Peter Frankenfeld

Deutscher Komiker, Quiz- und Showmaster; Sohn eines Mechanikermeisters; wuchs, während der Vater im Feld war, bei seiner Mutter auf. Als 15-Jähriger verließ er seine Eltern und schloß sich als “Frank der Zauberer” einem Wanderzirkus an, von wo ihn der strenge Vater zurückholte. Mit 16 begann er im Hotel Adlon eine Lehre, wurde aber entlassen, als er an einer für Paul von Hindenburg bestimmten Eisbombe genascht hatte, lernte Reklamemaler und wurde Schaufensterdekorateur. Im Alter von 19 Jahren verließ er endgültig sein Elternhaus, bezog ein möbliertes Zimmer und studierte Nacht für Nacht die Cabarets in Berlin. Er erlernte Stepptanz und ließ sich von der Tänzerin Valeska Gert in die Dramaturgie eines Auftritts einweisen. In den 1930er Jahren bewarb er sich erfolgreich bei Willy Schaeffers (*1884, †1962), dem damaligen Leiter des Kabarett der Komiker, und reüssierte mit Sketchen wie Der Straßenverkäufer. Die Wehrdienstgrundausbildung erhielt er in Oldenburg, wurde dann zu einer Wehrmachtsunterhaltungstournee nach Frankreich versetzt und kam Ende 1942 zum Wehrmachtsnacht-Kabarett “Atlantis” nach Berlin abkommandiert. Als er wegen eines Radiosketches ins Visier der Gestapo geraten war, wurde er zur kämpfenden Truppe an die Ostfront versetzt, wo er zwei Wochen vor Kriegsende schwer verletzt wurde. Nach dem Ende des Krieges wurde er zunächst Dolmetscher bei den Amerikanern, obwohl er des Englischen kaum mächtig war, und tourte durch die Klubs der GIs. 1948 wurde er vom Radio Frankfurt, dem Vorläufer des Hessischen Rundfunks, entdeckt, sein Frankfurter Wecker, eine allmorgendliche Musiksendung, die stets mit dem Lied "Guten Morgen, Guten Morgen, singe ich nur für Dich leise in Dein Ohr..." begann, entwickelte sich im Nachkriegsdeutschland rasch zu einer Kultsendung. Bald wurden seine “Bunten Abende”, Quizsendungen mit Publikum, auch im Fernsehen übertragen. Sein Durchbruch allerdings erfolgte mit der Fernsehsendung 1:1 für Sie, in der er erstmals seine sich zu seinem Markenzeichen entwickelnde karierte Jacke trug. 1955 traf er Lonny Kellner, die im Juni 1956 seine Frau wurde und mit der er nach Wedel bei Hamburg zog und dort ein Haus nach eigenen Plänen baute. Als ein Steuerberater mit den Jahreseinnahmen durchbrannte und die Schulden über den Kopf wachsen, dachte das Paar sogar an Selbstmord, nahm aber den Kampf gegen die finanziellen Probleme auf, indem sie jegliche Art von angeboten annahmen und auf gemeinsam auf Tourneen gingen. Er entwickelte ein neues Konzept in Form eines Lotteriespiels, das er dem gerade gegründeten ZDF vorstellte und das sich von 1964 bis 1970 anläßlich der Einführung des neuen Postleitzahlsystems mit seiner Show Vergißmeinnicht für die Aktion Sorgenkind des ZDF mit Einschaltquoten von bis zu 80% durchsetzte. Immer wieder holte Frankenfeld sich Anregungen bei US-amerikanischen und dem Fernsehen Englands; so entdeckte er den späteren Kultsketch Dinner for One und brachte diesen nach Deutschland. Aber er produzierte auch immer wieder Radiosendung, so z.B. Peters Bastelstunde. Ende der 1960er Jahre, zur Zeit der Studentenunruhen, ließ seine Popularität nach. Im Sommer 1969 wurde zu Frankenfelds Überraschung beim ZDF der Entschluß gefaßt, die Show Vergißmeinnicht abzusetzen. Ein weiterer Schicksalsschlag traf ihn, als er von der Krebserkrankung seiner Frau erfuhr, die sie allerdings nach einer Operation überstand. Mit der ZDF-Sendereihe Musik ist Trumpf kehrte er schließlich im Januar 1975 erfolgreich auf die Bildschirme zurück; seine Sketche und die Auftritte bekannter Schlagergrößen wie Hildegard Knef, Heino oder Adamo kamen beim Publikum an. Nachdem Frankenfeld Ende 1978 nach einem Schlaganfall drei Monate in einem Krankenhaus verbracht hatte, starb er Anfang 1979.

Weitere Fernsehsendungen u.a.: Musik ist Trumpf, Peters Bastelstunde, Toi, Toi, Toi, Und Ihr Steckenpferd?

Auszeichnungen u.a.: Goldener Bildschirm (1959), Goldene Kamera (1966), Bundesverdienstkreuz (1970).

Lonny Kellner

 Bild: Herbert Greite

Deutsche Schauspielerin und Sängerin; seit 1956 mit dem Entertainer und Showmaster Peter Frankenfeld verheiratet, für den sie ab da in und für seine Sendungen arbeitete. Lediglich in kleineren Rollen und als Sängerin trat sie noch eigenständig in Erscheinung. Am bekanntesten sind ihre Lieder Im Hafen von Adano (1950) und Bum-Budi-Bum, das kann gefährlich sein (1961); letzteres trug sie in einem Sketch zusammen mit ihrem Mann vor.

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Otto Wilhelm Fischer

 

Österreichischer Film- und Bühnenschauspieler; der Sohn eines Juristen studierte einige Semester Germanistik, Anglistik und Kunstgeschichte in Wien, bevor er 1936 Schauspielunterricht am Reinhardt-Seminar nahm. Er debütierte im selben Jahr am Theater in der Josephstadt in Wien in Arthur Schnitzlers Liebelei als Fritz. Er arbeitete an den Münchner Kammerspielen (1937), dem Deutschen Volkstheater in Wien (1938-44) und gehörte dem Burgtheater von 1945 bis 1952 an. 1936 trat er erstmals auch im Film in Erscheinung. 1943 wirkte er in dem stark antisemitisch geprägten Film Wien 1910 des Regisseurs E. W. Emo mit. 1944 wurde er auf Joseph Goebbels’ ”Gottbegnadeten-Liste“ gesetzt, in der 1.041 Künstler aufgeführt waren, die das NS-Regime als nützlich und damit wichtig einstuften. Nach dem Ende des Nazi-Regimes konnte er problemlos an seine Karriere anschließen. 1950 gelang ihm mit der Titelrolle von Erzherzog Johanns große Liebe der Durchbruch im Nachkriegskino. In der Zeit des deutschen Wirtschaftswunders avancierte O.W.Fischer zum Kinostar und bestbezahlten Star des deutschen Kinos. Ein kurzer Ausflug 1956 nach Hollywood blieb jedoch ohne Erfolg und zog seelische Narben nach sich. Mitte der 1960er Jahre zog sich Fischer weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück; er trat nur noch gelegentlich im Fernsehen und Theater auf; es gab keine für ihn passenden Rollen mehr. Dafür pflegte Fischer, dem immer eine gewisse Schrulligkeit nachgesagt wurde, privat verstärkt sein Interesse an der Metaphysik, der Geisterkunde, für religiöse Themen, suchte Antworten auch in der Philosophie zu finden und entwickelte eine “Allhypnose”-Theorie. Begonnen hatte er damit bereits, nachdem er die Rolle des Bayernkönigs Ludwig II. in dem gleichnamigen Film Ludwig II. (1954) verkörpert hatte. "Mit Ludwig habe ich den mystischen Weg meiner Karriere begonnen" äußerte er in einem Fernsehinterview im Jahre 1961. In den 1960er Jahren zog er sich nach Vernate im Kanton Tessin zurück.

Verheiratet war Fischer seit 1942 mit der aus Prag stammenden, zwölf Jahre älteren Schauspielerin Anna (gen. Nanni) K. Usell (*1903, †1985). Von 1949 bis 1952 hatte er ein Verhältnis mit der Schauspielerin Gustl Gerhards.

Filme u.a.: Burgtheater (1936), Anton der Letzte (1939), Schwarz gegen blond (1939), Fräulein Figaro, (1939), Meine Tochter lebt in Wien (1940), Der Meineidbauer (1941), Erzherzog Johanns große Liebe (1950), Tausend rote Rosen blühn (1952), Bis wir uns wiedersehen (1952), Bildnis einer Unbekannten (1954), Ludwig II. (1954), Hanussen (1955), Herrscher ohne Krone (1957), Peter Voß, der Millionendieb (1958), Helden (1958), Es muß nicht immer Kaviar sein (1961), Das weite Land (1970).

Autobiographie: Meine Geheimnisse. Erinnerungen und Gedanken (2000).

Auszeichnungen u.a.: Bundesfilmpreis, insges. 7 Bambis.

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Vernate b. Lugano (Kt. Tessin) Gemeindefriedhof

Willy Reichert

Porträt aus Copyrightgründen leider nicht verfügbar

 

 

Deutscher Schauspieler; kam über Heilbronn und München an das Stuttgarter Schauspielhaus, wo er bis 1932 als Komiker und Charakterschauspieler wirkte, um sich danach dem Kabarett zuzuwenden. Volkstümlich sind seine Szenen in schwäbischer Mundart, u.a. als Herrn Pfleiderer zusammen mit dem Volksschauspieler Oscar Heiler, der den Herrn Häberle verkörperte, in den Sketchen “Häberle und Pfleiderer”. Die Sketche wurden im Radio übertragen; im Deutschen Fernsehen wurden aber auch mehrere Serien mit ihm gezeigt.

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Bild: Matthias Kohler

Grassau, Krs. Traunstein, Alter Gemeindefriedhof

Sir (seit 1990) Peter Alexander Ustinov eigentl. Petrus Alexandrus von Ustinov

 Bild: Phil Guest (flickr.com)

Englischer Schauspieler, Regisseur und Autor; Sohn eines deutschen Jounalisten russischer Herkunft und einer französischen Mutter abessinischer Abstammung; nach Besuch der Westminster Schule von 1934 bis 1937 absolvierte er eine Schauspielausbildung und begann 1938 mit Billigung seiner Mutter, die Bühnenbildnerin war, eine Theaterkarriere beim Barn Theatre von Shere, danach erfolgten Auftritte in London mit selbstverfaßten Stücken. Bekannt wurde er in der Rolle des Nero in dem Hollywoodfilm Quo vadis? (1951), der nach dem gleichnamigen Roman von Hendryk Sienkiewicz entstand, der für sein Werk 1905 den Literatur-Nobelpreis erhielt. 1954 folgte der im Cinemascope-Verfahren produzierte Monumentalfilm The Egyptian (1954, dt. Sinuhe, der Ägypter) von Michael Curtiz, mit Edmund Purdom als Sinuhe, in dem Ustinov Kaptah, den einäugigen Adlatus von Sinuhe, verkörperte. Zuletzt spielte Ustinov 2003 den Kurfürsten Friedrich den Weise in dem Kinofilm Luther. Populär war seine Darstellung des belgischen Detektiven Hercule Poirot nach Romanen von Agatha Christie, so z.B. in Tod auf dem Nil. Drei Jahrzehnte war Ustinov, der sechs Sprachen sprach, Sonderbotschafter der UNICEF und setzte sich insbesondere für das Wohl von Kinder ein. Ustinov, der Zeit seines Lebens - geprägt durch seine Erlebnisse als Schüler - gegen Vorurteile eintrat, gründete 1999 in Düsseldorf eine Stiftung die Sir Peter Ustinov-Stiftung, die sich für den Abbau von Vorurteilen einsetzt, da diese Grund für mangelnde Völkerverständigung seien. Zu diesem Thema veröffentlichte er 2003 das Buch Achtung! Vorurteile. Ustinov war dreimal verheiratet; in seine erste Frau, die Schauspielerin Isolde Denham, hatte er sich 1940 anhand eines Fotos auf einer Frauenzeitschrift verliebt und sie im Jahr darauf geheiratet; die Ehe wurde 1950 geschieden. 1954 heiratete er die kanadische Schauspielerin Suzanne Cloutier und 1971 die Schriftstellerin Hélène du Lau d’Allemans, mit der er bis zu seinem Tod zusammenlebte.

Filme u.a.: Der Hund, der Herr Bozzi hieß (1957), Spartacus (1959), Topkapi (1964), Around The World In 80 Days (1989, dt. In 80 Tagen um die Welt).

Auszeichnungen u.a.: 2 Oscars, Grammy.

Inschrift: Writer - Actor - Humanist - Musicien - Membre de l’Institut

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Boris Sergejewitsch Brunow

Populärer russischer Schauspieler, Komiker und Conférencier; wurde für zahlreiche staatliche Großereignisse engagiert, so z.B. anläßlich des ersten Raumfluges durch Jurij Gagarin. Bruonow, in der Sowjetunion auch als “Conférencier Nr. 1” bekannt, trat in über 50 Ländern auf und hielt seine Vorträge stets in der Landessprache, obwohl er diese nicht beherrschte, indem er die Texte auswendig lernte und sie dank seines phänomenalen Gedächtnisses problemlos abrufen konnte. In seinen letzten Jahren führte er ein Varietétheater.

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Moskau, Friedhof am Neujungfrauenkloster

Bursins, Kt. Waadt

Clark Gable

mit seiner 3. Frau Carole Lombard             State Library of New South Wales no_copyright

US-amerikanischer Schauspieler; der Sohn eines Farmers und Erdölarbeiters, der nach dem frühen Tode seiner Mutter bei Verwandten aufwuchs, arbeitete nach der Schule zunächst in einer Fabrik, interessierte sich jedoch schon früh für die Schauspielerei. Erste Engagements erhielt Gable 1924 als Komparse in verschiedenen Filmen u.a. in Ernst Lubitschs Forbidden Paradise (1924, Das verbotene Paradies) und in Erich von Stroheims The Merry Widow (1925, Die lustige Witwe). Die erste bedeutende Rolle erhielt er 1931 in The Painted Desert und unterzeichnete einen Filmvertrag bei der MGM. Gable, der vielfach Draufgängertypen verkörperte, drehte mit Joan Crawford insgesamt acht Filme, u.a. Possessed (1931, dt. Hemmungslose Liebe), Chained (1934, dt. In goldenen Ketten), Strange Cargo (1940, dt. Die wunderbare Rettung). Weltbekannt wurde er in der Rolle des Rhett Butler in dem Film Gone with the Wind (1939, dt. Vom Winde verweht) an der Seite von Vivian Leigh nach dem gleichnamigen Roman von Margaret Mitchell. 1942 verlor er seine große Liebe, Carole Lombard, bei einem Flugzeugabsturz. Von 1942 bis 1945 nahm er am Zweiten Weltkrieg als Major teil, allerdings, da er mit über 40 Jahren bereis zu alt war, für Lehr- und Propagandafilme, die bei der in England stationierten 8. US-Luftflotte auch während Einsätzen gedreht wurden: Die Filme sollten auf die Angehörigen der Crews und die Öffentlichkeit in der Heimat eine beruhigende Wirkung ausüben. Im Rahmen dieser Aufgabe war er als Beobachter in einer B-17 mit dem Namen Liberty Lily bei fünf Einsätzen über dem Kontinent dabei (eines der Mitglieder der Bomberbesatzung war Marylin Monroes erster Ehemann James Dougherty). Nach dem Krieg kehrte er zum Film zurück und konnte an seine früheren Erfolge anknüpfen. Sein letzter und wohl auch bester Film The Misfits (1960, dt. Nicht gesellschaftsfähig) an der Seite Marilyn Monroes entstand unter der Regie von John Huston Unmittelbar nach Beendigung der Dreharbeiten starb Clark Gable an einem Herzinfarkt im Alter von 59 Jahren.

Filme u.a.: Der Mut zum Glück (1931), Es geschah in einer Nacht (1934), Meuterei auf der Bounty (1935), Saratoga (1937), Colorado (1951), Mogambo (1953).

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Glendale (CA), Glendale Forest Lawn

Bilder: Matthias Bauer
Bilder: Matthias Bauer (2004)
Bild: Lisa Burks (03/2006) www.lisaburks.com

Hinweis: Die Plakette rechts von der Gables markiert die letzte Ruhestätte seiner Frau Carole Lombard.

Wedel b. Hamburg, Friedhof Egenbüttel

Philip Arp eigentl. Hermann Fischer

 

 

Deutscher Schauspieler und Kabarettist; sechste Kind eines Schuhmachermeisters; nahm, nachdem er das Gymnasium ein Jahr vor dem Abitur vorzeitig abgebrochen hatte, Gesangs-, Instrumental- und Schauspielunterricht. In den 1950er Jahren trat er als Operettensänger an der Komischen Oper München und als Puppenspieler und Pantomime auf, tourte mit der Komischen Oper München durch Franken und Oberbayern und gründete mit seiner Bühnen- und Lebenspartnerin Anette Spola ein Puppentheater. In den 1960er Jahren schrieb er Stummfilm-Drehbücher, Kinderstücke und Sketche in der Tradition des Volkskomikers Karl Valentins, die Valentinaden-Texte. 1970 gründeten er und seine Frau das Theater am Sozialamt (TamS). Dort gelang ihm bereits im Folgejahr der künstlerische Durchbruch mit seinem ersten Valentinaden-Abend. Zwischen 1973 und 1976 folgten weitere Valentinaden-Programme, die auch im Bayrischen Rundfunk (BR) übertragen wurden. .Er war auch als Filmschauspieler tätig; dort war er u.a. zu sehen in TV-Serien wie Fast wia im richtigen Leben oder in Spielfilmen wie in der Komödie Aida Wendelstein (1984) mit Hannelore Schroth und Heidy Forster, in Fünf letzte Tage (1982) und Hauptsache: Leben... (1983). Philip Arp starb bereits im Alter von nur 58 Jahren

Auszeichnungen u.a.: Förderpreis für Literatur der Stadt München (1973), Schwabinger Kunstpreis (1978)

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Bilder: Peter Müller (10/2014)

München, Nordfriedhof

Oskar Pilzer

 

 

Österreichischer Filmindustrieller; Sohn eines Kaufmanns; nach der bestandenen Maturaprüfung (=Abitur) in Bielitz (heute Bielsko-Biała, Polen), ging er nach Wien und studierte an der dortigen Universität Jus. Nach der Zulassung war er zunächst als Rechtsanwalt tätig, bis er von der Internationalen Handelsbank angestellt wurde und sehr schnell in eine leitenden Funktion kam, die Stellung aber aufgrund von Unstimmigkeiten mit dem Arbeitgeber die Bank verließ, als unabhängiger Konsulent zu arbeiten begann und in Kontakt mit de im Umbruch befindlichen Filmindustrie kam. Als eine private Kapitalgruppe Mitte 1930 in die in Schwierigkeiten geratene Sascha-Filmindustrie einstieg, wurde Pilzer in den Verwaltungsrat des Unternehmens berufen und dessen Vorsitzender. 1932 übernahm er das im Zuge der Umstellung auf den Tonfilm finanziell angeschlagene Unternehmen gemeinsam mit seinen Brüdern. Im Frühjahr 1933 konnten sie die deutsche Tobis AG als Investor gewinnen. Pilzer, auch Präsident der Wiener Filmproduzentenvereinigung. war von 1932 bis 1936 Präsident der letzten großen österreichischen Filmproduktionsgesellschaft vor dem Zweiten Weltkrieg, der Tobis-Sascha-Filmindustrie AG, in deren Ateliers am Wiener Rosenhügel er als Präsident bis zu seiner Emigration im Jahre 1938 zahlreiche Produktionen von Weltrang schuf. Zu einem phänomenalen Erfolg und später zu einem Filmklassiker der damaligen Produktionen avancierte der Operettenfilm Maskerade mit Paula Wessely, Adolf Wohlbrück und Hans Moser in den Hauptrollen. Es folgten weitere Erfolgsfilme, aber nach der “Machtergreifung” durch die Nationalsozialisten trat er 1936 als Präsident zurück und wurde gezwungen, seine Anteile um einen Bruchteil ihres Wertes zu verkaufen. 1938 wurde er von der Gestapo verhaftet, aufgrund der Intervention von Albert Göring, Bruder des Generalfeldmarschalls Hermann Göring, jedoch wieder freigelassen, worauf er wenig später Deutschland verließ zunächst nach Rom und dann nach Frankreich ging

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Bild: Herbert Herterich (12/2014)

Paris, Cimetière du Père Lachaise, Columbarium

Theodor Döring

 

Deutscher Schauspieler; Sohn eines in das 1796 von preußischen Truppen besetzte Warschau verpflichteten preußischen Salzinspektors, der 1807 nach dem Frieden von Tilsit mit der Familie nach Preußen zurückkehrte und sich in Prenzlau niederließ Döring besuchte in Berlin das Joachimsthalsche Gymnasium und begann eine kaufmännische Lehre, die er aber, nachdem er bereits als Laiendarsteller in dem Berliner Liebhabertheater Urania aufgetreten war, im Alter von 20 Jahren zugunsten der Schauspielerei abbrach und zunächst als Wanderschauspieler u.a. in Bromberg (heute Bydgoszcz, Polen), wo er bei seinem Bühnendebüt vor lauter Lampenfieber versagte, in Breslau (heute Wrocław, Polen) Mainz, Karlsruhe, Mannheim, Hamburg, wo er nach einem gelungenen Gastspiel 1834 für das Hamburger Staatstheater engagiert wurde, und in Stuttgart auftrat.Im Jahre 1844 kam er nach Berlin, wo er bald der Liebling des Publikums und zu den ersten Künstlern nicht nur der Hofbühne, sondern in Deutschland gerechnet wurde. Er spielte u.a. Rollen in William Shakespeares Was ihr wollt und den Shylock in Kaufmann von Venedig, den Nathan in Gotthold Ephraims Lessings Nathan der Weise.oder den Franz Moor in Schillers Drama Die Räuber.

In der Rolle des Malvolio in Was ihr wollt (1863)

 

Auf der Hofbühne trat er am 15.6.1878 ein letztes Mal als Attinghausen in Schillers Wilhelm Tell auf. Kurz darauf ließ er sich in Hamburg wegen eines Magenleidens behandeln, starb jedoch nach seiner Rückkehr nach Berlin noch im selben Jahr.

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Bild: Hans-Christain Seidel /11/2011)

Berlin, Friedhof III der Jerusalems- und Neuen Kirchengemeinde

Bild: Peter Müller (03/2015)

Jean Pierre Zola

 

 

Französischer Schauspieler österreichisch-ungarischer Herkunft; wuchs ab seinem achten Lebensjahr in Kairo auf, wohin seine Eltern in den Wirren des Ersten Weltkrieges geflohen waren, lebte dort bis zu seinem 40. Lebensjahr und spielte an Amateurtheatern. Während der Suez-Krise verließ er Ägypten und ließ sich in Paris nieder, wo er von Jacques Tati entdeckt wurde. Dieser gab ihm in seiner Komödie Mon oncle (1958, dt. Mein Onkel) die Rolle des Firmenchefs Charles Arpel. der den Kinobesuchern auch deswegen in Erinnerung blieb, weil sein Hausrock dasselbe Muster wie das Mäntelchen seines Dackels hatte. Danach trat der multilinguale Schauspieler auch in US-amerikanischen und deutschen Filmen in Erscheinung. In den 1970er Jahren wirkte er verstärkt in deutschen Fernsehserien mit, u.a. in Tatort- und Derrick-Episoden oder in dem Fernseh-Dreiteiler Der Tod läuft hinterher (1967).

Filme- und Fersehproduktionen u.a.: Babette s'en va-t-en guerre (1959, dt. Babette zieht in den Krieg), Classe tous risques (1960, dt. Der Panther wird gehetzt), Tintin et les oranges bleues (1964, dt. Tim und Struppi und die blauen Orangen),Üb immer Treu nach Möglichkeit (1966), Les choses de la vie (1970, dt. Die Dinge des Lebens),

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Bild: Herbert Hertirich (03/2015)

Paris, Cimetière du Père Lachaise, Columbarium

Theater / TV / Film / Show XXI

Omnibus salutem!