Harry Meyen eigentl. Harald Haubenstock

 

Deutscher Regisseur und Schauspieler; der Sohn eines jüdischen Kaufmann spielte Boulevardstücke bevor er seinen erste Auftritt im Thalia Theater in Hamburg hatte. Ab Ende der 1940er Jahre wirkte er auch in Filmen mit; 1952 spielte er an der Seite von Hildegard Knef den Grafen Geroldingen in Arthur Maria Rabenalts Alraune. Den Höhepunkt seiner Schauspielerkarriere erlebte er in den 1960er Jahren mit Produktionen wie Das Kunstseidene Mädchen (1960), Liebling der Götter (1960) oder Frauenarzt Dr. Sibelius (1962). Neben einigen Fernsehfilmen wie z.B. 1970 Endspurt mit Heinz Rühmann, wirkte er Anfang der 1970er Jahre in einigen Folgen von Kriminalserien im Fernsehen mit (Derrick, Der Alte). Einer seiner letzten Auftritte erfolgte 1975 in Wolfgang Staudtes Schließfach 763 mit Horst Frank. Nach seiner Scheidung von der Kollegin Anneliese Römer war Meyen von 1966 bis 1975 mit der Schauspielerin Romy Schneider verheiratet; deren gemeinsamer Sohn David kam 1981 auf tragische Weise im Alter von nur 14 Jahren ums Leben. Meyen selber schied durch Freitod aus dem Leben. Er litt nach Mißerfolgen u.a. mit Opern-Inszenierungen Richard Wagners Tannhäuser und Gioacchino Rossinis Der Barbier von Sevilla, und den privaten Rückschlägen unter Depressionen.

Filme u.a.: Wir tanzen auf dem Regenbogen (1952), Der Treue Husar (1954), Des Teufels General (1955), Nacht der Entscheidung (1956), Skandal in Ischl (1957), Der Eiserne Gustav (1958), Eine Frau fürs ganze Leben (1960), Die Gruft mit dem Rätselschloß (1964).

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Bild: Holger Redieske

Hamburg, Friedhof Ohlsdorf

Bild: Holger Redieske

Camilla Spira

 

Deutsche Schauspielerin; bereits im Alter von 13 Jahren besuchte sie die Max-Reinhardt-Schauspielschule in Berlin, erhielt 1922 ihr erstes Engagement am Wallner-Theater und erreichte 1930 mit Im weißen Rössl den Durchbruch. Bis zur “Machtergreifung” der Nazis im Januar 1933 spielte sie an verschiedenen Bühnen in Berlin und Wien und drehte ab 1924 erste Filme, wurde dann jedoch als “Halbjüdin” mit Berufsverbot belegt. Zusammen mit ihrem Mann Hermann Eisner und ihren Kindern emigrierte sie nach Amsterdam, wurde jedoch bis zu einem Freikauf durch Freunde in einem Lager interniert. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges kehrte sie nach Berlin zurück, wo sie am Theater am Schiffbauerdamm spielte. Für ihre schauspielerische Leistung in der DEFA-Produktion Die Buntkarierten (1949) erhielt sie den ersten Nationalpreis der DDR. In den folgenden Jahren war sie eine vielbeschäftigte Filmschauspielerin und trat auch in Fernsehproduktionen in Erscheinung.

Filme u.a.: Mutter und Sohn (1924), Brennende Grenze, Der Stolz der Kompanie/Die Perle des Regiments, Wir sind vom k.u.k. Infanterie-Regiment (alle 1926), Das Testament des Dr. Mabuse, Sprung in den Abgrund (beide 1933), der fröhliche Weinberg, Pension Schöller (beide 1952), Emil und die Detektive, Des Teufels General (beide 1954), Der letzte Mann (1955), Der tolle Bomberg (1957), Rosen für den Staatsanwalt (1959), Das Mädchen und der Staatsanwalt, Affäre Blum (beide 1962), Picadilly Null Uhr zwölf (1963).

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Berlin-Dahlem, Städtischer Waldfriedhof

Bild: Holger Redieske

Hans Brausewetter

1928

Deutscher Film- und Theaterschauspieler; jüngerer Bruder der Schauspielerin Renate Brausewetter. In Spanien aufgewachsen, kam er erst 1914 nach Deutschland; nach Schauspielunterricht bei dem Regisseur des Lessing-Theaters, Hubert Heinrich, hatte er sein Theaterdebüt 1920 am Deutschen Volkstheater in Wien, danach wirkte er von 1922 bis 1928 und erneut von 1937 bis zu seinem Tode am Deutschen Theater Berlin. Sein Filmdebüt hatte er 1922 gegeben und wirkte danach u.a. 1923 in Der Schatz und Ein Glas Wasser sowie 1926 in Faust und 1928 in Die Rothausgasse mit. 1939 spielte er in Paradies der Junggesellen neben Josef Sieber und Heinz Rühmann, der darin das Lied Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern sang. Insgesamt spielte er in mehr als 100 Filmen mit. Während des Dritten Reiches wurde er wegen kritischer Äußerungen inhaftiert, kam jedoch auf Intervention von Käthe Haack nach kurzer Zeit wieder auf freien Fuß. Brausewetter wurde bei einem Bombenangriff durch eine Granate schwer verletzt und erlag seinen Verletzungen.

Filme u.a.: Das Flötenkonzert von Sanssouci (1930), Yorck (1931), Abel mit der Mundharmonika (1933), Die vier Musketiere (1934), Traumulus (1935), Kleiner Mann - ganz groß (1938), Eine Frau wie Du (1939), Paradies der Junggesellen (1939), Münchhausen (1943), Die tolle Susanne (1945).

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Berlin-Charlottenburg-Wilmersdorf, Luisenfriedhof II

Hans Putz

 

Österreichischer Schauspieler; nach Absolvierung der Schauspielschule erhielt er unmittelbar ein Engagement am Theater in der Josefstadt und spielte an Bühnen in Köln, am Bayerisches Staatsschauspiel in München und dem Renaissance Theater in Berlin. Nicht nur bei den Salzburger Festspielen spielte er mit großem Erfolg in vielen Nestroy-Stücken, ebenso begeisterte er beispielsweise 1961 in Nestroys Höllenangst am Wiener Theater in der Josefstadt oder in Der böse Geist Lumpazivagabundus und Der Zerrissene. Ab den 1960er Jahren trat er vermehrt in Fernsehproduktionen in Erscheinung, so spielte er z.B. unter Wolfgang Staudtes Regie neben Josef Meinrad und Ida Krottendorf, der Mutter Barbara Wussows, 1962 in der Adaption des Romans von Joseph Roth Die Rebellion.

Fernseh- und Filmproduktionen u.a.: Hava, der Igel (1966), Johannisnacht (1966), Zwischenspiel oder Die neue Ehe (1971), Novellen aus dem wilden Westen (1972), Die Melchiors (1972), PS – Geschichten ums Auto, Moselbrück, Fest im Sattel.

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Bild: Holger Redieske

Friedrich Schütter

Deutscher Schauspieler, Theaterintendant und Autor; gründete 1951 in Hamburg das “Junge Theater”, das er als Hommage an Ernst Deutsch 1973 in “Ernst-Deutsch-Theater” umbenannte. Erstmals trat er ab Mitte der 1950er Jahre auch in Filmen z.B. in Unternehmen Schlafsack (1955) oder 1957 in dem Kriegsfilm Haie und kleine Fische in Erscheinung. Er wirkte aber auch in populären Fernsehserien mit: Gestatten, mein Name ist Cox (1961) oder zwischen 1986 und 1987 in der erfolgreichen Familienserie Die Wicherts von nebenan. Als Synchronsprecher lieh er seine Stimme u.a. Ben Cartwright alias Lorne Greene in der US-amerikanischen Fernsehserie Bonanza oder dem Kinofilm Kampfstern Galactica.

mit Dr.Claus Harmsen

 

Filme u.a.: Dr. Crippen lebt; Hunde, wollt ihr ewig leben? (beide 1958), Das Wunder des Malachias (1961), Der Fall Harry Domela (1965), Wenn es Nacht wird auf der Reeperbahn (1967), Der Tod im roten Jaguar (1968), Der Arzt von St. Pauli (1968), Auf der Reeperbahn nachts um halb eins (1969), Das Gesetz des Clans (1977).

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Hamburg, Bergedorf, Friedhof

Bilder: Matthias Bauer (08/2007)

Hamburg, Friedhof Ohlsdorf

Carl Carl eigentl. Karl Andreas von Bernbrunn

 

Österreichischer Schauspieler und Theaterprinzipal; Sohn eines aus Deutschland stammenden Kaufmanns und einer Österreicherin, deren Vater, ein Hoflieferant, in den in den erblichen Freiherrnstand erhoben worden war. Obwohl der Adelsstand auch durch die Heirat nicht auf Carl überging, führte er ihn sein Leben lang. Nach der Schulausbildung war er in Wien Kadett und studierte an der K.u.K. Technische Ingenieur-Akademie. Während der napoleonischen Krieges nahm er 1809 an der Schlacht von Abensberg teil und geriet in französische Gefangenschaft, aus der er gegen das Ehrenwort “nie mehr wider Frankreich zu fechten” entlassen wurde. Nach seinem Abschied aus der Armee ließ er sich in Wien nieder und hatte die Absicht, Schauspieler am Josephstädter Theater zu werden - allerdings scheiterte dieser Plan, da es Offizieren nicht erlaubt war, diesen Beruf auszuüben. In München jedoch debütierte er am Herzoggarten-Theater und wurde dort vom Prinzipal des Isartortheaters, Baron de la Motte, engagiert, reüssiert als jugendlicher Held und wurde innerhalb kürzester Zeit zum Geschäftsführer des Theaters bestimmt. Während dieser Zeit lernte er die Schauspielerin Margarethe Lang kennen, die er 1824 heiratete; sie war die Tochter des bayerischen Hofmusikers Martin Lang und der Hofschauspielerin Marianne Boudet. Im Herbst 1826 ging er mit seinem gesamten Ensemble nach Wien, wo er im Folgejahr das Theater an der Wien, welches er bis 1845 leitete, mietete. Außerdem erwarb er 1838 das Leopoldstädter Theater; er ließ es gründlich renovieren und umbauen und eröffnete es 1847 unter dem Namen Carltheater, das bis 1945 bestehen wird. Carl gilt als wichtiger Vertreter des Alt-Wiener Volkstheaters; er knüpfte an die Wiener Theatertradition an. In seinem Theater traten u.a. Johann Nepomuk Nestroy auf. Als Schauspieler entwickelte Carl die Wiener Hanswurstfigur des “Staberl”

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Bilder: Heiko Bockstiegel (06/1989)

Bad Ischl, Friedhof

Marie Geistinger

                

 

Österreichische Schauspielerin und Sängerin; Tochter eines russischen Hofschauspielerpaares; schon während ihrer sorgfältigen musikalische Ausbildung, der sie in Wien teilhaftig wurde, trat sie 1844, im Alter von elf Jahren, in verschiedenen Kinderrollen in ihrer Geburtsstadt auf und debütierte 1850 im Max-Schwaiger-Theater in München. 1852 spielte sie am Theater in der Josefstadt in Wien. 1894 war sie als Sängerin und Charakterdarstellerin an das Friedrich-Wilhelmstädter Theater in Berlin engagiert, gefolgt von Engagements in Hamburg und Riga. 1865 kehrte sie nach Wien zurück, wo sie am Theater an der Wien spielte und dort in Jacques Offenbachs Die Schöne Helena als Helena debütierte. Ab 1869 leitete Marie Geistinger, als “Königin der Operette” apostrophiert, mit großem Erfolg gemeinsam mit Maximilian Steiner das Theater. Als sich wirtschaftliche Mißerfolge einstellten, verließ sie 1875 das Theater und unternahm ausgedehnte Gastspielreisen, u.a. tourte sie Zwischen 1881 und 1884 siebenmal durch die Vereinigten Staaten. 1888 hatte sie ihren letzten Auftritt in Ödenburg. Sie zog sich nach Klagenfurt zurück, wo sie umgeben von zahllosen Kunstgegenständen in ihrem Haus lebte - sehr wohlhabend, aber fast der Vergessenheit anheimgefallen.

Die allseits als Operettensängerin anerkannte Geistinger wirkte hauptsächlich in Operetten von Offenbach und Johann Strauß (Sohn) mit, begeisterte das Wiener Punlikum aber auch in Operetten von Karl Millöcker und Franz von Suppé. 1874 sang sie die Rosalinde in Stauß’ Operette Die Fledermaus. Sie trat aber auch als Heroine in Erscheinung, so am Wiener Stadttheater und in Leipzig. Sie spielte die Rolle der Maria Stuart, der Elisabeth, der Medea, der Iphigenie und der Sappho.

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Wien, Zentralfriedhof

04/2006

Dame Margaret Rutherford

 

Englische Schauspielerin; entstammte einer wohlhabenden Familie; ihr Vater - wegen psychischer Störungen in einer Anstalt untergebracht - erschlug 1883 während eines Freigang seinen Vater mit einem Nachttopf, und versuchte sich dann selbst das Leben zu nehmen. Er wurde verurteilt und in einem Asyl für “kriminelle Geisteskranke“ untergebracht. Nachdem er seine Strafe abgesessen hatte und als geheilt galt, kehrte er zu seiner ersten Frau zurück. Nach der Scheidung von dieser heiratete er die Mutter Margarets, Florence, née Nicholson (sie nahm sich später während einer zweiten Schwangerschaft das Leben). Nach der Geburt Margarets ”flohen” ihre Eltern mit ihr nach Indien. Als sie drei Jahre alt war, wurde sie nach England zurückgeschickt und bei ihrer Tante Bessie in Wimbledon untergebracht, wo sie zunächst die Wimbledon High School, eine private Schule für Mädchen, besuchte; im Alter von dreizehn Jahre wechselte sie auf die Ravenscroft Girls School in Upper Warlingham. Nach dem Ende der Schulzeit verdiente sie den Lebensunterhalt für sich und ihre Tante als Sprech- und Klavierlehrerin, nahm später dann privaten Schauspielunterricht an der Old Vic School in London und debütierte 1925 am Londoner Old Vic Theatre. Aber erst nach dem Tode ihrer Tante - Margaret war schon 33 Jahre alt - begann sie, sich ernsthaft mit der Schauspielerei zu beschäftigen. Und neben ihrer Theaterarbeit begann sie ab Mitte der 1930er Jahre auch eine erfolgreiche Filmkarriere; im Laufe ihrer Karriere trat in über 50 Film- und Fernsehproduktionen in Erscheinung. Bekannt - auch über Großbritannien - hinaus, wurde sie jedoch erst in den frühen 1960er Jahren durch die Darstellung der eigenwilligen Amateurdetektivin Miss Jane Marple in vier Filmen, die der Regisseur George Pollock realisierte: Murder She Said (dt., 16 Uhr 50 ab Paddington, Murder at the Gallop (dt. Der Wachsblumenstrauß), Murder Most Foul (dt. Vier Frauen und ein Mord), Murder Ahoy (dt. Mörder ahoi).

1945 heiratete die inzwischen 53jährige Schauspielerin - nicht in einem weißen, sondern, wie sie fand, angemessen in crèmefarbenen Kleid - den vier Jahre jüngeren Charakterschauspieler Stringer Davis, den sie bereits im Alter von 38 Jahren in einem Theater in Oxford kennengelernt hatte. Auf ihren ausdrücklichen Wunsch hin spielte er in vielen Produktion an ihrer Seite. Immer wieder, und mit fortschreitendem Alter heftiger, litt sie unter Depressionsschüben und erkrankte schließlich an der Alzheimer-Krankheit. Margaret Rutherford, die zu den bestbezahlten weiblichen Schauspielerinnen ihrer Zeit im Königreich Großbritannien zählte. starb wenige Tage nach ihrem 80. Geburtstag an den Folgen einer Lungenentzündung.

Filme u.a.: Blithe Spirit (1945. dt Geisterkomödie), Passport to Pimlico (1949, dt. Blockade in London), (The Importance of Being Earnest (1952, dt. Ernst sein ist alles), The Mouse on the Moon (1963, dt. Auch die Kleinen wollen nach oben), The VIPs (1963, dt. Hotel International), A Countess from Hong Kong (1967, dt. Die Gräfin von Hongkong).

Auszeichnungen u.a.: Officer of the British Empire (1961), Oscar und Golden Globe Award für ihre ebenrolle in Hotel International (1963), Dame Commander of the British Empire (1967).

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Bilder: Klaus Paap (04/2013)

Gerrards Cross (Buckinghamshire), Churchyard of Saint James

Gerrards Cross (Buckinghamshire), Saint James’ Churchyard

James Buckley Stringer Davis

 

Englischer Schauspieler; war in zahlreichen Nebenrollen in Filmen und Fernsehserien in Großbritannien zu sehen und spielte dort überwiegend ältere, mit einem sanfte Charakter ausgestattete Engländer. Nach der Heirat mit der bereits 53 Jahre alten Margaret Rutherford im Jahre 1945 - er hatte sie bereits 1930 in Oxford kennengelernt -, bestand diese gegenüber den Produzenten darauf, daß ihr Mann in diversen Verfilmungen der Miss-Marple-Romane von Agatha Christie mitspielen sollte. Da es in Christies literarischen Vorlagen diese Person gar nicht gab, wurde das Drehbuch um eine neue Rolle erweitert: Miss Marple bekam einen Vertrauten an ihre Seite, den ein wenig tollpatschigen, aber stets zur rechten Zeit präsenten und zuverlässigen Mr Stringer. Privat kümmerte er sich fürsorglich um sie, erlernte gar die Kunst des Stenographieren, um in ihrem Auftrag und mit ihren Worten die Post ihrer zahlreichen Bewunderer zu beantworten. Ansonsten war die Ehe wohl eine sog. Josephsehe; Stinger Davis galt als homosexuell veranlagt. Die Ehe endete mit dem Tod von Margaret Rutherford.

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Bilder: Klaus Paap (04/2013)
Theater / TV / Film / Show LXXII

Omnibus salutem!