Willi Rose eigentl. Wilhelm Bernhard Max Rose

 

Deutscher Schauspieler; Sohn des Schauspielers und Theaterdirektors Bernhard Rose, der das Rose-Theater in Berlin seit 1906 betrieb. Willi Rose betrieb das Theater gemeinsam mit seinen beiden Brüdern nach dem Tod des Vaters zunächst weiter, verließ es dann aber, um sich dem Film zuzuwenden. 1936 debütierte er mit den Filmen Allotria und Verräter, spielte während des Zweiten Weltkrieges in vielen Filmen mit, jedoch immer nur in Nebenrollen z.B. in U-Boote westwärts (1941), ...reitet für Deutschland (1941), Zirkus Renz (1943), Freitag, der 13. (1944). Auch nach dem Ende des Krieges konnte er seine Karriere beim Film fortsetzen, zunächst bei der DEFA mit den Filmen Wozzeck, Die Buntkarierten (beide 1947), dann in Westdeutschland u.a. in den Erfolgsfilmen Der Hauptmann von Köpenick (1956), Der eiserne Gustav (1958). In den 1960er Jahren trat er auch in Fernsehproduktionen auf.

Filme u.a.: Die göttliche Jette (1937), Urlaub auf Ehrenwort (1938), Alarm auf Station III (1939), Der Fall Rabanser (1950); Wir Kellerkinder (1960).

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Hans Schweikart

 

Deutscher Regisseur, Theaterleiter und Schauspieler; Sohn gehörloser Eltern; nach Beendigung der Schule konnte er Dank eines Stipendiums an der Marie-Seebach-Schule des Königlichen Schauspielhauses in Berlin studieren. Ab 1915 spielte er Theater in Wiesbaden, Görlitz, Magdeburg und Köln und kehrte dann nach Berlin zurück. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde er 1918 Mitglied des Ensembles an Max Reinhardts Deutschem Theater. 1923 wechselte er zu Otto Falckenberg an die Münchner Kammerspiele, führte dort erstmals Regie und war von 1923 bis 1929 und von 1947 bis 1972 dort Intendant. Anschließend war Schweikart Oberspielleiter am Münchner Residenz Theater. 1938 verpflichtete ihn die Bavaria Film, wo er als Regisseur Filme drehte. Unter dem politischen Druck und der Einflußnahme auf seine Arbeit seitens der Nationalsozialisten versuchte er 1942 mit der Kündigung bei der Bavaria Film zu entziehen, jedoch drehte er bis kurz vor Kriegsende noch einige kleinere Filme für die UFA. 1947 übernahm er als Nachfolger Erich Engels die Münchner Kammerspiele, die er bis 1963 leitete. Parallel zu dieser Tätigkeit leitete er die Otto-Falckenberg-Schule. Auch nach Beendigung seiner Intendantentätigkeit arbeitete er bis zum Tode als freiberuflicher Regisseur an den verschiedenen Bühnen in Deutschland und im Ausland.

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München, Bogenhausener Friedhof

Robert Graf

 

Deutscher Schauspieler; wurde nach dem Abitur 1942 zur Wehrnacht eingezogen und kam an die Ostfront, wo er verwundet wurde. Er wurde danach in der Rüstungsindustrie eingesetzt, konnte dann aber ab 1944 in München Philosophie, Kunstgeschichte und Theaterwissenschaft studieren. 1946 begann seine künstlerische Karriere mit Engagements u.a. in Straubing, Wiesbaden, Salzburg, sowie in München an den dortigen Kammerspielen, an denen er u.a. in Wolfgang Borcherts Draußen vor der Tür und Molières Tartuffe zu sehen war. In den Jahren zwischen 1956 und 1966 wirkte er in zahlreichen Fernsehfilmen mit. Bekannt wurde Graf vor allem durch den unter der Regie von Kurt Hoffmann produzierten Film Wir Wunderkinder (1958) und später den zweiteiligen. nach dem Roman von Thomas Mann entstandenen Spielfilm Die Buddenbrooks (1959). Besonders erfolgreich arbeitete er mit den Regisseuren Wolfgang Staudte und Franz Peter Wirth zusammen. Seine Karriere endete, nachdem er sich 1965 einen Fuß hatte amputieren lassen müssen und wenig später starb.

Verheiratetet war er seit 1952 mit der Schweizer Schauspielerin Selma Urfer.

Film- und Fernsehproduktionen u.a.: Liebling der Götter (1960), Mörderspiel (1961), Der Hund des Generals (1964), Der Fall Klaus Fuchs (1965).

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Sammy Drechsel eigentl. Karl-Heinz Kamke

 

Deutscher Sportreporter und Kabarettregisseur; gründete, nachdem er von dem KabarettDie Namenlosen - bestehend aus Dieter Hildebrandt und drei seiner Kommilitonen - gehört hatte, die seit 25.2.1952 in der Münchner Leopoldstraße auftraten, in der Ursulastraße 9 im Jahre 1956 das Kabarett Münchner Lach- und Schießgesellschaft, deren Erstbesetzung aus Ursula Herking, Klaus Havenstein und Hans Jürgen Diedrich bestand. Das erste 3-stündige Programm Denn sie müssen nicht, was sie tun hatte am 12.12.1956 Premiere und wurde von der ARD im März 1957 ausgestrahlt. Auch nach  Neugründung 1976 fungierte Drechsel als Organisator des Kabaretts. Als begeisterter Fußballspieler gründete Drechsel den Amateur-Fußballverein FC Schmiere, bei dem die Mitglieder der Lach- und Schießgesellschaft spielten und viele Prominenten als Gäste zum Einsatz kamen, u.a. Fritz Walter, Gerhard Schröder oder Rudi Dutschke. In seinem Kinderbuch Elf Freunde müsst ihr sein schilderte Sammy Drechsel, der seit 1962 mit Irene Koss, der ersten deutschen Fernsehansagerin, verheiratet war, seine eigene Kindheit in den 1930er Jahren.

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München, Nordfriedhof

Bild: Claus Harmsen (1997, stones & art)

Agnes Windeck

 

Deutsche Bühnen-, Film- und Fernsehschauspielerin; Tochter eines Hamburger Kaufmanns; begann ihre Schauspielkarriere bereits 1904. Nach ihrer Heirat hing sie 1915 ihren Beruf an den Nagel, kehrte aber nach dem Tode ihres Mann 1938 auf die Bühne zurück. Bis 1945 war sie außerdem Schauspiellehrerin am Deutschen Theater, wo u.a. Klaus Schwarzkopf, Thomas Engel und Hans-Joachim Kulenkampf zu ihrem Schülern gehörten. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges gehörte sie viele Jahre dem Berliner Kabarett Die Insulaner an, spielte an zahlreichen Theatern in Deutschland u.a. in Berlin, Hamburg, Hannover und war auch in vielen Edgar-Wallace-Filmen zu sehen. Große Popularität erreichte sie als Mutter von “Käthe, von Inge Meysel dargestellt, mit der TV-Familienserie Die Unverbesserlichen, die zwischen 1966 und 1971 ausgestrahlt wurde.

Filme u.a.: Der Weg ins Freie (1941), Die Trapp-Familie (1956), Schloß Gripsholm (1963), Der Hund von Blackwood Castle (1967), Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung (1968).

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Bild: Helmut Sommer
Bild: Claus Harmsen (1999, stones & art)
Bild:Helmut Sommer
Bild: Franz Josef Mörsch jr.
Bilder: Josef Aschenbrenner (06/2005)
Bilder: Michi (08/2007)

München, Bogenhausener Friedhof

Berlin OT Charlottenburg, Waldfriedhof Heerstr

Berlin OT Charlottenburg, Waldfriedhof Heerstr

Fred Kraus eigentl. Fred Krausnecker

 

 

Österreichischer Schauspieler, Kabarettist und Fernsehregisseur; Vater des Sängers und Schauspielers Peter Kraus; gründete nach dem Ende mehrere Kleinkunstbühnen, zunächst 1946 in seiner Geburtsstadt Salzburg unter dem Namen Bei Fred Kraus im Café Krimmel, 1947 verlegte er das Etablissement in den Gasthof Mödlhammer in der Getreidegasse 26, der einem größeren Publikum Platz bot. Dort hatte dann am 6.11.1948 Erich Kästners Deutsche Ringelspiel Premiere, bei dem der Autor anwesend war1. 1948 war Kraus in einer Hauptrolle des Fritz Seewald an der Seite von Hans Moser in dem Spielfilm Der Herr Kanzleirat zu sehen. In den 1950er Jahre folgen einige wenige Filme; 1955 war er auf der Bühne des Deutschen Theater München in dem Stück Ein Münchner in Wien, an der Seite des Hauptdarstellers Michl Lang zu sehen, und 1959 spielte er an der Seite seines inzwischen erfolgreichen Sängers und Schauspielers Peter dessen Vater in dem Musikfilm Melodie und Rhythmus. Zwischen 1959 und 1961 war er Mitwirkender des vom BR am späten Nachmittag  ausgestrahlten, heute weitgehend vergessenen Fred-Kraus-Brettls. In der zweiten Hälfte der 1960er Jahre wandte er sich der Regie zu: so war erals Regisseur u.a. bei mehreren Übertragungen aus dem Millowitsch-Theater in Köln verantwortlich.

Kraus war u.a. mit der Sängerin Margit Schramm (*1935, †1996) verheiratet.

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1  1954 wird Fred Kraus’ Sohn Peter eine Rolle in dem nach Kästners Kinderbuch Das Fliegenden Klassenzimmer gedrehten gleichnamigen Film spielen; ganz am Ende des Film unterhält sich der Schriftsteller mit dem noch jungen Peter Kraus.

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Bilder: Matthias Bauer (07/2012)

Morcote (Kt.Tessin), Gemeindefriedhof

Ferdinand Dux

 

 

Deutscher Schauspieler; begann seine Karriere als Schauspieler zunächst im Theater und war über viele Jahre hinweg auf Bühnen in Magdeburg, Schwerin, Flensburg, Bremerhaven und Essen tätig. 1965 übernahm er in der ProduktionDie chinesische Mauer nach dem gleichnamigen Drama von Max Frisch erstmals eine kleine Fernsehrolle als Scharfrichter. Danach folgten Auftritte in zahlreichen TV-Serien wie Tatort, Der Alte, Großstadtrevier, Ein Bayer auf Rügen oder Für alle Fälle Stefanie. Außerdem wirkte er u.a. als Vater Bellheim an der Seite von Mario Adorf in Der große Bellheim (1992) unter der Regie von Dieter Wedel mit und als Opa Borcherts in dem Kinofilm Fickende Fische (2002) von Almut Getto. Daneben arbeitete Dux viele Jahre als Sprecher für Hörfunk und Synchronisation.

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Bilder: Matthias Bauer (05/2012)

Schiffdorf (Ldkrs. Cuxhaven), Gemeindefriedhof

Arnold Marquis

 

 

Deutscher Schauspieler und Synchronsprecher; nach einer Schauspielausbildung unter Louise Dumont an der Schauspielschule des Düsseldorfer Schauspielhauses engagierte ihn das Schauspielhaus Bochum als Zweitbesetzung, bevor er er während des Zweiten Weltkrieges zur Wehrmacht eingezogen wurde. Nach dem Ende des Krieges ging er nach Berlin und war dort om DEFA-Produktionen wie Und wieder 48 und Quartett zu fünft zu sehen. 1945 wirkte er an Inszenierungen von Boleslaw Barlogs am Schloßpark-Theater in Berlin-Steglitz mit. Bereits ein Jahr später arbeitete er erstmals als Synchronsprecher bei der Firma Berliner Phoenix-Synchron. Im Laufe der Zeit lieh er seine markante Stimme John Wayne, Robert Mitchum, Kirk Douglas, Richard WidmarkGeorge C. Scott, Anthony Quinn, Yves Montand, Lino Ventura, Trevor Howard, BourvilLee Marvin u.v.a. In der deutschen Synchroniserung des Zeichentrickfilms Asterix – Sieg über Cäsar aus der Asterix-Serie sprach er den Druiden Miraculix, und in der Star-Wars-Saga den Rebellenadmiral Ackbar. Marquis spielte aber auch immer wieder Theater, so. u.a. in München, Frankfurt am Main, Hamburg und schließlich wieder in Berlin. Dort trat er außer im Schloßpark-Theater auch auf der Bühnen des Renaissance-Theater, in der Komödie am Kurfürstendamm und in der Tribüne auf. Seinen letzten Auftritt als Schauspieler hatte er in dem Film Otto – Der Außerfriesische, als Baron von Platt.

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Robert Richard Müller gen Nasen-Müller

 

 

Deutscher Schauspieler österreichischer Herkunft; Sohn eines Theaterdirektors; begann seine Karriere 1895 am Theater in Baden-Baden, gefolgt von weiteren Theaterstationen in Berlin, Nürnberg, Hannover und in Breslau, wo er 14 Jahre lang wirkte, bevor er in Weimar, Dresden und während des Ersten Weltkriegs Königsberg auf der Bühne stand. Müller, der wegen seiner großen Nase auch als Nasen-Müller betitelt wurde, gab aber auch Gastspiele in der Schweiz und in Südamerika. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges spielte er in Berlin und hatte dort Erfolg in Rollen humoriger und kauziger Charaktere. Er spielte u.a. in Gerhart Hauptmanns Die Weber und Max Halbes Der Strom; Max Reinhardt traute ihm 1921 die Hauptrolle des Shylock in seiner Inszenierung von Shakespeares Der Kaufmann von Venedig an. 1923 spielte er unter Reinhard den Wurm in Schillers Kabale und Liebe, zwei Jahre später war er der Erzbischof von Reims in George Bernard Shaws Die heilige Johanna. Müller wirkte aber auch gelegentlich mit kleinen Rollen in Filmen mit. Als die Nationalsozialisten 1933 die Macht ”ergriffen“, durfte Müller als “Halbjude“ kaum noch auftreten, arbeitete als ”Faktotum“ von Staatsschauspieler Heinrich George. Seit 1943 durfte Müller allerdings gelegentlich auch wieder auf der Bühne auftreten. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und dem Zusammenbruch des Dritten Reichs blieb Müller im Westen Berlins und war Ensemblemitglied des Hebbel-Theaters, des Theaters am Kurfürstendamm und des Schiller-Theaters. Müller arbeitete auch für den Nordwestdeutschen Rundfunk (NWDR) und den Südwestfunk (SWF). Seit 1960 war er gelegentlich wieder in kleinen Rollen im Fernsehen zu sehen.

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Bild: Klaus Ernst (07/1997

Berlin, Städtischer Waldfriedhof Dahlem

Bild: Klaus Ernst (08/1996)

Berlin-Tempelhof, St. Matthias-Friedhof

Bild: Heiko Bockstiegel (07/1994)

München, Waldfriedhof (Alter Teil)

Urspr.. Begräbnisstätte

Theater / TV / Film / Show XXXI

Omnibus salutem!