot und wurde erst 1950 unter dem Titel Liebeslegende in Westdeutschland gezeigt. Der Kabarettist Werner Finck, bekannt für seine scharfe Zunge und Opposition zum Dritten Reich, soll sich in einer seiner Vorstellungen zu der Affäre geäußert haben: “Ich möchte auch mal Fröhlich sein.” Gustav Fröhlich soll Goebbels wegen dessen Absichten auf Baarová geohrfeigt haben. Da war aber wohl der Wunsch der Vater des Gedankens!. Spätere Versuche wieder in der Filmbranche Fuß zu fassen, fruchteten nicht; sie spielte jedoch nach dem Zweiten Weltkrieg in Theatern in Österreich und Deutschland. Während ihrer letzten Jahre lebte sie in Salzburg. Lida Baarová war verheiratet mit ihrem Landsmann Jan Kopecky (Scheidung 1956), sowie seit 1969 mit dem Schweden Kurt Lundwall.

Filme u.a.: Einer zuviel an Bord (1935), Verräter (1936), Patrioten, Die Fledermaus (beide 1937).

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Mickey Rooney eigentl. Joe Yule jr.

 

 

US-amerikanischer Schauspieler; Sohn eines Vaudeville-Darstellers; war schon im Kindesalter im Schauspielgeschäft tätig: Mit der Titelrolle des Mickey McGuire in einer Folge von über 60 zwischen 1926 und 1934 produzierten Kurzfilmkomödien, die der von Hal Roach kreierten erfolgreichen Serie Our Gang (dt. Die kleinen Strolche) nachempfunden war, entwickelte er sich Ende der 1920er/Anfang der 1930er Jahre zu einem der ersten Kinderstars der Filmgeschichte. In dieser Zeit verkörperte er meist freche Charaktere. Neben der zwei Jahre jüngeren Judy Garland avancierte er in zahlreichen Spielfilmproduktionen der MGM-Studios, die ihn 1937 in der Rolle eines aus der Mittelklasse stammenden aufmüpfigen Jugendlichen für den Film A Family Affair unter Vertrag genommen hatten, meistens in Musicals, auch zu einer der beliebtesten Jugendstars Hollywoods in den 1930er und 1940er Jahren. 1935 spielte der nur 1,60 Meter lange Rooney in der unter der Regie von Max Reinhardt und William Dieterle gedrehten, auf dem gleichnamigen Bühnenstück von William Shakespeare basierenden Filmkomödie A Midsummer Night's Dream (dt. Ein Sommernachtstraum) den Puck. Auch im Erwachsenenalter konnte er als Charakterdarsteller seine Karriere erfolgreich fortsetzen. Seine Filmarbeit wurde nur kurzzeitig unterbrochen: Während des Zweiten Weltkrieges war er von 1944 bis kurz nach Ende des Krieges als Truppenunterhalter in den Vereinigten Staaten und in Europa tätig und arbeitete für das American Forces Network (AFN), die Rundfunksenderkette des US-amerikanischen Militärs in Europa. Für diese Tätigkeit wurde er u.a. mit dem Bronze Star ausgezeichnet. Anfang der 1950er Jahre war er als Regisseur beim Fernsehen tätig, stand aber auch bis in die 2010er Jahre weiterhin als Schauspieler vor der Kamera. Noch kurz vor seinem Tod plante er eine Neuverfilmung der Geschichte um Dr. Jekyll und Mr. Hyde und stand für die Komödie Nachts im Museum 3 vor der Filmkamera. Für sein Lebenswerk erhielt Rooney 1983 den Oscar; außerdem wurde er mit zwei Golden Globes und einem Emmy ausgezeichnet.

Verheiratet war Mickey Rooney von 1942 bis 1943 mit der Filmschauspielerin Ava Gardner; es folgten sieben weitere Ehen.Tragisch endete seine fünfte Ehe: Barbara Ann Thomason, die er 1958 geheiratet hatte, wurde 1966 ermordet, ein Ereignis, das Rooney in eine tiefe Depression und in Alkohol- und Drogensucht stürzte.

Filme u.a.: Captain Courageous (1937;, dt. Manuel), Boys Town (1938, dt. Teufelskerle), The Adventures of Huckleberry Finn (1939), Babes in Arms (1939, dt. Musik ist unsere Welt), Young Tom Edison (1940, dt. Der junge Tom Edison), Human Comedy (1943, dt. …und das Leben geht weiter), National Velvet (1944, dt. Kleines Mädchen, großes Herz), The Bridges at Toko-Ri (1955, dt. Die Brücken von Toko-Ri), Breakfast at Tiffany's (1961, dt.Frühstück bei Tiffany), It’s a Mad Mad Mad Mad World (1963, Eine total, total verrückte Welt), The Black Stallion (1979, Der schwarze Hengst), Babe: Pig in the City (1998, dt. Schweinchen Babe in der großen Stadt), Night at the Museum (2006, dt. Nachts im Museum).

Memoiren. An Autobiography (1963).

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Bilder: Arvid Zemkus (08/2014)

Hollywood, Hollywood Forever Cemetery

Theater / TV / Film / Show CXV

Omnibus salutem!