Herwart Willy Grosse

 

Deutscher Schauspieler; der Sohn eines Büroangestellten nahm nach einer kaufmännischen Ausbildung in einer Maschinenhandlung bei Paul Bildt Schauspielunterricht, den er 1933 abschließt, und spielte danach am Preußischen Staatstheater und von 1934 bis 1938 am Theater der Jugend, bevor Heinrich George ihn an das Schillertheater engagierte. Als das Theater 1944 kriegsbedingt geschlossen wurde, kam er als Panzergrenadier an die Front. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges und der Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft spielte er zunächst am Hebbeltheater in Brechts Die Dreigroschenoper und hatte 1946 unter der Regie Paul Bildts in der Uraufführung von Friedrich Wolfs Beaumarchais sein Debüt am Deutschen Theater. Insgesamt trat Grosse in über 100 Stücken auf den Bühnen des Deutschen Theaters auf, dessen Mitglied er bis zu seinem Tode blieb.

Inschrift: “Ewig jung ist nur die Phantasie.Was sich nie und nirgens hat begeben, das allein veraltet nie!”

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Bild: Hanns-Eckard Sternberg (2005)

Berlin, IV. Städt. Friedhof a.d. Buchholzerstr.

Harry Piel

Bild: Alexander Binder (1928) no_copyright

Deutscher Regisseur und Schauspieler; der Sohn eines Gastwirtes (?) musterte unmittelbar vom Gymnasium in Düsseldorf als Kadett auf einem Segelschulschiff an, mußte jedoch wegen gesundheitlicher Probleme bereits nach 6 Monaten wieder abmustern und ging nach Paris, um Kunstflieger zu werden. Nachdem seine 1912 gegründete Filmfirma, mit der er seinen ersten Film drehte, pleite ging, arbeitete er für verschiedene Produktionsfirmen. Es entstanden Abenteuerfilme wie Ein Millionenraub (1914) oder Die Abenteuer des Kapitän Hansen (1917), und 1919 war er erstmals als Hauptdarsteller in dem Film Der große Unbekannte zu sehen. Er gab sich das Image eines Sensationsdarstellers, notwendige “Stunts” sollen jedoch von einem Stuntman ausgeführt worden sein. Seine 1921 gegründete Firma wurde im Dritten Reich verstaatlicht; nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde er, als Mitläufer klassifiziert, für sechs Monate inhaftiert und erhielt Arbeitsverbot. Erst 1951 gründete er in Wiesbaden eine neue Produktionsfirma namens Ariel-Filmgesellschaft, konnte jedoch wegen der Konkurrenz durch die “Actionfilme”, die aus den Vereinigten Staaten auf den deutschen Markt kamen, an seine Vorkriegserfolge nicht mehr anknüpfen, so daß er das Unternehmen 1960 wieder auflöste.

Filme u.a.: Sein bester Feund (1929), Schatten der Unterwelt (1931), Johnny stiehlt Europa (1932), Der Herr der Welt (1934), Der Dschungel ruft (1935), Menschen, Tiere, Sensationen (1938), Die große Nummer (1942), Gesprengte Gitter (1953).

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München, Waldfriedhof (Alter Teil)

Rudolf Antonius Heinrich Platte

 Bild: Herbert Greite

Deutscher Schauspieler; Sohn eines Kaufmanns: verließ noch vor dem Abitur das Gymnasium und nahm Schauspielunterricht, bevor er seine lange Karriere als Schauspieler am Theater begann, 1925 an der Freilichtbühne Düsseldorf als Shylock in Der Kaufmann von Venedig von William Shakespeare. Diesem ersten Auftreten folgten Engagements in Bad Harzburg, Hildesheim, Hagen, Wuppertal und am Residenztheater Hannover, sowie in Breslau am Lobe-Theater, wo er auch Regie führte. Sein Filmdebüt folgte schließlich 1929 mit dem Film Revolte im Erziehungshaus. Er kehrte aber auch immer wieder an das Theater zurück; von 1940 bis 1944 war er Direktor des Theaters in der Behrenstraße und von 1945 bis 1947 leitete er das Theater am Schiffbauerdamm. Aber das Metier, das ihn vor allem bekannt machte, war das Kino. Platte trat in mehr als 200 Filmen auf. Bemerkenswert war seine Darstellung des Schusters Wilhelm Voigt in der Theater- und Fernsehversion des Hauptmann von Köpenick. In dem Streifen 3 Tage Angst (1952), in dem die kleine Cornelia Froboess (*1943) einen ihrer ersten Filmauftritte absolvierte, spielte Platte in einer Doppelrolle. In den 1970er Jahren war er häufig auch in TV-Serien z.B. in Der Kommissar und Derrick zu sehen. Von 1940 bis 1944 war er Direktor des Theaters in der Behrenstraße und von 1945 bis 1947 leitete er das Theater am Schiffbauerdamm.

Filme u.a.: Drei Tage Liebe (1931), Der Stolz der 3. Kompanie, F.P. 1 antwortet nicht (beide 1932), Viktor und Viktoria (1933), Hitlerjunge Quex (beide 1933), Schön ist jeder Tag den Du mir schenkst, Marie Luise (1934), Frau am Steuer (1939), Die lustigen Vagabunden (1940), Angst (1941), Alles aus Liebe (1943), Die Züricher Verlobung (1957), Der Maulkorb (1958), Buddenbrooks (1959), Eine hübscher als die andere (1961), Heimweh nach St. Pauli (1963), Das kleine Teehaus (1967).

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Berlin-Wilmersdorf, Städtischer Friedhof

Sybille Maria Christina Schmitz

 Bild:Sybille Schmitz Archiv Berlin 

Deutsche Schauspielerin; die Tochter eines Konditors nahm nach der Erziehung in der Ursulinen-Klosterschule in Lohr am Main Schauspielunterricht in Köln bei Louise Dumont, brach ihr Studium jedoch ab und ging nach Berlin, wo sie 1927 ihr Bühnendebüt an dem unter Leitung von Max Reinhardt stehenden Deutschen Theater hatte; 1928 trat sie erstmals in einem Film, einem SPD-Parteifilm mit dem Titel Freie Fahrt , auf. Nach Nebenrollen in Georg Wilhelm Pabsts Film Tagebuch einer Verlorenen (1929) an der Seite von Louise Brooks und in Carl Theodor Dreyers Film Vampyr (1931) gelang ihr schließlich mit dem von Karl Hartl gedrehten Abenteuerfilm F.P. 1 antwortet nicht an der Seite von Hans Albers und Paul Hartmann der Durchbruch, dem insgesamt mehr als 30 Filme folgten; sie wurde “eines der markantesten Gesichter des deutschen Films” (Quelle: Berliner Kurier: 23.02.1998). Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges konnte sie an ihre Vorkriegserfolge jedoch nicht mehr anschließen; Rollenangebote blieben fast gänzlich aus, nur in dem Kriminalfilm Kronjuwelen (1950) spielte sie noch einmal in einer Hauptrolle, ansonsten spielte sie an kleinen Theaterbühnen. Sie wurde drogen- und alkoholabhängig, unternahm mehrere Suizidversuche bis sie schließlich - in Vergessenheit geraten - eine Überdosis Schlaftabletten nahm und nicht mehr gerettet werden konnte. Rainer Werner Fassbinder, der ihre letzten Jahre zum Inhalt seines 1982 gedrehten Films Die Sehnsucht der Veronika Voss machte, brachte ihr Leben noch einmal in das Rampenlicht.

Verheiratet war Sybille Schmitz von 1940 bis 1945 mit dem dem Drehbuchautor Harald G. Petersson.

Filme u.a.: F.P.1 antwortet nicht (1932), Rivalen der Luft (1933), Ein idealer Gatte (1935), Fährmann Maria (1936), Tanz auf dem Vulkan (1938), Hotel Sacher (1939), Titanic (1943), Zwischen gestern und morgen (1947), Die Lüge (1950), Illusion in Moll (1952), Haus an der Küste (1953).

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Ernst Schröder

 

Deutscher Schauspieler; der Sohn eines Schneiders begann seine Karriere, als er im Frühjahr 1934 in Bochum in Karl Immermanns Merlin als “Zwerg” erstmals auf der Bühne stand; in den folgenden Jahren spielte er an vielen großen Bühnen, u.a. am Berliner Schiller-Theater, in München und Zürich und hatte Erfolge auch in Film und Fernsehen u.a. in den TV-Krimiserien Der Alte und Derrick.

Film- und Fernsehproduktionen u.a.: Friedrich Schiller – Triumph eines Genies (1940), Ohm Krüger (1941), Der Eiserne Gustav (1958), The Longest Day (1962, dt. Der längste Tag), Der Biberpelz (1962), Die Akte Odessa (1974).)

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Berlin, Waldfriedhof, Potsdamer Chaussee

München, Ostfriedhof

Bilder: Josef Aschenbrenner (08/2005)
Bilder: Ulrich Potthoff
Bilder: Matthias Bauer (05/2007)
Bilder: Matthias Bauer (08/2007)

Marianne Wünscher

 

 

Deutsche Schauspielerin; Tochter eines Wäschereibetreibers; von 1947 bis 1949 nahm sie - finanziert durch eine Tätigkeit als Rundfunkansagerin und Hörspielsprecherin - Schauspielunterricht an der 1945 von Fritz Kirchhoff gegründeten Schauspielschule ”Der Kreis“ in Berlin, die sie ab 1950 ergänzte und 1951 abschloß; im selben Jahr debütierte sie am Deutschen Theater. 1952 folgte ein Engagement am Theater am Schiffbauerdamm, von dem sie im Folgejahr an das Deutschen Theater wechselte. Von 1954 bis 1990 war sie Mitglied des Ensembles der Berliner Volksbühne. Ab Mitte der 1950er Jahre drehte sie erste Filme, immer wieder in Nebenrollen der DEFA. Später wurde sie durch ihre Charakterdarstellungen auf Theaterbühnen und in Filmen, in denen sie die “einfache Frau aus dem Volke” verkörperte, bekannt. Sie war auch in zahlreichen Fernsehserien der DDR zu sehen, so in Aber Vati (1973-79), Der Staatsanwalt hat das Wort, Polizeiruf 110. 1980 gab sie ein Gastspiel an der Komischen Oper. Marianne Wünscher, sich auch einen Namen als Chansoninterpretin machte, in eigene Fernsehsendungen (Hand aufs Herz, Chansons mit Marianne) zu sehen und Darstellerin in Kabarettrevuen war, spielte in rund 125 Rollen, u.a. am Theater in Die Heirat von Nikolaj Gogol oder in Was ihr wollt von William Shakespeare.

Film- und Fernsehproduktionen u.a.: Kabale und Liebe (1959), König Drosselbart (1965), Ich – Axel Cäsar Springer (1968-70), Einfach Blumen aufs Dach (1979), Die Weihnachtsklempner (1986).

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Bild: Klaus Meinert (03/2012)

Berlin-Pankow, III. Städt. Friedhof

Edith Volkmann

 

 

Deutsche Schauspielerin; nach einer Schauspielausbildung bei Max Gaede in Hannover in den 1930er Jahren, erhielt sie ihr erstes Engagement in Osnabrück, kehrte jedoch bereits später nach Hannover zurück, wo sie auf den Brettern des Niedersächsischen Staatstheaters stand, bis das Theater kriegsbedingt 1944 geschlossen wurde. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges spielte sie zunächst an den Ostfriesischen Kammerspielen im ostfriesischen Leer, bevor sie in den 1950er Jahren in Ost-Berlin an diversen Bühnen und im Kabarett tätig war. 1951 stand sie erstmals für den DEFA-Film Corinna Schmidt, einer Fontane-Adaption, vor der Filmkamera. Es folgte in der DDR eine Reihe weiterer Filme, bis sie in den 1960er Jahren in den Westen ging, wo sie - wenn auch nicht sehr häufig - Theater spielte, hauptsächlich aber im Kino und im Fernsehen zu sehen war, u.a. in dem Filmerfolg Zur Sache Schätzchen (1968) als spießige Hausmeisterin.

Film- und Fernsehproduktionen u.a.: Das Fräulein von Scuderi (1955), Der Fall Lena Christ (1970), Die Konsequenz (1977), Martin Luther (1983), Ein Haus in der Toscana (1990).

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Bilder: Matthias Bauer (07/2013)

Gröbenzell (Ldkrs. Fürstenfeldbruck), Gemeindefriedhof

Edith Oss eigentl. Edith Calvelis-Renard

 

 

Deutsche Filmschauspielerin und Tänzerin; war ab 1935 in Spielfilmen hauptsächlich für Nebenrollen engagiert. Seit 1958 trat sie immer wieder auch als Tänzerin in Filmen in Erscheinung, so in Harry Piels Film Menschen, Tiere, Sensationen (1938) oder ein Jahr später in Menschen vom Varieté. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges war sie nur noch sporadisch zu sehen.

Filme u.a.: Rote Mühle (1940), Frauen sind doch bessere Diplomaten (1941), Wir machen Musik (1942), Einmal am Rhein (1952).

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Bilder: Matthias Bauer (07/2013)

München, Waldfriedhof - Neuer Teil

Konstanze Vernon  née Herzfeld

 

 

Deutsche Choreographin und Tänzerin; Tochter eines Musikwissenschaftlers; Schülerin der Tanzpädagogin Tatjana Gsovsky. Im alter von 14 Jahren wurde sie Mitglied des Berliner Balletts und war mit 17 Jahre deren jüngste Solistin. 1963 kam sie an die Bayerische Staatsoper, an der sie bis 1980 Primaballerina war. Dort feierte sie mit ihrem Partner Winfried Krisch und dessen Nachfolger Heinz Bosl große Erfolge. Heinz Bosls früher Tod infolge von Leukämie mit nur 28 Jahren im Jahre 1975 veranlasste sie, im Jahr 1978 die Heinz-Bosl-Stiftung (Ballet-Akademie München) ins Leben zu rufen, die junge, hochbegabte Studenten des Klassischen Balletts fördert.

Ihre Aktivitäten in München ermöglichten mit Unterstützung von August Everding 1989 die Umwandlung des Balletts von der Bayerischen Staatsoper zu einer eigenständigen Ballettkompanie (heute Bayerisches Staatsballett), der sie von 1989 bis 1998 als Gründungsdirektorin vorstand. Vernon, die bereist während ihrer aktiven Laufbahn von Zeit zu Zeit an der Hochschule für Musik und Theater in München unterrichtete, erhielt, nachdem sie sich aus ihrer aktiven Laufbahn zurückgezogen hatte, dort eine Professur.

Auszeichnungen u.a.: Deutscher Tanzpreis (1991).

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Bilder: Matthias Bauer (07/2013)

München, Waldfriedhof - Neuer Teil

Theater / TV / Film / Show XLVII

Omnibus salutem!