Klaus Schwarzkopf

 

Deutscher Schauspieler; der Mime mit der leisen Stimme wirkte in zahlreichen Fernsehserien mit, u.a. in der von Günter Pfitzmann dominierten ARD-Vorabendserie Praxis Bülowbogen. Dem Fernsehpublikum besonders eingeprägt hat er sich allerdings durch seine Rolle als Tatort-Kommissar Finke. U.a. lieh er seine Stimme dem Schauspieler Peter Falk (Protagonist der US-amerikanischen Serie Columbo).

Schwarzkopf verstarb während der Dreharbeiten zu dem TV-Mehrteiler Der große Bellheim an den Folgen von Aids.

Filme u.a.: Flug in Gefahr (1964), Zehn Prozent (1966), Gin Romme (1983), Die Grünstein-Variante (1985).

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Aidenbach (Bayer. Wald), Friedhof

Klaus Piontek

 

Deutscher Schauspieler; besuchte die Theaterhochschule in Leipzig sowie die Theaterhochschule "Hans Otto"; wirkte 36 Jahre am Staatsschauspiel in Dresden; war Ensembemitglied des Deutschen Theaters in Berlin und arbeitete außerdem als Synchronsprecher und Sprecher in zahlreichen Hörspielen. Außerdem war er ein vielbeschäftigter Film- und Fernsehdarsteller, vor allem in anspruchsvollen Literaturverfilmungen u.a. in Der Streit um den Sergeanten Grischa, Junge Frau von 1914, Erziehung vor Verdun (alle nach Romanen von Arnold Zweig), Die Toten bleiben jung (nach Anna Seghers), Die Leiden des jungen Werther, Der Aufenthalt (nach Hermann Kant),und dann nach der “Wende” in Jugend ohne Gott (nach Ödön von Horvath) und zuletzt mit Harald Juhnke in Der Hauptmann von Köpenick.

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Dieter Franke

 

Deutscher Schauspieler; bevor er sein erste Engagement in Karl-Marx-Stadt (heute wieder Chemitz) erhielt, studierte er ab 1954 an der Staatlichen Schauspielschule Berlin, spielte danach an der Volksbühne in Berlin. 1964 wurde er Mitglied des Ensembles des Deutschen Theaters. Auf der Leinwand tauchte er erstmals in den 1950er Jahren auf, allerdings nur in Nebenrollen, später auch im Fernsehen der DDR z.B. in der Komödie Camping, Camping.

Film- und Fernsehproduktionen u.a.: Wer reißt denn gleich vorm Teufel aus? (1977), Gevatter Tod (1980), Blumen für den Mann im Mond (1975), Meisterdieb (1978).

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Rolf Herricht

ca. 1968 Bild: Wolfgang Kroll

Deutscher Schauspieler und Komiker; jüngstes von drei Kindern; machte 1943 ein sog. Notabitur1 und wurde noch kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges als Flakhelfer in den Volkssturm2 in der Endphase des Zweiten Weltkrieges. eingezogen. Nach dem Ende des Krieges arbeitete Herricht zunächst als Requisiteur und war Inspizient am Theater seiner Heimatstadt. Parallel hierzu nahm er ebendort Schauspielunterricht am Schauspielstudio, bevor er an Theatern u.a. in Salzwedel, Stendal, Güstrow und Franfurt an der Oder spielte. Zurückgekehrt nach Magdeburg, wirkte er dort von 1957 bis 1961. Bekannt wurde er jedoch außerhalb seiner Bühnentätigkeit in Film- und Fernsehproduktion der DEFA, besonders jedoch durch seine Auftritte in Sketchen zusammen mit Hans-Joachim Preil, die auch mit großem Erfolg im DDR-Fernsehen übertragen wurden. Er starb auf der Bühne während einer Aufführung am Metropoltheater Berlin, an dem er seit 1964 engagiert war.

Filme u.a.: Musterknabe (1959), Geliebte weiße Maus (1964), Reserveheld (1965), Hände hoch oder ich schieße (1966), Meine Freundin Sybille (1967), Der Mann, der nach der Oma kam (1972), Maxe Baumann: Ferien ohne Ende (1976).

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1  Eine Ausnahmeregelung aufgrund des fortschreitenden Krieges während des Ersten und auch des Zweiten Weltkrieges, wo sie im Deutschen Reich am 8.9.1939, eine Woche nach dem Überfall auf Polen, eingeführt wurde. um auch Gymnasialschüler im Alter von 16 Jahren als Flakhelfer zum Dienst bei der Heimat-Flak, einberufen zu können

2  Militärische Formation in der Endphase des Zweiten Weltkrieges - gebildet, um waffenfähigen Männer im Alter von 16 bis 60 Jahre zur Verteidigung des ”Heimatboden“ des Deutschen Reiches heranziehen zu können.

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Berlin, Französischer Friedhof I

Bild: Hanns-Eckard Sternberg (12/2005)
Bild: Hanns-Eckard Sternberg (12/2005)
Bild: Hanns-Eckard Sternberg (12/2005)
Bilder: Matthias Bauer (2005)

Adelheid Seeck

 

Deutsche Schauspielerin; begann ihre Karriere nach Ballettunterricht bei Max Terpis ab 1933 als Tänzerin u.a. am Kabarett der Komiker. Nach privatem Schauspielunterricht und ihrem Debüt im Jahre 1939 an der Schlesischen Landesbühne in Bunzlau war sie ab 1940 an Berliner Bühnen u.a am Staatstheater Berlin bis zur allgemeinen Theatersperre im Herbst 1944 tätig. Zuvor war sie ab Beginn der 1940er Jahre auch schon in Filmen in Erscheinung getreten. Aber erst nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges engagierte sie sich mehr beim Film und war von 1950 bis 1960 in 16 Rollen tätig. Von 1948 bis 1955 war sie am Schauspielhaus Düsseldorf engagiert.

Filme u.a. : Leichte Muse (1941), Der Tag vor der Hochzeit (1952), Teufel in Seide (1955),  Ohne Mutter geht es nicht; Mädchen in Uniform (beide 1958), Der letzte Zeuge (1960), Mein Mann, das Wirtschaftswunder (1961), Wartezimmer zum Jenseits (1964), Mein Freund Harvey (1970).

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Stuttgart-Degerloch, Waldfriedhof

Paul Esser

 

 

Deutscher Schauspieler; vom Theater herkommend (er spielte u.a. in Paderborn, Weimar, Posen, Berlin und Düsseldorf) hatte er 1963 das Berliner Hansa-Theater gegründet, dessen Leiter er bis 1981 war. Ab 1943 trat er auf der Leinwand in Erscheinung. In Wolfgang Staudtes, bei der ostdeutschen DEFA 1949 gedrehten Filmen Rotation bzw. 1951 in dem nach dem Roman Heinrich Manns entstandenen Der Untertan trat er in hervorragender Stellung auf, während er später überwiegend in Nebenrollen zu sehen war. 1971/72 war er einer der ersten Tatort-Kommissare. Außerdem war er ein vielbeschäftigter Synchronsprecher.

Filme u.a.: Die Frühreifen (1957), Der Schinderhannes, Das Wirtshaus im Spessart (beide 1958), Hier kommt Pippi Langstrumpf (1973).

Auszeichnungen u.a.: Bundesverdienstkreuz.

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Gauting, Waldfriedhof

Bild: Matthias Bauer (01/2007)
Bild: Matthias Bauer (2004)
Bilder: Matthias Bauer (05/2005)

Berlin, Französischer Friedhof I

Berlin, Französischer Friedhof I

Gernot Weitzl

 

 

Deutscher Rundfunkredakteur; wurde im Zweiten Weltkrieg unmittelbar nach dem Notabitur im Jahre 1943 zur Wehrmacht eingezogen, geriet in britische Kriegsgefangenschaft und wurde im Sommer 1945 aus einem Lager in Niedersachsen entlassen. 1946 begann er ein Studium der Pädagogik an der Kant-Hochschule in Braunschweig und schloß es 1948 ab. Nach dem 1. Staatsexamen arbeitete er zunächst als Grundschullehrer in Braunlage im Harz und legte 1951 das 2. Staatsexamen ab, bevor er für den Nordwestdeutschen Rundfunk (NWDR), den späteren Norddeutschen Rundfunk (NDR), dann bald als Redakteur in der Schulfunk-Abteilung zu arbeiten begann und dort für naturwissenschaftliche Beiträge zuständig war. Am 11.11.1955 lief erstmals eine Rundfunksendung über die Sender des NDR, deren Ideengeber Gernot Weitzl war; er hatte sie aus seiner österreichischen Heimat mitgebracht, wo beim Wiener Rundfunk eine Serie lief, in der in einem großen Miethaus entstehende Konflikte spielerisch durch- und aufgearbeitet wurden. Weitzl brachte dieses Konzept - angepaßt auf ein norddeutsches Dorf - unter dem Titel Neues aus Waldhagen als Sendung unter, die für Kinder vom 4. bis 6. Schuljahr konzipiert war - u.a. mit dem Ziel deren soziale Kompetenz zu entwickeln. Im Laufe der Zeit gelang es, viele norddeutsche Schauspieler(innen) als Sprecher(innen) zu gewinnen, u.a. Heidi Kabel, Otto Lüthje, Henry Vahl oder Hilde Sicks; den erzählerischen Part hatte Heinz Reincke inne. Bis zu ihrem Ende im Jahre 1985 wurde die Sendung über 300 Mal ausgestrahlt und hatte zu diesem Zeitpunkt schon längst einen Kultstatus  im Norden Deutschlands erreicht.

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Bilder: Arne Weitzl (07/2015)

Hamburg, Friedhof Ohlsdorf

Helmuth Lohner

 

 

Österreichischer Schauspieler und Regisseur; Sohn eines Schlossers; nahm bereits neben seiner Ausbildung zum Chemigraph privaten Schauspielunterricht. 1952 gab er sein Debüt am Stadttheater Baden bei Wien, wechselte dann als Operettenbuffo nach Klagenfurt, ging dann nach Wien, wo er 1963 ein Engagement am Theater in der Josefstadt erhielt, dessen Direktor er von 1997 bis 2006 sein wird. Über die Jahre folgten immer wieder Engagements in Berlin, München, Hamburg, Düsseldorf und Zürich; aber er spielte in dieser Zeit auch immer wieder am Burgtheater und zwischen 1990 und 1994 bei den Salzburger Festspielen, wo Lohner, der im Jahr 1993 zum Kammerschauspieler ernannt wurde, in verschiedenen Rollen in Erscheinung trat, u.a. als Jedermann in Hugo von Hofmannsthals gleichnamigem Theaterstück. Sein Filmdebüt gab Lohner 1955 in dem Film Hotel Adlon von Josef von Báky. Dem Kinopublikum wird er als Mädchen verkleideter Handwerksbursche in Kurt Hoffmanns Filmkomödie Das Wirtshaus im Spessart (1957) an der Seite von Liselotte Pulver (*1929) als Comtesse Franziska, Wolfgang Neuss und Wolfgang Müller als Räuber sowie Rudolf Vogel als Bänkelsänger in Erinnerung bleiben. Zum Fernsehen kam Lohner erst 1963. 1965 verkörperte er in dem Fernsehfilm Radetzkymarsch den Freiherr von Trotta, und 1968 spielte er in einem sogenannten Straßenfeger. dem vom ZDF produzierten Krimi-Dreiteiler Babeck neben Senta Berger (*1941) und Helmut Käutner die Hauptrolle, den Sohn des verschwundenen Scherenschleifers (Walter Richter). Helmuth Lohner arbeitete aber auch als Regisseur, so z.: in den FilmkomödienMein Opa ist der Beste (1995) und Mein Opa und die 13 Stühle (1996), beide mit seinem Freund Otto Schenk (*1930), oder als Operettenregisseur; so inszenierte er u.a. in Zürich 1994 Offenbachs Die schöne Helena und 1997 Franz Lehars Die lustige Witwe, oder an der Volksoper Wien Franz von Suppés Boccaccio und Mozarts Die Zauberflöte und bei den Festspielen in Bad Hersfeld das Musical Les Miserables. 2003 verkündete er seinen Abschied von der Bühne, kehrte aber bereits nach einer Saison wieder dorthin zurück. bevor er Mitte 2006 die Theaterleitung an Herbert Föttinger übergab, um sich dann überwiegend als freier Regisseur zu betätigen.

Film- und Fernsehproduktionen u.a.: Witwer mit fünf Töchtern (1957), Die schöne Lügnerin (1959), Blond muß man sein auf Capri (1961), Liliom (1971), Reigen (1973)

Auszeichnungen u.a.: Kainz-Medaille (1980), Nestroy-Ring (1988),

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Wien, Grinzinger Friedhof

Heinrich Schweiger

 

 

Österreichischer Schauspieler; absolvierte das Max-Reinhardt-Seminar und gab 1947 sein Debüt in Robert Katschers Lustspiel Die Wunder-Bar Ein Spiel im Nachtleben, zu dem Géza Herczeg und Karl Farkas das Libretto verfaßt hatten, am Neuen Schauspielhaus, trat 1948 am Theater in der Josefstadt auf, und bereits als 18-Jähriger im September 1949 hatte er in Der Hauptmann von Köpenick seinen ersten Auftritt am Burgtheater. Dort gelang ihm mit 22 Jahren der Durchbruch in einer Aufführung von Arthur Schnitzlers Komtesse Mizzi. Als Mitglied des Ensembles spielte er dort die großen klassischen Rollen der Weltliteratur, wie z.B. in Friedrich Schillers Don Carlos, William Shakespeares Othello oder in dessen Richard III., aber auch in dem modernen Klassiker Dreigroschenoper von Bert Brecht den Mackie Messer. In den 1960er Jahren gastierte er auch an der Freien Volksbühne Berlin, am Theater am Kurfürstendamm Berlin und in den 1970ern  am Thalia Theater Hamburg. Bei den Salzburger Festspielen verkörperte er als Mitglied des Ensembles des Jedermann über zwölf Jahre hinweg den Teufel bzw. den Mammon. Er war aber ab der 1950er Jahre auch in Spielfilmen zu sehen, darunter in Franz Schubert - ein unvollendetes Leben (1957) und Franz Antels Filmreihe Der Bockerer, dann auch in Fernsehserien wie Tatort, Ringstraßenpalais und Kommissar Rex oder Seniorenclub.; zuletzt sah man ihn in der Fernsehserie des ORF Der Winzerkönig.

Film- und Fernsehproduktionen u.a.: Sie nannten ihn Krambambuli (1972), 1972/76 Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk (1972/1976), Blau blüht der Enzian (1973), Die Strauß-Dynastie (1991), Ein Richter zum Küssen (1995).

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Bilder: Matthias Bauer (06/2014)

Wien, Zentralfriedhof

Valéry Inkijinoff eigentl. Walerian Iwanowitsch Inkischinow [russ. Валерий) Иванович Инкижинов]

 

 

Französischer Schauspieler russisch-burjatischer Herkunft; Sohn eines Lehrers; studierte zunächst am Polytechnischen Institut und anschließend am Kaiserlichen Theater in Sankt Petersburg. Seit 1919 gehörte er dem Ensemble des Theaterregisseurs Wsewolod Meyerhold an, das jener 1917 gegründet hatte, und war dort sein Assistent in der Inszenierung des Stücks Смерть Тарелкина (dt. Der Tod von Tarelkin). Im Film wurde er zunächst als Stuntman, dann auch als Darsteller eingesetzt; im Jahr 1925 hatte er eine erste kleine Rolle in Kuleschows Film Весёлая канарейка (dt. Der lustige Kanarienvogel). Seine erste Hauptrolle erhielt er in Wsewolod Pudowkins Mongolenfilm Потомок Чингисхана (1928, dt. Sturm über Asien), als er die Rolle des Nachkommens Dschingis Khans verkörperte, die den eurasisch aussehenden Schauspieler Weltruhm einbrachte. Danach erfolgte seine Ernennung zum Direktor der Schule für Theater und Kino in Kiew. Nach dem Tod seiner siebenjährigen Tochter kehrte er 1930 der Sowjetunion den Rücken, er ging zunächst nach Deutschland, wo er in einigen Filmen mitwirkte, dann nach Paris. In Westeuropa stellte er oftmals aus China, Japan oder Korea stammende Bösewichte dar. In dem deutschen Propagandafilm Friesennot / Dorf im roten Sturm (1935), verkörperte er einen weißrussischen Kommissar. Zwei Jahre zuvor hatte er bereits in Robert Wienes Kriminalfilm Polizeiakte 909 einen japanischen Spion dargestellt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges konnte er seine Filmkarriere in Großbritannien und Frankreich, aber auch in Deutschland fortsetzen; so spielte er in dem mit Curd Jürgens unter der Regie von Carmine Gallone gedrehten Agentenfilm Der Kurier des Zaren und in Fritz Langs deutsch-italienisch-französischen Abenteuerfilm Der Tiger von Eschnapur und dessen Fortsetzung Das indische Grabmal (1959).

Filme u.a.: Die letzten Vier von Santa Cruz (1936), Les bateliers de la Volga (1936), Le drame de Shanghaï (1938).

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Bilder: Herbert Herterich (07/2015)

Sainte-Geneviève-sous-Bois, Cimetière russe

Bilder: Heinz Knisch (01/2016)
Theater / TV / Film / Show LXXXI

Omnibus salutem!