Gisela Schlüter

 

Deutsche Schauspielerin und Kabarettistin; die Tochter eines Berufsoffiziers nahm Schauspielunterricht bei Erich Ponto. In Berlin trat sie erstmals mit Günther Lüders in Vorsicht Brigitte auf. Wegen ihrer schnellen Sprechweise erwarb sie sich den Ruf, die “Quasselstrippe der Nation” zu sein. Im Nachkriegsdeutschland schrieb ihr langjähriger Lebensgefährte Hans Hubberten für sie 35 Folgen Zwischenmahlzeit, die der NDR ausstrahlte. Diese kabarettistischen Sendungen begründeten ihren Bekanntheitsgrad als “Ulknudel”.

Filme u.a.: Wir tanzen um die Welt (1939), Der Tiger von Eschnapur (1938), Eine Nacht im Mai (1938), Das indische Grabmal (1939), Sechs Tage Heimaturlaub (1941), Unsere Tante ist das Letzte (1973).

Auszeichnungen u.a.: Goldene Kamera (1976).

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Bad Kohlgrub, St.Rochus Friedhof

Margot Trooger eigentl. Margot Elfriede Schulze

 

 

Deutsche Schauspielerin; Tochter eines Fuhrunternehmers; nahm, nachdem sie das Lyzeum, eine Handelsschule besucht und als Sekretärin in Innsbruck gearbeitet hatte und 1945 nach München gegangen war, dort Schauspielunterricht. Nach ihrem Theaterdebüt 1946 in Bamberg und zahlreichen weiteren Theaterengagements erhielt sie ihre erste Filmrolle im Jahre 1949 in der von Heinz Rühmann produzierten Komödie Ich mach Dich glücklich. Sie wirkte in einer Reihe von Edgar-Wallace-Filmen mit, sowie in Pippi-Langstrumpf- und Heidi-Produktionen und in der Kult-Fernsehserie Raumschiff Orion. In Erinnerung geblieben ist sie vor allen Dingen durch ihre Rolle in Francis Durbridges (*1912, †1998) sechsteiligem Fernsehkrimi Das Halstuch (1962), einem sogenannten “Straßenfeger”. Sie arbeitete aber auch als Synchronsprecherin, so z.B. als die deutsche Stimme von Simone Signoret in dem Film Ship of Fools (1965, dt. Das Narrenschiff). Bereits Ende der 1970er Jahre zog sie sich aus ihrem Beruf wegen einer Krankheit zurück.

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Jürgen von Manger

 Bild: Herbert Greite

Deutscher Schauspieler, Schriftsteller und Kabarettist; begonnen hatte er seine Karriere als Statist am Stadttheater Hagen, bis sie 1941 durch seine Einberufung an die Ostfront unterbrochen wurde. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges spielte er am Bochumer Theater, studierte aber, da er nicht wußte, ob seine künstlerische Laufbahn von dauerhaftem Erfolg sein würde, von 1954 bis 1958 Rechts- und Staatswissenschaften in Köln und Münster; außerdem absolvierte er eine Schauspiel- und Gesangsausbildung. Aber er wurde in den 1960er Jahren durch von ihm im “Ruhrpott”-Idiom vorgetragenen Erzählungen der von ihm kreierten und dargestellten Figur des Adolf Tegtmeier, der seine Umgebung karikierend zunächst auf der Bühne, dann auch im Radio und im Fernsehen interpretierte, bundesweit bekannt. Beliebt war auch die TV-Sendung Tegtmeiers Reisen, in der er in ähnlich humorvoller Weise über Erlebnisse auf Reise berichtet. Nach einem ersten Schlaganfall im Jahr 1985, dem ein zweiter folgte, zog er sich aus dem öffentlichen Leben zurück.

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Mörlenbach b. Heppenheim

Hagen (Westf.) OT Delstern, Friedhof

Günther Stoll

 

Deutscher Schauspieler; nach der Entlassung aus britischer Kriegsgefangenschaft und verschiedenen Tätigkeiten kam er 1954 an das Theater in Nürnberg, gefolgt von Engagements an Bühnen in Aachen, Bremen und Hamburg; dort begann seine Karriere beim Fernsehen. Außerdem wirkte in Kinofilmen - auch deutsch-italienischen Co-Produktionen - mit, sowie in mehreren Edgar-Wallace-Kriminalfilmen. Bekannt wurde er 1966 durch seine Mitwirkung in Francis Durbridges “Straßenfeger” Melissa.

Filme u.a.: Maigret und sein größter Fall (1966), Die Folterkammer des Dr. Fu Man Chu (1969), Das Gesicht im Dunkeln (1969), Una farfalla con le ali insanguinate (1971, dt. Das Messer), Cosa avete fatto a Solange? (1972, dt. Das Geheimnis der grünen Stecknadel).

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Zeitlarn b. Regensburg, Alter Friedhof

Fritz Grünbaum

 Bild.Thomas Staedeli no_copyright

Österreichischer Kabarettist und Humorist; der Doyen des Wiener Kabaretts und Lehrer Karl Farkas wurde nach dem “Anschluß” Österreichs an das Deutsche Reich im Jahre 1938 trotz Bemühungen seitens seiner Frau Lilly und anderer verhaftet, mußte in einem Steinbruch arbeiten und verstarb schließlich im Konzentrationslager Dachau. Grünbaum hatte bereits zur Zeit des Ersten Weltkrieges für Komponisten wie Robert Stolz (u.a. Du sollst der Kaiser meiner Seele sein) und Leo Fall (Die Dollarprinzessin) als Librettist gearbeitet. Bekannt ist sein Gedicht “Baby Grünbaum.” Er war künstlerischer Leiter des Simpl in Wien, wo er zusammen mit Farkas die Doppelconferance entwickelte. Heute erinnert lediglich der Fritz-Grünbaum-Platz vor dem Wiener Apollo-Theater an ihn.

Lieder u.a.: Ich hab‘ das Fräulein Helen baden geseh‘n.

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Wien, Israelitischer Friedhof (Alte Abteilung)

Bild: Alexander Krischnig (11/2005)
Bilder: Jochen Kliebisch (03/2007)
Bilder: Matthias Bauer (04/2007)
2002
Bilder: Matthias Bauer (04/2007)

Elmer Bantz eigentl. Gustav Specht

 

 

Deutscher Schauspieler und Rundfunksprecher; begann - ganz gegen den Wunsch seines Vaters, der ihr lieber als Landpfarrer gesehen hätte - seine Karriere in den 1920er Jahren ganz bescheiden als Aushilfskraft beim Stadttheater in Herne, wo er u.a. Straßenreklame machen oder den Theatervorhang bedienen mußte; er machte dann aber von 1925 bis 1927 eine Schauspielausbildung in Wien am Max Reinhardt-Seminar und spielte da schon zugleich am Theater in der Josefstadt, an dem er gemeinsam mit Hans Moser und Paula Wessely auf der Bühne stand. Anfang der 1930er Jahre spielte er am Schauspielhaus Zürich, wechselte aber 1933 nach Berlin, wo er an das Theater im Admiralspalast engagiert war und 1934 mit Hans Albers und Fritz Kortner in dem Antikriegsstück Rivalen spielte. Die Kritik lobte ihn als sterbenden Soldaten, aber die Nazis verboten das Stück und Bantz stand arbeitslos auf der Straße. Kurz darauf wurde er für einen von der NSDAP in Auftrag gegebenen Propagandafilm, für das “erbbiologische Volksschauspiel“ Der Erbstrom, engagiert. Als der Deutschlandsender in Berlin in den 1930er Jahren für das neue Medium Fernsehen einen Sprecher suchte, wurde Bantz ausgewählt und engagiert aber für den Funk eingesetzt. Bald schon erhielt er eine eigene Sendung, eine Gute-Laune-Sendung, mit dem Titel Sonntag morgen ohne Sorgen. 1939 wurde er schließlich zum Chefsprecher des Reichsrundfunks ernannt und war bald einer der bekanntesten Rundfunksprecher “Großdeutschlands.” Immer wenn Hitler regelmäßig um 13 Uhr seine Rede hielt, kündigte er ihn mit den Worten an: “Hier ist der Grossdeutsche Rundfunk. Sie hören jetzt eine Kundgebung aus dem Berliner Sportpalast. Es spricht unser Führer.” Während des Zweiten Weltkrieges verkündete er mit seiner markanten Stimme die Nachrichten. In dem Spielfilm Fronttheater (1942), gedreht von Arthur Maria Rabenalt, war er in einer kleinen Rolle als ein Feldpostangestellter im besetzten Griechenland zu sehen. Nach dem Ende des Krieges brachten die Russen ihn in das Vernichtungslager Sachsenhausen, das sie von den Nazis übernommen hatten, wo er fünf Jahre verbrachte, bevor ihn eine Strafkammer der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) zu weiteren 10 Jahren verurteilte; nach zwei Jahren wurde er allerdings begnadigt und entlassen; er verließ die DDR,  ging in den Westen und wurde in Baden-Baden beim Südwestfunk wieder Chefsprecher. Nach seiner Pensionierung im Jahre 1974 leitete er das Hoftheater Scherzheim.bis kurz vor seinem Tode.

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Bilder: Matthias Bauer (03/2014)

Lichtenau OT Scherzheim, Gemeindefriedhof

Erich Ziegel

1907

 

Deutscher Schauspieler, Regisseur und Theaterintendant; begann eine Ausbildung zum Buchhändler, die er zugunsten der Schauspielerei abbrach. Im Alter von 18 Jahren stand er in Meiningen auf der Bühne, später in Lübeck und Breslau. Dort leitete er von 1906 bis 1909 ein Literarisches Sommertheater. 1911 gründete er die Münchner Kammerspiele, die er bis 1916 leitete; anschließend wirkte er als Regisseur am Hamburger Thalia Theater. In Hamburg gründete er 1918 die Hamburger Kammerspiele, die sich unter seiner Leitung zu einem der wichtigsten und bedeutendsten deutschsprachigen Theater der 1920er Jahre entwickelten. Dort förderte er eine Reihe von Nachwuchsschauspieler, die später als Darsteller oder Regisseure große Karrieren machte, u.a. Axel von AmbesserJosef Dahmen, Erich Engel, Rudolf Fernau, Ernst Fritz Fürbringer, Gustaf Gründgens, Ruth Hellberg, Werner Hinz, Paul Kemp, Fritz Kortner, Victor de Kowa, Elisabeth Lennartz, Ferdinand Marian, Hubert von Meyerinck, Hans Nielsen, Albrecht Schönhals, Carl-Heinz Schroth, Ellen Schwanneke, Hans Stiebner und Gusti Wolf. Neben seiner Tätigkeit an den Hamburger Kammerspielen leitete Ziegler von 1926 bis 1928 das Deutsche Schauspielhaus und von 1932 bis 1934 das Thalia Theater. Da er nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten Schwierigkeiten wegen seiner jüdischen Frau, der Schauspielerin Mirjam Horwitz (*1882, †1967), voraussah, verließ er mit ihr Deutschland und versuchte in Wien einen Neuanfang. Da er dort jedoch nicht recht Fuß fassen konnte, holte Gründgens, inzwischen Leiter des Preußischen Staatstheaters in Berlin, ihn als Schauspieler, Regisseur und Dramaturg dorthin, wobei er sich dank seines Einflusses auch um die Sicherheit dessen Frau, die ihm erst 1938 nach dem “Anschluß” Österreichs an das Deutsche Reich nach Berlin folgte erfolgreich kümmern konnte (erst nach dem Ende des Krieges konnte sie wieder in ihrem erlernten Beruf arbeiten, so z.B. in der Rolle der Mutter Wolffen in Gerhart Hauptmanns Biberpelz oder 1957 unter der Regie von Helmut Käutner an der Seite von Liselotte Pulver, Paul Hubschmid und Bernhard Wicki in dem Film Die Zürcher Verlobung). Ziegler der bereits seit Anfang der 1920er Jahre in zahlreichen Spielfilmen mitgewirkt hatte, war auch nach dem Ende des Krieges auf der Leinwand in einigen Streifen zu sehen.

Filme u.a.: Moskau – Shanghai (1936), Der Maulkorb (1938), Wir tanzen um die Welt (1939), Bismarck (1940), Damals (1943), Der Prozeß (1948), Der Engel mit der Posaune (1948).

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Bilder: Heiko Bockstiegek (1999)

Hamburg, Friedhof Ohlsdorf

Edgar ”Eddi“ Külow

 

 

Deutscher Kabarettist, Schauspieler und Regisseur; Sohn eines Tischlers und einer Näherin; trat nach der Entlassung aus britischer Kriegsgefangenschaft, in die Külow, der als Marinesoldat eingezogen worden war, kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges geraten war, im Sommer 1945 der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) bei. Aufgrund der aus dieser Mitgliedschaft resultierenden Schwierigkeiten, mit denen sich der Pädagogikstudent konfrontiert sah, wechselte er in die “Sowjetische Besatzungszone”, die spätere Deutsche Demokratische Republik (DDR). In Leipzig absolvierte er zwischen 1946 und 1949 ein Schauspielstudium.und wurde anschließend Rundfunksprecher beim Sender Leipzig des Mitteldeutschen Rundfunks. Kurz vor dem Aufstand des 17. Juni 1953 kehrte er nach Westdeutschland zurück, wo er sich in den nächsten Jahren mit Gelegenheitsarbeiten durchschlug. 1957 kehrte er dann in die DDR zurück,. Nach seiner Rehabilitation durch die Staatsorgane der DDR leitete er zunächst kleine kulturelle Einrichtungen in Nienburg und Bernburg, bevor er im Mai 1959 gemeinsam mit Helga Hahnemann beim Kabarett Leipziger Pfeffermühle engagiert wurde. Unter seiner Leitung - er wurde 1961 Direktor der Pfeffermühle - erreichte das Kabarett ein hohes satirische Niveau, das allerdings in sich zusammenbrach, als Külow und andere im August 1964 entlassen wurden; das Programm "Woll´n wir doch mal ehrlich sein" mißfiel der Zensurbehörde und wurde verboten. Nach seiner Entlassung wandte er sich wieder verstärkt dem Schreiben zu. Seit 1979 gehörte er zum Ensemble des Deutschen Fernsehfunks der DDR und wirkte in zahlreichen Sendung mit, darunter in Märkische Chronik, Rentner haben niemals Zeit oder Zauber auf Schloß Albrechtsburg. Nach der Wende war er kurzzeitig in der Rolle eines Lehrers in der Fernsehserie Gute Zeiten schlechte Zeiten zu sehen. Edgar Külow war aber auch ein vielbeschäftigter Sprecher in Rundfunkproduktionen; so sprach er in dem 1997 vom MDR produzierten 15-teiligen Hörspiel Bauer, Bonzen, Bomben nach dem Roman von Hans Fallada die Rolle des Kriminalkommissars Tunk und in den Inspektor Jury-Kriminalhörspielen diejenige des Sergeant Wiggins. Seiner linken Überzeugung blieb Edgar Külow stets treu, so rief er anläßlich der Bundestagswahl 2009 öffentlich zur Wahl der Partei Die Linke auf.

Ein Jahr nach seinem Tode stiftete Külows Familie gemeinsam mit dem Berliner Eulenspiegel-Verlag den neuen EDDI-Satirepreis (der Preis war bereits zwischen 1981 und 1988 verliehen worden). Er selbst war 1981 der erste empfänger des Preises. 2006 erhielt er in Mainz - in der Nähe des Restaurants Proviant-Magazins - auf dem sog. Walk of Fame des Kabaretts einen Stern.

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Bild: Dirk Gebauer (04/2014)

Berlin-Weißensee, Ev. Auferstehungs-Friedhof

Werner Riepel

 

 

Deutscher Schauspieler und Synchronsprecher; nahm unmittelbar nach Ende seiner Schulzeit Schauspielunterricht und absolvierte daran anschließend eine Ausbildung zum Opernsänger, bevor er 1946 sein erstes Engagement an der nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in Hamburg in der gerade gegründeten Jungen Bühne erhielt. Es folgten Engagements u.a. in Bonn als Bass-Buffo, und ab 1958 war er u.a. am Hessischen Staatstheater in Darmstadt unter Vertrag. 1965 kehrte er nach Hamburg zurück, wo ihn Hans Mahler an das Ohnsorg-Theater, dessen Intendant er war, verpflichtete. Als der NDR begann, regelmäßig Aufführungen aus dem Ohnsorg-Theater zu übertragen, wurde Riepel auch bundesweit bekannt, so daß er bald auch in Fernsehproduktionen zu sehen war. Riepel hatte allerdings schon Ende der 1940er Jahre einige Nebenrollen in Spielfilmen übernehmen können, so 1951 in Falschmünzer am Werk an der Seite von Paul Klinger, 1955 in Zuckmayers Des Teufels General mit Curd Jürgens und Hansjörg Felmy oder ebenfalls 1955 inDie letzte Nacht der Titanic mit Heinz Drache. Auch für Hörspielproduktion war er insbesondere in den 1950er und 1960er Jahren ein gefragter Mann. 1990 zog Werner Riepel sich in den Ruhestand zurück.

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Bild: Werner Farwick (05/2014)

Hamburg-Altona, Hauptfriedhof

Theater / TV / Film / Show LXXVII

Omnibus salutem!