Gerhard Klein

 

 

Deutscher Filmregisseur und Drehbuchautor; sohn eines Drehers; beschäftigte sich schon während der Zeit des Zweiten Weltkrieges mit dem Gebiet des Films. Wegen seiner Tätigkeit in der Widerstands-Organisation der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) wurde er zweimal verhaftet. Im Zweiten Weltkrieg wurde er zum Militär eingezogen und geriet in englische Gefangenschaft. Nach Kriegsende war er im Hauptjugendausschuß der KPD und beim Jugendamt des Magistrats von Berlin aktiv. Ab 1946 arbeitete er bei der DEFA, zunächst als Drehbuchautor für Kurzfilme, bald aber auch als Regieassistent im DEFA-Studio für Wochenschau und Dokumentarfilme, bevor er 1952 zum DEFA-Studio für Spielfilme wechselte. Nach der rückkehr von einer Studienreise in die Sowjetunion war er maßgeblich am Aufbau des DEFA-Kinderfilmstudios beteiligt. Mit dem Kriminalfilm Alarm im Zirkus (1954) prägte er das Muster von Filmen, die reportagehaft aus dem geteilten Berlin berichten. Mit seinem Film Berlin – Ecke Schönhauser… (1957) mit Ekkehard Schall und Ilse Pagé in den Hauptrollen sprach er ein Thema an, das - nicht nur im Westen der Stadt - sondern auch in der DDR ein Problem war, dort aber totgeschwiegen wurde: das Halbstarken-Problem. Als Klein und sein Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase acht Jahre später mit Berlin um die Ecke (1965) daran anknüpfen wollten, wurde die Produktion gestoppt. Nach seinem Film Der Fall Gleiwitz (1961), eine Rekonstuktion eines Vorgang, den die Nazis für den 3189.1939 arrangiert hatten, um einen propagandistischen Vorwand für einen Angriff auf Polen zu haben (als polnische Freischärler verkleidete SS-Angehörige hatten den Überfall durchgeführt, der zum ausbruch des Zweiten Weltkrieges führte. Neben Filmen, in denen Klein den Alltag in der DDR widmete sich Gerhard Klein, der von 1963 bis 1967 Abgeordneter der Volkskammer war, sich in seinen Filmen aber auch der humorvollen Schilderung des DDR-Alltags. Mit dem film Die Geschichte vom armen Hassan (1958) schuf er einen erfolgreichen Märchenfilm. Den 1970 begonnenen Film Leichensache Zernik konnte er wegen Krankheit und seinem Tode nicht mehr fertigstellen.

Filme u.a.:
als Regisseur:
Eine Berliner Romanze (1956), Seltsame Jagd (1959), Ein Sommertag macht keine Liebe (1960), Sonntagsfahrer (1963), Berlin um die Ecke (1965).
als Darsteller:
1958: Der Schinderhannes (1958)

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Bild: Dirk Gebaucher (12/2019)

Kleinmachnow, (Ldkrs. Potsdam-Mittelmark) Waldfriedhof

Anna Karina  eigentl. Hanne Karin Blarke Bayer

Bild: Marc V.J. Nicolas (07/1977) Wikipedia.fr 

 

Dänisch-französische Schauspielerin; Tochter einer Modistin und eines Kapitäns, der die Familie bereits ein Jahr nach ihrer Geburt verließ. Sie wuchs bei ihrer Mutter, den Großeltern und in einer Pflegefamilie auf. Nachdem sie in einem Kopenhagener Kabarett gesungen und in einem Kurzfilm mitgewirkt hatte, um ihr Glück als französische Schauspielerin zu versuchen und familiären Problemen zu entkommen, ging sie im Alter von 17 Jahren - kaum des Französischen mächtig - nach Paris, wo sie im Café Les Deux Magots in Saint-Germain-des-Prés Catherine Harlé kennenlente, die ihr anbot, Model zu werden - der Beginn einer kurzen, aber erfolgreichen Karriere mit der Arbeit für u.a. Elle, wo sie Coco Chanel traf, die sie ermutigte, ihren Namen in die französisch klingende Anna Karina zu ändern. Als ihr Jean-Luc Godard (*1930) eine Nebenrolle in seinem ersten Langfilm À bout de souffle (dt. Außer Atem) anbot, lehnte sie ab, weil sie in ihm eine Nacktszene spielen sollte (Godard realisierten den Film 1960 sehr erfolgreich mit der US-Amerikanerin Jean Seberg). Noch im selben Jahr übernahm sie in Godards zweitem Langspielfilm Le petit soldat (1960, dt Der kleine Soldat), neben Michel Subor (*1932), der die männliche Titelrolle verkörperte, die Hauptrolle als Veronika Dreyer; der Film kam wegen Zensur erst 1963 in die Kinos. Zu dieser Zeit begann zwischen ihr und Godard sowohl künstlerisch und auch persönlich eine Beziehung. Sie drehten beide in den 1960er Jahren eine Reihe von Filmen, darunter Une Femme est une Femme (1961, Eine Frau ist eine Frau). Für ihre Leistung in dem Film wurde sie 1961 mit dem Preis als die beste Darstellerin bei den Berliner Filmfestspielen ausgezeichnet. Es folgten Vivre sa vie (1962, dt. Die Geschichte der Nana S), Bande à part (1964, dt. Die Außenseiterbande) oder Alphaville, une étrange aventure de Lemmy Caution (1965, dt. Lemmy Caution gegen Alpha 60). Pierrot le fou (1965, dt. Elf Uhr nachts), Made in USA (1966); nach dem letzte Film mit Godard, Made in USA (1966), endete die Zusammenarbeit mit ihm (die Scheidung des Paares, das 1961 geheiratet hatte, erfolgte im Jahr 1967.

Später drehte sie Filme mit bedeutenden Autoren wie Jacques Rivette (Suzanne Simonin, la religieuse de Diderot (1966, dt. Die Nonne) mit Liselotte Pulver (*1929) und Micheline Presle (*1922), Luchino Visconti (Lo straniero (1967, dt. Der Fremde), Volker Schlöndorff (*1930) Michael Kohlhaas – der Rebell (1969) und Rainer Werner Fassbinder (Chinesisches Roulette (1976). In ihrer 60 Jahre andauernden Karriere, die mit dem Kurzfilm La pointe courte (1954) der Regisseurin Agnès Varda begonnen hatte, drehte Anna Karina über 50 Filme. Außerdem führte sie im Jahr 1973 Regie bei dem Film Vivre ensemble. Aber auch als Sängerin machte sie sich einen Namen; weniger bekannt ist, daß sie zwischen 1973 und 1998 vier Romane veröffentlichte.

Anna Karina war nach ihrer Scheidung von Godard noch dreimal verheiratet: von 1968 bis 1974 mit Pierre Fabre, von 1978 bis 1981 mit Daniel Duval sowie von 1982 bis zu ihrem Tod mit dem amerikanischen Filmregisseur Dennis Berry

Filme u.a.: La ronde (1964, dt Der Reigen), Zärtliche Haie bzw. Tendres requins (1967), Le plus vieux métier du monde (1967, dt. Das älteste Gewerbe der Welt), Lamiel (1967, dt. Lamiel – ich liebe die Liebe), Laughter in the Dark (1968, dt. Der Satan mischt die Karten), Justine (1969, dt. Alexandria – Treibhaus der Sünde), Top Secret (1972. dt. The Salzburg Connection), Pane e cioccolata (1974, dt. Brot und Schokolade), The Truth About Charlie (2002).

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Paris, Cimetière de Père Lachaise

Stefan Lisewski

 

 

Deutscher Schauspieler; jobbte nach dem Abitur an der Goethe-Oberschule in Schwerin als Statist am Schweriner Theater, bevor er sich an der Bergakademie in Freiberg bewarb und - auf eine Zulassung an der Staatlichen Schauspielschule in Berlin-Schöneweide wartend - ein Praktikum als Schmelzer der Ernst-Thälmann-Werke in Magdeburg absolvierte. Nach dem Studium erhielt Lisewski 1957 ein langjähriges Engagement am von Bert Brecht gegründeten Berliner Ensemble und blieb dort bis 1999. Dort verkörperte er Hauptrollen in nahezu allen Brecht-Stücken wie den Mackie Messer in der Dreigroschenoper. Immer wieder wirkte er ab Ende der 1950er Jahre in DEFA-Spielfilmen und später -Fernsehfilmen mit, wobei er große Popularität erlangte.  Sein Leinwanddebüt, Das Lied der Matrosen, in dem er den Matrosen Jupp König verkörperte, brachte ihm den Durchbruch als Darsteller. Im Laufe seiner langen Karriere folgten zahlreiche weitere Hauptrollen, wie z.B. 1959 in Slatan Dudows Gegenwartsfilm Verwirrung der Liebe. mit Annekathrin Bürger und Angelica Domröse. In den 1970er Jahren konzentrierte sich er sich wieder vermehrt auf seine Bühnenkarriere, spielte aber dennoch tragende Rollen in den Kinderserien Spuk unterm Riesenrad (1978) und Spuk im Hochhaus (1981/82). Außerdem wirkte er als Sprecher in Hörspielen.

2002 spielte er den Menschenfresser in der Oper Pollicino von Hans Werner Henze unter der Leitung von Jobst Liebrecht; die CD-Aufnahme gewann im Jahr 2004 einen Echo.

Bis zuletzt war er in der Rolle des Dogsborough in Brechts Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui in der Inszenierung von Heiner Müller zu sehen, die im Juni 1995 Premiere hatte und mehr als 300 Mal im In- und Ausland aufgeführt wurde.

Stefan Lisewski war zweimal verheiratet: Mit der Schauspielkollegin Monika Gabriel, und seit 1969 mit Karin.

Film- und Fernsehproduktionen u.a.: Der kleine Kuno (1949), Maibowle (1959), Verwirrung der Liebe (1959), Chronik eines Mordes (1965), Tödlicher Irrtum (1970), Nicht schummeln, Liebling! (1973), Susanne und der Zauberring (1973), Die Leiden des jungen Werthers (1976), Spuk unterm Riesenrad (1976), Gevatter Tod (1980), Spuk im Hochhaus (1981/82), Dein unbekannter Bruder (1982)

Auszeichnungen u.a.: Kunstpreis der DDR (1977).

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Bilder: Ulrich Farwick (02/2017)

Berlin-Pankow, III. Städt. Friedhof

Ilse Künkele  eigentl. Ilse Rabanus-Künkele

 

 

Deutsche Schauspielerin; begann nach ihrer Schauspielausbildung 1943 als Elevin am Württembergischen Staatstheater in Stuttgart, dem sie  von 1944 bis 1950 angehörte, bevor sie 1950 an das  Deutschen Theater Göttingen engagiert wurde, an dem sie bis 1958 wirkte. Von 1959 bis 1962 war sie am Bayerischen Staatsschauspiel in München tätig. Danach gastierte sie an verschiedenen Bühnen.

Ilse Künkele spielte auch in Film-, überwiegend aber in Fernsehproduktionen in Nebenrollen mit, wie beispielsweise in den Fernsehserien Oh Gott, Herr Pfarrer an der Seite von Robert Atzorn und Maren Kroymann oder Der Eugen. In den 1960er Jahren war sie oft in Gastrollen von Kriminalserien zu sehen: so z.B. in der Episode Der Brief der Fernsehserie Das Kriminalmuseum oder 1965 in Tivoli der Fernsehserie Die fünfte Kolonne.

Häufig arbeitete arbeitete sie in den Studios des Süddeutschen Rundfunks. Oft war der Schauspieler Walter Schultheiß ihr Partner.

Film- und Fernsehproduktionen u.a.: Mamitschka (1955), Der tolle Bomberg (1957), Der Lügner und die Nonne (1967), Das Schloß (1968), Jonathan (1970)

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Bilder: Markus Herrmann (05/2020)

Stuttgart, Pragfriedhof

Ursula Karusseit

 

 

Deutsche Schauspielerin und Regisseurin; Tochter eines Lehrers; wuchs nach der Vertreibung 1945 in Parchim und in Gera auf. Nach einer kaufmännischen Lehre arbeitete sie als Stenotypistin und Sachbearbeiterin und wirkte nebenbei in der Laienkabarettgruppe ihres Betriebes mit. Zwischen 1960 und 1962 durchlief sie an der Staatlichen Schauspielschule Berlin-Schöneweide eine Schauspielausbildung; es folgten Engagements am Deutschen Theater Berlin am Deutschen Theater Berlin und am Maxim-Gorki-Theater sowie eine lanjährige Festanstellung im Ensemble der Berliner Volksbühne, wo sie unter dem Schweizer Benno Besson, der dort 1969 Künstlerischer Leiter und Intendant an der Volksbühne war, bis er 1977 die DDR verließ, europaweit Erfolge feiern konnte. Karusseit glänzte vor allem in den Stücken Der Drache (Deutsches Theater Berlin, Rolle Elsa) und Der gute Mensch von Sezuan (Volksbühne, Rolle Shen Te). Im Jahr 1984 wandte sie sich auch der Regie zu und debütierte mit John M. Synges Der Held der westlichen Welt. Seit Mitte der 1980er trat Ursula Karusseit wiederholt in der Bundesrepublik auf, so etwa 1986 als Mutter Courage im gleichnamigen Stück Mutter Courage und ihre Kinder von Bert Brecht am Kölner Schauspiel auf. Bereits seit den 1960er Jahren trat sie auch im Film, später auch im Fernsehen in Erscheinung.  Bekannt wurde sie u.a. durch Filme wie das antifaschistische DEFA-Filmepos über die Widerstandsgruppe um Harro Schulze-Boysen, KLK an PTX – Die Rote Kapelle (1971), oder das Märchen Die vertauschte Königin (1984) mit Kurt Böwe und Klaus Piontek in den Hauptrollen. Nach der ”Wende” war sie hauptsächlich im Fernsehen beschäftigt, darunter seit 1998 als Charlotte Gauß in der ARD-Fernsehserie In aller Freundschaft. sie lehrte aber auch gelegentlich an der Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf in Potsdam-Babelsberg, beteiligte sich stimmlich an der Produktion von Hörspielen und tourte mit dem Programm Jazz, Lyrik, Prosa durch Deutschland.

Verheiratet war Ursula Karusseit seit 1969 mit Benno Besson; aus dieser Verbindung stammt der Schauspieler Pierre Besson (*1967), bekannt v.a. als Kommissar in der ZDF-Krimi-Serie Soko Köln.

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Bilder: Rebekka Schmidt (09/2020)

Königs Wusterhausen OT Senzig (Ldkrs. Dahme-Spreewald, Brandenburg), Friedhof

Maureen O’Hara eigentl. Maureen FitzSimons

1942

 

US-amerikanische Schauspielerin und Sängerin irischer Herkunft; besuchte die Burke's School of Elocutio, arbeitete bereits als 12-Jährige beim Radio und nahm an der Abbey Theatre School in Dublin Schauspielunterricht, bevor sie später eine Musikausbildung in London machte. Für den Film entdeckt wurde sie vom Filmproduzent Erich Pommer, ihre eigentliche Filmkarriere begann allerdings unter Alfred Hitchcock in dem Film Jamaica Inn (1939, dt. Riff-Piraten). Vom RKO-Studio wurde sie nach Hollywood verpflichtet, wo sie unter der Regie von John Ford in How Green Was My Valley (1941, dt. Schlagende Wetter) spielte und unter Jean Renoir in This Land Is Mine (1943, dt. Dies ist mein Land).

Maureen O’Hara verkörperte meist starke, temperamentvolle Frauen in Abenteuerfilmen und Western. Ihre besten Rollen hatte O'Hara in Filmen von John Ford an der Seite von John Wayne, wie in Rio Grande (1950), The Quiet Man (1952, dt. Der Sieger) und The Long Grey Line (1954, dt. Mit Leib und Seele). Aber sie arbeitete auch immer wieder beim Radio, vor allem in den 1940er Jahren. 1990 drehte sie mit Only the Lonely (Mama, ich und wir zwei) an der Seite von Anthony Quinn ihren letzten Film; es folgten jedoch noch drei Fernsehfilme.

 Da sie regelmäßig in den damals noch seltenen Technicolor-Filmen besetzt wurde, erhielt sie den Spitznamen ”Königin des Technicolor“ 2014 erhielt sie einen Ehrenoscar für ihr Lebenswerk.

Filme u.a.: The Hunchback of Notre Dame (1939, dt. Der Glöckner von Notre Dame), Ten Gentlemen from West Point (1942, dt. 10 Leutnants von West-Point), The Fallen Sparrow (1943), Buffalo Bill (1944, dt. Buffalo Bill, der weiße Indianer), The Spanish Main (1945, dt. Der Seeteufel von Cartagena), Sindbad the Sailor (1947, Sindbad, der Seefahrer), Miracle on 34th Street (1947, dt. Das Wunder von Manhattan), Bagdad (1949), Against all Flags (1952, dt. Gegen alle Flaggen), At Sword’s Point (1952, dt. Die Söhne der drei Musketiere), The Redhead from Wyoming (1953, dt. Feuerkopf von Wyoming), The Parent Trap (1961, dt. Die Vermählung ihrer Eltern geben bekannt ), Mr. Hobbs Takes a Vacation (1962, dt. Mr. Hobbs macht Ferien), McLintock! (1963), The Rare Breed (1966, dt. Rancho River ).

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Arlington (Virginia), National Cemetery.

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 Work of the U.S. Federal Government

 Work of the U.S. Federal Government

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Stefan Born

 

 

Deutscher Theater- und Fernsehschauspieler; spielte nach einer Schauspielausbildung am Schauspielstudio Zinner in München Theater hauptsächlich im süddeutschen Raum, wobei er viele Jahre am Münchner Volkstheater auftrat. Dort war er 2001 gemeinsam mit Christine Neubauer (*1962) in dem Schauspiel Der Marquis von Keith von Frank Wedekind zu sehen, das Ruth Drexel inszenierte. In der Spielzeit 1990/91 war er am Theater rechts der Isar engagiert, wo er in ca. 120 Vorstellungen des Theaterstücks Die Nashörner des rumänisch-französischen Dramatikers Eugène Ionesco auftrat. 2001 spielte er am Theater Blaue Maus in München in dem Theaterstück Die Froschkönigin von Kerstin Specht, in der Spielzeit 2003/04 übernahm er am Bockshorn-Theater Würzburg die Rolle des Irrenarztes Dr. Alois Alzheimer in der deutschen Erstaufführung des Schauspiels Die Akte der Auguste D. von Konrad und Ulrike Maurer und am Teamtheater München spielte er 2005 in der Farce Nathans Dackel des  österreichischer Schriftstellers Franzobel.

Seit Mitte der 1980er Jahre wirkte er in Fernsehserien sowie in mehreren Fernsehfilmen mit, so z.B. in Die Rosenheim-Cops, Forsthaus Falkenau und Der Bulle von Tölz. In der Fernsehserie Löwengrube verkörperte er 1991/92 den Kriminalbeamten Ametshuber. Außerdem wirkte Stefan Born Sprecher in Produktionen von Hörbüchern und Hörspielen mit, so 1988 beim Bayerischen Rundfunk in dem Hörspiel Judas von Marcel Pagnol in der Rolle des Zabulon.

Nach einem schweren Unfall im Sommer 2005 erlag er Ende September 2005 seinen schweren Verletzungen.

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Bilder: Matthias Bauer (11/2018)

München, Nordfriedhof

Sabine Krug-Wolfram

 

 

Deutsche Theaterschauspielerin und Hörspielsprecherin; erhielt nach ihrer Ausbildung an der Schauspielschule des Deutschen Theaters Berlin folgten zunächst Engagements am Deutschen Theater Berlin, am Theater Görlitz sowie am Deutschen Nationaltheater in Weimar, bevor sie 1953 eine Festanstellung am Berliner Maxim-Gorki-Theater erhielt, wo sie bis zu ihrem frühen Tod im Alter von 43 Jahren wirkte. Sie kam bei einem tragischen Autounfall auf dem Weg nach Halle (Saale) (auf dem Autobahnabschnitt durch Ludwigsfelde (Ldkrs, Teltow-Fläming) ums Leben. 1992 wurden Teile ihres Tagebuchs vom April und Mai 1945 veröffentlicht .

Verheiratet war Sabine Krug mit dem Dramaturgen, Theaterregisseur und Theaterintendanten Gerhard Wolfram.

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Claire Schlichting née Klara Gerhartz

 

 

Deutsche Schauspielerin und Komikerin; unehelich geborene Tochter eines jüdischen Kaufmanns und einer Lehrertochter; Großmutter der Geschwister Ben (*1964) und Meret Becker (*1969); besuchte bereits als Kind eine Ballettschule in Barmen (heute zu Wuppertal) und beschloß als 15-Jährige Tänzerin zu werden. Zunächst arbeitete sie am Theater in Wuppertal als Statistin und sang im Chor bevor sie im Alter von 17 Jahren wurde als Soubrette engagiert, dem Jahr, in dem sie den 10 Jahre jüngeren Dänen Erik Hansen bei einem Gastspiel in Dresden kennenlernte und ihr erstes Kind zur Welt kam. Kurz nach der Geburt der gemeinsamen Tochter Monika heiratete sie – zwischenzeitlich von Herbert Schlichting geschieden – Hansen. . Auch nach der “Machtereifung” der Nationalsozialisten im Jahre 1933 konnte sie noch bis 1941 unbehelligt an deutschen Bühnen auttreten; erst nachdem sie anonym denunziert worden war, war ihr das nicht mehr möglich. Sie zog daraufhin mit Hansen und den beiden Kindern nach Kopenhagen, wo dieser Verwandte hatte. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kehrte sie - vermutlich 1950 - nach Deutschland zurück.

Ihre Karriere als Alleinunterhalterin hatte bereits um 1930 begonnen, womit bereits in jungen Jahren ihr Ruf als ”komische Alte“ begründet wurde. Es folgten Auftritte in Kabaretts, Varietés und Kinovorprogrammen u.a. im Wintergarten, im Hansa-Theater in Hamburg, im Frankfurter Schumann-Theater, im Astoria in Bremen oder in München im Deutschen Theater und im Café Annast. Außerdem hatte Claire Schlichting, Begründerin der Schauspielerdynastie Schlichting-Hansen-Becker, zwei Auftritte in der Berliner Waldbühne 1953 und 1954 im Rahmen von RIAS-Produktionen unter den Titeln RIAS in der Waldbühne und Lachende Waldbühne. Claire Schlichting war Begründerin der Schauspielerdynastie Schlichting-Hansen-Becker.

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Bild: Bianca Lobien (11/2020)

Berlin, Französischer Friedhof I (Chausseestr.)

Berlin-Zehlendorf, Waldfriedhof, Potsdamer Chaussee

Bild: Bianca Lobien (11/2020)

Claus Biederstaedt

Bild: Udo Grimberg (08/2010)

 

Deutscher Schauspieler; Sohn von Claus Biederstaedt, eines Studienrates, der an der heimatlichen Mädchenoberschule Musikunterricht erteilte; wurde im Alter von 15 Jahre als Flakhelfer eingesetzt und ein Jahr später direkt von der Schulbank an die Ostfront geschickt. Während alle seine Mitschüler fielen, gelang es Biederstaedt gemeinsam mit einem verwundeten Kameraden vor der heranrückenden Roten Armee in Richtung Westen zu fliehen. Biederstaedts Mutter, die mit einem Treck nach Westen unterwegs war, nahm sich - in der Meinung, ihr Sohn sei gefallen - mittels Zyankali das Leben und wurde in einem Massengrab beigesetzt. Nachdem sich Vater und Sohn wiedergefunden hatten, gingen sie gemeinsam nach Hamburg, wo Biederstaedt am altsprachigen Wilhelm-Gymnasium, das Abitur nachholte; in seiner freien Zeit sang er im Chor seines Vaters. Biederstaedt begann ein Studium der Medizin, das er jedoch nach dem vierten Semester abbrach. Will Quadflieg, den er während seiner Mitwirkung im Chor kennengelernt hatte, gab ihm an der Schauspielschule des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg Unterricht. Nach der erfolgreichen Prüfung spielte er unter anderem an Bühnen in Hamburg, Berlin, München, Köln und Wiesbaden. Später wirkte er dann auch als Theaterregisseur; so inszenierte er u.a. im Jahr 1985 Des Teufels General, 1986 Der Hauptmann von Köpenick und 1993 Gerhart Hauptmanns Vor Sonnenuntergang. Mehr als 1.000 Mal spielte er gemeinsam mit den Schauspielerinnen Karin Dor und Angélique Duvier in dem Stück Der Neurosenkavalier von Gunther Beth auf der Bühne, zuletzt 2008 in Essen. Sein Leinwanddebüt hatte er bereits 1951 mit dem Kinofilm Die große Versuchung gegeben, für den er mit dem Bundesfilmpreis als bester Nachwuchsdarsteller ausgezeichnet wurde. Es folgte bis Anfang der 1960er Jahre ein Kinofilm nach dem anderen. Für die Filmkomödie Feuerwerk (1954) stand er mit der damals 16 Jahre alten Romy Schneider vor der Kamera. Berühmt wurde er in den 1950er Jahren mit Filmen wie Charleys Tante (1956) an der Seite von Kinostar Heinz Rühmannn. Insgesamt war er in rund 60 Spielfilmen zu sehen. In der Zeit ab Ende der 1960er Jahre und in den 1970er Jahren wirkte Biederstaedt in mehr als 200 Fernsehproduktionen mit, unter anderem in Serien wie Derrick, Die Schwarzwaldklinik oder Der Alte. 1963 verkörperte er an der Seite von Heidelinde Weis (*1940) die Rolle des Martin in der 20-teiligen Fernsehserie Meine Frau Susanne, und in den 1970er Jahre war Biederstaedt  immer wieder auch als Gast in Fernsehkrimimalserien zu sehen, u.a. in Der Kommissar, DerrickDer Alte, Polizeiinspektion 1.

Schon ab 1960 arbeitete Claus Biederstaedt auch als Synchronsprecher; so lieh er seine markante Stimme Marlon Brando (u. a. in Der letzte Tango in Paris oder Queimada), James Garner (Detektiv Rockford – Anruf genügt), Peter O’Toole (Wie klaut man eine Million?), Peter Falk (Columbo), Vittorio Gassman (u. a. Das Leben ist ein Roman oder Verliebt in scharfe Kurven) und Yves Montand (u. a. César und Rosalie oder Vincent, François, Paul und die anderen). Später kehrte er noch einmal auf die Theaterbühne zurück.

Film- und Fernsehproduktionen u.a.: Sauerbruch – Das war mein Leben (1954), Der letzte Sommer (1954), Kinder, Mütter und ein General (1955), Drei Männer im Schnee (1955), Urlaub auf Ehrenwort (1955), Das Donkosakenlied (1956), Schwarzwaldmelodie (1956, Blaue Jungs (1957), Nachtschwester Ingeborg (1958), Petersburger Nächte (1958), Scala – total verrückt (1958), Was eine Frau im Frühling träumt (1959), Ein Sommer, den man nie vergißt (1959), Isola Bella (1961), Am Sonntag will mein Süßer mit mir segeln gehn (1961), Schwarzwaldfahrt aus Liebeskummer (1974),

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Eichenau (Ldkrs. Fürstenfeldbruck), Gemeindefriedhof

Bilder: Herbert Herterich (09/2021)

Dennis Berry

 

US-amerikanischer Regisseur, Drehbuchautor und Schauspieler; der Sohn des Regisseurs John Berry und dessen erster Frau Gladys Cole; kam im Alter von sieben Jahren nach Frankreich, wohin sein Vaters, der zur Zeit des McCarthyismus als Kommunist denunziert worden war, ins Exil gegangen war. Zum Beruf des Schauspieler kam er bereits im Alter von 13 Jahren, als er, der englisch sprach, gebeten wurde, mit Jules Dassin in einem Stück von Thornton Wilder im American Center in Paris mitzuspielen. Sein Filmdebüt hatte er in einer kleinen Nebenrolle dann in dem 1967 gedrehter Film La Collectionneuse (dt. Die Sammlerin) von Éric Rohmer. Es folgten mehrere kleine Rollen neben Bulle Ogier, Jean-Paul Belmondo, Alain Delon, Melina Mercouri, Serge Gainsbourg oder Johnny Hallyday. 1975 drehte er als Regisseur seinen ersten Film Le grand délire (dt. Die große Ekstase), in dem Jean Seberg, die er bereits 1972 geheiratet hatte1; kennengelernt hatte er sie in Hollywood, wo sie sich darauf vorbereitete, neben Ava Gardner und Anthony Quinn in Regina Roma (1982) zu spielen. 1986 führte er Regie in dem Film Last Song Regie, in dem Anna Karina und Gabrielle Lazure die Hauptrolle teilten. Nachdem er sein Debüt in der Highlander-Serie, von denen er einige Episoden realisierte, gegeben hatte, bot er der Schauspielerin Marion Cotillard 1996 ihre erste große Rolle in dem Fernsehfilm Chloé an, in dem sie an der Seite von Anna Karina spielte. Nach mehreren Fernsehfilmen und Serien kehrte Dennis Berry 2001 mit dem Film Vendetta (Laguna) ins Kino zurück und wählte die Hauptrolle des britischen Schauspielers Henry Cavill damals Anfänger.

2017 drehte er den Dokumentarfilm Anna Karina: souviens-toi, der beim Lumière Festival in Lyon präsentiert wurde, und begann mit der Regie eines neuen Spielfilms Sauvages, produziert von Paulo Branco.

1 Das Paar trennte sich zwar, blieb aber bis zum tragischen Tod von Jean Seberg 1979 verheiratet.

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Bilder: Herbert Herterich (09/2021)

Paris, Cimetière de Père Lachaise

Bild: Hans Schmid (11/2021)
Theater / TV / Film / Show  CLXXXVII

Omnibus salutem!