Bild: Heinz Blieberger (10/2005)

Albin Skoda

 

Österreichischer Film- und Theaterschauspieler und Synchronsprecher; wirkte seit 1946 am Wiener Burgtheater, deren Ehrenmitglied er bis zu seinem Tode war, in Rollen der klassischen und modernen Weltliteratur. Außerdem war er ein bedeutender Rezitator; nach ihm wurde der von seiner Frau Margarethe zehn Jahre nach seinem Tod gestiftete, ca. alle 10 Jahre verliehene Albin-Skoda-Ring benannt, den ein “besonders hervorragender unter den lebenden Schauspielern des deutschen Sprachgebietes” erhält.

Skoda wirkte auch in einigen wenigen Spielfilmen mit, u.a. 1934 in Liebe, Tod und Teufel und 1955 in der Rolle Hitlers mit Oskar Werner in der Rolle des Hauptmanns Wüst in Georg Wilhelm Pabsts Der letzte Akt, einem Film über die letzten Tage in Berlin am Ende des Zweiten Weltkrieges.

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Guido Wieland

 

Österreichischer (Kammer-) Schauspieler, Regisseur und Operettenbuffo; nach Schauspielunterricht bei Rudolf Beer und Wanderjahren in der Provinz kehrte er in seine Geburtsstadt zurück und war im Theater an der Wien engagiert sowie an den Kammerspielen. Zwischen 1938 und dem Ende des Zweiten Weltkrieges war er ohne Engagements, spielte danach aber am Bürgertheater (1945-1948), am Raimundtheater (1948-1950) und am Theater in der Josefstadt (1951-1990). Einem breiterem Publikum wurde er durch Sendungen im Rundfunk, aber besonders durch das Auftreten in Fernsehserien wie Familie Leitner, Wenn der Vater mit dem Sohne, Ringstraßenpalais, Die liebe Familie bekannt.

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Bilder: Heinz Blieberger (10/2004)

Deutsch-Wagram (Niederösterreich)

Max “Maxi Böhm

 

Österreichischer Kabarettist, Conférencier und Schauspieler; wirkte zunächst an Provinzbühnen, bis er ab 1945 als Kabarettist, Autor und Regisseur an der Kleinkunstbühne Eulenspiegel in Linz und als Conférencier beim Sender "Rot-Weiß-Rot" auftrat; von 1954 bis 1974 agierte er als einer der Hauptdarsteller und als engster Mitarbeiter von Karl Farkas im Wiener Kabarett Simpl; ab 1974 arbeitete er als Schauspieler am Volks- und Raimundtheater sowie am Theater an der Wien und war schließlich ab 1976 Ensemblemitglied des Theaters in der Josefstadt in Wien; Zwischendurch übernahm er immer wieder Aufgaben für den Rundfunk und trat in Fernsehproduktionen in Erscheinung z.B. in Die Bilanz der Saison, und Hallo Hotel Sacher Portier.

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Bert Fortell eigentl. Albert Fortelni

 

 

Österreichischer Schauspieler; Vater des Schauspielers Albert Fortell (*1956); arbeitete nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst als Autohändler, bevor er eine künstlerische Ausbildung am Konservatorium Prayner in Wien erhielt. 1948 debütierte er in Sankt Pölten als Valentin in Goethes Faust. Weitere Bühnenstationen waren die Löwinger-Bühne sowie ein Theater in Klagenfurt. Ab 1952 war er am Wiener Volkstheater engagiert. Ab Anfang der 1950er Jahre spielte er in zahlreichen Kinofilmen mit, zunächst vorwiegend in Heimatfilmen, u.a. unter der Regier von Luis Trenker in Wetterleuchten um Maria als Partner von Marianne Hold. In späteren Jahren spielte er wieder überwiegend am Theater in der Josefstadt in Wien.

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Bild: Heinz Blieberger (10/2005)

Adrienne Gessner eigentl. Adrienne Geiringer

 

Österreichische Schauspielerin; nach ihrer Schauspielausbildung an der Akademie für Musik und Darstellende Kunst in Wien hatte sie 1916 ihr Bühnendebut an den Münchner Kammerspielen in einem Stück von Rabindranath Tagore, gefolgt von Engagements an Theatern in Stuttgart und Wien, ferner Gastspielen bei den Salzburger Festspielen und den Ruhrfestspielen Recklinghausen. Während der Zeit des Dritten Reichs emigrierte sie in die Vereinigten Staaten (ihr Mann war Jude) und arbeitete in New York am Broadway. Nach ihrer Rückkehr nach Europa und Wien war sie Ensemblemitglied des Burgtheaters. Bereits in den 1950er Jahren wirkte sie auch in Spielfilmen mit, u.a. 1953 in Der Feldherrnhügel, sowie in Die Deutschmeister neben Romy Schneider und Hans Moser und an der Seite von Liselotte Pulver und Gunnar Möller in Ich denke oft an Piroschka.

Auszeichnungen u.a.: Max-Reinhardt-Ring.

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Inge Konradi

 

Österreichische Kammer- und Theaterschauspielerin; besuchte das Max-Reinhardt-Seminar in Wien und erhielt ihr erstes Engagement 1942 am Deutschen Volkstheater in Wien. Ihre Filmlaufbahn begann 1947 mit den Spielfilmen Triumph der Liebe und Singende Engel. Nach Engagements am Wiener Volkstheater und am Theater in der Josefstadt wurde sie 1951 an das Burgtheater engagiert (dessen Ehrenmitglied sie 1992 wurde) und spielte dort mit Stars wie Josef Meinrad, mit dem gemeinsam es ihr gelang, den Stücken des Wiener Schriftstellers und Schauspielers Johann Nepomuk Nestroy eine besondere Prägung zu geben. Ab 1988 unterrichtete sie am Max-Reinhardt-Seminar. 1994 wurde ihr der Titel einer Professorin verliehen.

Filme u.a.: Der alte Sünder (1951), Die Venus vom Tivoli (1952), Einen Jux will er sich machen (1957), Der Verschwender (1963), O Palmenbaum (2000).

Auszeichnungen u.a.: Raimund-Ring (1984), Nestroy-Ring (1986).

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Bild: Heinz Blieberger (10/2005)
Bild: Heinz Blieberger (10/2005)

Wien, Zentralfriedhof

Wien, Grinzinger Friedhof

Bilder: Alexander Krischnig (08/2005)

Wien, Zentralfriedhof

Wien, Zentralfriedhof

Wien, Zentralfriedhof

Bild: KN (06/2001)

Marta Eggerth eigentl. Márta Eggert

 

Österreichisch-ungarische Operettensängerin und Filmschauspielerin; Tochter des deutschen Bankdirektors und ehemaligen Sopransängers Paul Eggert und der Sängerin Tilly Herzog (eigentl. Herezegh), die sie früh ermunterte, auch schon vor Publikum zu singen. Erstmals stand sie bereits als 11-Jährige auf der Bühne. 1930, da war sie gerade einmal 18 Jahre alt, holte sie ihr Landsmann, der Komponist Emmerich Kálmán von Ungarn nach Wien. Ihre eigentliche, einzigartige Karriere, die sie zu einem der populärsten Stars ihrer Zeit werden ließ, aber begann in Berlin. Marta Eggerth war als Sängerin auf der Bühne und bald schon im Film eine hinreißende Erscheinung. Franz Léhars, der ihr Lieder und Stücke wie Lustiger Witwe auf dem Leib schrieb, und Kálmáns Csárdásfürstin verliehen ihr Unsterblichkeit. Nachdem sie bereits in ihrer Heimat in einem Film mitgewirkt hatte, begann 1930 ihre Filmkarriere mit dem Spielfilm Bräutigamswitwe auch in Deutschland. Zu Eggerths wichtigsten Filmen zählen Kaiserwalzer (1932) und Leise flehen meine Lieder (1933). Einer ihrer letzten deutschen Filme war Das Hofkonzert (1936), unter der Regie von Detlef Sierck, der sich später in den USA Douglas Sirk nannte, und Zauber der Boheme (1937) von Robert Stolz, in dem auch polnischen Tenor Jan Kiepura, den sie 1934 bei den Dreharbeiten zu dem Film Mein Herz ruft nach Dir kennengelernt hatte und 1936 heiratete, mitwirkte, Nach der “Machtergreifung” der Nationalsozialisten durfte sie - jüdischer Abstammung und Ausländerin - jedoch nur noch mit Sondergenehmigung in Deutschland arbeiten. Nachdem 1938, der “Anschluß” Österreichs an das Deutsche Reich erfolgt war, floh sie mit ihrem Mann in die USA, wo sich beide in Rye, einer im Norden der Millionenmetropole gelegenen Kleinstadt, niederließen. In Hollywood gab man ihr allerdings nur noch Nebenrollen, darunter in zwei Filmen an der Seite von Judy Garland; For Me and My Gal (1942) und Presenting Lily Mars (1943). Erfolgreich war sie jedoch nach wie vor am Broadway in New York City; wo sie mit ihrem Mann 1943 in über 300 Aufführungen auftrat. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges trat das Paar auch wieder in Europa auf. 1952 betrat sie in Wien zum ersten Mal seit dem Krieg wieder die Bühne und hatte in der Operette Der Zarewitsch von Franz Lehár am Raimundtheater viel Erfolg. Und sie drehte in den 1950er Jahren wieder Filme. In Berlin feierten sie 1965, wiederum mit der Musik von Lehár, neue Erfolge. Nach dem Tod ihres Mannes im Jahre 1966 zog sie sich zunächst für einige Zeit zurück, blieb dann aber doch der Bühne und dem Konzertpodium treu, indem sie in den 1970er Jahre wieder in Erscheinung trat. 1992, da war sie bereits 80 Jare alt, debütierte sie in der Revue Servus du von Robert Stolz an der Volksoper Wien, und noch mit 84 Jahren trat sie gemeinsam mit dem Opernkritiker Marcel Prawy, der einst Sekretär ihres Mannes gewesen war, und Michael Heltau (*1933) mit Wiener Liedern und Mozartarien auf; 1999 wirkte sie sogar in eigener Person als Gastdarstellerin in dem Tatort-Krimi Nie wieder Oper mit Harald Krassnitzer als ermittelnder Kommissar mit. Auf ihr Leben rückblickend äußerte sie in einem Interview einmal: “Mein Leben war sehr langweilig. Ich bin nicht auf Partys gegangen. Ich habe nicht getrunken. Ich mußte immer an meine Stimme denken."

Filme u.a.: Der Frauendiplomat /1931), Eine Nacht im Grandhotel (1931), Ein Lied, ein Kuß, ein Mädel (1932), Das Blaue vom Himmel (1932), Die Blume von Hawaii (1932), Ihr größter Erfolg (1934), Die ganze Welt dreht sich um Liebe (1935), Wo die Lerche singt (1936), Das Schloß in Flandern (1936), Immer, wenn ich glücklich bin (1938), Das Land des Lächelns (1952), Frühling in Berlin (1957).

Auszeichnungen u.a.: Filmband in Gold (1979), Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich (2002).

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Warschau, Cmentarz Powazkowski

Hans Teuscher

 

 

Deutscher Schauspieler; Sohn eines Schauspielerehepaars; begann anschließend an die Ausbildung an der Theaterhochschule Leipzig eine Karriere als Theaterschauspieler in Berlin als Ensemblemitglied an der Volksbühne und am Deutschen Theater sowie am Staatsschauspiel Dresden. Daneben gehörte er bald zu den profiliertesten und bekanntesten Fernseh- und Kinoschauspielern der DDR, wo er zwischen 1978 und 1988 an über 30 Produktionen beteiligt war. 1988 siedelte er nach West-Berlin über. Dort folgten bald Engagements an den Staatlichen Schauspielbühnen Berlin, dem Renaissance-Theater und dem Theater des Westen; außerdem gastierte er in Basel, Zürich, Dresden, Essen und Hamburg. Aber auch im Fernsehen wurde er bald bekannt durch seine Gastauftritte in Fernsehserien wie Polizeiruf 110 Hans oder Tatort.

Teuscher, der auch als Synchron- und Hörspielsprecher tätig war, führte von Dezember 2000 bis Dezember 2014 durch die Sendung Abschied ist ein leises Wort des MDR. in der verstorbener Prominenter gedacht wird.

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Bild: Hajo-Rackel (04/2016)
Bild: Dirk Gebauer (04/2016)

Berlin, Friedhof Dorotheenstädt. und Friedrichswerdersche Gemeinden

Georg Graf von Hülsen-Haeseler

1894

 

Deutscher Theaterintendant; Sohn des königlich-preußischen Hoftheaterintendanten Botho von Hülsen und seiner Gattin, der Schriftstellerin Helene von Hülsen, née Gräfin Haeseler. trat 1877 in die preußische Armee ein, diente zuerst im Kaiser Alexander Garde-Grenadier-Regiment Nr. 1, anschließend bei den Gardekürassieren und wurde 1888 persönlicher Adjutant des kunstsinnigen Prinzen Georg von Preußen. 1893 nahm er als Rittmeister seinen Abschied und wurde zum Intendanten des Königlichen Staatstheaters Wiesbaden bestellt, an dem er 1896 unter dem Protektorat Kaiser Wilhelms II. erstmals Internationale Maifestspiele organisierte - mit Unterbrechung durch die beiden Weltkrieges und deren Nachwirkungen findet dieses Ereignis bis heute statt. 1903 trat er die Nachfolge des entlassenen Bolko von Hochberg, Generalintendant aller königlichen Schauspielhäuser in Preußen und 1908 auch für die Provinz Hannover an. Diese Position, die bereits sein Vater innegehabt hatte, bekleidete er bis zur Auflösung des preußischen Hofes nach dem Ende des Ersten Weltkrieges in Jahre 1918.

Georg von Hülsen-Haeseler - enger Vertrauter des Kaisers - gehörte zum Liebenberger Kreis Philipp zu Eulenburgs. Im Zuge der Harden-Eulenburg-Affäre 1907 wurde auch er der Homosexualität ”verdächtigt“

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Berlin, Invalidenfriedhof

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Kurt Hirschfeld

 

 

Deutscher Theaterregisseur und Dramaturg; Sohn eines Kaufmannes und der Tochter eines Rabbiners; veröffentlichte bereits während seiner Zeit auf dem Realgymnasium am Aegidientorplatz in Hannover Gedichte und Essays. Er studierte Philosophie, Soziologie, Germanistik und Kunstgeschichte in Heidelberg, Frankfurt am Main und Göttingen. Ab 1930 arbeitete er als Dramaturg am Hessischen Landestheater Darmstadt. Sein Regiedebüt gab Hirschfeld mit Erich Kästners Leben in dieser Zeit. Nach der “Machtergreifung” durch die Nationalsozialisten 1933 wurde Hirschfeld entlassen und lebte zunächst bei Freunden in Berlin, bis er ein Angebot des Direktors der Pfauenbühne in Zürich Ferdinand Rieser erhielt, in die Schweiz emigrierte und aus dem Provinztheater nach anfänglichen Schwierigkeiten innerhalb kürzester Zeit. eines der bedeutendsten deutschsprachigen Theater machte. Aber bereits 1994 wurde er nach Differenzen mit Rieser entlassen. Ab 1935 arbeitete er als Lektor in einem Verlag, danach ging er als Korrespondent nach Moskau, wo er eine Anstekkung als Regieassistent fand, die er jedoch aufgab, als sein Kollege von den Kommunisten verhaftet und erschossen wurde. Er ging zurück in die Schweiz, wo er an der Rettung des Schauspielhauses Zürich beteiligt war und dort unter Oskar Wälterlin als Dramaturg und ab 1946 als Vizedirektor tätig war. 1961 wurde Hirschfeld nach Wälterlins Tod Direktor des Zürcher Schauspielhauses. 1962 inszenierte er Dürrenmatts Die Physiker am dortigen Ballhof.

Hirschfeld inszenierte unter anderem Bert Brechts Herr Puntila und sein Knecht Matti (Uraufführung 1948), dessen Im Dickicht der Städte (1960), O’Neills Der Eismann kommt (1950), Sophokles’ König Ödipus (1954), Lessings Emilia Galotti (1959), dessen Nathan der Weise (1964), T. S. Eliots Ein verdienter Staatsmann (1960), Max Frischs Andorra (Uraufführung 1961) und Frank Wedekinds Lulu (1962).1962 inszenierte er Dürrenmatts Die Physiker am Ballhof in Hannover.

Auszeichnungen u.a.: Großer Niedersächsischer Kulturpreis (1962).

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Bilder: Matthias Bauer (11/2007)

Zürich, Israelitischer Friedhof

Mild: Josef Aschenbrenner 09/2012)

Hinweis: Es ist unklar, ob Marta Eggerth tatsächlich hier beigesetzt wurde oder auf dem Greenwood Union Cemetery in Rye (Westchester county), New York, wo sich ein Grabstein mit ihrem Namen befindet.

Theater / TV / Film / Show LXX

Omnibus salutem!