Wolfgang Kieling

 

Deutscher Schauspieler; seine Karriere begann im Alter von 6 Jahren als Sprecher im Rundfunk und für Schallplatten. Mit 12 Jahren spielte er erstmals in einem Film mit: in Veit Harlans Maria, die Magd. Es folgten mehrere Film (1937 Heimweh, 1939 Reise nach Tilsit, 1941 Jenny und der Herr im Frack). Nebenher arbeitete er bei der UFA als Regieassistent und nahm Schauspielunterricht. Die Karriere wurde 1942 durch seine Einberufung als Soldat - er wurde schwer verwundet - und die anschließende russische Kriegsgefangenschaft unterbrochen. Erst nach seiner Entlassung 1949 spielte er Theater im Osten wie im Westen Berlins und drehte Filme bei der DEFA. Mehrmals wechselte er seinen Wohnsitz zwischen der DDR und der Bundesrepublik; zuletzt 1968 aus Protest gegen den Vietnamkrieg. Zwei Jahre vorher hatte er noch einen Stasi-Mitarbeiter in Alfred Hitchcocks Der zerrissene Vorhang gespielt, was ihm international Beachtung einbrachte. Neben seinen Arbeiten am Theater wurde er mehr und mehr im Fernsehen präsent. Dort war er u.a. in Serien wie Traumschiff, Schwarzwaldklinik und Tatort zu sehen sowie in Friedrich Dürrenmatts Die Physiker unter der Regie von Fritz Umgelter (1964) und in Der König und sein Narr (1981) zusammen mit Götz George. 1974 wirkte er in der ersten Episode der ZDF-Krimiserie Derrick, Waldweg, mit.

Kieling war in zweiter Ehe verheiratet mit Gisela Uhlen; aus dieser Verbindung entstammt die Schauspielerin Susanne (*1955); 1957 trennte er sich von seiner Frau. Während seiner Zeit in der DDR lernte er bei den Dreharbeiten zu dem Film Das siebente Jahr im Jahr 1968 die wesentlich jüngere Kollegin Monika Gabriel kennen, die er im Folgejahr heiratete. Aus einer Beziehung mit der Schauspielerin Ingrid Rentsch stammt der Schauspieler Florian Martens (*1958), bekannt v.a. aus der im März 1994 gestarteten ZDF-Krimiserie Ein starkes Team mit Maja Maranow.

Auszeichnungen u.a.: Adolf-Grimme-Preis (1974).

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Hamburg, Friedhof Ohlsdorf

Bild: Claus Harmsen (stones & art)

Bernhard Minetti

1934 Bundesarchiv cc_somerightsreserved

Deutscher Bühnenschauspieler; Vater des Schauspielers Hans-Peter Minetti; arbeitete von 1930 bis 1945 am Berliner Staatstheater unter Leopold Jessner (*1878, †1945) und Gustaf Gründgens und von 1951 bis 1956 in Frankfurt am Main, danach überwiegend in Berlin; er wirkte in zahlreichen Stücken von Thomas Bernhard mit, der ihm 1976 sein Stück Minetti, widmete in dessen Uraufführung er – unter der Regie von Claus Peymann – die Hauptrolle spielte. Er führte auch Regie und spielte in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen mit, u.a. in Berlin - Alexanderplatz (1931).

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Berlin, Friedhof der Dorotheenstädtischen und Friedrichswerderschen Gemeinden

Valeska Gert eigentl. Valeska Gertrud Samosch

 

Deutsche Tänzerin, Pantomimin und Kabarettistin; ihre Leidenschaft für den Tanz begann schon in jungen Jahren; aber erst während des Ersten Weltkrieges schloß sie sich einer Berliner Tanzgruppe an. Sie entwickelte erste Tanzsatiren und nahm ein Engagement am Deutschen Theater in Berlin an, wo sie großen Erfolg in exzentrischen Rollen für Avantgardestücke hatte. Neben dem Tanzen verfaßte sie für Zeitschriften u.a. für Die Weltbühne und Berliner Tageszeitung. Seit 1925 übernahm sie auch Filmrollen in Ein Sommernachtstraum, Die freudlose Gasse (beide 1925), Alraune (1927) und Tagebuch einer Verlorenen (1929). 1933 mußte sie Deutschland verlassen, sie emigrierte über Paris, Budapest und London schließlich 1938 in die Vereinigten Staaten, wo sie - arbeitslos - u.a. als Tellerwäscherin und Aktmodell arbeiten mußte. Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland (1947) leitete sie das Kabarett Hexenküche und kehrte auch auf die Leinwand zurück. So spielte sie 1972 in Rainer Werner Fassbinders Acht Stunden sind kein Tag: Franz und Ernst und 1976 in Volker Schlöndorffs Der Fangschuß.

Autobiographie: Katze von Kampen (1973).

Weitere Filme: Giulietta degli spiriti (dt. Julia und die Geister, 1964).

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Bild: Claus Harmsen (stones & art)

Berlin, Friedhof Ruhleben

Bild: Claus Harmsen (stones & art)

London, Golders Green Crematorium and Mausoleum

Bild: Claus Harmsen (stones & art)

Robert Emil Lembke

 

Deutscher Journalist und Fernsehmoderator; arbeitete nach abgebrochenem Jurastudium zunächst als Zeitungsjournalist, dann beim Bayerischen Rundfunk, war ab 1949 stellvertretender Chefredakteur und Leiter der Nachrichtenabteilung und wurde 1956 Chefredakteur und stellvertretender Fernsehdirektor. Ab 1969 war er Geschäftsführer des Deutschen Olympiazentrums und 1972 für die Rundfunk- und Fernsehübertragungen der Olympischen Sommerspielen 1972 in München verantwortlich. Dem deutschen Fernsehpublikum jedoch war er bekannt geworden durch seine Ratesendung Was bin ich?, die er von 1955 bis 1988 moderierte und in der Prominente die Berufe von Kandidaten erraten mußten. Der Kandidat bekam bei maximal 10 Fragen für jede richtig beantwortete Frage 5 Mark, die jeweils in ein vom ihm auf Lembkes Frage hin “Welches Schweinderl hätten’s gern?” in das ausgewählte Porzellanschwein gesteckt wurden. Als Maskottchen hatte er stets seinen Foxterrier neben den drei zur Auswahl stehenden Schweinderln” auf dem Pult sitzen.

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München, Westfriedhof

Bild: Matthias Bauer (2001)
Bild: Claus Harmsen (stones & art)
Bild: Dieter Müller (01/2006)
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cc_somerightsreserved

Peter Sellers eigentl. Richard Henry Sellers

 

Britischer Filmschauspieler und Komiker; Sohn eine Klavierspielers; bemerkenswert war seine Fähigkeit verschiedene Akzente und Stimmen zu imitieren, so konnte er z. B. Upper Class English, amerikanisches Englisch, Englisch mit deutschem Akzent etc. nachahmen. Vor Beginn seiner Kinokarriere trat er in der BBC-Radiosendung The Goon Show auf, die einmal wöchentlich ausgestrahlt wurde und die die Comedyszene der 1950er Jahre revolutionierte. Sein, auch internationaler Durchbruch beim Film kam mit dem Spielfilm I'm All Right Jack (1959, dt. Junger Mann aus gutem Haus); seine Darstellung eines Gewerkschafters, der zum Streik aufruft, brachte ihm 1960 den British Film Academy Award als bester britischer Darsteller ein. Bekannt wurde er auch schon durch den Streifen Ladykilles (1955), in der er jedoch neben Alex Guinness noch eine Nebenrolle einnahm. Als Inspektor Clouseau in Blake Edwards’ Serie Pink Panther (dt. Der rosarote Panther), die zwischen 1963 und 1982 in vier Filmen entstand, einen trottelige Kriminalbeamten.

Sellers war viermal verheiratet: mit Anne Howe (1951–61), Britt Ekland (1964–68), Miranda Quarry (1970–74) und Lynne Frederick (1977–80).

Filme u.a.: Die Maus, die brüllte (1959), Der rosarote Panter (1963), Dr. Seltsam oder Wie ich lernte die Bombe zu lieben (1964), Casino Royale (1967).

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Hans Jaray

van Vechten Collection no_copyright

Österreichischer Schauspieler und Regisseur; besuchte in Wien das Theresianum und anschließend die Akademie für Musik und darstellende Kunst. Nach einem ersten Engagement an der Neuen Wiener Bühne, spielte er von 1925 bis 1930 am Wiener Volkstheater, bis er 1930 von Max-Reinhardt an das Theater in der Josefstadt geholt wurde, an dem er bis zu seiner Emigration tätig blieb. Nach dem Anschluß Österreichs an das Deutsche Reiche emigrierte er in die Vereinigten Staaten. Bevor er 1948 von dort nach Österreich zurückkehrte, arbeitete er in New York und Hollywood an diversen Theatern und war 1942 Mitbegründer der Schauspielgruppe “The Players from Abroad”, der viele Emigranten angehörten. In Wien arbeitete er zunächst als Schauspieler am Volkstheater, ab 1951 dann am Theater in der Josefstadt, später dort auch als Regisseur. Jaray, der schon in den 1930er Jahren in einigen Filmen mitgewirkt hatte, so z.B. in der Rolle des Franz Schubert in dem Willi-Forst-Film Leise flehen meine Lieder (1933), und sowohl in Österreich als auch in Deutschland bekannt war, wirkte jetzt nur in einigen wenigen Leinwandstreifen mit. Jaray, der auch eine Reihe von Theaterstücken verfaßte, unterrichtete von 1954 bis 1964 am Max-Reinhardt-Seminar, dessen Direktor er 1960 kurzzeitig war.1948 erschien in deutscher Sprache sein noch in den Vereinigten Staaten verfaßter Roman One Day Missing .

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Wien, Hietzinger Friedhof

Bild: Klaus Ernst (07/2000)

Elfie Pertramer eigentl. Elfriede Bernreuther

 

Deutsche Theater- und Filmschauspielerin; wuchs in einer Künstlerfamilie auf; zunächst stand sie als Kabarettistin auf den Bühnen des Münchner Kabaretts Wespennest und des Bunter Würfels. und wirkte danach in verschiedene Heimatfilme und bei etlichen Volksstücken auf der Bühne mit. Als Schauspielerin hatte sie ihren Durchbruch an der Seite von Heinz Rühmann in dem Film Max der Taschendieb. (1962), nachdem sie zuvor mit ihm bereits in dem Filmkomödie Ein Mann geht durch die Wand (1959) in einer Nebenrolle zu sehen war. Nachdem die Filmkomödie Einer spinnt immer (1971) mit Georg Thomalla abgedreht war, ging sie 1971 nach Italien, lebte zunächst für einige Zeit auf Sardinien, dann in Assisi. Während dieser Zeit schrieb sie ihre beiden Bücher Gott und die Welt und Die magische Insel: Geschichten aus Sardinien, von den geheimnisvollen, wunderbaren Kräften der Seele. Danach kehrte sie wieder zurück nach Bayern und war zunächst hauptsächlich in sogenannten “Dirndl und Jodl-Filmen” zu sehen, so in Liebesgrüße aus der Lederhose (1973) bzw. Zwei Kumpel auf der Alm. Liebesgrüße aus der Lederhose. 2. Teil (1974). Dann arbeitete sie für den Hörfunk und das Fernsehen des Bayerischen Rundfunks (BR); sie mischte ältere Aufnahmen aus dem Archiv des BR mit Szenen aus der Fernsehserie S'Fensterl zum Hof, in der auch Rosl Mayr mitgewirkt hatte; die Aufnahmen aus der erfolgreichen Fernsehserie stellte sie neu zusammen und kommentierte sie mit ihren Erinnerungen an vergangene Zeiten.

Filme u.a.: Ja, ja, die Liebe in Tirol (1955), Zwei Bayern im Harem (1957), Onkel Filser - Allerneueste Lausbubengeschichten (1966),

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Bilder: Matthias Bauer (09/2012)

München, Westfriedhof

Dore Hoyer

 

Deutsche Ausdruckstänzerin und Choreographin; ging nach abgelegter Prüfung als Gymnastiklehrerin und einer Tanzausbildung in der 1924 von Gret Palucca gegründeten Palucca-Schule 1931 zunächst nach Plauen, wo sie in Operetten tanzte, wechselte aber 1933 als Ballettmeisterin an das Oldenburgische Landestheater. Im selben Jahr gab sie ihren ersten eigenen Tanzabend in Dresden. Sie setzte ihre Karriere mit eigenen Soloprogrammen fort, nahm  kurzzeitig in Dresden und in Graz Theaterengagements an und tanzte ab 1935 auch gelegentlich in der Tanzcompagnie von Mary Wigman. 1940 wurde sie Solistin an der Deutschen Tanzbühne in Berlin. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges lebte sie zunächst wieder in Dresden, wo sie in der ehemaligen, 1920 von Wigman gegründeten Schule ein eigenes Atelier eröffnete. 1948 verließ sie Dresden und ging in den Westen nach Hamburg, wo sie eines der Gründungsmitglieder der Freien Akademie der Künste war und im Folgejahr an der Hamburgische Staatsoper als Solotänzerin und Ballettmeisterin arbeitete. In den 1950er Jahren unternahm sie mehrere erfolgreiche Tourneen durch Südamerika, und 1957 trat sie auf Vermittlung von Mary Wigman beim American Dance Festival des Connecticut College in New London (Connecticut) erfolgreich gemeinsam mit amerikanischen Modern Dance-Tänzern auf. Im selben Jahr tanzte sie die Auserwählte in Wigmans Berliner Inszenierung von Igor Strawinskys Le sacre du printemps. und trat auch wieder bei Tanzabenden in Deutschland, Europa und Übersee auf. 1966 unternahm sie mit Der große Gesang eine Reise durch Ostasien. Als in den 1960er Jahren in Deutschland das Interesse am Ausdruckstanz abnahm, geriet sie in finanzielle Schwierigkeiten; hinzukam, daß sie durch eine Verletzung des Knies, die sie sich bei einem Sturz bereits 1957 zugezogen hatte, nur noch unter Schmerzen tanzen konnte. Am 18.12.1967 gab sie in Berlin ihre letzte Vorstellung, die zu einem finanziellen Fiasko geriet; nur etwas über 100 Zuschauer kamen zu den von ihr selber finanzierten Vorstellung. Wenige Tage später - in der Silvesternacht des Jahres 1967 - wählte sie den Freitod mittels Gifts.

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Frankfurt am Main, Hauptfriedhof

Bilder: Dieter Georg (03/2012)
Theater / TV / Film / Show XXIX

Omnibus salutem!