Hertha Feiler

 

 

Deutsche Schauspielerin; konnte ihren Wunsch, Pianistin zu werden, wegen einer Sehnenscheidenentzündung nicht realisieren und beschloß Schauspielerin zu werden. Nach ihrem Theaterdebüt im Jahre 1936 an der Wiener Scala folgte ihr Filmdebüt im Folgejahr mit Liebling der Matrosen. Heinz Rühmann, mit dem sie erstmals in Lauter Lügen gemeinsam vor der Kamera stand, heiratete sie 1939. Als “Vierteljüdin” konnte sie während des Dritten Reiches nur mit Sondergenehmigung spielen, die sie wegen ihres äußerst populären Mannes erhielt. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges beteiligte sie sich an der von Rühmann gegründeten Produktionsfirma Comedia, die allerdings in Konkurs ging. Sie spielte daraufhin wieder Theater und ab Mitte der 1950er Jahre war sie wieder auf der Leinwand zu sehen, zuletzt in dem Film Die Ente klingelt um halb acht (1968).

Filme u.a.: Kleider machen Leute (1940), Quax in Fahrt und Quax in Afrika (beide 1944), Der Engel mit dem Saitenspiel (1944), Pünktchen und Anton (1953), Die schöne Müllerin (1954), Charley's Tante (1955), Opernball (1956), Der Maulkorb (1958).

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Lotti Huber

 

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Deutsche Schauspielerin, Sängerin und Tänzerin; aus großbürgerlichem jüdischem Hause stammend, nahm sie schon früh Tanz- und Schauspielunterricht. 1938 wurde sie von einer US-amerikanischen Organisation freigekauft, nachdem sie in die Konzentrationslager Moringen und - nach dessen Auflösung - ins KZ Lichtenburg deportiert worden war, und ging via Schweiz und Italien nach Haifa ins Exil. Mit ihrem zweiten Mann, dem britischen Offizier Norman Huber, ging sie 1945 nach London und kam, als ihr Mann versetzt wurde, mit ihm 1965 zurück nach Deutschland. Hier wurde sie durch Rosa von Praunheims Film Affengeil. Eine Reise durch Lottis Leben 1990 einem größeren Publikum bekannt. In dem Film Anita - Tänze des Lasters (1988), ebenfalls unter der Regie von Praunheims, erinnerte sie an Anita Berber, die unangepaßte Nackttänzerin und Stummfilmdiva der 1920er Jahre. Ihr eigentliches Metier aber war das Theater, sie machte jedoch auch Kabarett, meist in exzentrischer Manier. Ihre Lieder und Gedichte handeln vornehmlich von sexuellen Begierden.

Filme u.a.: Unsere Leichen leben noch (1981), Dr. Zauberberg (1982), Liebling, vergiß die Socken nicht (1998).

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Grünwald b. München, Waldfriedhof

Berlin, Jüdischer Friedhof, Heerstraße

Paul Henckels

 

Deutscher Schauspieler; nahm bereits als Gymnasiast an Schulaufführungen teil und gründete das literarische Lesekränzchen. Nach dem Einjährigen wurde Henckels zunächst Lehrling in einer Lokomotivenfabrik und arbeitete in der väterlichen Stahlwarenhandlung. Ersten Schauspielunterricht erhielt er von seiner Mutter, der jüdischen Schauspielerin Cäcilia Warszawska und hatte am Krefelder Stadttheater ein erstes Engagement. Als 1905 in Düsseldorf von Louise Dumont und Gustav Lindemann die Theaterakademie (heute Hochschule für Bühnenkunst) und das Schauspielhaus Düsseldorf gegründet wurden, war er einer der ersten Schüler. Nach seiner dortigen Ausbildung zwischen 1905 und 1907 arbeitete er zunächst als Bühnenregisseur und Theaterdirektor. Von 1936 bis 1945 war er am Berliner Staatstheater unter Gustaf Gründgens engagiert. Sein Filmdebüt hatte er 1923 in I.N.R.I. Insgesamt wirkte er - meist in Nebenrollen - in mehr als 180 Filmen mit, darunter auch in dem “Durchhaltefilm” Kolberg von Veit Harlan, der am 12. Jahrestag der nationalsozialistischen “Machtergreifung”, dem 30. Januar 1945, gleichzeitig in Berlin und in der umkämpften Atlantikfestung La Rochelle aufgeführt wurde. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges konnte er seine Karriere erfolgreich fortsetzen, so verkörperte er an der Seite von Angelika Meissner in der Rolle der Dick und der zwei Jahre jüngeren Heidi Brühl als Dalli den Dorfarzt Dr. Pudlich in den drei Immenhof Filmen Die Mädels vom Immenhof (1955), Hochzeit auf Immenhof (1956) und Ferien auf Immenhof (1957).

Filme u.a.: Der tolle Bomberg (1932), Man bracht kein Geld (1932), Das Testament des Dr. Marbuse (1933), Der Maulkorb (1938), Napoleon ist an allem Schuld (1938), Altes Herz wird wieder jung (1943), Die Feuerzangenbowle (1944), Das tanzende Herz (1953).

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Düsseldorf, Südfriedhof

Bild: Matthias Bauer

Audrey Hepburn eigentl. Edda Kathleen van Heemstraat Hepburn-Ruston

 Szenenfoto aus Charade

Filmschauspielerin; Tochter eines englischen Bankiers und einer niederländischen Baronin; lebte mit ihrer Mutter im holländischen Arnheim, wo sie im Mai 1940 den Einmarsch deutscher Truppen miterlebte. Um die britischen Wurzeln ihrer Tochter zu verschleiern, nannte die Mutter sie Edda. Auf Wunsch ihrer Mutter begann sie Ballettunterricht in Arnheim und Amsterdam zu nehmen, den sie in London fortsetzte, als sie nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1948 nach London zog. Als sie erkannte, daß ihr Talent für eine Primaballerina nicht ausreichen würde, wandte sie sich verstärkt der Schauspielerei zu. Sie stellte sich einer Casting Agentur vor und erhielt ihre erste Rolle in dem Film One Wild Oat (1951), in dem sie eine Hotelempfangsdame spielte. Es folgten einige weitere Filme, darunter die Komödie Laughter in Paradise, in dem sie einen kurzen Auftritt als Zigarettenmädchen hatte oder Monte Carlo Baby, ein Film, der ihr die Hauptrolle in Colettes Gigi am Broadway in New York und den Theatre World Award einbrachte. Dort wurde sie für Hollywood entdeckt und erhielt bereits für einen ihrer ersten Filme, Roman Holiday (1953, dt. Ein Herz und eine Krone), an der Seite von Gregory Peck einen Oscar als beste Hauptdarstellerin. Rasch wurde sie zum internationalen Filmstar durch weitere Rollen u.a. in Sabrina (1954), Krieg und Frieden (1956) zusammen mit ihrem Mann Mel Ferrer, mit dem sie seit 1954 verheiratet war, oder My Fair Lady (1964). Besonders in Erinnerung ist sie dem Publikum allerdings durch die Darstellung der geheimnisvollen, zierliche Holly Golightly in Breakfast at Tiffany's (1961, dt. Frühstück bei Tiffany); zu ihrem großen Kummer wurde die Gesangseinlagen synchronisiert. Mit dem Film Wait Until Dark (1967, dt. Warte, bis es dunkel ist) verabschiedete sie sich für fast ein Jahrzehnt vom Film. 1976 kehrte sie dann mit Robin and Marian auf die Leinwand zurück und drehte noch vier Filme. Kostümmäßig ausgestattet wurde Audrey Hepburn in ihren Filmen vertragsmäßig ausschließlich durch den Modemacher Givenchy. Mit ihren Kostümen, aber auch mit ihrer Gestik, prägte sie das damalige Hollywood; die vollbusigen Filmschauspielerinnen gehörten der Vergangenheit an. Die meiste Zeit ihres Lebens lebte sie in der Schweiz, in Hollywood hielt sie sich nur auf, wenn sie einen Film drehte. Am Genfer See kaufte sie einen Bauernhof, den sie um- und ausbaute und dessen großen Garten sie liebevoll pflegte und den sie “Paisible” (friedvoll) nannte (sie hatte ihn von den 1 Millionen US$, die Warner Bros. ihr für den Film My Fair Lady als Gage bezahlt hatte, erworben). Von dort aus brach sie auch ab 1988 immer wieder als Goodwill-Botschafter der UNICEF (United Nations Childrens Fund) nach Afrika und Lateinamerika auf, um sich für die dortigen Kinder einzusetzen; sie selbst hatte niemals die Hilfe der UNESCO in den Niederlanden nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges vergessen und revanchierte sich nunmehr dafür. Obwohl sie sich schwach fühlte und ihr Freunde abrieten, reiste sie 1992 im Auftrag von UNICEF nach Somalia, von wo sie krank in die Schweiz zurückkehrte; kurze Zeit später starb sie an Darmkrebs. Nach ihrer Scheidung im Jahre 1968 von Mel Ferrer, der ihre Erfolge und seine Mißerfolge nicht verkraften konnte, heiratete sie den italienischen Psychiater Andrea Dotti; doch auch diese Ehe scheiterte.

Filme u.a.: Secret People (1952), Funny Face (1957, dt. Ein süßer Fratz), Ariane (1957, dt. Ariane, Liebe am Nachmittag), A Nun's Story (1959, dt. Geschichte einer Nonne), The Children's Hour (1961, dt. Infam), Charade (1963), How to Steal a Million (1966, dt. Wie klaut man eine Million?).

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Tolochenaz, Kt. Waadt (CH)

Bild: Matthias Bauer

Viktor Staal

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Deutscher Film- und Schauspieler; erhielt seine Schauspielausbildung in Wien und seine ersten Engagements an kleineren Theatern, bis er an das Volkstheater Wien engagiert wurde und ihm damit der Durchbruch gelang. Im Film debütierte er 1935 in Alles für die Firma. In der Folge spielte er in zahlreichen Filmen und avancierte zu einem populären Filmschauspieler. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges arbeitete er zunächst wieder beim Theater, konnte dann aber auch wieder an seine Vorkriegserfolge im Film anknüpfen. Zu seinen letzten Filmen gehörten 1974 Der Jäger von Fall und 1977 Die Standarte. Verheiratet war Staal mit der Schauspielerin Hansi Knoteck.

Filme u.a.: Eva, Das Einmaleins der Liebe (beide 1935), Waldwinter (1936), Zu neuen Ufern (1937), Eine Nacht im Mai, Capriccio (beide 1938), Umwege zum Glück (1939), Zwielicht (1940), Die grosse Liebe (1942), Nora (1944), Via Mala (1944), Zwischen gestern und morgen (1947), Mathilde Möhring (1950), Der Weibertausch (1952), Der dunkle Stern (1955), Spion für Deutschland (1956), Taiga (1958).

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Gauting, Waldfriedhof

Bilder: Josef Aschenbrenner (07/2005)
Bilder: Matthias Bauer (03/2007)
Bilder: Matthias Bauer (04/2007)

Ruth Irmgard Lommel

      Bild

 

Deutsche Schauspielerin; zweites Kind des Humoristen Ludwig-Manfred Lommel, Schwester des Schauspielers und Regisseurs Ulli Lommel (*1944); absolvierte ihre Schauspielunterricht bei Eleonore Ehm und begann danach eine Karriere als Darstellerin an Berliner Kabaretts und Varietées. 1939 debütierte sie in Hubert Marischkas Film Drunter und drüber und spielte bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges in zahlreichen Filmen in Nebenrollen. Zu den namhaftesten Filmen, in denen sie mitwirkte, zählen Die schwedische Nachtigall (1941), ...reitet für Deutschland (1941), Meine Freundin Josefine (1942). Auch nach dem Krieg gelang ihr die Fortsetzung ihrer Karriere beim Film; sie zog sich aber Ende der 1950er Jahre in das Privatleben zurück. 1948 veröffentlichte sie ein Buch unter dem Titel Erlebtes und Erzähltes von Kabarett, Bühne und Film.

Verheiratet war sie bis zu dessen Tode im Jahre 1976 mit dem Industriellen, Rennfahrer und Grenzlandring-Rennsport-Organisator Emil Vorster.

Filme u.a.: Herr Sanders lebt gefährlich (1944), Der Mann, dem man den Namen stahl (1944), Das kalte Herz (1950), Die Mädels vom Immenhof (1955), Zwei Bayern in St.Pauli (1956), Jägerblut (1957), Der Maulkorb (1958).

Inschrift: Es ist bestimmt in Gottes Rat, dass man vom Liebsten, was man hat, muss scheiden.

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Mönchengladbach-Rheydt, Nordfriedhof

Bilder: Ralf Mayer (07/2012)

Georg Gustav Franz Jacoby

 

Deutscher Regisseur und Drehbuchautor; Sohn eines Theaterdirektors und Lustspielautors; arbeitete zunächst für kurze Zeit als Schauspieler an den Stadttheatern von Bremen und Königsberg, wechselte dann aber ins Regiefach und führte 1913 erstmals Regie. Aus dieser Zeit stammen auch seine ersten Drehbücher, die er auf Anregung von Rosa Porten verfaßte. Während des Ersten Weltkriegs drehte er Propagandafilme im Auftrag des Bild- und Filmamts und für die Mars-Film u.a. den Stummfilm Die Entdeckung Deutschlands (1916/17). Er führte Regie in Produktionen wie Vendetta (1919), Der Mann ohne Namen (1921) und 1923 Quo Vadis? mit Emil Jannings in der Rolle des Nero. Erfolgreich war er in den 1930er Jahren mit Musikfilme wie Die Czardasfürstin (1933) und Der letzte Walzer (1934). Bei der Produktion des Films Heisses Blut lernte er 1936 die 23-jährige Marika Rökk kennen, die er 1940 heiratete; mit ihr drehte er ihre großen Kinoerfolge, u.a. Kora Terry (1940) und Frauen sind doch bessere Diplomaten (1941) und 1944 v.a. den Erfolgsfilm Die Frau meiner Träume . Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Jacoby wegen seiner NSDAP-Mitgliedschaft zunächst mit einem Arbeitsverbot belegt. Erst 1950 durfte er wieder arbeiten und drehte u.a. die .Kriminalkomödie Gestatten, mein Name ist Cox (1955) und den Streifen Zu Befehl, Frau Feldwebel (1956). Mit Marika Rökk drehte er 1959 einen letzten Film, Die Nacht vor der Premiere.

Filme u.a.: Komödianten des Lebens (1924), Die Frau ohne Namen (1927), Liebe in Uniform (1932), G'schichten aus dem Wienerwald (1934), Der Bettelstudent (1936), Pension Schöller (1952), Maske in Blau (1953), Nachts im grünen Kakadu (1957).

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Bild: Jürgen Hempel (06/2012)

Wiesbaden, Nordfriedhof

Inge Langen

 

Deutsche Schauspielerin; studierte in Berlin und war lange Zeit am Münchner Staatstheater engagiert, im Laufe ihrer Karriere hat sie über 200 Bühnen- und 60 Filmrollen gespielt. So war sie am Münchner Staatstheater in der deutschen Erstaufführung die Antigone in Jean Anouilhs gleichnamigem Stück oder Jeanne d'Arc an der Wiener Burg bzw. unter Erwin Piscator die Elektra an der Berliner Volksbühne.

In den 1960er Jahren sah man sie häufig in Literaturverfilmungen, die die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten produzierten, u.a. in Jean Genets Zofen, Hans Falladas Der Trinker, Eugenie Marlitts Geheimnis der alten Mamsell. 1970 war sie Miss Marple in dem Film Mord im Pfarrhaus - die einzige deutsche Darstellerin der aus der Feder von Agatha Christie stammenden Hobbydetektivin.

Der Zinker (1963)

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Bilder: Matthias Bauer (07/2012)

München, Waldfriedhof

Paul Bösiger

 

 

Schweizer Schauspieler; absolvierte eine Schauspielausbildung als Schüler des renommierten Bühnendarstellers Ernst Ginsberg und debütierte als Schauspieler in Basel. Es folgten Engagements in Zürich, Darmstadt, Freiburg und ab 1969 an den Städtischen Bühnen Nürnberg. Dabei verkörperte er oft undurchsichtige, vielschichtige Charaktere wie Feste, den Narren in Shakespeares Was ihr wollt oder in Goethes Faust den Mephisto. Darüber hinaus übernahm er ab 1972 auch Bühnenregie, u.a. in Wolfgang Borcherts Theaterstück Draussen vor der Tür. oder in Julia von August Strindberg.

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Origlio (Kt. Tessin)

Bild: Matthias Bauer (05/2012)

Hinweis: Der Grabstein Viktor Staals wurde von Gauting auf den Münchner Nordfriedhof verbracht.

Bild: Bernd Wolter (10/2018)
Theater / TV / Film / Show  XXXIX

Omnibus salutem!