Bilder: Matthias Bauer (2005)

Albert Peter Adam Florath

 

Deutscher Schauspieler; erwarb, bevor er Schauspielunterricht nahm, erste Bühnenerfahrungen in einer Laienspielgruppe. Freiwilliger im Ersten Weltkrieg, diente er im Königlich Bayerischen Infanterie-Leibregiment. Nach Ende des Krieges war er kurzzeitig Abgeordneter der SPD in der Bayerischen Nationalversammlung. 1920 ging er nach Berlin und wirkte als Schauspieler, Regisseur und Dramaturg am dortigen Staatstheater. Bereits zu Stummfilmzeiten trat er in Filmen in Erscheinung (Danton, 1921), sein Durchbruch kam jedoch erst in den 1930er Jahren mit dem Tonfilm. Hier wirkte er in zahllosen Produktionen, auch Propagandafilmen, mit; Florath, der 1938 zum Staatsschauspieler ernannt worden war, drehte auch nach dem Ende der Nazi-Herrschaft in Westdeutschland Filme, darunter in dem nach Wolfgang Borcherts Drama Draußen vor der Tür entstandenen Film Liebe 47 (1949), aber auch im Genre des Heimatfilms. angesiedelte Kinofilme.

Filme u.a.: Berlin-Alexanderplatz; Der Hauptmann von Köpenick (beide 1931), Kirschen in Nachbars Garten (1935), Capriolen (1937), Fünf Millionen suchen einen Erben (1938) Die Rothschilds; Jud Süß (alle 1940), Friedrich Schiller (1940), Ich klage an (1941), Immensee; Die Feuerzangenbowle (beide 1943), Junge Adler (1944), Das Haus in Monevideo (1951), Keine Angst vor großen Tieren (1953), Tierarzt Dr. Vlimmen (1956).

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Gschwend (Baden-Würtemberg), Friedhof Schlechtbach

Bad Oldesloe, Friedhof

Raimund Harmstorf

Bild: Udo Grimberg

Deutscher Schauspieler; der Sohn eines Arztes studierte zunächst Medizin, später Musik und darstellende Kunst. Nach ersten Bühnenengagements in Hamburg und Berlin folgten Tourneen. Identifiziert bis heute wird Harmsdorf hauptsächlich mit seiner Rolle als Wolf Larsen in dem vom ZDF produzierten Vierteiler Der Seewolf (1971), der nach dem gleichnamigen Roman von Jack London gedreht wurde; in Erinnerung geblieben ist v.a. auch die Szene des Films, in der er eine rohe, tatsächlich aber vorgekochte Kartoffel mit einer Hand zerquetschte. Neben seiner Arbeit für das Fernsehen war Harmstorf in zahlreichen, auch internationalen Kinofilmen zu sehen. In den 1970er Jahre trat er auch mehrmals bei den Karl-May-Festspielen in Bad Segeberg in Erscheinung. Harmstorfs privates Leben war weniger vom Glück begünstigt: Er erlitt mehrere schwere Unfälle, sein unter dem Namen “Zum Seewolf“ in Deidesheim betriebenes Fischrestaurant ging pleite, und er litt in seinen letzten Lebensjahren an der Parkinsonschen Krankheit. Harmstorf nahm er sich das Leben, indem er sich auf seinem in Marktoberdorf gelegenen Bauernhof erhängte.

Film- und Fernsehproduktionen u.a.: Blutiger Freitag (1972), Wolfsblut (1973), Michael Strogoff (1976), Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand (1978), Sie nannten ihn Mücke (1978), Café Europa (1990).

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Bilder: Matthias Bauer (2004)

Bad Friedrichshall, Friedhof Oedheim

Franz Alfons Mosthav

 

Deutscher Schauspieler; war von 1949 bis 1964 Intendant der Badischen Landesbühne, wirkte in zahlreichen Kinofilmen und Fernsehproduktionen mit, u.a. in dem von der ARD produzierten TV-Dreiteiler Die Gentlemen bitten zur Kasse (1966) sowie in den Fernseh-Kriminalserien Tatort, Derrick, Kriminalmuseum.

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Baden Baden, Hauptfriedhof

Albrecht Schönhals

     Bild

Deutscher Schauspieler; wuchs in Freiburg auf, studierte Medizin und promovierte, bevor er 1920, nachdem er bei Eduard von Winterstein Schauspielunterricht genommen hatte, zum ersten Mal in Freiburg auf der Bühne stand. Engagements in Halberstadt, Freiburg, Baden-Baden, Frankfurt am Main und Dortmund folgten. Ab 1928 trat er an den Kammerspielen in Hamburg auf, bis ihn 1934 dort der Besetzungschef der UFA für die Leinwand entdeckte. Nach seinem ersten Film im Jahre 1934 (Fürst Woronzeff), folgte zahlreiche weitere erfolgreiche Filme wie z.B. Einer zuviel an Bord (1935) oder 1939 Die Frau ohne Vergangenheit. Seine Weigerung in dem Hetz- und PropagandafilmJud Süß mitzuwirken, behinderte seine weitere Filmkarriere im Dritten Reich; Schönhals arbeitete wieder mehr auf der Bühne. Nach dem Krieg konnte er wieder an die früheren Erfolge anknüpfen: er wirkte wieder in zahlreichen Filmen mit. Letztmalig stand er für Luchino Viscontis Film La caduta degli Dei (1969, dt. Die Verdammten) vor der Kamera.

Filme u.a.: April, April; Mazurka (beide 1935), Boccaccio (1936), Die Kreutzersonate; Tango Notturno (beide 1937), Roman eines Arztes (1939), Angelika (1940), Vom Schicksal verweht (1942), Illusion in Moll (1952), Bildnis einer Unbekannten (1954), Minna von Barnhelm (1957), Affäre Dreyfus (1959), Bezaubernde Julia (1960), Scottland Yard jagt Dr. Mabuse (1963).

Autobiographie: Immer zu zweit (1970).

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Fritz Umgelter

Bild: Ingrid Umgelter cc_somerightsreserved

 

Deutscher Film und Fernsehregisseur; zunächst Regisseur und Schauspieler am Staatstheater Wiesbaden, dann Bühnenbildner in Tübingen. 1953 wurde er Regisseur und Programmgestalter beim Hessischen Rundfunk (HR), bevor er ab 1956 als freier Regisseur arbeitete. Beim HR drehte er eine Reihe von Fernsehspielen z.B. 1966 den Krimi Nur einer wird leben. Er drehte u.a. mehrere Spielfilme im Geschmack der 1950er Jahre, darunter 1958 Wenn die Conny mit dem Peter. Für das Fernsehen entstand unter seiner Regie der Mehrteiler Soweit die Füße tragen (1959), nach dem Roman von Josef Martin Bauer, mit Heinz Weiss in der Rolle des Oberleutnants Clemens Forell und Wolfgang Büttner als Dr. Heinz Stauffer; 1976 entstand unter seiner Regie der 3-teilige, von der ARD produzierte Fernsehspielfilm Der Winter, der ein Sommer war, mit Günter Strack in der Hauptrolle des Landgrafen Friedrich II. von Hessen-Kassel, der seine Soldaten an Georg III. von Großbritannien für dessen Kampf in Nordamerika vermietete. Umgelter führte auch Regie bei für das Fernsehen produzierten Theaterstücken der deutschen Klassiker.

Umgelter war Mitglied der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste

Filme und Fernsehspiele u.a.: Letzte Patrouille; Zehn Jahre und drei Tage (beide 1956), Die Physiker (1964), Eine Handvoll Helden (1967), Fräulein Julie (1968), Die unfreiwilligen Reisen des Moritz August Benjowski (1975), Dr. Knock oder Der Triumph der Medizin (1979), Die rote Zora und ihre Bande (13-teilige Fernsehserie, 1979).

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Alfred Weidenmann

 

Deutscher Film- und Fernsehregisseur und -produzent; der Sohn eines Fabrikanten studierte nach Abschluß der Realschule an einer Kunsthochschule. 1936 gewann er den ersten Preis des Deutschen Amateurfilmverbandes und drehte für die UFA zunächst Propagandafilme wie 1944 Junge Adler. Nach der Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft schuf er Anfang der 1950er Jahre eine Reihe von Kulturfilmen. Für Weg in die Freiheit erhielt er 1953 den Bundeskulturfilmpreis. In den folgenden Jahren entstanden Filme wie Canaris (1954) und Alibi (1955). Nach seiner letzten Kinofilmarbeit Der Schimmelreiter (1978) produzierte er viele Folgen der Fernsehserien Derrick, Der Kommissar, die von Herbert Reinecker konzipiert wurden und zu denen er die Drehbücher verfaßt hatte, sowie Der Alte.

Filme u.a.: Kitty und die große Welt (1956), Der Stern von Afrika (1957), Scampolo (1958), Die Buddenbrooks (1959), Ich bin auch nur eine Frau (1962), Ich suche einen Mann (1966).

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Bilder: Matthias Bauer (2005)

Stuttgart-Degerloch, Waldfriedhof

Bilder: Matthias Bauer (06/2006)
Bilder: Matthias Bauer (08/2006)

Stuttgart-Degerloch, Waldfriedhof

Otto Ludwig Preminger

 

US-amerikanischer Filmregisseur; -produzent und Schauspieler österreichischer Herkunft; Sohn eines Generalanwalts des österreich-ungarischen Kaiserreichs; studierte an der Universität Wien Rechtswissenschaften und schloß das Studium 1928 mit der Promotion ab. Neben seinem Studium widmete er sich der Schauspielerei; er trat in kleinen Rollen bei Max Reinhardt am Theater in der Josefstadt auf, war dann dessen Assistent und übernahm vorübergehend die Leitung des Theater. 1931 drehte er seinen ersten Film, Die große Liebe. Wegen des aufkommenden Nationalsozialismus emigrierte Preminger 1935 in die Vereinigten Staaten, inszenierte am Broadway in New York das Stück Libel, das er zuvor in Wien schon mit Erfolg aufgeführt hatte. Später nahm die Filmproduktionsgesellschaft Twentieth Century Fox ihn unter Vertrag. Für diese drehte er drei sog. B-Pictures, verließ das Unternehmen nach einem Streit mit dem Produktionsleiter Darryl Zanuck und kehrte an den Broadway zurück. Anfang der 1940er Jahre arbeitete er als Schauspieler, trat mit seinem Dialekt in Filmen Nazis auf. 1943 nahm er seine Arbeit als Regisseur wieder auf und konnte 1944 mit dem FilmLaura, der ihm eine Oscar-Nominierung einbrachte, seinen Durchbruch feiern. Mit Fallen Angel (1945, dt. Mord in der Hochzeitsnacht), Where The Sidewalk Ends (1950, dt. Faustrecht der Großstadt) oder dem Noir-Filmklassiker Angel Face (1952, dt. Engelsgesicht) folgten weitere erfolgreiche Filme. 1953 gründete Preminger seine eigene Produktionsfirma und realisierte Filme, die wegen ihrer vom gewohnten Standard abweichenden Art zu Konflikten mit der Zensur führten, so z.B. The Moon Is Blue (1953. dt. Wolken sind überall), bei dem nach Auffassung der puritanischen Zensurbehörde die Dialoge zu freizügig seien. Auch das Drogendrama The Man with the Golden Arm (1955, dt. Der Mann mit dem goldenen Arm) mit Frank Sinatra und Kim Novak (*1933) in den Hauptrollen, wurde wegen seiner drastischen Darstellung des Drogenkonsums und dessen Auswirkungen kritisiert. Große, auch internationale Erfolge gelangen ihm mit dem 1954 entstandenen Western River of No Return (dt. Fluß ohne Wiederkehr) mit Marilyn Monroe und Robert Mitchum, dem Musical Porgy und Bess (1959) und dem Gerichtsfilm Anatomy of a Murder (1959, dt. Anatomie eines Morde). Das Interesse an seinen Filmen ließ aber ab Mitte der 1960 Jahre nach. 1979 zog Otto Preminger sich in das Privatleben zurück.

Filme u.a.: Exodus (1960), Sturm über Washington (1961), Der Kardinal (1963), Morgen ist ein neuer Tag (1966), Unternehmen Rosebud (1974), Der menschliche Faktor (1979).

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New York, Bronx, Woodlawn Cemetery

Bild: Anthony22 at en.wikipedia (02/2009)
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Tom Mix eigentl.Thomas Hezikiah Mix

1925

US-amerikanischer Filmschauspieler, -regisseur und -produzent; der aus einer ärmlichen Familie stammende Mix trat während des Spanisch-Amerikanischen Krieges im April 1898 in die US-Army ein, allerdings kam seine Einheit nicht zum Einsatz. Als er sich von seinem Heiratsurlaub - er heiratete im Juli 1902 Grace I. Allin - nicht bis zum November zurückgemeldet hatte, wurde er als AWOL "absent without leave" (ohne Urlaub abwesend) eingestuft, allerdings niemals deswegen verfolgt. Nachdem er 1909 die nationalen Reit- und Rodeomeisterschaften gewonnen hatte, arbeitete er als Stuntman und war Berater in Western-Produktionen der Selig Polyscope Company. Bis 1917 wirkte er dort in zahlreichen Filmen mit, führte aber auch häufig Regie oder trat als Autor und Produzent auf. 1917 wechselte Mix zur größeren Fox Film. Dort wurde er rasch als Cowboydarsteller bekannt, v.a. auch mit seinem Pferd namens “Tony the Wonderhorse“. Seine Filme, insbesondere diejenigen der 1920er Jahre, stellen eine Mischung aus Drama und Wild-West-Romantik dar. Mit Beginn der Ära des Tonfilms wechselte er zu Universal, drehte noch neun Tonfilme und zog sich dann 1935 aus dem Filmgeschäft zurück, ging jedoch mit einem eigenen Zirkus auf Tourneen, die ihn durch die Vereinigten Staaten führten, aber auch nach Europa, wo er u.a. auch Berlin besuchte. Durch Tom Mix, der an mehr als 300 Filmproduktionen mitwirkte, und die Filme von William S. Hart erfuhr das Genre des Western eine Aufwertung. In der Nachkriegsgeneration Deutschlands war die Person des Tom Mix allerdings nicht so sehr durch seine Filme bekannt, als vielmehr durch eine Comic-Serie, die Anfang der 1950er Jahre in der Bundesrepublik auf den Markt kam.

Tom Mix, der dreimal verheiratet war, kam bei einem Verkehrsunfall ums Leben. als sein Auto, ein 1937er Cord 812 Phaeton, sich überschlug und Mix von einem schweren mitgeführten Metallkoffer am Kopf getroffen und tödlich verletzt wurde.

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Glendale, Forest Lawn Memorial Park Cemetery,

Theater / TV / Film / Show LXXIV

Omnibus salutem!