James David Graham Niven

 

 

Britischer Schauspieler; Sohn eines Offiziers, der im Ersten Weltkrieg fiel; war zunächst Berufssoldat, kam 1934 nach Hollywood: Er hatte eine Affäre mit der britischen Schauspielerin Merle Oberon, die von  Samuel Goldwyn produziert wurde und der Niven eine Chance gab. Seine erste Rolle erhielt er inWithout Regrets (1935) und avancierte schnell zu einem beliebten Darsteller. Er war er sogenannter Chargendarsteller und stellte meist den typischen englischen Gentleman dar. 1966 verkörperte er in dem britischen Horrorfilm Eye of the Devil (dt. Die schwarze 13) mit Deborah Kerr, Sharon Tate und David Hemmings (bekannt v.a. durch den Film Blowup aus dem Jahre 1966) an seiner Seite einen Schloßherren mit einem 1000 Jahre zurückreichenden Stammbaum. Weltbekannt wurde Niven, der seine Rollen mit unaufdringlicher Komik spielte, in der Rolle des Phileas Fogg in dem Film Around The World In 80 Days (1956, dt. In 80 Tagen um die Welt). Für seine Darstellung in Separate Tables (1958, dt. Getrennt von Tisch und Bett) wurde er mit einem Oscar ausgezeichnet.

Filme u.a.: Bluebeard's Eighth Wife (1938, dt. Blaubarts achte Frau), A Matter of Life and Death) (dt. Irrtum im Jenseits), Bonjour Tristesse (1957), The Guns of Navarone (1960, dt. Die Kanonen von Navarone), The Pink Panther (1963, dt. Der rosarote Panther), Le Cerveau (1968, dt. Das Superhirn), Death on the Nile (1978, dt. Tod auf dem Nil), The Sea Wolves (1980, dt. Die Seewölfe kommen), Trail of the Pink Panther (1982, dt. Der rosarote Panther wird gejagt).

Lebenserinnerungen: The Moon’s a Balloon (1971, dt. Vielleicht ist der Mond nur ein Luftballon), Bring on the Empty Horses (1975),

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Château-d'Oex (Schweiz)

Bilder: Matthias Bauer
Bild: Hanns-Eckard Sternberg (2005)

Adolph L ‘Arronge

 

 

Deutscher Dramatiker und Theaterdirektor; war von 1874 bis 1878 Direktor des Lobetheaters in Breslau, bevor er in Berlin das Deutsche Theater, das er von 1883 bis 1894 leitete, gründete; außerdem verfaßte er Singspiele, Volksstücke und Berliner Lokalpossen.

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Berlin, Friedhöfe der Dreifaltigkeits-, Jerusalems- und Neuen Kirchengemeinden

Bilder: Matthias Bauer (1999)

Neville James Mason

 

 

Britischer Theater- und Filmschauspieler; studierte zunächst Architektur in Cambridge, bevor er 1931 auf die Bühne und ab 1935 auch zum Film kam. Als profilierter Charakterdarsteller wurde er durch den Film Ausgestoßen (1946) von Carol Reed bekannt, in dem er einen nordirischen Untergrundkämpfer darstellte. Filme mit Mason in den Hauptrollen entstanden überwiegend in den 1950er und 1960er Jahren. In Deutschland wurde er zuerst in der Rolle des Kapitän Nemo in den beiden Jules-Verne-Verfilmungen 20.000 Meilen unter dem Meer (1954) und in Reise zum Mittelpunkt der Erde (1959) populär.

Filme u.a.: The Desert Fox: The Story of Rommel (1951, dt. Rommel, der Wüstenfuchs), Der unsichtbare Dritte (1959), Lolita (1961), Mayerling (1968), Die letzte Jagd (1984).

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Corsier (CH), Friedhof

Falk Harnack

 

 

Deutscher Regisseur; der einer Gelehrtenfamilie entstammende Harnack studierte Literaturwissenschaften in Berlin und München, wo er auch promovierte. Von 1937 bis 1940 arbeitete er am Theater in Weimar, bevor er 1941 zum Kriegsdienst eingezogen wurde. Als seine Kontakte zu Widerstandsgruppen in Berlin und zur Weißen Rose in München (sein Bruder Arvid wurde 1942 als Mitglied der Widerstandsgruppe Rote Kapelle hingerichtet) 1943 aufgedeckt wurden, wurde er verhaftet, konnte jedoch fliehen, tauchte unter und trat in die griechische Befreiungsarmee E.L.A.S. ein. Bei Kriegsende kehrt er nach Deutschland zurück, war Dramaturg und Regisseur an ost- und westdeutschen Bühnen, sowie künstlerischer Direktor bei der DEFA und leitender Regisseur beim Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF). Verheiratet war er mit der Theater- und Filmschauspielerin Käthe Braun.

Filme u.a: Das Beil von Wandsbek (1951), Der 20. Juli (1955), Anastasia, die letzte Zarentochter (1956), Unruhige Nacht (1958), Arzt ohne Gewissen (1959), Ein Frauenarzt klagt an (1964).

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Berlin-Zehlendorf, Städtischer Friedhof, Onkel-Tom-Str.

Bilder: Josef Aschenbrenner (09/2005)

Hinweis: Das Geburtsjahr auf dem Grabstein ist falsch!

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Claus Holm eigentl. Helmut Gerhard Ozygus

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Deutscher Schauspieler; hatte zunächst als Bergarbeiter gearbeitet und war 1937 Boxermeister. Bevor er mit seiner Frau am 25.2.1953 von ihrem am Griebnitzsee gelegenen Haus über die “grüne Grenze” von der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) nach Westberlin floh, hatte er bereits seit 1943 und später in der DDR in einigen von der DEFA produzierten Filmen mitgewirkt, u.a. in Ehe im Schatten (1947) neben Paul Klinger und Ilse Steppat, Die lustigen Weiber von Windsor (1950) an der Seite von Sonja Ziemann (*1926) und Camilla Spira oder Das Beil von Wandsbek (1951) mit Erwin Geschonneck. Im Westen stand er dann auf der Theaterbühne, so unter Boleslaw Barlog im Schillertheater- und im Schloßpark-Theater in Berlin, wurde aber auch wieder für den Film engagiert, in den 1950er Jahren hauptsächlich für Heimatfilme. 1957 wirkte er in den beiden Fritz Lang-Filmen Der Tiger von Eschnapur und Das indische Grabmal mit. Bekannt wurde er aber auch durch seine Rolle als Leutnant und Bordingenieur Hasso Sigbjörnson in der vom ZDF 1966 produzierten, vierzehntägig ausgestrahlten Science-Fiction-Serie Raumpatrouille – Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffes Orion (auch bekannt als Raumschiff Orion). 2003 war er noch einmal in dem Kinofilm Raumpatrouille Orion – Rücksturz ins Kino zu sehen, einem Zusammenschnitt verschiedener Folgen aus Raumpatrouille.

Filme u.a.: Heideschulmeister Uwe Karsten(1954), Nachts, wenn der Teufel kam (1957), Brennt Paris? (1966), Die Ehe der Maria Braun (1979), Berlin Alexanderplatz (1980, Fernsehfassung).

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Berlin, Charlottenburg-Wilmersdorf, Friedhof Heerstr.

Hinweis: Claus Holm wurde in der Grabstätte seiner Frau beigesetzt.

Brigitte Borchert verh. Busch

 

Deutsche Laienschauspielerin; Tochter eines Arztes; als dieser in der damaligen deutschen Kolonie Kamerun kurz nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs von Eingeborenen ermordet wurde, kehrte ihre Mutter mit den Kindern nach Deutschland zurück und, ließ sich in Berlin nieder. Brigitte Borchert arbeitete dort in einem Grammophonladen der Firma "Electrola" als Verkäuferin, als sie für einen der letzten deutschen Stummfilme für die Rolle der Schallplattenverkäuferin Brigitte in dem nach dem Drehbuch von Billy Wilder produzieren Film Menschen am Sonntag (1929/30) entdeckt wurde. Der Film, der als eine der wichtigsten Arbeiten der Deutschen Filmavantgarde der 1920er Jahre gilt, vermittelt das Lebensgefühl junger Leute in der Spätzeit der Weimarer Republik. Er wurde während mehrerer Wochenenden an authentischen Schauplätze in Berlin und am Wannsee gedreht und hat die Alltagserlebnisse fünf junger Berliner – neben Brigitte das Mannequin Annie, die Komparsin Christel, der Taxifahrer Erwin und der Weinverkäufer Wolf - an einem Sommer-Wochenende zum Inhalt. Neben den Protagonisten des Films sind Kurt Gerron, Valenska Gert und Heinrich Gretler flüchtig als Passanten zu sehen. Außerdem waren Curt und Robert Siodmak und Fred Zinnemann, die später in Hollywood Karriere machen sollten, an der Herstellung des Films beteiligt. Brigitte Borchert trat nach Abschluß der Dreharbeiten noch in wenigen Werbefilme auf, wurde auch zu Probeaufnahmen, u.a. von Heinrich George, eingeladen, kehrte aber in das Privatleben zurück und heiratete 1936 den Zeichner und Illustrator Wilhelm M. Busch. 1945 floh sie, während ihr Mann in Kriegsgefangenschaft war, nach Hamburg, wo sie seitdem lebte.

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Rolf Moebius

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Deutscher Schauspieler; wirkte nach Abschluß seiner Schauspielausbildung am Staatstheaters Berlin überwiegend an Theatern. Zur Ufa-Filmgesellschaft kam er 1935, bei der er in Carl Froelichs Film Traumulus (1936) debütierte; die erste größere Rolle kam mit dem Soldatenfilm Urlaub auf Ehrenwort (1937), den Karl Ritter realisierte. Bis zum Kriegsende drehte er regelmäßig bei der Ufa. Auch nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wirkte er in Spieltfilme mit, u.a. in Fritz Langs Film Die 1000 Augen des Dr.Mabuse (1960) oder 1965 an der Seite von Gustav Knuth in dem Filmklassiker Heidi als der Arzt Dr. Klassen, kehrte aber bis in die 1980er Jahre immer wieder ans Theater zurück. Zuletzt wirkte er in dem Fernsehfilm Die neuen Leiden des jungen W. (1976) mit.

Filme u.a.: Fanny Elßler (1937), U 47 – Kapitänleutnant Prien (1958), Aus dem Tagebuch eines Frauenarztes (1959),

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Berlin, Luisenfriedhof I der ev. Luisenkirchengemeinde

Hinweis: Rolf Moebius ist in der Grabstätte des Bruders seiner Lebensgefährtin (ohne Hinweis) beigesetzt.

Hamburg-Blankenese, Friedhof

Alfred Struwe

 

Deutscher Schauspieler; Sohn eines Postbeamten; stand in den Kinderferienlagern der Hitlerjugend erstmals auf der Bühne. 1944 beim Reichsarbeitsdienst eingesetzt und anschließend zum Militär eingezogen und auf eine Offiziersschule in Hannover geschickt, nahm er noch an den letzten Kämpfen des Zweiten Weltkriegs teil. Nach dem Ende des Krieges fand der 18-Jährige seine Familie 1945 in Leipzig wieder. Auf ausdrücklichen Wunsch seines Vaters, der sich gegen eine Schauspielausbildung seines Sohnes sperrte, besuchte er eine Polizeischule, die allerdings 1948 geschlossen wurde, so daß Struwe jetzt seinem Wunsch gemäß eine Karriere als Schauspieler anstreben konnte und .1949 an das Theater Greiz ging; es folgten Engagements in Brandenburg, Zittau, Cottbus, Karl-Marx-Stadt (heute wieder Chemnitz) und Dresden. Zum Film kam er 1954 für die DEFA-Koproduktion Leuchtfeuer. In der DDR entwickelte sich Struwe zu einem vielbeschäftigten und populären Film- und später auch Fernsehschauspieler. In der Fernsehserie Zahn um Zahn, die zwischen 1985 und 1988 produziert wurde und schließlich wegen des großen Erfolgs 21 Episoden umfaßte, verkörperte er den kauzigen Zahnarzt Dr. Alexander Wittkugel. Zuvor, im Jahre 1968, hatte er den Part des Hitler-Attentäters Claus Schenk Graf von Stauffenberg in dem 5. und letzten Teil der sowjetischen Produktion Освобождение (Oswoboschdenije, dt. Befreiung) übernommen. Nach der “Wende” wurde es ruhig um den beliebten Struwe, gelegentlich arbeitete er jedoch noch für Bühne und Fernsehen.

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Bild: Heiko Bockstiegel (07/2012)

Stahnsdorf, Südwestkirchhof

Gerhard Bienert

 

Deutscher Schauspieler; Sohn eines Buchhalters; nach dem Abitur meldete er sich 1916 freiwillig zum Militärdienst und nahm am Ersten Weltkrieg als Dragonerleutnant der Kavallerie teil. Nach dem Ende des Krieges begann er gemäß des Wunsches seines Vaters ein Studium der Germanistik und Philosophie an der Berliner Friedrich Wilhelm-Universität, brach das Studium jedoch nach nur zwei Semestern ab, um Schauspieler zu werden, und nahm ab 1919 Schauspielunterricht an der Max Reinhardt-Schauspielschule des Deutschen Theaters in Berlin bei Berthold Held. Zunächst war er als Komparse tätig, bevor er ab 1921 auch als Darsteller an verschiedenen Berliner Bühnen arbeitete. 1928 gründete Bienert gemeinsam mit seinem Bruder Reinhold Bernt, sowie Werner Pledath, Adolf Fischer und anderen die “Gruppe junger Schauspieler“, die vor allem sozialkritische Stücke aufführte und mit ihrem Programm auf Tournee ging. Parallel zu seiner Tätigkeit am Theater wirkte er ab 1922 in anfangs kleinen Rollen in Stummfilmen mit, ehe Ende der 1920er Jahre auch größere Filmangebote kamen. Seinen künstlerischen Durchbruch hatte er 1928 in dem Film Der Mann mit dem Laubfrosch, vor allem aber mit Phil Jutzis Mutter Krausens Fahrt ins Glück. Es folgten zahlreiche Nebenrollen in frühen Tonfilmen, wie etwa Der blaue Engel (1930), Berlin – Alexanderplatz (1931) oder der nationalsozialistische Propagandafilm Morgenrot (1932). Da während der NS-Zeit größere Engagements am Theater ausblieben, konzentrierte er sich verstärkt auf die Filmarbeit; bis Ende des Dritten Reichs wirkte er in etwa 70 Filmen mit. Im Nachkriegsdeutschland war Bienert bis zu seinem Tode Mitglied des Ensembles des Deutschen Theaters in Berlin. Ab 1953 wirkte er dann auch wieder in Film- und Fernsehproduktionen mit, jedoch ausschließlich für die DEFA und das Fernsehen der DDR, so etwa in dem Film Ernst Thälmann – Sohn seiner Klasse (1954). Als einer der wenigen Schauspieler Wesberlins hatte er das Privileg, auch nach dem Bau der Berliner Mauer sowohl in Ost- als auch Westberlin arbeiten zu können.

Filme u.a.: M – Eine Stadt sucht einen Mörder (1931), Kuhle Wampe oder: Wem gehört die Welt? (1932), Der Bettelstudent (1936), Das indische Grabmal (1938), Ohm Krüger (1941), Affaire Blum (1948), Verwirrung der Liebe (1959), Viel Lärm um nichts (1964), Die Leiden des jungen Werthers (1976).

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Bild: Heiko Bockstiegel (07/2012)

Berlin-Zehlendorf, Waldfriedhof Zehlendorf

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Bilder: Matthias Bauer (04/2014)
Bild: Bern Wolter (10/2018)
Theater / TV / Film / Show XXXVI

Omnibus salutem!