Gustl Waldau eigentl. Gustav Theodor Clemens Robert Baron von Rummel

 

Deutscher Theater- und Filmschauspieler; neben seiner Tätigkeit auf Theaterbühnen wirkte er bereits zur Stummfilmzeit in Filmen mit u.a. in dem 1915 gedrehten Film Der Hauptmann-Stellvertreter. Erst als sich der Tonfilm durchsetzte, verstärkte er sein Engagement in diesem neuen Metier, wenn auch vorwiegend in Nebenrollen. Bis in die Mitte der 1950er Jahre konnte man ihn immer wieder in erfolgreichen Filmproduktionen zu sehen.

Filme u.a.: Sein Seitensprung (1915), Der Taugenichts (1922), Saison in Kairo (1933), Das Einmaleins der Liebe (1935), Mädchenjahre einer Königin (1936), Die Geierwally (1940), Jenny und der Herr im Frack (1941), Münchhausen (1943), Der Engel mit der Posaune (1948), Das doppelte Lottchen (1950), Schloß Hubertus (1954), Die Medaille (1955).

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Elsa Wagner eigentl. Elisabeth Karoline Auguste Wagner

 

Deutsche Schauspielerin; ursprünglich Theaterschauspielerin, kam sie Ende der 1910er Jahre zum noch relativ jungen Stummfilm, wo sie u.a. in den Filmen Das wandernde Licht (1916), Die blaue Mauritius (1918) und Störtebeker (1919) mitwirkte. In den 1920er und 1930er Jahren war sie in zahlreichen Filmen in Nebenrollen zu sehen z.B. in Das Kabinett des Doktor Caligari (1920), Die Buddenbrooks (1923), Barcarole (1935), Der Tanz auf dem Vulkan (1938). Während des Krieges und danach wurden ihre Engagements seltener. 1947 wirkte sie noch einmal in Woyzzeck mit, und 1964 war sie in der Neuverfilmung Emil und die Detektive zu sehen. Im Laufe ihrer Karriere wirkte sie in über 140 Filmen mit.

Filme u.a.: Satanas (1920), Irrende Seelen (1921), Das Weib des Pharao, Der brennende Acker (beide 1922), Der Meister von Nürnberg (1927), Atlantik (1929), Manolescu – der König der Hochstapler (1929), Gold (19634), Das Mädchen Johanna, Der Student von Prag (beide 1935), Gasparone (1937), Lauter Liebe (1940), Heimkehr (1941), ...und über uns der Himmel (1947), Ihr 106. Geburtstag (1958), Liebling der Götter (1960), Der Fußgänger (1973).

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Bilder: Matthias Bauer (2004)

München, Bogenhausener Friedhof

Berlin, Städt. Friedhof Dahlem

Paul Wegener

Deutscher Schauspieler; Sohn eines Tuchfabrikanten; Vetter des Geophysiker und Meteorologen Alfred Wegener; studierte auf Wunsch des Vaters Rechtswissenschaften in Freiburg im Breisgau und Leipzig, brach das Studium jedoch ab, um Schauspieler zu werden, worauf der Vater ihm weitere finanzielle Unterstützung verweigerte. Über Engagements in Leipzig, Rostock, Aachen und Wiesbaden kam Wegener schließlich nach Hamburg, wo er in einer der ersten Aufführungen von Maxim Gorkis Nachtasyl in Deutschland zu sehen war. Max Reinhardt, von ihm begeistert, holte ihn 1906 an das unter seiner Leitung stehende Deutsche Theater; dort und am Schillertheater in Berlin war er bis 1920 engagiert. Wegener verkörperte als hervorragender Charakterdarsteller häufig dämonische Menschen. Besonders eindrucksvoll war seine Darstellkunst in den Stummfilm Der Student von Prag (1913), den der Kameramann Guido Seeber drehte, und in dem nach der Vorlage von Gustav von Meyrink gedrehten Film Der Golem, wie er in die Welt kam (1920); später ließ er sich für den nationalsozialistischen Film mißbrauchen z.B. in einem Film über Friedrich den Großen Der große König (1942) und dem “Durchhaltefilm” Kolberg (1945). Trotz seiner Beteiligung an diesen Filmen konnte Wegener bereits unmittelbar nach Ende des Krieges wieder auftreten (bekannt war der sowjetischen Bersatzungsmacht seine anti-nationalsozialistischen Haltung, aus der er nie ein Hehl gemacht hatte); im September 1945 öffnete das Deutsche Theater mit Gotthold Ephraim Lessings Nathan der Weise und Wegener in der Rolle des Nathan wieder seine Tore.

Verheiratet war Wegener u.a. mit der Tschechin Lyda Salmonova (*1889, †1968) und Greta Schröder (*1891), †1967) - beide Darstellerinnen in dem Stummfilm Golem.

Filme u.a.: Der Rattenfänger (1918), Das Weib des Pharao (1921), Lucrezia Borgia (1922). Der Magier (1926), Alraune (1927), Das unsterbliche Herz (1939), Der große König (1942), Der große Mandarin (1948).

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Berlin, Charlottenburg-Wilmersdorf, Friedhof Heerstr.

Bilder: Matthias Bauer (2005)

Günter Strack

 

Deutscher Schauspieler; studierte in Stuttgart an der staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Künste. 1949 debütierte er als Ferdinand in Friedrich von Schillers Kabale und Liebe in Oberhausen, danach folgten Engagements u.a. in Darmstadt, Wiesbaden, Nürnberg und Hannover. Bekannt wurde er nicht nur durch seine Leibesfülle, sondern erlangte vor allem durch seine Schauspielkunst und Wandlungsfähigkeit große Popularität. Er war in über 400 Rollen in Theater, Film und Fernsehen zu sehen; bekannt wurde er jedoch hauptsächlich durch die vom ZDF ausgestrahlte Fernsehserie Ein Fall für zwei, in der er der erste mit dem Privatdetektiven “Matula”, dargestellt von Claus Theo Gärtner (*1943), zusammenarbeitende Rechtsanwalt war. Für ihn völlig überraschend wurde er zur Mitwirkung an dem Film Torn Curtain (1966, dt. Der zerrissene Vorhang), der unter der Regie von Alfred Hitchcock produziert wurde, aufgefordert. 1976 übernahm er die Rolle des Landgrafen Friedrich II. von Hessen-Kassel in dem 3-teiligen ARD-Fernsehspielfilm Der Winter, der ein Sommer war. In den 1980er und 1990er Jahren ausgestrahlte Serien waren Mit Leib und Seele, Diese Drombuschs und Geschichten aus der Heimat. Besonders eindrucksvoll war seine Darstellung des Dr. Hans Möllbach in der Der Schattenmann (1996) an der Seite von Mario Adorf. Nach einem im Jahre 1996 erlittenen Schlaganfall drehte Strack seinen letzten Film, Dr. med. Mord (1998). Noch am Abend vor seinem Tode war er Gast auf dem Deutschen Filmball in München. In Erinnerung an Strack wurde 2000 der Günter-Strack-Fernsehpreis ins Leben gerufen.

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Münchsteinach (Ldkrs. Neustadt an der Aisch), Stadtfriedhof

Perroy (Kt. Waadt), Friedhof

Bilder: Matthias Bauer (08/2006)
Bild: Matthias Bauer (07/2008)
Bild: Werner Schaffrath
Bilder: Matthias Bauer (05/2007)
Bild: Klaus Ernst (06/1999)

Maria Wimmer

 

Deutscher Schauspielerin; Tochter eines Baurats; besuchte die Schauspielschule in Leipzig und erhielt 1932 ihr erstes Engagement am Stadttheater in Stettin. Von 1934 bis 1937 spielte sie an den Städtischen Bühnen Frankfurt am Main, ab 1937 am Hamburger Schauspielhaus, von 1947 bis 1949 am Residenztheater und von 1949 bis 1957 an den Kammerspielen in München. Danach gastierte sie u.a. am Düsseldorfer Schauspielhaus, an der Volksbühne Berlin, an den Münchner Kammerspielen, am Schauspielhaus Zürich, am Wiener Burgtheater sowie am Schillertheater und am Renaissance-Theater in Berlin. Sie war hauptsächlich in klassischen Rollen wie der des Gretchen, der Maria Stuart, der Medea oder der Lady Macbeth zu sehen, aber der Iphigenie in Goethes Iphigenie auf Tauris 1956 bei den Ruhrfestspielen in Recklinghausen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wirkte sie dann auch in Rollen in Stücken moderner und zeitgenössischer Autoren der Nachkriegszeit, wie Samuel Beckett, Arthur Miller, T. S. Eliot und Peter Hacks. In den 1980er und 1990er Jahren trat sie dann wieder häufiger an den Münchner Kammerspielen auf. 1996 übernahm sie die Rolle der Volumnia in Shakespeares Coriolanus bei den Salzburger Festspielen.

Wimmer wirkte auch in einigen Film- und Fernsehproduktionen mit.

Auszeichnungen u.a.: Orden Pour le mérite für Wissenschaft und Künste (1973).

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München, Bogenhausener Friedhof

Bild: Hajo Rackel (06/2011)

Fritz Otto Emil Odemar

 

Deutscher Theater- und Filmschauspieler; Sohn eines Hofschauspieler; Vater Erik Odes; debütierte 1909 am Theater in Münster, bevor er in Mannheim und Frankfurt am Main sowie an verschiedene Berliner Bühnen, so der Berliner Komödie oder des Deutsche Theater, spielte. Odemar wirkte u.a. in Inszenierung von Gustaf Gründgens und Heinz Hilpert mit. Zunächst in einigen Stummfilmen zu sehen, wirkte Odemar in den 1930er Jahren in über 130 Spielfilmen mit.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges spielte er an der Kleinen Komödie in München. Zuletzt war er als General von der Tann an der Seite von O.W. Fischer in dem Spielfilm Ludwig II. – Glanz und Elend eines Königs unter der Regie von Helmut Käutner zu sehen. Verheiratet war er mit der Schauspielerin Erika Nymgau.

Filme u.a.: 1914, die letzten Tage vor dem Weltbrand (1931), M – Eine Stadt sucht einen Mörder (1931), Der Hauptmann von Köpenick (1931), Grün ist die Heide (1932), Ich heirate meine Frau (1934), Die englische Heirat (1934), Lady Windermeres Fächer (1935), Kitty und die Weltkonferenz (1939), Kleider machen Leute (1940), Carl Peters (1941), Zirkus Renz (1943), Der Millionär (1947), Begierde (1951)

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Bernau am Chiemsee, Kirchfriedhof

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Jean Bonaventure de Vigo Almereyda

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Französischer Filmregisseur; Sohn eines militanten Anarchisten, der im Ersten Weltkrieg der Spionage für die Deutschen bezichtigt wurde und in der Zelle durch Selbsttötung (?) starb. Er wuchs in Waisenhäusern auf, besuchte immer wieder andere Schulen, so daß er auch keine langfristigen Freundschaften knüpfen konnte. 1925 begann er in Paris ein Studium der Philosophie, das er abbrach, und kam durch Claude Autant-Lara und Germaine Dulac schließlich mit dem Medium Film in Berührung. Sein Versuch, in Abel Gance' Meisterwerk Napoléon (1927) mitarbeiten zu können, scheiterte als bei ihm eine Tuberkulose-Erkrankung festgestellt wurde, so daß er gezwungen war, in das mildere südfranzösische Klima zu übersiedeln. In Nizza arbeitete er 1928 zunächst als Kameraassistent, bis er den Kameramann Boris Kaufman kennen und mit ihm gemeinsam sein erstes Filmprojekt realisierte: À propos de Nice (1930), ein witzig-satirischer Dokumentarfilm mit innovativer Bildsprache, in dem die sozialen Ungleichheiten im Nizza der 1920er Jahre untersuchte. 1931 entstand Taris, roi de l'eau (dt. Taris - König des Wassers), ein Kurzfilm über einen Meisterschwimmer. Seine stilistisch experimentellen und gegen jede Autorität rebellierenden Filme waren bahnbrechend für das avantgardistische Filmschaffen, und obwohl sein Werk insgesamt nur etwa 200 Minuten umfaßt, zählt Vigo zu den herausragenden Regisseuren der Filmgeschichte.

Verheiratet war Vigo seit 1926 mit Elisabeth “Lydou“ Lozinska, einer Fabrikantentochter aus Łódź.

Ihm zu Ehren wird seit 1951 der Prix Jean Vigo “an einen französischen Regisseur, der sich durch die Unabhängigkeit seines Geistes und durch die Originalität seines Stils“ auszeichnet, verliehen.

Filme u.a.: Zéro de conduite (1933, Betragen ungenügend), Atalante (1934).

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Bagneux, Cimetière parisien de Bagneux

Helmut Schmid

 Bild: Herbert Greite

Deutscher Theater- und Schauspieler; der Sohn des Schauspielers Paul Schmid - er war später am Landestheater Innsbruck Direktor - wuchs in Neu-Ulm auf, machte sein Abitur am Remscheider Gymnasium und studierte ein Semester Medizin und drei Semester Jura, wobei er nebenbei Schauspielunterricht nahm. Nach seinem Debüt 1945 am Landestheater Innsbruck waren weitere Stationen das Stadttheater Memmingen von 1947 bis 1949 und das Saarländisches Landestheater Saarbrücken von 1949 bis 1952 sowie die Wuppertaler Bühnen, Bühnen der Stadt Kiel und das Württembergische Staatstheater Stuttgart von 1956 bis 1957. Ende der 1950er Jahre unterbrach er seine Bühnentätigkeit für den Film. In den letzten Jahren spielte er Tournee-Theater oder führte Regie. Verheiratet war er seit 1961 mit der aus der Schweiz stammenden Schaupielerin Liselotte Pulver (*1929).

Filme u.a: Der Mann im Strom (1957), Das Totenschiff (1958), Eins, zwei, drei, Das Testament des Dr. Mabuse, Kohlhiesels Töchter (alle 1961).

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Josef Leonhard Schmid gen. Papa Schmid

 

Deutscher Marionettenspieler; Schmid, der eine Ausbildung zum Buchbinder krankheitsbedingt nicht zu Ende führen konnte, verließ seine Heimat und ging nach München, wo er zunächst als Tagelöhner, später bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1887 als Angestellter einer Versicherung arbeitete. Nebenher hatte er sich immer schon durch kleine Darbietungen von Krippen- und anderen -spielen in seiner Wohnung ein Zubrot verdient. So kam ihm die Idee, seine Fähigkeiten als Puppenspieler “nebenberuflich” auszuüben und sie in den Dienst einer pädagogischen Erziehung von Kindern zu stellen; den Vergnügungen der Jahrmärkte stand Schmid in Bezug auf Kinder und Jugendlichen sehr kritisch gegenüber. Er bat um eine entsprechende Lizenz für ein gewerbliches Vorführen, und nachdem ihm 1858 die “Errichtung eines ständigen Marionettentheaters“ gewährt worden war, gründete er das Münchener .Marionettentheaters und war zugleich bis 1911 auch dessen Direktor. Unterstützt wurde Schmid dabei u.a. von Franz von Pocci, der Singspiele, auch mit eigener Musik, und Puppenspiele schuf. Nachdem “Papa” Schmid sich von seiner Tätigkeit zurückgezogen hatte, übernahm 1911 seine Tochter Babette Klinger-Schmid die Direktion des Theaters.

Neues Marionettentheater im Jahre 1900

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Bilder: Peter Müller (01/2015)

München, Alter Südlicher Friedhof

Bild: Josef Aschenbrenner (10/2017)
Bild: Heiko Bockstiegel )1994)
Bild: Heiko Bockstiegel )1994)
Theater / TV / Film / Show LXIV

Omnibus salutem!