Elisabeth Flickenschildt

 Bild: Herbert Greite

 

Deutsche Schauspielerin; Tochter eines Kapitäns; begann nach Abitur zunächst eine Lehre in einem Modebetrieb, machte dann eine Schauspielausbildung. Ihr Bühnendebüt hatte sie am Hamburger Schauspielhaus. Schließlich kam sie über die Münchener Kammerspiele zum Deutschen Theater und Staatlichen Schauspielhaus in Berlin, dort und dann in Düsseldorf und Hamburg war sie unter Gustaf Gründgens eine bedeutende Charakterdarstellerin, die sich gerne mit Sonnenbrille und Kopftuch zeigte; vom Tod Gründgens erschüttert, ging sie kein festes Engagement mehr ein. Eine breiteren Publikum bekannt wurde sie durch ihre Filme. 1935 stand sie erstmals vor der Filmkamera. Es entstanden Spielfilme wie die Klassikverfilmung Der zerbrochene Krug (1937), Der Maulkorb (1938), Robert Koch, der Bekämpfer des Todes (1939), Ohm Krüger (1941), Der große König (1942), Ewiger Rembrandt (1942). Wenige Monate vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Elisabeth Flickenschildt, die 1932 der NSDAP beigetreten war, in die sogenannte Gottbegnadeten-Liste aufgenommen, die sie von allen Kriegsverpflichtungen freistellte. Nach dem Ende des Krieges wurde sie unter dem Verdacht, unwahre Angaben auf dem sog. Entnazifizierungsfragebogen gemacht zu haben, kurzzeitig inhaftiert. Danach setzte sie ihre Karriere fort, zunächst am Theater, dann aber auch wieder beim Film, z.B. Faust (1960) und in zahlreichen Edgar Wallace-Krimis mit, sowie 1967 an der Seite von Joachim Fuchsberger in einem “Straßenfeger”, dem 3-teiligen, nach einem Drehbuch von Herbert Reinecker produzierten ZDF-Fernsehkrimi Der Tod läuft hinterher.

Film- und Fernsehproduktionen u.a.: Trenck, der Pandur (1940), Romanze in Moll (1943), Jugend (1958), Wir Wunderkinder (1958), Der Besuch der alten Dame (1959), Frau Warrens Gewerbe (1960), Das Gasthaus an der Themse (1962), Lausbubengeschichten (1964), Als Mutter streikte (1973).

Autobiographie: Kind mit roten Haaren - Ein Leben wie im Traum (1971).

Inschrift: Credo (Ich glaube).

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Bilder: Matthias Kohler

Bernau am Chiemsee OT Hittenkirchen, Friedhof

Katharina de Bruyn

Porträt aus Copyrightgründen leider nicht verfügbar

 

 

Bayerische Volksschauspielerin; die Tochter eines Dolmetschers holländischer Abstammung arbeitete zunächst an der Tegernseer Dengel-Bühne und wirkte in diversen Rundfunksendungen des Bayerischen Rundfunks mit. Der Durchbruch kam 1971 in dem im Komödienstadel aufgeführten Stück Der Ehestreik an der Seite von Maxl Graf und Michl Lang. Vereinzelt trat sie in Fernsehfilmen auf, u.a. neben Walter Sedlmayr in fünf Folgen der Polizeiinspektion 1, sowie in Derrick und Der Alte.

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Bilder: Matthias Kohler

Bad Wiessee, Bergfriedhof

Helene Thimig

Porträt aus Copyrightgründen leider nicht verfügbar

 

 

Österreichische Schauspielerin; die Tochter von Hugo Thimig ; spielte u.a. in Meiningen und Berlin (1917-33); in zweiter Ehe war sie seit 1935 mit Max Reinhardt verheiratet, den sie am Deutschen Theater in Berlin kennengelernt hatte und dem sie 1933 nach Österreich folgte. Dort trat sie u.a. in dem von Reinhardt geleiteten Theater in der Josefstadt auf und bei den Salzburger Festspielen. Im Oktober 1937 folgte sie ihrem Mann schließlich in die Vereinigten Staaten, wo sie wegen der Sprachbarriere nur kleinere Rollen bekam; so stellte sie in Hollywoodfilmen meistens deutsche Frauen dar, bei denen der Akzent angemessen war. Nach dem Ende des Krieges kam sie nach Österreich zurück. Von 1947 bis 1951 inszenierte sie Hugo von Hofmannsthals Jedermann bei den Salzburger Festspielen und führte von 1948 bis 1954 das Max-Reinhardt-Seminar in Wien weiter. Außerdem war sie in dieser Zeit und 1960 Professorin an der Wiener Akademie für Musik und darstellende Kunst.

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Bild: Alexander Krischnig

Wien, Feuerhalle Simmering, Urnenhain

Hans Holt eigentl. Karl Johann Hödl

 

Österreichischer Schauspieler; Sohn eines Glasermeisters; absolvierte die Akademie für Musik und Darstellende Kunst in seiner Heimatstadt und debütierte 1930 am Deutschen Volkstheater. 1938 spielte Holt am Renaissance-Theater in Berlin zum ersten Mal auf einer Bühne in Deutschland. Über Jahrzehnte war er bei Heinz Hilpert ständiges Mitglied des Theaters an der Josefstadt in Wien, in den 1940er Jahren kurzzeitig am Schauspielhaus in Zürich. Er wirkte in mehr als 80 Kinofilmen mit, darunter in vielen sog. Heimatfilmen, später auch in Fernsehproduktionen. Er führte zudem Regie und betätigte sich als Autor. Zu seinen bekanntesten Filmen zählen die Trappfamilie (1956) und Die Trappfamilie in Amerika (1958) mit Ruth Leuwerik. Von 1972 bis 1973 war er in 13 Episoden der TV-Serie Die Schöngrubers neben Marika Rökk in der Rolle seiner Frau zu sehen. Anfang der 80er Jahre des 20. Jahrhundert trat er noch einmal in der Fernsehserie Ich heirate ein Familie auf.

Filme u.a.: Lumpacivagabundus (1936), Menschen vom Varieté (1939), Der Postmeister (1940), Der Millionäer (1945), Der Engel mit der Posaune (1948), Wenn die Abendglocken läuten (1951), Kaiserwalzer (1953), Der veruntreute Himmel (1958), Ferien vom Ich (1963),

Autobiographie: Jeder Tag hat einen Morgen.

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Wien - Neustift am Walde

Charlotte Wolter

                      

Deutsche Schauspielerin; seit 1862 als tragische Heldin, deren Darstellungen sich durch besondere Leidenschaftlichkeit auszeichneten (“Wolterschrei”). Am Viktoriatheater in Berlin, an dem sie von 1859 bis 1861 tätig war, erregte ihre Darstellung der Hermione in Shakespeares Wintermärchen so großes Aufsehen, daß sie zu einem Gastspiel an das Hoftheater der Wiener Hofburg engagiert wurde. Ihren Vertrag mit dem Thalia-Theater in Hamburg, den sie bereits geschlossen hatte, konnte sie jedoch nach zwei Jahren lösen, so daß sie bereits ab 1862 ihre Karriere am Burgtheater in Wien fortsetzen konnte. Dort war sie in vielen Rollen als tragische Heldin zu bewundern.

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Bild: Alexander Krischnig

Wien, Zentralfriedhof

Bild: Alexander Krischnig (8/2005)

Aliki Stamatina Vougiouklaki [griech. Αλίκη Σταματίνα Βουγιουκλάκη]

 

 

Griechische Schauspielerin; Tochter eines ehemaligen Präfekten der Provinz Arkadien, der während des Zweiten Weltkrieges von deutschen Besatzern getötet wurde. Ab 1952 nahm sie heimlich Unterricht an der Schauspielschule des Nationaltheaters, die sie drei Jahre später erfolgreich mit Auszeichnung abschloß. 1953 debütierte sie am Theater in Molières Stück Der eingebildete Kranke. Bereits im Folgejahr war sie auch auf der Kinoleinwand in dem Spielfilm Το Ποντικάκι (dt. Die kleine Maus) zu sehen, dem im Laufe der Zeit weitere 41 Filme folgten, von denen die meisten zu großen Erfolgen gerieten. Aliki Vougiouklaki wurde zum populärsten Star des griechischen Kinos aber auch des Theaters in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, zum “Εθνική Σταρ”, d.h. zum einem “nationalen Star”. 1960 wurde sie auf dem Filmfestival von Thessaloniki für ihre Rolle in der Filmkomödie Μανταλένα (Madalena) in der Kategorie “Beste Schauspielerin” ausgezeichnet. In der vom griechischen Fernsehsender ΣΚΑΙ [Skai] 2009 ausgestrahlten Dokumentation über die 100 größten Griechen aller Zeiten rangierte sie immerhin noch auf der 88. Stelle, obwohl sie bereits in den 1980er Jahren nicht mehr filmte.

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Bilder: Bianca Gawlik-Weigang (03/2013)

Athen, Erster Friedhof

Martin Hirthe

 

 

Deutscher Schauspieler und Synchronsprecher; stand erstmals im Alter von 16 Jahren in einer Aufführung des Stückes Der Kaufmann von Venedig von William Shakespeares auf einer Theaterbühne. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges setzte er sein Laufbahn als Schauspieler 1949 in Klagenfurt fort. Es folgten Engagements an Theatern in Graz und Wien sowie in Kassel und der Universitätsstadt Göttingen, bevor er an die Staatlichen Schauspielbühnen in Berlin kam, an denen er über 25 Jahre lang auf der Bühne stand. Erstmals stand er dann 1959 in der Verfilmung der Tragikomödie Der Kirschgarten von Anton Tschechow vor der Kamera. Es folgten über 40 Fernseh- und Kinofilmen, darunter 1962 Jeder stirbt für sich allein nach Hans Fallada an der Seite von Edith Schultze-Westrum (1975 nochmals in einer Neuverfilmung des Stoffes), 1971Unser Willi ist der Beste oder 1976 Die Wölfe mit Thomas Holtzmann. Von 1975 bis 1977 verkörperte er Kommissar Martin Schmidt in drei Episoden des Tatorts aus Berlin. Als Synchronsprecher lieh er zahlreichen Stars seine Stimme, u.a. Bud Spencer, Rod Steiger, Gregory Peck, Orson Welles und Walter Matthau.

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Bilder: Heiko Bockstiegel (07/2012)

Berlin, Waldfriedhof, Potsdamer Chaussee

Hans-Otto Grünefeldt

 

 

Deutscher Fernsehdirektor; begann seine Rundfunklaufbahn 1946 bei Radio Frankfurt, dem Vorgänger des Hessischen Rundfunks (HR). 1957 wurde er Chef der Hauptabteilung "Fernsehen - Spiel und Unterhaltung" im HR und damit unter Werner Hess, der von 1962 bis 1981 Intendant des HR war, zuständig für einige der erfolgreichsten Sendungen im Verbund der ARD im deutschen Fernsehen, u.a. ab 1957 Ein Platz für Tiere mit dem Frankfurter Zoodirektor Bernhard Grzimek, ab 1960 Die Hesselbachs mit Liesel Christ und Wolf Schmidt, ab 1957 Zum Blauen Bock mit Otto Höpfner, ab 1965 mit Heinz Schenk oder ab 1965 Einer wird gewinnen (EWG) mit Hans-Joachim Kulenkampff, 1963 kehrte Grünefeldt, nachdem er für ein Jahr als Produktionsleiter beim WDR tätig gewesen war, zurück zum HR auf den Posten des Fernseh-Programmdirektors, den er dann bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1981 innehielt.

Verheiratet war Hans-Otto Grünefeldt seit 1950 mit der Schlagersängerin Maria Mucke).

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Kronberg im Taunus, Friedhof Thalerfeld.

Clara Salbach

1888als Gretchen               1894

Deutsche Schauspielerin; hatte ihr Debüt als Schauspielerin 1880 am Weimarer Hoftheater, später folgten Engagements in Hanau, Mainz und Leipzig. Ab 1889 gehörte sie dem Ensemble des Hoftheaters Dresden an,1894 als Jungfrau von Orleans wo sie die Rollen des Gretchens, der Luise, von Klärchen, Cordelia, Imogen, Desdemona, Hero, Porzia, Minna, Maria Stuart, Eboli sowie der Jungfrau von Orleans, also alee klassischen Frauenrollen spielte und sich zum Liebling des Dresdener Theaterpublikums entwickelte. 1920 machte sie einen Ausflug in den Film; in Der galante König, ein Spielfilm über die Liebesabenteuer König August des Starke verkörperte sie dessen Mutter. 1 932 verabschiedete sie sich mit 71 Jahren von der Bühne und wurde anläßlich des Abschieds zum Ehrenmitglied des Staatstheaters Dresden ernannt.

Clara Salbach war seit 1899 mit Jean Hofmann und nannte sich seitdem Salbach Hofmann.

 

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Bilder: Steffi Eckold (04/2010)

Dresden-Tolkewitz, Urnenhain

Bilder: Klaus Meihardt (08/2017)

Hinweis: Die Urne von Helene Thimig-Reinhardt wurde am 17.6.2015 in eine ehrenhalber gewidmete Grabstelle auf dem Friedhof Neustift am Walde verlegt. Die alte Urnennische wurde aufgelöst.

Wien, Friedhof Neustift am Walde-

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Bilder: 08/2018
Theater / TV / Film / Show XXV

Omnibus salutem!